Das Baby ist 10,5 Monate alt - der Entwicklungsschub in der 46. Woche

Der Entwicklungssprung in der 46. Lebenswoche - das Kind ist 10,5 Monate alt - der 46-Wochen-Schub ist da!


Herr Ningel und Herr Nörgel sitzen auf dem SchoßUm die 46. Woche herum machen es sich Herr Ningel und Herr Nörgel mal wieder für längere Zeit in unserer Wohnung bequem und unsere Babys sind unausgeglichen, miesepetrig und furchtbar anhänglich.

Der Wickeltisch wird jetzt wieder zur Kampfarena - unsere Kinder wollen partout nicht liegen bleiben, um gewickelt zu werden. Sie winden sich und treten mit ihren Füßen nach unseren Bäuchen, bis sie es geschafft haben, sich aus der Rückenlage zu befreien. Nur im Stehen geht das (Pipi)-Windeln-Wechseln halbwegs, daher habe ich in diesem Alter ernsthaft überlegt, am Wickeltisch eine Art Gitter anzubringen, damit meine Töchter nicht runterfallen bzw. sich daran festhalten können, wenn ich sie im Stehen wickele.

Die anderen obligatorischen Problemfälle während eines Sprunges - Stillen, Schlafen, Essen, Fremdeln - sind bei unseren Babys selbstverständlich auch wieder zu beobachten. Ganz besonders hat mich in der Zeit genervt, dass meine Töchter in unserem Spielkurs nicht mehr von meinem Schoß runterwollten. Sie blieben eine Stunde lang dort sitzen und beobachteten die anderen Kinder, aber selbst mitmachen, das wollten sie nicht. Ich habe sogar versucht, sie ein bisschen zum Turnen zu animieren, erntete dafür aber nur Genörgel und Gegenwehr. Damals fand ich das nicht so prickelnd. Mich ärgerte, viel Geld für den Kurs ausgegeben zu haben und ich hatte Angst, dass meine Kinder irgendwie zu schüchtern oder zu ängstlich sind und wollte dies unbedingt verändern. 

Heute weiß ich, dass ich das ganz locker hätte angehen können. Erstens waren sie mitten im Sprung, da ist das Verhalten einfach anders als sonst und zweitens kann ich den Charakter oder das Temperament meiner Kinder sowieso nicht verändern - sie sind, wie sie sind und so liebe ich sie auch. Also: abwarten und sich in Geduld üben. Wenn unsere Kinder wieder bereit sind, unseren Schoß zu verlassen und die Welt zu erobern, werden sie das ganz von allein tun, auch ohne kleine Schubser von uns. 

Wie lange dauert der Sprung? 


Der Sprung dauert nach van de Rijt in etwa fünf Wochen (van de Rijt, 2005: 24). Ab der 41. Woche kann es sein, dass das Baby anfängt, sich "anders" zu verhalten, ab der 46. Woche (spätestens ab der 47. Woche), müsste der Sprung eigentlich geschafft sein.

Bei uns dauerte der Sprung exakt fünf Wochen. Fünf laaaaange Wochen. Gefühlt waren es ungefähr zehn Wochen. Ich empfand diesen Sprung ähnlich anstrengend, wie den 19-Wochen-Schub, welcher mich ja bekanntermaßen beinahe in den Wahnsinn getrieben hätte. Vielleicht war dieser hier ein Mü weniger schlimm, aber er verlangte mir trotzdem einiges ab. 

Welchen Reifeprozess macht das Baby durch? 


Baby versucht Schlüssel in ein Schlüsselloch zu steckenEs ist kein Wunder, dass dieser Entwicklungsschub so anstrengend ist und lange dauert, denn das Ergebnis hinterher ist wirklich spektakulär. Unsere Kinder springen laut van de Rijt in die Welt der "Reihenfolgen" (vgl. ebd., 2005: 238), welche das Tor öffnet zu (für uns Erwachsenen scheinbar) intelligenterem Agieren. Es ist nicht so, dass unsere Babys vorher "dumm" waren, ganz in Gegenteil. Sie sind für ihren jeweiligen Entwicklungsschritt immer perfekt von der Natur ausgerüstet und schlau von Anfang an. Uns fällt nun aber das "klügere Spielen" unserer Kinder viel mehr auf, denn es ähnelt unserem eigenen Denken  stärker als je zuvor. Bausteintürme werden nicht nur auseinander geschlagen, sondern auch wieder aufgebaut. Ein Schlüssel wird bewusst in ein Schlüsselloch gesteckt. Die Socke wird an den Fuß gehalten, so als wolle das Kind sie anziehen (was noch nicht klappt). Eine Haarbürste wird zart über den eigenen Kopf gekämmt. Sand wird in einen Eimer gebuddelt und nicht wahllos umhergeworfen....(vgl, ebd., 2005:238).

