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Mein Kind lässt sich nicht trösten oder nur Papa darf es trösten

Immer mal wieder schreiben uns Leser E-Mails oder Nachrichten auf Facebook und stellen Fragen, die ihnen besonders unter den Nägeln brennen. Leider schaffen wir es nicht mehr, diese Anfragen individuell zu beantworten, da wir sonst acht Stunden am Tag E- Mails beantworten müssten, um allen gerecht zu werden. Das neue Buch, unser Blog, die Arbeit und unsere Kinder würden viel zu kurz kommen. Wir wollen aber in loser Folge die am häufigsten gestellten Fragen hier etwas ausführlicher beantworten.


Trauriges Kind wird hochgehoben

 

Mein Kind lässt sich nicht trösten


Einer der am meisten gelesenen Artikel auf unserer Seite ist "Warum man Kinder immer trösten sollte". Einige Leser haben unter dem Artikel kommentiert, dass sich ihre Kinder aber oft nicht trösten ließen. Katzenflieder schreibt bspw.:
"Ich mag mich irren aber in bestimmten Situationen, gerade wenn das Kind aus Wut weint, kann ich nicht trösten. Beispiel: Als meine ältere Tochter 2,5 Jahre alt war, ging sie furchtbar gern in die Kita. Unterwegs konnte ich sie gut ablenken. Sobald wir aber das Haus betraten fing sie an hysterisch zu werden, schreiben toben, um sich schlagen, sich selbst beißen und kneifen, bis hin zu Kopf gegen den Schrank donnern. JEGLICHE Versuche ihr beizustehen, ihr zu vermitteln oder sie abzulenken, missglückte. Ich konnte nichts anderes tun als abzuwarten und sie mit ihrem Zorn allein zu lassen. Ich saß da und wartete, bis sich ihr Ton veränderte. Ansprechen, anfassen oder gar angucken, hat sie nur noch wütender gemacht. Ich erreichte sie immer erst wenn sich ihr Ton veränderte. dann wurde sie zugänglich und man konnte sie wie gewohnt trösten und ansprechen".
Eine andere Leserin schreibt:
"Ich möchte ihn gerne trösten, aber mein Sohn lässt es nicht zu (mit 21 Monaten). Ein Beispiel: Er hat gestern eine Schaukel vor sein Gesicht bekommen [...]. Ich bin dann sofort hin, wollte ihn hoch nehmen, doch er flippte total aus, zog an meinen Haaren [...] So laufen meine Trostversuche meistens ab. Er kommt auch nie zu mir, um sich trösten zu lassen, ich komme immer zu ihm hin. Manchmal wehrt er sich so sehr gegen meinen Trostversuch, dass ich ihn erst einmal lasse und er wütet dann mit seinen Beinen auf dem Boden und ich sitze daneben...aber wahrscheinlich warte ich nicht zu Ende und möchte ihn zu schnell zu mir nehmen und es fängt von vorne an...Irgendwie habe ich da noch keinen Weg gefunden.... Er lässt sich nicht trösten wenn er sich wehgetan hat, ihm andere Wehgetan haben oder ihm wurde etwas nicht erlaubt, weil es einfach zu gefährlich ist. Oft schlägt er sich dann auch selbst, was aber schon viel weniger geworden ist. Ich verzweifel langsam, dass ich einfach nicht weiß, wie ich damit umgehen soll".
Ein Erklärungsansatz dafür, warum sich manche Kinder nicht trösten lassen, beschäftigt sich mit der Funktionsweise des Gehirns. Dieses hat sich im Laufe der Evolution immer weiter entwickelt. Im ältesten Teil werden unsere unsere Erregung und Wachsamkeit gesteuert, er war geschichtlich vor allem darauf ausgelegt, unser Überleben zu sichern. Später entwickelten sich dann die Regionen intensiver, in denen die Emotionen und Antriebe ihren Sitz haben. Dort werden die Sprache, das Denken, Selbstkontrolle und die Interpretation sozialer Signale gesteuert. 

