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Das Baby ist 6 Monate alt - der Entwicklungsschub in der 26. Woche

Der fünfte Entwicklungssprung in der 26. Lebenswoche - das Baby ist ein halbes Jahr alt - der 26-Wochen-Schub ist da!


Herr Ningel wird gewickeltUm die 26. Lebenswoche herum (das entspricht einem Alter von 6 Monaten) merken wir Eltern wieder eine Veränderung im Verhalten unserer Babys. Besonders auffällig ist, dass unsere Kinder nun sehr stark beginnen zu klammern. Kaum geht die Mama einen Schritt zu weit weg, schon wird lauthals geweint oder zumindest gemotzt. Konnten wir früher zumindest mal kurz aus dem Zimmer gehen, wenn das Baby gerade anderweitig beschäftigt war, ist das heute kaum noch möglich.

Von fremden Menschen wollen sie nun gar nicht angefasst werden. Manchmal ist sogar schon das Angucken oder Ansprechen durch andere Leute zu viel und das Baby beginnt zu weinen. Leider passiert es, dass auch Papa nun angefremdelt wird, eine Erfahrung, die diesen ganz schön frustrieren kann.

Am anstrengendsten fand ich in diesem Entwicklungssprung das Schreien beim Wickeln. Ich durfte meine Töchter nicht mehr auf den Rücken auf die Wickelkommode legen - sie schrien, als wäre die Unterlage mit Reißzwecken ausgelegt. Ich war schon richtig verzweifelt und dachte, sie hätten furchtbare Schmerzen. Als ich dann aber im Freundeskreis herumfragte, war es in dieser Zeit wirklich bei allen Kindern haargenau gleich. Keines wollte mehr gewickelt werden - und schon gar nicht auf dem Rücken. Ich lernte in dieser Zeit, das Kind auf dem Bauch liegend und in Rekordzeit zu wickeln. Beides kein Genuss, aber was muss, das muss. 

Das Klammern, das Fremdeln und das Wickeldrama kann für alle sehr, sehr anstrengend sein, bedeutet aber nur eins: Herr Ningel und Herr Nörgel sind wieder da! 

Wie lange dauert der Sprung? 


Der Sprung dauert nach van de Rijt in etwa vier Wochen (van de Rijt, 2005: 24). Ab der 22. Woche kann es sein, dass das Baby anfängt, unruhiger und nörgeliger zu werden, normalerweise müsste der Sprung dann nach der 26. (aber auch bis zur 29.) Woche geschafft sein.

Bei uns war dieser Entwicklungsschub übrigens kaum zu spüren. Bis auf das extreme Klammern in der Zeit und dieses seltsame Wickel-Drama waren beide meiner Töchter weiterhin gut gelaunt. 

Welchen Reifeprozess macht das Baby durch? 


Nach van de Rijt sind Babys nach diesem Schub nun in der Lage, "Zusammenhänge" zu erkennen (van den Rijt, 2005: 158ff). Sie fangen an, zu verstehen, dass sich Objekte in einem bestimmten räumlichen Abstand zueinander befinden. Dieser bleibt entweder immer gleich - was ihnen Sicherheit vermittelt - oder er verändert sich (z.B. wenn die Mutter weggeht) - was sie ängstigt. Wird der Abstand zwischen Mama und Kind zu groß, weint das Kind, da es (noch) nichts dagegen tun kann.

Einige wenige Kinder können in diesem Alter zwar schon hinterherkrabbeln, jedoch sind sie trotzdem nicht dem Tempo der Mutter gewachsen, d.h. sie kommen nicht schnell genug hinterher. Wenn es also die Kontrolle über den Abstand zu seiner geliebten Mama verloren hat, weint das Kind - ein probates Mittel, um die Mama wieder zurückzuholen und ein folgerichtig angewandter "Zusammenhang". Clever, oder (vgl. ebd. 2005: 158ff)?

Es ist nicht so, dass unsere Kinder uns mit diesem Weinen manipulieren wollen. Sie zeigen damit nur, dass sie in seelischer Not sind und getröstet werden wollen. Das Bindungsbedürfnis wird durch den zu großen Abstand zur Mutter aktiviert und kann nur durch Körperkontakt und Trösten gestillt werden. Es ist daher wichtig (u. a. für die Mutter-Kind-Bindung), dass wir Eltern auf dieses Weinen reagieren, zu dem Kind schnellstmöglich zurückkehren und es auf den Arm nehmen.

Natürlich schafft man so rein gar nichts anderes. Ich fand das sehr frustrierend und einengend, dass ich so oft von meinen Töchtern gefordert wurde. Abhilfe hat auch hier meine Manduca geschaffen. Ich habe mir einfach ein Kind auf den Rücken geschnallt und schon konnte ich trotz Bindungsbedürfnis kochen oder putzen. Durch meine regelmäßigen Bewegungen ist es sogar oft dabei eingeschlafen.

Eine weitere kognitive Neuerung ist, dass unsere Babys nun verstehen können, dass eine Sache eine andere verursachen kann: Wenn ich den Becher loslasse, fällt er auf den Boden und es scheppert. Wenn ich auf diesen Knopf drücke, geht das Licht an. Wenn ich an diesem kleinen Rad drehe, wird die Musik laut. Wenn ich hier draufbeiße, ruft Mama laut "Aua!". (vgl. ebd. 2005: 159) Willkommen in der Welt des Ursache-Wirkungs-Prinzips!

Dieses Prinzip ist wirklich ein Meilenstein und wird von den Babys auch ausgiebig, d. h. mehrere Monate lang, bearbeitet. Wir können und müssen uns also darauf einstellen, dass sie jetzt öfter mal den Löffel oder das Spielzeug fallen lassen, wenn sie im Hochstuhl sitzen und sich daran erfreuen, wie es fällt und wie es klirrt. Nicht darüber ärgern - einfach im Hinterkopf behalten, dass das Baby hier hochwissenschaftliche Grundideen verinnerlicht.

Sollte es Dinge geben, die das Kind besser nicht eintausend Mal wiederholen soll (z. B. in die Brustwarze beißen), müssen die Eltern darauf achten, dass es auf die Ursache (Beißen) keine Wirkung ("Aua!") folgt. Sobald nichts passiert, wird das Spiel schnell langweilig, denn das Kind möchte unbedingt das Ursache-Wirkungs-Prinzip weiter verfolgen. Das kann es nicht, wenn keine Reaktion auf die Aktion folgt. Ich hatte das schon einmal ausführlich im Artikel über das Hauen, Beißen und Spucken bei Kleinkindern erklärt.  

Unsere Babys können nun auch Präpositionen verstehen. So sind sie in diesem Alter oft unglaublich lange damit beschäftigt, Kisten ein- und auszuräumen. Sie manövrieren die darin befindlichen Spielzeuge immer wieder neben, unter, hinter, vor, in oder auf die Kiste und freuen sich an neuen Raum-Lage-Erkenntnissen.

