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Warum Kinder nicht alleine einschlafen wollen


Warum Babys nicht alleine Einschlafen wollen hatte ich in einem älteren Artikel erklärt: sie sind kleine "Sicherheitsfanatiker". Neugeborene sind mit einem Schutzmechanismus ausgestattet, der nach der simplen Regel funktioniert: "Ist jemand bei mir, wird er mich beschützen". Diese Regel gilt ganz besonders für das Einschlafen. Babys empfinden den Prozess als potentiell gefährlich, weil sie die Kontrolle über ihren Sicherheitszustand verlieren und tun sich daher oft enorm schwer damit.

Die meisten Neugeborenen schlafen zunächst ausschließlich in Mamas oder Papas Arm oder anderen sich bewegenden Objekten (Kinderwagen, Auto, Federwiege) ein - die regelmäßige Bewegung, die sie schon aus dem Mutterleib kennen, suggeriert ihnen Sicherheit. Man stelle sich ein Baby in der Urzeit vor - welches hätte überlebt: Das, das sich unbesorgt ablegen lässt und ohne die Mutter einfach überall einschlummert oder das, das partout bei Mama bleiben will und sofort aufwacht, wenn sein Gleichgewichtssinn keinerlei Bewegung mehr wahrnimmt?

Wenn Eltern erst einmal heraus gefunden haben, wie ihre Kinder schnell und behaglich einschlafen, wird der Prozess oft ein recht angenehmer - innerhalb weniger Minuten findet das Kind mit elterlicher Hilfe in den Schlaf, es wird abgelegt und schläft im besten Falle mit wenigen Unterbrechungen aus. Mit der Situation sind vorübergehend alle zufrieden - die Erwachsenen haben zwar oft die diffuse Angst, etwas "anzugewöhnen" oder das Kind damit gar "zu verwöhnen", aber weil es so gut funktioniert, wird die Einschlafbegleitung zunächst erst einmal nicht in Frage gestellt.

Früher oder später kommt der Punkt, an dem ein Elternteil beschließt: "So kann das doch nicht weiter gehen!" Ein Neugeborenes wiegt man ja gerne mal 10 Minuten im Arm. Aber aus einem Neugeborenen ist mittlerweile ein Kind mit 10 kg geworden. Und aus den 10 auch mal 30 oder 60 Minuten. Unterstützt von den Unkenrufen und den Warnungen: "Ihr verwöhnt doch das Kind" der Bekannt- und Verwandtschaft wird beschlossen, dass jetzt etwas passieren muss. Das Kind ist schließlich alt genug, alleine einzuschlafen. Oder? 

Wann ist ein Kind alt genug, alleine einzuschlafen? 


Diese Frage lässt sich pauschal leider nicht beantworten, denn Kinder sind genetisch so programmiert, dass sie am liebsten NIE alleine einschlafen wollen. Wir erinnern uns: Allein sein = GEFAHR! Irgendwann begreifen Kinder durchaus, dass nicht tatsächlich eine Gefahr besteht, dennoch fühlen sie sich in der Gesellschaft der Eltern immer am wohlsten - und mittlerweile haben sie sich tatsächlich auch an die Einschlafbegleitung "gewöhnt" - weil sie sie lieben und sich damit gut fühlen! Das ist das, was sie wollen und brauchen - daher ist quasi jedes Kind (manche mehr, manche weniger) weiterhin bestrebt, in den Schlaf begleitet zu werden. Mir ist jedenfalls kein Fall bekannt, bei dem ein Kind unter 3 Jahren gesagt hätte: "Mama, geh mal ruhig, ich schlafe lieber alleine ein".

In der Regel beschließen die Erwachsenen irgendwann das Ende der Einschlafbegleitung. Das geschieht meist aus zwei Motivationen:

1.) "Mein Kind müsste das doch jetzt endlich können - es ist schließlich alt genug. Alle reden auf mich ein, dass es doch nicht normal sein kann, dass das Kind noch immer nicht alleine einschläft. Ich möchte, dass mein Kind normal ist."
und/oder

2.) "Ich empfinde die Zeit als vergeudet. Ich könnte so viele andere Sachen machen, während ich hier sinnlos sitze und meinem Kind beim Einschlafen zusehe. Mittlerweile zieht sich das auch ewig hin - ich habe keine Lust mehr!".

Zu Punkt 1.) muss man ganz klar sagen: Ein Kind, das nicht alleine einschlafen will, ist absolut normal. Höre auf Dein Herz, auf Deinen Bauch: Sagt der, dass Dein Kind das "können muss"? Geht es darum, Babys zum funktionieren zu bringen? Ist es im Grunde nicht vollkommen egal, was ANDERE sagen? Hier gibt es eine einfach, kindgerechte Lösung: Mach weiter wie bisher und erzähle es keinem. Zumindest keinem, von dem Du weißt, dass er es kritisch sieht (eigene Mütter sind dafür prädestiniert - warum das so ist erklärt auch der Artikel Die Erziehung unserer Großeltern und Eltern).

Was wäre denn, wenn das Einschlafen jeden Tag nur 5 bis 10 Minuten dauern würde? Würde dann Motivation 2.) wegfallen? Würde es das Leben verbessern? 

Mein Kind braucht EWIG zum Einschlafen! 


Bei den meisten Babys ist das Schlafen im ersten Lebensjahr - zumindest im ersten Lebenshalbjahr oft chaotisch - sie schlafen schlecht ein, sie wachen ständig auf, sie sind immer müde... Irgendwann kristallisiert sich dann doch so etwas wie ein Schlafzyklus heraus und Eltern atmen erleichtert auf. Das Baby wird jeden Abend zur gleichen Uhrzeit hingelegt und schläft mehr oder weniger verlässlich bis zum nächsten Morgen (idealerweise bis zu einer bestimmten Uhrzeit) durch. Doch nach und nach gestaltet sich das Einschlafen immer schwieriger. Eltern sind verwirrt - gerade noch endlich eine vermeintliche Kontinuität - schon ist wieder alles durcheinander. Desillusioniert stellt man fest, dass die Phrase "Es ist nur eine PHASE, es geht vorbei" leider auch auf die guten Dinge zutrifft.

Nach meinen Beobachtungen beginnen Einschlafprobleme sehr, sehr oft um den ersten Geburtstag herum, häufig auch (wieder) rund um den zweiten Geburtstag. Was viele vergessen: Der Schlafbedarf von Kindern sinkt kontinuierlich - ein 8-monatiges Baby braucht einfach mehr Schlaf, als ein 18-monatiges Baby. Es ist daher leider illusorisch zu glauben, dass auch das 1,5-jährige oder 2-jährige Kind weiter so lange schläft, wie ein Baby. Als Faustregel gilt (Abweichungen nach oben und unten gibt es immer): 6 bis 12 Monate alte Kinder schlafen pro Tag etwa 12 bis 14 Stunden - zwischen 1 und 3 Jahren liegt der Schlafbedarf nur noch bei 10 bis 12 Stunden - das sind im Schnitt zwei Stunden (!) weniger. Und diese zwei Stunden sitzt man unter Umständen abends am Kinderbett. Das Kind ist also einfach in den meisten Fällen schlicht abends nicht müde genug.

Die Lösungsmöglichkeiten sind leider begrenzt, aber glücklicherweise sehr effektiv:

a) Das Kind früher wecken.
b) Den Mittagsschlaf streichen oder kürzen.
c) Das Kind später hinlegen.

Die Verringerung des Schlafbedürfnisses kann kontinuierlich vonstatten gehen, oft bemerkt man auch regelrechte Sprünge. Meine große Tochter schlief als Baby herrliche 14 Stunden - nachdem sie ein Jahr alt war, waren es nur noch 13 Stunden. Eine Stunde... die ich jeden Abend entnervt an ihrem Bett saß. Mit ziemlich genau 2 Jahren verringerte sich der Schlafbedarf erneut - diesmal um schreckliche weitere 2 Stunden. Nachdem sie abends quasi gar nicht mehr einschlief, musste ich radikal zu Lösung b) greifen. Danach war alles gut. Bitte bedenke immer: Ein Kind kann nur so viel schlafen, wie sein natürlicher Schlafbedarf zulässt - keinesfalls mehr. Schläft es tagsüber zu viel, wird es früh aufwachen oder abends nicht einschlafen.

In Bezug auf Änderungen muss man konsequent sein - natürlich wird ein Kind die Streichung des gewohnten Mittagsschlafes mit abendlicher Quengelei quittieren. Und vielleicht schläft es auch ein paar Tage trotzdem schlecht ein. ABER: Der Prozess wird sich regulieren - nach allem, was ich bisher an Erfahrungen gelesen habe, bin ich mir dessen vollkommen sicher. Das Schlafverhalten reguliert sich spätestens nach 14 Tagen - tritt bis dahin keine Änderung ein, muss die Situation neu überdacht werden. In der Regel jedoch dauert es nur 3 bis 7 Tage, bis sich das Kind umgewöhnt hat.

