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Mein Kind ist total frech, ungezogen und provoziert - Teil 3

Wie soll man auf Provokationen reagieren?


Im den vorherigen Teilen dieser Reihe schilderte Snowqueen einen Besuch bei ihren Schwiegereltern und analysierte anschließend, warum dieser Tag so aus dem Ruder lief. Dabei stellte sie fest, dass das Frechsein und die Provokationen unserer Kinder eine Strategie sind, uns mitzuteilen, dass ihre Selbstkontrolle aufgebraucht ist. Heute wollen wir die Frage beantworten, wie man mit diesem Wissen auf die Provokationen reagieren sollte. 

An dieser dieser Stelle gibt es - und das sagen wir selten - tatsächlich eine richtige und eine falsche Verhaltensmöglichkeit der Eltern. Normalerweise sind wir nicht dogmatisch, was den Weg anderer angeht. Aber hier an diesem Punkt ist es wichtig, positiv auf die unglückliche Strategie unserer Kinder zu reagieren.

Schauen wir uns an, was passiert ist, als ich auf klassische Art mit erzieherischem Druck reagiert habe. Immer wieder musste ich im Zug und auch in der Wohnung meiner Schwiegermutter meine Kinder zurechtweisen. Ich habe geschimpft, sie sollen leise sein und ja, mich auch dazu hinreißen lassen, zu drohen, ich würde nie wieder mit ihnen irgendwohin fahren, wenn sie sich weiter so aufführen. (Bitte an dieser Stelle ein kollektives Augenrollen einfügen.) Ich weiß, ich weiß, es war nicht meine Sternstunde. Da meine Kinder ja am Rande ihrer Kräfte waren, konnten sie nicht mit ihrem Unfug aufhören, denn es waren ja weiterhin ihre echten Bedürfnisse (Bewegung, liebevoller Kontakt mit den Eltern, motorische Entlastung) unbefriedigt.

Und immer, wenn ein unbefriedigendes Bedürfnis in einem Menschen nagt, tendiert dieser dazu, noch stärker auszuagieren. Meine Kinder sind also peu á peu lauter geworden und ungezogener - das wurde im Laufe des Tages ja immer mehr, wie ihr lesen konntet. Irgendwann hatte ich das Gefühl, sie hören wirklich überhaupt nicht mehr auf mich. Ich hatte meine Verbindung zu ihnen völlig verloren. Diese Hilflosigkeit in Bezug auf meine Erziehungskompetenz, ließ mich leicht panisch werden. Ich wollte gern die Zügel in der Hand behalten und tat, was Eltern klassischerweise so tun: Ich zog fester daran. Ich wurde noch lauter, noch genervter, ich verbot noch mehr und sagte reflexhaft zu allem Nein. Plötzlich fand ich mich in einem ungewohnten Kampf mit ihnen wieder.