Ein Bestandteil des "Überlebensgehirns" ist der Hypothalamus. Er ist die Steuerungszentrale unseres Nervensystems und überwacht die Körperfunktionen. Der Hypothalamus sorgt dafür, dass die Körpertemperatur aufrecht erhalten wird, dass das Blut die richtige Zusammensetzung hat, dass der Körper sich im Schlaf regeneriert und dass er in kritischen Situationen sofort handlungsfähig ist. Jede Abweichung vom Normalzustand wird von ihm erst einmal als potentielle Bedrohung erfasst und löst eine entsprechende Reaktion aus. Der Körper dabei reagiert sofort und ohne dass wie es beeinflussen können. Ist uns kalt, bringt uns der Hypothamalus zum zittern, erschrecken wir uns, wird der Herzschlaf beschleunigt, haben wir Angst, weiten sich unsere Pupillen.

Die Funktionsweise des "Überlebensgehirns" ist sehr primitiv - es arbeitet ohne irgendeine Denkleistung und reagiert immer sofort. Erst einige Momente später prüft der vernünftige Neocortex, ob die Abweichung überhaupt gefährlich ist. So beschleunigt sich unser Herzschlag erst mal, wenn wir im Dunkeln unvermittelt irgendwo gegen laufen. Doch wenn wir dann das Licht anmachen und sehen, dass es nur der Stuhl war, signalisiert der Neocortex, dass der Körper sich entspannen kann.

Auf vermeintliche Gefahren reagiert unser Gehirn, indem es die Ausschüttung von Adrenalin veranlasst. Dadurch wird eine Reihe von chemischen Reaktionen ausgelöst - u. A. einen Anstieg von Cortisol im Blut, dem Stresshormon. Ein erhöhter Cortisolspiegel bewirkt eine Reihe von körperlichen Reaktionen. Die Herz- und die Atemfrequenz sind erhöht und der Blutdruck steigt, die Muskeln erhalten so mehr Sauerstoff. Fett und Glukose werden frei gesetzt, um die körperliche Leistungsfähigkeit zu steigern. Die Haare stellen sich auf (unsere Vorfahren wirkten so bedrohlicher), die Schweißdrüsen produzieren mehr Sekret und Endorphine werden ausgeschüttet, um die Schmerztoleranz zu erhöhen. All diese Prozesse befähigen uns entweder effektiv zu zu kämpfen oder aber blitzschnell vor der Gefahr davon zu rennen. 

Ist beides nicht möglich, hat der Körper ein Notprogramm - er llt in einen Erstarrungsmodus und stellt sich damit quasi tot, in der Hoffnung dadurch verschont zu werden. Deswegen funktioniert auch das sogenannte Ferbern, ein "Schlaflernprogramm", bei dem Kinder gezielt schreien gelassen werden, damit sie alleine in den Schlaf finden. Doch das vermeintliche Schlafen lernen ist nichts anderes, als ein gezieltes Auslösen des Schutzreflexes - weint das Kind, gerät es in Stress -  wird dieser Stress zu hoch, fällt es in den Erstarrungsmodus. Es stellt sich quasi tot, um sein Überleben zu sichern. 

Doch nicht nur durch Gefahrensitiationen werden diese Programme ausgelöst. Wenn ein Kind stark weint oder sehr wütend ist, dann kann es ebenfalls passieren, dass der Hypothalamus auf die übermäßigen Erregung reagiert, indem er einen Anstieg des Kortisolspiegels veranlasst. Der Neocortex wird dadurch quasi ausgeschaltet und die primitiveren Gehirnregionen steuern nun die Körperfunktionen. Und diese kennen ja nur die drei beschriebenen Handlungsalternativen: Kampf, Flucht oder Totstellen. Das Sprachzentrum ist außerdem nahezu funktionsunfähig, weswegen man in solchen Situationen kaum zusammenhängende Worte findet. 

