Kindergeburtstag - Ideen und Tipps für Feiern mit Kindern im Alter von 3 bis 6 Jahren


Ideen für den 3., 4., 5. und 6. Kindergeburtstag - vom Geburtstagskuchen über Einladungen und Spiele bis hin zu Vorschlägen bei schlechtem Wetter


Irgendwann steht er ins Haus - der erste Kindergeburtstag. Man hat die Feiern aus der eigenen Kindheit in schönster Erinnerung, aber beim Gedanken, jetzt selbst ein solches Fest auszurichten, stehen nicht wenigen Eltern die Schweißperlen auf der Stirn. Kreischende Kinderhorden, die wild durch das Haus toben, beaufsichtigt und bespaßt werden wollen - das bedeutet Ausnahmezustand! Der Wunsch, alles besonders schön für unser Wunschkind zu gestalten ist übermächtig - daher ist der Respekt vor dem was da kommen mag besonders bei Kindergeburtstagneulingen recht hoch.



Ich erinnere mich noch mit Grausen an den 4. Geburtstag meiner Tochter. Sie hatte unter anderem zwei der wildesten Mädchen aus der Kita eingeladen und ich stand den ganzen Vormittag nervös in der Küche um einen Hello-Kitty-Kuchen zu backen (Merke: bei Motivkuchen ist das gründliche Einfetten der Backform wirklich unentbehrlich, weil Kitty sonst statt Augen Löcher hat und auch einfacher Schokoladenüberzug kann  eine RIESIGE Sauerei machen!) 

Als wir dann ein paar schöne Spiele spielen wollten, habe ich außerdem gelernt, dass Schokoladen-Memory mit fünf 4-Jährigen keine gute Idee ist und manche Kinder sehr, sehr, sehr ungern verlieren, was sich ganz schnell auf die Stimmung auswirken kann. Aber Kinder sind auch sehr schnell wieder mit Kleinigkeiten aufzumuntern. Beim 5. Geburtstag vor 4 Wochen wurde dann aber planmäßig nur "frei" gespielt. Das haben die Kinder durchaus sehr wörtlich genommen - nachdem ich nach 5 Minuten einen Blick ins Kinderzimmer warf, waren plötzlich alle splitterfasernackt...

Ein wichtiges Element ist die Auswahl der Geschenke - je kleiner die Kinder noch sind, desto weniger deutlich können sie Wünsche äußern. In unserem Blog findest Du für jede Altersstufe riesige Sammlungen mit Geschenkideen - damit liegst Du ziemlich sicher richtig.

Die Planungsphase für den Kindergeburtstag 


Jeder Kindergeburtstag sollte grob geplant werden - je jünger das Kind ist, je ausgefallener das Konzept und je unerfahrener die Eltern, desto wichtiger ist eine gute Planung. 

In Bezug auf die Feier muss zunächst muss entschieden werden, wie viele Kinder eingeladen werden sollen. Als Faustregel hat sich bewährt, die Anzahl der Gäste nach dem Alter des Kindes zu bemessen (+/- ein Gast). In Bezug auf die Dauer gilt: Je älter, desto länger kann die Feier dauern. Dreijährige sind im Grunde schon nach zwei Stunden vollkommen überreizt, Vorschulkinder halten schon bis zu 4 Stunden durch. 

Kurz vor der Feier bietet es sich an, das Haus oder die Wohnung "feierfest" machen. Wenn auch freies Spiel geplant ist, kann man mit Krepp- oder Absperrband die Feierzone markieren. Soll die Gästeschar beispielsweise nicht ins Schlafzimmer, ist es sinnvoll, die Tür symbolisch mit dem Band abzusperren. Bewährt hat sich bei uns die Markierung der Toilettentür (bspw. mit einem Luftballon), damit alle Kinder sie schnell und zuverlässig finden - in der Aufregung fällt eine Orientierung bei lauter gleich aussehenden Türen sonst vielleicht schwer. Alles, das wertvoll und/oder zerbrechlich ist, sollte - sofern möglich - außer Reichweite geschafft werden!

Die Einladung für den Kindergeburtstag 


Die Einladung kann man etwa drei Wochen vor dem Geburtstag verschicken, damit die Eltern der Gäste das Ereignis einplanen können und noch in Ruhe ein Geschenk besorgen können. Auf die Einladung gehören
  • Datum der Feier (eigentlich logisch - wir bekamen aber auch schon eine Einladung ohne)
  • Dauer (Beginn/Ende)
  • Ort der Feier
  • Bitte um Zu-/Absage, dafür die
  • Telefonnummer oder E-Mail-Adresse
  • ggf. der Hinweis, ob die Eltern da bleiben sollen/dürfen
  • ggf. der Hinweis, dass witterungsgerechte Kleidung mitgebracht werden soll.

Die meisten Eltern freuen sich auch über einen kleinen Hinweis, über welches Geschenk sich das Kind freuen würde.

Ideen für Geburtstagskuchen 


Im Internet findet man eine gigantische Vielfalt von Rezepten. Die Faulen (wie ich) machen es sich einfach und zaubern eine Torte aus diesem tollen BuchDie Kreativen können sich von den folgenden Bildern inspirieren lassen - jedes einzelne Exemplar lässt mich persönlich ja neidvoll erblassen:

Ideen für Geburtstagskuchen

Ideen für Geburtstagskuchen

Ideen für Geburtstagskuchen

Ideen für Geburtstagskuchen

Ideen für Geburtstagskuchen

Ideen für Geburtstagskuchen

Ideen für Geburtstagskuchen

Der Ablauf des Kindergeburtstages

Am großen Tag werden die Kinder sehnsüchtig auf ihre Gäste warten. Wenn diese nach und nach eintrudeln, sollte man nicht versäumen, die Eltern, mit denen man keinen engeren Kontakt hat, nach ihrer Handynummer zu fragen (am besten einen kleinen Zettel in Türnähe deponieren - sonst vergisst man das im Trubel).

Kommt eine übersichtliche Anzahl von Gästen (bis zu drei), würde ich die übergebenen Geschenke gleich bei der Ankunft öffnen lassen. Sind es deutlich mehr Geschenke, bietet sich ein kleiner Gabentisch an, damit das Öffnen nicht so untergeht und die Geschenke auch gewürdigt werden können. Wird es allzu übersichtlich, sollte man die Präsente mit dem Namen des Schenkenden kennzeichnen, damit das Kind weiß, wem es wofür danken kann. 

Das Auspacken kann man auch mit einem Spiel wie Flaschendrehen verbinden - das Geschenk desjenigen wird ausgepackt, auf den die Flasche zeigt. So ist der Vorgang zumindest einigermaßen geordnet. Bei größeren Feiern bietet es sich an, eine Geschenkpapier-Entsorgungs-Kiste bereit zu stellen um nicht in der Papierflut zu versinken.

Spielideen für den Kindergeburtstag 


Es geht im Grunde auch komplett ohne - den 5. Geburtstag meiner Tochter haben die Mädels draußen im Garten und drinnen in den Kinderzimmern ganz ohne ein spezielles Spiel sehr zufrieden und glücklich selbst ausgefüllt. Ein paar Stunden freies Spiel in einer fast unbekannten Umgebung ist für viele Kinder schon richtig aufregend.

