Warum Kinder auch im Buggy rückwärts fahren sollten


Auch im Buggy sollten Kinder rückwärtsgerichtet fahren 


In den ersten Monaten ist es selbstverständlich, dass Eltern ständigen Blickkontakt mit ihrem Kind haben, wenn sie es im Kinderwagen umher fahren. Sobald das Kind frei sitzen kann, wechseln viele Eltern auf den Buggy, weil diese kleiner und leichter sind. Die meisten Buggys sind so konzipiert, dass die Kinder darin grundsätzlich nach vorne schauen. Nur wenige Modelle bieten die Möglichkeit, die Sitz- oder die Schieberrichtung zu variieren.

Viele Eltern sind der Überzeugung, dass es vorteilhaft ist, die Kinder mit dem Blick nach vorne zu schieben, weil sie ein großes Interesse daran haben, ihre Umgebung intensiv und neugierig zu betrachten. Der nachfolgende zeigt sehr eindrucksvoll eine Buggy-Fahrt aus der Perspektive eines Kindes. Ohne es beeinflussen zu können, wird das Kind hin- und hergeschoben, Wendungen oder Richtungswechsel sind oft unvorhersehbar. Unvermittelt tauchen Autos, Hunde, Werbung und Menschen auf. Von letzteren hat das Kind häufig den Po oder die Geschlechtsteile im Gesichtsfeld. Unbekannte Geräuschquellen verwirren zusätzlich.

 
 Norland College buggy ride from National Literacy Trust on Vimeo.

Durch diesen Film bekommt man einen recht guten Eindruck davon, wie diese vielen ungefilterten und abrupt wechselnden Sinneseindrücke Kinder überfordern können. Wir Erwachsenen haben uns an dichten Verkehr, laute Baustellen und viele Menschen gewöhnt - für unsere Kinder ist diese hektische Welt jedoch noch weitestgehend unbekannt - vor allem, wenn sie in den letzten Monaten hauptsächlich liegend im Kinderwagen transportiert wurden. Viele Dinge, die sie sehen und hören sind ihnen unbekannt und machen ihnen Angst - je jünger ein Kind ist, um so empfindlicher ist es bezüglich einer Reizüberflutung. Es gibt auch Kinder, denen fällt es ganz besonders schwer, Reize zu verarbeiten. Sie schreien schon als Neugeborene in den ersten Wochen oft stundenlang in den Abendstunden, weil sie sehr müde sind, aber nicht abschalten können. 


Stressabbau durch Blickkontakt 


Wenn Kinder Angst haben oder verunsichert sind, brauchen sie die Rückversicherung ihrer die Eltern. Diese können sie mit Worten oder einem Lächeln beruhigen und signalisieren: "Es ist alles in Ordnung - du musst dich nicht sorgen". Dieser beruhigende Blickkontakt ist in einem nach vorne gerichteten Buggy nicht möglich. Die fehlende Rückversicherung kann dazu führen, dass Kinder sich in sich zurückziehen und beginnen, der Welt grundsätzlich skeptisch gegenüber zu treten.

Kind vorwärtsgerichtet im Buggy
Entgegen der Blickrichtung geschoben ist kein intensiver Blickkontakt möglich

Vor allem in der Fremdelphase, die um den achten Monat (manchmal früher, manchmal auch etwas später beginnt), haben Kinder üblicherweise stärkere Ängste. Diese Ängste sollen dafür sorgen, dass sie sich nicht allzu weit weg von ihren Bezugspersonen entfernen. Manche Kinder wollen in dieser Phase am liebsten 24 Stunden am Tag an Mama oder Papa festgeklebt sein - jeder Annäherungsversuch oft auch vertrauter Personen wird sehr kritisch beäugt. In dieser Phase reagieren Kinder also überaus empfindlich auf fremde Menschen. Sitzen sie vorwärts in einem Buggy, blicken sie unentwegt in fremde Gesichter, die sie ängstigen. Experten empfehlen daher, erst gegen Ende des zweiten Lebensjahres die Blickrichtig zu wechseln, vor allem vor dem Hintergrund, dass Kleinkinder teilweise bis zu zwei Stunden am Tag im Buggy verbringen. 

Natürlich gilt auch hier wieder: jedes Kind ist anders. Manche Kinder verlangen schon relativ früh, dass sie mit Blick nach vorne fahren können. Sie meckern und versuchen sich so zu positionieren, dass sie sehen, was in Fahrtrichtung passiert. In diesem Fall spricht natürlich nichts dagegen, dem Verlangen des Kindes zu entsprechen. Man sollte jedoch im Hinterkopf behalten, welche Verhaltensweisen auf Stress hindeuten können. Denn dann kann man durch eine genaue Beobachtung des Kindes schnell herausfinden, ob es tatsächlich interessiert die Umgebung betrachtet oder mit einer Reizüberflutung kämpft.