Unsere Kinder haben nun verstanden, dass jede Handlung immer in einer bestimmten Reihenfolge gemacht werden muss, damit sie von Erfolg gekrönt ist. Sie können nun zum Beispiel verstehen, dass sie den Löffel erst in den Brei führen müssen und dann zum Mund, damit sie selbst essen können. Dass der Löffel dabei zunächst vor dem Mund von den meisten Babys nochmal umgedreht wird und so der gesamte Brei runterfällt bevor er im Mund landet ist normal - schon nach wenigen Tagen haben unsere Kinder verstanden, dass es besser ist, den Löffel nicht zu drehen. Man muss sie nur (selbst!) ausprobieren lassen, wie es geht. Jeder Kleks Brei auf dem Lätzchen, der Hose, dem Fußboden bringt das Kind näher zum Selberessen. Liebe Mütter, nehmt die "Schweinerei" in Kauf! Denn nur das Selbermachen lässt die neuronalen Bahnen für diese motorische und kognitive Meisterleistung stärker werden - euer Kind wird tatsächlich klüger, wenn ihr es selbst essen lasst.
 
Manche Kinder kommen übrigens mit der Gabel besser klar, als mit dem Löffel. Ich habe in dem Alter noch keine Gabel angeboten, aber einfach deshalb, weil ich nicht auf die Idee gekommen bin. Kleine Brotstückchen lassen sich wunderbar mit der Gabel aufspießen und zum Mund führen und schon hat das Kind wieder eine "Reihenfolge" gelernt.

Ein weiterer Meilenstein, den dieser Sprung mit sich bringt, ist das sichere Herunterklettern von Sofas, Betten und großen Kisten (vgl ebd., 2005:241). Da unsere Kinder jetzt verstanden haben, dass alle Handlungen einer bestimmten Reihenfolge von Ereignissen bedarf, können wir ihnen nun beibringen, mit den Füßen zuerst vom Sofa runterzusteigen und nicht kamikazehaft mit dem Kopf zuerst. Ich fand diesen Meilenstein grandios! 

Bilderreihe Baby klettert vom Sofa

Zunächst hilft man dem Kind, vom Sofa runterzurutschen, indem man es auf dem Bauch liegend auf dem Sofa so dreht, dass die Füße über den Rand reichen. Dann lässt man es vorsichtig in Richtung Boden rutschen. Dabei sagt man jedes Mal z.B. "Füße zuerst!", damit das Kind diesen Vorgang mit einem Satz verbindet. Es kann auch ein anderer Satz sein, er darf nur nicht zu lang sein und bitte auch keine Negierungen innehaben. (Also statt "Nicht mit dem Kopf zuerst!" besser "Rückwärts runterkrabbeln!"). Wenn man das eine Weile zusammen mit dem Kind gemacht hat, fängt das Kind bald an, es bei hohen Stufen etc. selbst zu versuchen.

Die kognitive Verbindung mit dem Satz gibt uns die Möglichkeit, das Kind später in vielen (potentiell gefährlichen) Situationen von weiter weg daran zu erinnern, mit den Füßen zuerst runter zu klettern. Sieht man also das Kind auf eine Treppe zu krabbeln und man schafft es aus bestimmten Gründen nicht, rechtzeitig da zu sein, um es davon abzuhalten, kann man im Sprint dorthin von Weitem zumindest rufen: "Füße zuerst!!!!" und das Kind wird sich drehen und sicher runterkrabbeln. Ich habe "Füße zuerst" auch beim Rutschen auf der Rutsche angewandt. Meine Kinder haben zuerst gelernt, auf dem Bauch liegend mit den Füßen vorneweg runterzurutschen. Das erschien mir in dem Alter einfach sicher als das Rutschen in Sitzhaltung.

