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Durchschlafen - wann schläft mein Baby endlich durch?

Baby liegt mit Kuscheltier im Bett"Uuuuund - schläft Dein Kind schon durch?"

Gibt es irgendeine Mutter auf der Welt, die diese Frage nicht schon gefühlt hunterfach gestellt bekommen hat? Sobald man regelmäßig ein Baby bei sich führt, ist man einer Vielzahl an merkwürdigen Fragen ausgesetzt: "Ohh - was ist es denn?" (als wenn ein rosa Kleid die Frage nicht beantworten würde) oder "Ist ihm nicht zu warm/kalt?" oder "Kriegt es denn genügend Luft in dem Tragetuch da?" Recht schnell kommt dann auch das verschwörerisch gehauchte "Und - schläft er/sie schon durch?"  

Ab dem zweiten Kind log ich. Schamlos. "Im Grunde ja". Ich möchte keine Beileidsbekundungen mehr, keine Literaturtipps (ich habe alles gelesen, was der Markt her gibt - auch das bei Schilderung meiner Situation dann gern empfohlene "Jedes Kind kann schlafen lernen"), keine sonstigen Fehler-Analysen. Im Grunde schläft mein Kind tatsächlich "durch" - es gibt ja Definitionen, wonach das Durchschlafen eine Schlafperiode von 5 Stunden umfasst. Das schafft mein Kind. Manchmal. Zunehmend häufiger. Sicher bald regelmäßig... Aber sonst wacht er mit mittlerweile 4 Jahren und 9 Monaten in 97 % aller Nächte nachts noch auf.

Die ständigen Nachfragen führt irgendwann fast bei allen Eltern zwangsläufig zum Gefühl, dass das Durchschlafen "Zielcharakter" hat. Offenbar ist im ersten Lebenshalbjahr für die meisten nichts erstrebenswerter, als endlich ein durchschlafendes Baby zu haben. Unfreundlicherweise erzählen uns dann die Nachfrager auch gerne Dinge wie "Also mein Kind schlief ja schon mit vier Wochen durch" oder "Ich habe schreien gelassen, danach hat es endlich ordentlich geschlafen und sich nachts nicht wieder gemeldet". Kein Wunder, dass man schnell das Gefühl hat, dass a) alle Kinder besser schlafen, als das eigene und b) das eigene Kind irgendwie unnormal zu sein scheint, weil es sich nicht an die Schlaf-Normen hält. 

Ab wann schlafen Babys durch? 


Es soll sie tatsächlich geben - gut schlafende Kinder. Ich selbst kenne keins und habe keins, lese aber gelegentlich in Foren von welchen. Aber machen wir uns nichts vor: Ein Großteil unserer Kinder bereitet uns schlaflose Nächte und nicht selten Kummer. Schon als Babys schlafen sie schlecht ein und wollen dabei nicht allein sein, wachen ständig auf, lassen sich ungern ablegen und an Durchschlafen ist in der Regel ganz lange nicht zu denken. 

Ich habe in einem Internetforum eine ganz unwissenschaftliche Umfrage zum Thema "Ab wann haben Eure Kinder durchgeschlafen" durchgeführt. Ingesamt 109 Mütter machten Angaben zum Zeitpunkt des verlässlichen Durchschlafens. Durchschlafen hatte ich dabei nach meinem eigenen Verständnis davon definiert als "wird abends hingelegt und wacht bis zum morgendlichen Aufstehen/Aufwecken nicht mehr auf". 

Die Umfrage ergab, dass immerhin 29,7% der Babys innerhalb der ersten drei Lebensmonate durchschlafen, nach einem halben Jahr schaffen das dann schon 40,6% . Nach dem ersten Geburtstag werden noch insgesamt rund ein Drittel der Kinder regelmäßig wach. Um den zweiten Geburtstag herum liegt die Durchschlafquote dann bei 83,8%. Weitere 5,4% der Kinder schaffen es erst zum 3. Geburtstag - und selbst danach wachen noch 10,8% der Kinder regelmäßig auf.

Interessant dabei war übrigens die Unterscheidung von Still- und Flaschenkindern. Es wird allgemein angenommen, dass Stillkinder später durchschlafen, als Flaschenkinder - dies war in der von mir durchgeführten Umfrage jedoch nicht der Fall. Überraschenderweise ergab sich sogar das Gegenteil: nach 6 Monaten schliefen 59,0% der Stillkinder, aber nur 30,6% der Flaschenkinder durch. Auch nach einem Jahr ergab sich noch ein Unterschied von 79,5% zu 56,9%:

Grafik Alter, in dem Kinder durchschlafen

Die unterschiedlichen Definitionen von Durchschlafen


Meine persönliche Definition des Durchschlafens hatte ich schon genannt: Ich lege mein Kind hin und es schläft - ohne mich zu wecken - bis zum nächsten Morgen. In der Schlafforschung hingegen spricht man vom Durchschlafen schon, wenn das Kind 5 bis 8 Stunden schläft, ohne sich zu melden. Eine Userin mit einem 1,5-jährigen schrieb in meiner Umfrage sinngemäß: "Mein Kind schläft durch. Durchschlafen ist für mich der Zeitraum, bei dem ich als Mutter ununterbrochen schlafen kann. Wenn also mein Kind 19 Uhr im Bett liegt, ich ihm um 23 Uhr - wenn ich ins Bett gehe - noch eine Flasche gebe und es sich bis zum nächsten Morgen nicht mehr meldet, dann heißt das für mich durchschlafen". 

Eine andere Mutter schrieb, dass ihr Kind schon früh durchschlief - sie musste nur im ersten Jahr noch zwei bis drei Mal nachts den Schnuller wieder rein stecken, Milch habe es mit 8 Wochen schon nicht mehr gewollt. Würde ich mich mit einer dieser Mütter auf dem Spielplatz über das Thema unterhalten ohne ihre Definition zu kennen, würde ich vor Neid erblassen, wenn ich höre, dass die Kinder nach 6-8 Wochen durchschlafen - dabei müssten ihre Aussagen nach meiner Definition des Durchschlafens lauten: "Mein Kind kriegt mit 1,5 Jahren noch eine Nachtflasche" und "Im ersten Jahr hat mein Kind noch nicht durchgeschlafen". 