Kleinkind sitzt in einem Karton

Des weiteren verstehen sie nun, dass Menschen, Dinge, Geräusche etc. zueinander gehören können. (vgl. ebd, 2005: 159). Mama und Papa gehören zusammen und es selbst auch irgendwie dazu. Zu dem schönen Plastikspielzeug gehört ein bestimmter Klingelton. Zu der Katze gehört der Katzenkorb. Zur Haustür gehört der Schlüssel und wenn man ein bestimmtes Schlüsselgeräusch hört, kommt Papa nach Hause. Es fällt unseren Kindern auch auf, wenn etwas nicht stimmt. Wenn zum Beispiel das Schlüsselgeräusch zu hören ist, aber dann plötzlich die Oma durch die Tür kommt ist das Baby überrascht. Manche freuen sich über ungewöhnliche Begebenheiten und lachen dann lauthals, andere sind verunsichert und weinen. (vgl. ebd, 2005: 160) Ich habe mir in der Zeit meine langen Haare sehr kurz schneiden lassen und musste daraufhin zwei schrecklich weinende Töchter trösten! 

Spiele für Babys die ein halbes Jahr alt sind (6 Monate) 


Unsere Kinder suchen sich in der Regel die Dinge selbst aus, die ihnen beim Weiterentwickeln der neuen Fähigkeiten helfen. Können sie in diesem Alter schon robben oder rollen, bewegen sie sich oft gezielt auf für sie interessante Spielzeuge zu. Das sind nicht immer die Sachen, die Mama und Papa ausgesucht hätten. Ich finde jedoch, man sollte - solange es nicht lebensgefährlich ist - die Vorlieben des Kindes berücksichtigen. Denn ein Kind ist umso motivierter, etwas intensiv zu erforschen, je interessanter es einen bestimmten Gegenstand findet. So war es bei uns beispielweise so, dass all die schönen, teuren Haba-Holz-Greiflinge, die wir zur Geburt geschenkt bekommen hatten, links liegen gelassen wurden und stattdessen voller Inbrunst eine alte (ausrangierte) Fernbedienung bespielt wurde. Ich musste lernen, von meinen Vorstellungen von "schönem" Spielzeug loszulassen und mit meinen Töchtern auf Entdeckungsreise gehen...

Neben besagter Fernbedienung stand in dem Alter bei uns hoch im Kurs, Schränke auszuräumen. Ich habe mir das zu nutze gemacht und habe in jedem Zimmer unserer Wohnung einen tiefliegenden Schrank frei geräumt und dort ungefährliche Alltagsgegenstände gelegt. In der Küche waren es diverse große und kleine (unzerbrechliche) Schüsselchen, Holzlöffel, Schneebesen, gut verschlossene kleine Plastikflaschen mit Reis, Linsen oder Nudeln. Sehr beliebt war auch das ungebleichte Backpapier. Letzteres haben meine Kinder intensiv bespielt. Man kann Backpapier gut greifen, es zerknüllen, es einspeicheln (löst sich nicht auf), zerreißen etc. Auch eine kleine Gefriertüte mit kaltem Wasser gefüllt und dann fest zugeknotet ergab ein tolles Spielzeug. Die Tüte fühlt sich durch das Wasser sehr eigen an, meine Töchter befühlten ihre "Wasserbomben" sehr ausführlich und kühlten damit auch gern ihr Zahnfleisch. Nur wenn euer Baby zu diesem Zeitpunkt schon kleine Zähnchen hat, sollte man vielleicht auf dieses Spielzeug verzichten - sonst bohrt es ein Loch in die Tüte und ist irgendwann nass.

Diese Gegenstände wurden alle  ausgeräumt, untersucht, weggeworfen, vermisst, von Mama zurückgebracht, wieder weggeworfen, wieder vermisst, nochmal von Mama zurückgebracht, nochmal weggeworfen, von Mama nicht mehr gebracht und dann sich auf dem Bauch rückwärts schiebend selbst wieder erobert.

Auch "Flaschenbowling" (Danke, Ch. für den Tipp!) wurde gern gespielt: Mama stellt eine Reihe von leeren Plastikflaschen auf den Boden und Baby versucht unter vollem Körpereinsatz, diese umzuwerfen. Ob nun durch die eigenen Hände und Füße oder durch das Hinrollen oder -werfen von Gegenständen ist dabei egal - erlaubt ist, was Spaß bringt!

Das einzige "richtige" Spielzeug, das in dieser Zeit bei uns wirklich beliebt war, war ein kleiner Hampelmann. Ich hatte ihn ganz tief an eine Schublade gehängt, so dass meine Töchter auf dem Bauch liegend an seiner Schnur ziehen konnten - sie liebten ihn! Das ist eigentlich auch nicht verwunderlich, macht er doch das Ursache-Wirkungs-Prinzip überdeutlich. Zieht man an der Schnur (Ursache), heben sich Arme und Beine (Wirkung). Sie freuten sich ein Loch in den Bauch, wenn das wieder und wieder klappte. Ich bin froh, dass ich den Hampelmann zufälligerweise zu diesem Zeitpunkt auf dem Flohmarkt gekauft hatte, denn eigentlich dachte ich, dass dieses Spielzeug erst viel später interessant wird. Mit heutiger Sicht muss ich aber sagen: Nie wieder war der Hampelmann für meine Töchter so interessant, wie mit 6 Monaten. Ich glaube deshalb, dass Hampelmänner allgemein den Kindern viel zu spät angeboten werden als Spielzeug und daher wenig bespielt werden. Er passt einfach haargenau in das Ursache-Wirkungs-Prinzip und hier sollte er auch angeboten werden. Mütter, gebt euren Kindern Hampelmänner!

Bilderreihe Kind spielt mit Hampelmann 

Sehr passend dazu war auch das "Hampelmannlied", welches ich oft als Bewegungsspiel mit ihnen spielte bzw. immer dann anstimmte, wenn sie an der Schnur des Hampelmanns zogen.

Ich bin der kleine Hampelmann
der Arm und Bein bewegen kann,
mal links mh mh, mal rechts mh mh
mal auf mh mh, mal ab mh mh
und manchmal auch klipp-klapp.

Man hängt mich einfach an die Wand
und zieht an einem langen Band
mal links mh mh, mal rechts mh mh
mal auf mh mh, mal ab mh mh
und manchmal auch klipp-klapp.

Ich mache stets ein froh' Gesicht,
das Lachen, das vergeht mir nicht
mal links mh mh, mal rechts mh mh
mal auf mh mh, mal ab mh mh
und manchmal auch klipp-klapp.

 Mein Kopf' der ist so mued' und schwer
vom vielen Hampeln hin und her
mal links mh mh, mal rechts mh mh
mal auf mh mh, mal ab mh mh
und manchmal auch klipp-klapp.

Und kommt fuer mich die Schlafenszeit,
dann bin ich armer Mann befreit
vom Links mh mh, vom Rechts mh mh
vom Auf mh mh, vom Ab mh mh
und auch vom Klipp-klipp-klapp.

Beim Singen des Textes nimmt man Arme oder Beine des auf dem Rücken liegenden Kindes in die Hände und klappt sie im Takt nach außen und innen. Bei "mal links mh mh, mal rechts mh mh" werden die Arme oder Beine dann zusammen nach links oder rechts geführt, so dass das Baby ein wenig auf die entsprechende Seite rollt. Bei "mal auf mh mh, mal ab mh mh" entsprechend nach oben und unten und bei "und manchmal auch klipp-klapp" werden Hände oder Füße leicht zusammengeklatscht.