Machen eure Kinder schon "winke winke"? Oder zeigen sie auf Nachfrage, dass sie "soooo groß sind" (mit den Armen nach oben)? Mit dem Sprung in die Welt der Reihenfolgen fangen unsere Kinder an, mit sichtlichem Vergnügen Gebärden zu Liedern nachzuahmen. Sie können sich deren Reihenfolge bereits gut merken und selbständig zeigen, wie das Lied weitergeht (Keisha hier in dem Video ist bereits 14 Monate alt).




Wenn ihr also mit euren Kindern einen Baby-Kurs besuchen wollt, wäre nach diesem Sprung einer sinnvoll, in dem geturnt, gesungen und getanzt wird. Für alle Berliner unter euch habe ich da einen heißen Tipp: die Kurse von Monique Wonneberger (Tipi Tapa Spiel- und Bewegungsraum) sind wirklich perfekt. Ich habe viele Kurse aus professioneller Neugier heraus besucht, aber keiner dieser Kurse kommt auch nur annähernd an das Angebot des Tipi Tapa heran.

Möchtet ihr die Bewegungslieder mit euren Kindern lieber allein spielen, empfehle ich Tip Tap, Das Krokodil im Nil, oder das ganz einfache Wozu sind die Hände da? 

Eine meiner Töchter gebärdete übrigens mit 11 Monaten schon recht viel und erzählte mir einmal geschlagene zwei Stunden nach dem Tipi Tapa Kurs, dass "Monique" (Gebärde für Monique) "Krokodil schwimmt im Nil" (Gebärden für Krokodil und schwimmt) gesungen hätte. Da war ich erstmal platt. Erstens war mir nicht bewusst, dass sich unsere Kinder in dem Alter überhaupt schon an die Vergangenheit erinnern können und zweitens hätte ich nicht gedacht, dass ein so junges Kind mir schon Begebenheiten erzählen kann. Und es ist nicht so, dass meine Kinder irgendwie hochbegabt sind. Ich denke wirklich, dass ALLE Kinder in diesem Alter schon ein wahnsinniges Wissen in sich gesammelt haben, das sie aber uns bisher noch nicht ausdrücken können. 

Achtung! Erhöhte Aufmerksamkeit gefragt! 


Da nun eure Kinder in der Welt der Reihenfolgen angekommen sind, werden sie bald anfangen, mit diesen Reihenfolgen zu experimentieren. Wenn sie zum Beispiel wissen, dass eine DVD in den DVD- Player gehört, werden sie bald versuchen, auch andere Dinge in den Schlitz des Players zu schieben. Sie probieren einfach aus, ob eine veränderte Reihenfolge auch erfolgreich ist! Das ist ganz normales, sehr schlaues und altersadäquates Verhalten, das in keinster Weise dazu angelegt ist, uns zu ärgern. Unsere Kinder tun das einzig und allein aus dem Wunsch heraus, zu lernen.  

Aus dem gleichen Grund kann es auch vorkommen, dass ganze Klopapierrollen in die Toilette geworfen werden. Oder auch Matchboxautos etc. darin landen. Um das zu umgehen kann man entweder immer die Tür zum Bad geschlossen halten, oder aber eine simple Kindersicherung an der Toilette anbringen. Ich fand es zwar wichtig, dass meine Kinder die Toilette in ihrem Forscherdrang nicht verstopfen, aber mir war es auch nicht wert, dafür alle 5 Minuten "Nein!" rufen zu müssen. Die Kindersicherung hat das Problem für uns auf einfachste Art und Weise gelöst. Zwar beschwerten sich danach regelmäßig unsere Gäste scherzhaft, dass man bei uns Abitur braucht, um auf Toilette gehen zu können, aber das nahm ich gern in Kauf.

Viele Kinder finden auch die Toilettenbürste wahnsinnig anziehend. Da diese durch Keime belastet sind und demnach gesundheitsgefährdend für Kinder, wollte ich nicht, dass meine Töchter damit spielen. Nun hätte ich durchaus darauf pochen können, dass sie in der Ecke nichts zu suchen haben, doch mir war klar, dass sie dem Impuls, dorthin zu krabbeln nicht ohne Weiteres widerstehen können. Die Neugier war einfach zu groß. Also habe ich bei IKEA zwei identische Klobürsten gekauft. Eine stellte ich ins Bad - dort durften sie nicht ran - die andere bekamen sie ins Kinderzimmer und durften sie ausgiebig untersuchen. Bei uns hat das sehr gut geholfen, sie sind nie wieder an die verbotene Toilettenbürste im Bad gegangen, denn sie konnten ihre Neugier an dem anderen Exemplar stillen.