Man muss auch ganz klar sagen: Wenn das Kind abends schlecht einschläft, wird auch kein "Schlafprogramm zum allein Einschlafen" der Welt etwas daran ändern, dass es nicht müde genug ist! Will man seinem Kind zumuten, dass es sich allein stundenlang im Bett wälzen muss? Womöglich weinend?

Was spricht dagegen, das Kind nach Kürzung des Gesamtschlafdauer weiter liebevoll zu begleiten - doch jetzt nur noch maximal 10 Minuten lang? 

Mein Kind soll alleine einschlafen 


Je älter das Kind ist, desto so mehr kann ich das Bedürfnis nachvollziehen, dass man die Einschlafbegleitung abschaffen will. Was bei einem hilflosen 1-jährigen noch gerne gemacht wird, kann bei einem fordernden 3-jährigen allmählich in Unmut umschlagen. Wenn man selbst nur ungern am Bett sitzt und ausschließlich genervt ist, dann ist das eine für alle Beteiligten unbefriedigende Situation.

Bei uns war das mit etwa 2 1/4 Jahren der Fall. Wir saßen Abend für Abend am Bett unserer großen Tochter und begleiteten sie in den Schlaf. Dank des gestrichenen Mittagsschlafes war das ein Prozess, der selten länger als 20 Minuten dauerte - eher durchschnittlich 10 Minuten. Da wir jedoch Nachwuchs erwarteten, sahen wir die Notwendigkeit, dass sie schon vorher "lernt", alleine einzuschlafen. Da sie auch in der Lage war, im "Notfall" ihr Bett zu verlassen und zu uns zu kommen, litt sie unter keinerlei Hilflosigkeit mehr.

Da sich Kleinkinder normalerweise nicht zum Schlafen von ihren Bindungspersonen trennen würden, müssen diese ihm helfen, diese "Trennung auf Zeit" auszuhalten. Trennungen werden von Kindern zunächst einmal per se nicht wertgeschätzt. Sie brauchen eine gute Vorbereitung, um diese aushalten zu können. Eine Möglichkeit ist ein Abendritual, welches das Kind verlässlich darauf hinweist, das es nun Schritt für Schritt auf die Schlafenszeit zu geht. Es ist außerdem unabdingbar, dass die Bindungspersonen zu jeder Zeit erreichbar sind, wenn das Kind in akuten Stress gerät. Die Eltern müssen dem Kind Trauer und Wut über die Trennung beim Schlafengehen zugestehen, sie sind Teil des Trennungsschmerzes und weisen auf eine feste Bindung hin.

Um die Zeit des Einschlafens bindungspositiv zu gestalten, müssen die Eltern hier feinfühlig reagieren. Das bedeutet, dass sie lernen müssen, zu unterscheiden, ob das Kleinkind gerade in akuten Stress gerät, oder einfach nur unzufrieden mit der neuen Schlafsituation ist. Nörgelt oder weint das Kind mit zunehmend panikartiger Stimme, müssen die Eltern sofort wieder zu ihm gehen und es durch Körperkontakt, Streicheln oder Massage beruhigen. Bleibt es bei einem unzufriedenen Ningeln, können die Eltern zunächst vor der Tür stehen bleiben, sollten aber weiterhin darauf horchen, ob die Stimmung des Kindes umschlägt. Wichtig ist, dass die Bindungspersonen verlässlich und prompt auf stressbedingte Äußerungen reagiert. Nur so verinnerlicht das Kind, dass seine Ängste ernst genommen werden und es jederzeit zu seinem sicheren emotionalen Hafen zurückkehren kann, wenn es das braucht. Mit diesem Wissen im Hinterkopf gelingt - nach einer normalen Phase des vermehrten Ausprobierens, ob die Eltern auch wirklich kommen, wenn es ruft - das Einschlafen im eigenen Bett irgendwann problemlos.

Bezüglich des allein Einschlafens habe ich sehr unterschiedliche Erfahrungen mit meinen Kindern gemacht. Bei meiner Tochter war es relativ unproblematisch. Zunächst blieben wir bei geöffneter Tür in der Nähe ihres Zimmers - sie konnte uns hören. Einer von uns saß mit einem Buch so lange in Türnähe, bis sie eingeschlafen war. Zwar wurde erst einmal protestiert, aber man hat erkannt, dass sie nicht darunter litt. Nach zwei Abenden wurde die Situation vollkommen akzeptiert. Weinte sie, gingen wir hinein und trösteten sie - wir gingen jedoch jedes Mal wieder raus und blieben in Hörweite. Noch sanfter kann man die Trennung vollziehen, in dem man die Distanz zum Bett verringert. Bei der sogenannten "Stuhlmethode" sitzt man anfangs neben dem Bett, begleitet das Kind wie gewohnt (bzw. wenn es daran gewöhnt ist, erst einmal ohne Körperkontakt) in den Schlaf. Jeden Tag rückt der Stuhl ein Stück in Richtung Tür, bis er dann außerhalb des Zimmers ist.

Der erste große Meilenstein ist geschafft, wenn das Kind es schafft einzuschlafen, ohne dass es uns in unmittelbarer Nähe spürt oder uns sieht. Dennoch kann es sich jederzeit rückversichern, dass man da ist. Nachdem sich die Situation eine Weile gefestigt hatte, begannen wir zu erklären, dass wir nunmehr nicht mehr "nebenan" sind, sondern im Wohnzimmer (in einer anderen Etage). Außerdem - und das ist wirklich unbedingt einen Versuch wert - denn bei uns war es der absolute Durchbruch - haben wir es ganz einfach als Tatsache hingestellt, dass unsere Tochter nunmehr definitiv das Alter erreicht habe, in dem Kinder alleine einschlafen können ("Du bist jetzt ein großes Mädchen - die können das einfach"). So wie Kinder das Alter erreichen, weil sie keine Windel mehr brauchen oder wo sie sich alleine anziehen können. Hätte mir das vorher jemand gesagt, ich hätte es nicht geglaubt: Das führte tatsächlich dazu, dass sie das ohne Diskussion hinnahm und einschlief.


Bei meinem Sohn (jetzt 3,75 Jahre alt) sind alle Versuche fehlgeschlagen, ihn zu bewegen, alleine einzuschlafen. Es gibt einfach Kinder, bei denen funktionieren bestimmte Dinge und andere, bei denen es keinen Weg gibt. Wir haben uns mittlerweile mit der Situation arrangiert und teilen uns die Einschlafbegleitung. Wir haben den Fehler gemacht, ihn zu früh hinzulegen, weil wir der Meinung waren, er sei müde. Das führte dazu, dass wir bis zu einer Stunde neben ihm lagen. Seitdem wir uns (etwas seufzend) eingestanden haben, dass wir da eher unsere Bedürfnisse als seine gesehen haben, warten wir einfach, bis er selbständig sagt: "Ich bin müde!" - dann dauert es meist auch wirklich nur noch 10 Minuten. Das ist eine Zeitspanne, die Eltern ganz sicher zuzumuten ist. Wir verbringen (aufs gesamte Leben bezogen) so wenig Zeit mit unseren Kindern - irgendwann werden wir uns glücklich daran zurück erinnern, wie unsere Kinder zufrieden und mit dem Gefühl von Sicherheit in unserer Nähe eingeschlafen sind. 

Warum kommen Kleinkinder nachts so oft noch ins Elternbett? 


Wenn Kinder nachts aufwachen, kann es sein, dass sie sich vor der Dunkelheit fürchten, oder, wenn sie sich vom Alter her gerade in der magischen Phase befinden, sogar vor Monstern unterm Bett. Diese Angst löst Stress aus, dieser Stress aktiviert das Bindungsbedürfnis. Das Kind wird, wenn es allein aus dem Bett aufstehen kann, also nicht von einem Gitterbettchen umgeben ist, aufstehen und sich auf den Weg zu seinem "sicheren Hafen" machen. Taps, taps, taps, nackte Füßchen auf dem Parkett, Tür auf, Tür zu und ...da ist ja das Bett der Eltern! Das Kind legt sich zu Mama und Papa, kuschelt mit ihnen und schläft sehr schnell wieder ein, denn das Bindungsbedürfnis wurde so auf einfachste Art und Weise befriedigt.

Sind die Kinder noch kleiner und liegen in einem Gitterbett, fangen sie in einer solchen Situation laut an zu weinen, um ihre Bindungsperson zu aktivieren. Sie stehen im Bettchen mit ausgestreckten Armen und wollen nur eins- hochgenommen werden. Erst dann sinkt der Stresspegel im Blut, das "Kuschel"-Hormon Oxytozin wird ausgeschüttet und bewirkt eine Entspannung und Beruhigung. 

Ab wann kann  das Kind alleine entscheiden, wann es schlafen geht? 


