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Ist mein Kind schulreif? Wann Kinder als schulfähig gelten

Meine Töchter Fräulein Chaos und Fräulein Ordnung sind gleich alt. Trotzdem kam eine von ihnen 2016 zur Schule, und die andere wird 2017 eingeschult werden. Wir haben uns damals für diesen etwas ungewöhnlichen Schritt entschieden, weil wir nach intensiver Betrachtung der Schulreifekriterien zu dem Schluss kamen, dass Fräulein Ordnung zwar kognitiv absolut schulfähig war, aber nicht in anderen Punkten, wie emotionale und soziale Reife. Sie war in unseren Augen zwar schul-reif, aber nicht schulhof-reif.

Definition der Schulreife

"Schulfähigkeit ist die Summe ganz bestimmter Verhaltensmerkmale und Leistungseigenschaften eines Kindes, die es braucht, um im Anfangsunterricht und in der weiteren Schulzeit Lernimpulse wahrzunehmen, aufzugreifen und im Sinne einer Lernauseinandersetzung zu nutzen, um persönlichkeitsbildende und inhaltliche Weiterentwicklungen im emotionalen, motorischen, sozialen und kognitiven Bereich aufzunehmen und umzusetzen. Dabei ist die Schulfähigkeit als ein vernetzter Teil eines Ganzen zu betrachten: Sie ist immer abhängig von den besonderen Rahmenbedingungen einer Schule und den Persönlichkeitsmerkmalen und fachlichen Kompetenzen der dort tätigen Lehrkräfte." [Krenz, A., Ist mein Kind schulfähig?, 2014, S. 71]

Wichtige Merkmale für die Schulreife eines Kindes


Emotionale Schulreife:


- Emotionale Belastbarkeit: Der Schulalltag ist hart. Die Kinder müssen sich an neue Abläufe gewöhnen, neue Erwachsene mitsamt deren Eigenheiten kennenlernen, neue Freundschaften schließen, neue Regeln anerkennen und sie kommen immer wieder in Situationen, in denen sie etwas noch nicht können. Die emotionale Belastbarkeit eines Kindes entscheidet darüber, wie gut es diesen Alltag mit seinen Anforderungen meistert. Nimmt ein Kind diese als Herausforderungen wahr, die es gern annimmt? Oder hat es das Gefühl, das alles "nie zu schaffen" und zieht sich dementsprechend aus dem Unterrichtsgeschehen und dem Sozialgefüge an der Schule zurück?

- Enttäuschungen ertragen können: In der Schule werden Kinder immer wieder mit Enttäuschungen konfrontiert. Sei es, dass die Lehrerin übersieht, dass sich das Kind meldet und andere Kinder die Antworten geben lässt. Sei es, dass die beste Freundin aus der Kitazeit plötzlich nur noch mit anderen Mädchen spielen möchte. Sei es, dass das Kind auf dem Schulhof an der Rutsche immer wieder von Größeren zur Seite gedrängelt wird. Wie reagiert das Kind darauf? Fängt es bei jeder Kleinigkeit an zu weinen? Wird es aggressiv? Resigniert es und denkt sich, es lohne sich sowieso nicht, sich zu melden? Oder kann es die meisten dieser Situationen mit einem nonchalanten Achselzucken beiseiteschieben, und versucht, für sich eine angemessene Lösung zu finden?

- Neuen Situationen und großen Gruppen angstfrei begegnen: In der Schule gibt es in der Regel keine Eingewöhnungszeit wie in der Kita, in der die Mutter oder der Vater noch dabei sein können. Ein Kind muss demnach in der Lage sein, angstfrei allein in (noch) unbekannten Räumen und großen Kindergruppen zu bleiben. Ein häufiger Wechsel vom Lehrpersonal sollte zwar in der ersten Klasse nicht stattfinden, kommt im Schulalltag durch Krankheiten und andere Ausfälle aber durchaus vor. Ein Kind sollte sich daher auch auf fremde Lehrer_innen einstellen können, sowie deren individuelle Art, im Unterricht Fragen zu stellen. Auch kniffelige Aufgaben, die das Kind noch nie ausprobiert hat, sollten eher seine Neugier und nicht Versagensängste wecken.

- Zuversicht in die eigene Lernkompetenz: Gute Lehrer_innen achten darauf, die Kinder nicht zu überfordern, doch kommt es durchaus vor, dass die ein oder andere Aufgabenstellung für einige Kinder noch "zu hoch" ist. Wichtig ist, dass diese Kinder dann nicht sofort resignieren und sich mit Bannbotschaften wie "Ich bin so blöd, das werde ich nie verstehen" selbst ein Bein stellen. Stattdessen sollten Kinder zuversichtlich in ihre eigene Lernkompetenz sein: "Wenn ich mich richtig anstrenge, werde ich es schaffen." Diese innere Haltung können Eltern übrigens fördern, indem sie weniger die Lösung einer Aufgabe oder die Klugheit ihres Kindes loben, sondern eher die Anstrengungsbereitschaft auf dem Weg zur Lösung, sowie die Ausdauer und das Durchhaltevermögen. (Nicht: "Wow, wie toll du schon rechnen kannst! Du hast alles richtig! Du bist so klug!" sondern: "Wow, du hast so lange geknobelt, bist du die Lösung gefunden hattest, obwohl du es erst ganz schön schwer fandest, oder?")

Kind in der Schule
- Eigeninitiative: Stößt das Kind auf Probleme, oder kommt es im Unterricht bei einer Aufgabe nicht weiter, muss es sich trauen, den|die Lehrer_in von sich aus anzusprechen, um das Problem zu klären oder zu erfahren, wie es die Aufgabe lösen soll. Klemmt z. B. das Schließfach des Kindes und es kommt deshalb nicht an sein Schulbrot, müsste es bis zum Mittagessen hungern, wenn es keine Eigeninitiative zeigt. Stattdessen könnte es aber auch eine Freundin bitten, ihm etwas von ihrem Brot abzugeben oder eben die Lehrerin oder den Hausmeister fragen, ob sie das klemmende Schließfach aufbekommen. Versteht ein Kind eine Aufgabenstellung im Mathebuch nicht, könnte es einfach abwarten und nicht weiterarbeiten, bis der Lehrer von selbst bemerkt, dass etwas nicht stimmt. Oder es könnte einfach irgendwas rechnen und so die gesamte Stunde beschäftigt sein, sich aber vielleicht falsche Lösungswege merken. Besser wäre, es würde seine Banknachbarin oder den Lehrer um Hilfe bitten.

- Belastungen erkennen, aushalten und/oder ändern wollen: Es sollte nicht vorkommen, ist aber Alltag an Schulen - Kinder werden gehänselt, geärgert oder gemobbt. Das menschliche Gehirn kann jedoch keine Lerninhalte aufnehmen, wenn es im Angstmodus ist, d. h. ein Kind, das permanent von seinen Mitschülern geärgert wird, kann nichts bzw. nur einen kleinen Teil vom Unterrichtsstoff lernen. Es ist daher wichtig, dass Kinder erkennen, wenn sie emotionalen Belastungen ausgesetzt sind und dann entweder die emotionale Größe besitzen, darüber zu stehen oder Hilfegesuche in die Wege zu leiten (Lehrer ansprechen, den Eltern anvertrauen, unterstützende Freunde suchen).