Wissenschaftliche Untersuchung zur Blickrichtung im Kinderwagen


Die Entwicklungspsychologin Dr. ­Suzanne Zeedyk von der Universität von Dundee in Schottland untersuchte und analysierte in einer Studie das Verhalten von über 2.700 Eltern-Kind-Paaren während diese mit dem Kinderwagen unterwegs waren. Sie fand heraus, dass Kinder, die rückwärts gerichtet fuhren, öfter lachten und seltener weinten. Sie schliefen auch häufiger ein, weil sie offenbar leichter entspannen konnten. Fuhren die Kinder mit Blickrichtung nach vorne, hatten sie eine erhöhte Herzfrequenz, was auf Stress hindeutet. Ein dauerhaft erhöhter Stresslevel kann sich auf die langfristige Entwicklung des Kindes auswirken. 

Insgesamt wurden bei dieser Untersuchung etwa 62% der Kinder mit dem Blick nach vorne geschoben - bei den ein- bis zweijährigen waren es sogar 86 %. Nur etwa 11 % dieser Kinder wurden während der Fahr angesprochen. Bei denjenigen, die Blickkontakt mit den Eltern hatten, waren es 25 %. Noch deutlicher war der Unterschied beim Lachen - 50 % der Kinder, die ihre  Eltern sahen, lachten - bei denen, die keinen Blickkontakt hatten, war es nur ein einziges Kind.

Anzeichen für gestresste Kinder


Kleine Kinder verfügen bereits über Selbstschutztechniken. Gerät ein Baby bspw. in Panik, weil auf sein Weinen niemand reagiert, kann es passieren, dass der Körper das Notfallprogramm "Abschalten" aktiviert und das Kind auf der Stelle ruhig wird oder sogar einschläft. Dieses Programm hat Babys jahrtausendelang geschützt - sollte ein Kind tatsächlich einmal schutzlos irgendwo herum gelegen haben, war sein Überleben wahrscheinlicher, wenn es nicht durch anhaltendes Schreien auf sich aufmerksam gemacht hat. Einfach einzuschlafen erhöhte die Überlebenswahrscheinlichkeit in solchen Fällen sehr. Aber auch ältere Kinder nutzen das Abschalten, wenn sie Gefühle wie Panik, Angst oder Schmerzen nicht mehr selbst regulieren können.

Stress äußern Kinder durch verschiedene Symptome: sie saugen ausdauernd und heftig an ihren Schnullern oder Trinkflaschen. Manche Kinder beginnen zu quengeln oder zu weinen - andere werden auffallend ruhig, was häufig als Faszination oder großes Interesse an der Umwelt fehlgedeutet wird. Durch den fehlenden Blickontakt finden auch der übliche Informationsausstausch über das Befinden des Kindes nicht statt. Normalerweise reagieren Eltern sehr feinfühlig auf kleinste Signale des Kindes. Wenn dieses jedoch mit dem Rücken zu ihnen im Kinderwagen sitzt, ist diese nonverbale Kommunikation unterbrochen. Das Kind ist auch bspw. durch das Angeschnalltsein nicht oder nur schwer in der Lage, einen Blickkontakt herzustellen.


Mit welchen Buggys kann man auch rückwärts gerichtet fahren?


Leider kann man bei den meisten Buggys und Sportwagen auf dem Markt weder die Richtung der Sitzeinheit noch des Schiebers wechseln. Daher ist es meist sinnvoll und vor allem nachhaltig, weiterhin den Kombikinderwagen zu nutzen, auch wenn sie sperriger und schwerer sind. Denn bei Kombimodellen ist es bei fast allen Modellen möglich, die Kinder rückwärts gerichtet zu transportieren.

Will man einen bezüglich der Blickrichtung variablen Buggy kaufen, ist das schwierig. Schon im Jahr 2013 gab es einen offenen Brief der Stiftungsinitiative "Für Kinder" an die Kinderwagenhersteller. Darin heißt es: 
"Zunehmend sind Kinderwagen bzw. Buggys, die heute ja oft auch für den Transport von Säuglingen verwendet werden, nach vorn ausgerichtet. Immer öfter werden damit schon Babys weg von den Eltern oder Betreuungspersonen hinein in die Welt geschoben – und damit überfordert. Die Eltern glauben, damit ihrem kleinen Kind möglichst viel zu bieten - viel Anregung, viel Stoff für das schnell wachsende Gehirn und die Intelligenzentwicklung.

