Sieben Dinge, die ich gern schon in der Schwangerschaft gewusst hätte


Welches Wissen schon vor der Geburt hilfreich ist, um die ersten Wochen mit dem Neugeborenen entspannt zu verbringen - über das Schreien und Stillen

 
Mutter schaut Baba verliebt anVor ein paar Wochen ist unser drittes Kind geboren worden und alles klappt wunderbar, weil ich - anders bei den ersten beiden Kindern - gut vorbereitet und informiert bin. Da ich alles schon einmal durch hatte, wusste ich diesmal, worauf ich im Vorfeld achten musste. Damit ihr nicht auch all die Schwierigkeiten erleiden müsst, die sich bei mir bei den ersten Kindern ergaben, habe ich euch - direkt aus dem Wochenbett heraus - mal all das aufgeschrieben, was ich gern schon am Ende meiner ersten Schwangerschaft gewusst hätte.


Das Shhhh-Geräusch


Als Lehrerin fiel mir immer wieder auf, wie wenig meine Schüler darauf reagieren, wenn ich sie mit "Sssh!" zu Ruhe bat. Als unsere erste Tochter geboren wurde und ich auf der Wochenbettstation die anderen frischen Mamas beobachtete, verstand ich dann auch, warum. Alle Mütter versuchten instinktiv, ihre neugeborenen Babys zu beruhigen, indem sie das "Shhh" Geräusch anwandten, sobald die Kinder weinten. An sich keine schlechte Idee - das "Shhh" als Bestandteil der 5 S (siehe weiter unten) ist sehr effektiv - doch irgendwie klappte das häufig nicht besonders gut: Die Babys schrien weiter oder wurden sogar noch lauter. Doch die Mütter wandten es wieder und wieder an. Und mit jedem Mal "Ssssssh", das in einer Weinsituation benutzt wurde und nicht funktionierte, speicherte sich im Gehirn eine Verbindung ab: "Sssssh" = unangenehme Situation. Kein Wunder, dass die Kinder darauf nicht positiv oder mit Ruhigwerden reagierten!

Wenn man möchte, dass "Ssssh" eine echte beruhigende Wirkung hat, muss man sich nach der Geburt für ein paar Tage und Wochen die Zeit nehmen, das Geräusch mit angenehmen Situationen zu verbinden. Wenn das Kind glücklich und ruhig an der Brust trinkt, kann man leise dazu "Ssssh" machen. Wenn es satt und müde in unserem Arm liegt und gerade einschläft: "Sssssh". Wenn es ruhig und aufmerksam auf der Decke liegt und die Welt betrachtet: "Sssssh." Wenn man immer dann, wenn das Kind satt, ruhig und zufrieden ist, das "Ssssh" Geräusch begleitend einführt, dann bildet sich im Gehirn die neuronale Verknüpfung: "Ssssh" = angenehme Situation. Ist dies geschehen, und das Kind weint und die Mutter antwortet mit "Sssssh", dann trägt die vorher angelegte positive Verknüpfung das positive Gefühl in die Weinsituation und das Kind beruhigt sich tatsächlich!

Übrigens muss es kein "Sssssh" sein, man kann genauso gut ein bestimmtes Lied oder einen speziellen Satz als positive Verknüpfung nutzen - und man kann damit sogar schon anfangen, wenn das Kind noch im Bauch ist.


Das Schlaflied


Ab der ca. 17. Schwangerschaftswoche sind die Hörorgane der Embryonen so weit entwickelt, dass sie beginnen, zu hören. Ich habe das ausgenutzt, indem ich immer dann, wenn ich in einer entspannten Situation war, das zukünftige Schlaflied meines Kindes gesungen oder gesummt habe. So musste ich zum Beispiel 20 Minuten von der U-Bahn zu meinem Arbeitsplatz laufen - in dieser Zeit wurde der kleine Mann in meinem Bauch wunderbar geschaukelt und er schlief dabei regelmäßig ein. Was kann es besseres geben, als ihn in dieser Einschlafsituation gleich an das Schlaflied zu gewöhnen? 

Auch, wenn ich in der Badewanne lag und entspannte und in anderen für mich angenehmen Situationen summte ich die Melodie. Selbstverständlich geht das auch mit einer Spieluhr, wobei ich es mir schwierig vorstelle, sie beim Spazieren oder beim Baden auf den Bauch zu legen. Viele Mütter spielen ihrem ungeborenen Kind diese abends vor, wenn sie selbst im Bett liegen und das ist genau richtig. Bei uns hat das übrigens sehr gut geklappt - das Schlaflied wirkt bei meinem Sohn Wunder. Er hört es und unweigerlich fallen ihm die Augen zu!

Es gab noch ein anderes Geräusch, das ich schon in der Schwangerschaft einführte, weil mir wichtig war, dass er es nach der Geburt erkennt und als "angenehm" einstuft. Neugierig, was das war? Dann lest mal weiter. 


Das Café-Baby... 


... welches tiefenentspannt und fröhlich glucksend neben seiner Kaffee trinkenden und mit ihrer besten Freundin tratschenden Mama liegt und alle anderen Café-Besucher in Entzücken versetzt, wird nicht dein Baby sein. Es tut mir sehr leid, Dich desillusionieren zu müssen. Ich weiß, dass man als Schwangere reihenweise Kinder in Cafés sieht, die leise sind und keinen stören, doch um ehrlich zu sein, sind diese Kinder eher die Ausnahme. Für jede Café-Baby-Mama, die du siehst, sitzen zehn Mütter zuhause und trauen sich nicht raus, weil ihr Kind jedes Etablissement zusammenbrüllen würde, sobald sie dieses betritt. Diese Kinder sind die Regel und deines wird vermutlich dazu gehören.

Erst mein drittes Kind ist ein Café-Baby geworden und zwar deshalb, weil ich ihn in der Schwangerschaft schon ausführlich auf die Geräuschkulisse dort geprägt habe. Ich habe ein Lieblingscafé, in welchem ich jeden Tag sitze und schreibe. Das Café ist höllisch laut und eigentlich nicht besonders gemütlich, weil es ein ständiges Kommen und Gehen an Gästen gibt, die Kaffeemaschinen schrill pfeifen, der Eiscrusher im Sommer ununterbochen läuft und die Musik manchmal so eingestellt ist, dass man sich nicht über einen Tisch hinweg vernünftig unterhalten kann.

Ich liebe es dort! Dementsprechend saß ich in der Schwangerschaft jeden Tag entspannt Kaffee schlürfend dort herum und mein Baby spürte, wie schön ich es dort fand und hörte, wie der Ort klang, an dem sich Mama so wohl fühlte. Und die Prägung funktionierte: das Café ist der Ort, an dem mein Sohn am besten und längsten schläft. Er liegt auf meinem Schoß und ich lese oder schreibe und lasse es mir gut gehen.

Baby liegt beim Schreiben am Laptop

Übrigens war ich mit meinem Sohn letztens in einem Restaurant, in dem ich in der Schwangerschaft nur ca. fünf Mal essen war. Ich dachte, ich probiere es mal - aber er hat die ganze Zeit gebrüllt.... Wenn es also einen Ort gibt, der euch wichtig ist (es muss ja nicht ein Café sein) und den ihr auch mit Baby besuchen wollt, fangt jetzt schon an und gewöhnt euren Embryo jeden Tag ein bisschen an die Geräusche dort!


Das Schrei-Baby...


...das am Ende des PEKIP-Kurses am schrillsten kreischt, das die Babymassage nicht wie alle anderen genießt, das vehement dagegen protestiert, im Kinderwagen gefahren zu werden, das die Mama beim Rückbildungskurs nicht in Ruhe turnen lässt, sondern herzerweichend  danach verlangt, auf den Arm genommen und getröstet zu werden - das wird dein Baby sein.

Ich mache leider keine Scherze. Dein Baby wird immer dasjenige sein, das am lautesten weint und sich am stärksten wehrt - jedenfalls wird es dir so vorkommen. Und die Mama neben dir im Kurs, der wird es so vorkommen, als wäre ausgerechnet ihr Kind dasjenige, das am meisten brüllt und am wenigsten schläft. So ist das mit der Wahrnehmung.
Was kannst du tun?
Zu den Kursen: Keine Neu-Mama ist verpflichtet, Kurse zu besuchen. Wenn du dir noch nicht zutraust, mit deinem Kind rauszugehen oder du das Gefühl hast, der Kurs stresst euch nur, dann brich ihn ab. Babys entwickeln sich prima auch ohne PEKIP, Musikgarten und Massage. Vielleicht klappt es in ein paar Monaten besser?

Rückbildung dagegen ist wichtig für dich - ich empfehle dringend, einen Kurs zu besuchen. Doch auch dort gibt es Optionen. Mit meiner ersten Tochter bin ich erst zur Rückbildung gegangen, als sie gut 9 Monate alt war, vorher hätte sie nur geweint und ich wäre nicht zum Rückbilden gekommen. Es gibt auch Kurse, die ohne Babys stattfinden - diese bleiben dann zuhause bei Papa oder Co-Mama. Es gibt Kurse, in denen mit Baby geturnt wird, d. h. das Baby dient als Hantel-Gewicht und wird im Kurs hoch und runter gehoben - den meisten macht das Spaß.

In anderen Kursen (Kanga-Kurse) werden die Babys ins Tragetuch oder in die Komforttrage geschnallt und dann mit ihnen zusammen geturnt - das Schaukeln lässt sie garantiert einschlafen. Wenn du wirklich gar nicht raus möchtest zu einem Kurs, dann gibt es Rückbildungsgymnastik auch auf DVD. Dann musst du aber diszipliniert sein und diese wirklich allein vorm TV durchführen.