Im Video hört ihr die Melodie: 

 

Babysichere Wohnung 


Da unsere Kinder nun mit dem Ursache-Wirkungs-Prinzip beschäftigt sind, stecken sie gern ihre Finger überall rein oder versuchen, Dinge auseinanderzunehmen. Jetzt ist es immens wichtig, die Wohnung zu sichern, denn es dauert nicht mehr lange, bis sie sich auf die eine oder andere Art fortbewegen! Alle Steckdosen brauchen unbedingt einen Steckdosenschutz, da diese besonders faszinierend auf Kinder wirken. Schnell sind da mal die kleinen Fingerchen reingesteckt oder es wird mit einem Gegenstand darin rumgepult. Auch große Pflanzen, die auf dem Boden stehen, sollten gesichert werden, da nicht nur Kisten gern ausgeräumt werden, sondern auch die Erde aus dem Blumentopf! Man kann da einfach einen Nylonstrumpf drüber spannen (mit Loch für Pflanze in der Mitte) oder auch ein Pflanzentopfgitter kaufen, welches in jedem Babymarkt erhältlich ist.

Hunde- oder Katzenfreßnäpfe müssen nun auch aus Babys Reichweite gebracht werden, es sei denn, es macht den Eltern nichts aus, wenn es von Bellos Essen probiert. Allerdings gehört das tierische Trockenfutter aufgrund seiner Größe zu den verschluckbaren Kleinteilen, die nicht in die Hände von unter Dreijährigen geraten dürfen.   

Auch bei Haushalts-Spielgegenständen muss gesichert sein, dass das Baby sie gefahrlos auseinandernehmen kann. Das bedeutet, dass die Fernbedienung selbstverständlich ohne Batterien angeboten werden sollte. Die Plastikflaschen mit Reis etc. müssen sehr gut geschlossen sein, wenn möglich sollte der Deckel mit (ungiftigem) Kleber verleimt werden.

Mülleimer, die leicht umgestoßen werden können aber nicht auskippen sollen (also jene, die nicht nur Papier enthalten), sollten so hingestellt werden, dass das Kind nicht heranreicht, da das Umwerfen von Dingen wie einem Bauklotzturm oder eben einem Mülleimer beliebte Spiele sind.

© Snowqueen 

Das Buch 


Cover Oh je ich wachseWer mehr über diesen und weitere Entwicklungssprünge wissen möchte, dem sei das Buch "Oje ich wachse" von Hetty von de Rijt, Frans X. Plooij und Regine Brams aus dem Goldmann-Verlag ans Herz gelegt. 

Hinweis: Dieser Blog-Artikel beruht ausschließlich auf dem obigen Buch von Hetty von de Rijt, Frans X. Plooij und Regine Brams, alle von mir referierten Inhalte sind darin wiederzufinden. 

Weitere Entwicklungssprünge 


Die anderen Entwicklungssprünge findest Du hier:

Folgemilch - sind 2er, 3er und Kindermilch ungesund?


Regal mit Folgemilch in der DrogerieFragt man das Internet, was von Folgemilch - also 2er, 3er oder Kindermilch - zu halten ist, ist der Tenor ziemlich einhellig: "Unsinn" rufen die einen, "ungesund" oder  "Geldmacherei" die anderen. Auf jeden Fall seien Folgemilchen vollkommen unnötig - so das vernichtende Urteil. Als Gründe werden genannt: Zu viel Zucker, unnötige Aromen und Zusätze. 

Zunächst noch eine Anmerkung vorab: Folgemilchen sind für die Ernährung eines Kleinkindes grundsätzlich nicht erforderlich - man kann und sollte während der kompletten Fläschchenzeit Pre-Nahrung oder 1er Milch füttern - diese sind der Muttermilch am ähnlichsten. So lange also die Anfangsmilch ausreichend sättigt, sollte sie immer die erste Wahl sein! 

Manche Kinder scheinen jedoch irgendwann nicht mehr ausreichend satt zu werden und verlangen mit 6 bis 12 Monaten oder im zweiten Lebensjahr nachts mehrere Flaschen - teilweise bis zu sechs insgesamt. Da die Zubereitung vonm Flaschennahrung die Schlafqualität wesentlich stärker beeinflusst, als nächtliches Stillen, kann man erwägen (frühestens ab dem siebenten Lebensmonat), eine sättigendere Folgemilch zu füttern. 

Ob diese tatsächlich so schlecht ist wie ihr Ruf, wollte ich mal genauer wissen.

Stellungnahme des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) zur Kindermilch 


Im Jahr 2011 untersuchte das Bundesinstitut für Risikobewertung Kindermilch verschiedener Hersteller. Das Ergebnis ist in zwei Stellungnahmen (diese und diese) zusammengefasst - dort heißt es unter anderem:  
"Im Handel werden Milchgetränke für Kleinkinder angeboten, die als Kleinkindermilch oder Kindermilch bezeichnet werden. Die Hersteller dieser Produkte werben häufig damit, dass die Produkte in ihrer Zusammensetzung – im Gegensatz zu Kuhmilch – auf den Nährstoffbedarf von Kleinkindern abgestimmt seien. Sie beziehen sich dabei neben dem Proteingehalt auf die Mikronährstoffe (Vitamine und Mineralstoffe). Die Gehalte an Vitaminen und Mineralstoffen in Kleinkindermilchgetränken unterscheiden sich teilweise deutlich von denen in Kuhmilch.

Aus Sicht des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) sollten die für Kuhmilch charakteristischen Mikronährstoffe (Vitamine und Mineralstoffe) in Kleinkindermilch grundsätzlich in vergleichbaren Mengen enthalten sein. Grund: Ist ein Mikronährstoff in Kleinkindermilch in geringerer Menge als in Kuhmilch vorhanden, würde die notwendige Zufuhr ungünstigerweise verringert. Ist er hingegen in höheren Mengen enthalten, führt dies zu einer ebenso ungünstigen unkontrollierten Zufuhr. Selbst bei Natrium, das Kleinkinder üblicherweise in sehr hohen Mengen mit der Nahrung aufnehmen, und bei dem eine geringere Zufuhr durchaus wünschenswert wäre, wird durch den Austausch von Kuhmilch durch natriumärmere Kleinkindermilch keine bedeutende Reduzierung der Gesamtzufuhr und somit kein gesundheitlicher Nutzen erzielt.
Nach Auffassung des BfR werden in einer ausgewogenen Kinderernährung keine besonderen Milchprodukte für Kleinkinder benötigt. Auch wenn manche Gruppen von Kleinkindern mit einigen Mikronährstoffen nicht optimal versorgt sind, kann dies nicht durch den Ersatz von Kuhmilch durch Kleinkindermilch ausgeglichen werden, deren Verzehr nicht steuerbar ist."
Um es festzuhalten, die Kernfeststellungen sind also: Der Gehalt an Mineralstoffen und Vitaminen in der Kindermilch unterscheidet sich deutlich von denen der Kuhmilch. So weit, so nachvollziehbar. Es wird empfohlen, dass der Gehalt dieser Nährstoffe in Kindermilch sich an dem der Kuhmilch orientieren sollte. Weil: Wäre in Kindermilch weniger, wird die "notwendige Zufuhr ungünstigerweise verringert", ist der Nährstoff in höheren Mengen enthalten, führt dies zu einer "unkontrollierten Zufuhr". Weil der Verzehr der Kleinkindermilch "nicht steuerbar" sei (verwirrt nur mich das?)

Leider wird bei der Betrachtung des BfR eines vollkommen ignoriert: Milch - sei es von der Kuh, dem Menschen oder vom Nashorn - ist immer optimal auf die Bedürfnisse des Kälbchens, des Säuglings oder des Nashornbabys abgestimmt - die Zusammensetzungen unterscheiden sich gravierend nach den Erfordernissen der Babys.