Je stärker ich versuchte, sie unter Kontrolle zu halten, desto stärker brachen sie aus, worauf ich mir nicht anders zu helfen wusste, als sie noch mehr in ihren Rechten einzuengen. Ich kann euch sagen, dass das kein schönes Gefühl war. Ich wollte gar nicht die dauernörgelnde Mutti sein, die ich da raushängen ließ, doch ich wusste mir plötzlich nicht mehr anders zu helfen. Erst dieser Moment des Scheiterns machte mir beim darüber Nachdenken am Abend klar, mit welchen Mitteln ich meine Kinder normalerweise dazu bringe, mir "zu gehorchen", wenn man so will, also mit mir zu kooperieren: Es läuft alles auf die gleichwürdige Beziehung hinaus, die Jesper Juul so gerne propagiert. Ihre (echten) Bedürfnisse zählen genauso viel, wie unsere elterlichen Bedürfnisse. Sie bestimmen selbst über die Belange, die sie selbst betreffen, wie Schlaf, Essen, Anziehsachen, Lernen etc. Jegliche Kooperation ist freiwillig und ich achte darauf, mit ihnen nicht von oben herab zu sprechen. Selbstverständlich gibt es Dinge, die nur wir Erwachsenen entscheiden - ich denke, das versteht sich von selbst. Aber alles in allem geht es darum, Kinder als das zu sehen, was sie sind: Menschen mit eigenen Bedürfnissen, Wünschen, Gedanken und Meinungen, über die wir nicht einfach hinwegwischen dürfen, nur weil wir erwachsen sind und sie nicht. Auf dieser Grundlage wächst kindliche Kooperation, ohne, dass man sie erzwingen muss. Die Kinder machen einfach, was wir ihnen sagen, weil es schön ist, einem geliebten Menschen eine Freude zu bereiten oder zu helfen. Sie tun es, weil sie das Gleiche bei uns sehen. Denn wie der US-amerikanische Sozialpsychologe und Konfliktforscher Morton Deutsch feststellte, erzeugt aktiv erlebte Kooperation eine Spirale von wachsender zurückgegebener Kooperation [vgl. Deutsch, Morton ; Lückert, Heinz-Rolf.: Konfliktregelung : Konstruktive und destruktive Prozesse. München: Reinhardt, 1984. Seite 34.]

Doch an diesem Tag schaffte ich es einfach nicht, meine Erziehungskompetenz abzurufen. Ich verstrickte mich in alten Mustern und Ängsten. Das kommt schon mal vor, nicht? Das ist nicht schön, aber menschlich.... An dieser Stelle muss ich meinen Kindern ein großes Kompliment machen. Sie reagierten auf mein seltsames Gebaren zwar mit (zu erwartendem) Gegendruck und brachen immer stärker aus dem ungewohnten Regelkorsett aus, aber sie blieben immerhin gesprächsbereit und offen für meine späte Entschuldigung. Sie waren sofort bereit, wieder mit mir in Verbindung zu treten und grollten mir nicht, ja, sie rissen sich mir Zuliebe sogar noch einmal zusammen, als wir in der Kneipe aufgefordert wurden, ordentlich zu sitzen. Das zeigt, finde ich, dass Kinder nicht gegen uns kämpfen, weil sie "ihre Grenzen kennenlernen wollen", sondern nur, um ihre Integrität zu wahren, wenn die Erwachsen diese durch unsinnigen Druck verletzen. Das bedeutet konkret: Wenn ein Kind total frech und ungezogen ist oder provoziert, dann sollten wir Großen uns fragen, was unser Teil an diesem Problem ist. Könnte es möglicherweise sein, dass seine Selbstkontrolle erschöpft ist? Oder hat es das Gefühl, seine Kooperationsbemühungen werden nicht anerkannt? Ist das Geben und Nehmen von Kooperation zwischen Eltern und Kind nicht in Balance? Ist sein Liebes- und Aufmerksamkeits-Tank vielleicht leer?

Je nach Grund für die Provokation sollte dann die Reaktion der Erwachsenen abgestimmt sein. Hat das Kind ein Aufmerksamkeitsdefizit, sollten seine Eltern die Provokation ansprechen (nicht schimpfen) und sich dem Kind ganz aktiv zuwenden. Mit dem Kind spielen, kuscheln oder ein Buch vorlesen. Das könnte so klingen: "Puh, du provozierst gerade ganz schön und das macht mich wütend. Kann es sein, dass ich in letzter Zeit zu wenig mit dir gespielt habe und du deswegen unglücklich bist? Dann lass uns doch jetzt gemeinsam...." Ausführlich habe ich im Artikel zur Entthronung der Erstgeborenen beschrieben, wie ich das Aufmerksamkeitsdefizit meiner beiden großen Töchter wieder aufgefüllt habe.