Kleine Spiele kommen aber häufig gut an - ich stelle nachfolgend ein paar klassische Spiele kurz vor. Man sollte bei der Auswahl eine Ausgewogenheit in Bezug auf die Aktivität berücksichtigen - auf ein schnelles, hektisches Spiel sollte immer ein etwas ruhigeres folgen. Sonst kann die Verbindung mit (zu) viel Süßem schnell eine explosive, überschäumende Stimmung verursachen.

Kurze Spiele für Drinnen


Klopapiermumie 


Die Kinder werden paarweise eingeteilt und bekommen die Aufgabe, eines der Kinder mit einer Rolle Toilettenpapier zu umwickeln. Gewonnen hat, wer als erster die Rolle verbraucht hat. Damit kann man Kinder durchaus eine halbe Stunde enorm belustigen!

Pustewatte


Die Kinder werden auf verschiedene Tischseiten aufgeteilt. In der Mitte liegt ein Wattebausch. Ziel ist es, den Bausch auf der gegnerischen Seite vom Tisch zu pusten.

Klemmtanz


Die Kinder müssen paarweise einen Gegenstand zwischen sich halten. Möglich sind Luftballons am Bauch/Kopf, Pixi-Bücher an der Nase oder Stirn, usw. - einfach mal im Haushalt/Kinderzimmer umsehen. Gewonnen hat, wer am längsten nichts fallen lässt.

Schokokusswettessen


Den Kindern werden die Hände hinter dem Rücken verbunden (dazu eignen sich Küchenhandtücher - größere Kinder schaffen es, die Hände mit Selbstdisziplin hinten zu behalten), vor ihnen liegt ein Schokokuss. Wer diesen zuerst aufgegessen hat, ist Sieger.

Autos aufwickeln


An Spielzeugautos werden gleich lange Bindfäden angebunden. Das andere Ende des Fadens wird an einem Stift festgebunden. Die Aufgabe der Kinder ist es, durch schnelles Aufwickeln des Fadens mit dem Stift (drehen) ihr Auto zuerst in das gekennzeichnete Ziel zu ziehen.

 

Topfschlagen


Dem Spieler werden die Augen verbunden und ein Kochlöffel in die Hand gedrückt. Im Raum wird ein Topf versteckt, unter dem sich ein kleiner Preis befindet. Das Kind versucht den Topf im Zimmer zu finden indem es den Boden abklopft. Die Mitspieler können mit "warm/kalt" den Abstand zum Topf benennen und damit in die richtige Richtung lenken.

Schokoladentafelwettessen


Bereit gelegt werden: eine Tafel Schokolade, eine Mütze, ein Schal, zwei Handschuhe, ein Würfel, Messer und Gabel. Die Kinder sitzen am Tisch und würfeln. Wer eine 6 würfelt, zieht sich Schal, Mütze und Handschuhe an und muss zunächst die Tafel nur mit Messer und Gabel auspacken. Danach dürfen dann  (ausschließlich) mit dem Besteck Teile der Tafel abgeschnitten und gegessen werden - so lange bis das nächste Kind eine 6 würfelt - dann müssen die Kleidungsstücke schnell getauscht werden und das andere Kind versucht, so viel Schokolade wie möglich zu erbeuten.

Dinge ertasten


In kleine Säckchen werden Alltagsgegenstände gesteckt. Die Kinder müssen die Augen verschließen und erhalten jeweils einen Gegenstand. Durch Tasten sollen sie herausfinden, worum es sich handelt.

Kurze Spiele für Draußen


Fang den Hut

Jedes Kind hat eine Kopfbedeckung auf - alle Kinder versuchen den anderen die Hüte vom Kopf zu ziehen. Wer als letzter noch einen Hut auf hat, hat gewonnen.

Kleine Olympiade


Wie wäre es mit einen kleinen Triathlon mit Sackhüpfen, Eierlauf und Weitwurf? Passende Sets mit einer Grundausstattung sind für relativ wenig Geld erhältlich und bieten allen Kindern die Möglichkeit, kleine Teilsiege zu erringen.

Fangen mal anders


Es wird ein Fänger ausgewählt. Wird ein Kind gefangen, hilft es dem Fänger weitere Kinder zu fangen und muss sich dabei selbst an der Stelle berühren, an der es abgeschlagen wurde. Je ungewöhnlicher die Stelle, desto lustiger das allgemeine Herumgehumpel. Sieger ist der zuletzt Gefangene.

Apfelschnappen


In einem größeren Gefäß schwimmen Äpfel. Alle Kinder versuchen mit auf dem Rücken verschränkten Händen einen Apfel zu schnappen - gar nicht so einfach!

Wurstleine


An einer Leine wurden Würstchen aufgehängt - die Kinder versuchen nacheinander oder gleichzeitig die Würstchen ohne Hände zu verzehren - Gewinner ist der Schnellste

Wühlen


In einem großen Behälter befinden sich Blätter, Holzwolle, Ostergras oder ähnliches. Außerdem wurden kleine Gewinne/Süßigkeiten darin versteckt. Die Kinder würfeln - wer eine 6 gewürfelt hat, darf wühlen. So lange, bis der nächste eine 6 würfelt. Alle in diesem Zeitraum gesammelten Geschenke dürfen behalten werden. Das Spiel kann auch in einen Buddelkasten verlegt werden, in dem (in kleinen Plastikdosen verwahrte) Preise/Süßigkeiten vergraben sind.

Luftballons treiben


Am Ende einer etwa 8 - 10 m langen Strecke stehen zwei Eimer - am Anfang zwei Kinder mit Luftballon und Kochlöffel. Das Ziel ist es, die Ballons, die nur mit dem Kochlöffel berührt werden dürfen, in die Eimer zu befördern.

Wäscheklammerklau


Jedes Kind bekommt 6 Klammern, die es an seiner Kleidung befestigt. Aufgabe ist es, den anderen Kindern die Klammern die Klammern abzujagen. Gewonnen hat, wer die meisten Klammern gesammelt oder die letzte Klammer verteidigt hat.

Ruhige Aktivitäten 


Um ein bisschen Ruhe in die Kinderschar zu bringen, eignen sich Mal- und Bastelaktivitäten. Großen Spaß macht Kindern meist T-Shirt-Bemalen, so haben sie gleich eine schöne Erinnerung an das Fest. Günstige T-Shirts gibt es in verschiedenen Farben und Größen im 5-er-Pack ab 9 EUR von Fruit of the Loom. Notwendig sind auch Textilmalstifte in ausreichender Anzahl.

Bei Mädchen sorgen auch ein paar einfache Perlen für ein wenig Besinnung und Konzentration und eine bleibenden Erinnerung. 

Jungen kann man vielleicht damit begeistern, Tassen oder Gläser zu bemalen - dafür gibt es spezielle Porzellanmalstifte

Weitere Bastelideen finden sich im Internet, wie z. B. hier und hier.

Der Klassiker - Schnitzeljagd/Schatzsuche 


Eine Schnitzeljagd hat bei Jung und Alt eigentlich immer eine Erfolgsgarantie und kann mehrere Stunden füllen. Zunächst ist ein Schatz zu verstecken - ein paar besondere Süßigkeiten sind im Grunde völlig ausreichend, weil der Weg das Ziel ist. Aber auch ein paar kleinere Geschenke sind durchaus sehr reizvoll.