Vergessen wird dabei das Grundbedürfnis von Babys nach „Rückversicherung“ mit der vertrauten, den Wagen schiebenden Bezugsperson. Ohne diesen direkten Augenkontakt und das so immer wieder gesuchte und versicherte Grundvertrauen können Kinder in denprägenden ersten beiden Lebensjahren die Eindrücke aus der Umwelt jedoch nicht angemessen aufnehmen und verarbeiten. Sie sind überfordert, verunsichert und unnötigangestrengt. Nicht „Erweiterung“ wird gefördert, sondern ängstliches Zurückweichen.


Wir wenden uns daher an alle Hersteller von Kinderwagen und Buggys mit der Aufforderung, ihre technisch so ausgereiften Produkte nun auch kindgerecht zu optimieren und die Blickrichtung des Kindes auf seine vertraute Bindungsperson möglich zu machen".
Leider hat sich in den letzten Jahren dennoch nicht sehr viel getan. Wir haben für Euch recherchiert, welche Buggymodelle aktuell einen Richtungswechsel ermöglichen - hier ist die Liste der Buggys mit schwenkbarer Sitzeinheit oder Schwenkschieber (Kombikinderwagen sind nicht aufgeführt):


Wenn ihr noch weitere Buggys kennt, bei denen die Sitzrichtung variiert werden kann, freuen wir uns über einen Kommentar!

© Danielle  

*Diese Modelle haben rückwärtsgerichtet eine beschränkt einstellbare Rückenlehne (die manche Kinder zu flach empfinden). 

Quellen




Kommentare:

  1. HUhu!

    Bei Hartan sind auch fast alle Buggys/Liegewagen mit Schwenkschieber ausgestattet oder bieten zumindest die Möglichkeit die Sitzeinheit umgekehrt zu montieren, wir hatten den Sportline S, der hatte beide Möglichkeiten (Sitzeinheit umdrehen oder Schwenkschieber nutzen).
    GLG Lexxi

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    1. Sorry, es war der Topline S von Hartan... Tippfehler...
      Aber ich muss dazu sagen, meine Kinder waren nie Buggykinder, beide wurden hauptsächlich getragen, da sie weder nach vorn noch nach hinten geschoben werden wollten ;) GLG

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    2. Liebe Lexxi,

      (schön, mal wieder von Dir zu lesen) - danke für Deinen Kommentar!

      Die meisten Kombimodelle sind so konzipiert, dass die Buggyeinheit rückwärts geschoben werden kann - wir haben sie daher nicht gesondert aufgeführt. Wir hatten auch einen Hartan (Racer) und waren damit sehr zufrieden.

      Liebe Grüße
      Danielle

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    3. Liebe Danielle,
      der Artikel spiegelt unsere Erfahrungen wieder!
      Wir haben einen Brio Smile,jetzt Britax.
      Ist auch ein Kombikiwa. Vielleicht solltest du vor der Liste konkretisieren, warum du den Hartan oder zB auch Maxi Cosi Mura als Kombikiwa nicht anführst,da es sonst etwas irreführend ist.
      Danke und LG,
      Daniela

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    4. Liebe Daniela,

      ich habe im Text geschrieben: "...bei Kombimodellen ist es bei fast allen Modellen möglich, die Kinder rückwärts gerichtet zu transportieren".

      Ich habe das aber vor der Liste noch mal explizit ergänzt.

      Vielen Dank für Deinen Kommentar!
      Danielle

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    5. Hallo, wir haben einen Knorr Baby Elments Kombi Kinderwagen, bei dem man sowohl die Wanne als auch den Buggyaufsatz in beide Richtungen aufsetzen kann. :-)

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    6. Hallo :)
      So eine tolle Seite mit sehr wertvollen Informationen, dafür ein großes Dankeschön!!! :)
      Wir haben den Knorr Baby (Elements) Kombi Kinderwagen, bei dem sowohl die Wanne als auch der Buggy Aufsatz in beide Richtungen aufgesetzt werden können!
      Liebe Grüße