Mach dich am besten schon gegen Ende der Schwangerschaft schlau, welche Art Kurse bei dir in der Nähe angeboten werden und welche dir auf Anhieb sympathisch erscheinen. Denk aber dran, dass die Hormone nach der Geburt den wenigsten Frischmamas "erlauben", ihr Baby abends allein beim Papa zu lassen, auch wenn das eigentlich die günstigste Variante wäre.

Zum Kinderwagen: Da hat man sich in der Schwangerschaft solche Mühe gegeben, einen schönen, leichten, schadstoffarmen Kinderwagen zu finden, der auch noch in den Kofferraum passt und nicht das halbe Monatsgehalt kostet und dann hasst es das Baby, darin zu liegen! Das ist doch echt frustrierend, oder? Aber es ist nicht unnormal - eigentlich alle Babys, die ich kenne, mögen den Wagen in den ersten Monaten nicht. Sie werden lieber getragen. Ist ja auch verständlich, schließlich wurden sie in den vergangenen 40 Wochen 24 Stunden am Tag getragen und dieses Gefühl vermittelt ihnen Sicherheit.

Deshalb ist mein Tipp: Schafft euch neben dem schönen, teuren Kinderwagen auch eine Trage/ein Tragetuch an! Ein Tragetuch (z. B. Moby Wrap), Fräulein Hübsch, Storchenwiege Carrier oder die Emeibaby-Trage eignen ab der Geburt und erleichtern den Alltag enorm (Merke: Manduca und Ergocarrier eignen sich erst ab Sitzalter. Außerdem: Nie, wirklich niemals sollte man sein Kind mit dem Gesicht nach vorn tragen) . Selbst ein bisschen Haushalt kann man mit Kind im Tragetuch erledigen, etwas, das sonst fast ein Ding der Unmöglichkeit ist. Ihr fragt euch, warum man das Baby nicht einfach ins Bettchen legt, um den Haushalt zu machen? Na, dann lest mal weiter.


"Schlaf einfach mit, wenn dein Baby schläft!" 


 
Vater kuschelt mit BabyDer Nächste, der mir mit diesem Spruch kommt, bekommt von mir eins über die Rübe gezogen, sage ich euch! Tsss, schlafen, wenn das Kind schläft, ganz prima. Ich weiß ja nicht, wie eure Babys so werden, wenn sie aus dem Bauch raus sind, aber alle drei meiner Kinder haben nicht in ihrem Bettchen geschlafen. Ich drücke euch die Daumen, dass ihr eins dieser Zauberbabys bekommt, die man müde, aber wach hinlegt und die dann noch zwei Minuten den Kopf hin- und herwerfen und dann entspannt einschlafen.

Meine Kinder jedoch brauchten zum Schlafen viel Körperkontakt und Geschuckel. Am besten schliefen sie in der Trage, während ich ellenlange Spaziergänge durch die Stadt machte. Hinlegen für Mama war da nicht. Nicht einmal hinsetzen ging, denn sobald der wiegende Gang aufhörte, wurden meine Kinder wach.

Es ist nicht so, dass ich es nicht probiert hätte. Hab die Töchterchen liebevoll im Arm in den Schlaf gewiegt und sie dann erfolgreich im Babybay abgelegt. Dann habe ich mich schnell dazugelegt, brauchte noch 5 Minuten, um so weit runterzukommen, dass ich tatsächlich einschlief - nur, um nach wenigen Minuten unsanft vom schreienden Kind geweckt zu werden. Egal, was ich tat, meine Kinder wachten nach dem Ablegen spätestens nach 20 Minuten auf - und ich dann eben auch. Das ist Folter, wirklich. Nach so kurzer Zeit geweckt zu werden und sofort wieder voll da sein zu müssen, ist schlimmer, als gar nicht geschlafen zu haben...

Gibt es eine Lösung? So haben wir es gemacht: Bei den ersten beiden Kindern habe ich mich nachts ohne Kind auf die Couch verkrümelt. Meine bessere Hälfte schlief mit den Babys im Schlafzimmer. Ohne Milchgeruch direkt vor der Nase schliefen unsere Töchter besser und wurden nur ca. alle 2h wach. Dann wurden sie mir gebracht, ich stillte sie ausführlich, und gab sie dann wieder ab. Alle schliefen sofort weiter, alle waren halbwegs entspannt am Tag.

Unseren Sohn nehme ich nun direkt auf die Brust zum Schlafen. Ich liege auf dem Rücken, er auf dem Bauch auf meiner Brust, so schlafen wir alle ruhig und entspannt. Irgendwann in der Nacht wird er unruhig, dann stille ich auf der Seite im Liegen, meist schlafen wir dabei ein - ich auf der Seite, er auf der Seite, im Rücken wird er vom Stillkissen gestützt. Wenn ihr unruhig wegen der Seitenlage seid, weil ihr wisst, die Empfehlungen bezüglich des plötzlichen Kindstods sagen, das Kind soll auf dem Rücken schlafen, dann achtet nach dem Stillen darauf, euer Baby vorsichtig zurückzudrehen. Viele Babys mögen die Rückenlage allerdings nicht und werden schneller wach - ich habe mir sagen lassen (aber noch nicht selbst ausprobiert), dass da ein CocoonaBaby Abhilfe schaffen soll.

Ich schlafe übrigens in einem dünnen Schlafsack und ohne Kissen, damit er in meinem Bett von nichts überdeckt und überhitzt werden kann. Er selbst schläft in einem Pucksack, da er sich sonst mit seinen wackelnden Ärmchen selbst wachhalten würde. Am Morgen stille ich ihn noch einmal und verziehe mich dann für zwei Stunden ungestörten Schlaf noch einmal ins Schlafzimmer....

Mit ungestört meine ich auch, kein Babygrunzen neben mir zu hören. Ihr wusstet das bestimmt noch nicht - Babys imitieren in der Nacht gerne einen ganzen Bauernhof. Da wird gekrätzt und geächzt und gegrunzt und gezischt, gedrückt und gebrummt und gefiept - das ist alles normal und scheint von der Natur einen Sinn zugeordnet bekommen zu haben, denn alle Babys machen das. Die Geräusche hören irgendwann im Laufe der ersten drei Monate auf, aber bis dahin schlaft ihr, nun ja, neben einem kleinen Zoo.

Ohne Unterstützung geht es aber nicht. Ohne Unterstützung rutscht man garantiert in ein Schlafdefizit. Man kann ein Baby nicht Tag und Nacht allein wuppen, dann ist man irgendwann Zombie (Hiermit sende ich einen ehrfurchtsvollen Gruß an alle alleinerziehenden Mütter!). Wenn euer Mann oder eure Frau die Nachtschicht wirklich gar nicht übernehmen kann, dann spannt am Tag die Großeltern oder Freunde ein. Bindet ihnen ein Tragetuch um und setzt euer Baby hinein. So können sie zwei Stunden spazieren gehen, während ihr nochmal schlaft. Und nein, ihr nutzt die Zeit bitte nicht für den Haushalt. Eure Gesundheit geht vor! Lasst euch zur Geburt statt Krimskrams für das Baby lieber einmal Staubsaugen oder Wäschewaschen oder Bad wischen von euren Freunden schenken. Oder leistet euch, wenn ihr könnt, eine Putzfrau. Ein tolles Geschenk für nach der Entbindung sind auch vorgekochte Mahlzeiten, die man nur noch problemlos aufwärmen muss, denn man kommt als Neu-Eltern wirklich nur ganz selten zum entspannten Kochen.

Noch ein Tipp: Die meisten Babys schlafen abends zwischen 19 und 21 Uhr fest für mindestens zwei Stunden ein, auch im Bettchen liegend. Diese Zeit solltet ihr nutzen, um mitzuschlafen! 19 Uhr ist normalerweise nicht eure bevorzugte Zubettgehzeit? Meine auch nicht. Aber ich möchte fit genug sein, um es ruhig auszuhalten, wenn mein Baby mal untröstlich und stundenlang weint und das kann ich nur halbwegs ausgeschlafen.

Baby weint traurig


Die abendliche Schreistunde 


Kein Mensch erzählt einem das vorher, aber 98% aller Babys schreien ab der 2.- 6. Woche abends zwischen 17 und 19 Uhr untröstlich. Warum das so ist, ist nicht abschließend geklärt. Diese abendliche Schreistunde hört am Ende des dritten Monats schlagartig auf, aber bis dahin werdet ihr eine Menge aushalten müssen. Denn dieses Schreien ... es bricht uns gleichzeitig das Herz und macht uns so wütend wie nichts anderes auf der Welt!

Wirklich, es wird euch an den Rand der Verzweiflung bringen. Ihr werden mitweinen und erschöpft sein, sauer auf den kleinen Schreihals werden, wieder weinen, Schweißausbrüche haben und immer panischer versuchen, Lösungen gegen das Schreien zu finden. Euer Baby wird schreien und schreien und schreien und alle Versuche, es zu beruhigen, werden scheitern. Man kann als Eltern eigentlich nur versuchen, ruhig zu bleiben und eine einzige Beruhigungsart auszuprobieren (um nicht noch mehr Überreizung zu erzeugen).

Bei uns hat sich folgende Variante als erfolgreich herausgestellt: Wir haben unser Kind gleich beim ersten Quäken ins Tragetuch genommen und haben uns dann auf einen Pezziball vor die angeschaltete Dunstabzugshaube in der Küche gesetzt und haben gewippt, gewippt und nochmal gewippt, bis das Kind schlief. So umgingen wir halbwegs die Schreistunde.