Wissenschaftler haben auch entdeckt, dass sich in Stresssituationen die Muskeln im Innenohr zusammen ziehen. Das dämpft menschliche Stimmen stark und Kinder hören fast nur noch die tiefen Töne. Auch dabei handelt es sich um eine Überlebensfunktion - denn das dunkle Grollen gefährlicher Raubtiere sollten Menschen auch in diesem Zustand trotzdem noch wahrnehmen können. Das erklärt, warum sich Kinder von Männern in Stresssituationen oft besser trösten lassen, als von (höheren) Frauenstimmen.

Vater tröstet seine kleine Tochter

Im Fluchtmodus hat das Kind das Bedürfnis, sich zurückzuziehen - es vergrößert von sich aus die Entfernung zu den Eltern und will offnenbar in Ruhe gelassen werden. Im Kampfmodus schlägt es um sich und wehrt jeden Körperkontakt ab - es scheint unmöglich, es zu trösten. Das Kind kann sein Verhalten nicht mehr willentlich steuern, es ist Opfer seines Hypothalamus. Das ist deshalb ein Problem, weil Kinder - je jünger sie sind, desto mehr - darauf angewiesen sind, dass ihre Bezugspersonen fremdregulierend auf sie einwirken. Ein Baby beruhigt sich, wenn man liebevoll mit ihm spricht, es sanft wiegt und es streichelt. Alle diese Maßnahmen bewirken eine erhöhte Ausschüttung von Oxytocin, das den Cortisolspiegel wieder senkt. Wenn das Kind jedoch kämpft oder flieht, ist es aber nicht sinnvoll, es durch Körperkontakt fremdzuregulieren. Es fühlt sich dadurch bedrängt, was den Stress noch verstärkt.

Für viele Eltern fühlt es sich seltsam an, dass das Kind so abweisend reagiert, weil sie das Bedürfnis haben, es beruhigend in den Arm zu nehmen. Doch das Kind muss sich dafür zunächst soweit beruhigen, dass das Notfallprogramm beendet wird und die vernünftigen Gehirnregionen wieder ihre Arbeit aufnehmen. Wenn man sich bewusst macht, dass das Kind einfach gerade gar nicht anders kann, dann fällt es ein bisschen leichter, geduldig abzuwarten, ohne sich aufzudrängen. 

Man kann allenfalls versuchen, ein paar beruhigende Worte zu sprechen. Da das Sprachzentrum in Stresssituationen in seiner Funktionalität gerade stark beeinträchtigt ist, sollten möglichst einfache Worte gewählt werden. Eine Senkung der Stimmhöhe kann zusätzlich helfen, zum Kind durchzudringen. Bei einigen Kindern funktioniert das ganz gut, bei anderen leider gar nicht. Bei ihnen hilft dann tatsächlich nur, abzuwarten, bis sich das Kind selbst so weit beruhigt hat, dass es wieder Körperkontakt und Trost zulässt. Es wird dadurch keinen Schaden nehmen und zunehmend besser in der Lage sein, sich bei starken Erregungszuständen selbst zu regulieren oder Fremdregulation schneller zuzulassen. 

© Danielle

Quelle


Shanker, Dr. Stuart, Das überreizte Kind, Wie Eltern ihr Kind besser verstehen und zu innerer Balance führen. Mit der weltweit bewährten Methode der Selbstregulierung, 2016
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Kommentare:

  1. Tut mir leid, dass ich klugscheissere, ich bin Molekuarbiologin und beschäftige mich seit Jahren mit Neurologie. Das, was ihr als limisches System blau gemalt habt, ist die Medulla oblongata, das verlängerte Mark, und das Cerebellum, das Kleinhirn, zuständig für protektive Reflexe (Atmen, Schlucken, Würgen, Kreislauf....) ersteres und für erlernte Bewegungen wie Radfahren zweiteres.