Gibt es ein Kooperations-Ungleichgewicht, sollte man die Provokation ebenfalls ansprechen (und nicht schimpfen), sich für das Ungleichgewicht entschuldigen und sich selbst mehr bemühen: "Du ärgerst gerade mit Absicht und das macht mich wütend. Ich glaube, dass du mir damit etwas sagen willst. Du musstest heute ganz schön oft das tun, was ich wollte - ist es das, was dir schlechte Laune macht? Du hast Recht, heute war es schwer für dich. Tut mir leid. Ich werde darauf achten, dass ich dir mehr entgegenkomme". An dem Tag, den ich oben beschrieben habe, habe ich genau das gemacht, nachdem meine Schwiegermutter und die bessere Hälfte zum Abendbrot nach Hause liefen und ich mit den Kindern zum Hotel. Ich erklärte ihnen die Sachlage, entschuldigte mich und versprach, wieder mehr auf das Gleichgewicht zu achten. Allein schon meine Entschuldigung reichte aus, um meine Kinder wieder kooperativer werden zu lassen - ich verspürte wieder eine Verbindung zu ihnen, sie waren nicht mehr ganz so "anti" eingestellt und hörten sogar sofort, als ich sie in der Kneipe bat, sich nochmal zusammenzureißen. Am nächsten Tag bemühte ich mich sehr um gleichberechtigte Kooperation und er war viel, viel entspannter, obwohl wir nach der großen Geburtstagsfeier wieder 5 Stunden mit dem Zug zurück fuhren. Doch weil ich mich redlich bemühte, genauso viel wie meine Kinder zu kooperieren, lief das Ganze signifikant harmonischer ab.

Provozieren die Kinder, weil ihre Selbstkontrolle erschöpft ist, dann sollte man die Provokation ansprechen (nicht schimpfen) und den vermuteten Grund dafür verbalisieren: "Du machst gerade ganz schön viel Quatsch und ich ärgere mich darüber. Ich glaube, du brauchst eine Pause, oder? Du musstest jetzt ganz schön lange leise sein. Komm, wir gehen raus und toben!" In Situationen, in denen meine Kinder Quatsch machen, weil sie nicht mehr können, gehe ich manchmal auch bewusst weg, damit sie den Quatsch weitermachen können. Gestern Abend zum Beispiel alberten sie am Abendbrottisch herum. Ich hatte einen anstrengenden Tag und nicht mehr die Kraft, mitzualbern. Das ist eigentlich die schönste Lösung. Aber auch mein "Selbst" war erschöpft. Ich bat meine Kinder zwei Mal um Ruhe am Tisch, doch als sie nicht aufhörten, war mir klar, dass ich keine günstige Strategie gewählt hatte. Deshalb sagte ich: "Hört mal zu, ihr seid k.o. vom Tag und wollt deshalb hier am Tisch herumalbern. Das ist okay, macht das. Ich bin aber auch erschöpft und kann die Lautstärke gerade nicht aushalten. Ich gehe ins Wohnzimmer und werde dort zu Ende essen, damit ihr weiter laut sein könnt. Wenn ich ein bisschen Ruhe hatte, dann kann ich nachher bestimmt auch wieder lustig sein." So habe ich auf ihre Bedürfnisse und auf meine Bedürfnisse gleichzeitig geachtet. Ich musste weder wütend werden, noch schimpfen und die Kinder konnten sich auf ihre Weise erholen und bekamen nicht rückgemeldet, dass diese Erholung irgendwie unangemessen sei.

Negatives Verhalten auch noch belohnen? 