Wer also sagt, dass KUHmilch (an der sich die Kindermilch doch bitte laut BfR idealerweise orientieren sollte) ideal für MENSCHENkinder ist? Sollte man nicht meinen, dass als Vergleichsmaßstab doch MENSCHENmilch dienen sollte? Erst wird in einem aufwändigen Prozess Kuhmilch bei den Anfangsmilchen Pre und 1 der Muttermilch angeglichen und bei den Folgemilchen moniert das BfR, dass sie der Kuhmilch nicht ähnlich genug sind?

Schauen wir uns doch mal die Zusammensetzung der einzelnen Milcharten an:
Vergleich Muttermilch, Kuhmilch und Kindermilch
Vergleich von Muttermilch, Kuhmilch und Kindermilch

In Bezug auf den Kalorien-, Eiweiß- und den Kohlenhydrategehalt ist die Kindermilch der Muttermilch ähnlicher, als Kuhmilch, ebenso bei allen Mineralstoffen und bei 10 von 14 Vitaminen. Bei den Spurenelementen hingegen ist Kuhmilch der Muttermilch ähnlicher - hier ist die Bioverfügbarkeit z. T. schlechter, so dass sie der Kindermilch in höheren Mengen zugesetzt werden. Zu einigen der Nährstoffe ein paar genauere Ausführungen:

Eiweiß 


Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) empfiehlt eine maximale Eiweißzufuhr bei Kindern zwischen 1 und 4 Jahren von 1 g je Kilogramm Körpergewicht. Das Durchschnittsbaby wiegt mit einem Jahr etwa 10 Kilogramm - das bedeutet, dass es pro Tag ungefähr max. 10 g Eiweiß verzehren soll. Die Empfehlungen für den Verzehr von Milchprodukten in diesem Alter lautet: maximal 350 ml /g pro Tag. Trinkt das Kind diese 350 ml allein als Kuhmilch, dann nimmt es dadurch 11,55 g Eiweiß zu sich - liegt also allein damit in der Regel schon über der maximal empfohlenen Menge

Gibt es nicht nur Milch sondern auch Milchprodukte, wird es noch kritischer - Joghurt enthält bis zu 4,8 g Eiweiß je 100g, Quark bis zu 13 g, ein Ei 13 g, Käse bis zu 30 g, Wurst bis zu 24 g - ebenso wie Fleisch. Selbst Brot hat einen Eiweißgehalt von 5 - 10 g je 100 g, dazu kommt Butter, Frischkäse... etc.


Schaut man sich Kuh- und Kindermilch an, stellt man fest, dass Kuhmilch 3,3 g Eiweiß/100 ml enthält, Kindermilch jedoch nur 1,5 g. Ergibt bei 350 g entweder 11,55 g Eiweiß oder nur 5,25 g - ein für mich deutlicher und wesentlicher - wenn nicht gar der entscheidende - Unterschied.

In der Stellungnahme des BfR heißt es dazu:
"Ob ein reduzierter Proteingehalt in Kleinkindermilch im Vergleich zu Kuhmilch im Rahmen der Gesamternährung zu einer signifikanten Reduzierung der Proteinzufuhr pro Tag führt, ist zu bezweifeln. Ferner liegern zurzeit keine hinreichenden wissenschaftlichen Beweise dafür vor, dass eine Verringerung der Proteinzufuhr im Kleinkindalter zu einer Reduzierung des Risikos für Übergewicht und Adipositas im späteren Kindesalter führt."

Nun - das scheinen andere - unter anderem die DGE anders zu sehen - zum Beispiel hier.

Natrium 


In der Stellungnahme des BfR heißt es:

"Mit Blick auf die Frage, ob es Mineralstoffe gibt, bei denen ein im Vergleich zu Kuhmilch verringerte Gehalt sinnvoll erscheint, ist festzustellen, dass eine Reduzierung der Zufuhr von Natrium grundsätzlich zu begrüßen ist, weil Kleinkinder eine Natriumzufuhr weit über den Referenzwerten aufweisen. Kuhmilch leistet jedoch einen vergleichsweise geringen Beitrag zur Natriumzufuhr. Durch den Austausch von Kuhmilch durch natriumärmere Kleinkindermilch würde daher keine bedeutende Reduzierung der Gesamtnatriumzufuhr pro Tag erzielt werden."

Kuhmilch enthält 48 mg Natrium pro 100 ml, Kindermilch nur knapp die Hälfte mit 26 mg - wenn also 350 ml Milch verzehrt werden, wären das mal eben durch die Kindermilch 66 mg Natrium weniger (pro Tag werden von der DGE max. 300 mg Natrium empfohlen). Mit der Milchmenge statt 56% des Tagesgrenzwertes an Natrium nur 30% zu erreichen, finde ich persönlich nicht so unerheblich.
Das BfR rechnet einfach ein bisschen anders - Kinder nehmen ohnehin etwa 1000 mg Natrium zu sich (also schon mehr als das Dreifache der Empfehlung) - davon sind die 168 g durch die Kuhmilch dann ja nur 12%. Interessante Betrachtungsweise. Um es ganz eindeutig zu sagen: In Bezug auf den Natriumgehalt ist Kindermilch der Kuhmilch ohne jeden Zweifel überlegen - wenn auch das BfR das scheinbar nur widerstrebend zugeben will.

Calcium 


Kuhmilch - das hebt das BfR besonders hervor - enthält mit 120 mg  überdurchschnittlich viel Calcium. Das ist bei kleinen Kälbern und dem schnellen Wachstum des Knochengerüstes auch essentiell wichtig: ein Kalb verdoppelt sein Gewicht in 45 Tagen - Menschen brauchen 6-8 Monate dazu. Beim Menschen ist die Milchzusammensetzung eher für das Wachstum des Gehirns (was bei Kälbchen nicht vorrangig zum Überleben wichtig ist) ausgelegt. Wäre ein hoher Calciumgehalt erforderlich, wäre er auch in der menschlichen Muttermilch entsprechend hoch. Ist er mit knapp 32 mg/100 ml aber nicht.

Der Tagesbedarf an Calcium liegt für Kinder von 1 - 4 Jahren bei 600 mg pro Tag - werden 350 ml Kuhmilch getrunken, nimmt das Kind 420 mg zu sich (die Bioverfügbarkeit liegt bei etwa 30% - tatsächlich verfügbar sind also 126 g) - bei Kindermilch sind es "nur" 300 mg (davon bioverfügbar sind 90 g). Es "fehlen" also bei Kindermilch bioverfügbare 36 g - insgesamt gerade mal 6 % des Gesamttagesbedarfes. Die Bioverfügbarkeit von Calcium bei Gemüse ist mit 50 - 60 % deutlich höher als bei Milch - um also die angeblich der Kindermilch "fehlende" Menge ersetzen wollen, würden 200 ml Orangensaft oder 10 g Sesam oder 70 g Spinat oder Brokkoli ausreichen. Darüber hinaus gibt es Mineralwässer, die bis zu 400 mg/l Calcium enthalten.