Warum es nicht einfach mal auf einen Versuch ankommen lassen? Wir haben es getan und unserer Tochtert mit etwa 3 Jahren erklärt, dass es in seinem Zimmer noch spielen könne, so lange es wolle - einzige Voraussetzung: Es wird im Zimmer geblieben. Das hat so gut funktioniert, dass wir das Konzept dauerhaft beibehalten haben.

Natürlich wurde das in den ersten Tagen ausgenutzt und gespielt, bis man vor Müdigkeit fast umfiel. Aber so wurde ein großes Stück Eigenverantwortung gelernt. Wer lange spielt, ist morgens müde - warum soll ein Kind diese Erfahrung nicht machen? Wenn ich es hundert mal gebetsmühlenartig aufsage, interessiert es das Kind gar nicht - wenn es die Erfahrung selbst macht, wird es verstehen, was ich meine.

Nach einer Woche hatte sich das Ganze so eingepegelt, dass mein Kind meist nur noch kurz spielte (und jeden Abend ganz stolz fragte "Darf ich heute wieder selbst entscheiden, wann ich ins Bett gehe?"). Mit 4 Jahren machte sie an 50% der Abende das Licht sofort aus, weil sie müde war, an 30% der Abende spielte sie noch etwa 10 Minuten, an 10% noch etwa 30 Minuten und an nur 10% aller Abende war sie länger auf. Offenbar hat sich da ein selbstregulierender Prozess eingependelt, der erstaunlich gut funktioniert. Das könnte für diejenigen Eltern eine Idee sein, die Wenigschläferkinder haben, aber gerne auch abends mal die eine oder andere Stunde für sich selbst.

© Danielle

Kommentare:

  1. Danke, das ermutigendste und realste, das ich seit langem gelesen hab.
    Nachdem wir eine sehr gute Phase mit unserem 2,5 Jährigen hatten ist jetzt gerade wieder Theater angesagt.
    Ich denke, du hast da einen guten Punkt angeschnitten - er ist nicht müde genug. Offensichtlich hat sich sein Schlafbedarf geändert und ich werde mich leider von seinem mir heißgeliebten Mittagsschlaf verabschieden müssen.
    Eine vom 1,5 h rumsitzen genervte Mama

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    1. Oh ja - das war in exakt dem Alter bei uns genau so - mit 2,5 Jahren gab es keinen Nuckel mehr und sie schlief Mittags dann nicht mehr. Plötzlich war abends einschlafen gar kein Problem mehr. Der Verlust der freien Mittagspause schmerzt sehr, aber die freie Zeit hat man ja dann abends :-). Wie ich schon schrieb - seit sie 3 Jahre ist, entscheidet sie allein und es gibt seitdem abslout keine Probleme mehr. Ich wünsche tapferes Durchhalten!

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    2. Vielleicht kann man dem Kind ja in dem Alter schon sagen - ok, du musst nicht Mittagsschlaf machen, aber dafür bleibst du x Minuten (Eieruhr ;) ) in deinem Zimmer und spielst ruhig ? :)

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    3. Hallo Verena,

      das klappte leider erst bei meiner etwas 4-Jährigen...

      Liebe Grüße!
      Danielle

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  2. Vielen vielen Dank,so vernünftig und liebevoll habe ich noch in keinem Beitrag Ratschläge gefunden!!

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  3. Ich habe einen weiteren Punkt zum Thema: Warum beschließt man, dass ein Kind jetzt alleine schlafen sollte?

    Ich weiß nicht wie es anderen Frauen geht, aber ich brauche immer wieder einen gewissen raum für mich. und gerade diese enge bindung zu dem kind nimmt einem doch viel platz im leben.
    ich denke diesen schritt der ablösung ist auch ein wichtiger psychischer prozess, welcher bei manch einem früher und bei manch anderem später notwendig wird.

    diese ablösungsprozesse setzen sich ja auch fort. im grunde das ganze leben lang.

    lg
    marija

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  4. --> 2.) "Ich empfinde die Zeit als vergeudet. Ich könnte so viele andere Sachen machen, während ich hier sinnlos sitze und meinem Kind beim Einschlafen zusehe. Mittlerweile zieht sich das auch ewig hin - ich habe keine Lust mehr!".
    Das war mein Grund. Kurze Zeit dabei sein stört mich nicht, auch jetzt, wo er 4 ist, ist das ok für mich, aber zeitweise waren es eben auch schon mal 30-60 Minuten. Da hab ich ihm (damals zwischen 2 und 3 Jahren) gesagt, ich bleib da, bis du schläfst, aber nur, wenn du jetzt auch ruhig liegen bleibst und tatsächlich einschläfst.
    Bei unruhigem Rumwuseln im Bett, Erzählen etc. hab ich vorgewarnt und bin dann (kurz) aus dem Zimmer raus (und wieder rein, wenn er dann weinte, mit der Ankündigung, ich bleibe, wenn du ruhig bist und schläfst). Nach ein paar Versuchen hat er es akzeptiert und ist ab da dann immer relativ schnell eingeschlafen.
    Das veränderte Schlafbedürfnis habe ich immer berücksichtigt. Er musste nie um "X Uhr" ins Bett, sondern immer erst dann, wenn er auch müde aussah. Als sich das zu sehr Richtung 22 Uhr bewegte, wurde der Mittagsschlaf gestrichen ;) Erst zu Hause, und dann auch im Kindergarten. (Dort darf er, wenn er es möchte, auch weiterhin schlafen, aber er wird nicht mehr einfach mit hingelegt, wenn die anderen Mittagsschlaf machen. Er nutzt das vielleicht alle 2-3 Monate einmal aus. Dann schläft er aber abends zu Hause trotzdem normal ein.)
    Seine normale Bettzeit ist zwischen 19:30 und 20:30 Uhr, für uns Eltern absolut ok.

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  5. Übrigens funktioniert das mit dem selbst entscheiden lassen schon viel früher. Wir haben das eigentlich so gehandthabt, seit unsere Tochter auf der Welt war. Dadurch gab es aber auch nie das Ausnutzen, da es für sie ja normal war, selbst entscheiden zu können. Und außerdem hatten wir so nur sehr selten (meist, wenn es Feiern gab, wo alles so aufregend war) Abende, an denen wir länger als 10 oder 15 min einschlafbegleiten mussten.
    Momentan haben wir die Phase, dass sie nicht ohne uns ins Bett will. Also schläft sie auf dem Sofa ein und ich nehme sie mit ins Familienbett, wenn ich schlafen gehe. Das funktioniert super. Sie ist momentan übrigens reichlich 2,5 Jahre alt, und Einschlafzeit liegt zwischen 20:15 und 20:30...

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    1. Hallo,

      danke für Deinen Kommentar! Ich glaube, das ist sehr kindabhängig - meine Tochter schlief ja mit 2,5 Jahren selbstbestimmt ein - mein Sohn wird jetzt 3 Jahre alt und bei ihm würde das niemals funktionieren. Nie. Er wird daher einschlafbegleitet, weil er selbst den Punkt nicht finden würde, wo er seine Bedürfnisse richtig sortiert. Aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass einige Kinder das wirklich von Anfang an können :-).

      Liebe Grüße!
      Danielle

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    2. Ja, das kann gut sein, dass es Kind abhängig ist. Mal sehen, ob ihr Geschwisterchen ähnlich ist. Aber wenn man es genau nimmt, wird sie auch heute noch jeden Abend einschlafbegleitet, da ich sie noch stille. Allein einschlafen, egal ob auf dem Sofa oder im Bett oder wo auch immer kann sie nicht. Zumindest nicht, wenn ich da bin...

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    3. Liebe Danielle, mein Sohn (jetzt auch drei) hat auch nur ein sehr sehr kurzes Zeitfenster in dem das Einschlafen nur fünf Minuten dauert..
      Wir hatten ihm schon mit zwei den Mittagsschlaf gestrichen, da klappte es abends immer problemlos. Jetzt mittlerweile, ist es wieder ein totaler Kampf! Und unter einer Stunde nicht machbar. Er wälzt sich umher, will ständig irgendwas und hört einfach nicht.
      Die Frage, ob er noch nicht müde ist, würde ich verneinen, da er ständig gähnt.
      Ein weiteres Problem ist auch, dass seine Schwester (1 Jahr) dadurch auch nicht in den Schlaf findet. Und sie dann regelmäßig ihren Punkt überschreiten. Und ich dann zwei von den "Terror" Kindern im Familienbett habe.. Das macht mich mega wütend!
      Mein Mann ist leider oft abends nicht zu Hause, um mir zu helfen.
      Und ich würde so gerne noch ein drittes Kind bekommen - aber Hilfe! Wie soll das dann erst klappen ?
      Dein Sohn ist ja jetzt schon fast vier.. Wie läuft es jetzt bei euch?
      Kann ich noch hoffen ;)
      Lg Steffi

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    4. Liebe Steffi,

      ich wäre mir nicht sicher, ob er wirklich nicht müde ist. Ich dachte auch immer: er wirkt ja total müde - aber nachdem er nun ein Jahr lang trotzdem jeden Abend eine Stunde brauchte, kann das ja einfach nicht sein.

