Beikost und ordentliches Essen bei Tisch

Die Erziehung unserer Großeltern und Eltern - Teil 3


Bild einer FamilieIn diesem Artikel soll es um die Frage gehen, warum unsere Großeltern und Eltern uns ständig dazu drängen, unseren Babys endlich mal "was Richtiges" zu essen zu geben und uns oft schon wenige Monate nach der Geburt ans Herz legen, Gemüsesäfte in die Milch zu geben oder diese gar mit Haferschleim anzudicken. Bekommen unsere Kinder mit vier bis sechs Monaten gar immer noch nur Milch, werden auch die entspanntesten Großeltern nervös - das Kind braucht doch Nährstoffe! 
 
 

Großeltern

 
Liest man bei Johanna Haarer nach, wird zunächst nicht gleich klar, warum unsere Großeltern uns so hetzen, denn eigentlich steht dort sehr eindeutig:
"Deutsche Mutter, stille so lange du kannst! [...] Du aber versuche mit allen Mitteln, die Brusternährung wenigstens im ersten Lebenshalbjahr durchzuführen. Stille auch dann noch weiter, wenn du kannst, bis gegen Ende des ersten Jahres. Nie wieder bist du in der Lage, deinem Kinde einen solchen Schatz an Lebenskraft und Gesundheit für später mitzugeben wie in dieser Zeit. Beraube dich nicht selbst des beglückenden Gefühls, deine Pflicht ihm gegenüber erfüllt zu haben. [...] Während der ersten 6 Monate sollte dem Kinde die mütterliche Brust keinesfalls entzogen werden. Jede andere Nahrung während dieser Zeit ist und bleibt "Ersatz". [...] Nach dem 6. Lebensmonat braucht der Säugling mehr, als ihm die mütterliche Milch bieten kann. Es sind dies in erster Linie mineralische Stoffe, vor allem Eisen und Kalk, die der Säugling zur Blut- und Knochenbildung braucht. Dies ist aber beileibe kein Grund zum Abstillen! Die Hauptnahrung des Kindes bleibt nach wie vor die Muttermilch. Die fehlenden Stoffe werden dem Kind durch eine geeignet ausgewählte Beikost (Gemüse) zugeführt [...]. Allmählich nimmt die Beikost immer breiteren Raum ein und eine Brustmahlzeit nach der anderen wird durch sie ersetzt. Wann dann schließlich die letzte Brustmahlzeit ganz weggelassen und das Kind endgültig abgestillt wird, kann nicht ein für allemal festgelegt werden. Als ungefähre Grenze kann der 9. - 12. Lebensmonat angegeben werden" (vgl. Haarer, 1939: 134ff). 
Erst beim Stöbern im Kapitel für "künstlich" ernährte Kinder wurde ich fündig. Da die Herstellung industriell hergestellter Kindermilch noch in den Anfängen steckte, stellten die meisten Mütter im Dritten Reich die Ersatznahrung für ihre Babys selbst her - aus Kuhmilch, Wasser, Mehl und Zucker. Die Herstellung selbst ist eine Wissenschaft für sich. Ich musste das Kapitel mehrmals intensiv lesen, um überhaupt hinter den Rechenvorgang zu steigen, der nötig war, um anhand des Gewichtes des Kindes seinen Bedarf zu bestimmen. Hinzu kam, dass es damals noch keine Kühlschränke gab und selbst Eischränke (ein Loch mit Tür in der Wand unterm Küchenfenster, in welches täglich ein großer Eisblock gelegt wurde) eher selten waren. Die Kuhmilch wurde aufgekocht, um Keime abzutöten, und dann meist im kühlen Keller aufbewahrt. Dann wurde die "Verdünnungsflüssigkeit" (der Schleim bestehend aus Mehl, Wasser und Zucker) hergestellt. Aus diesem Vorrat an Milch und Schleim wurden dann die einzelnen Milchfläschchen abgemessen. Es ist nicht verwunderlich, dass Haarer den Müttern, die diese Ersatzmilch füttern, rät, die Löcher des Saugers etwas dicker zu stechen, weil sonst das Gemisch nicht herausgesaugt werden kann: 
Altes Regal mit Zucker und Mehl"Für dickflüssigere Gemische wie bei Gries oder Zwiebackmehlzusatz halten wir uns einen [...] Sauger, den wir mit einer dickeren Stopfnadel oder Stricknadel durchbohrt haben" (vgl. Haarer, 1939: 191).
Auch nicht verwunderlich ist, dass die Säuglingssterblichkeit bei "künstlich ernährten" Babys stark erhöht war und den Müttern dringend geraten wurde, als Ergänzung zur Flaschennahrung ab dem 4. Monat rohe Obst- und Gemüsesäfte sowie rohe Obstbreie zu geben. 
"Diese rohe Beikost enthält in hohem Maße Ergänzungsstoffe (Vitamine), die besonders für die gesunde Entwicklung des Flaschenkindes hochbedeutsam sind. Ihre Anwendung ist bei künstlicher Ernährung während des ganzen Jahres geboten, auch im Winter, wenn sie vielleicht schwieriger zu beschaffen sind" (vgl. ebd., 1339: 192f).
Interessant ist auch der Umgang mit Zucker, den die heutige Müttergeneration meist versucht so gut wie möglich zu vermeiden, der zu Großmutters Zeiten jedoch sogar als wichtig beschrieben wird. Er erhöht, laut Haarer, den Nährwert der Obstsäfte (vgl. ebd., 1939: 193):
"Der so gewonnene Saft wird mit etwas Zucker schwach gesüßt, unter Umständen mit etwas Wasser verdünnt und dem Kind aus der Flasche gegeben. Die Säfte beruhigen und stillen den Durst. Man kann sie zu beliebiger Tageszeit reichen, besonders dann, wenn das Kind schreit und unruhig ist" (vgl. ebd., 1939: 193).
Wir erinnern uns: Laut der Stillregeln im dritten Reich durften Babys niemals außerhalb des vierstündigen Essensrhythmus gestillt werden, um sie nicht zu verwöhnen. Nun aber gibt die Autorin den Müttern die Absolution, ihre Kinder, wenn sie schreien, zumindest mit Obst- und Gemüsesaft zu füttern, da der Nährwert dieser laut Haarer  verhältnismäßig gering sei und daher keine "Mahlzeit" darstelle (vgl. ebd., 1939: 193) . Dass unsere Großmütter gern darauf zurückgriffen - auch die, die eigentlich stillten - ist gut nachvollziehbar. Wer würde sein schreiendes Kind nicht gern mit etwas beruhigen, das ihm zusätzlich noch wertvolle Vitamine beschert?
"Außer diesen Frucht- und Gemüsesäften bekommt das Kind höchstens noch im Bedarfsfalle etwas Tee, der gleichfalls keinen Nährwert hat. Wir haben bereits bei der Besprechung des Schreiens gesehen, dass die Darreichung von Tee schon beim ganz jungen Säugling notwendig werden kann, um ihn zu beruhigen und ihm über die Nahrungspause besonders während der Nacht hinwegzuhelfen. Auch der ältere Säugling schreit namentlich während der heißen Jahreszeit häufig, weil er Durst hat. Man vergesse nicht, an diese Möglichkeit zu denken. [...] Das Kind nimmt den Tee am liebsten, wenn er gesüßt ist" (vgl. ebd., 1939: 194f).
Mit Vollendung des 6. Lebensmonats sollten dann, laut Haarer, neben den rohen Obst-und Gemüsesäften, auch die Zukost eingeführt werden. Wie im ersten Zitat schon anklang, bedeutet die Einführung von Beikost zu Zeiten unserer Großmütter nicht, dass das Kind sofort schnell abgestillt werden soll. Im Gegenteil: das zusätzliche Stillen wird immer wieder propagiert als das Beste fürs Kind. Mit welchem Gemüse die Beikosteinführung beginnt, schreibt damals die jeweilige Jahreszeit vor: 
"Die Reihe der Gemüse beginnt im Frühjahr mit Spinat, der dann besonders zart und von mildem Geschmack ist. Bald taucht der erste Kopfsalat auf, der ebenso wie Spinat zubereitet und verabreicht werden kann. Im Frühsommer erscheinen dann die zarten Karotten, etwas später die jungen grünen Erbsen. Dann folgen nacheinander Mangold, weiße Rüben und Teltower Rübchen, gelbe Rübchen und Blumenkohl. Im späten Herbst erscheint der Rosenkohl. Er und die gelben Rüben pflegen den ganzen Winter zur Verfügung zu stehen. Auch taucht oft noch tief im Winter auf dem Markt der Winterspinat auf, den allerdings wegen seiner derberen Beschaffenheit und seines herberen Geschmacks nicht alle Kinder gern nehmen. Auch Schwarzwurzeln kann man versuchen zu geben. - Jeder Gemüsesorte kann man einige feine Scheiben geschälte, rohe Kartoffeln zusetzen und sie mitdämpfen. Kartoffeln sind reich an Mineral- und Ergänzungsstoffen, sie sättigen das Kind durch ihren Gehalt an Nährstoffen und sie haben die angenehme Eigenschaft, den herben Geschmack mancher Gemüse, z. B. des Spinats, zu mildern" (vgl. Haarer, 1939: 209f).
Zuckerrüben