Es gibt unzählige Ideen und Gestaltungsvarianten rund um das Spiel. Das Grundprinzip besteht darin, dass die Kinder auf Grundlage von Hinweise eine bestimmte Fährte verfolgen müssen, an deren Ende sich der Schatz befindet. Dabei können Rätsel und Aufgaben die Schwierigkeit und Dauer deutlich erhöhen.

Es bietet sich an, eine Schatzkarte zu zeichnen, die unterstützende Hinweise enthält oder die in Teile geschnitten erst noch zusammengesucht werden muss. Altersgerechte Rätsel und Aufgaben (im Internet wird man ausführlich fündig - wie hier bei Kleinwirdgroß) sorgen meist für einen Riesenspaß.

Ideen für Mottopartys 


Kinder lieben Mottopartys - einmal für einen Tag Prinzessin, Pirat oder Feuerwehrmann sein! Es gibt zu nahezu jedem Thema umfassendes Equipment, um die Party auszugestalten. Im Internet findet ihr für jedes Motto umfassendes Zubehör und Bastelanleitungen für Einladungen sowie Ideen für Rezepte, Spiele und Dekoration. Wie wäre es z. B. mit einer Eiskönigin-Geburtstagsparty?

Wir waren neulich auf einer Party, die ganz im Zeichen der schrecklichen Bunte-Pferde-Epidemie stand. Neben der passenden Dekoration gab es auch einen Filly-Kuchen und spezielle Filly Spiele. Bei einem Wettrennen sollten die Kinder an Bändern angebundene Fillys so schnell wie möglich durch das Aufwickeln des Bandes über eine Ziellinie gebracht werden. Zu gewinnen gab es bei den Spielen dann auch lauter kleine Überraschungen rund um das pastellige Vieh. Das Thema ist schon recht speziell und eignet sich für reine Mädchenrunden - bei den Kindern kam die Party wirklich richtig gut an.

Im Internet gibt es zahllose Geschirr- und Dekosets für verschiedene Mottopartys, z. B. Minions, Fußball, Monster High, Drache und Ritter, Eiskönigin oder Dinosaurier.

Wohnung zu klein? Wetter schlecht? 


In den Kommentaren kam die berechtigte Nachfrage: Was mache ich denn, wenn das Wetter draußen schlecht (oder kalt) ist und die Wohnung viel zu klein für eine Horde bewegungswilliger Kinder? Dann bieten sich natürlich Feiern außerhalb der der Wohnung an. Große Handelsketten bieten flächendeckend die Möglichkeit, mit mehreren Kindern ein paar schöne Stunden zu verbringen. Ziemlich professionell und durchorganisiert bieten deutschlandweit solche Feiern bspw. McDonalds und IKEA an. Hier muss man sich um wenig kümmern und für das leibliche Wohl ist auch gesorgt. Auch Kinos spezialisieren sich immer mehr auf Kindergeburtstage - ebenso natürlich Indoor-Spielewelten oder Tierparks/Zoos.

Im Grunde besteht mittlerweile bei fast jeder Attraktion, die man sonst mit Kindern besuchen kann, die Möglichkeit zu feiern. Wenn man sich inspirieren lassen will, kann man einfach mal den Heimatort oder die nächstgrößere Stadt bei Google eingeben und Kindergeburtstag ergänzen - schon sollte eine große Auswahl erscheinen. In Berlin könnte ich mit meinen Kindern beispielsweise... auf die Kartbahn, in die Kletterhalle, ins Puppentheatermuseum, Keramik bemalen, in die Sternwarte, in den Kinderzirkus, in die Kinderbackstube, in die Waldschule, in die Kerzenmanufaktur, ins Technik-Museum, zum Kinderbowlen, in eine Modellbahnausstellung (LOXX), in einen Pferdeportpark, mit einer Parkeisenbahn fahren, auf eine Eisbahn gehen, ins LegoDiscovery-Center, auf einen Bauspielplatz, in ein Spaßbad.... usw.

Habt Ihr weitere Tipps, Ideen und Anregungen? Schreibt uns einen Kommentar!

© Danielle

Bildnachweis

Geburtstagskuchen (in der Reihenfolge der Bilder)
Rica, PitPat, carorico
Amiflosi, Lia79, Rica, Babe81
Lia79, *Domino*, PitPat, karottie00
PitPat, Lia79, Lia79, carorico
Amiflosi, Rica, wukima
Locke 23, *meinkleineskruemelchen*
märchenfee, Abry, Pupskeks, Lia79

Baby-led Weaning mit dem Buch von Gill Rapley - ein Erfahrungsbericht


„Und - fütterst du schon zu?“

 

Vier Monate nach der Geburt kam diese gefürchtete aber unausweichliche Frage das erste Mal. Wir hatten uns gerade daran gewöhnt eine kleine Familie zu sein, einen Alltagsrhythmus zu finden, zu verstehen, welche Windel, Creme und sonstige Babyprodukte man benutzt - und dann das.
 
Unsere Tochter hat es uns von Beginn an sehr einfach gemacht - sie trank unmittelbar nach der Geburt aus der Brust, hatte den absoluten Plan, wie das funktioniert und so wurde uns schnell klar, das werden wir eine Weile so handhaben. Einfach praktisch! Als ich nach sieben Wochen wieder arbeiten ging, nahm unsere Kleine wie selbstverständlich das Fläschchen in meiner Abwesenheit und die Brust, wenn sie wieder zur Verfügung stand. So einfach ist das?
 
So lebten wir die ersten vier Monate, ohne uns um die Ernährung unseres Kindes sorgen zu müssen. Und dann - BAAANG!!! Meine Hebamme bot mir sehr freundlich die Teilnahme an einem Beikostkurs an, Freundinnen hatte gute Tipps auf Lager, meine Eltern „erzählten“, wie es früher gehandhabt wurde, und je mehr ich hörte und las, umso unsicherer wurde ich.
 
Man muss dazu sagen, dass ich von berufswegen (Heilpädagogin) schon viel mit Babys und Kleinkindern zu tun habe. Es war selbstverständlich, dass diese mit Breien jeglicher Form gefüttert wurden - zum Teil bis in ein bedenklich hohes Alter. Auch in den (Berufs-)Familien erlebte ich alle erdenklichen Szenarien rund ums (Nicht)Essen. Eine innere aber sehr laute Stimme in mir riet mir, es anders zu machen. Aber wie??? Ein Baby muss doch Brei essen. Alle tun das. Und, wie soll‘s auch anders gehen? Schließlich geht doch ohne Zähne gar nichts anderes.

 
Aber aus irgendeinem Grund war ich mir sicher - bei meinem Kind wird das anders laufen! War es die Angst von mir, an Beikostplänen zu versagen? Oder der innere Abwehr, meinem Kind einfach etwas fremdbestimmt in den Mund zu stecken? Oder meine „schlechte“ Angewohnheit, ständig Dinge auf ihre Sinnhaftigkeit zu hinterfragen? Es war wohl die Mischung aus allem, die mich nach einer Alternative suchen ließ. 
 