Soziale Schulreife


- Zuhören können: Eine Unterrichtsstunde dauert in der Regel 45 Minuten. Nicht die ganze Zeit davon wird der|die Lehrer_in reden, aber auditive Informationen machen einen Großteil des Unterrichtsinhaltes aus. Ein Kind muss daher in der Lage sein, seine Konzentration zu fokussieren, genau zuzuhören und aus  gesprochenen Sätzen wichtige Informationen zu entnehmen. Zu bedenken ist, dass diese Sätze oft mehrteilig sind, z. B.: "Nehmt euer Mathebuch und euer Übungsheft hervor und schlagt das Buch auf Seite 13 auf. Die Aufgaben 5 und 6 sollt ihr bitte schriftlich im Übungsheft bearbeiten. Wenn ihr fertig seid, legt euren Stift weg, setzt euch gerade hin und schaut zu mir nach vorn, damit ich weiß, wann ich zur Kontrolle zu euch kommen soll."

- Impulse steuern können: Sechsjährige Kinder haben oft den Wunsch, zu zappeln oder jetzt sofort etwas zu erzählen, was ihnen gerade eingefallen ist. In einer Klasse sollten sie jedoch diese Impulse unterdrücken können. Denn wenn 20 Kinder auf einmal reden und herumrennen, gibt es keine Chance auf Unterricht. Es ist wichtig, andere Kinder ausreden lassen zu können und in der Lage zu sein, eigene Wortbeiträge aufzuschieben, bis man von dem|der Lehrer_in aufgefordert wird. Auch für eine bestimmte Zeit ruhig sitzen bleiben zu können ist wichtig, auch wenn die meisten Schulen ihren Unterricht heutzutage so gestalten, dass die Kinder zwischendurch auch mal aufstehen und herumgehen können. Zu guter Letzt sollte das Kind auch in der Lage sein, seine Wutimpulse zu steuern bzw. zu unterdrücken, um nicht bei jeder Kränkung in Tränen auszubrechen oder aggressiv auf den Gegner loszugehen.

- Sich als Gruppe angesprochen fühlen: "Schaut an die Tafel! Hier habe ich ein Bild angebracht, das ihr sehr genau betrachten sollt. Erkennt ihr, um welche Jahreszeit es sich handelt?" - Lehrer_innen sprechen in der Regel die gesamte Gruppe an, wenn sie Aufgaben stellen oder etwas Neues erklären. Ein Kind sollte sich daher auch dann angesprochen fühlen und auf die Aufgabenstellung reagieren, wenn nicht direkt sein Name genannt wird, sondern nur allgemein von "ihr" gesprochen wird. Es sollte aber auch unterscheiden können, wenn es nicht angesprochen ist, beispielsweise, wenn der|die Lehrer_in nur "die Kinder an Tisch 3" anspricht, oder "die Kinder der Fensterreihe", oder auch "nur die Mädchen" etwas Bestimmtes tun sollen.

- Regeln erfassen und einhalten: Im Alter des Schuleintritts wurde der kognitive Meilenstein des Perspektivenwechsels zumeist schon erreicht, d. h. die Kinder können eine Situation aus der Sicht eines anderen betrachten und bewerten. Daher fällt es ihnen nicht schwer, die Sinnhaftigkeit von Regeln im Klassenverband zu verstehen und sie zum Wohle aller einzuhalten. Damit z. B. Unterricht stattfinden kann, müssen alle Kinder leise sein und auf ihrem Platz sitzen bleiben. Kann sich ein Kind noch nicht an Regeln halten oder gar noch nicht verstehen, warum Regeln wichtig sind, wird es den Ablauf des Schultages immer wieder stören.

- Konstruktives Konfliktlöseverhalten: Kindern sollte die Möglichkeit gegeben werden, ihre (aggressiven) Gefühle bis zum Anfang der Pubertät beherrschen zu lernen. Doch der Eintritt in die Schule markiert einen Lebensabschnitt, in welchem erwartet wird, dass die Impulskontrolle des Kindes schon soweit gereift ist, dass es überwiegend konstruktives Konfliktlöseverhalten (Techniken kennen, um sich selbst zu beruhigen, über die eigenen Gefühle reden, mit anderen über den Grund des Streits reden, gemeinsam einen Kompromiss finden) zeigt. Hauen, Beißen, Spucken, Kneifen dürfen noch vorkommen, sollten aber nur in für das Kind scheinbar auswegslosen oder besonders emotionalen Momenten durchbrechen.

Motorische Schulreife


- Tag durchhalten: So ein Schultag beginnt elendig früh, ist ziemlich lang, wuselig und vollgepackt mit sozialer Interaktion. An den wenigsten Schulen besteht heute noch die Gelegenheit, Mittagschlaf zu machen, daher muss ein Kind körperlich in der Lage sein, den gesamten Schultag ohne Schlaf durchzuhalten und wach genug zu sein, um Lerninhalte aufzunehmen.

- Sich allein anziehen können: Lehrerinnen haben wenig Pausenzeit, müssen aber auch mal auf die Toilette, etwas frühstücken oder auch neue Materialien kopieren. Daher ist selten Zeit, den Kindern beim Anziehen zu helfen. Schulreife Kinder müssen sich selbst an- und ausziehen können. Sie können Schleife binden, Strumpfhosen überstreifen, ihr Sportzeug allein anziehen und den Reißverschluss ihrer Jacke selbständig zumachen. (Für den Sportunterricht empfehle ich übrigens Schuhe mit Klettverschluss, da das schneller geht und besser hält als Schnürsenkel.)

- Finger- und Handgeschicklichkeit: Das Schreibenlernen ist eine hochkomplizierte graphomotorische Leistung, die nur dann gut gelingen kann, wenn das Kind den Stift korrekt und entspannt in der Hand hält und mit dem Handgelenk flüssige Bewegungsabläufe ausführen kann. Es sollte beim Ausmalen Begrenzungslinien einhalten können (weil beim Schreiben die Schreiblinien eingehalten werden sollten) und relativ exakt mit der Schere ausschneiden können. Das alles wird natürlich in der ersten Klasse intensiv geübt, aber zumindest gute Ansätze müssen bei einem schulreifen Kind schon zu sehen sein. Gerade eine verkrampfte Handhaltung kann ein Kind schnell  "aus der Bahn werfen", da es dadurch langsamer als die anderen arbeitet, Schmerzen bekommt/hat und so vielleicht die Motivation verlieren kann.

Kind in der Schule

- Vorhandene Innenwelterfahrung: Von der Geburt an machen Kinder Erfahrungen, um sich selbst zu entdecken, ihren Körper wahrzunehmen und ihr Können einschätzen zu lernen. Sie lernen, das Gleichgewicht zu halten, ihre Muskeln je nach Anlass stark oder weniger stark einzusetzen und Dinge durch befühlen und/oder ablutschen kennenzulernen. Dadurch entwickeln sie mit der Zeit ein genaues inneres Bild davon, wer sie sind und was sie können. Nur, wenn sie genügend Möglichkeit hatten, eine ausreichend gute Innenwelterfahrung aufzubauen, können sie sich im Anschluss nach außen wenden, und "die Welt" kennenlernen. Das klingt jetzt etwas kryptisch, deshalb nochmal zur Erklärung: Ein Kind mit guter Innenwelterfahrung ist neugierig und offen. Es kann seine eigenen Grenzen so gut einschätzen, dass es sich selten verletzt oder anderen aus Versehen weh tut oder immer wieder Dinge umwirft oder fallen lässt. Es möchte zur Schule, um Lesen, Schreiben und Rechnen zu lernen und freut sich auf die Herausforderung.