Warum überhaupt "viel Calcium"? Calcium soll Osteoporose verhindern - Studien ergeben jedoch: Je höher der Milchkonsum in einem Land, desto höher die Osteoproserate. Und: Wichtig ist nicht viel Calcium, sondern vor allem die gleichzeitige Zufuhr von Vitamin D. Untersuchungen ergaben außerdem, dass das tierische Eiweiß dazu führt, dass mehr Calcium mit dem Urin ausgeschieden wird, als aufgenommen wird (was den vorgenannten Zusammenhang erklärt) - daher scheidet man mit der Kuhmilch unter Umständen mehr Calzium aus, als man zu sich nimmt. Kuhmilch als DEN unersetzlichen Calciumlieferanten zu preisen und damit zu belegen, dass sie der Kindermilch deutlich überlegen ist, ist also offenbar nicht wirklich angebracht.

Vorwurf: Zu viel Zucker in Kindermilch 


Mich hat interessiert, wie viel "böser" Zucker in Folgemilchen nun tatsächlich enthalten ist. Ich habe die Kohlenhydratezusammensetzung aller gängigen Folgemilchen/ Kindermilchen verglichen und war erstaunt.

Zucker unterscheidet man in Einfachzucker, Zweifachzucker und Vielfachzucker. Wie die Namen schon sagen, bestehen Einfachzucker aus einfachen, nicht weiter aufspaltbaren Kohlenhydraten (Glucose, Fructose, Galaktose), Zweifachzucker aus zwei Molekülen (Laktose, Saccharose und Maltose) und Mehrfachzuckeraus Aneinanderreihungen vieler Einfachzucker (Stärke, Dextrine, etc.). Einfachzucker gelangen am schnellsten ins Blut, Mehrfachzucker werden erst nach und nach im Verdauungsprozess aufgespalten, weshalb sie länger sättigen. Man kann also vereinfacht sagen: Je längerkettiger das Zuckergebilde, desto länger dauert der Abbau, desto länger bleibt der Blutzuckerspiegel konstant, desto weniger schnell werden neue Nahrungsmittel aufgenommen (ein gesundes Sättigungsgefühl vorausgesetzt).

Die Folgemilchen bestehen vor allem aus Laktose (Milchzucker), Stärke (lange Ketten aus Einfachzuckern), Maltodextrin (Abbauprodukt von Stärke, kürzere Ketten aus Einfachzuckern) und zum Teil Glucose (Einfachzuckern). Kuhmilch enthält normalerweise nur Laktose - die Stärke und das Maltodextrin dienen dazu, die Milch sämiger und damit sättigender zu machen. Das,  was Folgemilchen an Stärke/Maltodextrin zugesetzt wird, wird an Laktose verringert, so dass der Gesamtkohlenhydrategehalt in etwa gleich bleibt. Grundsätzlich kann man also zwar sagen: Folgemilchen enthalten mit 7,9 g bis 9,3 g pro 100 ml durchaus mehr Kohlenhydrate als Pre (7 g und 7,8 g pro 100 ml), aber diese bestehen in der Regel aus Stärke und ihrem Abbauprodukt Maltodextrin. Stärke ist vollkommen geschmacksneutral, Maltodextrin nahezu.

Da Folgemilchen genau so viele Kalorien enthalten, wie Kuhmilch kann man also sagen: Bei gleicher Energiezufuhr sättigen sie schneller und länger, ohne dass sie ihnen süßende Stoffe zugesetzt sind.

Hier eine Übersicht über die Kohlenhydratezusammensetzung der Folgemilchen:
Vergleich Kohlenhydrate Folgemilch
Vergleich Kohlenhydratezusammensetzung der Folgemilchen

Zusätzlich - und damit tatsächlich zusätzlich "Zucker", also Glucose, enthalten 

  • die Bebivita 2 und 3 (nicht jedoch die Bebivita Kindermilch!), 
  • Humana 2 und 3 (aus Zuckersirup) und 
  • Milasan 3 und Alete 3 (dort aus Früchten).

Bei allen Sorten von Aptamil und Milumil sind ebenfalls geringe Mengen Glucose enthalten - diese sind Bestandteil der prebiotischen Ballasstoffe und auch in der Pre-Milch enthalten.

Keinen zusätzlichen Zucker enthalten alle Sorten von Beba und Hipp.

Ich habe bei Hipp mal nachgefragt, was genau die Kohlenhydrate sind, die auf ihren Packungen nicht deklariert sind (es bleibt oft eine kleinere Differenz zwischen Kohlenhydrate, Laktose und Stärke) - die Antwort dazu:
"Diese Differenz stammt von freien Kohlenhydraten. Während dem Herstellungsprozess werden der Milchnahrung verschiedene Vitamine und Mineralstoffe zugesetzt. Aus technologischen Gründen wird hierzu als Trägerstoff eine geringe Menge an Kohlenhydraten benötigt."
Im den meisten Fällen enthalten Folgemilchen also gar keinen zusätzlichen Zucker. Im schlechtesten Falle (also bei der Fütterung von Humana) nimmt das Kind beim Verzehr der 350 ml am Tag also genau 1,05 g MEHR reinen Zucker auf, als bei Kuhmilch. Mal zum Vergleich: Ein 190-g-Gläschen Obstbrei/GOB hat etwa 19 Gramm (Frucht)-Zucker. Alleine die Mittagsmenü-Gläser enthalten bis zu 5,5 g (Gläser ab dem 6. Monat) und 6,2 g Zucker (ab 8. Monat). Im MGB (pur) sind auch 12 g Zucker. Füttert man also diese Mahlzeiten in Glasform, hat man schon ca. 37 Gramm reinen Zucker. Ob es da auf das eine Gramm maßgeblich ankommt?

Vorwurf: Übervitaminisierung 


Schaut man sich die Folgemilchen grundsätzlich an, stellt man fest: Die Zusammensetzung ist weitestgehend ähnlich der muttermilchähnlichen Pre-Milch, wobei die Nährstoffdichte zum Teil leicht erhöht ist. Das ist für mich auch nachvollziehbar - ein Baby wird mit durchschnittlich 3.500 g geboren - mit 6-8 Monaten hat sich das Gewicht in der Regel mehr als verdoppelt. Entsprechend wächst auch der Nährstoffbedarf (dies erkennt man auch an den Referenzwerten der DGE für die Nährstoffzufuhr sehr gut - ab einem Alter von 4 Monaten ist der Bedarf oft deutlich höher, als in den ersten Monaten).

Das Bundesinstitut für Risikobewertuung stellt in der oben genannten Stellungnahme zwei Tatsachen fest:
Kindermilch wurden Vitamine zugesetzt (was auch auf Pre-Milch zutrifft) - nach Ansicht des BfR seien das zu viele. Das Verhältnis in der Kuhmilch (die noch immer für Kälber, nicht für Kinder optimiert ist) sei "erstrebenswerter" (warum konkret, wird nicht gesagt).

Die zweite Tatsache ist: Milchprodukte sollten 30% der täglichen Nahrungsmenge ausmachen.

Übervitaminisiert wäre die Kindermilch also dann, wenn sie mehr als 30% der empfohlenen Tagesmenge an Vitaminen enthielte. Ich habe das mal nachgerechnet - hier eine Übersicht dazu:


Vitamine in Kindemilch
Deckung des Tagesbedarfs an Vitaminen durch Kindermilch

Die Kindermilch ist in Bezug auf die empfohlenen täglichen Mengen also überdosiert in Bezug auf

Calcium 

Das BfR bemängelt trotz der "Überdosierung" dass in Kindermilch vermeintlich dennoch zu wenig Calcium enthalten sei (siehe oben).