Schnell stieß ich bei meinen Recherchen auf das Buch von Gill Rapley  „Baby-led weaning übersetzt aus dem Amerikanischen. Super, dachte ich. Es gibt also tatsächlich eine denkbare Alternative. Aber musste sie gerade aus Amerika kommen?! Sicher wieder so ein neumodischer Kram, der nur bei bestimmten Kindern funktioniert und in ein paar Jahren gibt es Studien darüber, wie schädlich es für unsere Kinder ist.
 
Aber ich bestellte mir das Buch - mit irgendetwas musste ich in meiner Verzweiflung ja beginnen. Schließlich wurde unser Baby immer älter und steuerte munter, propper und wohlmuttermilchgenährt auf seinen sechsten Lebensmonat zu. Jetzt wurde es ernst. Alle Babys um uns herum waren schon seit zwei Monaten im Breichenpflichtprogramm und wurden nur noch drei bis viermal täglich mit der Brust oder der Flasche gefüttert.
 
Da lag es nun, das Buch! Auf dem Einband ein fröhlich aussehendes Baby mit einer Paprika in der Hand. Und plötzlich war mir klar - das wollen wir auch! Ein Kind, das gerne gesund isst, Freude am Experimentieren hat, selbstbestimmt entscheidet. Obwohl, darf es das überhaupt?
 
Ich fing an zu lesen, und bereits in der Einleitung wurde klar, dass ich das richtige Buch in der Hand halte: „…Was würde passieren, wenn sie ihr Baby entscheiden ließen, wann und wie es mit dem Verzehr von fester Nahrung beginnt? Was würde geschehen, wenn es „richtiges“ Essen vorgesetzt bekäme, statt gefüttert zu werden? Mit anderen Worten: Was wäre, wenn sie ihrem Baby die Führung überließen?
 
Und genauso taten wir es. Das Buch beschreibt mit tollen Erklärungen und Praxisbeispielen, wie BLW funktionieren kann. Es macht sehr deutlich, dass es eigentlich (außer den Sicherheitsregeln) keine Regeln gibt. Die Tipps und Tricks sind absolut hilfreich. Trotz vieler wissenschaftlicher Hintergrundinformationen ist das Buch gut lesbar und wird durch die Erfahrungsberichte toll aufgelockert.
 
Wir können noch immer von den Grundinformationen unglaublich profitieren und das Essen so gestalten, wie es für uns und unsere Tochter am praktikabelsten ist. Inzwischen ist unser Kind neun Monate alt und ein echter „Profi“ in Sachen Lebensmittelkenntnisse. Sie bekommt noch immer hauptsächlich ihre geliebte Muttermilch, nimmt aber zweimal täglich an einer Mahlzeit teil: In der Tagespflegegruppe nascht sie aus ihrer Brotdose (das Mittagessen verpennt sie dort regelmäßig) und am Nachmittag gibt’s mit Mama einen kleinen Snack. Gegessen wird, was die Vorräte so hergeben: Gemüse in gedünsteter Form, frisches Obst, Nudeln, Reis, Avocado (wegen der wertvollen Fette), Tofu und verschiedenstes Fleisch. Es macht Spaß ihr dabei zuzuschauen. Jedes Stück wird mindestens einmal wieder aus dem Mund geholt, um es nochmals genauer zu betrachten. Was nicht schmeckt, wird wie selbstverständlich neben den Teller gelegt oder auf den Boden fallen gelassen. Es amüsiert uns immer wieder in ihrem Gesicht zu sehen, wenn sie eine neue Erkenntnis gewinnt (z. B. Kumquats sind echt sauer, Banane glibscht herrlich durch die Finger, zu viele Rindergulaschstücken verhindern das Kauen und Leberwurst lässt sich vom Brot trennen).
 
Angst vor dem Verschlucken? Unnötig, wenn man die Sicherheitsregeln beachtet und etwas Kenntnis über den Würgereflex hat. Totaler Schmierkram und damit mehr Arbeit? Das Gegenteil ist der Fall. Meine wenigen Versuche, ihr einen Brei anzubieten(alle komplett verweigert) endeten in einer Riesensauerei. Fingerfood ist eine recht saubere Angelegenheit. Mit wenigen Handgriffen und nur einem Tuch sind Kind und Essplatz wieder sauber!
 
Neben dem Vorteil, dass unser Kind bereits mehr Lebensmittel ausprobiert hat, als viele andere Kinder in dem Alter, hat sie auch sehr schnell die Handhabung der einzelnen Komponenten erlernt. Auge-Hand-Koordination und „Pinzettengriff“ werden super trainiert. Das Zahnfleisch wird bei jeder Mahlzeit wunderbar massiert, was besonders beim Zahnen recht angenehm zu sein scheint.
 
Unser Baby hat inzwischen zwei süße kleine Zähnchen und einen irren Spaß diese zum Essen zu benutzen. Wir alle sind unglaublich entspannt, weil wir wissen, dass sie mit der Muttermilch alles bekommt, was sie braucht und somit dürfen wir zusammen die tolle Erfahrung machen. ESSEN MACHT SPAß! Das Buch ist ein Muss, wenn Fingerfood die Wahl ist!
 

Warum wir unsere Kinder nicht loben sollten

Lobe können die Bedingungslosigkeit unserer Liebe einschränken - warum man lieber wahrnehmen und ermutigen statt loben sollte



Vor etwa zwei Jahren musste meine damals 4-jährige Tochter ein bitteres Antibiotikum nehmen. Am dritten Tag nahm sie die Dosierspritze, prüfte, ob ich genau hinsehe und fragte dann erwartungsvoll: "Mama lobst Du mich, wenn ich das ganz tapfer nehme?" Das war schon das zweite oder dritte Mal, dass sie mich so etwas fragte und das irritierte mich irgendwie. Ich lobte sie zu diesem Zeitpunkt vollkommen "intuitiv" in ganz normalem Umfang. Nicht zu wenig, nicht übertrieben viel. Ihr Verhalten kommentierte ich durchaus häufig wohlwollend - wie es eben die meisten von uns so machen mit "Das hast Du wirklich toll gemacht", "Prima!" oder ähnlich. Lob war für mich bis zu diesem Zeitpunkt ein normales (Erziehungs-)Mittel, mit dem man Verhalten positiv verstärkt. Es diente der Ermutigung und der Bestätigung. Aber warum reichte meinem Kind mein Loben offenbar nicht (mehr) aus? Ich fand es irgendwie sehr seltsam, dass das Loben plötzlich aktiv eingefordert wurde und begann, mich mit dem Thema intensiv auseinander zu setzen.
 
 

Der Effort-Effekt 


Cover Buch 10 schockierende Wahrheiten über Erziehung:Ich las mich durch verschiedenste Quellen und wollte eigentlich die gängigen Erkenntnisse und Empfehlungen zum Thema Loben für unseren Blog zusammenfassen. Dabei stolperte ich zunächst über den sehr interessanten "Effort-Effekt". Im Buch mit dem etwas reißerischen Titel "10 schockierende Wahrheiten über Erziehung: Was eine Stunde Schlaf mit ADS zu tun hat, warum Sie Ihr Kind besser nicht loben sollten und warum besonders gut gemeinte Erziehung keine 'Engel' produziert" wird über die Experimente der Psychologin Carol Dweck von der Stanford Universität zum Thema Loben berichtet.
Sie suchte willkürlich Fünftklässler aus und gab ihnen eine einfache Aufgabe zu lösen. Die Kinder wurden in Gruppen aufgeteilt - eine Gruppe (A) wurde nach dem Lösen der Aufgabe gelobt mit "Du bist wirklich schlau!", die andere Gruppe (B) mit "Du hast dich wirklich angestrengt!" Eigentlich kein großer Unterschied - möchte man meinen. Doch die Lobe unterschieden sich durchaus - in der Gruppe A wurde eine (vermeintliche) Eigenschaft des Kindes gelobt, in Gruppe B wurde allein das Verhalten des Kindes hervorgehoben. 