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  2. Liebe Danielle!
    Vielen Dank für den großartigen Artikel - ich stimme dem zu 100% zu. Ich habe seit der Geburt des Tigers gesagt, unter einem Jahr darf er sowieso nicht nach vorne blicken und dann schauen wir mal.. Mit 8 Monaten fing es dann an, dass er ständig quengelte und sich halb den Rücken verdrehte, nur um einen Blick nach vorne zu erhaschen - ich wollte aber die Blickrichtung aus deinen genannten Gründen nicht ändern. Also wurden die Spaziergänge kürzer und als der Zwerg 10 Monate war, ist er selbst gelaufen und wir gingen so spazieren. Wenn die Strecke zu lang war, hab ich ihn einfach getragen und wir haben eben viel Zeit eingeplant. Allerdings ist es nicht immer möglich, dass man sich ewig Zeit nimmt, also hab ich mich dann auch mit 10 Monaten ergeben und die Blickrichtung nach vorne gestellt - mit ungutem Gefühl..
    Für mich war es dann wichtig, dass ich bei aufregenden Situationen, z.B. bevor eine große Straße kam oder ein Zug/Lastwagen/Tiere/oft bei vorbeifahrenden Autos/Baustellen/oder eine andere aufregende Situation in Sicht kam, ihn nicht alleine zu lassen. Daher haben wir immer angehalten, ich hab mich zu ihm an den Wagen hinunter gekniet und wir haben gemeinsam beobachtet und darüber geredet. Jetzt wird er 2 Jahre und wir reden noch immer sehr viel oder bleiben oft stehen.
    Vielleicht wäre das auch eine gute Alternative für andere Eltern, deren Kinder doch schon neugieriger sind :)
    Liebe Grüße,
    Ricarda

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    1. Liebe Ricarda,

      das ist eine wirklich sehr schöne Alternative! Vielen Dank für Deinen Kommentar.

      Herzliche Grüße
      Danielle

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  3. Hier in den USA bin ich die einzige, die mit ihrer 2jährigen Blickkontakt hat.. alle anderen so erst Baby in ner Schale im Wagen und dann ab 6 Monaten halb liegend, halb sitzend in nem Buggy nach vorne, bam. Bis zur Einschulung. Ich hab schon 6jährige in nem Buggy liegen sehen, und unsere Tochter lief an ihr vorbei, weil sie natürlich laufen darf, wenn sie will. Aber dann auch 2 Stunden Film gucken zusammen abends, wa. Schon ab 1. Weil ist ja ein Familienfilm. Schon krass.

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    1. Ach herrje - da ist die USA ja wirklich sehr speziell! Die Autoschalen auf den Gestellen sind ja auch ein Thema für sich... darüber sollte ich vielleicht auch noch mal schreiben. Das ist wirklich ein sehr eigener Kulturkreis da - auch wenn man dieses Verhalten bei uns leider auch öfter beobachten kann...

      Vielen Dank für Deinen Kommentar!

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  4. Wir hatten den Hartan Topline X mit Schwenkschieber und haben fast ausschließlich rückwärtsgerichtet geschoben...aus den, mal wieder so wunderbar beschriebenen Gründen... Unsere Maus hat selten verlangt nach vorne zu gucken...mit mir zu kommunizieren war ihr (und mir) viel wichtiger... Manchmal werden die Kinder ja sogar nicht nur vorwärtsgerichtet geschoben, sondern dabei dann auch noch telefoniert und geraucht... und kaum zurückhalten kann ich mich ja bei nach vorne getragenen Säuglingen... :-(. Das scheint bei vielen ja auch noch nicht angekommen zu sein, dass das schädlich für die Kleinen ist... Daher liebe ich Euren Blog - der für all das den passenden Artikel hat.
    Danke und LG Dani.

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    1. Liebe Dani,

      wir hatten auch einen Hartan und sind sehr lange auch mit dem Sportwagen aufsatz gefahren. Das Rauchen finde ich auch wirklich furchtbar - mich stört es ja schon, wenn ich auf einem Bahnhof stehe und einer 10 m neben mir raucht (Ex-Raucher sind die militantesten) - die Vorstellung, dass mein Baby das abbekommt ekelt mich wirklich an.