Die deutsche Kind erhält seine Beikost eigentlich mit dem Löffel. Gibt es dabei jedoch Widerstand, erlaubt Haarer, den Brei zunächst dünnflüssiger aus der Flasche mit großem Saugloch zu reichen (vgl. ebd., 1939: 214f). Kein Erbarmen gibt es jedoch bei "unsauberem" Essen oder Essensverweigerung.
"Es ist für die Tischsitten des Kindes ausschlaggebend, dass man ihm niemals gestattet, mit den Händchen ins Essen oder in den Mund zu fahren. Nur allzu leicht ist die Mutter geneigt, irgendwelche Unarten während des Essens als drollige Belustigung anzusehen. Sie sollte aber nicht vergessen, dass mit dem Kinde auch die Ungezogenheiten wachsen. Also unterlasse man nie, das Kind richtig in den Arm zu nehmen, Hals und Brust mit einem sauberen Tuch abzudecken und seine Ärmchen festzuhalten. Auf diese Weise kommt das Kind später gar nicht auf den Einfall, mit seinen Händchen in Mund oder Essen zu greifen und Schmierereien anzurichten. Ist das Kind so erzogen, dann ist auch die Fütterung von Brot mit Aufstrich und Gebäck sehr leicht. Es wartet geduldig, bis ihm Stückchen auf Stückchen in den Mund gesteckt wird" (vgl. ebd., 1939: 214).
Auch "Essensverweigerung" wird hart geahndet, wenn es nach Dr. Haarer geht. Zwar rät sie immerhin davon ab, dem Kind den Löffel gewaltsam aufzuzwingen, geht dann aber einen nicht minder perfiden Weg, um doch noch das verschmähte Gemüse ins Kind zu bekommen:
"Beharrt das Kind trotz allen geduldigen Versuchen in seiner Ablehnung, so bleibt, wenigstens was das Gemüse nach dem 6. Monat betrifft, gar nichts übrig, als es einmal hungern zu lassen. Das abgelehnte Gemüse wird zur nächsten Essenszeit wieder gereicht und muss unter dem Zwang des Hungers schließlich gegessen werden. Diese Maßnahme mag grausam erscheinen, ist aber das einzige Mittel, um das Kind vor Ernährungsstörung und Krankheit zu bewahren, die als Folge einer einseitigen Ernährung zu erwarten sind" (vgl. ebd., 1939: 215). 
Diese Taktik kennen wir schon vom Stillen, auch dort wird der "ältere Säugling" (also ab dem 6. Monat) rigoros hungern gelassen, wenn er irgendwelche Faxen beim Trinken macht. Oft wurde diese Methode auch später genutzt, wenn größere Kinder bestimmtes Essen verweigerten:
"Sollte man dem Kinde das verschmähte Essen zur nächsten Mahlzeit wieder auftischen? Bei hartnäckigen Sündern, die z.B. gar kein Gemüse essen wollen, muss man das tun und sie so zur richtigen Kost doch einfach zwingen" (vgl. Haarer, 1941: 171).
Zeitzeugen nach interpretierten nicht wenige Eltern diesen Abschnitt in solcher Weise, dass die Kinder nicht nur das verschmähte Essen wieder und wieder vorgesetzt bekamen, sie mussten auch so lange vor dem Teller sitzen bleiben, bis alles aufgegessen war. Wurde das Essen hinterher vor Ekel wieder erbrochen, so kam es nicht selten vor, dass den Kindern dieses Erbrochene bei der nächsten Mahlzeit vorgesetzt wurde - auch beim Essen, war es wohl unabdingbar, eine gestählte deutsche Jungend hervorzubringen....
 
 

Eltern

  
Ein Glas MörensaftWurde bei unseren Großeltern noch das möglichst lange Stillen propagiert, kommt es in den 60er und 70er Jahren zu einer dramatischen Wende. Bei Haarer heißt es nun plötzlich:
"Das Baby sollte in den ersten Lebensmonaten an der Brust ernährt werden. Es braucht in dieser Zeit Obst- und Gemüsesäfte und Gemüsebrei als Ergänzung zu mütterlichen Milch. Um den dritten Monat fängt man mit dem Abstillen an und ersetzt allmählich eine Brustmahlzeit durch andere Nahrung. Das Baby braucht jetzt Stoffe, die in der Muttermilch nicht in genügender Menge vorhanden sind, wie z. B. Eisen zur Blutbildung, Kalk und Phosphor zur Bildung seiner Knochen" (vgl Haarer, 1973: 179).
Warum es zu diesem Wandel kam, kann ich nicht nachvollziehen. Ich wundere mich, dass nun als unumstößlicher Fakt festgehalten ist, dass die Muttermilch schon so früh nicht mehr genügend Grundlage zur Ernährung bietet. Wenn dem so wäre, hätte die Menschheit ja längst ausgestorben sein müssen, denn über Jahrhunderte bekamen Säuglinge nichts anderes. Trotzdem habe ich auch in anderen Büchern unserer Elterngeneration dieselben Ratschläge gefunden. Selbst in Heinrich Brückners "Ein Kind wird erwartet" lasen unsere Mütter den Rat:
"Mit zunehmendem Alter braucht der Säugling außer der reinen Milchnahrung auch anderes, um seinen eigenen Bedarf an Energie- und Baustoffen zu decken. Entsprechend den Entwicklungserfordernissen des Darmes werden auch festere Stoffe in Form der Pflanzenfasern aus Obst und Gemüse nötig. Er muss sich rechtzeitig an andere Geschmacksrichtungen und andere Teilchengrößen gewöhnen, um mit alledem auf längere Sicht den Übergang auf die gemischte Kost der "Großen" vorzubereiten. Diese sogenannte Beikost beginnt teelöffelweise mit Obst- und Möhrensaft ab 6. Woche. [...] Mit Beginn des 4. bis 5. Monats wird der erste Brei erforderlich" (vgl. Brückner, 1989: 187).
Weil die Muttermilch (genauso wie die Fertigmilch) angeblich so wenig Nährstoffe jenseits des vierten Lebensmonats bereithielt, wurde den Müttern ein recht schneller Abstillplan ans Herz gelegt:
"Etwa von der 6. Lebenswoche an gibt man dem Baby täglich etwas Obst- oder Gemüsesaft. Im dritten bis vierten Monat bekommt es mittags nichts mehr an der Brust zu trinken, sondern sie geben eine Gemüsemahlzeit. Dann werden schrittweise die Brustmahlzeiten durch andere Kost ersetzt, wie die nachstehende Tabelle zeigt:  


Ernährungsplan nach Haarer
Fütterungsschema nach J. Haarer

War die Einführung von Gemüse noch in den 30er Jahren abhängig von der Jahreszeit, wird den Müttern in den 70er Jahren nun plötzlich klare Regeln bezüglich der Einführung gegeben. Warum auch hier ein Wandel stattfand, ist für mich wieder nicht nachvollziehbar. Trotzdem schreibt nun Haarer:
"Im 3.-4. Monat gewöhnen Sie Ihr Baby an eine richtige Gemüsemahlzeit. Auch hier fangen Sie mit Karotten an und geben mittags vor der Flasche zunächst nur ein paar Löffelchen. Bald aber soll die Mittagsmahlzeit ganz aus Gemüse bestehen. [...] Als zweites Gemüse gibt man Spinat, aber er sollte nicht vor dem sechsten Monat gegeben werden! Bei diesem Gemüse ist es wichtig, dass es immer ganz frisch zubereitet wird. Niemals darf man Spinatreste aufwärmen und dem Kinde geben! Sie zersetzen sich leicht und können dann giftig wirken. [...] Das größere Baby kann im zweiten Halbjahr dann noch andere Gemüsesorten essen: Blumenkohl, Rosenkohl, Grünkohl, Schwarzwurzeln, Tomaten usw. Mit den Krautsorten wartet man noch, sie blähen leicht" (vgl. Haarer, 1973: 200f).
Bei Schwierigkeiten mit der Beikosteinführung klingt Haarer in den 70er Jahren nun weitaus seichter:
"Wenn Sie Ihrem Baby zuerst Obstsäfte und Gemüse geben, dann geht oft nicht alles glatt. Schon das Baby hat einen ausgeprägten Geschmack, es ist seine süße Milchkost gewöhnt und lehnt besonders das gesalzene Gemüse anfangs ab. Es muss sich ja auch erst an den Löffel gewöhnen! Das muss man mit Geduld überwinden. Spuckt ihr Kind die neue Kost anfangs aus, dann gibt es hässliche Flecke in der Wäsche. Nehmen Sie das Kind halb liegend in den Schoß, halten sie die Händchen mit Ihrer linken Hand fest, decken Sie den Hals und die Brust mit einem Tuch ab, und füttern Sie mit der rechten Hand. - Wenn Sie beim Gemüsefüttern große Mühe haben, dann süßen Sie anfangs mit einer Prise Zucker. Tun Sie das aber nicht zu lang, geben Sie niemals zu viel Zucker. Davon wird Ihr Kind dick. Begehen Sie auch nicht den Fehler, die Gemüsemahlzeit aus der Flasche zu geben. Das Kind muss sich an den Löffel gewöhnen, es muss essen lernen und darf nicht immer nur saugen (vgl. Haarer, 1973: 202).
Wird das Festhalten der Ärmchen des Babys zu Großmutters Zeiten noch mit "Erziehung" erklärt, ist Haarer nun schlau genug, es damit zu begründen, dass es sonst zu viele Flecken und damit mehr Arbeit für die arme Hausfrau gäbe. Das klingt doch schon viel netter, oder?
Sie schreibt weiter: 
Bild aus dem 80ern - Kind"Das Essen und Füttern [beim älteren Säugling] ist meist nicht mehr so einfach wie früher. Das Kind will sich beim Essen nicht ruhig halten, es turnt herum und will mit den Händchen nach dem Löffel, in die Speisen oder in seinen Mund greifen. Hier hilft nichts als eine bestimmte Ordnung: [...] Füttern Sie es langsam, und warten Sie vor jedem neuen Löffel so lange, bis der kleine Mund leer ist und für den nächsten Bissen geöffnet wird. [...] Geben Sie acht, dass das Kind beim Essen nicht allzuviel plappert, spielt oder trödelt, sonst werden seine Mahlzeiten für Sie sehr zeitraubend. Wenn Ihr Kind eine Speise ablehnt, den Mund nicht öffnet oder nicht schluckt, oder wenn es gar wieder ausspuckt, dann legen Sie einfach den Löffel weg und hören zu füttern auf. [...] Denken Sie imer daran, dass Hunger der beste Koch ist. Hier wie bei vielen anderen Gelegenheiten können wir Ihnen nur raten, konsequent zu sein. Allerdings müssen Sie eine beseelte und liebevolle Konsequenz anwenden, keine starre Prinzipienreiterei. Schon das kleine Kind muss hinter aller Strenge immer noch die mütterliche Liebe spüren, es hat dafür ein feines Gefühl" (vgl. Haarer, 1973: 233f).
Das Konzept der "liebevollen Strenge" war bei unseren Eltern sehr beliebt und spukt auch heute noch vielen Jungeltern im Kopf herum. Das ist verständlich, denn es klingt erst einmal logisch: Natürlich wissen wir Erwachsenen am besten, was gut für unser Kind ist und wir müssen es nun einmal erziehen. Dass das unsere Kinder nicht immer glücklich macht, ist klar - aber sie werden es uns eines Tages danken, und solange sie immer unsere Liebe hinter den logischen Konsequenzen spüren - sie haben ja ein natürliches Gespür dafür - ist doch alles prima....