Ihr könnt das auch, denn ich verrate euch jetzt den wichtigsten Tipp, den euch je ein Mensch geben wird: Es gibt einen Beruhigungsreflex bei Kindern, die jünger als drei Monate sind, den man mit 5 einfachen Handgriffen auslösen kann, denn sie erinnern unsere Neugeborenen an die Zeit im Mutterleib:

1. Straffes Einwickeln (Pucken)
2. Seitenlage (auf eurem Arm)
3. Schuckeln (weiterhin auf dem Arm)
4. Saugen (Nuckel, Finger etc.)
5. Shhhhh-Geräusch

Ist euer Baby so richtig aufgebracht, dann helfen nur alle "fünf S" auf einmal, oft beruhigen sich die Kinder aber auch schon bei drei oder vier Elementen. Am wichtigsten ist das Pucken, das sollte daher immer euer erster Schritt sein. Ihr müsst das Kind dafür nicht in einen Pucksack stecken - im Tragetuch ist es genauso eng geborgen. Bei uns war ein Pucksack/ein Pucktuch aber eine super Investition, alle meine Kinder mochten es sehr gern, in der Nacht darin zu schlafen - lasst euch ruhig einen schenken. Wir haben z.B. mehrere SwaddleMe in Größe S (Baumwolle für Sommerbabys, Microfleece für Winterbabys).

Hier könnt ihr euch das mit den fünf S mal genauer angucken:



Wer mehr wissen möchte, dem rate ich, schon in der Schwangerschaft das Buch "Das glücklichste Baby der Welt" von Dr. Harvey Karp zu lesen. Lasst euch nicht von dem bescheuerten Titel abhalten, das Buch ist wirklich Gold wert. Es gibt eine DVD mit dem gleichen Titel, auf der man die 5S noch einmal genauer sehen kann. Letztere ist besonders für lesefaule Bald-Väter zu empfehlen ;-).

Und wo wir schon bei Lesetipps für die Schwangerschaft sind: "Das Geheimnis zufriedener Babys" von Nora Imlau ist ein kurzweiliges Buch für Neueltern, das in keinem Bücherregal fehlen sollte. Hier haben wir eine ausführliche Rezension darüber geschrieben.


Stillen 


Stillen ist erst einmal schwer. Anstrengend. Auslaugend. Am Anfang auch schmerzhaft. Stillen ist aber auch das Schönste, das du je machen wirst. Es ist es wert, gelernt zu werden. Dein Baby mag instinktiv wissen, was zu tun ist, aber du wirst nicht instinktiv wissen, wie du es richtig anlegst. Das ist etwas, das dir jemand zeigen muss und das du üben musst, viele Male. Ihr beiden müsst zunächst ein Stillteam werden und zueinander finden, dann wird stillen leicht und bequem und es hilft enorm bei der Bindung.

Ich hätte beim ersten Kind beinahe schon im Krankenhaus nach nur drei Tagen abgestillt, weil ich solche Höllenschmerzen hatte, dass ich bei jedem Mal Anlegen weinte. Ich kannte keine Stillpositionen - ich hatte erwartet, dass ich schon wissen würde, wie es geht. Wusste ich aber nicht. Und dann wuselte meine Tochter auch so rum... also, sie hatte ihren geöffneten Mund direkt vor der Brustwarze, aber statt sofort zuzufassen (sie hatte schließlich Hunger!) warf sie ihren Kopf hin und her, leckte mit der Zunge, aber dockte nicht an. Das machte mich wahnsinnig nervös. Herrgott, Kind, fass doch zu!

Was ich nicht wusste: Sie konnte noch nicht. Das sofortige Andocken ist ein Entwicklungssprung, der erst nach der 5. Lebenswoche kommt. Vorher brauchen sie ein bisschen Zeit und Ruhe, die Brustwarze zu finden. Mit dem Lecken der Warze mit der Zunge stimulieren sie diese auch - es hat also durchaus Sinn, was unsere Neugeborenen da machen.

Mein Tipp ist folgender: Für die Brustwarzen kann man in der Schwangerschaft nichts tun. Ihr braucht sie nicht abzuhärten oder so - das Gefühl eines saugenden Babymundes an der Warze kann man sowieso nicht simulieren. Es wird am Anfang weh tun, stellt euch einfach darauf ein. Es muss aber nicht höllisch weh tun - dafür könnt ihr sorgen. Macht euch schon in der Schwangerschaft mit den wichtigsten Stillpositionen bekannt (Wiegegriff, Stillen im Liegen, Rückengriff) und sucht euch eine Stillberaterin, am besten eine der La Leche Liga.

Eure Hebamme ist bestimmt super und weiß auch viel zum Stillen, aber verlasst euch nicht darauf, dass sie euch kompetent bei allen Stillproblemen helfen kann. Auch die beste Hebamme kann keine Stillberaterin ersetzen. Hört euch um, ob es bei euch in der Nähe einen Still-Treff gibt. Ich war jede Woche beim Still-Cafè meines Krankenhauses, dort konnte ich die dort praktizierende Stillberaterin mit meinen Fragen bombardieren (und ich hatte viele Fragen!).

Um den Milcheinschuss zu stimulieren, legt euch mit eurem Baby Haut an Haut ins Bett. Die Hebammen haben mir im Krankenhaus mein Kind schön warm angezogen überreicht - ich habe ihn gleich wieder ausgezogen bis auf Windel und Flatterhemdchen und fünf Tage nichts anderes gemacht, als ihn auf meinem nackten Oberkörper schlafen zu lassen und selbst zu schlafen. Sobald er unruhig wurde oder sogar weinte, habe ich ihn angelegt. Das war manchmal alle fünf Minuten - egal. Streiche am besten den Satz "Du darfst dein Kind nicht verwöhnen!" aus deinem Gehirn. Du verwöhnst dich mit einem zufriedenen Baby, wenn du nach Bedarf stillst, nichts anderes.

Gegen die wunden Brustwarzen empfehlen die meisten Hebammen und Stillberaterinnen Lanolin Salbe, die bei mir wirklich rein gar nichts bewirkt hat. Ich habe dagegen wirklich gute Erfahrungen mit den Multi-Mam Kompressen gemacht, die nicht nur heilend wirken, sondern auch ein bisschen kühlen. Legt euch schon einen kleinen Vorrat an - ihr werdet es ganz sicher brauchen. Doch egal, welches Produkt ihr nutzt: Sie behandeln nur das Problem, nie die Ursache. Das heißt, wenn ihr falsch anlegt, könnt ihr noch so viel Salbe draufschmieren, wie ihr wollt, die Schmerzen werden bleiben.

Als Grundregel gilt: Stillen darf kurz beim Anlegen weh tun bzw. unangenehm sein, doch nach ein paar Sekunden sollte der Schmerz vergehen oder zumindest gut aushaltbar sein. Ist dies nicht der Fall, sondern tut es die ganze Still-Session über weh und/oder eure Brustwarzen bekommen Risse und bluten, liegt das Baby falsch an. Dann müsst ihr euer Kind dringend wieder abdocken (mit dem kleinen Finger in den Mundwinkel des Kindes fassen und so das Saug-Vakuum lösen) und noch einmal neu anlegen. Ich hatte, wie gesagt, offene, blutende Brustwarzen, doch als mir die Stillberaterin half, das Baby anzulegen, tat es nach einer kurzen Schrecksekunde wirklich nicht mehr weh! So soll es sein, nicht anders.

Noch ein P.S. zum Stillen: Auch, wenn es einem heutzutage so vorkommt: Keine Mama ist verpflichtet, zu stillen, oder das Stillen zu probieren. Wenn es gravierende Gründe für Dich gibt oder deine Schmerzen zu groß sind, dann gibt es ganz Ersatzmilch, mit denen Kinder auch gut groß werden. Lass dir nicht einreden, eine schlechtere Mutter zu sein, weil du nicht stillst! Aber wenn du stillen möchtest, und du denkst ans Abstillen, weil du solche Schmerzen hast, dann ist es wert, zu kämpfen und zu versuchen, die Ursachen der Schmerzen abzustellen. Für mich persönlich war das Stillen eine Bereicherung - ich bin super froh, nicht abgestillt zu haben, denn es wurde trotz des holperigen Starts wirklich noch sehr, sehr schön.

© Snowqueen
 

Hygiene - wie viel Sauberkeit brauchen Kinder?


Baby matscht mit MarmeladeWie viel Hygiene brauchen Kinder und Babys? Ist Schmutz nicht sogar gesund? 


Auch wenn uns ein immer weiter wachsendes antibakterielles Produktangebot in Drogerien weismachen will, dass wir uns damit vor bösen Krankheitskeimen schützen müssen - der um sich greifende Hygienewahn ist alles andere als gesund. Ich habe mich gefragt: Wie viel Sauberkeit brauchen unsere Kinder eigentlich wirklich?

Übertriebene Hygiene schadet dem Immunsystem 


Im Grunde ist die Überlegung ja nicht ganz abwegig: Je sauberer die Umgebung ist, desto weniger kommen Kinder mit Krankheitserregern in Kontakt und desto gesünder bleiben sie. Leider ist das nur sehr kurzfristig gedacht - denn gesund bleiben Kinder nicht durch eine keimarme Umgebung (die man auch nur in den ersten Monaten aktiv beeinflussen kann, so lange das Baby noch immobil ist). Wesentlicher Faktor für das Gesundbleiben ist vielmehr ein gut ausgebildetes und funktionierendes Immunsystem. Und dieses Immunsystem kann sich nur gut ausbilden, wenn der Körper auch mit vielen verschiedenen Keimen in Kontakt kommt. 

Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass der Zeitpunkt dabei eine wesentliche Rolle spielt, vor allem in Bezug auf die Allergieprävention. In der meisten Zeit der Menschheit hatte das Immunsystem unglaublich viel zu tun - Würmer, Pilze, Viren, Bakterien, schlechte Körperhygiene - all das beschäftigte es dauerhaft und intensiv. Neuzeitliche Immunsysteme sind quasi total gelangweilt, weil ihnen die Herausforderung fehlt - also werden auch mal harmlose Katzenhaare oder Milben mit einer überschießenden Reaktion bedacht - es entwickeln sich Allergien, die sich leider im Laufe des Lebens bei den meisten nicht mehr verlieren.