Das erklärt vielleicht auch ein bisschen, warum man häufig den Eindruck gewinnt, dass alle anderen Kinder viel besser schlafen, als die eigenen. Offenbar ist Durchschlafen nicht gleich Durchschlafen. Und in der Spiel- oder Krabbelgruppe zu hören "Mein Kind schläft seit einer Woche endlich durch" heißt ja nicht, dass sich das nicht auch wieder ändert. Davon wird dann nämlich häufig eher nicht berichtet. 

Das Durchschlafen aus evolutionärer Sicht 


Die Entwicklung im ersten Lebensjahr verläuft rasant - Kinder verdoppeln ihr Geburtsgewicht innerhalb von etwa 6 Monaten, nach einem Jahr hat es sich bereits verdreifacht. Für dieses enorme Wachstum wird reichlich Energie benötigt, die das Kind hauptsächlich in Form von Milch zu sich nimmt. Mal zum Vergleich: ein 5 Kilogramm schweres Baby trinkt pro Tag etwa 700 ml Milch - das entspräche etwa 10 - 12 Liter für einen Erwachsenen. Das Baby nimmt im ersten halben Jahr etwa 500 - 700 Kalorien täglich zu sich - das ist bezogen auf das Körpergewicht drei mal mehr Energie, als ein Erwachsener täglich benötigt. Da der Magen vergleichsweise klein ist, trinkt das Baby häufig. Außerdem soll die Energie kontinuierlich zur Verfügung stehen, weshalb eine gleichmäßige Zufuhr erforderlich ist. Die meisten Neugeborenen haben daher noch keinen Tag-Nacht-Rhythmus - sie trinken in verhältnismäßig regelmäßigen Abständen von etwa 2 bis 4 Stunden. 

Baby schläft und lächeltMütter sind biologisch dafür ausgelegt, einen Säugling relativ unkompliziert gleichmäßig mit Nahrung zu versorgen. Untersuchungen haben ergeben, dass sich der Schlafrhythmus - genauer gesagt die Schlafphasen - von Stillkindern und Müttern synchronisieren. Die Aktivitäten des Gehirns, die Atmung, die Muskelspannung und der Herzschlag verlaufen nahezu synchron, wenn das Kind im Familienbett schläft. Das Baby spürt dadurch, wenn die Mutter in eine leichte REM-Schlafphase kommt und sucht in der Regel in einem solchen Abschnitt nach der Brust. Stillmütter können sich häufig nicht daran erinnern, wie oft das Kind gestillt wurde, sobald es von allein an die Brust robbt. Der Schlaf ist daher für die Mutter erholsamer, weil er nicht in Tiefschlafphasen sondern in den leichteren Phasen unterbrochen wird - Mütter, die ihre Kinder im Familienbett bei sich haben sind daher häufig weniger erschöpft oder angestrengt. Schläft das Kind weiter weg, findet keine Synchronisation statt. Ist außerdem die Zubereitung einer Flasche erforderlich, wird das häufige Aufwachen oft bald zur Qual.

Untersuchungen haben gezeigt, dass Stillkinder im Familienbett nachts ein Drittel mehr Kalorien zu sich nehmen, als Kinder, die im eigenen Bett schlafen. Es ist also zu vermuten, dass die Natur ein Programm entwickelt hat, um eine möglichst kontinuierliche Nahrungsaufnahme zu ermöglichen. Auch dass Kinder etwa ab einem Alter von 3-4 Jahren beginnen, verlässlicher Durchzuschlafen ist ein Zeichen dafür, dass der leichte Nachtschlaf vor allem für die Nahrungsaufnahme sinnvoll war - in diesen Zeitraum fällt das natürliche Abstillen.

Darüber hinaus hat der leichte, häufig unterbrochene Schlaf eine Schutzfunktion - das Kind überprüft in regelmäßigen Abständen, ob seine Bezugspersonen noch anwesend sind oder ob es etwa schutzlos ausgeliefert allein herum liegt. In diesem Falle ist es sinnvoll, sofort Alarm zu schlagen. Diese Verhaltensweise ist genauer im Artikel über das ständige Aufwachen beschrieben. Es gibt Kinder, die diesbezüglich ausgeprägtere Kontrollbedürfnisse haben, als andere. Während man meine Tochter mit 7 Monaten problemlos in ihr Bett legen konnte und sie noch nachts einmal zu Trinken aufwachte, hat mein Sohn noch mit über einem Jahr regelmäßig nachts nach mir getastet - fand seine kleine Hand keinen Hautkontakt, wachte er sofort auf - bis zu 8 Mal pro Nacht. Erst jetzt mit etwa 21 Monaten schläft er zumindest die erste Nachhälfte alleine in seinem Bett - jedoch noch lange nicht durch.  

Kein Mensch schläft übrigens wirklich "durch" - alle Menschen (egal welchen Alters) werden nachts regelmäßig wach. Wir schlafen in Phasen - eine Phase dauert beim Erwachsenen zwischen 90 und 120 Minuten. Zwischen diesen Phasen sind wir wach - Sekunden, manchmal Minuten. Erinnern können wir uns daran meist nicht - wir sind in der Lage, allein den Übergang in die nächste Schlafphase zu finden. Die Schlafphasen von Babys sind kürzer (30 bis 60 Minuten) - auch sie sind regelmäßig wach. Kinder, die Durchschlafen, schlafen also nicht tatsächlich durch - sie melden sich nur nicht, wenn sie wach sind, weil sie verlässlich allein und ohne Hilfe in die nächste Phase wechseln.

Schlafendes Neugeborenes
Das Einschlafen hat diesbezüglich eine wichtige Rolle - gewöhnt sich das Kind an ein bestimmtes Ritual, kann (nicht muss!) das dazu führen, dass es dieses auch bei den Übergängen zwischen den Schlafphasen erwartet und einfordert. Wird ein Kind sanft gewiegt, möchte es das auch nachts - liegt es einfach im Bett, fehlt ihm etwas - es wird wach. Daher sollte man zum Einschlafen nur Unterstützung anbieten, die man dauerhaft auch nachts erbringen kann.