Allen Kindern wurde eine weitere Aufgabe zur Wahl gestellt - sie sollten wählen, ob diese schwerer oder leichter als die vorherige sein sollte. Die Schüler der Gruppe A wählten überwiegend die leichtere Aufgabe, die Kinder der Gruppe B wählten zu 90% die schwierigere Aufgabe. Offenbar wollten die Kinder, die für ihre Intelligenz gelobt wurden, kein Risiko eingehen, diesen "Status" zu verlieren, während die Kinder, die für ihre Bemühungen Anerkennung bekamen, diese gleich erneut unter Beweis stellen wollten.

In einem anderen Experiment wurde den Kindern nach der Lösung der ersten Aufgabe keine Wahl gelassen - sie bekamen eine sehr schwierige, für sie kaum lösbare Aufgabe. Die Kinder der Gruppe B strengten sich an und versuchten verschiedene Lösungswege. Trotz des Scheiterns gaben sie an, dass ihnen die Suche der Lösung Spaß bereitet hätte. Die Kinder der Gruppe A hingegen zweifelten offenbar durch das Scheitern an ihrer zuvor bescheinigten Intelligenz und gaben die Lösungssuche deutlich schneller und vor allem schlechtgelaunter auf.

Nach der schwierigen Aufgabe bekamen die Kinder noch abschließend eine weitere, der ersten ähnliche Aufgabe gestellt - die Kinder der Gruppe B schnitten bei der Lösung 30% besser ab im Vergleich zur ersten Aufgabe, die Kinder der Gruppe A hingegen 20% schlechter - offenbar wirkte sich die zwischenzeitliche Neueinschätzung der eigenen Intelligenz nach dem Scheitern bei der zweiten Aufgabe negativ auf die nachfolgende Aufgabe bei ihnen aus. 

Kind schreibt konzentriertDer Test wurde weiter variiert und brachte weitere erstaunliche Unterschiede hervor. Nach der Lösung der ersten Aufgabe wurde den Kindern angeboten, entweder zu erfahren, wie sie im Vergleich mit den anderen Kindern abgeschnitten hatten oder eine Lösungsstrategie für die nächste Aufgabe vorgestellt zu bekommen - Gruppe A entschied sich überwiegend für den Vergleich, Gruppe B für die Lösungsstrategie. Während also die für ihre Intelligenz gelobten Kinder hauptsächlich daran interessiert waren, ihren Intelligenzstatus im Gruppenvergleich zu prüfen, war für die andere Gruppe wesentlich interessanter, wie die nächste Aufgabe besser gelöst werden kann.  

Offenbar können sich also schon Nuancen beim Loben nachhaltig auf das Verhalten und die Bemühungen von Kindern auswirken. Wird betont, wie sehr sie sich bemüht haben, motiviert sie das, weil die Bemühung von ihnen aktiv steuerbar ist - während gelobte Eigenschaften eine statische Größe sind, die sie nicht oder nur in geringem Maß beeinflussen können. Das Kind für seine Klugheit zu loben, führt - wie man an den Experimenten von Dweck sieht - scheinbar auch dazu, dass Kinder sich darauf ausruhen: "Ich bin klug, was soll ich mich dann groß anstrengen". Mit Misserfolgen können solche Kinder dann oft schwer umgehen, da sie sie als Unvollkommenheit der eigenen Person empfinden.
 
 

Lobe schränken die Bedingungslosigkeit der Liebe ein


Cover Buch Liebe und EigenständigkeitWährend ich diesen Artikel hier über das Loben schrieb, drückte mir Snowqueen ein Buch in die Hand und meinte, sie hätte das Buch zwar noch nicht gelesen, aber da würde das Thema Loben etwas ausführlicher behandelt. Es war "Liebe und Eigenständigkeit" von Alfie Kohn. Der Untertitel "Die Kunst bedingungsloser Elternschaft jenseits von Belohnung und Bestrafung" machte mich sehr neugierig - Erziehen ohne Strafen? Wie soll das denn gehen?

Ich begann das Buch zu lesen und war schon nach wenigen Seiten regelrecht erschüttert, weil es meine bisherige Sicht auf das Thema Erziehung plötzlich komplett auf den Kopf stellte und mich viele Tatsachen aus einem völlig neuen Blickwinkel betrachten lies. Und ich verstand plötzlich, warum mein Kind sich so merkwürdig verhielt. Hier findest Du eine Leseprobe der ersten 41 Seiten des Buches. In unserem Blog gibt es außerdem eine sehr ausführliche Rezension zum Buch.
 
Der Autor Alfie Kohn stellt die Frage, ob es wirklich ausreichend ist, dass wir unsere Kinder von Herzen lieben oder ob es nicht viel mehr entscheidend ist, wie wir sie lieben. Nach seiner Ansicht besteht ein entscheidender Unterschied darin, ob unsere Kinder das Gefühl haben, dass wir sie lieben, für das, was sie tun oder für das, was sie sind. Nun wird jeder Einzelne zurecht einwenden: Selbstverständlich liebe ich mein Kind für das, was es ist und das wird ganz zweifelsfrei auch so sein.

Beobachtet man jedoch mal das eigene Verhalten seinem Kind gegenüber etwas genauer, wird man feststellen, dass diese eigentlich selbstverständliche Tatsache für das Kind tatsächlich leider oft nicht eindeutig erkennbar ist. Auch wenn jedes Elternteil weiß, dass es sein Kind vollkommen bedingungslos liebt - unsere Kinder werden nicht mit dem Wissen geboren! Sie müssen sich dessen immer und immer wieder versichern. Und wodurch gewinnt ein Kind die Gewissheit, dass es geliebt und bedingungslos angenommen wird? Vor allem durch liebevolle Zuwendung, zärtliche Berührungen und durch unserer Worte - diese machen in unserer Gesellschaft den größten Teil der Zuwendungsbekundungen aus. 

Kind fährt FahrradWir neigen leider stark dazu, uns unseren Kindern immer dann besonders positiv zuzuwenden, wenn sie entweder einen Entwicklungsschritt getan haben ("Super, Du kannst schon alleine Radfahren!"), eine außergewöhnliche Leistung erbracht haben ("Prima, wie weit Du gesprungen bist!")  oder wenn sie sich - nach unseren Maßstäben - besonders gut benehmen ("Toll, dass Du so artig warst!"). 