Eisen
 
Eisen aus Milch hat eine vergleichsweise Bioverfügbarkeit - eine Überdosierung ist daher sinnvoll, da nicht die gesamte Menge vom Körper aufgenommen wird. Eisen aus Kuhmilch wird gerade mal zu 10% verwertet - Kuhmilch enthält also in 350 ml gerade mal 0,2 % des Tagesbedarfs an bioverfügbarem Eisen.
 

Zink

Die Bioverfügbarkeit von Zink ist mit 30% auch eher gering - daher entspricht die tatsächlich verwertbare Menge 31,5% des Tagesbedarfes und liegt damit in der Norm.

Jod 

Der höhere Jodgehalt wird vom BfR nicht als kritisch gesehen, 20% der Kinder sind mit Jod unterversorgt.


Vitamin C 

Überschüssiges Vitamin C wird ohne gesundheitliche Folgen ausgeschieden.


Vitamin E
 

Durch die Kindermilch werden 3,85 mg pro Tag aufgenommen - nachgewiesen unschädlich ist eine Menge von dauerhaft 25 mg pro Kilogramm Körpergewicht - also bei 10 Kilogramm 250 mg pro Tag.

Vitamin B12
 

Bezüglich dieses Vitamins bemängelt das BfR gar die (zu) geringe Menge im Vergleich zu Kuhmilch - es sollte also besser wie dort - zu 140% des Tagesbedarfes gedeckt werden.

Vitamin K 

Dieses ist auch in hohen Dosen nicht toxisch - wird nach der Geburt absichtlich überdosiert verabreicht. Kuhmilch enthält 93,3% des Tagesbedarfes - dort ist Vitamin K dann ebenfalls "überdosiert".


Biotin  

Es gibt keine Beobachtungen, dass eine Überdosierung schadet - eine Unterdosierung hat jedoch fatale Folgen. Kuhmilch enthält mehr als doppelt so viel Biotin, wie Kindermilch und damit 98% des Tagesbedarfes.

Im Vergleich zur Muttermilch, hat Kuhmilch außerdem zum Teil gravierend weniger oder mehr Nährstoffe - größere Abweichungen gibt es insbesondere bei Natrium, Calcium, Kupfer, Jod, Mangan, Vitamin A, B2, Niacin und Taurin.

Zusammenfassend kann man also sagen:

Die Vitamine, die der Kindermilch in etwas höheren Mengen zugesetzt wurden, sind bei einer Überdosierung nachgewiesen nicht schädlich, bei einem Mangel sehr wohl. Gibt man also Kindermilch im empfohlenen Umfang von 350 ml, ist von keiner gesundheitsgefährdenden Überdosierung an Vitaminen und Nährstoffen auszugehen.

Die Verbraucherzentrale stellt fest: Kindermilch ist überteuert 


Auch immer wieder gerne als "Quelle" für die Unsinnigkeit von Kindermilchen zitiert ist die "Untersuchung" der Verbraucherzentrale Hamburg. Ganz innovativ stellte diese fest: Kindermilch sei im Vergleich zur Kuhmilch "überteuert". Wenn man mal schauen möchte, wie professionell und umfassend das gemacht wurde: Klick. Die Verbraucherzentrale stellt also (eigentlich nur) fest: Pulver, das in einem aufwändigen Prozess gewonnen und angepasst wurde, ist teurer als das Ursprungsprodukt. Wirklich sehr überraschend. 

Dank Evas Hinweis (danke für den Kommentar!) habe ich mal nachgerechnet - der Preis für Bebivita Kindermilch liegt bei 0,81 EUR pro Liter, Milumil ist mit 1,55 EUR teurer, ebenso wie HIPP mit 1,78 EUR. Die Bio-Frisch-Milch kostet bei uns 0,89 EUR - bei einem Verzehr von knapp 2,5 Litern pro Woche, macht das also einen Mehrpreis je Sorte von bis zu 2,22 EUR - oder eine Ersparnis von 0,20 EUR bei Bebivita. Ob das nun Dimensionen sind, die einen empörten Aufschrei rechtfertigen? Die Fertigmilch im Tetrapak wird sicher teurer sein, aber da muss ja jeder selbst entscheiden, ob er das für die Bequemlichkeit in Kauf nehmen möchte. Man kann also allenfalls feststellen - Kindermilch ist (in der Regel) (etwas) teurer - aber wiegen die Vorteile diesen Mehrpreis denn auf?

Fazit 


Diese Frage muss jeder für sich ganz individuell beantworten. Kuhmilch ist im Vergleich durchaus billiger - aber eben auch nicht optimal oder gar besser als Kindermilch. Sicher schadet man seinem Kind nicht, wenn man ihm Kuhmilch in Maßen zu trinken gibt, aber eine pauschale Verurteilung der Folgemilchen ist einfach nicht richtig - sie ähneln eher der Muttermilch, als der Kuhmilch und enthalten deutlich weniger unnütze Zusätze, als das gemeinhin angenommen wird. Im Vergleich zur Anfangsmilch sind allenfalls Aromen in einigen wenigen Sorten zu finden.

Um die ursprüngliche Frage zu beantworten: Nein, Kindermilchen sind weder überflüssig noch überzuckert noch enthalten sie zu viele Vitamine. Sie enthalten aber weniger Eiweiß, weniger Natrium und ihre Zusammensetzung ähnelt eher der Muttermilch, als die der Kuhmilch. Insofern ist es eine individuelle Entscheidung, welche Milch man seinen Kindern zum trinken gibt - Folgemilch ist jedoch viel besser, als ihr Ruf und für mich persönlich das geeignetere Lebensmittel für Kinder. 

© Danielle

Das Baby ist 4,5 Monate alt - der Entwicklungsschub in der 19. Woche

Der Entwicklungssprung in der 19. Lebenswoche - das Baby ist 4,5 Monate alt - der 19-Wochen-Schub ist da!


Herr Ningel und Herr Nörgel packen KofferUm die 19. Woche herum (das entspricht einem Alter von 4 Monaten und 2 Wochen) werden unsere Kinder wieder einmal schwieriger. Sie schlafen deutlich schlechter, wollen nachts fast jede Stunde an die mütterliche Brust, weinen tagsüber sehr viel häufiger oder liegen wie nörglige kleine Omas und Opas auf der Decke und haben an allem und jedem etwas auszusetzen. Sie sind seeehr anhänglich und wollen eigentlich rund um die Uhr auf Mamas Arm getragen werden. Andere Menschen werden angstvoll angebrüllt, sie fremdeln.

Am schlimmsten ist eigentlich das Stillen - wenn ich nicht darauf vorbereitet gewesen wäre, dass es um den 4. Monat herum eine Stillkrise gibt, ich glaube, ich hätte aus Unwissenheit abgestillt. Meine Töchter waren beim Trinken sehr unruhig, oft haben sie die Brustwarze in den Mund genommen und angefangen zu trinken, haben aber dann keine Minute später losgelassen, um den Kopf irgendwo hin zu drehen und zu gucken. Sie waren super leicht ablenkbar und konnten sich gar nicht richtig aufs Trinken konzentrieren. Sie hatten aber weiterhin Hunger und wurden immer unruhiger und nöliger, versuchten wieder anzudocken, aber in ihrer Hast gelang es nicht. Puh!