Um es ganz klar zu sagen: Neugeborene brauchen in der Regel den Körperkontakt um sich sicher und geborgen zu fühlen - es ist daher nicht zu empfehlen, das Kind möglichst schnell an das allein Einschlafen in der Wiege zu gewöhnen, um etwaigen Durchschlafproblemen prophylaktisch vorzubeugen. Wenn man jedoch das Gefühl hat, dass das nächtliche Aufwachen nicht mehr der Nahrungsaufnahme dient und höchstwahrscheinlich durch das Fehlen der Bedingungen beim Einschlafen verursacht ist (meist Einschlafstillen oder Flaschennuckeln), dann sollte man erwägen, etwas am Einschlafen zu ändern. Mein Gefühl hat mir mit etwa 10 Monaten gesagt, dass mein Kind jetzt reif ist, einzuschlafen, ohne dass ich es im Arm halte. 

Ab wann "brauchen" Kinder nachts keine Nahrung mehr? 


Das ist eine sehr häufig gegoogelte Frage. Die meisten Fundstellen werden das Alter von etwa 6 Monaten angeben. Ich habe mich bei meinem ersten Kind auf "Quellensuche" begeben. Am Ende stieß ich auf das Buch "Jedes Kind kann schlafen lernen". Dort heißt es im Kapitel Vom 6. Monat bis zum Schulalter. Zeit für feste Zeiten:
"Wenn Ihr Baby sich sicher bisher noch nicht an regelmäßige Schlaf- und Wachzeiten gewöhnt hat, brauchen Sie nun auf keinen Fall länger abzuwarten. Sie können sicher sein: auch bei Ihrem Baby ist die biologische Reifung soweit abgeschlossen, dass es nachts nichts mehr zu trinken braucht und ca. 11 Stunden hintereinander schlafen kann."    
Auch in den Büchern von Johanna Haarer (siehe dazu auch die Artikel-Reihe Die Erziehung unserer Großeltern) "Die [deutsche] Mutter und ihr erstes Kind" ist davon die Rede:
"Zur letzten Abendmahlzeit muss das Kind vielfach geweckt werden, die Zeit dafür ist etwa 19 Uhr. Vom dritten Vierteljahr an kann beim gesunden Kind ohne weiteres erreicht werden, dass es mit 4 Mahlzeiten auskommt und 12-stündige Nachtruhe durchhält." 
Dass normal entwickelte Babys ernährungsphysiologisch nach 6 Monaten nachts keine Nahrung mehr zum Überleben benötigen, ist durchaus zutreffend. Das heißt jedoch genau genommen nur: sie sterben nicht, wenn ihnen über einen längeren Zeitraum Nahrung vorenthalten wird. Da ca. 60 % der Kinder auch nach einem halben Jahr noch nachts aufwachen, sollte man sich fragen, ob eine nächtliche Nahrungszufuhr nicht dennoch weiterhin sinnvoll sein könnte. Ich persönlich vertrete die Ansicht, dass Kinder sehr genau wissen, was sie brauchen. Daher bin ich der festen Überzeugung, dass ein 10-monatiges Kind, das nachts 2 bis 3 mal aufwacht und zügig größere Mengen Milch trinkt, tatsächlich Hunger hat. Egal, was irgendein Buch dazu sagt. Daher halte ich nichts davon, Kindern im ersten Jahr die nächtlichen Mahlzeiten abzugewöhnen, indem man bspw. die Nachtflasche nach und nach verdünnt. 

Baby schläftAus eigener Erfahrung weiß ich, dass Stillkinder zum Nuckeln neigen. Mein Sohn war da ein ganz besonderes Exemplar. Er nahm als keinen Nuckel und wollte ausschließlich an die Brust. Während der ersten Monate hatte er einen guten Rhythmus von etwa 3-4 Stunden in der Nacht. Nach etwa einem halben Jahr steigerte sich jedoch allmählich die Stillfrequenz. Der Prozess war schleichend und als wir dann mit etwa 8-9 Monaten bei stündlichem An-die-Brust-Wollen angelangt waren, war meine persönliche Schmerzgrenze erreicht. Sooo hungrig, kann ein Baby nun auch nicht sein - ganz offenbar hatte er das Einschlafen (das ohnehin schon immer ein K(r)ampf war) so eng mit der Brustwarze im Mund verknüpft, dass er ohne einfach nicht mehr einschlafen konnte. Ich versuchte es erfolgreich mit dem "sanften Ablösen" - er "lernte" also das Einschlafen ohne Brust - und siehe da - der Rhythmus dehnte sich wieder auf 3 bis 4 Stunden aus. Ganz offenbar war das Nuckeln irgendwann tatsächlich reine "Gewöhnung" geworden.

Mit ca. 16 Monaten steigerte sich das dann wegen meiner Faulheit auf 3 - 6 mal aufwachen. Ich schlief einfach während des Stillens/Nuckelns vor ihm wieder ein und hatte keine Lust, auf das sanfte Ablösen zu warten - wodurch er sich wieder daran gewöhnte mit Brust im Mund zu schlafen. Mit 1,5 Jahren reicht es mir und ich beschloss, nachts abzustillen - er bekam konsequent die Flasche angeboten. Es stellte sich jedoch schnell heraus, dass ihn kein Hunger weckte. Seit dem schlief er ohne nächtliche Milch und wachte dennoch ein- bis zweimal auf - und das bis zum Alter von 5 1/2 Jahren. Erst danach schlief er (von heute auf morgen ohne irgendein Zutun) verlässlich durch. Meine persönliche Erfahrung ist also, dass das (nächtliche) Abstillen an den (Durch-)Schlafgewohnheiten nichts geändert hat. Ich habe jedoch schon häufig gelesen, dass es durchaus dazu führen kann. 

Was kann ich tun, um das Durchschlafen zu fördern? 


Weit verbreitet ist leider die Empfehlung, das Baby konsequent schreien zu lassen (so genanntes "Ferbern"). Die Methode funktioniert durchaus - hat aber schwerwiegende Folgen, weswegen ich dringend davon abrate. Stillbabys schlafen am besten in Mamas Nähe - daher ist das Familienbett für schlecht schlafende Stillkinder in der Regel die beste Lösung. Nur sehr selten finden Mütter dabei keine Ruhe - im Grunde sind sie von der Natur dafür ausgelegt, die ersten Jahre bei ihrem Baby zu schlafen. Wachen die Kinder dennoch häufig auf und belastet das, sollte man das Einschlafstillen überdenken. Häufig führt das Einschlafen ohne Brust im Mund zu einer geringeren Aufwachfrequenz. Und die Versuche, einen Nuckel anzubieten (den viele Stillkinder verweigern) sollten nicht vorzeitig aufgegeben werden - mein Sohn nahm das erste Mal einen Schnuller, als er 20 Monate alt war - seitdem schläft er auch deutlich besser. Auch Flaschenkinder lieben und suchen die Nähe ihrer Eltern, dort fühlen sie sich wohl und geborgen. Die Angst, dass die Kinder im elterlichen Bett verwöhnt werden könnten (und es gar nie wieder verlassen könnten) ist leider weit verbreitet, aber vollkommen unnötig.

Wenn Flaschenkinder häufig nachts nach der Flasche verlangen und diese auch zügig trinken, kann man den Umstieg auf eine sättigendere Nahrung erwägen. Folgemilch hat zu unrecht einen schlechten Ruf - mittlerweile gibt qualitativ sehr gute 2er-, 3er- und Kindermilchen zu kaufen. Damit kann man zumindest das Aufwachen wegen Hungers minimieren.

Damit erschöpfen sich auch schon die "Ratschläge" - denn das Durchschlafen ist nichts, das Kinder erlernen können - es ist ein Reifeprozess, der in nur geringem Umfang aktiv befördert werden kann. Wenn das Bedürfnis nach Nahrung und Nähe erfüllt ist und das Kind dennoch ständig aufwacht, kann man nur noch geduldig abwarten.

Was ich abschließend jeder müden Mutter ans Herz legen möchte: So schwer es manchmal fällt - versuche die Situation gelassen zu sehen. Du wirst die letzten 30 bis 60 Jahre Deines Lebens wieder halbwegs ununterbrochen schlafen können - auch wenn das jetzt in weiter Ferne erscheint. Es ist von der Natur so vorgesehen, dass Dein Kind immer wieder wach wird und sich Deiner Nähe und Deines Schutzes versichert - dieses Verhalten ist vollkommen normal und nicht falsch anerzogen. Egal, was Dir alle anderen weis machen wollen. Und: es wächst sich irgendwann aus. Beim einen Kind früher, beim anderen später. Wichtig ist nicht, dass Dein Schlaf durchgehend ist - viel mehr schlaucht der Mangel an Tiefschlaf. Wer öfter aufwacht braucht mehr Tiefschlafphasen - die erreicht man durch ein Mehr an Schlaf.  

© Danielle 

Quellen


Renz-Polster, Herbert: Kinder verstehen - Born to be wild: Wie die Evolution unsere Kinder prägt, Kösel Verlag
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Kommentare:

  1. Hallo!

    Erst einmal ein grosses Kompliment - die Seite ist einfach wunderbar und Gold wert! Mein Sohn (5½ Monate) reagiert gerade genauso, wie du es beschreibst. Er wacht nach ca. 45 min auf, will meine Brust um dann nach 2 sek. weiter zu schlafen. Ganz so, als ob er nur sicher sein will, dass ich nicht "verschwinde". Das ist nachts und auch leider tagsüber der Fall. Dein Beitrag kommt also wie gerufen und ich werde jetzt auf jeden Fall das sanfte Ablösen probieren!

    Ansonsten finde ich viele Ideen und Tipps auf dieser Seite. Sie bewegt mich dazu, nachzudenken, wie die Natur es eingerichtet hat (z.b. kein Pürierstab für Brei) Mein Sohn bekommt bis jetzt auch nur Muttermilch, meine Mutter nervt mich auch mit "wann bekommt der Junge denn endlich was ORDENTLICHES Zu essen". Ich werde ihr doch gleich mal deinen Artikel zuschicken! :-)

    Mach weiter so, die Seite ist auch schon von mir weiterempfohlen worden. Ich schaue regelmässig rein.
    Vielen Dank!!!

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    1. Vielen Dank für das nette Feedback - wir freuen uns immer sehr darüber! Snowqueen schreibt gerade ein Artikel über das Thema Eltern/Großeltern und Beikost - woher diese Empfehlungen der älteren Generationen kommen. Das wird bestimmt interessant - auch für Deine Mutter :-).

      Und wegen das Schlafens: Es verwächst sich. Dein Sohn ist noch so klein - in einem halben Jahr sieht das alles schon ganz anders aus. Genieß die Nähe - so viel Mama wollen sie nie wieder :-).

      Danke fürs Lesen und Weiterempfehlen!
      Liebe Grüße!
      Danielle

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    2. In der Natur gibt es zwar keine elektrischen Pürierstäbe, dafür aber Muttis Zähne, die die feste Nahrung für die Kleinen vorkauen. Dieser Brei wird in Muttis Mund auch noch schön eingespeichelt und dann direkt in den Baby-Mund gefüttert. Das hört sich zwar eklig an, aber für uns war es der richtige, weil natürliche Weg.

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  2. Beim Einsprüche überträgt man nur leider Kariesbakterien direkt mit... Dann doch lieber der Pürierstab!

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  3. Meine Tochter hat ungefähr im Grundschulalter durchgeschlafen. Vorher kam sie regelmäßig zu uns ins Bett. Sie brauchte zwar dann keine Nahrung mehr, aber unsere Nähe. Und ehrlich gesagt hatten weder mein Mann noch ich damit ein Problem. Wir Erwachsenen schlafen ja auch selten durch - in dem von dir definierten Sinn: Hinlegen, einschlafen und am nächsten Morgen aufstehen. Mittlerweile ist sie selbst Mutter und macht ihre "Sache" sehr gut.
    Steffi

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  4. Hallo. Erst einmal vielen Dank für diese informative Seite! Bei meiner Tochter war es so, dass sie anfangs zwischen mir und ihrem Papa schlafen durfte. Ich hatte immer Angst, dass ich sie nicht hören würde wenn sie in ihrem Bettchen geschlafen hätte. Allerdings klappt das mit dem Durchschlafen viel besser seitdem sie in ihrem eigenen Bett schläft. Wichtig finde ich, dass man die richtige Bettdecke kauft damit sich das Kind rundum wohl fühlen kann. Wir haben für den Sommer eine ganz leichte und im Winter eine ganz kuschelige Bettdecke für unsere Maus! Für den Herbst und das Frühjahr gibt es Decken mit einer mittleren Wärmeleistung...

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  5. Ganz toller Beitrag!!! Vielen Dank dafür. Er spricht mir aus der Seele und ich fühle mich verstanden. Auch ich lasse mich bei diesem Thema immer wieder verunsichern...dabei weiß ich doch: höre auf deine Intuition. Besonders toll finde ich, dass du auch darauf eingehst, dass als Mutter auch mal eine Schmerzensgrenze erreicht wird und wo man intuitiv fühlt, "jetzt sollte sich mal was ändern". Bei mir war das neulich so, als mein Kleiner (8 Monate) abends und nachts sehr unregelmäßig und unzählbar wach wurde). Ich las viel, auch in Büchern - weil ich nicht glauben wollte, dass es nichts zwischen Schreien-lassen und alle Stunde-Stillen gibt...wenigstens ein paar Tips und Tricks. Und die gibt es meiner Meinung nach wirklich: sein Schlafverhalten hat sich von der ersten Nacht bzw.Tag an deutlich verbessert. Geholfen haben ganz stark ein etwas stärker strukturierter Tagsablauf (mit mehr oder weniger festen Essenszeiten) und eine leichte Veränderung des Einschlafrituals tagsüber. Nachts wollte ich vorerst nichts ändern, weil das ja doch schwieriger ist. Außerdem bin ich der Meinung, dass wenn er es tagsüber lernt, auch automatisch nachts sich was ändert... Ich versuche nun, dass er seine Schläfchen nicht mehr unterwegs, sondern zu Hause im Bettchen macht (damit er sich ans Schlafen im Bett gewöhnt) und dass er nicht komplett an der Brust einschläft. Manchmal kann da auch der Schnulli helfen. Wenn er abends nach sehr kurzer Zeit wieder aufwacht, versuche ich ihn im Bett zu beruhigen, anstatt sofort rauszunehmen. Das klappt erstaunlicherweise ziemlich gut! Ausnahmen bestätigen die Regel. Wacht er nachts auf, stille ich wie gewohnt. Alles in allem habe ich festgestellt, dass er damit viel besser wie gewohnt in die nächsten Schlafphasen findet und viel weniger oft aufwacht! Ich bin absolut begeistert. Und der Rest denke ich, gibt sich von alleine....irgendwann :-)

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    1. Ganz herzlichen Dank für Deinen Kommentar und Deinen Erfahrungsbericht!

      Und ja - es gibt sich - irgendwann. Mein kleiner Sohn schläft jetzt endlich doch noch durch - mit 2 1/4 Jahren kam das dann ganz plötzlich, ohne dass ich es forciert hätte.

      Viele Grüße!
      Danielle

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  6. jedes kind lernt schlafen... :) eine grosse(2j8m) hat die ersten 10 monaten den langen mittagsschlaf nur in der manduca gemacht, die kurzen schläfchen im kinderwagen (nur fahrend) und die meisten nächte auf meinem bauch.... Auch heute noch schläft sie bei mir im bett... Und den nächtlichen schoppen um ca 5 uhr hat sie sich ohne 'training' vor ca 4 monaten selber abgewöhnt.... Alles zu seiner zeit sobald die kleinen dazu bereit sind.... Die einen früher die anderen später... Und ich nehme nicht an das sie ihren ersten freund zu uns ins familienbett nehmen will ;)
    Meine Schwiegermutter (ist gegen familienbett etc) hat mal gesagt das ich meiner kleinen doch auch mal ruhe gönnen soll und sie im eigenen bett und zimmer schlafen lassen soll... Auch kinder brauchen mal pause von den eltern??!?!!? Meine antwort: ich weine nicht wenn die kleine maus nicht in meinem bett schläft, aber die kleine weint wenn sie alleine ist... Soviel zur benötigten ruhe und abstand?!??!

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  7. Ich finde den Artikel an sich sehr gut geschrieben und er bietet viele Ratschläge. Allerdings konnte ich nicht schlafen, wenn meine Tochter mit im großen Bett geschlafen hat. Ich kam kaum zur Ruhe und nach zwei Wochen wollte ich wieder allein im meinem Bett schlafen. Daher nächtigte sie fortan im Stubenwagen, der direkt neben dem Bett gestanden hat. Natürlich hat es gedauert, bis sie sich daran gewöhnt hatte, aber letztendlich hat es doch ganz gut geklappt.
    Ich liebe meine kleine Maus über alles, aber ich wollte endlich wieder schlafen können, ohne Angst haben zu müssen, mich aus versehen auf mein Kind zu legen.
    Ich bin auch der Meinung, dass es individuell ist, wie Mutter und Kind am besten Schlafen können.
    Durchschlafen macht sie noch nicht. Aber meistens ist es mit Schnuller rein in den Mund wieder getan und zack wandert der Kopf zur Seite und es wird weiter geschlafen.
    Ich und mein Freund waren auch der Meinung, dass die Kleine es verkraften wird, was sie wie schon beschrieben, auch ganz gut getan hat^^
    Aber wir haben auch sehr viel Glück mit unserer Süßen.

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  8. Hallo,

    das kenne ich sehr gut, meine Tochter hat mit etwa 6 Monaten angefangen Nachts immer öfter aufzuwachen. Mit etwa einem Jahr fing sie an, nachts eine Stunde wach zu sein. Die Die Zeit in der sie tatsächlich geschlafen hat wurde immer kürzer und schliesslich haben mein Mann und ich auch fast gar nicht mehr geschlafen. Nach ca 1,5 Jahren schlafloser Nächte und vieler Ratschläge und Bücher habe glücklicherweise das Buch von Dr. Weissbluth von 2010 entdeckt "Healthy sleep habits, healthy child". Gleich der erste Rat hat mich sehr gewundert, meine Tochter schon um 18:30 ins Bett zu bringen. Ich war verzweifelt und habe es getan. Das ist jetzt schon 5 Monate her und war die erste Nacht, in der meine Tochter ohne aufzuwachen 13 Stunden durchgeschlafen hat! Zwei Wochen lang haben wir Ratschläge aus dem Buch befolgt, das meiste kreiste um eine neue Schlafroutine. Nach dem Motto "Schlafen kommt vom Schlafen". Dabei haben unsere Tochter nicht ein einziges mal alleine in ihrem Zimmer weinen lassen. Nun schlafen nun alle seit 5 Monaten ganz und gar himmlisch, dabei war es ja davor ganz anders. Ich kann das Buch jedem empfehlen, das gibt es allerdings nur auf Englisch.
    Das wichtigste ab dem zweiten Lebensjahr:

    -absolut abgedunkeltes Kinderzimmer und möglichst Stille
    -ins Bett um 18:30
    -Mittagsschlaf (zwischen 13:00 und 14:00 ins Bett) möglichst nie abgewöhnen, verschwindet zwischen 4 und 5 in der Regel von alleine.
    -Schlafentzug ist eine Abwärts-Spirale die wachhaltende Hormone freisetzt und das Einschlafen erschwert
    -Kinder geben keine Müdigkeitssignale wie Erwachsene, wenn sie Gähnen und die Augen reiben sind sie schon "drüber"

    Ich hoffe es hilft der einen oder anderen Familie, ich fühle mit euch!

    Viel Glück
    Alina

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    1. Liebe Alina,

      vielen Dank für diese interessanten Tipps!

      Herzliche Grüße
      Danielle

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  9. Hallo Ihr Lieben,
    ein wahnsinnig tolle Seite habt Ihr! Ich empfehle sie all meinen Freundinnen ;-) Man lernt sein Kind besser zu verstehen und mich persönlich hat es immer wieder bestätigt dass mein Gefühl als Mama immer das richtige ist!
    Mein großer Sohn ist 6 und war von Anfang an sehr anstrengend. Ich habe 6 Monate alle 3 Stunden Tag und Nacht gestillt, allerdings tat er sich mit dem Bäuerchen schwer, so dass ich ihn nach ca. 1 Stunde wieder hochnehmen musste und ihn auf dem Arm hielt, somit war ich gefühlt die ganze Nacht wach.
    Durchgeschlafen hat er mit 2 Jahren, das Einschlafen war schrecklich und Mittagsschlaf verweigerte er mit 1,5 Jahren.
    Auch jetzt ist er noch ein schlechter Schläfer und benötigt auch wenig Schlaf.
    Seit 3,5 Monaten ist unser 2. Sohn auf der Welt und das komplette Gegenteil. Er kann auch mal allein liegen, muss nicht ständig getragen werden. Abends leg ich ihn 19Uhr nach dem Stillen in sein Bettchen und er schläft allein ein. Das nächste Mal wacht er ca. 0 Uhr bis 0:30 Uhr auf. Für mich ist das vollkommen okay, denn nach 10 Minuten Stillen und Bäuerchen lege ich ihn sein Beistellbett und er schläft weiter.
    Beide Kinder sind komplett verschieden!
    Ich kann nur jeder Mama empfehlen auf ihr Bauchgefühl zu hören! Und ich bin ein absoluter Stillverfechter, es gibt nichts besseres für das Baby!
    Macht weiter so! :-)

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    Antworten
    1. Liebe Carolin!
      Danke für deinen Beitrag.
      Wir hätten gerne ein 2. Kind. Nur unsere Tochter mit 22 Monaten schläft extrem schlecht. Sie wacht ca. 2-5 Mal in der Nacht auf und braucht dann bis zu 1,5 Stunden bis sie wieder tief schläft.
      Somit stellt sich die Frage, WANN kommen wir zum schlafen, wenn wir ein 2. Kind bekommen....
      Dein Beitrag gibt mir Mut -dass nicht alle Kinder schlecht schlafen.
      Vielleicht überdenken wir unseren Wunsch noch einmal :-)
      lg

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  10. Liebe Danielle,

    ich weiß nicht wie regelmäßig du hier noch reinschaust, aber vielleicht liest du das ja und hast einen Tipp für mich. Mein Sohn (13 Monate) wurde (leider) nur neun Wochen teilgestillt, seitdem kriegt er Fläschchen (PRE-Milch). Typisch für Flaschenkinder hat er bereits früh durchgeschlafen, mit 11 Wochen nämlich. Seitdem etwa vier Monaten wacht er nachts allerdings wieder auf. Erst war es einmal, dann zweimal, dann dreimal... inzwischen kommt er bis zu acht Mal nachts. Und er ist nur durch Fläschchen zu beruhigen, nichts anderes hilft. Einen Schnuller will er nicht mehr, Wasser oder Tee lehnt er ab, streicheln und kuscheln hilft nicht (er schläft neben unserem Ehebett in einem großen Beistellbett). Auch andere Milchsorten (2er, 3er, Kindermilch) brachten keine Änderung. Er trinkt extrem viel nachts, insgesamt kommen wir auf knapp einen Liter! Das führt dazu, dass die Windel nicht hält, das heißt wir müssen ihn nachts auch noch wickeln beziehungsweise umziehen, wenn wir zu spät waren :-/

    Unser Kleiner ist kein sehr fließiger Esser, er trinkt auch tagsüber immer noch am liebsten Milch, knabbert aber auch gerne Käsebrote, Nudeln, Obst und rohes Gemüse. Viel landet dabei aber auf Kind und Boden, und wenig im Magen. Brei mochte er noch nie besonders, den kann man ihm nur quasi gegen seinen Willen "reinstopfen" (mit einem Buch ablenken und heimlich reinlöffeln). Das wollen wir aber nicht.

    Ich bin dennoch nicht sicher, ob es nachts wirklich der Hunger ist, der ihn weckt, denn oft trinkt er 170ml, schläft ein, wacht aber nur 15 Minuten später wieder auf. Dann will er wieder ein Fläschchen, nuckelt 5 Minuten, 10 Minuten... wenn ich versuche, das Fläschchen sanft rauszunehmen, schreit er sofort schrill. Also trinkt er oft 25 Minuten in Zeitlupe, ich kann nicht schlafen, weil ich ja das Fläschchen halten muss. Und das ganze wiederholt sich mehrfach. Mein Mann und ich wechseln uns ab, aber wir sind trotzdem beide so fertig! Wir laufen tagsüber wie Zombies rum und wir müssen beide arbeiten (abwechselnd, da wir beide Elternteilzeit machen). Es ist so schrecklich, wir können echt nicht mehr. Hast du irgendeine Idee, wie es zu diesem permanenten Trinken kommt (vor allem erst so spät) und wie wir das Aufwachen reduzieren können? Ein oder zweimal wär ja absolut okay, aber so kann es nicht weitergehen.

    Tausend Dank,

    Anna


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  11. Guten Morgen

    Ich bin ein bisschen verzweifelt
    Ich stille meinen Sohn in den Schlaf. Ich habe ihn die ersten 6 Monate in den Schlaf getragen. Aber da das stillen für alle Beteiligten angenehme und "kuscheliger" ist hab ich mich dazu entschieden. Ich stille ihn während ich meinen "großen" in den Schlaf kraule. Ich genieße diese "besten Minuten des Tages" sehr.

    Aber jetzt kommt das Problem.
    Er schläft von 19-23 Uhr Problemlos im Bett. Dann wird er wach. Ich stille ihn und leg ihn nach ca. 30 min wieder ins Bett wenn er richtig tief schläft. (Eher geht es nicht. Dann wird er wach und ich muss ihn ewig tragen)
    Dann wird er in der Regel um 2 Uhr wach. Ich stille wieder. Er schläft ein. Aber nicht mehr so fest dass ich ihn ins Bett legen könnte. Wenn es gut läuft Sitz ich also von 2-5:30 Uhr im Bett. Wenn es schlecht läuft laufe ich stundenlang auf und ab. Um 5:30 Uhr kommt dann der große in unser Bett der meistens nicht mehr schläft weil der Kleine nicht schlafen kann.
    Nacht also vorbei!!


    Im Liegen Stilen geht nicht. Das will der Kleine nicht. Er weint und dreht sich weg.
    Im Familienbetrieb schlafen will er nicht. Nur auf meinem Arm. Wenn ich sagen würde ich bin müde währe das untertrieben. Hat irgendjemand für mich einen tip. Ich bin wirklich am Ende meiner Kräfte und vor allem mein Großer braucht dringend mehr Schlaf.

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    1. Hallo,

      das Stillen hat das Tragen als Einschlafsignal abgelöst. Wenn er jetzt nachts also wach wird, dann möchte er genau so wieder einschlafen, wie er es gewohnt ist. Als erstes würde ich probieren, das Einschlafen und das Stillen zu trennen. Das ist zwar erst mal etwas aufwändiger, weil das Kind so oft wieder wach wird, aber es hilft ihm höchstwahrscheinlich dazu, eher selbst wieder in den Schlaf zu finden.

      Auch wenn er das nicht "will" - um es mir einfach zu machen, würde ich persönlich mit ihm zusammen schlafen und auch darauf bestehen, dass er im liegen stillt. Hier stehen jetzt einfach Deine Bedürfnisse im Vordergrung - Du brauchst dringend mehr Schlaf. Ja - er wird protestieren - aber er wird sich auch daran gewöhnen :-).

      Viele Grüße
      Danielle

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  12. Guter Artikel. Allerdings kann ich mir momentan nicht vorstellen, dass das Familienbett die Lösung darstellt, um als Mutter besser zu schlafen. Schon vor dem Baby wurde ich bei Geräuschen immer sofort wach, jetzt ist es noch viel extremer. Bei jedem Wimmern (Baby 6 wochen, im Beistellbett) bin ich sofort wach - sogar mit Oropax!! Tiefschlaf ist kaum möglich. Beim Stillen einschlafen auch nicht. Bei meinen älteren Schwestern (beide mit Kindern) ist das auch so, dass sie die Kinder irgendwann aus dem Elternschlafzimmer herausgenommen haben, weil sonst kein Schlaf zu finden ist. Tagsüber schlafen geht auch nicht.

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  13. Danke für deine tollen Texte. Ich verschlinge sie mit großer Wissbegier!
    Meine Frage bedarf wahrscheinlich einer komplexeren Antwort bei der du mich gern auch auf andere Artikel verweisen kannst.
    Ich habe meinem 16 Monate alten Sohn ab Monat 8 das Einschlafen an der Brust bzw. beim Stillen angewöhnt. Eigentlich finde ich es ok, es gibt uns beiden innige Momente. Allerdings wie du auch schön beschreibst fordert er die Brust zum wieder einschlafen mehrmals in seiner Nacht (2 mal vor 24 Uhr und zweimal nachts). Manchmal trinkt er auch richtig...hängt davon ab wieviel er zum Abendbrot gegessen hat.
    Meine Frage: Hast du einen guten Tipp wie ich das Einschlafritual relativ 'schmerzfrei' verändern kann, sodass mein Mann auch mal in der Lage ist ihn ins Bett bringen zu können?
    Wie ist das bei dir? Bist du auch die einzige gewesen die ihre Kinder die ersten 2 Jahre ohne deren Protest ins Bett bringen konnte?
    LG
    Solveig

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    1. Liebe Solveig,

      tatsächlich hat es 2 Jahre gedauert, bis auch mal mein Mann "durfte" - allerdings haben wir das auch nicht früher forciert, weil es okay für mich war. Grundsätzlich denke ich, dass man ab einem Alter von 12-18 Monaten dem Kind durchaus mal "zumuten" kann, dass Papa es ins Bett bringt. Ja - das gibt in der Regel Geschrei. Aber das ist meist überschaubar. Mein Sohn bevorzugt mit 5 Jahren noch immer mich zum Einschlafen, Papa ist eher "gedulded".