Insbesondere das erste Lebensjahr des Babys stellt die Weichen - Studien von Erika Mutius zeigten, dass Allergien und Asthma bei Kindern mit vielen Keimkontakten im ersten Jahr wesentlich weniger auftraten, als bei solchen, die in einer sehr keimarmen Umgebung aufwachsen. Auch Experimente mit Mäusen ergaben, dass diejenigen, die in einer keimfreien Umgebung gehalten wurden, deutlich anfälliger für Erkrankungen der Lunge und des Darmes waren, als die Mäuse, die in einer Umgebung mit normaler Keimbelastung aufwuchsen. Was bei diesem Experiment überraschte war, dass die Mäuse diese Immunschwäche auch nicht mehr ausgleichen konnten - offenbar gibt es also ein Fenster bei der Entwicklung des Immunsystems, das sich irgendwann schließt. Daher ist ein sehr früher Keimkontakt wichtig. Die "gesunden Bauernhofkinder" sind also kein Mythos, sondern wissenschaftlich nachgewiesen.

Weitere Studien belegen, dass Kinder, die im ersten Lebensjahr mindestens zwei Virusinfektionen durchlebten, nur halb so häufig an Asthma litten, wie Kinder ohne Virusinfekt. Daher sollte man das Baby auch nicht panisch von erkälteten Geschwisterkindern oder Verwandten fern halten. Zudem die sehr jungen Kinder oft erstaunlich schnell wieder gesund werden. Jede einzelne Krankheit ist ein effektives Training für das Immunsystem und nutzt - langfristig gesehen.

Es ist also nicht sinnvoll, sein Baby möglichst keimarm aufwachsen zu lassen - für ein gutes Immunsystem ist der Keimkontakt in normalem Umfang wichtig. Ideal wäre, Kinder frühestmöglich tatsächlich mit einem Stall auf einem Bauernhof in Kontakt zu bringen, da dort eine hohe Keimvielfalt und -dichte herrscht.

Hygiene im Haushalt 


Für die Reinigung des Haushaltes ist eine "normale" Hygiene vollkommen ausreichend. Als "normal" gilt eine Reinigung mit milden Mitteln - ganz ohne Putzmittel die antibakteriell oder antimikrobisch wirken. Im Grunde sind Seife, Waschpulver, ein Geschirrreinigungsmittel, ein Essigreiniger und ein milder Allzweckreiniger vollkommen ausreichend.

Spezielle Reinigungsmittel, die Viren, Bakterien und Pilze bekämpfen sind nicht nur nicht erforderlich, sondern sogar schädlich. Sie sind häufig sehr aggressiv zur Haut, da sie stark laugenhaltig sind. Ihnen sind außerdem Duftstoffe zugesetzt, die Allergien auslösen können. Die Inhaltsstoffe können über die Haut aufgenommen werden und wurden sogar schon in der Muttermilch nachgewiesen.

Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass solche antibakteriellen Reinigungsmittel (die meist Natriumhypochlorid oder Wasserstoffperoxid enthalten) mit säurehaltigen Putzmitteln (Kalklöser, Essigreiniger) in Kontakt kommen. Dabei entwickelt sich unter Hitzeentwicklung Chlorgas, das eine sehr gefährliche und explosive Wirkung haben kann. Daher sollte man grundsätzlich ohnehin niemals Reinigungsmittel zusammenkippen!

Der (generelle) Einsatz von Hygienespülern (Sagrotan, Impresan, etc.) beim Wäschewaschen hat wenig Sinn. Sie versprechen die Entfernung von 99,9% aller Keime - dabei schaffen das die meisten Vollwaschmittel bei einer normalen 40-/60 °C-Wäsche. Außerdem befördert die Verwendung antibakterieller Reinigungsmittel die Entwicklung von Resistenzen der Keime - sie sollten also wirklich nur im Notfall verwendet werden. Daher rät das Umweltbundesamt von der Verwendung spezieller Hygienewaschmittel und -spüler ab. Hygienisch wichtig ist eine regelmäßige Reinigung der Waschmaschine. Etwa einmal im Monat sollte ein Waschgang mit 90° C und leerer Trommel stattfinden, um Rückstände zu lösen und Erreger, die sich gerne im feuchtwarmen Milieu vermehren, abzutöten. 

Auch bei der Toilettenreinigung ist eine Desinfektion nicht  erforderlich. Allenfalls bei Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes ist eine solche empfehlenswert, um die nicht erkrankten Familienmitglieder vor einer Ansteckung zu schützen. Dabei sollte eine Desinfektionslösung verwendet werden, da bei Sprays ein nicht unerheblicher Teil des Desinfektionsmittels in die Luft (und damit in die Atemwege) gelangen kann.

In der Küche spielt Hygiene die wichtigste Rolle - hier leben viel mehr Keime, als im Bad. Waschlappen, Schwämme und Handtücher sind ein Paradies für Mikroben. Im warmen und feuchten Milieu vermehren sich diese sehr schnell und werden weitflächig verbreitet. Die Keimdichte auf einem Küchenlappen ist höher, als auf einer Toilettenbrille. Lappen und Handtücher müssen daher bei mindestens 60 °C gewaschen und häufig ausgetauscht werden (idealerweise tatsächlich täglich). Ich lege den leicht angefeuchteten Waschlappen/Schwamm gerne zwischendurch mal für ein bis zwei Minuten bei etwa 1.000 Watt in die Mikrowelle - das tötet Keime effizient ab.

Besonders gerne tummeln sich Krankheitserreger auch in Kühlschränken und Mülleimern, weswegen diese regelmäßig ausgewischt werden sollten. Essigwasser ist dabei vollkommen ausreichend.

Muss man Schnuller und Sauger auskochen? 


Eine sehr häufige Frage in Foren ist: "Bis wann muss man Schnuller und Sauger eigentlich sterilisieren?" Die übliche Antwort darauf ist: "Bis das Kind mobil wird - dann steckt es ohnehin alles in den Mund". Tatsächlich ist ein Sterilisieren von Silikonsaugern und -nuckeln überhaupt nicht erforderlich - das stellen Experten der DGE, der FKE und der  DKGJ übereinstimmend fest. Eine gründliche Reinigung genügt, eine Desinfektion durch Abkochen oder in einem Sterilisiergerät ist auch für kleine Babys nicht notwendig. Allerdings sollte man vor der ersten Verwendung Sauger und Schnuller gründlich auskochen. 

Etwas anderes gilt für Produkte aus Latex - da diese im Laufe der Zeit eine poröse Oberfläche bekommen, sollten sie gelegentlich sterilisiert und grundsätzlich schneller ausgetauscht werden.

Hygiene bei der Zubereitung von Säuglingsnahrung 


Flasche mit MilchUm die hygienische Zubereitung von Flaschenmilch sicher zu stellen, sollte jede Mahlzeit frisch zubereitet werden. Milchpulver ist zwar keimarm, aber nicht steril - es enthält fast immer einige Keime in geringen Mengen. Steht die warme Milch zu lange, kann es dann zu einer Vermehrung von bspw. Enterobacter sakazakii kommen, wodurch schwere septische Infektionen bis hin zur Hirnhautentzündung auftreten können. Daher darf Milch grundsätzlich nicht länger als 4 Stunden bei Raumtemperatur aufgehoben werden - sicherer ist es in jedem Falle, nur frisch zubereitete Milch zu verfüttern.

Die Qualität von Leitungswasser ist in Deutschland hervorragend - es kann in der Regel ohne Weiteres für die Zubereitung von Säuglingsnahrung verwendet werden. Angaben zur Wasserqualität machen die örtlichen Wasserversorger. Für die Zubereitung sollte man nur kaltes Leitungswasser erhitzen, da warmes Wasser aus der Leitung - insbesondere aus Boilern - meist keimbelastet(er) ist. 

Stand das Wasser länger in der Leitung, ist es sinnvoll, es eine Weile fließen zu lassen. Anhand der Temperatur erkennt man ganz gut, wann "frisches" Wasser kommt - es ist in der Regel deutlich kühler, als das schon in der Leitung angewärmte. Das gilt ganz besonders, wenn die Zuleitung durch Kupferrohre erfolgt. 

Erfolgt die Wasserzuleitung durch Bleirohre, muss in jedem Falle auf Mineralwasser aus dem Handel zurückgegriffen werden. Dabei sollte man auf den Zusatz "Für die Herstellung für Babynahrung geeignet" achten, da diese Mineralwässer strenge Grenzwerte für Nitrat, Nitrit, Natrium, Arsen und  Radium einhalten müssen. Von Wasserfiltern wird übrigens abgeraten, da hier die Keimzahl und die Konzentration von Fremdstoffen erhöht sein können.

Hygiene beim Spielen


Kind matscht mit MatschSpielzeug muss nur gereinigt werden, wenn es wirklich sichtbar schmutzig ist oder das Kind eine ansteckende Krankheit hat. Wenn möglich, sollte die Reinigung im Geschirrspüler oder der Waschmaschine erfolgen. Ist das Spielzeug nur verschmutzt, ist eine Reinigung mit Seifenlauge völlig ausreichend. Es ist sinnvoll, beim Kauf von Kuscheltieren darauf zu achten, dass sie waschbar sind.

Draußen gibt es im Grunde nur sehr wenige Gefahren. Es ist nicht dramatisch, wenn das Kind im Schmutz spielt oder auch mal beherzt etwas Sand isst - aber nur, wenn es durch die 6-fach-Impfung ausreichenden Tetanusschutz hat und keine Tierfäkalien herumliegen. Hundekot enthält häufig zahlreiche Krankheitserreger - wie z. B.  Spulwürmer, Bandwürmer, Giardien und Kokzidien.