Wer sich dafür interessiert, einen Blick darauf zu werfen, wie logische Konsequenzen (wie z. B. das Wegnehmen des Essens, wenn das Kind matscht) möglicherweise beim Kind ankommen und ob sich unsere Kinder beim Verteilen von elterlichem Lob und Tadel wirklich immer bedingungslos geliebt fühlen, dem empfehle ich an dieser Stelle das Buch "Liebe und Eigenständigkeit" von Alfie Kohn, über das wir hier eine Rezension geschrieben haben.
 
 

Wir

 
Ich kann mich noch erinnern, wie viel Respekt ich vor der Einführung der Beikost hatte. Mir kam der Schritt vom Stillen zum Breifüttern vor wie ein Übergang von der Grundschule zur Universität. Hatte bisher mein Körper alles Lebensnotwendige übernommen und meine Kinder ernährt, musste ich nun plötzlich darüber nachdenken, was ich wann und wie koche. Ich bin keine besonders gute Köchin - ich hatte echt Bammel davor. Gott sei Dank war auch hier wieder meine Stillberaterin der rettende Engel. Sie hatte ein Blättchen zur Beikosteinführung für mich zur Hand, auf dem alles Wichtig Schritt für Schritt stand. Das reichte schon, um mich zu beruhigen. Ich konnte einem Weg folgen, den schon andere Mütter vor mir gegangen waren. Wie angenehm!
 
Da ich eine besonders gute Stillberaterin habe, war der Plan, den sie mir in die Hand drückte, nicht besonders detailliert, sondern eher eine grobe Richtung, der ich folgen konnte. Das ist auch gut so, denn es gibt einfach keine detaillierten Ernährungsempfehlungen, die gleichzeitig wissenschaftlich fundiert sind. Expertenausschüsse wie ESPGHAN, AAP und WHO geben eher vage und vorsichtige Empfehlungen.
 
Kind rümpft die NaseIm Grunde ist die Einführung von Beikost ganz unkompliziert, wenn man sich mal vor Augen führt, wie die Kinder in den letzten Jahrtausensenden ernährt wurden. Sie aßen das, was die Natur gerade hergab - in der Regel das Gleiche, wie ihre Eltern. Fein püriert oder schonend schrittweise neue Lebensmittel eingeführt, wurde ganz sicher nicht. Damals ging es um das nackte Überleben - Kinder sind nach wie vor evolutionär darauf ausgelegt, möglichst unkompliziert ernährt zu werden. Früher war Nahrung ein knappes Gut - Mütter (mit in der Regel auch kurzen Geburtenfolgen) waren darauf angewiesen, Babys bei Gelegenheit frühzeitig geringe Mengen zuzufüttern, auch um eigene Energiereserven zu schonen.
 
Babys sind also darauf ausgelegt, von Anfang an geringe Mengen an unterschiedlicher Beikost verwerten zu können. In vielen Gesellschaften in der Welt wird dies tatsächlich auch so praktiziert. Man muss aber auch ganz klar sagen: Babys sind theoretisch in der Lage, früh Beikost zu verdauen - allerdings diente dieses Beifüttern nicht - wie heute üblich - dem Abstillen, sondern lediglich der Ergänzung zum Stillen. Daher ist es ganz sicher sinnvoll, sich an der Empfehlung "zwischen 4 und 6 Monaten" zu orientieren, ohne sich zu stressen, wenn das Baby nach dem 6. Monat noch immer keine Lust auf etwas anderes als Milch hat. Und wenn es im Alter von 3 Monaten schon mal nach einem Löffelchen Apfelmus schielt, wird es ihm sicher auch nichts schaden, ihn zu bekommen.
 
Derzeit entwickeln sich verschiedene Richtungen bei der Beikost - die einen praktizieren beispielsweise Baby-led weaning, das die evolutionär natürlichste Ernährung sein dürfte, die anderen halten sich an die ernährungswissenschaftlichen Pläne. Das Forschungsinstitut für Kinderernährung empfiehlt beispielsweise auf dieser Seite:
  • die Einführung eines Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Breis im 5. Monat
  • die Einführung eines Milchgetreide-Breis im 6. Monat
  • die Einführung eines Getreide-Obst-Breis im 7. Monat und
  • den Übergang zur Familienkost ab dem 10. Monat.

Welchen Weg man geht, ist vermutlich relativ egal - keine Studie hat bisher herausragende Vor- oder Nachteile bei global sehr unterschiedlichen Herangehensweisen gefunden. Das im zweiten Monat in Nigeria mit Maisbrei gefütterte Baby wird ebenso wenig wie das in Malaysia ab Geburt mit einem Brei aus gekochten Bananen oder gekochtem Reis mit Zucker gefütterte Baby oder das Karottenbrei essende Baby in Deutschland Schaden nehmen. Das einzige Thema, dem man einen Gedanken widmen sollte, ist die Allergieprävention.

Auch was das Matschen mit dem Essen angeht, können sich Eltern heute glücklicherweise aussuchen, was am besten zu ihnen passt. Ich kenne viele Jungeltern im Freundeskreis, die es nicht gerne sehen, wenn ihre Kinder matschen und es konsequent unterbinden. Ich kann das gut nachvollziehen - es macht viel Arbeit und sieht auch nicht besonders ansprechend aus, vor allem, wenn man als Erwachsener daneben sitzt und auch essen möchte. 

Kind matscht mit SahnetorteTrotzdem habe ich mich für den anderen Weg entschieden. Mir ist es sehr wichtig, dass meine Kinder das Essen mit allen Sinnen begreifen - da kommt man leider um das "Matschen" nicht herum. Bei uns heißt es allerdings "Experimentieren". Meine Kinder durften seit Beginn der Beikost mit ihrem Essen spielen. Das beschränkte sich am Anfang natürlich erstmal auf das Hineingreifen in den Brei, das ausführliche Ablecken der Finger usw. Später, als meine Kinder etwas größer waren, kamen echte Untersuchungen hinzu: Schmeckt es, wenn man Wasser in den Joghurt schüttet und das dann trinkt? Ja! Ist die Stulle noch lecker, wenn man sie zuvor im Wasserbecher eingeweicht hat? Nein! Schmeckt Apfelmus zusammen mit Kartoffelbrei? Ja! Kann man gekochte Makkaroni wie einen Strohhalm nutzen und damit trinken? Ja!

Kind matscht mit SahnetorteMit 2,5 - 3 Jahren hörte das Experimentieren bei uns einfach so auf - meine Kinder hatten wohl genug gelernt. Sie haben übrigens von Anfang an sehr gut verstanden, dass sie bei anderen nicht matschen dürfen. Im Restaurant, im Kindergarten oder bei Freunden haben sie sehr gesittet und sauber gegessen. Ich habe ihnen einfach gesagt, dass sie dort ordentlich essen sollen und das haben sie getan. Sie wussten ja, dass sie ihre Neugier zuhause stillen konnten. Auch das Argument meiner - von unseren Tischsitten sehr entsetzten - Schwiegermutter "Mit Essen spielt man nicht. Die Kinder in der dritten Welt haben schließlich nicht genug." fand ich zwar nachvollziehbar, aber auf unsere Situation nicht anwendbar. Ich stimme zu, das Essen dieser Welt ist sehr ungerecht verteilt und es ist in der Tat unverantwortlich, viel noch genießbares Essen wegzuwerfen. Meine Kinder aber haben den Großteil ihrer Experimente sehr wohl aufgegessen, weil es ihnen schmeckte. Es wurde, darauf achte ich akribisch, nichts unnütz weggeworfen. Nur weil ich Tzatziki auf Lebkuchen eher nicht essen würde, heißt das noch lange nicht, dass meine Kinder das nicht irgendwie lecker finden. 

Bei einer Sache allerdings hat das Matschen/Experimentieren leider überhaupt nicht geholfen: Eine meiner Töchter mochte von Anfang an kein Gemüse - und isst bis heute keins. Schade auch. 

© Snowqueen (feat. Danielle)
 
 

Quellen


Brückner, H. Ein Kind wird erwartet. 1989, Verlag für die Frau, Leipzig



Haarer, J., (1941) Unsere kleinen Kinder: Lehmanns Verlag, München-Berlin
 

Bildnachweise

Familie 1915 (s/w): Lutz Riedel / pixelio.de
Omas Küchenschrank: Sandra Krumme / pixelio.de
Teltower Rübchen: Christa Nöhren / pixelio.de     
Möhrensaft: gänseblümchen  / pixelio.de                                   

Tabelle
Obst: Rolf Handke / pixelio.de
Gemüse: Stephanie Hoschlaeger / pixelio.de      
Säfte: Marianne J. / pixelio.de                                
Gestilltes Kind: Rolf van Melis / pixelio.de
Babyflasche: Ruth Rudolph / pixelio.de
Milchprodukt mit Himbeeren: medienleiter / markus leiter / pixelio.de

Baby mit Brei am Mund: wunder1  / pixelio.de
Matschen mit Torte: mamamawu  / pixelio.de
Gematschte Torte: mamamawu  / pixelio.de
Zuletzt aktualisiert am 09.05.2015

Allergien - wie kann man Kinder davor schützen?


Kind putzt sich die Nase mit Taschentuch
Die Zahl der Allergiker steigt stetig, mittlerweile sind auch viele Kinder von Heuschnupfen oder Nahrungsmittelallergien betroffen. Bei der Allergievorbeugung geht es zum einen darum, allergiefördernde Umweltfaktoren so gering wie möglich zu halten und zum anderen um die Unterstützung von Faktoren, die als schützende Maßnahmen dienen können. 

 

Was ist eine Allergie?


Unser Immunsystem schützt unseren Körper vor Krankheitserregern. Sobald Viren, Bakterien oder andere Schadstoffe eindringen, schlägt es Alarm und mobilisiert Antikörper zur Bekämpfung der Eindringlinge. Bei einer Allergie erkennt das Immunsystem eigentlich unschädliche Partikel nicht als harmlos, sondern reagiert über, indem er auch bei ihrem Eindringen sofort alle Abwehrmechanismen mobilisiert. Mit Schuld an der steigenden Zahl an Allergikern ist auch die zunehmende hygienisierung der Welt, wird vermutet. Durch Sauberkeit und Körperhygiene kommt der Körper nicht mehr mit allzu vielen Partikeln in Verbindung, das Immunsystem ist daher nicht so ausgeprägt, wie noch vor ein paar Jahr(hundert)en.
  