      Liebe Grüße!
      Danielle

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  5. Vielen Dank für den schönen Artikel. Ich mag es sehr, wenn ihr Studien zitiert und verwendet.
    Wir haben bei der Geburt unseres Zweiten rasch den Quinny Zap Xtra besorgt, vor allem, damit ich den Autositz für den Einkauf draufstecken kann. Ja, ich weiß, Tragetuch wär besser gewesen, aber ich musste ihn immer im Auto mit zur Kita fahren, um die Große hinzubringen, und dabei ist er eingeschlafen - ihn dann aus der Autoschale raus und ins Tragetuch rein... na, ihr könnt euch vorstellen, wie oft ich mir das angetan habe. Also mit dem Autositz auf den Quinny, der im Kofferraum quasi keinen Platz wegnimmt, 10 Minuten das Nötigste einkaufen, zurück nach Hause, alles schön.
    Heute ist der Kleine 1,5 Jahre alt und wir nutzen ihn als "Allrounder". Im Zoo darf auch mal die Große darin ihren Mittagsschlaf machen, dann wird der Kleine (auf dem Rücken) getragen, wenn er nicht mehr Laufen kann, kommt er ab und an in den Quinny - sehr praktisch. Schön ist eben, dass er so klein wird im Kofferraum.
    Einziges Manko - gerade in Bezug auf die Fahrtrichtung: In Rückwärtslage lässt sich der Sitz nicht so steil einstellen, wie in Vorwärtsrichtung. Das heißt, wenn das Kind zum Elternteil schaut, liegt es halb - das mag unser Zwerg manchmal so gar nicht, er möchte dann richtig sitzen und da bleibt nur die Vorwärtsrichtung. Vielleicht könntet ihr das ergänzen oder den Buggy diesbezüglich rausnehmen?
    Liebe Grüße, Christiane

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    1. Liebe Christiane,

      der Quinny ist toll - hatten wir auch ab etwa 3 Jahren (den nicht Xtra). Das mit dem Sitz wusste ich gar nicht - ich ergänze das in der Übersicht. Danke für den Hinweis!

      Liebe Grüße
      Danielle

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    2. Ist das gleiche beim Quinny Buzz. Den hatten wir und leider gibt es rückwärts gerichtet nur 2 Einstellungsmöglichkeiten (vorwärts 3), so dass das Kind nicht ganz gerade sitzen kann. Schade.

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    3. Bei unserem Quinny war das Problem, dass der Schwerpunkt vorwärtsgerichtet viel zu hinten lag und er dadurch schneller in die Richtung umgekippt ist, was grade beim Benutzen der ÖPNV kein Spaß ist. Das Modell (Jogger Freestyle XL) gibt es nicht mehr, aber mich würde interessieren ob ihr bei den genannten Modellen ähnliches erlebt habt?

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  6. Toller Artikel!
    Wir haben nach ewiger Suche den Safty 1st Cocoon gekauft. Auch hier ist die Sitzeinheit “umsetzbar“. Wird aber kaum genutzt....unser kleiner Tragling findet ihn überflüssig.
    Wer Interesse hat kann sich gerne melden.

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  7. Ich finde diese Diskussion mehr als übertrieben. Beim Selberlaufen sieht das Kind auch seine Umwelt ungefiltert mit derselben Blickrichtung. Man kann doch nicht annehmen, dass es für das Kind nichts Spannenderes gibt als permanent das Gesicht seiner Mutter zu sehen! Nur weil euer Fokus ununterbrochen auf dem Kind liegt und ihr es den ganzen Tag anschauen wollt muss das umgekehrt nicht so sein. Ich finde viele Artikel auf diesem Blog interessant, nachvollziehbar und kindgerecht, aber das hier ist nur für Helikopter-Eltern lesenswert.

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    1. Es geht ja hier darum, dass ein Kind, welches schon laufen kann, sich auch von selbst seiner Bezugsperson zuwenden kann, wenn es Angst bekommt. Ein im Buggy nach vorn gerichtetes und angeschnalltes Kind kann das nicht.
      Und das ist eben der feine Unterschied.

      Hat meines Erachtens auch nichts damit zu tun, dass der Fokus der Eltern nur auf dem Kind liegt.
      Man sollte das durchaus differenzierter betrachten.

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    2. Liebe Annanaani,

      vielen Dank für Deinen kritischen Kommentar. Wir wollen nur Anregungen zum Überdenken geben - wie relevant das jeder Einzelne für sich einschätzt ist immer sehr variabel.

      Ich sehe hier zwischen dem Rumlaufen und dem Sitzen im Wagen den Unterschied, dass das Laufen selbstbestimmt erfolgt. Das Kind kann sich jederzeit der Bezugsperson zuwenden (und bspw. verlangen, auf den Arm genommen zu werden).

      Viele Grüße!
      Danielle

      Herzliche Grüße
      Danielle

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  8. Der Abc Design Cobra ist in Eltern Richtung stellbar. Kann ich nur empfehlen :)

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    1. Der Cobra ist ein Kombikinderwagen, nicht wahr? Für die Liste suchen wir reine Buggymodelle :-) - troztdem herzlichen Dank!