      Wir sind zum selbstbestimmten Schlafen übergegangen. Er bleibt auf, so lange er mag und tatsächlich sagt er irgendwann: "Jetzt will ich schlafen". Und wenn er das selbst sagt, dann dauert es dann tatsächlich nur 5 Minuten. Gut - nun sitzt er eben teilweise bis 21 Uhr bei uns rum, aber er spielt da recht schön und kommt auch gut in den Flow.

      Aber allein ist das natürlich schwierig. Wenn Deine Tochter relativ schnell einschläft, dann würde ich ihm etwas Fernsehzeit gönnen und sie währenddessen schlafen legen. Er geht dann eben später.

      Ich komme langsam an den Punkt, wo ich das Gefühl habe, er könnte jetzt eigentlich schon langsam mal alleine einschlafen. Es fehlt aber noch der letzte Impuls, etwas zu ändern. Es bleibt für mich aber nach wie vor ein Reizthema...

      Liebe Grüße!
      Danielle

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    5. Liebe Danielle!
      Vielen lieben Dank für die schnelle Antwort.
      Das mit der Fernsehzeit, während ich meine Tochter ins Bett bringe, haben wir schon probiert (auch IPad ist da eine Alternative) leider hat mein Sohn mich schnell durchschaut und kommt dann zu mir gelaufen und "stört" dann trotzdem wieder das Einschlafen..
      Die Idee ihn dann bei uns lange spielen zu lassen, müssten wir vielleicht auch noch mal probieren und dann aushalten.
      Beim letzten Mal hat er erst gegen 22:30 geschlafen.. Und die Zweisamkeit leidet ja auch schon ziemlich darunter.
      Aber mich beruhigt es ja total, dass Du auch genervt bist von dem Thema und es auch bei euch ein paar Probleme gibt.
      Hilft nur durchhalten! Und vielleicht Strategien gegen die eigene Wut zu entwickeln..
      Macht bitte unbedingt weiter und greift noch ganz viele Themen auf!!!!
      Und fasst doch mal alle Artikel zu einem Buch zusammen! Ich würde es sofort mehrfach kaufen und mehrfach verschenken :)
      Ein ganz ganz großes Dankeschön!
      Liebe Grüße Steffi

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  6. Danke für diesen Artikel. Das ist genau das was ich gesucht habe. Bei uns ist es so das beide Kinder Mädchen (bald 6 Jahre) und Junge (bald 3 Jahre) zusammen im Zimmer schlafen. Im Moment ist es so das sie beide mehrmals rauskommen um zu trinken, ich muss dir was sagen, der Kleine ärgert mich usw. Ich werde das mal mit in Ruhe zurückbringen versuchen. Mit dem selbstbestimmten einschlafen, bin ich mir nicht sicher ob das funktioniert. Manchmal schlafen sie sehr spät gegen 22 Uhr erst ein und müssen früh trotzdem früh raus. Deshalb klappt das nächsten abend auch nicht besser. Ich probier das jetzt mal und meld mich dann nochmal.

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    1. Ich bin gespannt! Mein Sohn ist ja mittlerweile 3 Jahre alt geworden und bei ihm ist selbstbestimmtes Einschlafen leider vollkommen undenkbar - er benötigt noch immer Einschlafbegleitung. Ich versuche das gelassen zu sehen - sie werden so schnell groß.

      Ich bin gespannt, was Du berichtest!

      Viele Grüße
      Danielle

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  7. Hallo Danielle,
    ich hoffe,dass du mir weiterhelfen kannst.
    Unsere Tochter ist 14 Monate alt und wird liebevoll in den Schlaf begleitet,sowohl in den Nachtschlaf als auch in den Mittagsschlaf. Liebevoll bedeutet,in den Schlaf stillen und daneben liegen bleiben, bis sie tief eingeschlafen ist. Das Ganze dauert 10-15 Minuten und unsere Tochter schlaeft selig ein.Damit sibd wir alle gluecklich,etwas,was mir Bauchschmerzen bereitet,ist,dass wir seit einer Woche mit der Eingewoehnung bei einer Tagesmam begonnen haben,da ivh ab Februar arbeiten werde,d.h. die Tagesmama wird sie zum Mittagsschlaf legen,sue kann sie natuerlich nicht unter densekben Bedingungen zum Schlafen bringen.
    Meine Angst ist nun,dass unsere Kleine bei der Tagesmama nicht schlafen kann bzw. unter vielen Traenen und die noch viel grorssere Angst ist,dass die neue Situation ihrem Urvertrauen schaden koennte.
    Mein Mann hat heute versucht,sie zum Schlafen zu bringen,sie hat geweint,so dass ich wieder dazu kam und sie auf die ihr gewohnte Art ind Weise zum Schlafen zu bringen.
    Ich wuetde gerne wissrn, ob ich etwas uebertreibe mit meinet Angst in Bezug auf das Urvertrauen oder ob sie durch die Zuwendung in den 14 Monaten so viel Urvezrauen aufbauen konnte,um mit neuen Situationen umgehen tu koennen.
    Ich bedanke mich im Voraus,Julia.

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    1. Liebe Julia,

      Dein Kind hat in den letzten Monaten so viel Urvertrauen getankt, dass dieses Situation es ganz sicher nicht erschüttern wird. Ganz, ganz viele Eltern sorgen sich, dass das Schlafen bei der Tagesmutter oder in der Kita nicht klappt, weil die Kinder einschlafbegleitet werden. In den aller-, aller-, allermeisten Fälle ist das jedoch überhaupt kein Problem und die Kinder schlafen so gut, dass die Eltern meist fassungslos waren. Mein Sohn ist auch mit 12 Monaten in die Kita gekommen und wurde immer einschlafgestillt - dort haben sie in den ersten Tagen die Hand gehalten und danach ging es dann ganz alleine. Bis heute schafft er das zu Hause nicht.

      Vertrau Deinem Kind - Du hast ihr so viel mitgegeben, davon wird sie sicher zehren. Wenn ihr die Eingewöhnung schön sanft macht, wird das sicher kein Problem.

      Berichte doch in ein paar Wochen mal, wie es gelaufen ist - ich bin ganz neugierig.

      Liebe Grüße
      Danielle

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  8. Liebe Danielle,
    vielen lieben Dank für die rasche Antwort, sie hat mich beruhigen können. Ich berichte in ein paar Wochen, wie es gelaufen ist.
    An dieser Stelle möchte ich auch einen grossen Dank an euch beide, dich und Snowqueen, aussprechen. Ich bin bis jetzt eine fleißige, stille Mitleserin geweisen, die hier viele Denkanstöße erhalten hat bzw. mich in meinen eigenen Überlegungen bestätigt sah. Ich finde es bewundernswert, dass ihr neben der Familie und dem Beruf so viel Energie und Engagement für diesen tollen Blog aufbringt. Da kommt mir eine Geschichte über drei Steinmetze in den Sinn:" Es wurden drei Steinmetze bei der Arbeit angetroffen, die Granit schlugen. Sie wurden nach ihrer Arbeit gefragt. Einer antwortete mürrisch, er würde Steine hauen. Der zweite meinte, er verdiene damit sein Brot. Der letzte antwortete mit glänzenden Augen, er würde an einem Dom bauen." Die Arbeit, die ihr hier leistet, trägt ein Stück dazu bei, dass die Welt von morgen etwas besser wird, da durch eure "Aufklärungsarbeit" den Kindern mehr Geduld und Verständnis entgegegengebracht wird.Weiter so!!!!

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    1. Liebe Julia,

      ich danke Dir von Herzen für diesen 8für mich sehr bewegenden) Kommentar. Genau das ist es, was uns antreibt - die Welt für Kinder ein bisschen besser zu machen - und wenn nur ein Kind doch nicht schreien gelassen wird oder eine Mutter ermutigt wurde, ihr Kind lange zu Tragen und zu Stillen, dann hat es sich schon gelohnt.

