Hustensaft - unwirksam und daher vollkommen unnötig


HustensaftJedes Jahr wandern etwa 70 Millionen Euro für rezeptfreien Hustensaft über die Ladentische der deutschen Apotheken - das entspricht einem Umsatz von ca. 400 Mio. Euro. Vor allem für die Behandlung von Husten bei Kindern greifen die Deutschen gerne tief in die Tasche. 

Husten unterstützt bei der Heilung


Dabei ist Husten keine Krankheit, die bekämpft werden muss, sondern ein Schutzreflex, der den Körper effektiv bei seiner Heilung unterstützt. Sind die Atemwege entzündet, bilden die Schleimhäute der Atemwege Sekrete, die den Abtransport der Viren verbessern. Wird dieser Schleim nicht ausreichend abgehustet, ermöglicht das den Krankheitserregern, sich effektiver zu vermehren. Nehmen diese dadurch Überhand, beginnt der Schleim zäh zu werden - es kommt zu trockenem Husten, der auch "unproduktiv" genannt wird. 

Welche Arten von Hustensäften gibt es?


Bei Hustensäften unterscheidet man hustenstillende (Antitussiva) und schleimlösende (Expektoranzien) Präparate. Hustenstillende Säfte sollen nur bei unproduktivem Husten gegeben werden - das heißt, wenn der Husten festsitzt, also kein Sekret heraus befördert wird und nur dann, wenn der Husten extrem stört, bspw. bei Schlafen oder wenn er zum Erbrechen führt. 

Ist der Husten "fest", wird häufig zu sogenannten Schleimlösern gegriffen, die dem Körper helfen sollen, Schleim zu produzieren und damit das Abhusten zu erleichtern. Beider Arten sollen nicht kombiniert werden, da es wenig sinnvoll ist, das Sekret verflüssigen zu wollen und dann den Abtransport zu unterdrücken. 

Studien ergeben: Hustensäfte wirken nicht


In den evidenzbasierten Therapieleitlinien für akute Atemwegsinfektionen der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft heißt es zu den Hustenmitteln:

"Wissenschaftliche Untersuchungen die die klinische Wirkung dieser Mittel evaluieren, fehlen. [...] Angesichts des häufigen Einsatzes von Antitussiva zur Behandlung akuter Atemwegsinfektionen liegen erstaunlich wenige klinische Studien vor. [...] Hinsichtlich der symptomatischen Hustenreduktion bei akuten Atemwegsinfekten erbrachten placebokontrollierte klinische Studien selbst für die als Standardantitussivum angesehene Substanz Codein, aber auch für Dextromethorphan keine statistisch signifikante Überlegenheit gegenüber Placebo bzw. Ergebnisse von nur fraglicher klinischer Relevanz."

Das heißt also, dass es völlig egal ist, ob man Hustensaft oder gefärbtes Zuckerwasser verabreicht - die Wirkung ist die gleiche. Dies belegt auch eine Studie der Universität Pennsylvania. Hundert Kinder wurden in zwei Gruppen aufgeteilt - die eine erhielt einen apothekenpflichtigen Hustensaft, die andere ein Placebo. Es konnten auch hier keine nennenswerten Unterschiede festgestellt werden. Die Kinder schliefen nicht besser und waren auch nicht schneller gesund.

Im Rahmen einer anderen Studie der Universität Bristol (Schröder und Fayhe) überprüften Wissenschaftler 330 Veröffentlichungen, die die Wirksamkeit von Hustensäften untersuchten. Sie stellten dabei fest, dass gerade mal 15 dieser Studien tatsächlich klinische Studien zur Wirksamkeit beim Menschen waren, beim Rest handelte es sich um reine Laborversuche. Und von diesen 15 Studien kamen immerhin sechs zu dem Ergebnis, dass der Saft nicht besser wirkte, als ein Placebo. Bei den übrigen ergaben sich keine statistisch relevanten Ergebnisse. 