Die Kinder fühlen sich in solchen Situationen besonders angenommen und anerkannt. Da dem Lob jedoch immer eine Handlung von ihnen vorausgeht, kann das im Laufe der Zeit dazu  führen, dass sie das Gefühl entwickeln, dass die elterliche Liebe nicht wirklich bedingungslos ist. Schließlich wird unterbewusst für sie der Eindruck erweckt, dass irgendwie immer etwas "vollbracht" werden muss, um eine deutlich erkennbare Zuwendung zu erhalten. Im kindlichen Unterbewusstsein entsteht die Verknüpfung: "Aha - wenn ich mich so verhalte, wie Mama es sich wünscht oder ich außergewöhnliche Dinge vollbringe, dann bekomme ich uneingeschränkt Aufmerksamkeit und Zuneigung".

Das Schwierige daran ist, dass grundsätzlich beim Kind der Eindruck entstehen kann, dass man sich die elterliche Zuneigung erst verdienen muss, da sie ja vornehmlich dann gezeigt wird, wenn irgendeine eine Leistung gezeigt wurde - sie also fast immer an eine Bedingung geknüpft ist. Dieses Empfinden wird auch dadurch verstärkt, dass man im Grunde nie Zuwendung zeigt oder sie gar vorsätzlich entzieht, wenn unerwünschtes Verhalten gezeigt wird. Fliegt der Becher mit Saft absichtlich vom Frühstückstisch, ist die elterliche Reaktion in der Regel nicht positiv oder verständnisvoll und ganz sicher nicht liebevoll. Ob man es beabsichtigt oder nicht - das Kind stellt relativ rasch unbewusst die Verbindung her:

erwünschtes Verhalten = Lob, Freude, Aufmerksamkeit und Zuneigung
unerwünschtes Verhalten = Tadel, Strafe, Ignoranz und Ablehnung
 
In vielen Erziehungsratgebern wird sogar geraten, sich diese Erkenntnis zunutze zu machen und aktiv erwünschte Verhaltensweisen mit Lob zu verstärken und nicht erwünschte zu bestrafen (oder zu ignorieren). Das Bestrafen wird mittlerweile auch gerne mit dem Begriff "logische Konsequenz" geschönt - letztendlich ist es dennoch eine Strafe.

Leider ist es tatsächlich möglich, das Verhalten des Kindes zu lenken und zu beeinflussen. Kinder reagieren da nicht anders als Ratten in einer Skinnerbox, die schnell begreifen, welchen Schalter sie drücken müssen, damit ein Leckerli in ihren Futternapf fällt. Lernen durch Verstärkung nennt man das - operante Konditionierung. Konditionierung? Ja - man kann es auch "Steuerung" oder "Manipulation" nennen. Das sind durchaus effektive Methoden - aber sind sie tatsächlich das, was man sich für die Erziehung seiner Kinder wirklich wünscht?

 

Aber Lobe machen doch glücklich?!

 
Kinder lieben es durchaus sehr, gelobt zu werden - im Belohnungszentrum des Gehirns schütten die Nervenzellen nach einem Lob das Glückshormon Dopamin sowie körpereigene Opiate und Oxytocin aus - diese sorgen für Entspannung, Glücksgefühle und Lebensfreude. Sie machen aber auch süchtig (siehe dazu auch die weiterführenden Links unter dem Artikel), kein Wunder also, dass meine Tochter immer mehr Lob wollte. 

Frau isst genüsslichMenschen sehnen sich nach Anerkennung, sie wollen dazu gehören und wahrgenommen werden - all dies drücken wir durch Lobe aus. Allerdings gibt es verschiedene Arten zu loben - ehrliche und manipulative Lobe. Wirklich glücklich machen uns nur die ehrlichen, von Herzen kommenden Lobe - wir alle freuen uns über eine ernst gemeintes "Gut gemacht" von unserem Arbeitgeber oder ein "Das hast Du super lecker gekocht!" von unserem Partner. Manipulative Lobe hingegen ärgern uns - wer merkt, dass er vom anderen gelobt wird, weil er ein bestimmtes Ziel erreichen will, ist verärgert.

Ehrliches Lob ist für uns Erwachsene Ermunterung und positives Feedback und grämen uns nicht allzu sehr, wenn es mal ausbleibt, weil wir wissen, dass wir dennoch geliebt werden. Unsere Kinder verfügen über dieses Wissen nicht. Sie zweifeln sehr viel schneller nach einem lauteren Wort oder einer unwirschen Geste, ob wir sie noch lieben. Ich habe schon öfter auf dem Spielplatz ein verzweifeltes "Mama, hast Du mich noch lieb?" gehört, nachdem ein Kind ausgeschimpft wurde.
 
Wie häufig wirst Du eigentlich von Deinem Chef gelobt? Wie oft von Deinem Partner? Wir Erwachsenen loben uns in der Regel eher selten, aber wenn, dann in der Regel ehrlich und von Herzen. Deswegen freuen wir uns darüber auch so sehr und es macht das Loben für uns wertvoll. Wie aber würde sich Lob anfühlen, wenn plötzlich ganz, ganz viele unserer Handlungen lobend kommentiert würden? "Schatz, Du hast die Wäsche aber heute schnell aufgehängt!", "Wie die Fenster glänzen - wirklich toll geputzt!" und "Das Gute-Nacht-Lied hast Du aber wunderschön gesungen!". Wie würde sich das anfühlen? Wie wertvoll ist ein Lob, wenn man davon zehn bis zwanzig am Tag bekommt? Wie viel Freude  würde einem Lob bereiten, wenn es im Alltag dauerhaft präsent ist?

Wenn wir unser eigenes Lobverhalten mal ganz selbstkritisch analysieren, werden wir feststellen, dass ein Großteil der Lobe, die wir unseren Kindern gegenüber aussprechen nicht nur reine Freude ausdrückt, sondern das Verhalten des Kindes - ebenso wie Strafen - in eine für uns erstrebenswerte Richtung lenken soll.  Mach den Selbstversuch - zähle mal einen Tag lang ganz bewusst mit, wie oft Du Dein Kind lobst - zähle auch alle "super", "toll" und "prima" mit - auch das sind kleine Lobe. Frage Dich bei jedem Lob in den nächsten Tagen, was die dahinter steckende Motivation war. Willst Du (wirklich) nur Freude teilen oder (auch) das Verhalten verstärken?

Die meisten Eltern werden feststellen, dass sie sehr viel häufiger  loben, als sie annehmen und auch, dass es ganz oft mit der Absicht geschieht das Verhalten des Kindes in eine bestimmte Richtung zu beeinflussen.
 
 

Was ist die Alternative zum Loben?

 
Als ich mein Lobverhalten begann kritisch zu überdenken, stellte ich fest, dass ich tatsächlich öfter lobte, um Verhalten zu verstärken: "Wie ordentlich Dein Zimmer aussieht!" (bitte räume unbedingt künftig weiter so fleißig auf). "Oma hat sich gefreut, dass Du ihr so nett 'Tschüß' gesagt hast!" (bitte sei weiter immer höflich zu allen). "Prima, wie das mit dem Zähne putzen klappt!" (hoffentlich bleibt das übliche Theater weiterhin aus). Andere Lobe waren so banal und nebensächlich, dass ich mich fast schämte - warum habe ich beim 12. Bügelperlenbild immer noch: "Das hast Du toll gemacht!" gesagt? Ich beschloss, zukünftig vollständig ohne sinnlose und manipulierende Lobe auszukommen.