Ich bin fast sicher, in euch regt sich an dieser Stelle Widerstand. Ihr denkt möglicherweise, dass man, wenn man mit Zuwendung und Liebe auf ein Kind reagiert, welches gerade absichtlich ärgert, dieses ungewollte Verhalten vielleicht eher noch verstärkt? Schließlich raten die Experten seit Jahrhunderten, negatives Verhalten zu ignorieren oder zubestrafen und positives Verhalten zu belohnen. Tja, nun. Ich denke etwas anderes. Ich denke, wenn man negatives Verhalten von Kindern bestraft, indem man sie ignoriert oder sogar bestraft, dann reagiert man immer nur auf das sichtbare Symptom, aber nie auf die Ursache. Wie ein Arzt, der seinem Patienten immer wieder Medikamente gegen dessen Schmerzen verschreibt, aber nicht nach der Ursache der Schmerzen forscht, stellt man dann seine Kinder mit Strafe und/oder Liebesentzug ruhig. Sowohl der Patient, als auch die Kinder, werden aber immer wieder auf ihre spezielle Weise von ihren Schmerzen erzählen, öfter, als den Erwachsenen lieb ist,  denn diese werden ja nicht geheilt, sondern nur behandelt.

Schaut man genauer hin, sieht man, dass Kinder, die mit Belohnung für gutes und logischen Konsequenzen für schlechtes Verhalten erzogen werden, zwar manchmal in der Situation schneller mit der Provokation aufhören, auf lange Sicht gesehen jedoch viel mehr mit den Eltern "kämpfen" als andere. Strafe und Belohnung sind also Lösungen, die kurzfristig gut funktionieren, jedoch den dahinter liegenden Konflikt zeitlich immer nur nach hinten verschieben - auf den nächsten Tag, auf das nächste Jahr. Wird das eigentliche Problem nie gelöst, bleiben die Protagonisten im ewigen Machtkampf, oder einer von beiden gibt auf und löst sich emotional vom anderen.

Der Großteil von uns Eltern ist so aufgewachsen. Viele von uns empfinden sich nicht im Einklang mit ihren Eltern. Wir lieben unsere Eltern, ja, aber es gibt bei Begegnungen immer wieder Spannungen. Oft vermeiden wir erwachsenen Kinder, Dinge anzusprechen, die uns eigentlich auf der Seele liegen. Wir vermeiden es, weil wir keinen Streit wollen oder uns das emotional zu sehr aufwühlen würde. Meist haben wir Erinnerungen an unsere Kindheit, in denen das Gefühl, unfair behandelt worden zu sein, vorherrschend ist. Manch einer stellt resigniert fest, dass ihm seine Eltern noch immer nicht zuhören oder verstehen, was er meint. Das alles sind Resultate einer Erziehung, die nicht auf das Verstehen des kindlichen Verhaltens ausgerichtet ist, sondern den Fokus darauf hat, dass Kinder provozierendes oder unsoziales Verhalten abschalten. Diese Art der Erziehung entzweit, was eigentlich vereint sein sollte.

Indem wir das provozierende Verhalten unserer Kinder als Ausdruck dafür sehen, dass sie sich gerade unwohl fühlen, können wir es leicht abstellen, indem wir uns den Kindern positiv zuwenden. Das muss nicht freundlich säuselnd passieren - man sollte durchaus seine Genervtheit zum Ausdruck bringen. Man könnte beispielsweise sagen: „Boah, ich hasse es, wenn du weiter Blätter vom Strauch abreißt, obwohl ich dich gerade gebeten habe, damit aufzuhören, und du mich dann auch noch angrinst! Aber ich merke, dass das dein Zeichen dafür ist, dass du dringend eine Auszeit vom Bravsein brauchst. Komm, lass uns schnell zum Spielplatz rennen. Da kannst du toben“.

Es ist nicht nötig, unseren Kindern vorzuspielen, dass uns das Nicht-Hören nicht tangiert. Sie sollen unbedingt erkennen, dass sie mit dieser Strategie Ärger und Wut hervorrufen, denn nur so wird ihr präfrontaler Cortex arbeitsfähig, d.h., sie lernen, sich in einen anderen Menschen hineinzuversetzen. Sie sollen sehen, dass wir Eltern menschlich sind und wir alle Arten von Gefühlen haben. Wichtig ist nur, dass wir den Kindern keine Schuld zuweisen. Sie provozieren ja nicht um des Provozieren- Willens, sondern weil sie keine andere Strategie haben, ihre Botschaft an uns effektiver und gesellschaftskonformer rüberzubringen. Mit der Zeit werden sie andere Strategien erwerben und uns „erwachsener“ mitteilen, wenn es ihnen nicht gut geht. Wir können uns also getrost ihren wahren Bedürfnissen zuwenden und diese erfüllen –  die Auffassung, es fördere das schlechte Verhalten, sich dem Kind zuzuwenden, wenn es „nicht hört“, ist überholt und falsch. Das Gegenteil ist der Fall. 