Nicht eine einzige dieser Studien belegte tatsächlich, dass Hustensaft wirkt.

Die Hersteller von Hustensäften halten dem gerne mal eigene Untersuchungen entgegen - sie befragten Patienten, wie sie sich im Laufe der Behandlung mit Hustensaft fühlten. Es wird wenig überraschen, dass die Mehrzahl angab, dass sich die Symptome besserten. Wenn man natürlich keine Vergleichsgruppen befragt, dann haben solche Untersuchungen wenig Sinn, denn ganz sicher fühlten sich auch die Patienten, die keinen Hustensaft einnahmen, nach ein paar Tagen deutlich besser - weil es in der Natur der Sache liegt, dass Erkrankungen einem Heilungsprozess unterliegen.

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte sagte schon 2006 (!) in einer Pressemitteilung daher auch ganz klar:
"dass die Behandlung mit Hustensäften schon längst nicht mehr Stand der Forschung sei [...]. Bei Hustensäften und Schleimlösern gibt es keine wissenschaftlich harten Daten, die belegen, dass Hustensäfte wirken. In den Leitlinien zur Behandlung von Infekten der oberen und unteren Luftwege werden daher auch keine Empfehlungen zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit entsprechenden Medikamenten ausgesprochen. Kinderkliniken verzichten schon seit langem auf die Verabreichung von Hustensaft. 
Nur weil Eltern seit Jahrzehnten an Linderung durch Hustensaft glauben und nur weil Kindern die Einnahme eines solchen, zudem meist wohlschmeckenden Medikamentes subjektiv gut tut, ist angesichts der dringenden Appelle der Gesundheitspolitiker an die Ärzte, wirtschaftlich und nur das Notwendige zu verordnen, eine solche Verordnung zu Lasten der GKV nicht generell zu rechtfertigen.“

Warum verschreiben Kinderärzte dann trotzdem Hustensäfte?


Wenn Euer Arzt Eurem Kind beim nächsten mal einen Hustensaft verschreiben will, fragt ihn doch einfach mal, ob er glaubt, dass Hustensäfte helfen. (Über seine Antwort würde ich mich in den Kommentaren zu diesem Artikel freuen ;-).

KassenrezeptIch habe vor einiger Zeit mal bei unserer Ärztin nachgefragt, nachdem ich mich ausführlicher mit dem Thema befasst hatte. Sie schaute erst einigermaßen irritiert, war dann ziemlich belustigt und meinte, dass Hustensäfte viel mehr den Eltern, als den Kindern verschrieben würden. Eltern fiele es einfach schwer zu akzeptieren, dass gegen viele Beschwerden oft nichts anderes hilft, als Abwarten und auf die körpereigenen Abwehrkräfte vertrauen. Eltern haben immer das Bedürfnis "irgendetwas tun" zu müssen, um ihren Kindern das Leiden zu erleichtern. Mit Hustensaft haben sie das Gefühl, aktiv zur Genesung beizutragen. Und das positive Denken "So - jetzt geht es dir gleich besser!" überträgt sich auf die Kinder und stärkt die Selbstheilungskräfte (ich nenne das Globuli-Effekt ;-).

Nun könnte man einwenden: "Na so erfüllen sie doch auch ihren Zweck - dann ist es doch egal!?"  Leider nicht - denn: 

Hustensäfte können auch gefährlich sein


Auch wenn der Hustensaft freiverkäuflich ist - es ist dennoch ein Medikament. Und jedes Medikament birgt auch Risiken.

Vor einer Weile wurde das Nutzen-Risiko-Verhältnis codeinhaltiger Arzneimittel neu bewertet. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte teilte daraufhin mit, dass die Behandlung von Kindern unter 12 Jahren mit codeinhaltigem Hustensaft nicht mehr zulässig ist. In Europa waren mehrere tödliche oder lebensbedrohliche Fälle von Atembeschwerden beobachtet worden.