Körperhygiene 


Die wichtigste Körperhygieneregel ist und bleibt: Regelmäßig mit Seife Hände waschen - vor allem vor dem Essen, nach dem Toilettenbesuch, nach der Kita, dem Einkaufen und dem draußen Spielen. Dabei wird der größte Teil der Krankheitserreger schon weggespült. Wichtig ist es dabei, nicht zu übertreiben und keine aggressiven und/oder antibakteriellen Reinigungsmittel zu verwenden, da sie die natürliche Hautflora zerstören und so eine Besiedlung mit Pilzen und Erregern ermöglicht wird.

Ein Vollbad oder eine Dusche ist in der Regel ein- bis zweimal wöchentlich ausreichend - bei starker Verschmutzung oder nach vielem Schwitzen im Sommer natürlich entsprechend häufiger. Das Gesicht sollte mindestens zweimal täglich mit einem Lappen gereinigt werden. Warmes Wasser ist dabei ausreichend - eine Seife kann bei stärkeren Verschmutzungen zum Einsatz kommen.

Zähne sollten mindestens zweimal - besser dreimal täglich (bzw. nach den Mahlzeiten) geputzt werden. Auf unserer Seite haben wir Tipps für Zahnputzverweigerer gesammelt.

Bei den Ohren wird nur die Muschel gewaschen - Wattestäbchen sollten tabu sein, weil sie das Ohrschmalz in den Gehörgang schieben und das Trommelfell verletzen können. 

© Danielle

 

Quellen


B. Koletzko, A. Brönstrup, M. Cremer  et al.: „Säuglingsernährung und Ernährung  der stillenden Mutter“ – „Handlungsempfehlungen – Ein Konsensuspapier im Auftrag des bundesweiten Netzwerk Junge Familie“, Sonderdruck „Monatszeitschrift Kinderheilkunde“ aktualisierte Fassung Stand Oktober 2010, Springer Verlag 2010



Saugverwirrung durch künstliche Sauger - Alternativen


stillendes Baby Schnuller und Flaschensauger können eine Saugverwirrung verursachen - wie man eine solche erkennen kann und stillfreundlich zufüttert


Wir freuen uns über einen weiteren Beitrag von Lucccy, die heute über ein Thema schreibt, das ihr sehr am Herzen liegt.

Künstliche Sauger können in verschiedener Weise Einfluss auf die Stillbeziehung haben. Ich persönlich musste diesen Einfluss in den ersten Wochen meiner Stillzeit schmerzlich lernen. In der Klinik hatte mein Baby bereits reichlich Kontakt mit verschiedenen künstlichen Saugern. Zu Hause saß ich dann mit einem dauerstillenden Baby auf der Couch und hatte starke Schmerzen. Die Hebamme konnte aber weder wunde Brustwarzen feststellen noch Fehler beim Anlegen entdecken.

Ich habe mich dann alleine durchgekämpft, weil am Stillen sehr viel lag und ich viel Unterstützung durch meinen Mann hatte. Die örtlichen Stillberaterinnen und das sehr hilfreiche Forum von Stillen-und-Tragen.de kannte ich damals leider noch nicht.

Erst später habe ich durch eine Stillberaterin erfahren, dass ich ein Baby mit einer Saugverwirrung hatte. In der Klinik hieß es noch, es würde Saugverwirrung nicht geben – aus meiner Perspektive weiß ich jetzt auch, warum das dort so kommuniziert wird: als die Auswirkungen der künstlichen Sauger spürbar wurden, waren wir längst entlassen. Viel zu spät habe ich auch von Embryotox erfahren, sonst hätte ich die schlimmsten Tage sicher mit Schmerzmitteln besser ertragen können.

Ich möchte nicht behaupten, dass jedes Baby Probleme mit künstlichen Saugern haben wird – das entspricht nicht der Realität. Ich möchte mit diesem Beitrag aber einfach auf dieses mögliche Problem hinweisen und auch Alternativen zu den gängigen, risikobehafteten Wegen aufzeigen.

Ich möchte, dass jede Mutter informiert entscheiden kann, ob sie das Risiko, das von künstlichen Saugern ausgeht, eingehen möchte, oder ob sie lieber die Alternativen nutzt und so auf Nummer Sicher geht.

Welchen Einfluss können künstliche Sauger haben? 


Eine Möglichkeit ist das Auftreten einer Saugverwirrung. Darunter versteht man die Schwierigkeit von Babys zwischen den verschiedenen Trinktechniken an der Brust und an künstlichen Saugern zu wechseln. Eine Saugverwirrung zeigt sich nicht ausschließlich durch die vollständige Verweigerung des Stillens, sondern kann sich u.a. auch durch schlechtes Gedeihen (Zunehmen) oder durch Schmerzen der Mutter beim Stillen zeigen.

Manche Babys werden beim Trinken unruhig, lassen immer mal wieder die Brustwarze los und schlucken hörbar selten – dies kann auf eine ineffektive Trinktechnik durch Saugverwirrung hinweisen und im Effekt zu einer geringen Zunahme führen, die wiederum eine Zufütterindikation darstellt. Verändertes Verhalten beim Stillen kann allerdings auch auf einen Wachstumsschub oder auf einen Stillstreik hinweisen.

Manchmal treten spürbare Probleme erst mit zeitlicher Verzögerung auf, dazu gehören beispielsweise Probleme durch beißende Babys in Zahnungsphasen – das Beißen ist entspannend für das Baby und bei künstlichen Saugern kommt dann u. U. noch ein extra Schluck aus dem Flaschensauger, wogegen Mama laut aufschreit.

Grundsätzlich ist Saugverwirrung behandelbar. Den individuellen Weg sollte man mit einer fachkundigen Person (Stillberaterin von LaLecheLiga oder AFS-Stillen, Hebamme mit Stillfortbildung wie z.B. IBCLC) besprechen. Meist gehört zur Behandlung der Verzicht auf alle künstliche Sauger. Der Einsatz von Stillhilfsmitteln (Beispiele folgen unten) kann sinnvoll sein, um die Ernährung des Babys zu sichern, bis es eine effektive Trinktechnik an der Brust erlernt hat. Ebenso kann die Einnahme von stillfreundlichen Schmerzmitteln durch die Mutter diesen Prozeß begleiten.
 
Weiter ist es beim Einsatz künstlicher Sauger möglich, dass beim Kind eine Umgewöhnung stattfindet. Hierbei gewöhnt sich das Kind an den künstlichen Sauger z. B. den Schnuller und bevorzugt dann diesen zur Beruhigung. Diese Kinder haben sich wohlmöglich „selbst abgestillt“, als der Anteil Beikost groß genug war und das verbliebene Saugbedürfnis am Schnuller befriedigt werden konnte. Je nach Erwartungshaltung und „Plan“ der Mutter kann dieser Weg für Mutter und Kind passen.

Flaschensauger 


Sauger von AventAuch wenn es einem in der Werbung anders vermittelt werden soll: Flaschensauger machen ein anderes Mundgefühl als die Brust und erfordern eine andere Trinktechnik (auch Modelle mit „Vakuumtechnik“), denn Stillen ist mehr als reines Saugen, sondern eine komplexe Bewegungsfolge aus Saugen, melkenden Zungenbewegungen und Schlucken. Flaschensauger erzeugen einen anderen Reiz am Gaumen als die Brust (Sauger sind egal ob aus Latex oder Silikon einfach stabiler als die weibliche Brust) und lösen dazu durch den Druck noch den Saugreflex aus.

Das kann dazu führen, dass das Baby diesen Reiz auch beim Stillen erwartet. Je nach verwendetem Saugertyp machen die Babys den Mund auch weniger weit auf, als es fürs Stillen sinnvoll wäre. Wer Flaschensauger parallel zum Stillen verwenden möchte, sollte darauf achten, einen Weithalssauger zu verwenden, da bei diesem Saugertyp die Mundöffnung des Babys größer sein muss.

Außerdem kann der ausgelöste Saugreflex dazu führen, dass sich das Baby mehr Milch trinkt, als es beim Stillen trinken würde. Dadurch wird der Abstand zur nächsten Stillmahlzeit länger und es besteht die Gefahr, dass sich die Milchmenge bei der Mutter verringert. Hier kann eine aufrechtere Fütterposition helfen, da das Kind die Milch so leichter aus dem Mund laufen lassen kann als im Liegen. Außerdem kann es beim Flasche füttern nach Bedarf hilfreich sein, die Flasche durch eine Hülle abzudecken, so dass man nicht sehen kann, wieviel ml das Baby schon getrunken hat. Damit vermeidet man ein unbewusstes Animieren zum Austrinken.

Schnuller


verschiedene Nuckel
Da Schnuller nicht mit dem Fütterungsvorgang in Verbindung gebracht werden, kommen manche Babys mit dem Einsatz von Schnullern parallel zum Stillen gut zurecht. Es gibt aber auch Babys, die auf den Schnuller als einzigem künstlichem Sauger mit Saugverwirrung reagieren. Wer das Bedürfnis hat, den Schnuller einzusetzen, sollte ihn das erste Mal nach 6 Wochen problemlosen Stillens geben. Treten am Anfang der Stillbeziehung Probleme wie wunde Brustwarzen etc. auf, gilt die 6-wöchige Wartezeit nach Lösung des Problems.

Als Alternative zum Schnuller kann in Clusterfeeding-Phasen das Schnullern am (kleinen) Finger eines Elternteils oder auch eine andere Beruhigungsmethode wie z. B. das Tragen im Tuch bei Bewegung (Herumgehen, Pezzi-Ball) eine Alternative sein.