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  9. Der Chrome von Joie kann das auch... wir haben ihn und schätzen die Funktion sehr. Sehen kann mein Kind genauso viel wie vorwärts, aber die kleinen Schwätzchen, die wir beim Laufen halten können, sind toll. Sie erzählt so viel und in einem vorwärtsgerichteten Buggy würde sie das durch den fehlenden Blickkontakt nicht machen.
    Rückwärts ist eben nicht nur im Auto die bessere Wahl :-)

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  10. Wie ist das eigentlich beim Tragetuch? Wenn ich mein Kind auf dem Rücken trage haben wir ja auch keinen Blickkontakt?

    Liebe Grüße Kristin

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    1. Aber Körperkontakt. Bei Angst/Reizüberlfutung kann sich an den tragenden gekuschelt werden und dem entgeht nichts.

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    2. Ich denke auch, dass das Kind die Reize selbst sehr gut regulieren kann. Durch die starke körperliche Nähe kann auch gut nonverbal kommuniziert werden.

      Viele Grüße!
      Danielle

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  11. Danke für diesen Artikel, wie immer sehr informativ. Unseren Sportaufsatz vom Varius Pro von Naturkind kann man auch rückwärts gerichtet aufsetzen. Wird auf der Homepage des Herstellers sogar empfohlen, bis mindestens 1,5 Jahre.
    Viele Grüße
    Katrin

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  12. Interessanter Artikel.
    Was mich allerdings oft gewundert hat, war, warum die Kinder im Kinderwagen wirklich immer angeschnallt sein müssen.
    Unser Zwerg verbrachte die ersten 9 Monate in der Kinderwagenwanne. (Nur bei den Spaziergängen ohne Tragetuch, nicht den ganzen Tag natürlich ;-) Darin konnte er sich irgendwann selbstständig auf den Bauch und mit Blick nach vorne drehen. Irgendwann kniete er wie in einem Streitwagen aufrecht an der vorderen Wagenseite. Für diese Zeit haben wir dann auch ein Anschnallgeschirr angeschafft. Zu mir umdrehen konnte er sich dennoch jederzeit. Als er lernte aufzustehen, wurde das leider zu gefährlich und wir sind auf den Sportwagen umgestiegen. Erst mit Blick zu mir, dann immer mal nach vorne gedreht, weil er den Blick halt schon kannte. Aber angeschnallt war er nie. Wenn er mich sehen wollte, drehte er sich im Sitz um und gut.
    Wir haben den ABC Turbo. Da sind im Sportwagen die Seitenwände und der vordere Bügel hoch genug, dass er in jeder Richtung bequem sitzen konnte. Auch gerne mal seitlich zur Fahrtrichtung. Wurde er müde kam er auch schon mal zu mir geklettert. Sah bestimmt abenteuerlich aus. Aber er war nie in Gefahr.
    Oh, doch einmal wollte er im Wagen unbedingt stehen, das war keine gute Idee, das hat er zum Glück ohne Sturz schnell eingesehen.
    Das Verdeck wurde nie nach oben gestellt, ich hatte den Zwerg wirklich immer im Blick. Kniete er vor mir, hab ich ihn festgehalten. Wechselte er die Sitzposition, blieb ich stehen, um nicht zu wackeln.
    Inzwischen bleibt er aber auch ohne weiteres geradeaus sitzen.
    Gruß
    thuri

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    1. Liebe thuri,

      Kinder "müssen" ja nicht angeschnallt werden - es gebt einfach ein paar Exemplare (mein Sohn!!) - die wären aber unangeschnallt etwa täglich zwanzig mal aus dem Buggy gefallen. Also zumindest im zweiten Lebensjahr - im dritten ging das dann auch ohne Gurt. Es gibt aber auch sehr viele Kinder, die ganz friedlich im Wagen sitzen, ohne Ambitionen, herauszufallen.

      Viele Grüße!
      Danielle

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    2. Dass es einzelne Kinder gibt, bei denen das Anschnallen unerlässlich ist, bestreite ich nicht. Ich musste den Gurt auch ein paar mal nutzen, wenn der Zwerg zu müde war, um sitzen zu bleiben und ich zu vollbepackt, um ihn zu tragen, während ich den Wagen schiebe.
      Was mich halt immer wundert ist, dass ich außer meinem Zwerg in der Stadt so gut wie nie Kinder gesehen habe, die ohne Gurt im Wagen sitzen durften. Bei vielen Eltern scheint der Gurt im Wagen genauso als Pflicht anzukommen, wie im Auto. Es wird kaum reflektiert, ob es nötig ist, oder nicht. Das finde ich schade, besonders wenn ich überlege, wie wohl der Zwerg sich in den unmöglichsten Sitzhaltungen gefühlt hat.
      Leider ist auch nicht jeder Wagen gleich gut geeignet, um die Kinder unangeschnallt sitzen zu lassen. Wie gesagt, bei uns gab es in jeder Richtung eine ausreichend hohe Lehne. Manche andere Wagen sind ja leider so aufgebaut, dass nur eine Sitzposition möglich ist. Und wenn die nicht mehr passt und das Kind sich wehrt, muss der Gurt herhalten.
      gruß
      thuri