Auch Hustensäfte mit dem Wirkstoff Clobutinol sind mittlerweile nicht mehr zugelassen. Diesen fand man in den 90er Jahren im Handel in Säften wie Silomat. Dieser Saft war eines der beliebtesten Hustenmittel überhaupt und in fast allen deutschen Hausapotheken zu finden - auch ich erinnere mich daran, ihn regelmäßig bekommen zu haben.

Sogar Stiftung Warentest attestierte dem Hustensaft Silomat damals, sehr preiswert und damit das Mittel der Wahl bei Husten zu sein. Im Jahr 1999 erkannte ein französischer Arzt einen Zusammenhang zwischen Clobutinol und Herzrhythmusstörungen. Das deutsche Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte gab sehr schnell eine Sicherheitsstudie in Auftrag. Diese ergab, dass der Hustenstiller auf die zentrale Steuerungseinheit des Gehirns wirken kann und auch bei gesunder Menschen zu bedrohlichen Herzrhythmusstörungen führen kann.

Im Jahr 2007 wurde der Wirkstoff daher vom Markt genommen. Im Jahr 2008 gab es dann den Widerruf der Genehmigung für das Inverkehrbringen. Es hieß:
 "Es wurde die Schlussfolgerung gezogen, dass unter der Behandlung mit Clobutinol ein potenzielles Risiko einer lebensbedrohlichen Arrhythmie besteht."
Der Wirkstoff war bis dahin über 46 Jahre auf dem Markt gewesen - keiner hielt ihn für gefährlich. Auch deshalb ist es sinnvoll, auf die Gabe eines Medikamentes zu verzichten, dessen Wirkung nicht mal ansatzweise nachgewiesen ist.

Der Wirkstoff auf dem die meisten gängigen hustenstillenden Hustensäfte (nunmehr auch Silomat) mittlerweile basieren heißt Dextromethorphan - dieses ist eng verwandt mit Codein und Morphin. Der Wirkstoff beeinträchtigt die Fähigkeit, Gefahren richtig zu erkennen und darauf zu reagieren, wodurch  die Anfälligkeit für Unfälle und Verwirrtheitszustände steigt. Etwa ein bis zehn Prozent der Bevölkerung haben eine bestimmte Enzymschwäche, so dass bei Ihnen schon bei der vorgegebenen Dosierung Halluzinationen, Realitätsverlust und psychotische Episoden auftreten können. Wegen dieser Wirkung wird es vereinzelt auch missbräuchlich überdosiert eingenommen.

Allerdings wird auch gerne mal in Bezug auf die Gefährlichkeit übertrieben. So warnte 2012 die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) in einer Pressemitteilung:

"Rezeptfreie Erkältungsmittel nicht immer harmlos
Auch rezeptfreie Kinder-Hustensäfte aus der Apotheke können gefährliche Nebenwirkungen zeigen. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) in einer aktuellen Fachpublikation hin. 
Die Warnung bezieht sich auf Mittel, die Antihistaminika (H 1 -Antagonisten) der ersten Generation (AH 1 G) enthalten, wie z.B. viele rezeptfreien Husten- und Erkältungsmittel für Kinder. Es handelt sich um auch hustenstillende Substanzen, die neben der erwünschten Beruhigung des Hustenreizes sehr schnell eine einschläfernde Wirkung zeigen – mit teils dramatischen Folgen.
So setzt bereits bei Normaldosierung ein ausgeprägter und lang andauernder sedierender Effekt ein, der bei älteren Kindern zu Tagesmüdigkeit, Benommenheit, Konzentrationsstörungen führt. Bei Überdosierung können gar Halluzinationen und Krämpfe folgen. Bei Säuglingen können dagegen vermehrt zentrale Atemstörungen wie Schlafapnoen und im ungünstigsten Fall der Kollaps von Herz und Atmung auftreten.
Flasche Hustensaft„Diese Antihistaminika-Generation -  sie taucht in der Zusammensetzung z. B. als Doxylamin, Diphenhydramin, Dimenhydrinat (Diphenhydramintheophyllinat), Promethazin auf - ist längst überholt! In der Allergiebehandlung oder aber auch in Medikamenten für Erwachsene wurden sie schon vor geraumer Zeit durch neue, nichtsedierende H1-Rezeptor-Antagonisten ersetzt. Kinder-Hustensäfte hingegen bleiben trotz der negativen Daten unverändert“, bedauert Prof. Dr. Hannsjörg Seyberth, Mitglied der DGKJ-Arzneimittelkommission.
Gerade 1- bis 3-Jährige, deren zentrales Nervensystem noch äußerst empfindsam auf dort einsetzende Wirkstoffe reagiert, erhalten die alten Antihistaminika von allen Altersgruppen mit Abstand am häufigsten. Dies liegt auch an den zahlreichen  Infekten der Kleinkinder, denn bis zu 6 Erkältungen im Jahr gelten als normal.   
Die Experten weisen zudem darauf hin, dass selbst pflanzlichen Extrakten aus Weißdorn, Mistel, Passionsblume, Hopfen oder Hafer die bedenklichen Antihistaminika beigemischt sein können. Eltern sollten sich bei der Behandlung lang andauernder oder das Kind besonders belastender Erkältungen mit ihrem Kinder- und Jugendarzt beraten, bevor sie zum rezeptfreien Hustensaft greifen."
Bei der DGKJ wird ja nicht sooo gerne ausführlich recherchiert, weswegen die Empfehlungen manchmal auch nicht allzu ernst zu nehmen sind (dazu empfehle ich unseren Artikel Die "neuen" Empfehlungen zur Ernährung von Säuglingen - von Baby-led weaning wird nun abgeraten. Wie skandalös "Wissenschaft" praktiziert werden kann). Dies trifft auch hier wieder zu, denn bei der Pressemitteilung wurde offenbar ganz vergessen, dass es in Deutschland überhaupt keine für Kinder zugelassenen Hustensäfte mit Generation-1-Antihistaminika käuflich zu erwerben gibt. Es gab einige (wenige) Todesfälle nach einer Antihistamingabe, dabei handelte es sich jedoch um Überdosierungen und Unverträglichkeiten, die einfach bei jedem Wirkstoff tödlich sein können. Greift man natürlich (versehentlich) beherzt zu Wick MediNait (nach Herstellerangaben ab 16 Jahren), dann enthält das eine ordentliches Dosis davon - aber dass Erwachsenen-Medikamente grundsätzlich für Kinder gefährlich sind, das gilt für alle. 

Ebenso gefährlich - ätherische Öle!


Gerne wird Husten auch mit ätherischen Ölen behandelt - doch Achtung! - diese sind für Babys und Kleinkinder problematisch, da sie in höherer Konzentration die Atemwege reizen. Schon kleinste Mengen können zu Krämpfen im Kehlkopf und zu Atemstillständen führen. Auch Erbrechen, Krampfanfälle und Bewegungsstörungen wurden beobachtet. Das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt daher vor ihrer Verwendung bei kleinen Kindern - sowohl am Körper als auch in der Raumluft.

Für Kinder unter 3 Jahren sind insbesondere Kampfer, Eukalyptus, Thymian und Pfefferminz (=Menthol) gefährlich. Grundsätzlich sollten für Babys alle Erkältungssalben und -bäder, die ätherische Öle enthalten, tabu sein. Beim Thymian kommt es auf die Sorte an - in speziellen Säuglingsprodukten wie Engelwurzbalsam oder Transpulmin Babybalsam sind unbedenkliche Öle enthalten.  Auch Duft- und Lampenöle können übrigens solche Öle enthalten. 