      Euch alles Gute - ich freue mich, von Dir zu lesen.
      Liebe Grüße
      Danielle

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  9. Liebe Danielle,
    wie versprochen, melde ich mich in bezug auf unsere Erfahrung mit dem Mittagsschlaf bei der Tagesmama. Wir gehören wohl zu den aller-, allermeisten Fällen, in denen es klappt, dass das Kind zwischen unterschiedlichen Umgebungen und Personen, die es ins Bett bringen, unterscheiden kann. Unsere Kleine hat sich von der Tagesmama schlafen legen lassen, ohne einen Aufstand zu machen und zu hause wird weiterhin einschlafgestillt:-)
    Etwas anderes, was mir Sorgen bereitet, ist, dass sie nach drei Wochen Eingewöhnung, die wirklich gut liefen, nun beim Abgeben doch weint und an mir klammert. Sie lässt sich zwar von der Tagesmama schnell beruhigen, dennoch bereitet es mir Kummer, sie in diesem Zustand zu verlassen. Nachdem wir 14 Monate lang wirklich sehr bewusst darauf geachtet haben, auf ihre Bedürfnisse einzugehen, um ein gutes Urvetrauen aufzubauen, befürchte ich durch diese neue Situation, etwas in ihr zu zerstören. Folgender Gedanke macht mir Angst: sie weint und klammert an mir, um mir zu signalisieren, dass sie mich braucht und ich gehe doch. Sie lässt sich zwar beruhigen und irgendwann wird sie nicht mehr weinen, da sie verstehen wird, dass es ehe nichts bringt. Ähnlich wie bei den Einschlaflernprogrammen a la Ferber.
    Ich arbeite ebenfalls als Lehrerin mit 16 Stunden in der Woche, so dass unsere Kleine 4-5 Stunden bei der Tagesmama verbringt. Am Nachmittag bzw. abends versuchen wir mit meinem Mann viel Zeit mit ihr zu verbringen, um ihr weiterhin viel Aufmerksamkeit und körperliche Nähe zu geben. Dennoch habe ich Angst, dass unsere Mutter-Kind-Beziehung darunter leiden könnte. Die Entscheidung arbeiten zu gehen, ging von mir aus, da mir die Decke auf den Kopf fiel und die Tage sich wie Gummi hinzogen, ich langweilte mich zu Tode. Nun habe ich schlechtes Gewissen und quäle mich mit dem Gedanken, ob es doch etwas zu früh war, sie fremd betreuen zu lassen. Ich darf im Moment gar nicht den Raum verlassen, denn sie fängt sofort an zu weinen. Mache ich mir da vielleicht zu viel Sorgen und muss einfach darauf vertrauen, dass sie in den 14 Monaten ein gutes Urvertrauen aufbauen konnte und dass wir nachmittags die Trennungsstunden gut auffangen können?
    Ich bedanke mich im Voraus für deine Antwort.
    Schönen Abend noch, Julia.

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    1. Liebe Julia,

      schön, dass Du Dich gemeldet hast! Ich freue mich sehr, dass das Einschlafen wirklich so unkompliziert klappt.

      Dass Dein Kind weint, wenn Du gehst, ist ein ganz deutliches Zeichen für eine sichere Bindung. Und wenn Dein Kind sich von der Erzieherin beruhigen lässt, dann ist das ein Zeichen dafür, dass auch dort schon ein stabiles Bindungs-Band besteht.

      Es ist ganz normal - vor allem in dem Alter - dass das Kind bei einer Trennung weint. Natürlich ist es traurig, wenn Du gehst und dieses negative Gefühl muss es lernen auszuhalten. Das dauert eine Weile und wahrscheinlich geht es der Mehrzahl der Kinder so, dass sie anfangs eine ganze Weile noch weinen.

      Du musst kein schlechtes Gewissen haben. Ihr praktiziert eine bindungs-/bedüfnisorientierte Erziehung - das heißt auch, dass die Bedürfnisse der Mutter wichtig sind. Und ich kann es gut nachfühlen, dass Dir nach einem Jahr die Decke auf den Kopf fällt. Es gibt Mütter, die erfüllt das Mutter-Dasein nicht vollständig. Mir ging es ganz genauso - zu Hause fiel mir die Decke auf den Kopf. Arbeiten zu gehen hat mich sehr viel zufriedener gemacht - und das wirkt sich natürlich auch auf die allgemeine Grundstimmung aus.

      Wichtig ist, dass sich Dein Kind trösten lässt und den Rest des Tages glücklich ist - dann brauchst Du auch wirklich kein schlechtes Gewissen haben.

      Ganz liebe Grüße!
      Danielle

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  10. ...ich habe einen Nacht über deine Antwort geschlafen und in meinem Kopf alles neu sortiert. Ich glaube, du hast recht. Ich habe bei meinen Überlegungen mich als Mensch völlig außer Acht gelassen. Es wäre für mich keine gute Alternative, noch ein weiteres, gar zwei Jahre zu Hause zu bleiben, ich würde leicht depressiv werden und dies würde sich negativ aufs Kind bzw. auf die Partnerschaft auswirken. Auch wenn es jetzt in der Umstellungsphase etwas stressig ist, wird sich das Ganze demnächst einpendeln und ich werde eine zufriedene Mama bzw. Partnerin sein, wowon unsere Kleine vielmehr profitieren wird. Danke für den Denkanstoß, mich nicht nur als Mutter zu sehen, sondern auch als Mensch, dessen Bedürfnisse ebenfalls wichtig sind.
    Ganz liebe Grüße,Julia.

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  11. Liebe Julia,

    es ist vollkommen normal, dass man sich beim bedürfnisorientierten Ansatz etwas aus dem Blick verliert. Das erste Lebensjahr ist vollständig dazu da, unsere Kinder zu verwöhnen. Wir sind total auf das "Mamasein" fixiert. Es gibt Mütter, die erfüllt das komplett - andere nicht. Mich hat damals das erste Jahr bei meiner großen sehr gestresst, weil sie ein sehr unzufriedenes Kind war (woran ich vermutlich selbst Schuld war) - ein paar Wochen Arbeit - einfach nur mal eine Stunde ein Buch lesen in der Bahn - einfach viele andere Menschen um mich herum und ein paar knifflige rechtliche Sachverhalte fürs Gehirn und ich war wie ausgewechselt!

    Natürlich ist man nicht frei von schlechtem Gewissen - so frühe Fremdbetreuung? Aber rückblickend würde ich - trotzdem ich so viel mehr weiß, als damals - absolut nichts anderes machen. Für meine Kinder war die Fremdbetreuung genau das Richtige. Auch wenn es nicht ohne Tränen ablief - aber das tut es eigentlich nie bei so kleinen Kindern.

    Ich wünsche Dir alles Gute und würde mich freuen, wenn Du rückblickend berichtest.

    Viele Grüße!
    Danielle

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  12. Hallo,
    wie sieht die Methode mit dem Stuhl genau aus? Rückt er jeden Tag ein Stück weiter und wie weit?

    Viele Grüße
    Jana

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    1. Hallo Jana,

      genau - jeden Tag rückt der Stuhl ein bisschen weiter weg zur Tür uns steht am Ende davor (es besteht noch Sprechkontakt). Allerdings ist die Methode nur dann geeignet, wenn das Kind auch im Bett bleibt - allein daran scheitere ich gerade bei meinem 3-Jährigen.

      Viele Grüße!
      Danielle

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    2. Wenn ich im Raum bin bleibt sie liegen, ob sie es noch tut, wenn ich mit dem Stuhl vor der Tür stehe, wird sich zeigen :-)

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  13. Liebe Danielle,

    Ich liebe eure Beiträge, aber diesen nicht.

    Ich verstehe nicht, warum Kinder in unserer Kultur unbedingt alleine einschlafen müssen und dass man selbst in einem Blog, in dem es um Bedürfnisorientierung und AP geht, Artikel liest, wie man seine Kinder zum Alleine schlafen "dressiert" und als Erwachsener viel Zeit damit vergeudet, auf Stühlen immer weiter vom Bett seines Kindes wegzurücken, bis man ihn irgendwann vor dem Zimmer stehen haben kann. Da sind wir schon wieder an der Unlogik des "Schlafens im Schlafzimmer" - das ist einfach nicht in uns angelegt. Wir wollen dort schlafen, wo die Menschen sind, die wir lieben. Wir schlafen auch gerne im Trubel ein und fühlen uns geborgen, wenn wir die Stimmen von geliebten Menschen hören.

    Ich bin mit meinem Kind hier auch auf keinen Nenner gekommen und das hat mich eine Zeitlang sehr frustriert.
    Unsere Lösung war dann, dass er immer bei mir einschlief. Die Kindermatratze wandert bei uns durch die Wohnung. Nach 10 Min. kuscheln, kann ich mich dann z.B. in der Küche meiner Hausarbeit zuwenden oder im Wohnzimmer am PC arbeiten oder was auch immer. Zugegeben: Haben wir Besuch dauert das Einschlafen in unserer Nähe etwas länger als sonst (vermutlich aber nicht länger, als wenn er direkt alleine in seinem Zimmer einschlafen sollte und viel mehr das Gefühl hätte, etwas zu verpassen), aber ansonsten kann ich nur sagen, dass dies mir als Alleinerziehenden seit Jahren den Arsch rettet.