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    3. Ah - ach so meinst Du das :-). Da stimme ich Dir zu - wenn es ginge, würde ich auch immer lieber versuchen, ohne Gurt zu fahren.

      Viele Grüße!
      Danielle

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    4. Wir haben es mit unserer großen Tochter (2,5 Jahre) ähnlich gemacht. Als sie sicher sitzen konnte (und auch nicht mehr wirklich ins tuch wollte :-( ), und die Babywanne zu klein wurde, kam der Sportaufsatz rückwärts dran. Ich kann mich erinnern, dass ich sie vielleicht zweimal anschnallen wollte (machen ja schließlich alle so...). Sie hat es gehasst, geheult, gezetert und dagegen gekämpft (die Gurte in der Autoschale bzw im Kindersitz werden aber immer akzeptiert, obwohl sie auch über die Schultern gehen und sie sich dann nimmer so groß bewegen kann). Außerdem waren die Gurtabschnitte, die über die Schulter laufen, eh so weit, dass sie sich rauswinden konnte. Konnte sie maximal über die Hüfte fixieren. Ohne Gurt saß sie aber lieb im Kinderwagen, also hab ich ihn weggelassen. Als sie sich dann auch mehr für die Umwelt interessiert hat und doch mal gucken wollte, aber bei Müdigkeit trotzdem uns immer sehen wollte, hab ich irgendwann kurzerhand die Lehne komplett runtergestellt (beim Voletto von knorr ist die dann ganz flach und links, rechts und hinten relativ hoch umrandet; fast wie ne große, tiefe Babywanne, die am Fußende halt offen ist) und sie kniete dann und konnte nach vorn in Fahrtrichtung gucken (sah aus, wie Rose auf der Titanic). Das gab amüsierte Blicke aufm Weg zur Kita *gg* Wurde sie müde oder hatte sie keine Lust mehr, hat sie sich einfach umgedreht und hingelegt. Die Gurte hab ich irgendwann komplett abgenommen, da sie einfach nur im Weg waren und sie manchmal mit den Füßen drin hängenblieb. Dass ich sie festhalten musste, war selten nötig (höchstens beim Einsteigen in ne Straßenbahn, aber da saß sie meistens normal im Wagen), da sie sich nur selten (vielleicht zweimal) während der Fahrt hinstellen wollte und es sofort sein lassen hat, weils ihr dann doch zu wackelig war (sie hat es danach auch nicht noch einmal probiert. Ich denke, dass auch so kleine Kinder schon ein Stück weit einschätzen können, was sie können und was nicht, wenn man sie probieren lässt. Zumindest vertrau ich drauf und wurde bis jetzt noch nicht wirklich enttäuscht ^^). Inzwischen musste der Sportaufsatz wieder der Babywanne weichen (und Laufradfahren oder Laufen ist sowieso schöner), aber ich denke, dass ich es mit der kleinen Maus ähnlich machen werd, sobald sie in das Alter kommt.

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  13. Hallo,

    ich habe als ich mit meinem 2. Kind schwanger war, nach einem rückwärtsgerichteten Buggy gesucht, und mit damal dann für einen Quinny entschieden. Das war damals der einzige, der bezahlbar und rückwärtsgerichtet war. Auch wenn die Sitzschale rückwärts nicht richtig aufgerichtet werden konnte, und mein Kind deshalb immer halb liegen musste. Mir ist es einfach immer wichtig gewesen, mit meinem Kind reden zu können. Außerdem musste ich meine Kinder darin nie anschnallen. Denn sie mussten ja an mir vorbei, wenn sie aussteigen wollten. Wenn mein Kind nach vorne sehen wollte, hat es sich einfach in den Sitz gekniet und über die Rückenlehne gekuckt.


    Was ich auch noch wollte, habt ihr das Buch "Burnout-Kids" von Schulte-Markwort schon gesehen? Ich habe es zufällig entdeckt, und würde gerne eure Meinung darüber wissen.