Ungefährliche Alternativen zur Behandlung von Husten 


VerneblerUm den Hustenreiz zu lindern, sollte auf eine ausreichend hohe Luftfeuchtigkeit geachtet werden. Erkältungen treten meist im Winter auf, leider ist die Raumluft zu dieser Zeit sehr trocken, da viel geheizt wird. Abhilfe schaffen ein paar aufgehängte feuchte Tücher oder ein elektrischer Luftbefeuchter. Letzterer tut bei uns sehr gute Dienste bei Erkältungen. Beim Kauf empfehle ich auf ein Modell mit Abschaltautomatik zu achten wie z. B. das relativ günstige Modell von Clatronic oder etwas hochwertiger das Modell von Beurer, die auch die ganze Nacht laufen können.

Wirklich gut gegen Husten hilft auch ein Vernebler, mit dem die Atemwege direkt befeuchtet werden. Das bekannteste (aber sehr teure) Modell ist der Pariboy, den man bei chronischer Bronchitis verschrieben bekommen kann. Er vernebelt eine isotonische Kochsalzlösung, die die Kinder mit einer Atemmaske einatmen. Es gibt auch günstigere Alternativen - z. B. von Inqua - so dass man eine Anschaffung grundsätzlich erwägen sollte, wenn Kinder häufig unter Husten leiden. Bei uns führt die Behandlung damit sofort zu Erfolgen - vor allem bei Reizhusten. Empfohlen wird, drei- bis viermal täglich mit 2 - 5 ml NaCl-Lösung (rezeptfrei in der Apotheke) zu inhalieren.

Dass bei Husten möglichst viel getrunken werden soll, ist übrigens ein Ammenmärchen, denn es gibt auch keine Belege dafür, dass eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr die Sekretbildung fördert. Zu viel Flüssigkeit kann sogar kontraproduktiv sein, da es durch die Erkältung zu einer erhöhten Bildung eines bestimmten Hormons kommen kann, das wiederum zu einer Hyponatriämie (zu niedriger Natriumspiegel im Blut) führen könnte. Es spricht nichts gegen spezielle Hustentees - diese lindern den Hustenreiz. Bestandteile, die die Gesundung unterstützen, sind Thymian, Huflattich, Anis, Eibischwurzel, Primelwurzel, Lindenblüten oder Spitzwegerich.

Man kann Hustensäfte auch selbst herstellen - viele schwören auf die Wirksamkeit von Zwiebelsaft. Dafür wird eine Zwiebel gewürfelt, in ein Glas gegeben und mit zwei Esslöffeln Zucker überstreut. Das Ganze lässt man ein paar Stunden stehen - der Zucker entsaftet währenddessen die Zwiebel. Vom Saft kann man dann alle 2 - 3 Stunden einen Teelöffel verabreichen. Die meisten Kinder mögen den Saft, weil er sehr süß ist. Alternativ kann ein Rettich-Honig-Saft zubereitet werden. Dafür wird ein schwarzer Rettich ausgehöhlt, mit Honig gefüllt und abgedeckt - nach 1,5 Stunden ist ein natürlicher Hustensaft entstanden. Honig ist generell gut bei Husten - auch ganz normale Milch mit Honig lindert das Kratzen im Hals. Dabei ist jedoch wichtig, dass dieser nicht erhitzt wird, weil sich seine Wirkung sonst verliert, weil die reizlindernden Enzyme zerstört werden.  

Wichtig: Honig darf Kindern nicht im ersten Lebensjahr gegeben werden - warum, dazu Näheres im Artikel Lebensgefährlich, gesundheitsgefährdend und ungesund - Was Eltern unbedingt wissen sollten).

Da häufig eine verstopfte oder laufende Nase mit dem Husten einher geht, sollte diese frei gehalten werden, da die Schleimhäute bei einer ständigen Atmung durch den Mund austrocknen. Dies verstärkt den Hustenreiz unnötig. Weitere Tipps und viele wirksame Hausmittel für Erkältungskrankheiten findet ihr bei uns im Artikel über Erkältungen  bei Babys und Kleinkindern.