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    1. Oh - sehr gerne! Dann ist das in meinem Buch falsch abgebildet und ich muss es nochmal überarbeiten. Danke dafür!

      Liebe Grüße
      Danielle

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  2. MacLeans Theorie war umstritten und ist weitestgehend längst überholt. In halbwegs aktueller neurobiologischer bzw. neuroanatomischer Fachliteratur dürfte die o.g. Erklärung im Text nicht so stehen.

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    1. Du hast Recht damit, dass es sich nicht um neurobiologische Fachliteratur handelt - der Erklärungsansatz stammt aus dem (allerdings aktuellen :-) Buch "Das überreizte Kind" von Dr. Stuart Shanker.

      Viele Grüße
      Danielle

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    2. Ach, deshalb kam mir einiges im Artikel gerade so etwas bekannt vor :-D
      Ich will ja schon seit Wochen fragen ob ihr das Buch kennt, was ihr davon haltet und ob ihr nicht eine Rezension schreiben wollt... Immerhin die erste Frage ist hiermit beantwortet :-D
      Ansonsten immer wieder Danke für den großartigen Blog!

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  3. Vielen Dank für den Artikel, der uns dabei hilft, manche Situationen mit unseren Kindern noch besser einschätzen und verstehen zu können! :-)

    Liebe Grüße
    Patrick

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  4. Ja. Und es fühlt sich schrecklich an sein kind wüten lassen zu müssen. Man als mama verschmäht wird. Hoffe ich gehe damit in zukunft gelassener um und denke an den hypothalamus.

    Noch schlimmer ist es wenn der papa als tröstersatz sofort funktioniert obwohl er noch total im flucht/kampfmodus drin ist. Und dazu noch den papa ständig mit mama anspricht. *seufz

    Gruß MS

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  5. Vielen Dank für den wie immer sehr informativen Artikel!
    Das mit dem Innenohr wusste ich nicht - das erklärt vermutlich auch, warum man bei schreienden Babys das weiße Rauschen immer erstmal relativ laut anmachen muss, damit es wirkt ;-)
    Bei unserer "Großen" (2,5) merkt man auch sehr deutlich, wie sich das Sprachzentrum immer mehr ausschaltet, wenn sie sich in etwas hineinsteigert: Zuerst ist es noch "Ich möchte bitte...", irgendwann nur noch "will haben" und am Ende nur noch lautes Weinen...

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    1. btw. Es ist das Mittelohr, in dem sich das abspielt, nicht das Innenohr, wie im Artikel geschrieben wird. Es nennt sich Stapediusreflex.

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    2. Hm - dieser Reflex ist doch eher eine Reaktion auf laute Geräusche, oder? Ich muss das noch mal genauer lesen :-). Auf jeden Fall: Vielen Dank!

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  6. Interessanter Artikel.
    Aber welchen Vorschlag hättet ihr denn, wenn das Kind im Fluchtmodus ist, aber in einer Umgebung, die eine Flucht gefährlich macht. Straßenverkehr zum Beispiel. Wie hält man das Kind am besten fest, ohne seinen Stress noch weiter zu erhöhen?

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  7. Sicherheit geht immer vor. Da muss man den zusätzlichen Stress einfach in Kauf nehmen und versuchen, eine bessere Örtlichkeit zu suchen. Wenn der Stress zu groß wird, sucht sich das Gehirn wahrscheinlich eine Alternative zur Srresssregulation (Totstellen?).