    Und auch jetzt mit Partner funktioniert das so. Fast jeder Abend ist entspannt.
    Wenn ich in deinem Artikel lese, dass Kinder 4x pullern, mehrmals Durst haben etc.pp. ist das für mich nur eine "Ausrede", weil sie in Wirklichkeit Kontakt zu den Erwachsenen haben möchten, aber wissen, dass sie danach nicht fragen brauchen, weil sie den ungetarnt eh nicht (mehr) bekommen würden.
    Umso fataler finde ich, dass du schreibst, dass man daran appellieren soll, dass das Kind ja jetzt ein großes Mädchen sei und "große Mädchen das einfach können". Das finde ich so respektlos, weil das Kind auch noch das Gefühl bekommt, dass mit ihm etwas stimmt, wenn es das Bedürfnis nach Mama und Papa hat, aber alle anderen Kinder das angeblich können, wenn sie groß sind. Das ist demütigend und falsch. Der Umkehrsatz ist nämlich, dass das Kind ja noch ein "Baby" ist, wenn das noch nicht kann. Und das trifft ein Kind, denn das ist es nicht mehr und das möchte es auch nicht mehr sein und so erst recht nicht gesehen werden. Also wird es sein Bedürfnis nach Nähe unterdrücken. Das ist für mich eine inakzeptable Option. Wenn ihr wollt, dass euer Kind alleine schläft, dann ist das eure Verantwortung, die ihr auch übernehmen solltet, ohne dem Kind den "schwarzen Peter" zuzuschieben, dass mit ihm etwas nicht stimmt, wenn es ein anderes Bedürfnis hat als ihr.

    Liebe Grüße,
    Natascha

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    1. Hallo Natascha,

      ich gebe Dir völlig recht - dieser Artikel ist schon über zwei Jahre alt und bedarf dringend einer Überarbeitung. Danke, dass Du mich daran erinnert hast. Auch unsere Ansichten entwickeln sich stetig fort - dieser Artikel stammt noch aus meiner "Anfangs-AP-Zeit" und wird in Kürze umgeschrieben.

      Ganz herzliche Grüße!
      Danielle

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  14. Könntet ihr vielleicht am Anfang des Artikels erwähnen, dass dieser Artikel aus deiner "Anfangs-AP-Zeit" stammt und überarbeitet werden muss? Dann hätte ich ihn wahrscheinlich nicht gelesen.
    Ich finde es übrigens nicht bedürfnisorientiert einem Kind den Mittagsschlaf zu entziehen, damit es dann am Abend so müde ist, dass es in 5 Minuten einschläft.
    Weiterhin finde ich es grenzwertig, wenn im Artikel empfohlen wird dies 14 Tage "konsequent" durchzuziehen.
    Soweit es sich vermeiden lässt, sollte man nicht am Schlafverhalten des Kindes regulierend eingreifen, sondern sich am Bedürfnis des Kindes orientieren.
    Es signalisiert ja relativ deutlich wann es müde ist.
    Diese Zeichen zu ignorieren und z.B. den Mittagsschlaf einfach zu streichen oder das Kind einfach früher zu wecken sollten keine Methoden sein, um das Kind zum "funktionieren" zu bringen.
    Ich bin der Meinung, dass unsere Kinder kompetent genug sind selbst zu entscheiden wann sie müde sind.
    Diese Kompetenz wird in dem Artikel dem Kind aber abgesprochen.
    Weiterhin ist der Schlaf doch für die Entwicklung des Kindes irre wichtig. Wenn ich jetzt den Mittagsschlaf streiche und das Kind dann wie gewohnt Abends einschlafbegleite, dann früh wie gewohnt wecke (weil ich meinetwegen terminlich dazu gezwungen werde) erzeugt das doch eventuell ein Schlafdefizit. Keine Ahnung, ob es gesund ist am Schlafverhalten unserer Kinder rumzudoktern… ich würde es jedenfalls nicht einfachso empfehlen.

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    1. Lieber Chris,

      danke für Deinen kritischen Kommentar. Ich habe den Artikel bereits überarbeitet und finde ihn inhaltlich nicht grundsätzlich AP widersprechend.

      Ich bin nicht der Meinung, dass den Kindern diese Kompetenz abgesprochen wird - im letzten Teil empfehle ich sogar ausdrücklich, Kinder selbstbestimmt schlafen zu lassen. Das war bei meiner Tochter ganz ohne Probleme praktizierbar, seit sie drei Jahre alt war. Mit meinem Sohn ist es absolut undenkbar. Kinder sind verschieden und man kann nicht pauschal sagen, dass selbst bestimmtes Schlafen für alle Kinder problemlos realisierbar ist.

      Bedürfnisorientiert heißt für mich: Dass auch die elterlichen Bedürfnisse wahr- und ernstgenommen werden. Im Artikel geht es um Kleinkinder (nicht um Babys) - und irgendwann habe ich das Bedürfnis, abends auch mal eine Stunde für mich zu haben. Und wenn mein Kind mittags schläft, so viel es mag, dann ist es abends um 22 Uhr müde. Ich habe aber auch noch eigene Interessen und eine Partnerschaft und nach 3 Jahren Einschlafbegleitung das massive Bedürfnis, nicht jeden Abend zwei Stunden neben dem Bett zu sitzen. Daher widerspricht es meiner Ansicht nach ganz und gar nicht einer AP-Beziehung, wenn man dem Kind auch mal zumutet, müde zu sein. Ich gehe auch arbeiten und muss es morgens für die Kita wecken - auch das ist nicht bedürfnisorientiert, aber nunmal in unserem Leben notwendig (das kann natürlich jeder für sich anders entscheiden).

      Dieser Artikel ist für Eltern, die in Bezug auf das Schlafen eben nicht ausschließlich bedürfnisorientiert handeln können und ich biete sanfte Alternativen zum Ferbern. Aber ich werde bei Gelegenheit noch mal kurz etwas zu Deinem Hinweis ergänzen.

      Vielen Dank und viele Grüße!
      Danielle

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  15. Hallo und danke für die schnelle Rückmeldung!
    Ich habe die Kritikpunkte von Natascha nur nach wie vor wiedergefunden. Deshalb dachte ich der Artikel wurde noch nicht überarbeitet. Ergänzend wollte ich noch die paar Punkte anmerken. Auch wenn Ihr euch dem sicherlich Bewusst seid möchte ich trotzdem nochmal anmerken, dass ich mit meiner Kritik nur versuche (m)einen Teil dazu beizutragen und den Artikel zu verbessern. Ich habe irgendwie in dem Artikel nicht herausgelesen, dass es sich eher oder nur an Eltern richtet, die nicht ausschließlich bedürfnisorientiert handeln _können_. Vielleicht habe ich nicht erkannt, dass sich der Artikel nur an Eltern richtet, die schon konkret vorhaben die Einschlafbegleitung abzuschaffen, obwohl das Kind noch nicht so weit ist. Das könnte man eventuell nochmal hervorheben. Dann finde ich aber auch den Titel irreführend. Ich hatte jedenfalls nicht vor die Einschlafbegleitung abzuschaffen und habe den Artikel trotzdem gelesen, ohne zu merken, dass es sich um eine Art „Notfallplan“ handelt... nach dem Motto: wenn ihr nicht mehr könnt, dann versucht XY, ehe ihr ganz auf die Einschlafbegleitung verzichtet. Denn auch ich empfinde die Einschlafbegleitungszeit nicht als Bereicherung, wenn ich mit einem halb-müden Kind eine Stunde oder länger auf dem Pezziball sitze. Keine Ahnung wer da sagt, dass das jetzt einfach total wichtig war und es deshalb völlig gerechtfertigt ist, dass andere Dinge liegen bleiben. Also finde ich mich schonmal bei der Motivation wieder. Ist das beabsichtigt? Und dann steht da: was wäre, wenn das Einschlafen jeden Tag nur 5 bis 10 Minuten dauern würde? Naja und da hast du schon meine Neugier geweckt. Es liest sich dann sehr „verlockend“, den Mittagsschlaf einfach wegzulassen… Vielen ist sicher auch garnicht bewusst, wieso es soetwas wie den Mittagsschlaf überhaupt gibt. Das wurde auch soweit ich weiß nicht thematisiert. Es klingt eher so, als bräuchten Kinder am Tag halt X Stunden Gesamtschlafdauer. Der Mittagsschlaf hat nur einen Anteil daran. Kinder brauchen diesen also nicht unbedingt, zeigen aber trotzdem das Bedürfnis (Quengeln) danach. Und schon zweifelt man doch irgendwie an der Kompetenz des Kindes. Es braucht den Mittagsschlaf ja anscheinend grundlegend nicht, gleichzeitig ist es aber möglich, dass sie tagsüber zu viel schlafen. Bin ich jetzt doch zu bedürfnisorientiert, dass ich auf das Quengeln reagiere? Braucht mein Kind den Schlaf gerade garnicht?