Wenn ich anderen erzähle, dass ich meine Kinder nicht mehr (sinnlos) lobe, denken viele, dass das bedeutet, dass ich mich ihnen gar nicht mehr positiv zuwende. Das ist natürlich nicht der Fall. Ich werde gefragt: "Soll ich etwa stumm daneben stehen, wenn mein Kind seine ersten Schritte tut und vollkommen emotionslos bleiben?" Nein! Natürlich nicht! Man kann und darf begeistert sein, sich freuen, das Kind herzen und jubeln. Sich freuen und sagen "Wow! Das hast Du großartig gemacht! Du kannst Laufen!" Das ist ein riesiger Entwicklungsschritt, wenn man sich von Herzen freut und stolz ist, dann soll das gezeigt werden - das ist ehrlich und authentisch - kein manipulierendes Lob. Man kann und soll sich mit dem Kind unbedingt mitfreuen - echte Freude über neue Entwicklungsschritte und außergewöhnliche Leistungen sind absolut berechtigt.

Es geht vielmehr um die Vermeidung von manipulativem Lob und Lob aus der Gießkanne. Letzteres macht z. B. meine Schwiegermutter - den ganzen Tag hört mein Kind "Prima! Toll gemacht! Klasse!" - für wirklich jeden Pups - das macht mich wahnsinnig! Hinweise wie: "Das Kind ist doch kein Hund!" werden da rigoros ignoriert. Ich will kein Gießkannenlob mehr, denn Kinder wollen gar nicht belobhudelt, sondern einfach nur gesehen werden. Jedes belanglose Lob degradiert durch seine Häufigkeit die echten und angebrachten Lobe - diese werden immer wertlosen. Probiere doch einfach mal aus, auf das nächste "Schau mal Mama!" mit "Ich sehe Dich!" zu reagieren, statt die Situation mit einem "toll", "super" oder "prima" zu bewerten. Du wirst sehen - das reicht Deinem Kind vollkommen aus - es ist glücklich, wenn Du es wahrnimmst.

Kind klettert auf dem Spielplatz

Unterschwellig manipulative Lobe habe ich mittlerweile vollständig durch Wahrnehmen und Mitfreuen ersetzt. Ganz ohne Wertung. Das ist ein durchaus kleiner - aber in meinen Augen entscheidender - Unterschied. Stellen wir uns eine Situation auf dem Spielplatz vor. Ein Kind erklimmt zum ersten Mal mühsam eine Klettergerüst. Es erreicht stolz den obersten Teil des Kletterobjekts und strahlt: "Mama! Schau doch mal!" Es gibt verschiedene Reaktionsmöglichkeiten (dem Kind jeweils begeistert zugerufen):
 
"Super, das hast Du aber toll gemacht! Wie gut Du schon klettern kannst!"
 
"Huhu! Ich sehe Dich! Du bist bis ganz nach oben geklettert! Du hast es geschafft!" 

Das ist doch eigentlich das Gleiche? Tatsächlich - oberflächlich gesehen ist es das Selbe - positives Feedback. Bei der ersten Variante wird das Kind jedoch bewertet ("toll gemacht" "gut"), in der zweiten nicht. Bei dieser werden ausschließlich Beobachtungen - keine Einschätzungen - geäußert. Das Kind wird nur Wahrgenommen. Und es wird sich mitgefreut.
 
Es geht beim Ansatz nicht mehr manipulativ zu  loben überhaupt nicht darum, keine Anerkennung mehr auszudrücken, sondern vor allem darum die mit einem Lob meist verbundene Wertung weg zu lassen. "Das hast Du super gemacht!", "Das gefällt mir sehr!" und selbst ein simples "Toll!" sind Bewertungen einer vollbrachten Leistung. Ich signalisiere, dass mir gefällt, was getan wurde. Wenn mein Kind mir beim Tischdecken hilft und ich sage: "Das hast Du toll gemacht!", dann ist das eine Bewertung ("Aha, Mama gefällt was ich getan habe"). Das kann jedoch auch zu dem Effekt führen, dass das Kind nicht mehr allein aus der Lust am Helfen (intrinsische Motivation) handelt, sondern deshalb, weil es dafür gelobt werden will (extrinsische Motivation). Dem Kind würde ein "Danke, dass Du mir geholfen hast" völlig ausreichen - auch das würde es motivieren.  

Eine Studie von Joan Grusec an der Universität von Toronto hat übrigens ergeben, dass beispielsweise das häufige Loben der Großzügigkeit dazu führt, dass Kinder weniger großzügig werden. Nach jedem Lob für Teilen oder Helfen interessierten sich die Kinder weniger dafür. Sie handelten nicht mehr aus einem inneren Bedürfnis sondern sahen das Helfen oder Teilen als Mittel zum Zweck, um Aufmerksamkeit zu bekommen.

Und darum geht es Kindern vorrangig: um die Wahrnehmung ihrer Person - nicht um die Bewertung ihrer Handlungsweisen. Wenn sie tatsächlich bewertet werden wollen, werden sie es auch einfordern. Wenn Kinder von Anfang an gewohnt sind, dass Mama immer beurteilt, was sie sieht, werden sie sich schnell daran gewöhnen. Und es setzt sie unter Leistungsdruck - denn sie fürchten durchaus, dass sie nicht gut genug sein könnten und unser Wohlwollen dann schwindet. Wir dürfen nicht vergessen, dass sich unser eigener Wissens- und Erfahrungshorizont über Jahrzehnte aufgebaut und geformt hat. Ein kleines Kind denkt und fühlt ganz anders als wir - es ist sich unserer Liebe eben nicht ohne weiteres sicher. 

Wird ein Kind wahrgenommen statt wertend gelobt, wird es das Gefühl, Leistungen vollbringen zu müssen, um Zuneigung zu erhalten, vermutlich nicht entwickeln. Vielmehr wird es vornehmlich aus einer inneren Motivation heraus handeln und sich von Leistungen unabhängig angenommen und geliebt fühlen. Und es wird sich nicht fragen, was passiert, wenn es mal keine "tollen Leistungen" vollbringt.

Kinder verlernen leider sehr schnell, sich am Ergebnis oder auch einfach nur am Handeln zu erfreuen. Sie haben sich oft schon vollkommen daran gewöhnt, dass ständig ihre Leistungen bewertet werden - auch ungefragt. Sie beginnen dann auch häufig, diese Bewertung aktiv einzufordern - z. B. durch die einfache Frage "(Wie) gefällt dir das?" Sie scheinen aktiv nach Bestätigung zu suchen. Das ständige Feedback geben und Rückversichern stört übrigens auch langfristig das Lernen und den Flow.
 
 

Einwände gegen das Nichtloben

 
Über das Thema ist in Foren schon oft diskutiert worden. "Das Kind muss doch lernen, was es tun soll - dafür braucht es meine Bewertung!" wird unter anderem geschrieben. Nur dafür muss man ja nicht unbedingt wertend loben. "Super, dass Du den Tisch so schön aufgeräumt hast - ich freue mich darüber!" ist manipulatives Loben - schließlich will ich nichts anderes erreichen, als dass künftig wieder motiviert aufgeräumt wird. Freudig zu sagen "Ich sehe, dass Du Dein Zimmer aufgeräumt hast!" signalisiert ebenso gut, dass das Verhalten positiv aufgenommen wird - ohne unterschwellig zu suggerieren, dass künftig auch eine Leistung erbracht werden muss, damit ich mich freue. 
 