© Danielle


Quellen 

 


http://peds.stanford.edu/documents/Journal_Club.pdf

http://www.bfarm.de/SharedDocs/Risikoinformationen/Pharmakovigilanz/DE/RHB/2007/info-silomat.pdf?__blob=publicationFile&v=2

http://www.bfarm.de/SharedDocs/Downloads/DE/Arzneimittel/Pharmakovigilanz/Risikoinformationen/RisikoBewVerf/g-l/globutinol_komm_entsch_anh.pdf?__blob=publicationFile&v=2

http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/053-013.htmlhttp://books.google.de/books?id=bQXbSRJLhNkC&pg=PT29&lpg=PT29&dq=wirksamkeit+studien+antitussive&source=bl&ots=JaQ7nrH3PI&sig=KQVATNVFBNO3Zh5GOkBSp_txewg&hl=de&sa=X&ei=PyN3VPjDD-vcywOD84KIAw&ved=0CFcQ6AEwCA#v=onepage&q=wirksamkeit%20studien%20antitussive&f=false

http://de.wikipedia.org/wiki/Clobutinol

http://de.wikipedia.org/wiki/Dextromethorphan 

http://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/pharmazie/news/2013/06/18/schon-wieder-der-antihistaminika-haltige-hustensaft/10357.html?pk_campaign=Newsletter-2013-06-18&pk_kwd=10357%2BSchon%2Bwieder%2Bder%2BAntihist  

http://www.3sat.de/page/?source=/nano/medizin/159515/index.html

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=4052 

http://www.bfr.bund.de/cm/343/fragen_und_antworten_zur_anwendung_von_aetherischen_oelen.pdf 

http://www.welt.de/wissenschaft/article1650110/Warum-es-oft-auch-ohne-Hustensaft-geht.html 

http://www1.wdr.de/fernsehen/wissen/quarks/sendungen/medikamentewirksameshustenmittel100.html

http://www.urbia.de/magazin/gesundheit/kinder/wenn-kinder-husten

Schroeder K. & Fahey T.: Should we advise parents to administer over the counter cough medicines for acute cough? Systematic review of randomised controlled trials; Arch Dis Child. 2002; 86(3); S. 170-175 und Systematic review of randomised controlled trials of over the counter cough medicines for acute cough in adults; BMJ. 2002; 324(7333); S. 329-331

Bellocq C.: A common antitussive drug, clobutinol, precipitates the long QT syndrome 2; Mol Pharmacol. 2004;66(5); S.1093-1102 und nachfolgende Studien des Pharmakonzerns Boehringer Ingelheim

Bildnachweis

rosa Hustensaft: Benjamin Klack  / pixelio.de
Rezept: Matthias Preisinger  / pixelio.de

Kommentare:

  1. Hm, ich muss mal vorsichtig nachfragen:

    Seid ihr euch mit Thymian sicher? Das gilt, dachte ich, gerade als harmlose Alternative. Wurde mir von Hebamme und Arzt empfohlen und ist doch sogar in dem Engelwurzbalsam für Säuglinge enthalten.

    So sollte / wurde ein Thymianteeaufguss ins Zimmer gestellt , was äußerst hilfreich ist.

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    1. Hallo!

      Danke für die Nachfrage. Es geht ausdrücklich um ätherische Öle - also hochkonzentrierte Wirkstoffe - wenn Du einen Aufguss mit Thymian machst, dann ist das keine Anwendung eines ätherisches Öls. Thymian ist auch ein Sonderfall - man unterscheidet verschiedene Sorten. Es gibt gefährliche und harmlose Öle. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (Link im Text) warnt zwar ausdrücklich pauschal vor Thymianöl, aber die im Engelwurzbalsam enthaltenen sind natürlich für Säuglinge geeignet.