Auch Mülleimer ziehen im Laufe dieses Entwicklungssprunges unsere Kinder magisch an. Was ich nicht alles wieder aus dem Mülleimer fischen musste, das von meinen Töchtern weggeworfen wurde, puh! Aber auch hier ist unseren Kindern kein absichtlich "ungezogenes" Handeln zu unterstellen - sie benehmen sich so, weil sie die Welt verstehen wollen und sich ein eigenes Bild darüber aufbauen möchten, welche Reihenfolgen erfolgreich sind und welche nicht. Es ist doch auch wirklich verwunderlich, warum einige Dinge in den Mülleimer gehören, aber andere nicht. Unsere Kinder versuchen einfach, die Logik hinter diesen Kategorien zu finden. Und um das zu können, müssen sie es ausprobieren. Ich habe dafür einen Papierkorb im Kinderzimmer aufgestellt, an den sie ran durften. Diesen habe ich regelmäßig abends kontrolliert. Andere Papierkörbe habe ich eine zeitlang so hoch gestellt, dass meine Kinder nicht ran konnten.

Manchmal ist dieses Ausprobieren aber nicht nur ärgerlich, sondern richtig gefährlich. Dann zum Beispiel, wenn unsere Kinder schmale Gegenstände in die Steckdose zu stecken versuchen. Gerade Dinge mit zwei Stöpseln, die einem Elektrostecker ähnlich sehen, werden dafür bevorzugt (vgl. ebd, 2005:247). Das muss unbedingt, wirklich unbedingt unterbunden werden. 

Beliebte Spiele mit 10 bis 11 Monaten 


Der Klassiker unter den Reihenfolge-Spielen ist das Buddeln. Nach diesem Sprung nehmen unsere Kinder nicht mehr nur wahllos Sand auf die Schippe, sondern versuchen bereits gezielt, diesen in einen Eimer oder ein Förmchen zu schütten. Danach wird der Eimer wieder ausgeschüttet und von Neuem begonnen. Damit konnten sich meine Kinder wirklich sehr lange und intensiv beschäftigen und ich hatte so das erste Mal seit 11 Monaten eine kleine Spiel-Ruhepause. Hurra! Das Förmchenbuddeln ist übrigens kognitiv nach diesem Sprung bereits angelegt, aber motorisch sind unsere Kinder noch nicht in der Lage, diesen komplexen Vorgang durchzuführen. Das kommt dann erst in ein paar Wochen/Monaten.

Kind spielt im Sandkasten

Ebenso ein Klassiker sind in diesem Alter Stapelbecher. Ich muss sagen, dass meine Töchter sich nie wirklich für die Dinger erwärmen konnten, aber ich habe unzählige Mütter getroffen, die sagen, das wäre das beste Spielzeug für eine laaaange Zeit gewesen. Eigentlich ist das gut verständlich - man kann die Stapelbecher auseinander nehmen, einen Turm daraus bauen, versuchen, in der Größe nach wieder zusammenzustecken, man kann die einzelnen Becher farblich sortieren, damit buddeln, Wasser damit gießen etc. Sie sind einfach und genial - so muss gutes Spielzeug sein.

Viel beliebter war bei uns das Aqua Doodle. Meine Töchter waren schwer begeistert davon, dass sie Spuren hinterlassen konnten und waren oft damit beschäftigt, den Stift auf die Matte zu hauen oder ihn nach links und rechts zu ziehen. Ich habe ihnen bewusst dieses Spielzeug schon so früh in die Hand gegeben, weil ich umgehen wollte, dass sie das "Spurenschmieren" mit anderen - mir weitaus unangenehmeren Materialien - ausleben. Es gibt Kinder, die in dieser Zeit den (braunen) Inhalt ihrer Windel zum Spurenschmieren verwenden. Andere spucken bewusst auf den Boden oder klecksen Möhrenbrei auf den Tisch, um darin mit dem Finger herumzuwischen. Das alles ist Ausdruck erster künstlerischer Kreativität und sollte unterstützt werden. 