Welche Babys haben ein erhöhtes Allergierisiko?


Allergien sind nicht vererbbar, es kann jedoch die Veranlagung dazu vererbt werden - der Ausbruch ist abhängig von weiteren Faktoren wie Umwelt, Gesundheit etc. Daher sind Babys dann als "allergiegefährdet" einzustufen, wenn ein Elternteil oder ein Geschwisterkind an einer Allergie leiden.
 
Liegen in der Familie keine Allergien vor, bekommt das Kind eine solche nur mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 15%. Sind beide Elternteile gegen etwas allergisch, steigt diese Wahrscheinlichkeit auf 50-60% - ist es die selbe Allergie, dann sogar auf bis zu 80%.
 
 

Allergievermeidung vor der Geburt

 
Bauch einer SchwangerenDas Vermeiden bestimmter Allergieauslöser hat keine vorbeugende Wirkung in Bezug auf Allergien, weswegen werdende Mütter auf nichts verzichten müssen. Es wird eine ausgewogene und nährstoffdeckende Ernährung in der Schwangerschaft empfohlen - außerdem kommt das Baby auf diesem Wege bereits mit einer Vielzahl von Allergieauslösern in Kontakt und das in kleinsten Mengen - dadurch entsteht eine Art sanfte Gewöhnung.   

Aktuelle Studien haben ergeben, dass der vermehrte Verzehr von Fisch in der Schwangerschaft und Stillzeit einen positiven Einfluss auf atopische Erkrankungen haben kann.
 
Rauchen in der Schwangerschaft führt zu einer deutlichen Erhöhung des Allergie- und Asthmarisikos! Studien haben ergeben, dass auch Passivrauchen einen Einfluss darauf hat, weswegen Zigarettenqualm grundsätzlich gemieden werden sollte, da dieser einer der höchsten Risikofaktoren in Bezug auf die Entstehung von Allergien ist.
 
 

Allergieprävention in den ersten 4 bis 6 Monaten

 
Eins ist wissenschaftlich absolut unstreitig: Stillen schützt Babys am besten vor Allergien. Während man vor einiger Zeit noch zu 6 Monaten Vollstillen riet, ist aktueller Stand der Wissenschaft, dass in Bezug auf die Allergieprävention schon 4 Monate Vollstillen ausreichen, um den gewünschten Effekt zu erzielen - eine längere Vollstilldauer hat (bezüglich der Allergieprävention!) keine Vorteile. Das soll natürlich niemanden abhalten, auch über die ersten 4 Monate hinaus zu vollzustillen (wie es auch die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt). 
 
Auch in der Stillzeit müssen Mütter auf nichts verzichten - über die Muttermilch kommt das Kind mit geringen Dosen an potentiellen Allegenen in Kontakt und kann sich allmählich daran gewöhnen. Daher ist auch in der Stillzeit eine möglichst abwechslungsreiche Ernährung zu empfehlen!
 
Wird Beikost eingeführt, ist es wichtig, weiter teilzustillen, da Muttermilch Stoffe enthält, die die Darmschleimhaut vor dem Eindringen von Allergenen schützt. Es wird auch vermutet, dass die sich im Darm gestillter entwickelnden Bifidusbakterien eine Rolle in Bezug auf die Toleranz von Nahrungsmittelallergenen spielen. Daher werden künstlicher Säuglingsmilch mittlerweile auch Bakterienkulturen (probiotisch) oder Nährmittel für solche (prebiotisch) zugesetzt, um eine ähnlichen Wirkung zu erzielen. Erste Studien diesbezüglich ließen einen schützenden Effekt vermuten - Folgestudien konnten dies jedoch nicht bestätigen.
 
Bei Flaschenkinder empfiehlt die  Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI):
"Wenn Stillen nicht oder nicht ausreichend möglich ist, ist die Gabe von partiell oder extensiv hydrolysierter Säuglingsnahrung bei Risikokindern bis zum vollendeten vierten Lebensmonat zu empfehlen."
Das heißt: So lange keine Beikost eingeführt wird, sollten Flaschenbabys Hydrolysat-Nachrung (HA-Milch) bekommen. Darin sind die Eiweißbestandteile in kleiner Bausteine gespalten, wodurch sie vom Körper weniger stark als Fremdeiweiß erkannt werden, als unbehandelte Milch. Es gibt verschieden stark aufgespaltene Nahrungen - die frei im Handel erhältlichen Sorten enthalten noch größere Eiweißketten, als in Apotheken erhältliche Spezialnahrungen wie (Alfaré®, Althéra®, Aptamil Pepti®). Letztere sind insbesondere bei Kuhmilchallergikern sinnvoll.
 
Der Schutz der HA-Nahrung ist wissenschaftlich (noch) nicht ausreichend belegt. Zumindest ein Schutz in Bezug auf Neurodermites konnte bisher nachgewiesen werd. Es ist jedoch in keinem Falle mit einem Schaden zu rechnen, weswegen sie (noch) empfohlen wird.
 
Sobald das Kind etwas anderes als Milchnahrung bekommt, kann auf normale Flaschenmilch umgestiegen werden.
 
 

Allergievermeidung im Beikostalter

 
Frühere Empfehlungen lauteteten, im ersten Lebensjahr  potentiell allergieauslösenden Nahrungsmittel zu vermeiden (insbesondere Fisch, Milch und Weizen). Mittlerweile ist nachgewiesen, dass dies keinen Effekt hat. Vielmehr ist es günstig, bestimmte  (bspw. glutenhaltige)Nahrungsmittel einzuführen, so lange noch gestillt wird, da durch die Muttermilch die Verträglichkeit erhöht wird. Daher kann einem Baby im ersten Lebensjahr - bis auf einige Ausnahmen, die Du hier findest - im Grunde alles angeboten werden.
 
 

Weitere Maßnahmen, um die Allergiegefahr zu verringern

 
Hund und Katze
Der Einfluss von Haustieren auf die Entwicklung einer Allergie ist umstritten. Insbesondere bei Katzen überwiegen die Studien, wonach dies ein Risikofaktor sein könnte. Zumindest von einer Anschaffung einer Katze zu präventiven Zwecken wird daher abgeraten. Bei Hundehaaren liegt vermutlich kein erhöhtes Risiko vor, dass sie Allergien auslösen können.
 
Die Räume sollten trocken und luftig gehalten werden, damit ein Schimmelpilzwachstum nicht begünstigt wird. Die Innenraumschafstoffe sollten minimiert werden - insbesondere neue Möbel und Malerarbeiten können Formaldehyd frei setzen - es sollte entsprechend langfristig gelüftet werden.
 
Impfungen senken das Allergierisiko, dies ergab beispielsweise diese Studie. Es wird daher von der DGAKI empfohlen, sich an den von der STIKO aktuell empfohlenen Impfplan zu halten.
 
Tabakrauch ist strikt zu meiden - erst recht in den Wohnräumen. Auch der Kontakt mit Stickoxiden und Feinstaub auf viel befahrenen Straßen sollte minimiert werden
 
Bei der Hautpflege sollte auf Produkte ohne Duftstoffe und mit möglichst wenigen Zusätzen zurückgegriffen werden.

© Danielle



 

Quellen

 
 
 

 
Bildnachweis
 
Kind mit Taschentuch: S. Hofschlaeger / pixelio.de
Babybauch: Templermeister / pixelio.de
Katze und Hund: Oliver Haja / pixelio.de                                       
 
Zuletzt aktualisiert am 09.05.2015

Geschenke - altersgerechtes Spielzeug für Kinder im Alter von 1 bis 2 Jahren

Geschenkideen für Jungen und Mädchen zu Weihnachten oder zum 1. Geburtstag


Weihnachten steht bald vor der Tür, und in Foren und bei Facebook liest man jetzt immer öfter die Frage: "Was schenkt ihr euren Kindern zu Weihnachten?" Wir haben für die einzelnen Altersstufen jede Menge Ideen gesammelt - eine Übersicht der einzelnen Artikel findest Du in der Rubrik "Geschenkideen". Los geht es mit den Ideen für Kinder im Alter von einem bis zwei Jahren - lasst Euch inspirieren :-).

Da sich um den ersten Geburtstag herum für viele Kinder alles um die motorische Eroberung der Welt dreht, schenken ihre Eltern klassischerweise in diese Richtung.

Bobby Car


Ich glaube, das Bobbycar ist das meistgeschenkte Geschenk zum 1. Geburtstag, obwohl die meisten Kinder zu diesem frühen Zeitpunkt eigentlich nur darauf sitzen können. Einige verstehen dann aber ziemlich schnell, wie das mit der Fußbewegung und dem Lenken funktioniert. Meine eigenen Kinder hatten ihre Bobbycarphase erst mit 2 Jahren im Kindergarten, vorher waren ihre Füße nicht lang genug, um an dem breiten Autokörper vorbei bequem auf den Boden zu reichen. Das Bobbycar ist sehr wertig hergestellt und überlebt viele Generationen von Kindern. Man muss es also nicht unbedingt neu kaufen. Auf dem Flohmarkt findet man viele gut erhaltene Exemplare. Wer es in der Wohnung benutzen lassen möchte, sollte auf Gummireifen, wie etwa die von Jako-O oder diese Flüsterräder zurückgreifen. Die "Flüsterräder" sind zwar leiser als die Vorgängermodelle, aber auf Laminat , Fliesen und Dielen trotzdem noch sehr laut. Nicht unbedingt für die Eltern des kleinen Fahrers, wohl aber für den Unternachbarn. Die Gummireifen von Jako-O minimieren das Geräusch auf ein erträgliches Level. Wer einen baubegabten Elternteil in der Familie hat, kann versuchen, Lufträder dranzumontieren. Die sind optimal für die nachbarlichen Beziehungen. Wird das Bobbycar draußen gefahren, rate ich ganz dringend, Schuh-Schützer mitzukaufen, nahezu alle Schuhe sind sonst in kürzester Zeit kaputt. Ein Umkippen mit dem Bobbycar kann vorkommen, nämlich dann, wenn sich das Kind zu weit nach hinten lehnt. Dann heben sich die Vorderräder an und das Kind kippt mitsamt Bobbycar auf den Po, Rücken und manchmal Hinterkopf. Die Fallhöhe ist aber sehr niedrig, so dass außer einem gehörigen Schreck nichts passiert.