© Snowqueen
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Kommentare:

  1. Vielen Dank für diese Serie! Und das "Wieder-vor-Augen-führen".
    Ich finde dieses Provozieren von der Natur aber wirklich eine dämliche Strategie, genauso wie dieses "Entschuldigungs-Grinsen". Und obwohl ich sogar öfter euer Artikel in solchen Situationen im Hinterkopf habe, fällt es mir trotzdem extrem schwer, angemessen zu reagieren... Wir arbeiten weiter an uns und sind über jeden Erinnerungs-Artikel von euch dankbar :o)

    Alles Liebe ♥
    Nadine

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  2. Ich muss sagen, meine Eltern waren Chaoten, die in ihrem Leben oft schiefe Wege eingeschlagen haben, die auch uns Kinder betroffen haben. Aber die Kommunikation war immer offen, wertschätzend und kooperativ. Deshalb habe ich meine Schwester geliebt, obwohl sie aufgrund einer Erkrankung mehr Aufmerksamkeit bekam und finde die Erziehung meiner Eltern super, zum Entsetzen meiner Verwandten, die das Ganze nur von außen gesehen haben. Aber wir fühlten uns immer geliebt und bedienungslos angenommen, und waren als super wohl erzogen bekannt (bei anderen, nicht zuhause).
    Ich verstehe deswegen oft die Probleme meines Mannes und anderen Bekannten mit ihren Eltern nicht. Aber dieser Artikel erklärt so vieles, warum man bei meinen Schwiegereltern sehr das Gefühl hat, gegen Gummiwände zu laufen und sie mit ihren Kindern quasi Smalltalk sprechen und bei meiner Tante und meinen Cousinen immer wieder die selben Kindheitserinnerungen durch gekaut werden... Ich wünschte nur, ich könnte diese Wände einreißen. Mein Mann ist sich nicht einmal sicher, dass seine Mutter ihn liebt, weil ihre Liebesbeweise nicht seinem Verlangen entsprechen...

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  3. Ganz lieben Dank für die tolle Serie! Ich fand gerade den ersten Teil besonders interessant, weil man sich richtig einfühlen konnte und ahnte, was schief läuft, selbst aber genau solche Situationen kennt, wo man es einfach nicht schafft, das Ruder herumzureißen. Wichtige Botschaften und Gedanken nennst Du, die man sich als Eltern immer wieder in Erinnerung rufen sollte, ja muss. Was für mich das Schwierigste ist: wenn ich selbst gestresst, überfordert oder kraftlos bin, dann versagt meine Selbstkontrolle auch manchmal und ich kann meine Vorsätze und Überzeugungen kaum umsetzen. Danach meldet sich das schlechte Gewissen wieder. Ein Kreislauf. Ich muss also nicht nur auf die Kinder achten, sondern vor allem auch auf mich selbst. Ist manchmal zuviel. Es gibt aber auch viele Situationen, wo es gut klappt :-)
    Liebe Grüße und danke!

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  4. Vielen Dank für die intimen Einblicke, die professionelle Analyse und Lösungen!

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  5. Ich lese nun schon länger die Artikel in eurem Blog und ich muss einfach mal DANKE sagen. Ich versuche viel davon in den Alltag mit unserem Kind zu transportieren und das Schöne ist- es funktioniert.Beim Lesen habe ich immer wieder Aha-Erlebnisse und mein Kind zeigt mir mit seinem Verhalten das wir es richtig machen. Macht weiter so, ich bin ein absoluter Fan eurer Seite und empfehle die Artikel gern immer weiter.