Kognitive Schulreife

"...dieser Schulfähigkeitsbereich [ist] in der Vergangenheit bis in die Gegenwart hinein der Teilausschnitt, der eine außergewöhnlich große Gewichtung bei der Schulfähigkeitsprüfung spielte und immer noch spielt. Fachlich war und ist diese Hauptgewichtung zu keinem Zeitpunkt gerechtfertigt, hat sich doch gezeigt, dass die kognitive Schulfähigkeit allein in keinster Weise eine verlässliche Prognose über einen erfolgreichen Schulbesuch abgeben kann." [Krenz, A., Ist mein Kind schulfähig?, 2014, S. 85]
- Konzentrationsfähigkeit, Ausdauer und zielgerichtete Aufmerksamkeit: Auch in einer leisen Klasse kommt es immer wieder zu Störfaktoren, welche die Augen, Ohren, Nase oder die Haut der Kinder erreichen. Im Sommer fliegt möglicherweise eine Biene ins Zimmer, im Winter schneit es plötzlich draußen oder der Sitznachbar pupst stinkend. Es ist klar, dass sich Kinder von solchen Dingen gern ablenken lassen, doch sollten niedrigschwellige Störungen, wie z. B. das allgemeine Gebrabbel der Mitschüler, ein Piepsen eines einparkenden Autos vor der Schule, Stühlerücken, leise Musik im Nachbarraum etc. ausgeblendet werden können, auch, wenn die zu bearbeitende Aufgabe monoton ist (z. B. einen Buchstaben 10x ordentlich zu schreiben). Bei so einer Aufgabe ist auch wichtig, dass ein Kind in der Lage ist, Ausdauer zu zeigen, denn nur durch das wiederholte Einschleifen des Bewegungsablaufes wird Schreiben leicht und angenehm. Ein schulfähiges Kind sollte sich etwa 15 Minuten zielgerichtet auf einen neuen und möglicherweise für ihn nicht interessanten Inhalt konzentrieren können. Aufgabe der Lehrerin ist es, die Unterrichtsinhalte so spannend wie möglich zu gestalten, damit die Kinder mitgerissen werden und sich die Dauer der freiwilligen Aufmerksamkeitsfokussierung erhöht.

- Auditives Kurzzeitgedächtnis und visuelles Gedächtnis: Im Unterricht kommt es verstärkt darauf an, sich Gehörtes merken zu können, um dann sinnvoll darauf zu antworten. Stellt der|die Lehrer_in eine Frage, muss ein Kind in der Lage sein, still über diese Frage nachzudenken, eine Antwort im Kopf zu formen und dann so lange im Gedächtnis zu behalten, bis es aufgefordert wird, die Lösung zu sagen. Beim Lesen- und Schreiblernen ist das visuelle Gedächtnis gefordert. Das Kind muss sich Buchstaben merken und kurze Buchstabenkombinationen wie in, an, ist, hat, um, auf, das etc. im visuellen Langzeitgedächtnis abspeichern, so dass es diese nicht immer wieder neu entziffern muss. Schreibt der|die Lehrer_in ein Wort an die Tafel, muss das Kind in der Lage sein, sich das Wortbild kurz einzuprägen, seinen Blick von der Tafel abzuwenden, auf sein Heft zu schauen und das Wort aus dem Gedächtnis richtig aufzuschreiben. Später werden möglicherweise auch Laufdiktate geschrieben. Bei diesen muss das Kind vorn zur Tafel gehen, ein verdecktes Wort anschauen, sich merken, zurück zum Platz gehen und das Wort dann korrekt aufschreiben.

- Neugierdeverhalten: Es ist utopisch, anzunehmen, dass Lehrer es schaffen, alle zu unterrichtenden Stoffe zu jeder Zeit für alle Lernenden so spannend zu gestalten, dass die gesamte Klasse geradezu mitgerissen wird. Oft werden in den Stunden Dinge besprochen, die für die Kinder auf den ersten Blick langweilig, irrelevant für ihr Leben oder mühselig erscheinen. Wichtig ist, dass sie dann trotzdem so viel Neugierdeverhalten aufweisen, dass sie sich dem neuen Thema zumindest erst einmal zuwenden und den Lehrern eine Chance geben, zu beweisen, dass das Thema es wert ist, gelernt zu werden.

- Schlussfolgerndes Denken und Gesetzmäßigkeiten erkennen: Unsere Kinder prüfen in der Zeit vor der Schule intensiv Zusammenhänge und Gesetzmäßigkeiten. Sie werfen immer wieder Teller oder Essen vom Tisch und lernen so, dass diese unweigerlich nach unten fallen; mit Geräusch oder ohne. Solche Erkenntnisse speichern sie ab. Diese bilden die Grundlage für das kommende schulische Lernen: Wenn ich etwas loslasse, dann fällt es zu Boden. Wenn etwas zu Boden fällt, dann geht es manchmal kaputt. Oder auch: Zuerst muss ich den Schalter anmachen, dann kommt Musik aus dem CD-Player. Zuerst ziehe ich meine Socken an, dann die Schuhe. Weil es regnet, könnte ich nass werden, darum nehme ich den Regenschirm mit. In der Schule brauchen sie diese Fähigkeiten zum schlussfolgernden Denken und zum Erkennen von Gesetzmäßigkeiten, um ihnen z. B. schnelles Rechnen zu erleichtern: "Wenn 1+1=2 ist, dann sind 10+10=20." "3+7 ist gleich 10 und 7+3 ist auch gleich 10".

Kind schreibt in ein Matheheft


Einschätzung der Schulfähigkeit...


...durch Eltern, Erzieherinnen, Großeltern etc:


Mit den oben genannten Voraussetzungen für die Schulreife können Eltern mithilfe der Ergänzungen durch Erzieher_innen, Großeltern, Musik-, Schwimm- oder Ballettlehrer_innen, also allen relevanten Erwachsenen, die das Kind in bestimmten Situationen erleben, durchaus einschätzen, ob ein Schulstart für das individuelle Kind richtig ist. Zu beachten ist jedoch:
"Es ist mit den [oben] definierten Merkmalen einer Schulfähigkeit nicht gesagt, dass ein Kind eine hundertprozentige Ausprägung eines bestimmten Verhaltens zeigen muss, um seine Schulfähigkeit unter Beweis zu stellen. Jedes dieser [...] Merkmale kann selbstverständlich in seinem Grad der Ausprägung unterschiedlich eingeschätzt werden. [...] Erst wenn mehrere Merkmale der Schulfähigkeit wenig/kaum/gering ausgeprägt sind, ist es gut möglich, dass ein Kind einen schwierigen Schulstart haben kann."  [vgl. Krenz, A., Ist mein Kind schulfähig?, 2014, S. 89f]
Eine gute Pi-mal-Daumen-Regel ist die: Zeigt ein Kind in mindestens 7 von 10 Fällen das Merkmal, kann es als "beherrscht das Kind" abgehakt werden.  Zeigt es das Merkmal weniger als in 3 von 10 Fällen, sollten die Erwachsenen es als "lernt das Kind erst später" markieren. Wird das Merkmal mittelmäßig oft gezeigt (3-6 von 10x), dann "lernt das Kind es jetzt". Diese "Lernt es jetzt"- Punkte werden bei Ihrem Kind vermutlich in der Mehrzahl sein und das ist auch richtig so. Das letzte Kita-Jahr ist ein unheimlich entwicklungsreiches Jahr. Viele Eltern sind überrascht davon, wie sehr sich ihre Kinder in diesen zwölf Monte noch innerlich wachsen. Sie "reifen", im wahrsten Sinne des Wortes. Das Augenmerk sollten sie auf die "Lernt das Kind später"-Merkmale legen. Gibt es davon sehr viele oder sind sie besonders relevant (z. B. die emotionale Reife), ist das Kind vermutlich noch nicht schulreif. Eine 100%ige Sicherheit gibt es jedoch nicht.

Einschätzungen aus Beobachtungen haben nur dann wirklich Aussagekraft, wenn der beobachtende nicht die Absicht hat, seine vorgefertigte Meinung zu bestätigen. Deshalb ist es wichtig, alle Personen zu Wort kommen zu lassen, die das Kind über einen längeren Zeitpunkt erlebt haben. Gerade Erwachsene, die mit dem Kind in schulähnlichen Settings zusammen sind, z. B. beim Musik- oder Schwimmunterricht, beim Turnen ohne Eltern, beim Morgenkreis in der Kita etc., können manchmal von einer für die Eltern völlig überraschenden Seite des Kindes berichten. Oft benehmen sich unsere Kleinen bei ihnen völlig anders, als bei uns.

Wichtig ist außerdem, die Kinder in ungestellten Situationen zu beobachten. Haben sich die Eltern oder Erzieher vorgenommen, zu überprüfen, ob ein Kind z. B. schlussfolgerndes Denken beherrscht oder einen Menschen malen kann, entsteht fast unweigerlich eine Prüfungssituation für das Kind, die das Ergebnis verfälscht. Daher sollten die Erwachsenen einfach über einen möglichst langen Zeitraum die Augen offen halten und die Dinge dann beobachten, wenn sie natürlicherweise auftauchen.

Kinderzeichnung eines Menschengezeichnete Frau


...durch den Amtsarzt (Was passiert bei der Einschulungsuntersuchung?)


Bei der Einschulungsuntersuchung, die normalerweise von einer Amtsärztin|einem Amtsarzt vorgenommen wird, werden vorwiegend die motorischen und kognitiven Voraussetzungen untersucht und anschließend die Schulreife festgestellt.

Den Termin zur Einschulungsuntersuchung bekommt man entweder direkt bei der Anmeldung an der Schule auf einem Zettel mit oder die Eltern müssen sich selbst kümmern und online einen Termin beim Gesundheitsamt buchen.

Bei der Untersuchung wird das Kind in der Regel zunächst von einer Arzthelferin gemessen und gewogen. Dabei wird es nach seinem Namen, seiner Adresse und seinem Geburtsdatum gefragt. Die Schwester beobachtet, ob sich das Kind allein ausziehen kann. Es muss auf einem Bein stehen, eine gerade Linie vor- und zurück laufen, mit geschlossenen Beinen über eine Linie hin- und her springen, und wie ein Hampelmann hüpfen. Es soll sich nach vorn beugen - dabei wird geguckt, ob seine Wirbelsäule gerade ist. Diese Übungen können natürlich variieren. Die Schwester beobachtet im Anschluss, ob sich das Kind allein anziehen kann.

Danach gibt es noch einmal eine Wartezeit, bis das Kind von der Amtsärztin aufgerufen wird. Von ihr wird es aufgefordert, einen Kreis, ein Dreieck und ein Quadrat zu malen. Eventuell soll es auch einen Menschen malen. Im Anschluss soll es unterbrochene Bilder zuende zeichnen, d. h. es muss die Bilder zunächst visuell sinnvoll ergänzen und dann seine Lösung aufs Papier bringen. Oft geht es bei dieser Übung um einen Herbstdrachen.

Bei der Überprüfung der Augen soll es ein Auge zuhalten und mit dem anderen gucken und ansagen, in welche Richtung der E-Haken oder das C zeigt. Bei manchen Ärzten enthält die Tafel zur visuellen Bestimmung auch Gegenstände wie Haus, Apfel, Schlüssel etc., die das Kind dann benennen muss. Mithilfe von 3D-Tafeln wird danach überprüft, ob das Kind in 3D sehen kann. Auch auf eine Farbfehlsichtigkeit wird mit kleinen Bildern geprüft. Manche Ärzte schauen auch, ob es Gesichtsfeldausfälle gibt. Dafür muss das Kind in eine Maschine gucken, und einen kleinen schwarzen Punkt mit den Augen fixieren. Nun wird ein Lichtpunkt von außen auf den schwarzen Punkt zugeschoben. Das Kind soll so schnell wie möglich Bescheid geben, wenn es diesen hellen Punkt entdeckt (er kommt immer aus unterschiedlichen Richtungen), ohne dabei die Fixierung des schwarzen Punktes aufzugeben.

Bei Hörtest muss das Kind Kopfhörer aufsetzen und immer dann Bescheid geben, wenn es einen immer lauter werdenden Ton zum ersten Mal hört. Es soll sich dann meist mehrsilbige Quatschwörter merken und wiederholen. Vierstellige Zahlen soll es nachsprechen. Es soll bis 10 zählen, manchmal auch rückwärts von 10 bis 0. Im Anschluss muss meist die Mehrzahl von Wörtern gefunden werden, z. B. Haus - Häuser, Apfel - Äpfel etc. Dann erfolgt oft der Logiktest, d .h. dem Kind werden Bildabfolgen vorgelegt, die es in die richtige Reihenfolge bringen soll. Beispielsweise: Bild 1: Frau guckt in Spiegel mit kurzen Haaren, Bild 2: Frau guckt in Spiegel mit langen Haaren Bild 3. Frau beim Friseur. Das Kind muss die Bilder also in die Reihenfolge 2, 3, 1 bringen.

Aufgabe SchulreifeuntersuchungTest Einschulungsuntersuchung

Auch beliebt bei Amtsärzten sind Logiktafeln, auf denen ergänzt werden muss: Kreis wird zu Kreis mit Punkt im Inneren. Also wird aus Viereck - ?. Das Kind kann dann auswählen aus: A: Dreieck mit Punkt innen, B: Viereck mit Punkt innen, C. Viereck ohne Punkt innen, D: komplett schwarz ausgemaltes Viereck. Sarah von Mamskind.de hat die Einschulungsuntersuchung ihres Sohnes in Berlin sehr detailliert beschrieben und noch mehr Beispiele beschrieben. Auch bei Alu von Großeköpfe findet ihr einen Artikel zur Schuluntersuchung.

Anschließend gibt es ein kurzes Gespräch mit der Ärztin, in dem das Kind meist davon erzählen soll, wie seine Freunde in der Kita heißen, was es am liebsten spielt oder isst und ob es sich auf die Schule freut (und bei dem die Ärztin so überprüft, wie offen und sozial das Kind auf eine relativ fremde Autoritätsperson reagiert). Die Eltern dürfen noch Fragen stellen oder Sorgen und Ängste äußern, dann ist die Einschuluntersuchung schon zu Ende.

Stichwort: Schulhofreife


Wie man sehen kann, wird bei der offiziellen Schuluntersuchung nur wenig auf jene Schulreifemerkmale eingegangen, die meiner Meinung nach die sogar wichtigere Schulhof-Reife betreffen. Wie definiere ich dabei Schulhofreife?
Die Schulhofreife beinhaltet alle Persönlichkeitsmerkmale, die ein Kind befähigen, angstfrei ohne die Eltern in neuen Umgebungen und Gruppen zu agieren, seine Rechte selbstbewusst zu vertreten, seine eigene Meinungen zu äußern, sowie sozial anerkannte Regeln einzuhalten.
Stell Dir vor, Dein Kind sei eingeschult und es würde das erste mal die Mittagspause auf dem Schulhof verbringen. Findet es dort vermutlich Anschluss? Wird es spielen? Kann es, wenn die Rutsche gerade besetzt ist, ohne Streit abwarten, bis es an der Reihe ist? Kann es, wenn es an der Rutsche immer wieder von anderen Kindern zur Seite geschubst wird, eine Lösung finden? Wird es sich durchsetzen? Wird es auf die Idee kommen, einen Lehrer um Hilfe zu bitten?

Es ist nicht problematisch, wenn das Kind zu der Sorte der Beobachter gehört und erst einmal am Rand des Schulhofes steht, um sich einen Überblick zu verschaffen. Es sollte das nur nicht aus Angst tun, zumindest nicht anhaltend über die erste Schulwoche hinaus. Auch stille, schüchterne und zarte Kinder können sehr wohl schulreif und schulhof-reif sein. Ob dem so ist können nur die Eltern und ihr Kind genau einschätzen.

Unsere Entscheidung zur Schulreife unserer Töchter


Als meine Töchter 5 Jahre alt waren, mussten wir überlegen, ob wir sie in der Schule anmelden oder zurückstellen wollen und ob sie dementsprechend in das Vorschulprogramm der Kita aufgenommen werden sollten oder nicht. Wir Eltern sind beide Lehrer. Nach reiflicher Überlegung und der Erfahrung vieler Schuljahre entschlossen wir uns, beide zurückstellen zu lassen. Eine Einschulung mit 7 statt 6 Jahren erschien uns im Hinblick auf die Schulhofreife unserer Kinder am sinnvollsten.

Um ganz sicher zu sein, sprachen wir mit den Kita-Erzieherinnen, der Schwimmlehrerin, der Töpferlehrerin und der Musiklehrerin, die unsere Kinder die letzten Monate bzw. Jahre schon begleitet hatten. Danach hatten wir ein leicht anderes Bild von der Situation der beiden Mädchen.

Zwei Mädchen in einem Feld Tulpen

Fräulein Chaos wurde von allen als offenes, sonniges Mädchen beschrieben. Sie war kontaktfreudig und fand sofort überall Anschluss und Freunde. Sie konnte sich durchsetzen und ihre Meinung vertreten. Sie wurde als klug und redegewandt eingeschätzt. Allerdings sprach sie nicht vor großen Gruppen, z. B. im Morgenkreis. Dort ließ sie meist ihre Schwester für sie sprechen, beispielsweise, wenn es darum ging, vom Wochenende zu erzählen. Sie machte auch nicht bei Aufführen in der Musikschule mit, obwohl sie bei den Proben gut dabei war und alles konnte. Im Schwimmunterricht traute sie sich nicht immer, bei Problemen die (oft wechselnden) Schwimmlehrer anzusprechen. Beim Ausmalen von Bildern arbeitete sie nicht sauber, es war noch viel weiß zu sehen und sie überschritt auch oft die Linien. Es interessierte sie einfach nicht. Ausschneiden mochte sie zwar gern, aber auch hier arbeitete sie eher schluderig.

Die Erzieherinnen versicherten uns Eltern, dass diese noch nicht vorhandenen Punkte gut im letzten Kitajahr unterstützt werden könnten, so dass einer Einschulung mit 6 Jahren wirklich nichts im Wege stand - Fräulein Chaos sei wirklich schulreif. Wir waren skeptisch, vertrauten aber ihrer Erfahrung. Wir besprachen mit unserer Tochter die noch "offenen Punkte". Sie wollte selbst daran arbeiten, weil sie unbedingt eingeschult werden wollte. Sie wurde in ihrem Vorschuljahr aufgrund ihrer Beliebtheit bei den anderen Kindern zur Gruppensprecherin gewählt und vertrat ihre Kita-Gruppe selbstbewusst im Kita-Rat. Dort musste sie vor den anderen Kindern sprechen, Argumente vorbringen, Nachrichten übermitteln und eigene Ideen einbringen. All das schaffte sie. Das Ausmalen wurde übrigens nicht besser - sie mag es einfach nicht. Die Erzieherinnen behielten jedoch Recht: Sie war mit 6 Jahren wirklich komplett reif für die Schule.

Bei Fräulein Ordnung waren sich dagegen alle einig, dass ihr ein weiteres Kita-Jahr gut tun würde. Zwar hatte sie sich kurz nach ihrem vierten Geburtstag selbst das Lesen beigebracht, sie zählte locker bis 1000 und wieder zurück, rechnete, erzählte ganze Bücher exakt Wort für Wort nach, malte und schnitt äußerst akkurat aus und hatte auch eine große Freude daran, frei zu zeichnen. Auf dem Spielplatz zog sie sich mühelos an den Kletterstangen von unten nach oben und kletterte auch sicher auf Bäume etc. Aber es gab eben anderes, das noch fehlte.

Sie war z. B. sehr darauf bedacht, Regeln einzuhalten, konnte aber überhaupt nicht damit umgehen, wenn andere Kinder sich nicht an Regeln hielten. Dann brach für sie komplett die Welt zusammen und sie weinte und wütete, wenn die Erzieherinnen nicht auf die Einhaltung der Regeln pochten. Auch, wenn sich jemand auf dem Spielplatz an ihr vorbeidrängelte, fing sie an zu weinen und blieb an der Stelle untätig stehen, bis ein Erwachsener auf sie aufmerksam wurde und sie fragte, was los sei. Sie schaffte es jedoch nicht, sich selbst Hilfe zu holen, indem sie zu den Erwachsenen ging. Das Gleiche passierte, wenn sie sich weh getan hatte: Sie blieb so lange weinend an der Stelle stehen, bis ein Erwachsener zu ihr kam. Überhaupt weinte sie noch sehr viel, vor allem, wenn etwas nicht nach ihrem inneren Plan klappte. Enttäuschungen konnte sie sehr schlecht aushalten.

Kind hält sich die Ohren zu
Sollte sie in der Kita etwas für sie Unsinniges tun, wie z. B. einen Stuhl aufzustellen, den ein anderes Kind umgeworfen hatte, weigerte sie sich. Sie weigerte sich auch, wenn ihr deswegen eine Strafe in Aussicht gestellt wurde. Sie stand dann solange vor dem umgestoßenen Stuhl, bis die Erzieher aufgaben oder ein anderes Kind (meist ihre Schwester) sich erbarmte und den Stuhl für sie aufhob. Beim Schwimmkurs weinte sie ununterbrochen. In jeder Stunde. Sie wollte aber auch nicht mit dem Kurs aufhören, obwohl wir es ihr dringend ans Herz legten. Sie wollte ihn unbedingt durchziehen. Tat sie auch. Aber sie weinte halt dabei und schaffte dann auch die Anforderungen nicht.

Neue Kinder anzusprechen gelang ihr in den Kursen und auf dem Spielplatz nicht. Sie hängte sich dafür immer an ihre Schwester, der das leicht fiel. Fräulein Ordnung hatte im Kindergarten zwar gute Freundinnen und auch eine Freundin in einer anderen Gruppe. Doch unsere Tochter traute sich nie, auf diese Freundin aus der anderen Gruppe dann nachmittags auf dem Spielplatz zuzugehen, selbst, wenn sie sich explizit mit Püppchen und Pferdchen verabredet hatten. Es musste immer einer von uns Erwachsenen mit ihr an der Hand zur Freundin gehen und für sie sagen: "Hallo Paula, schön, dass du da bist. Fräulein Ordnung freut sich sehr auf das Spiel mit dir. Hast du jetzt Zeit für sie?" War diese Annäherung geschafft, verschwand sie mit Paula und spielte ohne Probleme mit ihr. Mit fremden Erwachsenen sprach sie ebenfalls nicht, was sie in deren Augen oft sehr unhöflich wirken ließ, aber aus unserer Sicht einfach nur Unsicherheit bzw. Schüchternheit war. Insgesamt gab es also vor allem im sozialen und emotionalen Bereich noch viele Baustellen, während sie im kognitiven und motorischen Bereich sehr gut abschnitt.

Wir besprachen mit den Erzieherinnen, inwiefern ein zusätzliches Kitajahr für Fräulein Ordnung vorteilhaft wäre. Ohne ihre Schwester und ihre gleichaltrigen Freundinnen, die auch zur Schule kamen, wäre Fräulein Ordnung das erste Mal in ihrem Leben "die Älteste" in einer Gruppe. In unserer Familie ist sie, auch wenn der Geburtstabstand natürlich vernachlässigbar ist, immer "die Zweitgeborene" und benimmt sich auch dieser Rolle entsprechend. Nun würde sie in der Kiatgruppe als die Älteste sein und dementsprechend auch Verantwortung übernehmen und Rechte haben. Sie würde sich um die Kleineren kümmern und es würde automatisch soziale Interaktion passieren, die ihr bisher schwer fiel. Sie müsste sich neue Freunde suchen, da die alten, die sie zusammen mit ihrer Schwester gewonnen hatte, in die Schule gewechselt hatten. Sie hätte noch Zeit, emotional zu reifen, und Situationen aushalten zu lernen, die sie bisher aus der Bahn geworfen hatten. Das alles sollte ihr Selbstbewusstsein so weit stärken, dass sie lernt, für sich selbst in schwierigen Situationen zu sorgen, indem sie Erwachsene um Hilfe bittet. All diese Vorteile erschienen uns schlüssig, so dass wir Fräulein Ordnung, nach einem Gespräch mit ihr und mit ihrer Zustimmung, tatsächlich zurückstellen ließen.

Praxistest unserer Überlegungen


Im Vorschuljahr von Fräulein Chaos änderte sich für die beiden Schwestern noch so gut wie nichts. Zwar war die eine Schwester ab und zu im Vorschulprogramm, aber das fiel nicht besonders ins Gewicht. Sollte das Fräulein Ordnung irgendwie gestört haben, merkten wir davon nichts. Fräulein Chaos genoss es, "die Große" zu sein und wuchs sichtlich. Sie lernte, vor Gruppen zu sprechen und für ihre eigenen Belange zu kämpfen.

Ein paar Wochen vor der Einschulung bemerkten wir eine Änderung bei der zurückgestellten Schwester. Fräulein Ordnung hatte nach der Kita für uns überraschend sehr starke Wut- und Kreischanfälle, die wir weder einordnen, noch eindämmen konnten. Diese schienen sich zu verstärken, ja näher wir der Einschulung kamen. Zunächst verstanden wir den Zusammenhang nicht, da Fräulein Ordnung immer wieder sagte, dass sie zufrieden damit sei, noch an der Kita zu bleiben. Doch offenbar belastete es sie doch stark, denn als wir den Zusammenhang endlich hergestellt hatten und mit ihr intensiv über ihre Trauer und ihre Ängste redeten, wurde es stetig besser.

Nun ist fast ein ganzes Schuljahr vergangen und Fräulein Ordnung wird demnächst eingeschult. Hat sich das Extra-Jahr für sie gelohnt? Wir finden: Auf jeden Fall. Sie ist nun viel offener, und spricht sowohl mit fremden Erwachsenen, als auch mit Kindern. Neue Freundschaften auf dem Spielplatz schließt sie immer noch nicht, aber in der Kitagruppe hat sie neue Freundinnen gefunden, mit denen sie gern spielt und von denen sie auch zum Geburtstag eingeladen wird. Sie grüßt freundlich Leute aus unserem Haus und hält Smalltalk mit den Eltern ihrer Freundinnen.

Sehr, sehr langsam verbessert sich gerade ihre Selbstfürsorge/Eigeninitiative, d. h. wenn sie etwas braucht oder in Not ist, wartet sie nicht mehr nur ab (das kommt noch vor), sondern bittet auch mal gezielt um Hilfe. Sie weint bei Weitem nicht mehr so viel, wie am Anfang des Extrajahres. Sie kann besser aushalten, wenn fremde Kinder sie in irgendeiner Weise ärgern oder sich vordrängeln oder sonstiges. Sie hat einen neuen Schwimmkurs gemacht und diesen ohne Weinen und mit Seepferdchenabzeichen beendet. Insgesamt halten wir sie nun für schulhofreif.

Überraschenderweise hatte das getrennte Jahr auch negative Seiten. Meine Töchter, die sich naturbedingt sehr nah waren, drifteten emotional stark auseinander und konnten sich teilweise wirklich nicht leiden. Sie stritten häufiger. Oft war es so, dass Fräulein Chaos, die Schülerin, genervt war, wenn Fräulein Ordnung, das Kita-Kind, die gleichen Dinge wie sie machen wollte. Sie wollte eigene Hörspiele hören, die ihre Schwester nicht hören sollte, sie wollte andere Klamotten tragen, als ihre Schwester (sie waren nie gleich angezogen, haben aber oft Klamotten getauscht und hatten den selben Farbgeschmack), sie wollte ein eigenes Zimmer haben, andere Kurse belegen, kurz, nichts mit der Schwester zu tun haben. Fräulein Ordnung dagegen himmelte ihre "große" Schwester an und wollte ihr nah sein, all das gut finden, was sie gut fand, als das hören, was sie hörte, als das spielen, was sie spielte.

In der Schule fiel es Fräulein Chaos überraschend schwer, anzukommen. Sie war nicht daran interessiert, Freundschaften zu schließen, obwohl viele Kinder sie ihr anboten. Sie wollte morgens ungern hin und nachmittags möglichst früh abgeholt werden. Wir waren über diese Entwicklung erstaunt, denn es war ja immer Fräulein Chaos gewesen, die mit Leichtigkeit überall ankam und sogleich Kontakte knüpfte. Nicht aber hier. Mittlerweile vermuten wir, dass sie ihre Schwester extrem vermisst hat und dieses traurige Gefühl überspielte, indem sie sich unnahbar machte, sowohl für ihre Schwester selbst, als auch für die Kinder in der Schule. Das besserte sich eigentlich erst nach den Weihnachtsferien. Ab diesem Zeitpunkt war sie in der Schule "angekommen", ging gern hin und hatte auch Freundinnen.

Vor kurzem war ihre Schwester Fräulein Ordnung für eine Probewoche an der Schule und schon waren beide wieder ein Herz und eine Seele - von einem auf den anderen Tag. Sie spielen zuhause wieder andauernd miteinander, umarmen sich, kichern miteinander usw. Es ist, als habe es den emotionalen Abstand davor nie gegeben.

Fazit des getrennten Jahres


Würden wir es wieder so machen? Ja. Obwohl die negativen Auswirkungen gravierend waren (das extreme Wutkreischen von Fräulein Ordnung über Wochen hinweg, das Auseinanderdriften der Freundschaft der Schwestern, der schwierigere Schulstart für Fräulein Chaos), denken wir weiterhin, dass ein regulärer Schulstart für Fräulein Ordnung zu früh gewesen wäre. Außerdem hätten beide so nicht die Chance gehabt, sich in ihren eigenen Bereichen weiterzuentwickeln. Fräulein Chaos hätte wohl weiterhin ihre Schwester beim Reden vorgeschickt und Fräulein Ordnung ihre Schwester beim Freundschaftenschließen. So konnten sie tatsächlich einmal für sich selbst kämpfen und erleben, dass sie auch in Bereichen, die ihnen auf den ersten Blick nicht liegen, erfolgreich sein können. Das empfinden wir Eltern als eine wichtige Lektion fürs Leben. Somit überwiegen für uns die Vorteile der Rückstellung. Da unsere Schule komplett altersübergreifend arbeitet, werden die beiden Schwestern nun - wenn sie denn wollen - den selben Unterricht besuchen können.