Pukylino und Puky Wutsch


Zu unrecht etwas weniger bekannt und gekauft als das Bobycar sind das Pukylino oder das Puky Wutsch. Beide sind für die gleiche Klientel wie das Bobbycar gedacht - kleine einjährige Fahranfänger. Beim Pukylino und Puky Wutsch sitzen die Kinder etwas höher, als auf dem Bobbycar, dafür ist der Fahrkörper schmaler, so dass die Beinfreiheit größer ist. Meine Kinder kamen sehr viel besser und früher damit klar. Die am häufig gestellteste Frage von Eltern ist, welches der beiden Modelle sie kaufen sollen. Meine Antwort: Das kommt auf das Kind an. Mit 12 Monaten und als blutiger Fahranfänger, würde ich das Pukylino empfehlen. Es ist ein wenig niedriger und breiter und steht damit insgesamt stabiler - ein Umkippen beim Fahren ist eigentlich nicht möglich. Empfohlen wird das Pukylino ab 75 cm Körpergröße. Die Sitzhöhe beträgt 22 cm.

Das Puky Wutsch wird erst ab 18 Monaten bzw. einer Körpergröße von 80 cm empfohlen. Die Sitzhöhe beträgt 24,5 cm. Das Puky Wutsch ist nicht ganz so breit angelegt und kippt durch die Pendelachse am Lenker relativ leicht in den Kurven um. Das ist vom Hersteller auch so gewollt, denn das Wutsch soll seinen Fahrer auf das erste Laufrad vorbereiten. Die Kinder müssen also auf dem Wutsch beim Lenken und Um-die-Ecke-fahren das Gleichgewicht halten, auf geraden Strecken fährt es stabil. Ein Umkippen durch "Fahrfehler" kommt häufig vor, deshalb liest man in Foren von "Puky-Gegnern" wohl auch so oft, sie hätten schon öfter Kinder damit auf die Nase fallen sehen. Trotzdem plädiere ich für das Puky Wutsch - ich finde, es trainiert ganz wunderbar das umsichtige Fahren.

Lauflernwagen 


Der Name Lauflernwagen ist etwas irreführend, denn eigentlich brauchen Kinder keinen Wagen zum Laufenlernen. Sie brauchen auch keine elterlichen Hände, die sie führen. Am allerbesten und schnellsten lernt ein Kind von allein laufen. Trotzdem ist so ein Puppenwagen aus Holz eine schöne Sache, da sie nicht so leicht umkippen, wie die normalen Puppenwagen. Ich rate, den Holz-Puppenwagen erst zu kaufen, wenn das Kind allein laufen kann - wenn ihr trotzdem unbedingt schon einen kaufen wollt, dann sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass es Wagen gibt, deren Räder man abbremsen kann, so dass der Wagen schwergängiger wird, und nicht - wie andere Modelle - immer schneller rollt und das Kind irgendwann zum Fallen zwingt. Gute, kippsichere Puppenwagen sind die von Haba. Dort gibt es eine ganze Reihe schöner Modelle wie z.B. Entdeckerwagen mit Bremse, Puppenwagen Herzen, klassischer Lauflernwagen mit Bremse, klassischer Puppenwagen, Puppenwagen Auto, Lauflernwagen Werkzeug mit Bremse, Puppenwagen Blumen.

Ja, die Haba-Preise sind echt zum Umfallen, ich gebe es zu. Ich selbst würde eher bei Ebay-Kleinanzeigen nach den Wagen suchen, allerdings gehen da jetzt in der Vorweihnachtszeit auch die Preise hoch. Normal sind ca. 40-60 Euro für einen klassischen blauen Puppenwagen von Haba. Ihr könnt den Wagen natürlich auch neu kaufen, eure Kinder damit ausführlich spielen lassen, und sie dann selbst bei den Kleinanzeigen reinstellen. Der Wiederverkaufswert ist sehr hoch.

Wer nicht ganz so viel Geld ausgeben möchte, kann sich bei anderen Firmen umsehen. Als Alternative sehr beliebt ist der Lauflernwagen von Sigikid: Puppenwagen. Es gibt ihn in Orange und Pink und in Grün und Blau. Ich finde ihn optisch sehr ansprechend! Er ist leichter zu manövrieren, als ein Habawagen und deshalb für Kinder am Anfang leichter zu händeln. Natürlich hält die Stoffbox (etwas verstärkt) nicht ganz so viel aus, aber Puppen, Bausteine und Bücher können trotzdem problemlos damit transportiert werden. Der Stoff ist abnehmbar und kann gewaschen werden, allerdings halten die Klettverschlüsse nicht ewig. Er hat keine Bremse.

Der Brio-Lauflernwagen sieht erstmal nicht besonders ansprechend aus - eigentlich sieht er dem Lauflernwagen von IKEA verflixt ähnlich. Anders als Letzterer hat der Brio-Wagen aber eine verstellbare Bremse, d.h. der Widerstand, den das Kind beim Laufen überwinden muss, kann an die Laufkompetenz angepasst werden. Dafür hat er die Auszeichnung "spiel gut" vom Arbeitsauschuss Kinderspiel+Spielzeug bekommen.

Krabbeltunnel 


Auch mit einem Jahr und noch darüber krabbeln unsere Kinder sehr gern durch Krabbeltunnel - ich selbst verstehe die Faszination zwar nicht, aber gut. Wir hatten einen Tunnel von Flexa (der zu einem Flexa-Bett gehört), aber die Auswahl ist auch bei anderen Firmen riesig. Gern wird der Spiel-Tunnel von IKEA gekauft, aber auch der Kriechtunnel von Jako-O. Billiger gehts mit dem von Knorrtoys. Einige Kinder fühlen sich nur sicher, wenn der Krabbeltunnel kleine Fenster hat, z.B. dieser hier oder die Krabbelkrake von Wehfritz.

Bällebad 


Ein Bällebad macht Kindern wirklich lange Spaß - vorausgesetzt, man hat genügend Bälle und achtet beim "Bad" auf entsprechende Qualität. Billige Netzzelte, die gern als Bällebad verkauft werden, halten dem Spielspaß ungefähr eine Minute stand und kippen dann um. Wer nicht 500 Euro für ein Wehfritz-Bad ausgeben möchte (was ich gut verstehen kann), sollte sich nach kreativen Alternativen umschauen. Habt ihr z. B. ein Laufgitter zuhause, könntet ihr die Stäbe mit Stoffbahnen umwickeln (einweben), so dass eine geschlossene Wand entsteht und die Bälle nicht herausrollen können. Oder ihr habt ein aufblasbares Planschbecken - auch dort hinein kann man die Bälle schütten. Die meisten Eltern sind unsicher, wieviele Bälle man für ein Bällebad benötigt. Es kommt natürlich auf die Größes des Basins an. 100 Bälle sind auf jeden Fall viel zu wenig. 500 Bälle sind eine ganz gute Basis, bei einem Laufgitter solltet ihr vielleicht 700 Bälle anpeilen - man kann sich ja von allen Onkels, Tanten, Omas und Opas jeweils 100 Bälle schenken lassen. Achtet bei den Bällen auf Qualitätsunterschiede. Groß und weich ist ungünstig, klein und etwas härter günstig.

Schaukelpferd 


Wir hatten eine sehr intensive Schaukelpferdphase, die mit ca. 14 Monaten begann. Wir hatten eins von Geuther, dieses kann ich trotz des Preises uneingeschränkt empfehlen. Die Qualität ist einfach toll. Wir haben das Pferd gleich ohne Sicherheitsbügel hingestellt, denn ich wollte, dass meine Kinder allein rauf- und runterklettern. Das hat wirklich gut funktioniert und m. E. dazu beigetragen, dass sie so viel Spaß daran hatten. Aufpassen muss man nur mit den Füßchen, den die kommen leicht unter die Kufen. Vermutlich würde ich heute deshalb eher das Geuther Swingly kaufen.Viele Eltern in meinem Bekanntenkreis haben die süße Schaukelschnecke von Roba gekauft, waren aber im Nachhinein nicht zufrieden. Die Schnecke schaukelt nur mit einem kleinen Radius, das Schneckenhaus, an dem sich das Kind eigentlich anlehnen soll, verrutscht immer wieder, da es abnehmbar ist. Auch der Schaukel-Elch von IKEA schaukelt übrigens nur bedingt frei hin und her. Er hat Stopper unter den Kufen, die das Umfallen verhindern sollen (was gut ist), aber so eben auch ein schönes Schaukelerlebnis verhindern. Mein persönliches Lieblingsschaukelpferd - welches mir aufgrund des Preises und seinem Platzbedarf von meiner besseren Hälfte quasi verboten wurde zu kaufen (grummel...) - ist dieses edle Schaukelpferd von Jako-O. Hach, seufz...

Schaukel 


Dass eine Babyschaukel wie diese hier vor allem in den Wintermonaten viel Spaß zuhause bringt, hatten wir schon im vorangegangenen Artikel erwähnt. Wer schon in die Zukunft planen möchte und nichts gegen Plastik hat, kann auch eine solche 3-in-1 Schaukel kaufen, die in den Sommermonaten dann auch im Garten aufgehängt werden kann. Da ich beim Kauf der Babyschaukel nicht so weit vorgedacht habe, mussten wir um den 2. Geburtstag herum eine neue Schaukel erstehen. Ich habe mich für diese hier von Haba entschieden und es keinen Tag bereut. Es gibt sie natürlich auch viel billiger: Softschaukel. Dadurch, dass die Sitzfläche weich ist, sitzen die Schaukelanfänger zunächst einmal sicherer auf dem "Brett" (das bei Haba kein Brett ist, sondern ein mit Sand gefüllter Bezug). Zunächst haben meine Kinder darauf auf dem Bauch geschaukelt und mit den Beinen selbst abgestoßen. Das können sie beispielsweise auch bei diesem Schaukeltuch von Jako-O.

Babyrutsche 


Mit 15 Monaten erreichen unsere Kinder den Entwicklungssprung der "Prinzipien" (64-Wochen-Schub), in dem physikalische oder chemische Vorgänge gern genaustens untersucht werden. Eine Rutsche ist in dieser Zeit (und noch lange später) ein beliebtes Spielzeug. Nicht nur, dass unsere Kinder darauf selbständig rutschen lernen können, sie können auch verschiedene Gegenstände die schiefe Ebene heruntersausen lassen. Bei uns waren Kastanien, O-Bälle, Siku-Autos, ein Papierkorb (oh ja...) und Puppen hierfür sehr bleibt. Wir hatten die Rutsche von IKEA. Hätte ich sehr viel Geld gehabt, hätte ich mich lieber für ein Pikler-Dreieck mit Rutschbrett entschieden, aber so viel gab mein Budget nicht her. Ebenso gut und im Sommer auch draußen nutzbar, sind Rutschen aus Plastik. Stabil und gut verarbeitet ist die Rutsche von BIG, ebenfalls zu empfehlen die von Smoby. An letzterer kann man im Sommer sogar den Wasserschlauch anschließen.