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  6. Ach danke, das habe ich gerade gebraucht. Wenn ich überlege, in welchen Situationen mein Sohn provoziert, dann ist es tatsächlich so, dass er z.B. zuvor viel leise sein musste, oder stillsitzen etc. Das war mir eigentlich auch schon vorher klar, aber Dein Beitrag hat das nochmal bestätigt. In diesen Situationen ist es ja oft schwer, die eigene Wut und Frustation im Griff zu behalten. Reflexion ist oft erst hinterher möglich - doch im Alltag mit drei Kindern und Baby bleibt dafür auch oft zu wenig Zeit und Muße. Dabei hast Du mir nun geholfen, vielen Dank für's Geraderücken!

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  7. Hallo liebe Snowqueen,
    Auch von mir vielen, vielen Dank für deine tollen Artikel. Ohne die Entthrohnung des Erstgeborenen wäre ich die letzten Monate vermutlich (noch mehr) aufgeschmissen gewesen und diese Reihe hier verdeutlicht nochmal. Genau das, was ich gerade gebraucht habe. Dankeschön!!!
    Viele Grüße Kathrin

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  8. Liebe Snowqueen, bereits zur Geburt unseres zweiten Kindes hast Du uns die Augen geöffnet sodass wir die Eifersucht unserer großen Tochter verstehen und hoffentlich gut begleiten könnten. Und nun sind Deine gefühlvollen Artikel wieder genau richtig um uns darauf hinzuweisen warum unsere Tochter gerade ein aggressives Verhalten gegenüber uns zeigt. Mir geben Deine Artikel viel Kraft und Zuversicht das richtige zu tun. Und dennoch ist es nicht einfach sich täglich zu reflektieren und gegen die eigene Erziehung anzukämpfen. Und ich merke immer mehr wieviel Konflikte gerade deswegen mit den eigenen Eltern bestehen. Ich versuche mir dann zu sagen dass sie es dennoch aus Liebe getan haben und versucht haben das beste für uns zu ermöglichen. Manchmal erschöpft das alles schon.
    Mach bitte weiter so! Wenn Du eines Tages ein Buch schreibst werde ich es kaufen und vielfach verschenken.

    Herzlichen Dank und alles Gute
    Maria

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  9. Tolle Beitragsreihe, mir gefällt deine Auseinandersetzung mit einer "neuen" Erziehung. Deine Denkweise klingt auch logisch. Klar ist es effektiver die Ursache, anstatt das Problem zu bekämpfen, aber Menschen, vor allem Kinder, sind keine logischen Automaten. Was gibt mir die Sicherheit, dass so eine verständnisvolle Methode auch den gewünschten Erziehungseffekt bringt und mich nicht in einen Vater verwandelt, auf den nicht gehört wird? Vielleicht ist ein gelegentliches "Nein" und hier und da ein Aufreger von nöten, um das Bestehen der, auch von dir angesprochenen, gewissen Autorität zu wahren?
    Generell bin ich für eine gründlichere Auseinandersetzung der Bedürfnisse der Kinder. Ein einfaches "Du darfst nicht/Hör auf zu toben, weil ich dein Vater bin und ich das sagen hab" ist bei langem nicht so effektiv wie eine verständnisvolle Variante. Ein Ansatz der mir von dir gefällt, ist, dass man selbst Einschränkungen hinnimmt, damit die Kinder sich ihrer Bedürfnisse nachkommen können, ohne dass es einen stört.