Der nächste Einwand lautet häufig, dass doch Beeinflussung per se nun nichts Schlimmes sei. Es ist doch auch eigentlich Aufgabe der Eltern, den Kindern Werte, Benehmen und Moral zu vermitteln. Die Frage, die sich dabei stellt ist, ob es der richtige Weg ist, diese Beeinflussung unterbewusst und manipulierend zu gestalten. Wie würdest Du Dich fühlen, wenn Du zufällig heraus bekommen würdest, dass Dein Partner die Ergebnisse Deiner Kochkünste eigentlich nur ziemlich mittelmäßig schmecken, er Dich aber ganz oft ausgiebig lobt, weil er auf keinen Fall selber kochen will? Dein Mann würde so etwas Gemeines  gar nicht machen? Warum machen wir so etwas aber mit unseren Kindern? Und - letztendlich entwickelt sich das Wertesystem, das Benehmen und die Moral  doch viel mehr durch aktives Vorleben, als durchs Erziehen.
 
Es ist eine weit verbreitete Annahme, dass viel Loben das Selbstwertgefühl steigert - aber wenn man genauer darüber nachdenkt, erkennt man, dass tatsächlich das Gegenteil der Fall ist. Wie will man ein gesundes Selbstwertgefühl  und Freude, an dem, was man tut, entwickeln, wenn die eigenen Leistungen unablässig fremd bewertet werden? Wenn man immer nur von anderen hört, ob man gut (genug) ist? Und was empfindet ein Kind, das sein Bild eigentlich im Stillen als nicht gelungen betrachtet, das dann gießkannenartig hört "Toll gemacht!"? Es wird verwirrt sein und denken, dass die eigene Einschätzung falsch ist - wie soll es da selbstkritisch werden? 

Es wird ebenso häufig angemerkt, dass Lob in der Gesellschaft weit verbreitet ist - sei es in der Kita, in der Schule oder durch die Oma, ein Leben ohne Lobe wäre gar nicht denkbar, deswegen könne man als Eltern doch nicht als einzige nicht loben. Mal davon abgesehen, dass ich mein Kind genauso viel "wahrnehmen" wie "loben" kann und es dabei im Grunde keinen bewussten Unterschied bemerkt, ist der entscheidende Punkt dabei: es geht hier um die Bedingungslosigkeit der elterlichen Liebe, nicht die der Lehrer, Erzieher oder Verwandten. Ich als Mutter möchte, dass mein Kind mit dem Gefühl aufwächst ohne jedwede Einschränkung von mir von Herzen geliebt zu werden. Es soll niemals daran zweifeln, dass ich ihm immer uneingeschränkt zugeneigt sein werde und es soll nie das Gefühl haben, dass es meine Liebe verdienen muss oder dafür besondere Leistungen erbringen. Und diese Überlegungen spielen in der Beziehung zu anderen Menschen überhaupt keine Rolle.

Eine sehr gute Freundin von mir ist bewusst lobfrei (im Rahmen des Attachment Parenting) aufgewachsen. Mit ihr habe ich schon häufig über das Thema ausgetauscht, denn zu meinem Erstaunen sagt sie, dass sie es als Kind durchaus vermisst habe, von ihren Eltern gelobt zu werden. Es fällt ihr schwer zu beschreiben, warum das so war. Ich vermutete, dass man einfach in einer doch eher exzessiv die Kinder lobenden Gesellschaft lebt, so dass man vielleicht vermisst, was man im Umfeld täglich erlebt. Sie sagt, dass sie vor allem gerne ganz einfach mal gehört hätte, dass ihre Mutter stolz auf sie ist. Das niemals zu hören und gar kein Lob zu bekommen, kann durchaus belastend für Kinder sein kann. 
 
Um es noch einmal ganz deutlich zu sagen: Bei diesem Artikel geht es nicht darum, gar nicht mehr zu loben - ehrliche, nicht manipulative Freude von Herzen soll unbedingt immer ausgedrückt werden - nur idealerweise nicht an Bedingungen geknüpft. Ein Kind, das ohne Wertung positiv auf- und angenommen wird, freut sich genauso sehr, wie ein Kind, das gelobt wird.

Selbst das komplette Weglassen des Lobes hat nicht dazu geführt, dass meine Freundin Zweifel an der bedingungslosen Liebe ihrer Eltern hatte - ihre Beziehung zu ihren Eltern ist im Erwachsenenalter sehr liebevoll und intensiv - so wie ich mir das für meine Kinder wünsche.
 

 

Meine persönlichen Erfahrungen ohne Lobe

 
Zugegeben - anfangs fiel es durchaus schwer, sich von den bisherigen Verhaltensmustern zu befreien. In unserer Gesellschaft ist das inflationäre Loben stark verbreitet - auf einem belebten Spielplatz kann man sich recht schnell ein eindrucksvolles Bild davon machen.

Ich habe vor etwa zwei Jahren mit dem (wertenden) Loben aufgehört und bewusst wertfrei wahrgenommen oder Beobachtungen wiedergegeben. Interessanterweise wurde ab diesem Zeitpunkt auch keinerlei Bewertung mehr aktiv eingefordert. Mein Kind hatte sich offenbar durch das rein intuitive Loben in normalem Umfang von mir daran gewöhnt, dass es bei vielen Tätigkeiten bewertet wird. Blieb die Bewertung in Situationen aus, in denen sie eigentlich eine erwartet hätte, forderte sie sie also damals ein.
 
Nachdem ich ausschließlich wahrnahm, habe ich nach einer Weile beobachtet, dass sie viele Dinge viel mehr für sich machte und selbst bewertete und insgesamt zufriedener und ausgeglichener wirkte. Ich kann natürlich nicht sagen, dass es einen kausalen Zusammenhang gibt - aber ich kann für mich feststellen, dass sich unser Zusammenleben verbessert hat und das Wahrnehmen-statt-Loben ganz sicher keine negativen Auswirkungen hatte. Nach allem, was ich darüber gelesen habe und nach meinen eigenen Erfahrungen, bin ich sicher, dass es einen wesentlichen Unterschied macht, wie man ein Kind wahrnimmt. Ich kann jeden nur Ermutigen, es einfach mal wertfrei auszuprobieren!

Durch das Nicht-Loben bin ich als konsequente Fortführung des Gedankens auf das Attachment Parenting (coming soon) gestoßen - eine sehr intuitive Art der Erziehung, bei der das Kind bedürfnisgerecht umsorgt und unangemessenem Verhalten auf gewaltfreie Weise ohne Strafen begegnet wird. So hatte ich mir im Grunde das Zusammenleben in unserer Familien immer gewünscht und vorgestellt, doch die Gesellschaft zeichnet ein ganz anderes Bild vom Umgang mit Kindern. Mittlerweile habe ich mich von diesen gesellschaftlichen Einflüssen quasi "befreit" und erziehe meine Kinder als gleichwertige (nicht gleichberechtigte) Familienmitglieder, etwas, das ich mich anfangs nicht getraut habe.

© Danielle


 

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Bildnachweis

Klatschende Hände und schreibendes Kind: S. Hofschlaeger / pixelio.de