Neben den Geschenken, die die Motorik unserer Kinder unterstützen, gibt es im Alter von 12 bis 24 Monaten auch andere Spielzeuge, die nach und nach an Beliebtheit gewinnen:

Puppe 


Die erste Puppe ist für kleine Mädchen und Jungen etwas ganz besonderes, oft überlebt die große Liebe mehrere Jahre und steht außer Konkurrenz, selbst, wenn andere Puppen ins Zuhause Einzug halten. Deshalb geben sich Mütter bei der Wahl der ersten Puppe meist ganz besonders viel Mühe. Es gibt eine riesige Auswahl, die die Entscheidung nicht leichter macht. Zunächst einmal ist es wichtig, dass die erste Puppe nicht zu groß und zu schwer ist. Auch Haare stören in diesem Alter meist noch. Einige Kinder mögen Schlafaugen zunächst nicht bzw. wollen die Mechanik dahinter erforschen und drücken die Augen ein, deshalb sind gemalte Augen in diesem Alter besser. Dann steht zur Debatte, ob es eine Stoffpuppe werden soll, oder eine aus Plastik. Ich habe im erweiterten Freundeskreis festgestellt, dass Stoffpuppen bei den Kindern weniger beliebt sind, als Plastikpuppen, obwohl Eltern Stoffpuppen lieber mögen. Hier eine Auswahl an Pupen, mit denen wir gute Erfahrungen gemacht haben: Haba Stoffpuppe Mali, Rubens Barn Puppe Mimmi, Käthe Kruse Puppa Milena, Götz Newborn Aquini, Götz Mini Muffin und Krümel von Jako-O. Ab dem 2. Geburtstag gab es bei uns dann eine große Babypuppe, aber dazu schreibe ich ausführlicher im nächsten Artikel.

Lego Duplo


Mit ca. 18 Monaten fing bei uns das Interesse an Lego Duplo an. Natürlich noch nicht an den Steinen, diese wurden noch eine ganze Weile ignoriert. Mit den Duplo Menschen aber wurde schon eifrig gespielt - meist wurden sie irgendwo der Reihe nach aufgestellt oder auch in Gruppen sortiert: Zoowärterin mit TierbabysMädchen mit Tierbabys, Oma mit Huhn, Opa mit Ferkel, Tierärztin mit Hase, Polizist mit Hund. Auch die Autos waren in dem Alter schon sehr interessant: Abschleppwagen, Traktor, Bus, Müllabfuhr, Polizeitransporter, Polizeistation mit Polizeiauto und Blaulicht. Eine kleine Duplo-Packung reicht für den Anfang völlig aus, die richtige Duplo-Phase beginnt erst ab ca. 2 Jahren. 

Little People 


Ob nun Lego Duplo oder Little People - da scheiden sich die Geister. Danielle findet Lego Duplo doof, ich mag die Little People nicht sonderlich. Die Kinder spielen mit beidem gern. Es kommt wirklich darauf an, was ihr als Eltern schön findet, denn ihr werdet noch eine ganze Weile mitspielen müssen. Wie bei Duplo, gibt es bei den Little People eine riesige Auswahl. Das kam bei Danielles Kindern gut an: Pferdestall mit Traktor und Sound, SchulbusAuto Abenteuerpark, Arielle Kutsche, Weihnachtskrippe. 

Puzzle 


Die ersten Steckpuzzle sind für Kinder ganz schön schwer zu verstehen. Es ist also günstig, erst einmal ein ganz einfaches Puzzle auszusuchen, wie z.B. dieses hier oder dieses hier. Es wird trotzdem eine Weile dauern, bis eure Kinder den Dreh raushaben. Geht es vom Alter in Richtung 18 Monate bis 2 Jahre, werden langsam andere Puzzle spannend. Eine Firma, die ich vorher nicht kannte, ist mir dabei besonders positiv aufgefallen: Chelona. Deren Puzzle haben mir sowohl von der Materialverarbeitung, als auch von den Bildern sehr gut gefallen: Spielplatz, Zoo, Baustelle. Der nächste Puzzle-Schritt, den eure Kinder gehen werden, ist das zusammensetzen von Bildern. Zunächst ganz einfach, wie bei diesem Tierpuzzle von Ravensburger, später mit etwas mehr Teilen: Gelber Bagger, Feuerwehr, Katze, Hund. Hat euer Kind diese 5 Teile geschafft, könnt ihr mit puzzleförmigen Puzzles anfangen.

Ich persönlich mochte dafür die Haba Bücher besonders gern. Eigentlich bin ich ein Gegner von Puzzlebüchern, weil man die nicht umblättern kann, ohne, dass Puzzleteile herausfallen, aber die Hababücher sind anders. Die sind gut! Ein Haustier für Laura, Kater Paul auf dem Bauernhof, Tim's Baumaschinen (Den Apostoph im Titel sollte man Haba um die Ohren hauen!) Toms Fahrt durch die Stadt, Bauer Jonas und seine Fahrzeuge, Ignoriert am besten, dass in diesen Büchern hinten immer noch ein "Spiel" dabei ist. Das ist meist Mist und wir haben es nie gespielt. Aber die Puzzle sind super. Neben diesen Büchern hat Haba versucht, auf die "Meine ersten Puzzles"-Welle aufzuspringen und zwar mit dieser Serie: 6 erste Puzzle Bauernhof, Baustelle, Berufe, Haustiere. Sie sind ganz hübsch gemacht und die einzelnen Puzzle steigern sich von der Anzahl der Teile. Lieblingspuzzle waren sie zumindest bei uns zuhause aber nicht.

Formensortierspiel 


Da dieses Spiel oft bei der U-Untersuchung beim Kinderarzt abgefragt wird, sollte es in keinem Kinderzimmer fehlen. Anders als von mir vermutet, hatten meine Kinder da wirklich Spaß daran und war vor allem für eine ganze Weile so spannend, dass sie sich allein damit beschäftigten. Aufgrund einer weihnachtlichen Fehlplanung, bekamen wir sage und schreibe vier Formensteckspiele vom "Weihnachtsmann" geschenkt, so dass ich einen guten Überblick über vor und Nachteile geben kann: Der Steck-Tresor von Walter ist aus super hochwertigem Holz hergestellt und hat den Vorteil, dass nur die drei Grundformen (Kreis, Dreieck, Quadrat) einsortiert werden müssen. Das war am Anfang von enormem Vorteil und hat meine Kinder erst einmal auf den Geschmack gebracht. Der Tresor hat einen Schlüssel samt Schließfunktion, der leider zu schwierig ist für das Alter, so dass es meinen Kindern kaum möglich war, die Steine selbst wieder herauszuholen. Der Schlüssel und das Schloss wurden aber später interessant, so dass ich dieses Spielzeug trotz des Preises sehr empfehlen kann. Das Formensortierspiel von Fisher Price ist das meistgekaufte Spiel dieser Art. Für den Preis kann man da nicht viel falsch machen, selbst, wenn das eigene Kind kein besonderes Interesse daran zeigt. Meine Kinder haben mit dem Spiel eher "Puzzle" gespielt. Sie haben den Deckel abgenommen, um an die Steine im Eimer zu kommen, und dann die Steine in den auf dem Boden liegenden Deckel einsortiert. Da sie so nicht durch die Löcher fallen konnten, entstand eher ein Steckpuzzle - auch nicht schlecht. 

Ich gebe es ungern zu, aber das Happy Baby Steck-Haus - komplett aus billigem Plastik und quietschbunt - wurde zum absoluten Lieblingsspielzeug, nachdem meine Kinder mithilfe des Walter-Tresors den Sinn des Einsortierens der Formen verstanden hatten. Das Haus hat eine Reihe bunter Türen zu denen jeweils gleichfarbige Schlüssel passten. Ich konnte lange nicht glauben, dass meine Kinder die Türen mit den Schlüsseln öffneten (ich habe es auch lange nicht gesehen), aber wenn ich das Haus abends beim Aufräumen fein säuberlich abgeschlossen hatte, war es spätestens nach dem Frühstück wieder offen. Heinzelmännchen? Meine Kinder! Da die einzusortierenden Formen des Hauses etwas schwieriger sind, ist das Haus vielleicht nicht für den absoluten Anfang geeignet, aber es verspricht einen langen Spielspaß. Zu guter Letzt hatten wir noch den Tupperware Sortierball. Der ist toll, für den Anfang aber aufgrund der vielen Formen ungeeignet. Meine Kinder spielen damit gern, seit sie 2,5 Jahre alt sind.

Andere, von mir nicht getestete Formensortierspiele, sind: Eichorn Holzsteckwürfel, Goki Sortierbox, Ravensburger Formen-Würfel,  Selecta Sortierbox, Plantoys Sortierbus, Haba Sortierbox.

Musikinstrumente


Mit der musikalischen Grunderziehung kann man eigentlich nicht früh genug beginnen. Meine Kinder haben schon mit 9 Monaten fasziniert auf Trommel und Xylophon gehauen und der Spaß hält noch immer (sie sind jetzt 3) an. Für den Anfang hatten wir dieses Grundset, mit dem man erst einmal ganz gut ausgestattet ist. Wer es etwas edler mag, der kann auch den Haba Klangbaukasten oder das kleinere Sevi Set nehmen. Zusätzlich haben wir ein Xylophon und ein Metallophon gekauft, sowie eine gute Trommel. Da alle Xylophone, die wir ausprobiert haben, klanglich nur eine mäßige Qualität hatten, würde ich heute nur noch ein Metallophon kaufen. Mit ca. 16 Monaten hatten wir eine sehr intensive Mundharmonika-Phase, die sehr niedlich und sehr spucke-intensiv war.