Ein ergänzender Hinweis noch zum Einsatz von Schnullern: durch den Vorgang des Schnullerns wird beim Baby ein Hormon gebildet, dass schläfrig macht.  Dies kann dazu führen, dass ein Baby Mahlzeiten verschläft, was Effekte auf die Zunahme des Babys und die Milchbildung der Mutter haben kann.

Stillhütchen 


StillhütchenDer Einsatz von Stillhütchen sollte nur bei gegebener medizinischer Indikation erfolgen. Oft werden Stillhütchen schnell verteilt, wenn Flachwarzen vorliegen oder die Mutter über wunde Brustwarzen klagt, doch hier wäre es oft sinnvoll, andere Maßnahmen zu ergreifen. Als mögliche Alternativmaßnahmen stehen einem verschiedene Techniken zum „Anreichen“ der Brust zur Verfügung oder auch Hilfsmittel wie Brustwarzenformer oder Nipletten. Stillhütchen werden indikationsgerecht eingesetzt beim Stillen von Frühgeborenen oder SGA-Babys (Babys, die für die Schwangerschaftswoche bei der Geburt zu klein sind), bei Babys mit Problemen des Mundraumes oder bei der Umgewöhnung von der Flasche zur Brust.

Beim Einsatz von Stillhütchen ist zu bedenken, dass durch die veränderte Reizweiterleitung Probleme mit der Entleerung der Brust auftreten können, was einen Milchstau oder eine Verringerung der Milchmenge zur Folge haben können. Bei den heutigen Stillhütchen ist das Risiko allerdings geringer als früher, da die Stillhütchen dünner gefertigt werden.

Ein weiteres Risiko beim Einsatz von Stillhütchen kann bei mangelnder Hygiene auch die Besiedelung mit Pilzen und Bakterien sein. Sollte der Einsatz von Stillhütchen notwendig sein, so ist es sinnvoll, darauf zu achten, dass das Hütchen einen „Nasenausschnitt“ fürs Baby hat. Dadurch wird der störende Effekt der Stillhütchen etwas verringert.

Saugfreies Zufüttern 


Als Alternative zum Einsatz künstlicher Sauger kommen saugfreie Zufütterungsmethoden in Frage. Dies bietet sich für Mütter an, die ihre Babys gerne mit Zwiemilch - also stillen und Säuglingsnahrung kombiniert- ernähren möchten oder müssen.

Als Methode, bei der auch andere Personen neben der Mutter füttern können, bietet sich das Füttern per Becher oder Löffel an. Für das "Bechern" kann man ein kleines Schnapsglas verwenden, alternativ gibt es in Apotheken einen Fütterbecher zu kaufen. Fütterbecher sind übrigens „Cent-Artikel“, so dass die Anschaffung des Fütterbechers an Stelle von Flaschen und Saugern nicht teurer ist. Wer es komfortabler und flaschenähnlicher von der Handhabung möchte, kann den Medela Softcup anwenden. Geübte Anwender schaffen mit dem Bechern auch Mengen von 50-100ml.

Eine andere Möglichkeit des stillfreundlichen Zufütterns ist das Zufüttern per Brusternährungsset. Die Anwendung des Brusternährungssets sollte am besten von einer erfahrenen Person wie einer Stillberaterin begleitet werden. Für die Anwendung alleine zu Hause empfehlen Stillberaterinnen oft diese Anleitung.

Eine weitere Methode soll hier noch Erwähnung finden, auch wenn sie nicht komplett saugfrei ist. Recht verbreitet in Geburtskliniken und bei Hebammen scheint das Fingerfeeding zu sein. Hierbei saugt das Baby an einem Finger des Fütternden, an dem ein Schlauch klebt, in den über eine Spritze Milch gegeben wird. Diese Methode ist aber nicht komplett saugfrei und kann daher auch das Saugverhalten des Babys beeinflussen. Ob Fingerfeeding im Einzelfall sinnvoll ist, sollte daher eine fachkundige Person entscheiden.

Wie kann es zu einer Saugverwirrung kommen 


Grundsätzlich gilt, dass Probleme durch den Einsatz künstlicher Sauger wahrscheinlicher sind, je jünger das Baby ist und je öfter künstliche Sauger genutzt werden. Trotzdem können auch ältere Babys nach einmaligem Gebrauch eines künstlichen Saugers Probleme entwickeln – eine sichere Prognose ist bei diesem Thema schwer möglich.

Avent TrinkbecherManche Frauen stellen auch Probleme in „die andere Richtung“ fest: bisher ausschließlich gestillte Kinder können mit Flaschensaugern, Trinklernbechern und Schnullern nur wenig anfangen. Auch hier kommt es auf die Perspektive an, ob das ein großes Problem ist, oder ob die Eltern sich freuen, auf die Anschaffung von Trinklernflaschen etc verzichten zu können und das Baby direkt ab Beikosteinführung aus einem normalen Becher/Glas trinken zu lassen. Wer auf den Komfort von Trinklernbechern nicht verzichten möchte, findet mittlerweile auf dem Markt auch Trinklernbecher ohne Saugaufsatz wie z.B. das Avent Allaround System.

Die Wissenschaft zum Thema Saugverwirrung 


Leider liegt mir das „Handbuch für die Stillberatung“ der LaLecheLiga nicht im Original vor, aber an mehreren Stellen im Netz habe ich daraus folgendes Zitat gefunden: 
"Viele Stillexperten haben beobachtet, dass ein Neugeborenes auf den Wechsel zwischen Brust und Flasche während der ersten Lebenswochen mit Verwirrung reagieren kann (Neifert, 1995). Diese Verwirrung kann dadurch verursacht werden, dass das Baby seine Zunge, seinen Kiefer und seinen Mund beim Stillen anders bewegt als beim Saugen an einer Flasche, einem Beruhigungssauger (Schnuller) und den meisten Formen der Stillhütchen (Newman, 1990). In einer Studie zeigte sich, dass 30 % der Mütter, deren Babys im Krankenhaus Flaschen erhalten hatten, von ernsthaften Stillproblemen berichteten, gegenüber 14 % der Mütter, deren Babys keine Flasche erhalten hatten (Cronenwett, 1992).  
Kittie Frantz, eine frühere LLL Stillberaterin, Kinderkrankenschwester und Ausbilderin für Stillberatungskurse an der Universität von Kalifornien, Los Angeles, schätzt, dass künstliche Sauger während der ersten drei bis vier Wochen bei 95 % der Babys zu einer Saugverwirrung führen. Manche Babys reagieren nach einer Woche, während der sie mit der Flasche gefüttert wurden, mit einer Saugverwirrung, andere bereits nach ein oder zwei Flaschen – oder anderen künstlichen Saugern. Ein Baby, das in den ersten drei oder vier Wochen gut an der Brust trinken gelernt hat, ist weniger anfällig für eine Saugverwirrung. 
[…]
Dr. Ruth Lawrence warnt vor dem Gebrauch eines Beruhigungssaugers während der ersten Lebenswochen, weil die Möglichkeit besteht, dass das Baby auf den Sauger »geprägt« werden kann. Diese »Prägung« kann dazu führen, dass das Baby eine Vorliebe für feste und unnatürlich geformte Sauger entwickelt. Der Begriff »Prägung« wird auch benutzt, um die Bindung zu beschreiben, die manche Tiere zu dem ersten Objekt oder Lebewesen aufbauen, das sie zu Gesicht bekommen. »Das Saugen am Daumen oder Beruhigungssauger stellt eine Ersatzhandlung dar für etwas, was normalerweise zu einer Prägung auf die mütterliche Brustwarze führt. ...
Auch wenn der Begriff ›Saugverwirrung‹ noch keinen Eingang in die medizinische Literatur gefunden hat, gibt es eindeutige psychosomatische Beweise dafür, dass die Prägung eines Menschen durch die Einführung eines Fremdobjektes während der Prägephase verändert werden kann".

Weiter gibt es eine Studie, die das auftreten von Stillproblemen zeigt, wenn Babys in den ersten zwei Wochen ein Schnuller gegeben wird. [Righard, L., & Alade, M. (1992). Sucking Technique and Its Effect on Success of Breastfeeding. Birth 19:4, 185-189]

Ebenso ist belegt, dass der Einsatz eines Schnullers das Risiko für vorzeitiges Abstillen verdreifacht. [Victoria, C., et al. (1993). Use of Pacifiers and Breastfeeding Duration. The Lancet 341, 404-406] 

© Lucccy

Quellen 

 

http://www.stillkinder.de/dreifach-nippel-syndrom-und-vorzeitiges-abstillen/

http://www.stillen-und-tragen.de/archiv/bilder/saugverwirrtrainfertig.pdf

http://www.stillkinder.de/wp-content/uploads/2013_Stillhütchen-richtig-eingesetzt.pdf

http://www.bfr.bund.de/cm/343/stillen_richtiges_anlegen_und_saugen.pdf

http://www.bfr.bund.de/cm/343/zufuetterungstechniken_fuer_gestillte_saeuglinge.pdf

http://www.stillen-und-tragen.de/forum/viewtopic.php?f=2&t=182992

http://www.stillkinder.de/sind-schnuller-bei-gestillten-kindern-problematisch/

http://www.rund-ums-baby.de/stillberatung/Saugverwirrung_107806.htm

http://www.stillen-institut.com/asp_service/upload/content/Schnuller-und-SIDS.pdf

http://www.stillen-institut.com/asp_service/upload/content/8-10_Neues-aus-der-Forschung.pdf

Bildnachweis

stillendes Baby: millenia/SuT

Menstruationstassen - meine Erfahrungen mit der MeLuna



Menstruationstassen - wie man sie anwendet, was man beachten muss und meine Erfahrungen damit 


Anwendung MenstruationstasseVorab eine Warnung: Dieser Artikel ist absolut nichts für schwache Nerven. Er beschreibt teilweise Dinge, die bei zart besaiteten Menschen zur Erregung von Ekel und angewidertem Schütteln führen könnten. Für diejenigen, die kein Blut sehen können, ist dieser Beitrag ganz sicher vollkommen wertlos. Ebenso für Männer - meiner winkte nach drei Sätzen zum Inhalt schon leicht ergrünt ab. Selbst Snowqueen hat schon angekündigt, diesen Artikel hier als vermutlich einzigen niemals zu lesen. Sagt nicht, ich hätte Euch nicht gewarnt ;-). 

Menstruationstassen - was ist das denn?! 


Vor ein paar Wochen wurde in meinem Lieblingsforum die Frage gestellt, ob man eigentlich wirklich Qualitätsunterschiede bei Tampons merkt. Die Userin litt unter extrem starken Blutungen und fragte sich, ob es sich wirklich lohnt, immer zu den teuren o.b.® zu greifen (ja tut es).

Im Rahmen dieser Diskussion schrieb eine Userin: 
"Zwischenzeitlich habe ich mal den Mooncup getestet, bin aber nicht gut damit zurecht gekommen. Soll aber bei stärkeren Blutungen nicht schlecht sein." 
Ich hatte schon häufiger von Menstruationscups gelesen und hielt das eigentlich für alternativen Öko-Kram. Diese Diskussion war für mich jedoch der Anstoß, mich einfach mal ernsthaft mit dem Thema Menstruationstassen auseinanderzusetzen und tatsächlich mal eine auszuprobieren. Mit dem Gedanken hatte ich durchaus schon gespielt, aber mich bisher nie wirklich herangewagt. Aber wenn die tatsächlich so funktionieren, wie ich mir das vorstellte, dann wären sie natürlich eine tolle Alternative.

Menstruationstassen (gerne auch Menstasse genannt) sind kleine Becher aus hypoallergenem Kunststoff, die während der Periode in die Scheide eingeführt werden und in denen sich dann das aus dem Muttermund heraus fließende Blut und Sekret sammelt. Sie werden nach Bedarf geleert, ausgespült und wieder eingesetzt. Das ist schonend für die Umwelt, da kein Müll durch Tampons und Binden anfällt. Ein Menstruationscup hat zudem eine Haltbarkeit von etwa 10 Jahren. Auch der Geldbeutel freut sich - der Kauf von Hygieneartikeln entfällt.

Dadurch, dass das Sekret luftdicht zurückgehalten wird, entstehen keine unangenehmen Gerüche. Im Gegensatz zu Tampons wird die Vaginalschleimhaut nicht ausgetrocknet. Fälle des toxischen Schocksyndroms (TSS) sind in Verbindung mit Menstruationstassen bisher nicht bekannt. Die Becher haben in der Nähe des Randes zwei kleine Löcher, durch die das Sekret bei "Überfüllung" abfließen kann - ein Rückstau ist also nicht möglich. Außerdem entfällt das ständige Aufpassen, dass das Rückholfädchen des Tampons nicht von Urin durchtränkt wird.

Mich hat vor allem gereizt, dass ich möglicherweise in den ersten Tagen der Periode trotzt Super-Plus-XXL-Tampon diesen nicht alle 2 Stunden wechseln muss.

Welche Menstruationscups gibt es? Welche Unterschiede gibt es? 


Ich schaute mir den Menstruationstassen-Markt an und stand vor der Qual der Wahl. Hier eine Übersicht der erhältlichen Modelle mit den Größenvarianten und dem aktuellen Preis:
Übersicht Menstruationsassen

 

Meine Auswahl der Menstruationstasse


Am Ende siegten der Geiz und der Wunsch nach einem möglichst großen Fassungsvermögen. Nachdem ich zwei Kinder aus mir herausgepresst habe, hatte ich eher wenig Bedenken, dass die Menstruationstasse zu groß sein könnte. Bei meiner Blutungsstärke kann die Tasse im Grunde gar nicht groß genug sein. Ich entschied mich daher für den Hersteller mit der größten Auswahl und der größten Tasse - MeLuna.
Der Größenempfehlung, die die Größe, Statur, Tamponverwendung und körperliche Fitness berücksichtigt, empfahl mir Größe L und Größe XL

Ich musste mich dann noch für einen Griff entscheiden - zur Auswahl standen Stiel, Kugel und Ring (ganz ohne gibt es auch) - die Kugel gewann.
 

Der Praxistest mit der MeLuna 


Ich wartete wirklich sehr gespannt darauf, die MeLuna endlich ausprobieren zu können. Als es soweit war, wagte ich mich an die ersten Versuche des Einführens mit der Größe L. Es gibt verschiedene "Falttechniken" - jede Frau kommt mit einer bestimmten meist besser zurecht, als mit den anderen.

Menstruationstasse C-Faltung
C-Faltung



Menstruationstasse Punchdown-Faltung
Punchdown-Faltung



Menstruationstasse S-Faltung
S-Faltung
Für mich erschien die Punchdown-Faltung am zielführendsten, da so eine Art Torpedo-Form entsteht. Und tatsächlich war es verhältnismäßig einfach - eingeführt entfaltete sich die MeLuna in der Scheide und saß offensichtlich ideal, da ich sie überhaupt nicht spürte. In der ersten Nacht war die Blutung noch nicht allzu stark - als ich die MeLuna am Morgen entfernte, war sie etwa zu einem Drittel gefüllt.

Es ist schon sehr, sehr seltsam, die aufgelöste Gebärmutterschleimhaut da so komprimiert in dem Becherchen zu sehen. Ich glaube, auf das Wissen, dass der Schleim offenbar eine geringere Dichte hat, als das Blut, könnte man im Grunde auch verzichten. Auch die Entleerung des Bechers ist als blutiger Anfänger (haha) - je nach Empfindlichkeitsgrad - durchaus eine Herausforderung. Ich bin ja nun wirklich nicht so zart besaitet - aber ich empfand es schon als optisch irgendwie - ähm - unangenehm. Aber gut - gewöhnt man sich vermutlich dran.

Menstruationstasse DesinfektionsbecherEs reicht vollkommen aus, die MeLuna mit Wasser und etwas Seife zu reinigen. Aggressive Reiniger müssen vermieden werden. Vor dem allerersten Einsetzen sollte sie ausgekocht werden. Später reicht eine gründliche Reinigung am Ende der Menstruation und eine Desinfektion zu Beginn der nächsten. Dafür gibt es einen praktischen, faltbaren Becher, der mit Wasser gefüllt einfach in die Mikrowelle gegeben wird. Eine wirklich praktische Erfindung - der Becher passt durch die Faltung in jede Handtasche (falls man die Desinfektion mal "auswärts" vornehmen möchte). Das nebenstehende Bild zeigt die Becher in gefaltetem/ungefaltetem Zustand.

Wer keine Mikrowelle nutzen möchte, kann die Menstruationstasse auch einfach für 2 bis drei Minuten in einen Kochtopf mit kochendem Wasser legen. Essig und Salz erhöhen die Reinigungswirkung und wirken gegen Verfärbungen. Sonst bietet sich die Kombination Sterilisationsbecher und Sterilisationstabletten an - knapp 10 Cent je Sterilisationsvorgang (im 50er Pack) sind wirklich günstig. Die Aufbewahrung erfolgt danach luftig und lichtarm - idealerweise im mitgelieferten fusselfreien Beutel.

Ein Tipp noch von der MeLuna-Page: Wenn man den Becher mal bei einem Toilettengang nicht reinigen kann (oder möchte), dann kann man zu Reinigungszwecken auch darüber urinieren. Urin ist ja bekanntermaßen steril - so kann der Becher wieder eingesetzt werden. Öhm ja. Na ja. Ich glaube, ich bevorzuge es, die Becher dann nur zu wechseln.

Ich überlegte, ob ich mich an den Härtetest wage... am nächsten Tag wollte ich den ganzen Tag außer Haus sein und viel laufen. Zwar berichten viele Anwenderinnen, dass sie die Mentruationstassen nur morgens und abends ausleeren müssen, aber da meine Blutung - vor allem am ersten Tag - immer extrem stark ist, steckte ich zur Sicherheit noch den XL-Becher ein. Ich hoffte aber sehr, dass ich unterwegs nicht würde wechseln müssen. 

ToiletteNach etwa 6 Stunden merkte ich, dass... ja was eigentlich? Kennt ihr das Gefühl, das man hat, wenn man merkt, dass der Tampon quasi vollgesogen ist? Er scheint sich dann irgendwie leicht zu bewegen. Oder es fühlt sich an, als würde eine warme Flüssigkeitswelle durch die Scheide laufen, ohne dass es schon tropft. Jedenfalls hatte ich genau dieses Gefühl und eilte auf eine Toilette. Das Toilettenpapier offenbarte Blutspuren. Ach herrje. Voll? Undicht? Half ja nichts - raus mit dem Becher und wechseln. Tatsächlich - nach 6 Stunden zu zwei Dritteln gefüllt. Und ich muss gnadenlos feststellen - das ist eine ziemliche Sauerei (Achtung - eklig) - denn das Blut-Schleim-Gemisch zieht Fäden. Es fließt kontinuierlich aus dem Muttermund und wenn der Becher entfernt wird, dann klebt ein Ende des "Fadens" noch innen in der Scheide und eines wird herausgezogen. Das kann durchaus bis zu einem Meter sein! Also musste ich mit der freien Hand dann nach dem Toilettenpapier greifen (das natürlich vollständig im Innenleben des Abrollers verschwunden war) um es dann Blattweise abzurupfen und lose baumelnde Schleimfäden aufzufangen und zu entsorgen. Dann wurde der Becher entleert und die Toilette sah wie ein Schlachtfeld aus. Also wirklich - das war schon ECHT bizarr. Dann rein mit der anderen glücklicherweise eingepackten MeLuna und nun musste die zuvor verwendete nur noch gereinigt werden. Für den Fall dass ich das nicht ungestört hätte tun können, umwickelte ich sie erst mal mit mehreren Lagen mühsam erfischtem Papier. Ich hatte Glück, dass es sich um ein wenig besuchtes WC handelte, so dass ich die Menstruationstasse in Ruhe auswaschen und wieder verstauen konnte. In den Kommentaren zu diesem Artikel kam der Tipp, doch einfach eine Wasserflasche zu nehmen - mit der kann man den Cup auch in der Box dann reinigen. Fazit: Machbar, aber anfangs mühsam. Ob man sich auch daran gewöhnt? Ich fand es zumindest äußerst beruhigend, dass man offenbar spürt, wann ein Wechsel  bzw. Ausleeren erforderlich ist.