      Viele Grüße!
      Danielle

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  2. Unsere Kinderärztin verschreibt keinen Hustensaft und meint zu dem Thema: "Hustensaft bringt nur den Eltern was" (nämlich das gute Gefühl, damit etwas gegen den Husten zu tun).

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  3. Unsere Kinderärztin hat unserem Sohn bei seiner 1. Erkältung (mit 5 Monaten) einen Vernebler zum Leihen verschrieben. Völlig unerwartet hat unsere Krankenkasse (DAK) uns daraufhin einen Vernebler zum Verbleib geschickt. Kein Pariboy, aber immerhin, haben wir jetzt einen im Haus, der jederzeit und von jedem Familienmitglied genutzt werden kann.
    Vielleicht klappt das ja auch so bei anderen. Einfach mal nachfragen (bei KiA sowohl KK).

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  4. Unser Sohn hat von einem Vertretungskinderarzt einen Hustenstiller verschrieben bekommen, nachdem er vor Husten nicht schlafen konnte. Zwei Tage später hatte er eine Lungenentzündung. Unsere Kinderärztin meinte, sie verschreibt deshalb keinen Hustensaft mehr und hätte das bei uns auch niemals gemacht. Uns kommt keiner mehr ins Haus!

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  5. Danke für den interessanten Artikel genau zur richtigen Zeit! Wir probieren auch schon seit Wochen rum und ich habe das Gefühl, dass gar nichts hilft. Das einzige Ergebnis ist, dass mein Sohn nun gar keine Medikamente mehr nehmen will.

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  6. Das Thema beschäftigt mich auch immer wieder. Unser Kinderarzt ist strikt gegen Hustensaft. Aber als er im Urlaub war und wir zur Vertretung mussten, hat die Dame uns gleich Ambroxol aufgeschrieben. Ich habe das Rezept nicht eingelöst. Der Husten ging auch so weg. Als ich sie darauf ansprach, sagte sie, das Kind brauche einen Schleimlöser und mit dem Saft habe sie gute Erfahrungen. Sie ließ sich da auch nicht beirren! Da lobe ich mir unseren Kinderarzt. Er ist übrigens auch Pneumologe und ist somit wirklich ein Fachmann.

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  7. Unsere Kinderärztin ist auch gegen einen Vernebler, "mittlerweile ginge man weg davon", wir sollten besser in guten Luftgebieten spazieren gehen...

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  8. Hallo,

    interessanter Artikel. Aber mir ist aufgefallen, dass er auf die hustenstillenden Säfte eingeht, aber weniger auf die schleimlösenden (zumindest habe ich über die nicht so viel gelesen). Gilt denn das gleiche für beide Arten von Hustensäften? Unser Kind ist gerade erkältet. Wir geben halt Muco*solva*n, was als Wirkstoff Ambroxol hat. Zusätzlich bekommt sie Zwiebelsaft. Aber wenn auch bei solchen Wirkstoffen wie Ambroxol keine Wirkung bekannt ist, dann kann ich in Zukunft ja nur Zwiebelsaft geben...

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    1. Hallo,

      die Ausführungen beziehen sich auf beide Arten von Hustensäften - also sowohl die schleimlösenden, als auch die hustenstillenden. So schreibt es auch der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte: "Bei Hustensäften und Schleimlösern gibt es keine wissenschaftlich harten Daten, die belegen, dass Hustensäfte wirken".

      Auch in den evidenzbasierten Therapieleitlinien heißt es, dass die Studienlage bei Schleimlösern dünn und widersprüchlich ist.

      Viele Grüße!
      Danielle

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  9. Wie steht ihr eigentlich zum Thema Homöopathie?

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    1. Ich kann nur für mich sprechen: Ich glaube nicht daran. Eine Freundin von uns, die Ärztin ist, sagt immer: "Wer heilt, hat Recht" Da ich an die Wirksamkeit nicht glaube, gehe ich natürlich auch davon aus, dass es nicht schadet. Der Aussage "Bei mir wirkt es aber!" entgegne ich in der Regel mit "Du weißt ja nicht, was passiert wäre, wenn du nichts genommen hättest". Und auch ein Placeboeffekt ist ja ein Effekt. In diesem Sinne: Leben und leben lassen, aber bei uns daheim gibt es keine Globuli.