    Liebe Grüße
    Danielle

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  8. Vielen Dank für den Artikel!!! So manches davon hatte ich mir schon aus anderen zusammengereimt. ;-) Aber gut, das hier so zusammengefasst und schlüssig zu lesen! Wenn ich mir Sachen selbst überlege, bin ich mir nie ganz sicher, ob andere (erfahrenere...) Leute als ich die gleichen Schlüsse ziehen würden... ;-)
    Was ich nicht so ganz verstehe: du schreibst hier am Ende, das Kind würde keinen Schaden nehmen, wenn man es erstmal sich selbst überlässt (was bei uns oft "komplett" bedeutet hat, da sie anschließend einschlief...). Wie kann das sein, wenn es doch sonst so schädlich ist, ein Kind alleine schreien zu lassen? Widersprichst du dir da nicht selbst?
    Mir ist natürlich klar, dass es trotzdem die bessere Lösung ist, weil man anderweitig den Stress noch mehr erhöht.

    Zur Ermutigung für andere: bei uns hat es sich tatsächlich in den letzten 3 Wochen erheblich gebessert, sodass ich meine Kleine jetzt nach einer Weile wirklich wieder auf den Arm nehmen darf, sie sich bei mir ankuschelt und dann auf meinem Arm einschläft oder sich beruhigt. Ich muss aber immer ausprobieren wann es geht, weil sie auch dann noch erst leise protestiert oder sich halb abwendet.

    Liebe Grüße!
    :-)

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    1. Ich glaube, dass es sich um zwei ganz unterschiedliche Szenarien handelt:
      1. Szenarium:
      Man soll ein Baby oder (Klein)kind nicht schreien lassen, wenn es weint, sondern trösten bzw. beim Einschlafen begleiten. Das Baby hat also eigentlich ein Bedürfnis nach Nähe, und das sollte man erfüllen. Hier würde die Verweigerung der Nähe von den Eltern ausgehen.
      2. Szenarium:
      Das (Klein)kind steckt in einem Wutanfall und möchte gar keine (körperliche) Nähe. Man lässt es in Ruhe, bleibt aber für das Kind sichtbar oder ist zumindest nicht weit weg. Die Eltern verweigern nicht die Nähe, sondern das Kind. Das Kind kann jederzeit zu den Eltern gehen und bekommt dann die Nähe, die es möchte. Es kann nur einfach passieren, dass es vor lauter Erschöpfung nach dem Wutanfall einschläft. Dann hat man es aber nicht schreien lassen, bis es resigniert und mit dem Schreien aufhört.

      Letzteres ist bei unserer Tochter auch schon passiert. Es war Abend, sie war vermutlich sehr müde und hat vor Wut getobt. Sie wollte meine Nähe nicht, ich bin aus ihrem Zimmer gegangen, aber nicht weit weg. Sie hätte jederzeit hinterher kommen können. Als es ruhig wurde, habe ich nach ihr geguckt, und sie war einfach auf dem Fußboden eingeschlafen.

      Das kennt man ja eigentlich auch von sich selbst, zumindest ich von mir: Nach einem starken Wutanfall oder Streit werde ich auch furchtbar müde. So etwas ist einfach anstrengend.

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    2. Danke dafür, besser hätte ich es nicht zusammenfassen können!

      Liebe Grüße
      Danielle

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    3. Danke für die Antwort!! :-)

      Aber... Hm. Ich verstehe den Unterschied, den das für die Beziehung zum Kind macht: es fühlt sich nicht im Stich gelassen, Mama/Papa respektiert seine Wünsche. ABER laut Text sind es doch trotzdem die gleichen Mechanismen, also die gleiche Wirkung auf den KÖRPER...
      Ist also massiver Stress nicht so schlimm, wenn die Beziehung stimmt? Doch, klar, das macht Sinn: es ist für das Kind zwar körperlich anstrengender, aber da der Rückhalt bei den Eltern stimmt, lernt es die Regulation letztlich trotzdem, nimmt also keinen dauerhaften Schaden. Ja? ;-)

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    4. Ja, die Wirkung auf den Körper ist dieselbe - er muss einen erhöhten Kortisolspiegel aushalten. Aber das ist ein natürlicher Vorgang - wenn unsere Vorfahren den Säbelzahntiger sahen, hatten sie auch kurzzeitig massiv Stress.