Aqua Doodle 


Ich hatte es schon im letzten Artikel erwähnt, das Aqua Doodle ist ab 10 Monaten eine sehr gute Investition für angehende Kunstgenies. Meine Kinder fanden es ausgesprochen faszinierend. Ab dem ersten Geburtstag wurden aber nach und nach "richtige Stifte" interessanter. Ich habe lange recherchiert, welche Stifte sich eignen und bin dann bei diesen hier von Crayola gelandet. Ebenso gut empfand ich die Stabilo Woody, die schon bei wenig Druck eine schöne Linie hinterlassen. Bei den Woody Stiften kann das Kind hinterher auch mit einem Wasserpinsel die Farben verwischen und es sieht (nimmt man Aquarellpapier) richtig schön aus! Fingerfarben waren nie mein Ding (zu viel Stress!), aber viele Mütter meines Freundeskreises schwören darauf.

Autos


Ich hatte schon oben bei Lego Duplo und Little People einige gute Autos erwähnt. Es gibt natürlich noch eine Reihe anderer Firmen, die ebenfalls beliebte Autos herstellen: BIG Mini Flizzies, Vtech Tut Tut Baby Flitzer, Siku-Autos, Wader Auto, Playmobil Auto. Danielles Sohn spielt übrigens am allerliebsten mit dem Steffi-Love-Hello-Kitty-Beetle ;-) - das nutzt er mit 22 Monaten als Indoor-Bobby-Car.

Nachzieh- und Schiebetiere 


Ob ein Kind ein Nachziehtier oder ein Schiebetier lieber hat, kann man leider nicht voraussehen. Bei uns waren Schiebetiere viel beliebter, weil meine Kinder sie beim Laufen gut sehen konnten. Nachziehtiere wurden zwar ausprobiert, weil sie sich jedoch zum Gucken beim Laufen immer umdrehen mussten oder das Tier beim Ziehen ständig umfiel, verloren sie bald die Lust daran. Ich kenne aber genauso Kinder, die Schiebetiere völlig öde finden und ihr Nachzieh-Tier liebevoll überall hin mitschleppten. Wie bei allen Spielzeugen gibt es auch hier wieder eine riesige Auswahl. Wir haben gute Erfahrungen mit diesen Tieren gemacht: Haba Raupe Ricki, Plantoys Alligator, Plantoys Schnecke, Selecta Pedella, Sevi Schiebe Drachen, Haba Fabi Flatter.

Kugelbahn 


Eltern sind immer sehr fasziniert von Kugelbahnen, aber ich muss sagen, dass die meisten Kinder diese nur kurz spannend finden. Die Haba Kullerei ist die bei Eltern beliebteste und meistgekaufte Kugelbahn für Kleinkinder. Guckt aber mal bei Ebay Kleinanzeigen, wie oft sie dort verkauft wird - Lieblingsspielzeuge sehen anders aus. Die Trihorse Kugelbahn bietet schon mehr Spielmöglichkeiten, vor allem, wenn man das Zusatzset und die Glockenscheibe kauft. Ein Stückchen höher, aber von der Art ähnlich, ist die Multibahn von nic. Ich habe noch nie so viele Eltern von einer Kugelbahn schwärmen hören, wie von dieser. Natürlich gibt es auch dazu diverses Zubehör. In einem Spielcafé waren meine Kinder schwer begeistert von dieser Murmelbahn: Giraffe Fisher Price. Sie haben daran sogar frei stehen gelernt, weil sie so fasziniert vom Kugelspiel waren, dass sie gar nicht gemerkt haben, dass sie sich nicht mehr festhielten. Wer ein 2-in-1-Spielzeug haben möchte, sollte sich diese simple Kugelbahn vom Imaginarium angucken. Ich habe unten bei Stapeltürmen etwas mehr darüber geschrieben.

Handy 


Unsere Kinder sind von unseren Handys fasziniert, was liegt da näher, als ihnen ein eigenes zu schenken? Es ist gar nicht so leicht, da ein gutes Spiel-Telefon zu finden! Ich habe lange recherchiert. Das Problem ist, dass es die meisten Telefone zu gut meinen und auf Tastendruck das ABC aufsagen oder das Alphabetlied singen. Ich finde das ungünstig, denn die Namen der Buchstaben lernen unsere Kinder erst in der 2. Klasse! Vorher würde z.B. ein gesprochenes "EN" statt dem Laut "n" beim Lesen- und Schreibenlernen stören. Kinder, die früh mit den Namen der Buchstaben und nicht mit den Lauten der Buchstaben konfrontiert werden, schreiben beispielsweise das Wort "Ente" so: NT. Oder sie lesen EROTE anstelle von Rot. Da das Gedudel der Baby-Telefone bei unseren Kindern unbewusst im Gedächtnis hängen bleibt, wollte ich so gut es geht den falsch verstandenen Förderwahn vermeiden. Am Ende habe ich tatsächlich eins gefunden, dass mir rundherum gefällt: Das Ravensburger Ministeps Smart Fon. Es ist leiser, als die meisten Baby-Handys, es gibt eine An- und Austaste, einen Knopf für Klingeltöne, einen für Tierstimmen, einen für Kinderlieder, auf einem meldet sich ein Mädchen mit "Hallo?" und ein Knopf löst ein Lichtspiel aus, welches meine Kinder erst mit 2,5 verstanden haben. Ich habe es ihnen mit 12 Monaten geschenkt und ärgerte mich schon, weil es durchaus schon ab 9./10. Monaten hätte spannend sein können, aber es hat sich trotzdem gelohnt, denn sie spielen (mit jetzt 3) immer noch gern damit.

Fernbedienung


Euer Kind motzt, weil es die echte Fernbedienung nicht haben darf? Kein Problem! Versucht es einfach mit dieser hier vom Imaginarium. Sie sieht überzeugend echt aus, gibt leise Töne von sich, wenn man auf die Tasten drückt und erzählt auf Knopfdruck die Zahlen 0-9 in fünf Sprachen (das braucht man natürlich nicht, es stört aber auch nicht). Ich habe keine andere Spielzeug-Fernbedienung gefunden, die nur annähernd so lebensecht war. Meine Töchter lieben sie! Achtung: bei extremen Sabberattacken setzt wohl die Technik ab und zu aus. Ist bei uns nie passiert, aber ich wollte darauf hinweisen. Ist alles wieder getrocknet, funktioniert sie wieder.

Stapelturm 


Obwohl meine Töchter die kleinen Stapelbecher als Babys komplett ignoriert haben, wurde dieser große Stapel-Turm aus Pappe bei uns ein Spielzeug-Hit. Endlich fingen sie an, zu stapeln und die Würfel der Größe nach ineinander zu stecken. Ich glaube, der größte Spaß daran war, dass der Turm, wenn er komplett aufgebaut ist, genauso groß und sogar ein kleines Stück größer als die kleinen Baumeister ist. Fast alle dieser Türme sind aus fester Pappe hergestellt, was auch gut so ist, denn wenn sie umfallen, könnten Holzwürfel ganz schön weh tun. Bei Kindern, die noch viel in den Mund nehmen und einspeicheln, sollte man als Elternteil intervenierend dabeisitzen, denn allzuviel Spucke hält die Pappe dann doch nicht aus. Unser Turm ist von Djeco, es gibt sie aber auch von Haba, Spiegelburg, Jako-O und Janod.

Beim Imaginarium habe ich einen Stapelturm aus Plastik gefunden, der gleichzeitig eine (sehr simple) Kugelbahn ist. Ich habe ihn im Shop ausprobiert und fand ihn toll: Das Kind stapelt die Becher aufeinander, in den Bechern eingebaut ist je eine kurze Kugelbahnstrecke und ein Loch. Je nachdem, wie man die Becher aufeinander baut, fallen die Kugeln entweder schnell durch oder verweilen auf jeder Etage einen kurzen Augenblick. Cool.

Bilderlotto 


Bilderlotto oder Lege-Lotto war das erste "richtige" Spiel, das unsere Kinder gespielt haben. Durch die Bücherkisten (siehe Artikel Geschenke von 0-12 Monaten) geschult, haben sie das Ziel des Spiels schon mit 12 Monaten verstanden. Am liebsten spielten unsere Töchter mit dem klitzkleinen Haba Mini-Lotto, wer es lieber etwas größer und handlicher möchte, dem sei das von Selecta empfohlen.

Schlitten 


Was wäre Weihnachten ohne Schnee und Schlitten? Wollen wir hoffen, dass wir auch dieses Jahr wieder reichlich von Frau Holle beschenkt werden. Ob ihr einen Holz- oder Plastikschlitten kauft, hängt von euren Vorlieben ab - beide halten mehrere Jahre durch. Hörnerrodel, Hörnerrodel mit Stoffsitz, Schlitten. Denkt auch an die Rückenlehne. Hier noch die Plastikversionen: Kunststoffrodel, BIG Bobby Bob. 

Bücher 


Ab dem ersten Geburtstag fangen die meisten Kinder an, sich richtig für Bücher zu interessieren. Es gibt eine riesige Auswahl an schönen Kinderbüchern, die sicher nochmal einen ausführlichen Blog-Artikel wert sind. Für den Anfang werde ich aber hier unsere Favoriten auflisten.

Kleiner weißer Fisch: Kleiner weißer Fisch ist ein einfach gestaltetes Kinderbuch aus Pappe, das lange Zeit höchstes Entzücken bei meinen Kindern hervorrief. Der kleine Fisch hat seine Mama verloren und sucht sie im ganzen Meer. Auf jeder Seite begegnet er einem anderen Meeresbewohner und der Text dazu verläuft immer ähnlich: "Ist das die Mama vom kleinen weißen Fisch? Nein! Das ist ein ... (Krebs) und er ist .... (rot)." Auf der letzten Seite findet das Fischlein seine Mama und die Freude ist groß: "Da! Da ist ja seine Mama! Sie schimmert in allen Farben des Regenbogens." Die Kinder lernen also gleichzeitig die Farben. Spannend war, die unterschiedlichen Charaktere meiner Kinder zu beobachten. Bald schon fingen sie (mit ca. 13 Monaten) an, das Buch selbst "vorzulesen". Bei Tochter 1, klang das so: Sie blätterte jede Seite um und brummelte dabei vor sich hin: "Nein. - Nein. - Nein.- Nein.- Jaaaaa! Daaaa!" Tochter 2 las das Buch so vor: "Mama? - Mama? - Mama?- Mama? - Mamaaaaaa!!!!! Daaaa!" Beide "erzählten" das Buch völlig unterschiedlich, trafen aber in ihrer Interpretation durchaus den Kern des Buches.
 