Abhilfe schaffte das Stillen im Liegen in einem abgedunkelten Raum bzw., wenn ich unterwegs war, ein Tuch über Schulter und Kopf, so dass sie visuell nicht so abgelenkt waren. Zu dem Problem der Abgelenktheit hinzu kam, dass ich (wie fast alle Frauen in dieser Zeit) ein paar Tage lang zu wenig Milch hatte, da sich durch den Entwicklungsschub des Kindes der Milchbedarf sprunghaft erhöht. So kommt die Brust erstmal nicht mit der Produktion hinterher. Häufigeres Anlegen und Ruhe bewahren helfen aber dabei, diesen kurzfristigen Milchmangel zu überwinden, nach spätestens drei Tagen hat sich das Angebot dem Bedarf wieder angepasst. Nur nicht zufüttern in der Zeit, vertraut eurem Körper, der schafft das. Das Baby muss auch nicht hungern, wenn ihr jetzt alle Stunde beidseitig anlegt, kommt genug raus - später steigt ihr wieder um auf einen zwei- oder dreistündigen Rhythmus...

Ohne Frage, wir Eltern wissen bereits, was los ist: Herr Ningel und Herr Nörgel stehen vor unserer Tür. Und das Schlimmste - diesmal ziehen sie lange bei uns ein!

Wie lange dauert der Sprung? 


Fünf unendlich lange Wochen kann dieser Sprung laut van de Rijt dauern (ca. 14. - 19. Woche) (van de Rijt, 2005: 24). Bei uns waren es fast sechs und ich muss ehrlich sein: Diese Zeit hat mich fast um den Verstand gebracht. Ich mache keine Scherze. Ich dachte, ich werde nie wieder glücklich. Ständig nur unzufriedene Babys - mir ist fast die Decke auf den Kopf gefallen. 

Letzten Endes haben mich lange Spaziergänge durch den eiskalten, schneereichen Winter gerettet. Ich hatte immer eine Tochter in der Manduca und bin gelaufen, gelaufen, gelaufen, bis zum Coffeeshop. Bis dahin war das nörgelige Baby vor meinem Bauch eingeschlafen. Dann huschte ich schnell rein - mein Kaffee stand dank mitfühlender Barista meist schon bereit - denn länger als fünf Minuten durfte ich nicht verweilen, da meine Tochter sonst aufwachte und weinte. Wenn ich Glück hatte, gestatteten mir Herr Ningel und Herr Nörgel eine kurze Verschnaufpause auf der kalten Bank vor dem Coffeshop. Manchmal aber auch nicht. Dann regte sich das Baby, sobald ich saß, und ich sprang auf, um schnell weiterzulaufen und sie wieder in den Schlaf zu wiegen. Ich wollte alles, alles dafür tun, damit sie nur ja nicht zu schnell aufwachte und ich dann wieder ihr Genörgel in den Ohren hatte.
Baby schläft in der Manduca
Schlafen in der Manduca
Mir wurde in der Zeit übrigens ein Schrittzähler geschenkt: 30000 Schritte am Tag waren keine Seltenheit. Sollte ich nochmal ein Baby bekommen, werde ich in der Zeit Geocaching gehen, das verbindet das Spazieren wenigstens mit einem sinnvollen Ziel.

In diesem Entwicklungsschub nutzte ich übrigens das erste Mal mein persönliches Mantra ("Liebe mich, wenn ich es am wenigsten verdient habe, denn dann brauche ich es am meisten") - auch das half, die schwere Zeit irgendwie durchzustehen. 

Welchen Reifeprozess macht das Baby durch? 


Nach van de Rijt "springt" das Kind nun in die Welt der "Ereignisse". Nach dem letzten Schub konnte es - wir erinnern uns - fließende Übergänge im 12-Wochen-Schub von Mustern im 8-Wochen-Schub erkennen, jedoch nur einen fließenden Übergang, dann hielt es erst mal inne (vgl. van de Rijt, 2005: 123). Nun ist es in der Lage, eine Reihe von Mustern und fließenden Übergängen wahrzunehmen bzw. selbst zu erschaffen. Einen Ball, der vor ihm auf und ab springt, beobachtet es jetzt voller Vergnügen, denn es sieht nicht mehr nur "Ball oben. Ball unten. Ball oben. Ball unten." sondern erkennt nun den gesamten Vorgang als ein Ereignis. Wir Erwachsenen wissen bereits, dass das, was wir sehen, das Ereignis "springender Ball" ist, unser Baby lernt dies nun mit 19. Wochen (vgl. ebd. 2005: 125). 

Deshalb beobachten unsere Kinder in diesem Alter am allerliebsten uns, wie wir alltägliche Dinge tun: Das Umrühren der Suppe ist ein spannendes Ereignis. Das Kämmen der Haare ist ein faszinierendes Schauspiel. Das Mobile, das über dem Kopf hängt und sich im Wind bewegt, ist eine interessante Angelegenheit. Der Papa, der mit dem Staubsauger im Raum auf und ab läuft, wird zum aufregenden Abenteuer.

Motorisch frühe Kinder haben nun ihren Körper so weit unter Kontrolle, dass sie sich vom Rücken auf den Bauch drehen können. Wir erinnern uns - die Babys lernen, ein "Ereignis", also eine Abfolge von Mustern und Übergängen zwischen den Mustern, selbst zu erschaffen. Das Drehen auf den Bauch ist so ein Ereignis. Eine Abfolge von körperlichen Mustern (Beine nach oben werfen, Hüfte drehen, Rückenmuskeln anspannen etc.) müssen fließend ausgeführt werden, um den Körper herumzuwuchten (vgl. ebd., 2005: 131). 

Eine meiner Töchter schaffte dies tatsächlich sofort nach dem Sprung. Sie hatte sich vor dem Sprung bereits in einer Bewegung auf die Seite drehen können, es fehlten nur noch ein paar Millimeter, bis sie sich ganz gedreht hätte. Am Beginn des Schubs stellte sie ihre Bemühungen jedoch völlig ein. Sie drehte sich nicht einmal mehr auf die Seite, geschweige denn versuchte sie, sich weiter zu drehen. Nach exakt 6 Wochen wurde sie von einem auf den anderen Tag wieder gut gelaunt - und drehte sich komplett auf den Bauch als hätte sie nie etwas anderes getan. Dort lag sie dann und war sehr stolz auf sich.

Meine andere Tochter wartete übrigens mit dem Drehen vom Rücken auf den Bauch bis zu ihrem sechsten Monat - also keine Panik, wenn eure Kinder nicht gleich nach diesem Sprung ihre neu erworbenen Fähigkeiten ausprobieren. Sie sind dann eben an anderen Dingen interessiert. Besagte Tochter zum Beispiel lag lieber auf dem Rücken und brabbelte kurze Abfolgen von Vokalen und Konsonanten vor sich hin. Meine motorisch frühe Tochter hat das in diesem Alter nie gemacht. 

Einige wenige Babys schaffen es übrigens nach kurzer Zeit (ein paar Wochen) auch, sich wieder zurückzudrehen. Es ist aber nicht ungewöhnlich, wenn sie dies nicht sofort tun. Was habe ich mir für Gedanken gemacht, weil meine motorisch fitte Tochter es einfach nicht schaffte, sich wieder vom Bauch zurück auf den Rücken zu drehen. Erst mit sage und schreibe 11 Monaten gelang es ihr dann. Mittlerweile weiß ich, dass das völlig im Rahmen ist.