Gesamtfazit


Ob eine Rückstellung für ein Kind richtig ist, kann nicht pauschalisiert beantwortet werden. Es ist eine wichtige Entscheidung, über die intensiv nachgedacht werden muss. Als Sonderpädagogin würde ich den ganz allgemeinen Rat geben, dass es allen Kindern im Hinblick auf die Schulhofreife gut tut, noch nicht mit fünfeinhalb Jahren zur Schule zu gehen. Hier in Berlin wurden eine ganze Zeit lang Fünfeinhalbjährige eingeschult - aus meiner Sicht gab es unter meinen Schüler_innen nicht eine|n, dem das gut getan hat. In Retrospektive hätte allen ein weiteres Jahr im Kindergarten gebraucht, obwohl wir uns sehr bemüht haben, ihnen den Schulalltag zu erleichtern und spielerisch zu gestalten. Andererseits kenne ich auch individuelle Fälle, in denen Kindern eine frühe Einschulung gut getan hat, weil sie im Kindergarten schon Verhaltensauffälligkeiten wegen Unterforderung zeigten.

Literatur


Ich habe mich im gesamten Artikel auf das meines Erachtens sehr gute Buch "Ist mein Kind schulfähig? Ein Orientierungsbuch" von Armin Krenz gestützt, jedoch natürlich nur einen winzig kleinen Teil seiner Ausführungen genutzt. Ich würde daher allen Eltern, die gerade darüber nachdenken, ob ihr Kind schulreif ist oder nicht raten, das Buch zu kaufen oder in der Bibliothek auszuleihen, um den Rest von Armin Krenz' Gedanken in ihre Überlegungen mit aufnehmen zu können. Mein Artikel stellt nur eine grobe Richtlinie zur Schulfähigkeit dar.
"Schulfähigkeit ist das Ergebnis einer erfüllten Kindheit." [Krenz, A., Ist mein Kind schulfähig?, 2014, S. 129]
© Snowqueen
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Kommentare:

  1. Liebe snowqueen, liebe Danielle,
    ich bräuchte ganz akut einen Rat zum Thema Schulweg!
    Nun habe ich meinen Erstklässler ein halbes Jahr auf seinem wirklich kurzen und insgesamt ungefährlichen Weg (nur 2 Straßen zu überqueren, sonst Gehwege abseits der Straße) begleitet. Diese Woche bin ich ein immer kürzeres Stück noch mitgegangen. Gestern ist er zum ersten Mal mit seinem Freund alleine gegangen, was gut geklappt hat. Heute sollten sie wieder zu zweit gehen. Die Mama des Freundes hat sie heimlich vom Balkon aus beobachtet - und was macht mein Sohn? Zerrt den Freund in eine andere Straße, zwingt ihn also, vom gewohnten und geübten Weg abzuweichen. Der Freund hat erst Widerstand zu leisten versucht, dann aber wohl oder übel nachgegeben (Mama hatte ihm ja eingebläut, dass sie zusammenbleiben sollen).
    Ich habe zwei Erklärungen für das Verhalten meines Sohnes, die vielleicht beide zutreffen: 1.) Er ist einfach ein Quatschmacher und hat dauernd Unsinn im Kopf; er findet das lustig.
    2.) Auflehnung dagegen, dass ich nicht mehr mitkomme!! Er wollte eigentlich nicht alleine gehen, so wie er sich immer schon gegen alles gewehrt hat, was er selbständig machen sollte! (Es ist einfach so viel angenehmer, wenn Mama dabei ist und ihm die Verantwortung abnimmt. Ich halte es für möglich, dass er demonstrieren wollte: ich mache Quatsch, wenn du nicht mitkommst, Mama! Du musst also weiterhin mitgehen!(Falls er soweit gedacht hat, dass der Freund das sicherlich den Mamas erzählen wird).
    Wie auch immer - spontan drängt es mich, ihn heute nachmittag deswegen fürchterlich zu schimpfen, aber das ist vermutlich nicht die ideale Reaktion?? Logisch wäre jetzt eigentlich, zu sagen: "Du hast gezeigt, dass man sich auf dich nicht verlassen kann, also darfst du noch nicht alleine gehen." - Aber das ist es ja wahrscheinlich, was er will. Er KANN den Weg ja ohne mich gehen, zumal mit dem Freund!! Was würdet ihr mir raten???
    Herzliche Grüße, Hanni
    (P.S. Euren Artikel les ich noch!! Musste das hier erstmal loswerden)

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    1. Liebe Hanni, ich verstehe deine Aufregung und auch deinen Impuls. Das ginge mir genau so. Mein Rat in solchen Situationen ist eigentlich immer der Gleiche: Frag ihn doch erstmal, was er bezwecken wollte. Ich würde einen 'Türöffner' wählen, sowas wie: 'Nanu, ihr seid ja heute einen anderen Weg zur Schule gegangen?' und dann abwarten. Mal sehen, was er antwortet. 'Ja, ich wollte einen anderen Weg gehen!' - 'Aha. Wolltest du einen spannerenden Weg suchen?' - 'Nein, ich wollte einen gefährlicheren Weg suchen.' - 'Oh? Einen gefährlicheren Weg?' - 'Ja.' - 'Dir ist dein Schulweg zu ungefährlich?' - 'Der ist voll Baby!' - 'Mmmh. Ok. Er ist dir also zu leicht?' ... usw. bis du hoffentlich zum Kern seines Problems kommst. Wenn du seine Antworten paraphrasierst und kein 'Warum?' reinbringst, dann leitet euch das normalerweise (bei mir klappt das auch nicht immer) tatsächlich zu seinem wahren Grund. Die beiden Gründe, die du nennst, könnten es sein, vielleicht hat er aber auch einen anderen Grund. Du musst dann in dich gehen und überlegen, was du machen willst. Vielleicht meldest du dich machher nochmal, wenn du mit deinem Sohn gesprochen hast und wir überlegen gemeinsam, was dein Bedürfnis ist, nachdem du seinen Grund gehört hast? Du musst ihm ja nicht sofort eine Rückmeldung geben, sondern kannst sagen, du musst kurz darüber nachdenken.
      LG, Snowqueen

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  2. Danke für den tollen Artikel, das war endlich mal richtig informativ und übersichtlich! ich bin als ehemaliges DDR Kind völlig raus aus diesen Themen, bei uns gabs nur eine Grundschule, ich bin ab der 5. Klasse aufs Gymnasium ohne Test und mit 12 Schuljahren war ich mit dem Abitur fertig. War ein fleißiger Jungpionier und hab an Mathe Olympiaden teilgenommen, war ein kleiner Streber ;) und immer ganz normal beliebt. Mobbing oder Schulhofprügeleien geschweige denn Markenklamotten oder sonstige Ausgrenzung gab es an meinem Gymnasium in einem 14.000 Menschen-Städtchen einfach nicht!