    Liebe Grüße
    Dreiermutter

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    1. Liebe Dreiermutter,

      nein, das Buch haben wir noch nicht gelesen - es klingt aber interessant, so dass ich es mal auf unsere Wunschliste setze.

      Vielen Dank für Deinen Kommentar!
      Liebe Grüße
      Danielle

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  14. Hallo,

    vielen Dank für diesen Artikel, der genau zur rechten Zeit für uns kommt! Ich mag Euren Blog sehr und empfehle ihn immer allen Neu-Müttern :)

    Söhnchen fährt im Buggyaufsatz des Kombi-Kinderwagens, aber zum Frühjahr/Sommer soll für Ausflüge noch ein Buggy her. Ich gehe Eure Liste bereits durch, aber ist Euch zufällig bei Euren Recherchen aufgefallen, dass einer der Buggys auch für ein besonders großes (langer Oberkörper) und schweres Kind geeignet ist? Mein Sohn ist ein Sitzriese...

    Dankeschön und viele Grüße!

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  15. Hallo,

    grundsätzlich mag das ja alles seine Richtigkeit haben, aber Kinder sind halt sehr verschieden. Bei meiner war es so, dass wir die Babywanne kaum 5 Monate genutzt haben. Dann war sich nämlich schon so mobil, dass sie sich ständig umdrehte und am Rand hochzog, dass wir auf den Sportaufsatz wechselten. Zum Glück war es Sommer und wir hatten zufälligerweise so ein Geschirr, so dass wir sie auf dem Bauch liegend mit Blick nach vorne fahren konnten. Wir hatten einen ABC Design Wagen, da ließ sich glücklicherweise auch das Verdeck bis ganz unten verstellen, ist nicht bei allen so. Als sie sitzen konnte, hatten wir sie zu uns schauen lassen, mussten das aber auch schnell aufgeben, da sie den Hund meiner Schwester immer wahnsinnig interessant fand. Sobald wir zusammen unterwegs waren, und das waren wir oft, fing das Verrenken an, da der Hund nun mal meist vor dem Wagen lief. Von daher denke ich, dass es stark vom Kind abhängig ist, ob immer all sie gut gemeinten und sicher auch begründeten Tipps tatsächlich anwendbar sind. Der Sohn einer Freundin war zum Beispiel von Anfang an Bauchschläfer. Sicher ist richtigerweise das Schlafen in Rückenlage empfohlen (Kindstod), doch nicht immer umsetzbar.
    Mit 10 Monaten ist meine Tochter im übrigen gelaufen und mit einem Jahr gab es nur noch einen Buggy.

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  16. Hallooooo.. super Bericht und ganz meiner Überzeugung. Vielleicht noch den jane muum ergänzen ;)

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  17. Grundsätzlich stimme ich euch zu - allerdings muss ich gestehen, dass meine Kleine mit knapp 7 Monaten schon vorwärts fährt. Das liegt schlicht und einfach daran, dass sie hauptsächlich ein tragekind ist und buggy und Kinderwagen mit ihrem großen Bruder (2) teilt. Wenn sie also mal im buggy oder im kiwa sitzt (ja, sie kann sich selbstständig hinsetzen), dann vorwärts! Ihr gefällt es - Hauptsache sie hat ihren Bruder in Sichtweite :)

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  18. Hallo!
    Danke für den ausführlichen Bericht. So kann ich hoffentlich so manchen Bekannten die Augen öffnen ☺
    Sag, weißt du ob sich einer der empfohlenen Buggies auch zum Joggen eignen würde?

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  19. Hallo,
    ich hätte hierzu mal die brennende Frage, wie sich das oben beschriebene Thema auf Fahrradkindersitze beziehen lässt?
    Ich würde gerne demnächst einen Fahrradkindersitz besorgen und würde einen für vorne bevorzugen, allerdings missfällt mir auch hier die Idee das Kind mit Blickrichtung direkt dem Straßenverkehr auszusetzen.
    Fahrradanhänger ist für mich keine Option (hab da zu viel Angst).
    Wie seht ihr das?
    Danke für eure tolle Arbeit an dieser Stelle mal wieder!
    Katharina

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    1. Liebe Katharina,

      das ist eine gute Frage. Meines Wissens gibt es ja ohnehin nur die Variante, dass das Kind nach vorne blickt. Ich persönlich denke, dass das Kind hinten etwas besser aufgehoben ist, weil es ja trotzdem in der Nähe der Eltern ist und dennoch etwas abgeschirmt.

      Liebe Grüße
      Danielle

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