    Weiterhin werden mögliche Nachteile des gestrichenen Mittagsschlafs nicht aufgezeigt oder angemerkt warum dies eventuell doch keine gute Idee sein kann. Oder wie alt das Kind mindestens sein sollte. Man könnte denken zwischen 1 und 3 Jahren. Du schreibst, man muss dann nur konsequent sein und das Kind ein paar Tage quengeln lassen. Du bist dir völlig sicher, dass sich der Prozess regulieren wird. Am Schluss fragst du ja noch „Was spricht dagegen, das Kind nach Kürzung des Gesamtschlafdauer weiter liebevoll zu begleiten - doch jetzt nur noch maximal 10 Minuten lang?“ Und ich frage dich – hätte das nicht im Artikel stehen müssen?! Gibt es wirklich keine Nachteile?! Dann wäre es ja doch eine super Sache für mich! :)

    Der letzte Abschnitt liest sich übrigens so, als ob das Kind schon alleine einschlafen kann. Dann gibt es ja auch keine Probleme mehr mit der Einschlafbegleitung, da nicht mehr existent. Es spielt, macht irgendwann das Licht aus und legt sich schlafen. Ich lese hier nicht, dass es stattdessen, wenn es wirklich müde ist, zu euch ins Schlafzimmer kommt und einschlafbegleitet werden möchte. Im Gegenteil – es muss(?) im Zimmer bleiben. „einzige Voraussetzung: Es wird im Zimmer geblieben“. Das verstehe ich auch nicht. Das steht halt so als Prophezeiung da. Aber wie ist es gemeint? Was passiert, wenn es nicht mehr im Zimmer bleiben will?

    Sorry, dass ich die älteren Artikel so zerpflücke. ^^

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    1. Lieber Chris,

      nein, nein - ich freue mich, dass Du Dich so damit auseinander setzt! Kritik bringt einen doch weiter und ich kann nachvollziehen, was Du meinst. Du gibst mir einige Impulse, den Artikel noch mal konkreter zu überarbeiten.

      Daher: Vielen Dank!
      Danielle

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  16. Hallo zusammen! Meine Tochter ist 1,5 Jahre und das Einschlafen, geschweige denn Durchschlafen war schon immer schwierig. Als baby hat die fast nie geschrieen, außer abends. Haben sie immer in den schlaf getragen, aber von allein und einfach so, hat sie es noch nie geschafft. Mittlerweile geht das einschlafen ganz gut, aber manche Tage ist es total schwierig. Sie besteht einfach nicht, dass schlafen für sie wichtig ist, sondern verdrängt ihre Müdigkeit und weil aufstehen. Wir liegen zusammen da, die kuschelt, auf einmal setzt sie sich auf und sagt aufstehen. Manchmal kann ich es noch abwenden, aber es kann auch sein, dass sie sich nicht mehr beruhigt und in rage schreit und erst aufhört, wenn wir wieder aufstehen. Ich bin recht unsicher, was ich tun soll. Ich weiß, dass sie müde ist, und ich bin auch fertig am Ende des Tages und wenn sie zu wenig schläft, dann ist sie am nächsten Tag auch unausstehlich. Sie schläft nämlich nicht einfach länger, wenn die später ins Bett geht ... Hat irgendjemand ähnlich "aufgeweckte" Kinder, die trotz Müdigkeit nicht schlafen wollen? Was soll man tun? Die wieder aufstehen lassen oder nicht? Danke für Ratschläge und Tipps!

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  17. hallo zusammen,
    Eure Seite ihr super, sie hat mir gerade den innerlichen Stress genommen, den ich mir durch Kommentare anderer gemacht habe.
    Unsere Tochter wird Mitte April 1 Jahr und alleine einschlafen ist eigentlich unmöglich. Mein Mann und ich müssen sie eigentlich solange im Arm halten bis sie schläft und erst dann ablegen wenn sie gut eingeschlummert ist. Mich selber stört es nicht, da es gut klappt ich Max 15min dauert. Vorausgesetzt natürlich das sie wirklich müde ist.
    An durchschlafen ist seit letzten Herbst auch nicht mehr zu denken, vorher war sie ein echt guter Schläfer wo ich immer stolz drauf war. Seit dieser Zeit wurde und wird sie an ganz schlimmen Tagen stündlich wach steht o sitzt hysterisch brüllend in ihrem bettchen. Auch da hilft nur körperkontakt. Mitten in der Nacht lässt sie sich komischerweise dadurch nicht mehr so beruhigen, dass ich sie wieder zurücklegen könnte, ergo ich nehm sie mit zu uns (wollt ich nie machen), da schläft sie seltsamerweise durch (ist bei uns auch an 6 Nächten kein Problem, da mein Mann Nachtdienst arbeitet). Wenn ich das erzählten würde, würden mich einige ältere bekannte, die ihre Kinder vor 30-40jahren entbunden haben mich steinigen. Diese ständigen reinrederei ungefragt geht mir sowieso auf den Keks, daher hab ich mir auch angewöhnt, das schlafverhalten unserer kleinen nur noch mit, sie schläft durch zu beantworten :-). Wie ist erstmal zweitrangig...
    Auch werde ich von einer bestimmten Person ständig dazu angehalten, mein Kind früher zu wecken...
    Muss dazu sagen das unsere kleine tagsüber Max 2std auf den tag verteilt schläft und abends zw 19-20uhr ins Bett geht und erst zw 7-8 Uhr aufwacht. Die brüllattacken Zähl ich mal nicht mit wenn sie kurz wach ist.
    Ich persönlich genieße gerade noch die Zeit. Ab April geht ihre Kita Eingewöhnung los, da wollt ich langsam beginnen sie umzugewöhnen, was hältst du davon? Sie muss spätestens 8:30uhr in der Kita sein und ab Juni, wenn ich wieder arbeiten geh 6:45uhr. Ich persönlich wollte jede 2-3wo ca 30min eher in der Kita sein bis ihre zukünftige Zeit erreicht ist. Meinst da ist eine gute Variante?

    Liebe Grüße und schon mal danke für deine Antwort

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    1. Hallo,

      lass Dir bloß nicht rein reden - wenn es Euch nicht stört, dann ist Einschlafbegleitung ein wunderbarer kindorientierter Weg. Ich begleite meinen 4-Jährigen heute noch, einfach, weil er das wirklich braucht. Es macht nicht ganz so viel Spaß, wenn es eine Stunde dauert, aber da wir uns das aufteilen, ist es völlig in Ordnung. Und ich schlafe auch heute noch bei ihm - niemand nimmt bei uns daran Anstoß und alle fühlen sich wohl. Ich glaube, das ist auch wirklich ein bisschen Sache der Einstellung - wenn man das als gegeben hinnimmt, stresst es deutlich weniger. Wir haben noch deutlich mehr Jahre ohne Kinder vor uns, als mit ihnen.

      Ich finde Deine Variante wirklich klasse - eine langsame Umgewöhnung wird ihr gut tun - Du musst sie nicht jetzt schon aus dem Schlaf reißen. Genieß die Zeit, die Euch noch bleibt!

      Liebe Grüße!
      Danielle

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  18. Wiedermal ein guter Artikel, der sowohl die Bedürfnisse des Kindes als auch die der Eltern berücksichtigt. Meine Tochter ist 2,5 Jahre alt und bis vor ein paar Monaten lag ich jeden Abend ca. anderthalb Stunden mit im Bett. Nach eurem Artikel hab ich die Zeit nach hinten geschoben (ca. 21:15 Uhr gehen wir jetzt ins Bett) und anfangs hat das auch gut geklappt. 15-20min hat es nur noch gedauert, was ich als wirklich ideal empfunden habe. Inzwischen kam ein Geschwisterchen (was damals mit Anstoß für das "So kann es nicht weitergehen" war) und leider dauert es jetzt fast wieder genauso lang wie vor der ganzen Aktion. Ich liege mindestens 50min mit da, bis sie es geschafft hat :-( Sie wacht morgens aber gegen 7 von allein wieder auf, was mir sagt, dass es vielleicht doch am Schlafbedürfnis liegt obwohl der Kindergarten mir versichert, dass sie auch da ewig zum Einschlafen mittags braucht und schon von den 1,5 Stunden Mittagsschlaf maximal 1 Stunde schläft.

    Das Kuriose dabei: Wenn wir abends ins Bett gehen gähnt sie auch die ganze Zeit und reibt sich die Augen. Sie ist augenscheinlich müde, findet aber einfach nicht in den Schlaf. Sie drückt und kuschelt mich/ mit mir, fragt noch 3-4 mal ob die liebe Sonne schon schläft und ob der Mond auf sie wartet mit Einschlafen, wünscht mir eine gute Nacht und dann ... dann hat man den Eindruck, der Kopf kommt nicht zur Ruhe. Sie flüstert mir aus dem Gedächtnis nahezu komplette Texte aus ihren Büchern vor oder aus Kinderliedern... sie flüstert und erzählt so lange, bis sie wirklich vom Schlaf dahingerafft wird, teilweise mit geschlossenen Augen vor sich her. Leider ist es dann in der Regel zwischen 22 Uhr und 22:15 Uhr und ich schaffe es gerade so, dann das kleine Kind noch in den Schlaf zu stillen bis wir selbst schon ins Bett müssen. Ich hoffe sehr, dass das vielleicht nur eine Phase ist, denn ich liebe zwar das Einschlafbegleiten und will sie eigentlich gar nicht zwingen allein einzuschlafen (zumal sie schon beim Erwähnen anfängt zu weinen und sich an mich zu klammern), aber so ein klitzekleines bisschen Zeit für meinen Mann und mich abends wäre schon auch schön... :-(

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    1. Liebe Jenny,

      die Situation ist bei uns genau die selbe - allerdings ist mein Sohn fast zwei Jahre älter. Ich habe auch oft das Gefühl, dass er einfach nicht in den Schlaf findet. Das wird phasenweise auch mal besser, aber am meisten hilft, ihn selbst entscheiden zu lassen, wann er ins Bett will. Ich stelle fest, dass da immer wieder Wochen dabei sind, wo es sehr viel länger als üblich dauert.

