Aktives Zuhören nach Gordon - wie wir mit unseren Kindern gemeinsam Probleme lösen

In unserem letzten Artikel ging es um zwölf Botschaften, die wir vermeiden sollten, wenn unsere Kinder Probleme haben. Wir hatten Euch versprochen, nochmal konkret über das Aktive Zuhören zu schreiben.

Was ist "aktives Zuhören"?


Kind steht vor einem Bett"Aktives Zuhören beschreibt einen Prozess innerhalb eines Dialoges, bei dem der Empfänger einer Nachricht sich für einen Moment empathisch in die Situation des Senders einfühlt, auf dem Selbstoffenbahrungs-Ohr hört und dann die von ihm gehörte Botschaft mit eigenen Worten noch einmal wiedergibt, um den Sender das Problem wertfrei vor Augen zu halten und ihn dazu anzuleiten, eigenständig eine Lösung zu finden."

Das klingt sehr hochgestochen - es bedeutet nichts anderes, als dass der Zuhörer aufmerksam zwischen den Zeilen hört und überlegt, was der Sprecher meinen könnte, ohne es bewusst selbst schon zu wissen. Das Ergebnis des Zwischen-den-Zeilen-Lesens wird in eigene Worte verpackt. Durch das Umformulieren werden beim Sender Gefühle ausgelöst - entweder er kann dem zustimmen ("Ja, das meinte ich."), oder er wird es ablehnen ("Nein, so fühle ich ganz und gar nicht!"). Beides bringt ihn ihm einen weiteren Stein des Verstehensprozesses ins Rollen - ein neuer, weiterführender Gedanke blitzt in ihm auf. Er wird weitersprechen, und so dem Kern des Problems immer näher kommen. Schafft der Empfänger es, mit seinen Antworten nicht lenkend oder wertend zu agieren, kann der Sender sein Problem und dessen mögliche Lösung ganz allein erkennen. Das gibt ihm einerseits ein befriedigendes Gefühl von Selbstwert und andererseits ein wohliges, verbindendes Gefühl des Verstanden-worden-Seins.
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