In der nächsten Nacht war ich sehr gespannt, ob auch eine stärkere Blutung - dieses mal gleich mit der XL-MeLuna - aufgefangen würde. Und das wurde sie - nichts tropfte, nichts kam durch. Umso verwunderter war ich am nächsten Tag, als nach 2 Stunden nach dem morgendlichen Einsetzen plötzlich Blut "sprudelte". Ich spürte die MeLuna doch nicht - aber offenbar hatte ich sie trotzdem dieses Mal nicht korrekt eingesetzt. Ich nahm sie heraus und sah, dass noch nicht viel drin war - also offenbar dran vorbei gelaufen. Glücklicherweise war ich zu Hause, so dass ich schnell Duschen konnte - mit Grausen dachte ich daran, was gewesen wäre, wenn mir das auf dem Weg zur Arbeit passiert wäre! Das brachte mich dann doch ganz schön zum Wanken - denn das war das, was ich immer befürchtet hatte: dass Menstruationstassen nicht zuverlässig sind. Dass sich die Tasse eben nicht ganz automatisch entfaltet und dann abdichtet. Ich faltete ein "S", führte die MeLuna ein und sie blieb wie sie war. Hm - wo soll die Luft auch herkommen... da ist doch keine in der Scheide? Ich probierte es mit der Punchdown-Faltung und dann saß die Tasse wieder.

Beim nächsten Entfernen stellte ich fest, dass die Tasse nicht mehr ganz rund im Durchmesser war, sondern leicht oval. Vielleicht war sie einfach ein bisschen zu groß? Also probierte ich für die Nacht die Größe L aus. Nachts um 4 Uhr erwachte ich dann mit einem feuchten Gefühl zwischen den Beinen. Och neee! Bitte nicht!! Schlaftrunken ins Bad gelaufen - schöne Bescherung! Überall Blut - am allerwenigsten in der Tasse. Also hatte ich sie offenbar wieder falsch eingesetzt. Ich habe frustriert einen Tampon genommen und kräftig mit dem Projekt gehadert.

Aber so schnell gebe ich nicht auf - ich stelle mich offensichtlich einfach zu doof an. Offenbar liegt es an meiner Einführtechnik - denn wenn die MeLuna richtig eingesetzt wurde, dann sitzt sie auch absolut dicht. Was also mache ich falsch? Entfaltet sie sich nicht richtig? Woran liegt es sonst? Ich begebe mich nach dem ersten Zyklus auf Ursachenforschung... 
Ich schrieb an den Support auf der Webseite eine Nachricht und bekam relativ schnell eine Antwort - die mich nicht so wirklich zufrieden stellte:
"Anfängliche Anwendungsprobleme kommen vereinzelt vor und sie können ganz verschiedene Ursachen haben. Die Anwendung von Menstruationstassen erfordert auch etwas Übung. Einigen Frauen gelingt bereits die erste Anwendung ganz perfekt. Der Cup sitzt da, wo er sollte und alles hält dicht. Auch das Entfernen klappt bestens… Doch meistens dauert es etwas länger (ca. 2-3 Zyklen). Die ersten Versuche mit einer Menstruationstasse sind manchmal etwas mühsam.
Wir können nicht genau begründen, woran es liegt – viele Frauen machen die Erfahrung, dass es mit etwas Training dann gut funktioniert. Deshalb, also weil wir immer wieder diese Rückmeldung bekommen, dass es mit etwas Übung auf einmal gut funktioniert und dicht bleibt - raten wir von übereilten Entscheidungen zum Kauf einer anderen Größe oder eines anderen Weichheitsgrades meistens ab."

Also wartete ich den nächsten Zyklus ab. Als die Blutung begann, verwendete ich die XL-MeLuna, da ich ja in den ersten Tagen zu Sturzblutungen neige. Nach einer Stunde fühlte es sich komisch an - ich fand schon einen Blutfleck im Slip. Na super - gut, dass ich zu Hause war. Es macht nicht wirklich viel Spaß, die Sauerei zu beseitigen - wohl dem, der eine Dusche dann in der Nähe hat.

Aber so schnell gebe ich nicht auf - MeLuna wieder rein - neuer Versuch. Nach einer weiteren Stunde: wieder alles blutverschmiert. Das kann doch nicht sein - stell ich mich soooo dumm an? Im letzten Zyklus wurde es mit der L-MeLuna besser - also nahm ich die. Und tatsächlich - beim nächsten Mal war alles dicht und bis zum Abend musste ich nichts mehr machen. Ich leerte die Tasse beim Duschen. Da ich nicht - wie sonst - einen Hocker da hatte, um ein Bein für das Einführen aufzustellen, hockte ich mich einfach mal hin. Ich war erstaunt, wieviel einfacher das Einführen so war!

Ich erinnerte mich an den Tipp, dass man - um zu testen, ob die Menstruationstasse richtig sitzt - den oberen Rand mit dem Finger rundherum langfahren soll. Als ich das tat, wurde mir klar, warum sie am Morgen ausgelaufen war. Sie saß zwar so, dass ich sie überhaupt nicht spürte, aber als ich am Rand lang fuhr, spürte ich, dass sie sich zwar "festgesaugt" hatte - aber neben dem Muttermund!

Ich weiß nicht, wie vertraut ihr mit dem Ertasten des Muttermundes seid - ich habe meinen im Rahmen des Kinderwunsches und der natürlichen Familienplanung "kennengelernt". Um festzustellen, wie fruchtbar man gerade ist, wird dabei auch regelmäßig die Beschaffenheit des Muttermundes ertastet. Der Muttermund ist ein kleines, knubbeliges Ding, das in die Scheide hineinragt (siehe Bild). In der meisten Zeit liegt er relativ weit hinten und ist eher hart und geschlossen. Während des Eisprungs und der Periode ist er weich und geöffnet - aus ihm fließt das Blut. Seine Öffnung kann man auch ertasten.

Muttermund

Wenn der Muttermund natürlich außerhalb der Menstruationstasse liegt, dann fließt das Blut logischerweise daran vorbei. Ich war also fälschlicherweise davon ausgegangen, dass man es spüren müsste, wenn die MeLuna nicht optimal sitzt - das tut man aber offenbar nicht. Also habe ich fortan jedes Mal nach dem Einführen den Sitz gefühlt - mit durchschlagendem Erfolg - da lief rein gar nichts mehr vorbei. Meine anfängliche Skepsis schlug in Begeisterung um - die bis heute anhält. Im letzten Zyklus gab es keinerlei Unfälle mehr. Und es war tatsächlich so, dass ich die Tasse nur zweimal am Tag (am ersten, stärksten Tag dreimal) wechseln musste.

Man muss aber schon ohne Umschweife zugeben: Das ist durchaus nicht jedermanns Sache. Bei der Entfernung der Menstruationstasse - ich hatte es oben schon geschrieben - in der Tasse landet nicht nur dünnflüssiges Blut, sondern auch jede Menge Schleim. Dieser zieht leider in den ersten Tagen einen extrem langen Faden, der leider noch zur Hälfte am Muttermund hängt, so dass man beim Rausziehen der Tasse einfach oft eine kleine Schweinerei anrichtet. Ich verbrauche dann schon ein paar Blätter Toilettenpapier. Und das führt natürlich auch dazu, dass die Scheidenwand mit Blut verschmiert wird. Das findet man bei Einsetzen dann an den Fingern wieder - wenn man denn mit mehreren tastet, ob die Tasse gut sitzt.

Wobei ich auch sagen muss, dass ich das beim zweiten Zyklus schon gar nicht mehr sooo eklig fand und es mir im 3. Zyklus völlig egal wurde. Hände waschen und gut ist. Aber es ist und bleibt eine zumindest kleine Schweinerei. Vielleicht ist das mit dem Fäden ziehen ja nur bei mir so - und auch das Einsetzen klappt bei anderen viel zuverlässiger ohne großes Gefummel. Nach drei Menstruationszyklen bin ich mittlerweile absolut davon überzeugt, dass Menstruationstassen definitiv für mich persönlich die Zukunft sind. So ein bisschen Sauerei - was solls?! Da überwiegen die Vorteile für mich bei Weitem. Ich kann jedem nur empfehlen, es einfach mal auszuprobieren - hier bekommst Du die MeLuna in allen Farben und Größen für 16,90 EUR.

Update: Mittlerweile benutze ich die Menstruationstasse(n) seit fast zwei Jahren und möchte nie wieder etwas anderes verwenden. Mittlerweile habe ich mir noch eine LuvUrBody in Größe L gekauft, weil die noch ein paar Milliliter mehr fasst. Die benutze ich an den ersten starken Tagen. Sie ist deutlich flexibler, was mir nicht so zusagt, weswegen ich in den anderen Tagen des Zyklus dann wieder auf die MeLuna zurückgreife. Nach den ersten Versuchen ist auch nie wieder etwas ausgelaufen.

© Danielle 

Bildnachweis

Muttermund: Wikipedia.de - User EP11904
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