      Allerdings ist 21:15 Uhr schon wirklich sehr spät. Habt ihr mal versucht, sie früher hinzulegen? Vielleicht ist sie einfach über den Punkt und zu müde, um Ruhe zu finden? Wann ging sie früher ins Bett?

      Viele Grüße
      Danielle

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  19. Früher ist sie um 20 Uhr ins Bett ... da lag ich dann immer bis halb 10 und dachte mir Anfang des Jahres, dass das so nicht weitergehen kann, wenn das Baby da ist, zumal sie sich nur von mir einschlafbegleiten lässt. Dann hab ich geschaut: 10,5 - 12,5 Stunden Schlafbedarf für das Alter. Und dachte mir: "Wenn die bis 7/ 7:15 Uhr schläft frühs und mittags nochmal 1 bis 1,5 Stunden... dann passt das ja sogar so mit der Einschlafzeit". Also bin ich einfach eine Stunde später mit ihr ins Bett und siehe da: 10-20min hatte es nur noch gedauert.

    Jetzt war ich vor 3 Wochen im Krankenhaus, hab unsere Jüngste auf die Welt gebracht und das war eine ganz schwere Zeit für die "Große" mit Papa allein. Obwohl mein Mann wirklich der liebevollste Papa der Welt ist, ist sie das totale Mama-Kind und hat jegliches Einschlafen ohne mich schlicht verweigert. Vor Mitternacht hat hier gar nichts geschlafen, einen Abend war es sogar um 3 als sie dann endlich erschöpft im Arm meines Mannes vor dem Fernseher eingeschlafen ist :-(

    Als ich wieder daheim war (und die Schwester liebevollst empfangen wurde von der Großen) ahnten wir schon böses, aber am ersten Abend war das alte Schalfritual sofort zurück und sie lag nach nicht mal 10min um 21:20 tief schlummernd neben mir. Die ersten Nächte hat sie wahrscheinlich bissl was nachgeholt aber inzwischen liegen wir leider wieder 50-60min... nur ich kann sie ja jetzt nicht erst um 22 Uhr ins Bett schicken. Ich bin wirklich langsam verzweifelt und ratlos.

    Um 7 ist ja auch eine Zeit, die eigentlich zum Aufwachen gut geeignet ist... auf der einen Seite denke ich: Wenn sie zu wenig Schlaf hätte, würde sie ja nicht von allein aufwachen und wach und ausgeschlafen wirken. (Dann sitzt der andere Mann wieder auf der Schulter der sagt: "Du kannst sie ja jetzt aber auch nicht erst um 10 ins Bett legen).
    Wiederum am WE, wenn sie daheim Mittagsschlaf macht, begleite ich sie ca. 30 min in den Schlaf, wenn ich sie dann aber nach anderthalb oder selbst 2 Stunden wecke, kriege ich sie kaum wach und hab das Gefühl, sie würde bis 4 Uhr durchschlafen....

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    1. Liebe Jenny,

      was passiert denn, wenn Du am Wochenende den Mittagsschlaf einfach weg lässt? Dazu sind wir irgendwann übergegangen und siehe da: Er brauchte nur noch 5 Minuten, weil er dann wirklich kaputt war. Es gibt eine kurze Phase in der Mittagszeit, in der in der Kita üblicherweise geschlafen wird, wo er etwas müde wirkt, aber das ist nur ein kurzes Tief. Wenn er dann nicht schlafen geht, dann ist er auch schnell wieder topfit.

      Das würde ich einfach mal ausprobieren - das "Schlafdefizit" durch die fehlenden Mittagsschläfchen gleicht er oft am Montag/Dienstag dann aus, indem er schneller einschläft.

      Liebe Grüße
      Danielle

      Und ja - ich denke auch, dass sie länger schlafen würde, wenn sie den Schlaf wirklich brauchen würde.

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  20. Ja, das ist eine Variante... obwohl wir selbst den bisher auch immer gut gebrauchen konnten ;-) Es ist verrückt, man hat das Gefühl wir benötigen mehr Schlaf als sie :D :D :D

    Ich werde ab heute mal versuchen, die halbe Stunde vor dem Schlafengehen mit ihr schon auf der Couch zu kuscheln, Fernseher aus, eine Geschichte vorlesen und sie dazu noch eine warme Milch trinken lassen. Dann nur nochmal schnell pullern und gegen 21 Uhr ins Bettchen. Dann werde ich mir das mal ein paar Tage protokollieren, wie das klappt mit dem neuen Ritual. Wenn das bis zum Wochenende gar keine Wirkung zeigt, werde ich das mit dem Mittagsschlaf mal probieren...

    Was hälst du von so Sternenprojektoren? Habe ich vor der Geburt noch einen gekauft, falls es mit dem Baby und ihr abends gar nichts wird und ich mich einfach partout nicht hinlegen kann. Sollte ich den auch mal ausprobieren, quasi während ich mit ihr liege? Damit vielleicht sie von ihren Gedanken bissl abgelenkt wird? Oder wird das dann alles zuviel wenn ich jetzt alles auf einmal probiere :D ???

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    1. Oh ja - ich habe mir 4 Jahre lang gedacht: So wenig Schlaf KANN er doch nicht brauchen! Bis mir nach 4 Jahren aufging: Wenn er jetzt 4 Jahre so wenig geschlafen hat, dann braucht er offenbar wirklich nicht mehr. Manchmal ist es wirklich verrückt!

      Dein Plan klingt ganz gut - berichte mal, wie es geklappt hat. Ich würde viele entspannende Elemente rein bringen. Was man auch noch probieren kann: Noch mal richtig Toben! Manche Kinder brauchen den Spannungsabbau. Ein Versuch ist es wert. Und ja: Am besten alles nacheinander - sonst ist sie zu verwirrt. Die Projektoren können durchaus etwas bringen, versuchs mal bei Gelegenheit.

      Viel Erfolg!

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  21. Ich danke Dir von Herzen. Ich wüsste manchmal nicht was ich ohne euren Blog machen würde. Ich bin seit ich den kenne Stammgast hier und bin absolut begeistert. Es hat mir in so vielen Punkten verholfen, selbstbewusster zu werden als Mutter und mit meinem ganzen Erziehungsstil, ich lasse mich viel weniger beeinflussen und genieße das Muttersein so viel mehr, seit ich das Gefühl habe, dass ich verstanden werde und dass es viele Mütter gibt, die genauso denken und handeln wie ich. Und gerade bei solchen Themen ist es auch einfach toll, dass man sich hier mit euch "Experten" austauschen kann! Ich brauche zu diesem Thema niemanden aus meinem Umfeld fragen, wenn ich von vornherein weiß, dass die mir sowieso erzählen, dass der Grundfehler schon ist, dass ich mich mit ihr hinlege (und dann noch im Familienbett, Oh Gott!) und dass ich ihr das nunmal so angewöhnt habe und es dann jetzt natürlich erstmal schlimm aber nun mal nicht zu vermeiden ist, dass das Kind jetzt lernt, im eigenen Bett im eigenen Zimmer allein einzuschlafen - und dass ich das ja nun langsam einsehen müsste, dass es nicht anders geht...

    Deshalb... mal wieder ein Riesenkompliment an euch - ihr seid spitze!!!!

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    1. Oh, liebe Jenny, Deine Worte haben uns wirklich riesig gefreut! Solch ein Feedback bestärkt uns immer wieder, weiter zu schreiben.

      Und das Familienbett hast Du ihr nich "anerzogen" - es ist vielmehr so, dass die anderen es aktiv aberziehen, denn fast alle Kinder haben das Grundbedürfnis, bei den Eltern zu schlafen. Wenn ich sehe, wie verzweifelt mein 4-Jähriger bei den Gedanken schaut, alleine einschlafen zu sollen, kann ich immer kaum glauben, dass ein einjähriges Kind wirklich freiwillig alleine schläft.

      Deine Art der Erziehung wird sich langfristig auswirken und es werden Zeiten kommen, wo Du merkst, dass es für Euch der beste Weg war - da bin ich ziemlich sicher.

      Ganz liebe Grüße!
      Danielle

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