Vom kleinen weißen Fisch gibt es mehrere Fortsetzungen, die alle zu empfehlen sind. Sie haben nicht unbedingt so viel Freude hervorgerufen wie das erste Buch, wurden aber trotzdem gern gelesen: Der kleine weiße Fisch ist glücklich, Bravo, kleiner weißer Fisch!, Der kleine weiße Fisch wird groß.

Wenn kleine Tiere wütend sind: Ein kleines Büchlein über das große Gefühl der Wut. Meine Kinder haben es gern gelesen, manche Tipps haben wir auch versucht umzusetzen, wenn sie wütend waren (aufstampfen, in ein Kissen boxen...).

Heule Eule: Ein ganz putziges Buch über die kleine Eule, die weint und weint und weint und sich von nichts und niemandem trösten lässt. Dann kommt Mama Eule und schon sind die Tränen getrocknet. Als Mama fragt, warum das Kind weinen musste, stellt es fest: "Hab ich vergessen!". Die Buchseiten sind nicht aus Pappe, sondern aus einer Art laminiertem Papier. Fasst sich erst einmal komisch an, ist aber sehr robust.
Kleiner Fisch entdeckt das Meer: Eine meiner Töchter hatte zwischen 1 und 2 Jahren eine starke Fisch-Liebhaber-Phase, so dass dieses Buch lange Zeit Lieblingsbuch war. Für fischunbegeisterte Kinder ist es vermutlich nicht so der Hit. Es hat nette Spielereien auf den Seiten (Schieber, Spiegel, Fingerlöcher, Drehscheibe), der kurze Text ist nur so lala.
Bist du meine Mama? ist die Geschichte des kleinen Kükens, das, frisch aus dem Ei geschlüpft, über den Bauernhof wandert und seine Mama unter all den Tieren dort sucht. Es ist liebevoll und im detailreich gezeichnet und hat viele spannende Klappen. Mit diesem Buch kann man absolut nichts falsch machen, ich kenne kein Kind, das es nicht liebt. (Auf die Klappen aufpassen!)

Mama Huhn such ihr Ei: Hier die Geschichte einmal anders herum:  "Frau Huhn sucht heute schon seit Stunden ihr Ei - es ist verschwunden..." Schön gereimter Text, liebevoll gezeichnete Figuren und eine Reise des Huhns über die Kontinente. Sie findet eine Menge Eier, leider schlüpfen dort immer andere Tiere heraus (Pinguin, Krokodil, Strauß...). Am Ende findet sie aber doch noch ihr Ei, gerade rechtzeitig, um ihr Küken in die Arme zu schließen. Ein niedliches Detail: die Seiten sind so miteinander verbunden, dass bei jedem Schlüpfen eines Kindes, das entsprechende Ei leise knackst.

Wenn Kuscheltiere schlafen gehen: Das liebste Einschlafbuch meiner Kinder. Ich habe den gereimten Text immer gesungen (nach der Melodie von 10 kleine Zappelmänner), meine Kinder an der entsprechenden Stelle den Schieber betätigt, so dass ein Kuscheltier nach dem anderen - scharch - einschläft. Am Ende ist nur noch das Kuschelkind übrig, dass dann aber auch ganz schnell einschläft. Süße Überraschung: auf dessen Nachttisch liegt das Buch "Mama Huhn sucht ihr Ei"!

Gute Nacht Gorilla: Hört euch mal in eurem Freundeskreis um: WENN die Leute von einem Gute-Nacht-Buch schwärmen, dann von diesem hier. Es ist in der Tat lustig gezeichnet und man findet viele witzige Details auf jeder Seite. Ich selbst fand es echt anstrengend, dieses Buch "vorzulesen", denn es hat keinen Text. Man denkt sich den Text als Elternteil allein aus. Das ist nicht sonderlich schwer, aber abends bin ich oft so knülle, dass ich einfach nur noch stupide vorlesen will, ohne groß darüber nachdenken zu müssen. Aber ich habe es ja überlebt. Dieses Buch war bei uns übrigens der Einstieg in eine ganze Reihe von schönen Büchern ohne Text, die ich im nächsten Artikel vorstellen werde.

Jakob-Bücher: Jakob ist der kleine Bruder von Conni und Conni - die kennt ihr doch, oder? Wenn nicht, werdet ihr Conni bald kennenlernen. Conni kann alles, macht alles und erlebt alles und man kommt als Elternteil an ihr nicht vorbei. Mittlerweile mag ich sie sogar. Jakob jedenfalls ist ihr kleiner Bruder und ihm wurde nun eine eigene Buch-Serie für Kinder ab 18 Monaten gewidmet. Jakobbücher sind kleine Pappbücher mit Klappen und behandeln die wichtigsten Themen, die Kleinkinder so bewegen: Jakob und sein Schnuller, Schlaf gut, JakobJakob kann das schon alleine, Jakob, Haare waschen, Jakob und sein Töpfchen, Jakob auf dem SpielplatzJakob passt auf im Straßenverkehr, Jakob im Kindergarten, Jakob ist wütend, Jakob hilft Papa, Jakob ruft Stopp! , Jakob streitet sich mit Conni, Jakob fährt Zug, Jakob und sein Laufrad, Jakob und die nasse Hose, Jakob geht zur Kinderärztin, Jakob spielt Fußball, Jakob und seine Zahnbürste, Jakob feiert Weihnachten. Klare Kaufempfehlung für alle Bücher dieser Serie. Sie mögen nicht sonderlich aufregend sein, behandeln aber liebevoll den Alltag eines Zweijährigen. Meine Kinder waren völlig hingerissen. 


Bobo Siebenschläfer: Fast alle Eltern verdrehen genervt die Augen, wenn es um Bobo geht. Fast alle Kinder lieben ihn abgöttisch. Bobo ist ein kleiner Siebenschläfer. Er wird in einer der ersten Geschichten zwei Jahre alt. Man erlebt seinen Alltag mit und es passiert wirklich nichts Spannendes. Er geht auf den Spielplatz, buddelt, klettert, schaukelt, wippt ... und schläft ein. Er geht mit Mama einkaufen und legt Brot, Käse, Wurst etc. in den Wagen und den Einkaufsbeutel ... und schläft ein. Zu jedem Satz der Geschichte gibt es ein kleines Bild, was es unseren Kindern leicht macht, der Geschichte gut zu folgen. Die Bilder sind leider sehr, sehr schlecht gezeichnet. Es gibt eine überarbeitete Version, in der man Bobo, Mama und Papa besser unterscheiden kann, passt also auf, dass ihr diese Version erwischt. Es gibt mehrere Bobo-Bände und auch Bobo Hörbücher sowie einzelne Bobo-Geschichten als Pixi-Bücher und Pappbücher. Meine Kinder lieben alles von Bobo, auch heute noch (mit 3).

Schau mal an, was Paulchen kann: Das Paulchenbuch ist genauso aufgebaut, wie Bobo Siebenschläfer. Kleine Bildchen auf jeder Seite mitsamt einem Satz erzählen aus dem Alltag des kleinen Bären. Ich finde ihn schöner gezeichnet und meine Kinder mögen das Buch gern, aber ihre Liebe gilt weiterhin Bobo.

Aua, brummt der Bär: Das ist ein ganz normales Kinderbuch mit wenig Text, hübschen Bildern und einer schönen Idee, denn das Kind kann jedem Tier, dass sich weh getan hat, ein Pflaster aufkleben. Das Pflaster ist an einem Band am Buch befestigt und aus robustem Kunststoff. War jetzt kein Lieblingsbuch, aber haben meine Kinder gern immer mal wieder angeguckt.

Lauf nach Haus, kleine Maus: Dieses Buch war eine Empfehlung unseres Kindergartens. Nach dem ersten Durchsehen war ich skeptisch: Sehr dunkle Seiten, auf jeder Seite ein unheimliches Tier (Katze, Marder, Eule etc.), das die kleine Maus fressen möchte. Der Text ist gereimt, es gibt Zwischenseiten, auf denen man anhand der Augen der Tiere erraten kann, was als nächstes auf die kleine Maus zukommt. Mich hat es nicht sonderlich angesprochen, wohl aber meine Töchter! Wir mussten das Buch gefühlte hunderttausend Mal vorlesen und bald konnten meine Kinder mitsprechen. Klare Kaufempfehlung!

Was ich nicht (mehr) kaufen würde 


Lego Primo: Lego Primo ist die allererste Lego-Version für die Kleinsten. Handlich, groß und schön bunt spricht es unsere Kinder eigentlich total an. Aber: Mit 12 Monaten sind sie einfach noch nicht "bereit" für das geplante Zusammenfügen von Bausteinen, mit 18 Monaten fangen sie aber schon an, sich für Lego Duplo zu interessieren. Als "Bausteine" ist Lego Primo ungeeignet, finde ich. Als rasselnde bunte Greif-Objekte sind sie geeignet und schön, aber zu teuer.

Lego Quadro: Das kennt fast niemand mehr - wir hatten die Steine gekauft. Sie sind viermal so groß wie Lego Duplo Steine, aber genauso geformt. Meine Kinder hatten eine Woche lang im Urlaub damit Spaß, dann war die Phase vorbei. Wie gesagt - Lego Duplo reicht aus.

Playmobil 123: Auch das haben wir gekauft und ach, wie finde ich die kleinen Männlein süß! Sie sind auch absolut wertig hergestellt. Gutes Plastik, schöne Farben, putzige Formen.  Dem Namen nach ist es geeignet für Kinder von 1-3. Mit 1 spielen Kinder aber normalerweise noch keine Rollenspiele (wofür es gedacht ist), mit 2 ärgern sie sich bereits darüber, dass sich die Arme und Beine der Männchen nicht bewegen lassen und auch sonst wenig Möglichkeiten gegeben sind. Mit 3 zeigen sie uns einen Vogel, wenn wir mit so einem Babykram noch ankommen - da wollen sie mit dem richtigen Playmo spielen!

Holzbausteine: Holzbausteine, egal ob bunt oder holzfarben, wurden von unseren Kindern nicht bespielt. Gar nicht. Ich vermute, es wird ab 5 Jahren eine Kappla-Bausteine Bauphase geben, und darauf freue ich mich auch schon. Aber mit 1-3 Jahren fanden meine Kinder Bausteine nicht spannend. Aber vielleicht ja Eure?

Außerdem in dieser Artikelserie erschienen sind:





© Snowqueen (feat. Danielle)