    meine beiden Söhne werden jetzt im Sommer 4 und 2 Jahre alt, allerdings muss ich mir auch langsam Gedanken machen, in welche Schule es gehen soll. Da der Große im Mai Geburtstag hat, besteht die Frage bei uns gar nicht, mit welchem Alter eingeschult wird. Allerdings treiben mich andere fragen in den Wahnsinn, vielleicht könnt ihr mir helfen?!! Bitte?!! Wir kommen aus einer Akademiker Familie in 3. Generation, mein Großer ist mit seinen 3 Jahren schon derart intelligent und neugierig, dass er schon problemlos wer wie was Bücher für 4 bis 6 Jährige studiert und ich freue mich, dass ich technische, biologische Themen etc. überhaupt nicht auf Kinderniveau erklären muss, ich erklärs einfach wie für Erwachsene und er fragt immer neugierig nach und schaut sich seine Bücher selbst gerne abends noch lange an. Er vertieft sich gerne in seine Sachen und spielt auch gern mal in seelenruhe für sich. Trotzdem ist er auch sehr aufgeweckt, bewegt sich gern, mag die Natur, ist sehr sozial und hat eine enorm große Empathie, er ist jetzt schon eine bessere Mutter als ich für seinen kleinen Bruder ;) Er ist sehr kuschelig und hängt sehr an Mama, Papa, Brudi, Oma, aber ist auch so sehr extrovertiert und geht auf alles und jeden zu. Ich weiß einfach nicht, an was für eine Schule ich ihn schicken soll?! Ich glaub nicht wirklich an so einen Quatsch mit Höhere Begabung, aber ich möchte eine kleine Schule auf dem Dorf, mit normalen Kindern aus normalem gut-bürgerlichen Haus. Kleine Klassen, viel Zeit und Ruhe fürs Lernen und auch toben. Ich will einfach nur eine völlig normale, halbwegs idyllische kleine Schule, viel Bewegung, Lernen, Spielen, Freude. Ich werd dann auch nur halbtags arbeiten, damit ich Zeit für meine Jungs nachmittags habe, und sie nicht bis Abends im Hort sein müssen. Aber gibt es überhaupt solche Schulen noch? Bitte lacht nicht über mich, mich machen diese tausend pädagogischen, verschiedenen Richtungen total verrückt. Ist das wirklich heute so, dass Kinder so überfordert werden in der Schule? Ist das ein Problem der Schule oder geben die Eltern heutzutage den Kids zu wenig mit??! Muss ich damit rechnen, dass mein Sohn verprügelt wird, wenn er das falsche Shirt an hat? Oder weil er doch so ein Schlau-Schlumpf ist? Aber er ist halt auch echt lieb und gutmütig, er ist jetzt mit 3 übrigens schon 1,10m und wiegt 20kg. Der wird sowieso alle überragen.
    Habt ihr irgendeinen Rat für mich, wie man sich überhaupt diesen Themen widmet? Ich will eigentlich nur, dass er genauso fantastisch bleibt, wie er schon ist :)
    Ganz lieben Dank und danke fürs Zuhören!

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    1. Es gibt sehr viele schöne Schulen und nein, nicht überall wird gemobbt. Mach dir mal keine Sorgen, ihr werdet die richtige Schule finden. Ich habe sehr früh angefangen, mir beim Tag der offenen Tür die Schulen der Umgebung anzusehen. Da war dann recht schnell klar, wohin wir wollen.
      LG, Snowqueen

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  3. Wieder ein sehr informativer Artikel! Toll wie du aufzeigst, dass zum Schulkind sein mehr gehört als "nur" im Lernstoff mitzukommen.
    Noch steht die Einschulung hier nicht an, aber ich stelle es mir schwer vor meine beiden da zu trennen (sind auch Zwillinge).
    Aber ich werde das versuchen im Hinterkopf zu haben. Auch wenn sie gleich aussehen, sind sie unterschiedliche Persönlichkeiten!
    Vielen Dank für deine Mühe (seufzte wie machst du das nur - Kinder, Job Bücher schreiben? Hut ab - ich bin ja so schon oft gestresst und schreibe weder Blogs noch Bücher und hab nur 2 Kinder).

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  4. Liebe Snowqueen, danke für den tollen Artikel. Ich habe eine Frage: Wie funktioniert das denn mit dem Zurückstellen und ein Jahr später einschulen? Geht das nur, wenn die Kinder noch nicht 6 sind, also sogenannte 'Kann'Kinder? Bei Euch in Berlin ist doch die Altersgrenze anders als in anderen Bundesländern?!In NRW ist die Grenze der 30.9.. Unser Sohn ist am 21.10. geboren,das heißt er würde mit 6 eingeschult werden, kurz bevor er 7 wird. (Es ist noch lange hin, er wird dieses Jahr erst 3).
    Viele Grüße
    Judith

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  5. Ihr lieben, danke für den tollen Artikel! Er hat mich beruhigt, wir lassen unsere große wegen der von euch bei Fräulein Ordnung beschriebenen Dinge auch ein jahr später gehen. Ist auch ein "kann"-kind. Waren uns oft unsicher, da all ihre Freunde eher gehen. Wir hoffen, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Ganz liebe grüße und danke!

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  6. Liebe Snowqueen,
    Danke für den tollen Artikel! Vielleicht hast du es ja schon an anderer Stelle verraten, aber mich würde brennend interessieren, ob deine Tochter in eine Regelschule geht oder in eine freie Schule/Montessorischule.
    Deine persönliche Meinung würde mich auch zu folgender Frage interessieren: denkst du, dass Kinder bedürfnisorientiert aufgewachsene Kinder sich in jedem Fall an einer Montessorischule/freien Schule besser entwickeln können, oder ob die Eltern mit dem entsprechenden Engagement/Rückenstärken den Kindern auch eine glückliche Schulzeit in einer Regelschule ermöglichen können.
    Unser hochsensiblen Sohn ist immer nach einem Kindergarten-Vormittag schon gut fertig und zieht sich dann am Nachmittag gern zurück. Die freie Schule hier geht allerdings an 3 Tagen bis 16:30. Nachmittags dürfen die Kinder aber auch nur spielen wenn sie wollen. Mir stellt sich die Frage, ob es für ihn besser wäre, in die Regelschule zu gehen und nachmittags zuhause sein zu können, oder die freie Ganztagesschule.
    Also wie stehst du zu Regelschulen vs Montessori und können Eltern ihre Kinder irgendwie so unterstützen, dass die Kinder auch in der Regelschule "sie selbst" bleiben und nicht die Kopie der Vorstellungen anderer.
    Ganz liebe Grüße
    Annette

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  7. Hallo liebe Snowqueen,
    die Fragen von Annette treiben auch mich als Mutter eines sehr sensiblen Sohnes um. Deine Beschreibung von Fräulein Ordnung passt in vielen Punkten auch sehr gut auf ihn. Er ist ein Muss-Kind für 2018. Aus heutiger Sicht tendieren wir auch zur Rückstellung, machen uns aber dennoch Gedanken zum Thema Schule. Wir haben hier in der Kleinstadt keine Wahl, es geht in die im Rahmen des Sprengel zugeteilten Grundschule (Regelschule). Möglich wäre allerdings, einen weiteren Schulweg von ca. 30 bis 40 Minuten auf sich zu nehmen und und unseren Sohn in die Montessorischule einer anderen Stadt zu schicken.
    Mir ist klar, dass in der Schule sehr viel mit dem/der Lehrer_In steht und fällt, dennoch würde auch mich deine Meinung zu Regelschule/Montessorischule interessieren.
    Viele Grüße

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