      Wichtig ist die Auswirkung auf die Psyche - da macht es einen großen Unterschied, ob das Kind selbst den Abstand sucht oder ob ich mich aktiv aus erzieherischen Zwecken entferne.

      Liebe Grüße
      Danielle

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    5. Und trotzdem finde ich den Einwand auch insofern berechtigt, dass wir als Eltern den Alltag so gestalten müssen, dass solche emotionalen Ausnahmesituationen (Notzustände) die Ausnahme und nicht die Regel sind. Und das ist oft leichter gesagt als getan! Dafür fand ich das Shankerbuch sehr hilfreich, auch wenn die neurobiologische Grundlage in dem Buch eher als schlüssiges Erklärungsmodell genutzt wird, als das es Shanker um eine detaillierte Darstellung der Realität im Gehirn geht. So war zumindestens mein Laieneindruck. Ich freue mich schon auf Eure Rezension.

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    6. Vielleicht sollte ich dann mal in das Buch reinschauen. (dabei hab ich noch zwei andere hier liegen... Entdecke in eurem Blog so viele gute Gedanken, dass ich kaum weiß wo ich mit Weiterdenken und Umsetzen anfangen soll...) Finde das im Alltag auch so schwer, grad jetzt kein Mittagsschlaf mehr und vor lauter Übermüdung gibt es dann so furchtbar viele von diesen Stresssituationen, dass ich mir doch Sorgen mache... SO viele Säbelzahntiger gab es damals bestimmt nicht... oder doch? ;-P
      Gibt es in dem Buch praktische Tipps?

      Liebe Grüße und immer wieder danke! ;-)

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  9. Danke! Und vielen Dank für eure hilfreichen Artikel und das wunderbare Buch. Ihr habt mir schon sehr geholfen und mir einen ganz neuen Blick, viel Selbstreflexion und deutlich mehr Gelassenheit ermöglicht. Macht weiter so! Ihr macht die Welt ein bisschen besser.

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  10. Ich finde das gar nicht so schlimm, denn ich kenne dieses Verhalten von mir selbst. Ich kann gut verstehen, dass das Kind die Bezugspersonen wegstößt, schließlich will es ihnen nicht noch aus Versehen weh tun. Euch Eltern kann ich jedenfalls sagen: Es hilft durchaus, wenn die Eltern anwesend sind. Schließlich ist das auch eine angstvolle Situation, in der man keine Kontrolle mehr hat und es könnte immer noch jederzeit eine weitere Gefahr von außen kommen. Ein Beschützer, der Wache hält, ist dann perfekt. Und ich hab mich jedesmal wieder beruhigt ;) Das ist auch netter, wenn man sich daraufhin in liebevoller Gesellschaft befindet, als in alleine dumm dasteht. Ist ja auch peinlich.
    Also: Bitte bleibt da! Eure Anwesenheit hilft, ihr müsst gar nix tun.

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  11. Ich hatte genau das Problem gestern...
    Euer Buch hatte ich vor Wochen beendet, doch diesen Teil schon wieder teilweise verdrängt.
    Zuerst lies meine Tochter sich nämlich bilderbuchartig durch Spiegeln und in den Arm nehmen beruhigen, nun läuft sie auch bei kleineren Wutanfällen vor mir weg und will halt immer etwas schmeißen oder zerstören.
    Jegliche Versuche der Ersatz-Entladung fruchten bisher nicht, sodass ich sie an einem "sicheren" Ort bringen und dort allein lassen muss.
    Nur gestern viel es mir sehr schwer, nach einigen Minuten des Wüten, sie allein mit ihrer Wut zu lassen.
    Am Ende waren wir beide fix und fertig.
    Was hätte ich anders machen können? Mir fiel nichts mehr ein.

    Liebe Grüße
    Jessica

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