      Liebe Grüße!
      Danielle

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  10. Hallo!
    Vielleicht wollt ihr ergänzen, dass vor ein paar Tagen Hustensaft mit Wirkstoff Codein komplett verboten wurde für Kinder bis 12 Jahre und nicht mehr verkauft werden darf.
    Zum Beispiel hier: http://www.liliput-lounge.de/news/hustensaft-mit-codein-fuer-kinder-ab-sofort-verboten/
    LG und danke für eure tollen Beiträge!

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  11. Ich schwöre auch auf Zwiebelsaft ;-)

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  12. Hallo,
    welche Hustensäfte für Kinder gibt es denn mit H1 Antihistaminika auf dem Markt? Kenne die nur als Schlafmittel, die aufgezählte Wirkstoffe.
    Und wenn etwa 1% bis 10% der Bevölkerung diese Enzymschwäche haben, heißt das denn nicht das 99% diese der gesamten Bevölkerung (80.000.000) nicht haben und zählt das dann nicht einfach als Nebenwirkung, die jedes Medikament aufweist, egal ob chemisch oder pflanzlich?

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  13. Hallo, weiß jemand zufällig wie das mit dem Thymian-Myrte-Balsam aus der Bahnhofapotheke ist? Der wird ja schon öfters empfohlen. Gibt es ja auch eine Variante fuer Kleinkinder von. Ich benutze den im Moment aber soweit ich weiß sind das ja auch ätherische Öle?

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    1. Bei Thymian gibt es verschiedene Unterarten - auch welche, die für Kinder gut geeignet sind. Der Thymian-Myrte-Balsam aus der Bahnhofsapotheke ist ungefährlich.

      Liebe Grüße!
      Danielle

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  14. Hallo,

    danke für diesen Artikel - wieder einmal sehr informativ!
    Aber wie ist das denn mit den Hausmitteln (Tee, Zwiebelsaft etc.) - ist deren Wirkung denn belegt oder helfen sie auch wieder eher der Psyche? Ich nutze sie gern und werde das weiter tun, aber ein bisschen neugierig bin ich schon.

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    1. Liebe Julia,

      das ist eine sehr gute Frage, auf die ich spontan keine Antwort habe - aber das werde ich bei Gelegenheit mal recherchieren. Mein erster Impuls ist der Gedanke, dass das jahrhundertelang weitergegebene Hausmittel sind, daher würde ich schon vermuten, dass es funktionieren könnte.

      Viele Grüße
      Danielle

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  15. Danke für den informativen und sauber recherchierten Artikel. Ich liebe Eure unaufgeregte Art zu Schreiben.

    Im Zusammenhang mit Honig sollte man vielleicht noch erwähnen, dass dieses Enzym im Honig, welches eine Reizhusten stillende Wirkung hat, in heißen Getränken kaputt geht. Daher den Honig am besten "kalt" und roh vom Löffel lutschen (oder halt mit der ungekochten Zwiebel/Rettich Kombination. (Laut meinem Kinderarzt)

    Viele Grüße und ein großes Danke, dass ihr Euch immer so viel Mühe macht!

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    1. Liebe Andrea,

      ganz lieben Dank für diesen Hinweis (und die übrigen Worte) - das habe ich gleich ergänzt :-).

      Herzliche Grüße
      Danielle

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  16. Hallo!
    Vielen lieben Dank für Eure Recherchen und all Eure Artikel! <3
    Hier habe ich eine Frage: Wie steht es mit pflanzlichen Säften wiue Prospan? Oder dem Hustenstiller Monapax?
    Herzliche Grüße,
    Steffi

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