      Dein Sohn kann auf jeden Fall zwischen Dir und Deinem Mann differenzieren - d. h., dass er ganz problemlos ein eigenes Ritual initiieren kann. Vielleicht ist es hilfreich, wenn Du währenddessen (auf Abruf) spazieren bist?

      Was ich angehen würde: Das "sanfte Ablösen" - man sollte versuchen, das Stillen vom Einschlafen zu trennen, das kann die Aufwachfrequenz deutlich verringern.

      Liebe Grüße
      Danielle

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  14. Herzlichst Danke! Das hilft mir bei meiner Entscheidung.

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  15. hallo, wenn ich das alles so lese, frage ich mich, ob mein Sohn(7 Monate und grade auch wieder öfter-trinker nachts)nicht total durcheinander ist.
    Wir machen es so, dass mein Mann und ich uns alle zwei tage mit den Kindern abwechseln (einen Abend ich den Kleinen, einen Abend ich den Großen...). Wenn ich den Kleinen (7 Monate) ins bett bringe, wird er meist in den schlaf gestillt oder ich löse schon manchmal sanft ab und schuckel den rest.
    Mein Mann trägt ihn durch die dunkle Wohnung.
    Ist mein Sohn dann, wenn er nachts aufwacht nicht total durcheinader, wie er jetzt wieder einschalfen soll? Er weiß ja nicht, heute bin ich so und so eingeschlafen, also schlaf ich auch so und so weiter...
    Schnuller nimmt er nicht und wenn er aufwacht, lässt er sich nur an der Brust beruhigen.
    Was wäre da der beste Weg für mehr Kontinuität? "Reicht" es, das Stillen vom Einschlafen zu lösen? Freue mich über deinen Rat, der mir echt viel wert ist, ihr seid mein Ratgeber Nr.1!

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  16. Hallo, unser Sohn ist 20 Monate alt und schon immer ein sehr schlechter Schläfer. Er wurde bis zum 18. Monat nach Bedarf gestillt, schläft im Familienbett, wir bemühen uns um bedürfnisorientierte Erziehung, waren schon bei allen, die uns zum Schlafen eingefallen sind (Homöopath, Ostheopath, Kinderarzt, Craniosagraltherapeuth). Aber trotzdem wird er meist 5-8 mal wach. In guten Nächten schläft er gleich wieder ein, nachdem ich ihm die Hand aufgelegt hab. In anderen ist er einfach mal zwei Stunden wach und möchte spielen. Allen gemein ist, dass er um 19/19:30 Uhr ins Bett geht und zw 4:30 und 5:30 Uhr ausgeschlafen hat. Daher ist er den ganzen Morgen quengelig und müde. Aber schlafen möchte er nicht mehr. Mittagschlaf ist auch nur 45-90 min.
    Ein Abendritual haben wir auch, das kennt er und fängt auch dabei mit Augenreiben an. Wir sind echt am Ende unserer Kräfte. Was können wir noch tun?
    Ich hoffe, Ihr habt noch nen Tipp!

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    1. Wie wacht er denn auf? Bzw. Was macht er direkt danach? Panisch schreien oder ist er gefasst? "will spielen" klingt eher nach letzterem.

      Wie im Blogbeitrag steht, schläft niemand durch kein Kind und kein Erwachsener. In diesem Sinne ist 5-8 Mal aufwachen pro Nacht normal. Die entscheidende Frage ist, warum ezer Sohn dann richtig wach wird, statt wieder einzuschlafen.

      Klar ist, dass euer Sohn zuerst "halbwach" ist, aber wer ist dann zuerst ganz wach? Euer Sohn oder ihr? Zumindest denkbar - von außen, ohne weiteres zu wissen - ist, dass ihr zuerst ganz wach seid und ihr eure Erwartung, dass euer Sohn aufwachen wird, selbst erfüllt, weil die Erwartung euch unruhig werden lässt, was wiederum ein Kind rasch beunruhigen kann.

      Habt ihr euch also schon explizit vorgenommen nachts möglichst wenig mit eurem Sohn zu interagieren. Auch DAS kann das Bedürfnis eures Sohnes sein, auch wenn es wie das Gegenteil klingt.

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  17. Hallo, bei "die Ansicht, dass Kinder sehr genau wissen, was sie brauchen." Musste ich dann doch schmunzeln. Die Aussage muss doch irgendwie in ihrer Gültigkeit begrenzt sein. Sonst müsste ich aus der Beobachtung meines Sohnes schließen, dass Kinder Zucker und Bildschirme brauchen.

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    1. Diese Aussage bezieht sich natürlich nur auf die natürlichen Bedürfnisse ohne Einfluss von externen unnatürlichen Faktoren.

      Wobei es viele Eltern gibt, die sehr gute Erfahrungen in Bezug auf die Selbstregulation bei Zucker/Medien gemacht haben.

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  18. Hallo,

    die Seite ist super und hat mir wirklich oft Mut gemacht!

    Mein Sohn war von Anfang an ein forderndes Kind. Er ist jetzt 1,5 und wir haben gerade wieder die Schlafthematik. Immer mal besser, mal schlechter. Wenn wir gute Nächte haben idt er 2 bis 3x wach und das ist auch völlig in Ordnung :)
    Seit 3 Wochen ist er ständig (stündlich) wach und/oder auch meistenst am Stück von 2/3 bis 5. Er schläft im Familienbett, da er schon immer sehr viel Nähe gebraucht hat, was ich ihm auch wirklich gerne gebe. Tags schläft er normal 1 Stunde 30. Jetzt ist er natürlich ständig völlig fertig, weil er Nachts nicht schläft... irgendwie ein Teufelskreis.

    Wie komm ich denn da wieder raus? Weiss auch nicht woran es liegt, egal was ich mache (Tragen, Pezziball, kuscheln, Fläschle) er schlädt vor 2 Stunden einfach nicht mehr ein.

    Iden? :)

    Viele Grüße

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    1. Hallo,

      mit 1,5 Jahren gibt es nochmal einen extremen Sprung, der sich genau so auch bei uns geäußert hat.

      Das kann man leider nur aussitzen.

      Liebe Grüße
      Danielle

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