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  10. Danke für den tollen Artikel, denn er bestärkt mich darin, dass wir oftmals den richtigen Weg gehen.
    Ich bemühe mich so oft es geht zu hinterfragen, warum mein Sohn gerade tut, was er nicht tun soll. In vielen Momenten ist es bei ihm ein Mangel an Bewegung oder aber, dass er einfach helfen möchte. Er ist noch keine zwei Jahre alt, aber beim Einkaufen will er einfach tatkräftig helfen und nicht einfach nur im Korb sitzen. Denn wenn wir an der Kasse sind, wartet er wirklich lieb im Korb ab und legt Sachen aufs Band oder zurück in den Korb.
    Genauso haben wir kein Problem damit, dass er beim Einkaufen die Regale ausräumt. Ich lasse ihn helfen und manchmal glaubt er einfach, dass wir etwas brauchen, was ich aber nicht kaufen mag. Dann sage ich einfach "Das haben wir noch zu Hause. Das brauchen wir heute nicht kaufen." oder "Das brauchen wir nicht, aber wir brauchen noch Bananen. Weißt du, wo die sind?". Ich lasse ihn aber eben auch manchmal aussuchen. "Wollen wir Erbeeren oder Himbeeren mitnehmen?" "Kringelnudeln oder Spaghetti?" Ich zeige ihm beides und er darf aussuchen. Ich habe einfach das Gefühl, dass es für ihn sehr wertvoll ist, so dabei zu sein. Er ist unheimlich stolz dabei und weil er eben auch mal etwas entscheiden darf, fällt es ihm scheinbar leichter, auch mal eine Ansage zu akzeptieren.

    Ebenso beim Schlafengehen. Wenn wir ankündigen, dass wir nun hochgehen, flitzt er oft davon und gackert bereits dabei. Wir lassen uns dann oft auf sein Spiel ein und fangen ihn, krabbeln ihn durch, knutschen ihn ab und pusten auf seinen nackten Bauch. Es sind vielleicht 5 Minuten, die wir so später oben sind, aber es sind 10000 Nerven, die wir auf beiden Seiten geschont haben.

    Ich frage mich auch ganz oft, wenn ich etwas verneine, ob ich das nun verneine, weil es für mich so bequemer ist, oder weil es wirklich nicht geht. In geschätzten 70% der Fälle ist es meine Bequemlichkeit oder eben einfach Gewohnheit und dann sage ich auch mal "Da hast du Recht, das war Quatsch, was ich gerade erzählt habe.".

    Aber natürlich gibt es auch Dinge, wo ich einfach nicht diskutiere. Wenn er beim Einkaufen in dem Auto-Korb sitzen darf, muss er aussteigen, sobald alles im Auto ist und wir den Korb ins Häuschen gebracht haben. Punkt. Das gibt leider meist großen Protest.
    Genauso gibt es Momente, wo er sich nicht anschnallen lassen mag. Er möchte lieber nach vorne auf den Fahrersitz klettern und Autofahren spielen. Gerade wenn wir TK-Produkte gekauft haben, möchte ich das aber nicht.

    Aber manchmal gab es auch einfach schon Missverständnisse. Ich schnippelte Paprika und er stand im Lernturm daneben. Irgendwann griff er nach einem Viertel der Paprika und ich wollte schon meckern, dass er aufpassen soll, weil ich doch ein Messer habe. Da legte er es mir dann aber mit der Außenseite nach oben hin, weil er gesehen hatte, dass ich das vor dem Schneiden immer mache und er mir helfen wollte. Und in solchen Momenten finde ich es auch super wichtig, dass man da als Eltern auch mal ein "Das tut mir leid, ich hatte nicht gesehen, dass du helfen wolltest!" über die Lippen bringt.

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  11. Vielen Dank für euren tollen Blog und speziell für diese großartige und so liebevoll und detailliert geschriebene Reihe, die uns in einer Zeit der Krise das Familienleben gerettet hat. Eure Arbeit ist von so großem Wert für so viele Eltern - herzlichen Dank dafür und bitte mehr davon :)

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  12. Das hab ich gebraucht. Vielen Dank

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