Da ich verstehe, dass kein Elternteil glücklich über ein Kot-Kunstwerk seines Sprösslings ist, würde ich raten, diese kreative Energie doch vielleicht vorher schon umzulenken (wobei ich Spucken und Breischmieren zugelassen habe). Ich habe dafür das Aqua Doodle gewählt, weil der Stift nur mit Wasser gefüllt ist und demnach keinen großen Schaden anrichten kann. Das Malen auf der Matte geht sehr leicht und kann bereits von unseren Elfmonatskindern bewerkstelligt werden. Negativ ist, dass die Matte relativ langsam trocknet, so dass ein schnelles Zeichenen verschiedener Motive nacheinander nicht möglich ist. Da Kleinkinder aber sowieso noch nicht gegenständlich zeichnen und ihnen egal ist, ob eine Linie die andere kreuzt oder man hinterher überhaupt nicht mehr erkennen kann, was wann wo gezeichnet wurde, entschied ich mich trotzdem für die Matte. Später, als meine Kinder größer wurden, habe ich zusätzlich noch eine Zaubertafel gekauft. Darauf können sie malen, das Bild betrachten und mit einem Wisch die Tafel leeren und erneut loszeichnen.  

Kind malt mit Aqua Doodle

Übrigens sind Hammerspiele (z. B. Battino oder die das Xylophon von Hape) und Kugelbahnen (sehr schön für das Alter sind die Klangpagode von Goki und die Bahnen von Bartl) ebenso günstig für dieses Spielalter. Bei dem Hammerspiel haut das Kind mit dem Holzhammer oder der Hand auf Kugeln drauf, die dann durch ein Loch fallen. Dann kann das Kind die Kugel aus der Box nehmen, oben drauf legen und wieder loshämmern. Meine Töchter liebten das, genau wie ihre Kugelbahn. Auch dort lernt das Kind aktiv "Reihenfolgen": Kugel oben auf die Bahn legen, mit den Augen den Weg verfolgen, Kugel unten entnehmen und wieder oben rauflegen. 

Achtet nur darauf, dass die Kugeln groß genug sind, um nicht verschluckbar zu sein. Viele Mütter kaufen zum ersten Geburtstag die Kullerei Kugelbahn von Haba. An sich bin ich ein Fan von Haba Spielzeugen und auch die Kullerei ist gewohnt perfekt durchdacht. Aber - sie wird schnell langweilig und dafür ist sie einfach viiiieeel zu teuer. Ich persönlich würde entweder second hand nach dieser Kugelbahn suchen oder auf eine andere Bahn umsteigen.

Ein Spiel, das gut mit Mama und Papa oder Oma und Opa zwischendurch gespielt werden kann ist "Wo ist deine Nase?" Hierbei werden dem Kind spielerisch die Körperteile benannt und gleichzeitig gezeigt, später zeigt das Kind von selbst auf die benannten Dinge. Auch Puppen kommen jetzt verstärkt in den Fokus der Kinder - auch hier kann man "Wo ist die Nase der Puppe?" spielen. Unsere Kinderärztin hat dieses "Spiel" bei der U6 übrigens abgefragt! Dinge einzuräumen macht unseren Kindern nun besonders viel Spaß. Auf dieser Grundlage kann man ihnen besonders einfache, aber beliebte Spielzeuge basteln. Eine kleine Plastikflasche und ein paar Spirelli-Nudeln reichen schon - das Kind kann die Nudeln in den schmalen Hals der Flasche stecken und sie hinterher wieder rausschütteln. Oder man nimmt eine leere Kakaopulver-Packung mit Plastikdeckel. In den Deckel drückt man mit dem Messer einen schmalen Spalt - dann besorgt man sich eine kleine Menge bunter, großer Knöpfe (Durchmesser mind. 4,5 cm!), welche das Kind dann nacheinander durch den Spalt drücken kann.

Kind hat Schlüsselbund im Mund Ebenso beliebt war unsere Taschentuch-Box: ich habe eine leere Feuchtuchpackung (so eine große aus Plastik) mit etlichen Stofftaschentüchern gefüllt, die meine Töchter nach Lust und Laune herausziehen konnten. Das fanden sie besonders beim Wickeln spannend - dort hatte ich eine kleinere Version liegen mit kleiner Feuchttuchpackung (diese dünne für unterwegs) und fünf Stofftaschentüchern. Am glücklichsten habe ich meine Töchter in dem Alter aber mit einem einfachen Schlüsselbund gemacht. Da sie mein Schlüsselbund nicht ununterbochen haben durften, stellte ich ihnen ein eigenes zusammen. Schlüsselring, ein paar alte, ungenutzte Schlüssel und eine schmale Pfeife und schon waren meine Kinder absolut glücklich. Das Schlüsselbund musste überall hin mit und jedes noch so kleine Loch wurde dafür genutzt, um zu überprüfen, ob dort ein Schlüssel reinpasst. Die Pfeife landete oft im Mund und ab und zu schafften sie es sogar (zufällig) damit zu pfeifen! 

© Snowqueen 

Das Buch 


Cover des Buches Oje ich wachseWer mehr über diesen und weitere Entwicklungssprünge wissen möchte, dem sei das Buch "Oje ich wachse" von Hetty von de Rijt, Frans X. Plooij und Regine Brams aus dem Goldmann-Verlag ans Herz gelegt.

Dieser Blog-Artikel beruht ausschließlich auf dem obigen Buch von Hetty von de Rijt, Frans X. Plooij und Regine Brams, alle von mir referierten Inhalte sind darin wiederzufinden. 

Weitere Entwicklungssprünge 


Die anderen Entwicklungssprünge findest Du hier:

Kommentare:

  1. Daaaaaaaaaaaaanke für diesen Beitrag!

    Mein Kind geht grad vom letzten Sprung in diesen Sprung über und ja er ist geanuso schlimm, wie der 19 Wochen Schub!
    Aaaaaaaaaaaaaaaaaaahhhhh, aber es wird besser!

    Wenn ich das lese, weiß ich das! Vielen Dank!

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  2. ich habe meinen zwerg das rückwärtsklettern beigebracht. er wendet es eifrig an und klettert nun überall rauf und wieder runter *g*

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  3. Ich habe nicht wirklich an diese Sprünge geglaubt, zumindest nicht in dieser zeitlichen Einstimmigkeit. Meine Tochter ist nun fast 46 Wochen alt...und ich bin bekehrt.
    Herzlichen Dank für den Artikel. Nachdem ich mein Kind nicht darin wiederfinden konnte, habe ich das Buch in den Schrank gestellt...keine Ahnung in welchen. Nun weiß ich dennoch, was zum Teufel hier gerade los ist.
    Wenigstens seh ich nurn einen Silberstreifen am Horizont.

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    1. ich dachte echt ich sei alleine mit der Zweitklobürsten Idee :)
      Die echte steht versteckt hhinter einer Kinderunzugänglichen ,extra gebauten Wand und die Kinderbürste steht davor

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  4. Danke für diesen tollen Beitrag.. Uns geht es im Moment genauso, wie oben beschrieben!!

    Liebe Grüße
    Nicole

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  5. Also erstmal ein Lob an deinen Blog. Er ist interessant und gerade befindet sich mein Sohn im 46. Wochen Sprung. Er war genau 42 Wochen alt und Herr Ningel und Herr Nörgel sind wieder da. Wir hatten wirklich 2 Wochen komplett Ruhe. Es gab kein Geschrei und kein Quengeln. Nicht mal als es so ein Mistwetter war, dass wir nicht raus könnten. Wir haben gespielt und das ständig. Er hatte plötzlich eine Ausdauer dabei. Das war einfach toll. Auch davor war der letzte Sprung schon geschafft, aber da haben uns die zwei oberen Zähne noch geärgert, sodass er da nicht ganz so ausgeglichen sein konnte. Zahnschmerzen sind was Schreckliches, das kennt man ja. Ich bewundere Mütter und ihre Kinder, die diese Sprünge nicht merken. Aber jedes Kind ist anders. Fakt ist, dass in diesen Phasen vor allem im Kopf der Kinder viel passiert. Und das macht sich als Launen bemerkbar. Aufeinmal entdecken sie neue Dinge, die eigentlich schon immer da waren aber erst jetzt werden sie bewusst wahr genommen. Ich will nicht sagen, dass mein Sohn dann nur schlecht drauf ist, es gibt auch Tage an denen ist alles gut, aber diese sind in der Zeit einfach selten. Ich freu mich wenn der Sprung geschafft ist und wir wieder eine ausgeglichene Zeit haben bis zum nächsten Schub �� schubidubidu...

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  6. Hi, meine Tochter ist 48 Wochen alt und es hat erst in der 47. Woche angefangen. Sie wird alle 45-60min wach...ich geh total wuf dem Zahnfleisch. Tagsüber ist sie fröhlich und glücklich. Ihre Schübe zeigen sich aber immer nur nachts. Unser 19 wochen schub hat 8 wochen gedauert und ich dachte es kann nicht schlimmer werden. Aber 5 Wochen ganz ohne Schlaf, das wird hart..

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    1. Bei mir das gleiche. Tagsüber ist alles super. Jetzt läuft mein kleiner und fängt nun auch an etwas anderes außer meiner Milch zu wollen. Am liebsten läuft er den ganzen tag mit reiswaffel und Banane in der Hand umher und erkundet die Welt. Dafür liegt er nachts auf meinen Bauch und an meiner brust. Ich freue mich auf jedenfall auf schlafphasen die länger als eine Stunde dauern.

      Letztens hat er sogar seine stapelbecher in den entsprechenden Farben zusammengesteckt. Der kleine blaue in den großen blauen u.s.w. .
      Da ist man schon echt baff.
      Jetzt muss nur ich wieder bissel fitter werden.

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  7. Puh daaaaaanke für den Artikel. Meine kleine Tochter hat nach zunächst erfolgreicher Eingewöhnung bei der Tagesmutter einen "Rückschritt" gemacht. Ihr kleiner Kollege dort quiekt nämlich gern und dann fängt sie an zu weinen und sich festzuklammern. Sie weint dann quasi den ganzen Vormittag und will nur bei der Tagesmama sein. Die nimmt sie auch immer auf den Schoß, aber es ist natürlich sehr belastend für alle Parteien. Nun hab ich aber Hoffnung, dass das wirklich nur eine Phase is :)

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  8. Erst mal ein riesiges Lob an die Autoren dieses Blogs! Die Artikel hier sind mir wirklich eine gro5 Hilfe und auch meine Tochter steckt gerade mitten in diesem Schub. Bisher ist mir kein einziger Schub derart aufgefallen und dieser hier hat es wirklich in sich.Doch eure tollen Artikel verschaffen mir einen anderen Blickwinkel der dies alles viel erträglicher macht. Danke dafür :)

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    1. Liebe Shui,

      herzlichen Dank für dieses schöne Feedback! Wir wünschen Dir, dass der Schub bald vorbei geht.

      Liebe Grüße
      Danielle

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  9. Dieses Buch hilft mir bei jedem Sprung erneut. Ich bin sehr dankbar dafür.
    Toller Blog! Du hast den Sprung nochmal sehr gut wiedergegeben

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  10. Ich hab festgestellt, dass ich immer dazu tendiere "Abkürzungen" nehmen zu wollen, wenn ich selber gestresst bin, WG. Zeitmangel, pünktlich sein müssen, Hunger, und VA. Schlafmangel.
    Schimpfen, Wütend werden, laut werden, aus dem Zimmer gehen hat also vor allen Dingen mit mir zu tun, weniger mit dem Kind.
    Mit nur einem Kind bin ich nie "ausgerastet", mit zweien passiert das viel zu oft.
    Auf der anderen Seite denke ich, meine Große kreischt und jammert auch unmotiviert, und so erkläre ich ihr das dann auch - sollte es dann doch passieren.

    Ich verlasse übrigens durchaus manchmal das Zimmer, wenn ich wütend werde und schimpfe draußen vor mich hin. Meistens. Wenn die Große der kleinen (10 Monate) weh tut, das macht mich furchtbar sauer. Da ist so ein Beschützerinstinkt. Allerdings ist die Tür offen und das Kind ja nicht gefesselt.

    Ach, schwierig alles. Besonders in übermüdet, da wird man plötzlich zu der Mutter, die man nie sein wollte. Da liegen einfach die Nerven blank. Zwei Nächte gut schlafen und die Welt sieht anders aus. Ach, Menno...

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    1. Liebe Anonym, glaub mir, wir alle waren schon an dem Punkt. Es ist einfach anstrengend und ja, wenn wir selbst müde sind, explodieren wir viel, viel schneller. ich habe das in unserem Buch zur Trotzphase ganz ausführlich erklärt. kennst du das schon? Vielleicht würde dir das helfen? Oft hat die Wut der Eltern mit ganz banalen Sachen zu tun, die man gut abstellen kann...
      Liebe Grüße, snowqueen

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  11. Danke für die tipps echt danke!!!

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