Die meisten Kinder können nun Gegenstände bewusst greifen und diese mit den Händen untersuchen. Da sie durch den Sprung ihren Körper noch weiter unter Kontrolle bekommen haben (also die neuronalen Anlagen für motorische "Ereignisse" angelegt wurden), können sie nun geschmeidig z.B. eine Rassel vom Boden aufheben, rasseln, von einer in die andere Hand geben und dann in den Mund stecken (vgl. ebd., 2005: 127).

Sprachmotorisch geht es in der Welt der Ereignisse um das Produzieren neuer Laute in einer Abfolge, die fast wie ganze Sätze klingen. Babys mögen es jetzt ganz besonders, den Brei, den sie nun zumeist bereits beigefüttert bekommen, auszuprusten. Pfffffffffff....und schon hat Mama Pastinake im Gesicht und das Kind freut sich ein Loch in den Bauch. "Abgewöhnen" kann man ihm diesen Entwicklungsschritt nicht. Es ist auch nur eine kurze Phase, insofern gilt das Motto: "Augen zu und durch." Vielleicht ist es ratsam, in dieser Zeit keine besonders teuren Blusen oder Anzüge anzuziehen (vgl ebd., 2005: 1289).

Kognitiv hat sich in diesem Sprung eine Menge getan. Ganz besonders faszinierend fand ich, dass unsere Babys nun die geistige Fähigkeit entwickelt haben, zu verstehen, dass ein Spielzeug weiter existiert, auch wenn es nicht mehr ganz zu sehen ist. Sie beginnen, nach ihren Sachen zu suchen, wenn diese zum Beispiel durch eine Windel halb verdeckt sind oder vor ihren Augen zugedeckt werden. Sie ziehen dann an der Windel, um das Spielzeug aufzudecken.

Wenn man sein Baby nun  öfter mit seinem Namen anspricht, reagiert es übrigens bald darauf, denn es fängt an, einzelne Wörter zu verstehen und mit dem Abbild des Gegenstandes kognitiv zu verbinden. Das ist nicht nur sein eigener Name, sondern auch andere oft gebrauchte Wörter wie Teddy, Ball, Mama oder Papa. Sind diese häufig an einem bestimmten Ort zu finden, guckt das Baby interessiert dort hin, wenn der Name des Gegenstandes fällt (vgl. ebd. 2005: 138).

Hinweis: Sollte dein Baby all diese Sachen noch nicht machen, ist das kein Grund zur Beunruhigung. Nach diesem Sprung sind zwar die neuronalen Anlagen für diese Fähigkeiten gelegt, aber wann diese durchbrechen und ausgeführt werden, entscheidet allein das Kind selbst. Also nicht ungeduldig werden - es wird kommen, sei es morgen oder in ein paar Monaten.

Beliebte Spiele mit 4,5 Monaten 


Wie ich schon in den vorangegangenen Texten betonte, brauchen unsere Kinder keine spezielle Förderung, da sich die natürlichen Bedürfnisse und Wünsche immer ihren Weg von selbst bahnen, wenn dem Kind die Freiheit gewährt wird, diese auszuleben. Man kann aber selbstverständlich als Elternteil seine Spiele so anpassen, dass sie zu dem jeweiligen kognitiven Entwicklungsschub passen.

Ab diesem Sprung beschäftigen sich unsere Kinder sehr gern mit sogenannten Activity Centern. Bei den meisten liegen die Kinder auf dem Rücken darunter und versuchen, die oben hängenden Gegenstände zu greifen. Besonders qualitativ hochwertig sind die Holz-Spieltrapeze von Hess oder Heimess.  

Um aber die Bauchlage zu üben und den Stützapparat zu trainieren ist es sinnvoll, auch ein Spieltrapez zu haben bei dem das Kind auch in Bauchlage genügend Spielmöglichkeiten findet. Es gibt verschiedene Modellle, die sich am Babybett befestigen lassen, z. B. das Minitivity von Select oder die Modelle von Passi. Vielleicht habt ihr auf dem Flohmarkt Glück und findet noch ein älteres Modell von Fisher Price. Mit der darauf befindlichen Wählscheibe, den Schiebern und Glöckchen konnten sich meine Kinder wirklich intensiv beschäftigen.

Um dem Baby die Bauchlage etwas zu erleichtern, kann man ein dünnes Handtuch zusammenrollen und längs unter die Achseln und den Oberkörper des Babys platzieren. Noch lieber hat es das Kind, wenn man sich als Elternteil auf den Rücken legt und das Baby auf den Bauch auf sich drauf. Dann kann es ganz fasziniert und ohne viel Mühe in der Bauchlage in unser Gesicht gucken und dieses mit dem Händen untersuchen. Natürlich wird man dabei extrem vollgesabbert.... aber das erträgt man ja gern.

Auch ein einfacher Spiegel wird für unsere Babys nun zunehmend interessant: Hält man ihnen in Bauchlage einen Spiegel vor, wird das "fremde" Baby darin intensiv beobachtet und angefasst. Man kann sehr gut das Erstaunen und die Neugier unserer Kinder an den Augenbrauen ablesen. Guckt sie euch genau an: Hebt euer Baby für eine Sekunde die Augenbrauen (es sieht kurzzeitig erstaunt aus), ist seine Aufmerksamkeit gerade auf dem Höhepunkt, das Spiel macht ihm sehr viel Spaß.


Versteckspiele mit Mama und Papa gehören in diesem Alter zu den Höhepunkten des Babytages. Man kann eine dünne Mullwindel auf den Kopf des Babys legen, wenn es bei uns auf dem Schoß in en face Stellung sitzt. Automatisch wird es versuchen, diese wieder von seinem Kopf zu ziehen, auch, wenn es ihm schwer fällt und nicht immer gelingt. Wenn wir dabei lustig "Wo ist denn der/die ....?" rufen und das Herunterziehen des Tuches mit einem freudigen "Daaaaa!" begleiten, wird es bald merken, dass dies ein Spiel ist und immer wieder danach verlangen. Als Variation können die Eltern sich selbst oder ein Spielzeug verdecken und danach fragen. Auch das klassische "Kuckuck!" spielen mit den Händen macht Spaß und darf, wenn es nach unseren Babys geht, unendlich oft wiederholt werden. Immer beliebter werden Lieder und Reime, die mit bestimmten Bewegungen verbunden werden. Diese kann man sehr leicht immer beim Wickeln in den Alltag einfügen. Meine Kinder mochten besonders "Kommt ein Mann die Treppe rauf", "Kommt ein Mäuslein, baut ein Häuslein" und "Zehn kleine Zappelmänner". Es gibt aber unendlich viele dieser Fingerspiele - probiert einfach ein paar aus. 

© Snowqueen

Das Buch 


Cover Oh je ich wachseWer mehr über diesen und weitere Entwicklungssprünge wissen möchte, dem sei das Buch "Oje ich wachse" von Hetty von de Rijt, Frans X. Plooij und Regine Brams aus dem Goldmann-Verlag ans Herz gelegt. 

Dieser Blog-Artikel beruht ausschließlich auf dem obigen Buch von Hetty von de Rijt, Frans X. Plooij und Regine Brams, alle von mir referierten Inhalte sind darin wiederzufinden. 

Weitere Entwicklungssprünge


Die anderen Entwicklungssprünge findest Du hier: