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Die Familienkonferenz - Podcast mit Julia Dibbern und Lou Elvarsdóttir

In dieser Podcastfolge geht es um ein Thema, das viele Familien beschäftigt, auch wenn sie es nicht immer so benennen würden: Wie können wir miteinander sprechen, wenn im Alltag immer wieder dieselben Konflikte auftauchen, wenn sich niemand richtig gehört fühlt oder Gespräche schneller eskalieren, als uns lieb ist?

Im Mittelpunkt steht die Familienkonferenz, ein strukturiertes Gesprächsformat, das Kindern und Erwachsenen einen festen Rahmen bietet, um Themen, Bedürfnisse und Konflikte gemeinsam zu besprechen. Anders als spontane Gespräche zwischen Tür und Angel schafft die Familienkonferenz einen geschützten Raum, in dem alle Stimmen gleichwertig zählen. Sie ist kein Ort für Belehrungen oder fertige Entscheidungen der Erwachsenen, sondern ein Werkzeug, um gemeinsam Lösungen zu entwickeln.

Zu Gast sind in dieser Folge Lou Elvarsdóttir und Julia Dibbern. Lou ist Diplom Psychologin und arbeitet seit vielen Jahren mit Familien in Konflikt, Krisen und Entwicklungsphasen. Julia ist Autorin und Fachjournalistin mit dem Schwerpunkt Familienleben. Gemeinsam haben sie das Buch "Lasst uns reden"* geschrieben, in dem sie die Methode praxisnah, alltagstauglich und ohne pädagogischen Zeigefinger vorstellen.

Im Gespräch wird deutlich, warum viele Familien trotz bester Absichten immer wieder aneinander vorbeireden. Unterschiedliche Erwartungen, alte Muster aus der eigenen Kindheit und fehlende Strukturen sorgen dafür, dass Konflikte sich aufschaukeln oder unter den Teppich gekehrt werden. Die Familienkonferenz setzt genau hier an. Sie gibt Gesprächen eine klare Form, mit festen Zeiten, überschaubaren Themen und verbindlichen Absprachen, die auch festgehalten werden.

Lou und Julia sprechen darüber, warum echte Gemeinschaft nicht automatisch entsteht, nur weil man zusammenlebt, und weshalb Zuhören eine Fähigkeit ist, die geübt werden kann. Sie erklären, wie Kinder durch die Familienkonferenz erleben, dass ihre Gedanken ernst genommen werden, und warum das langfristig Selbstvertrauen und Verantwortungsgefühl stärkt. Gleichzeitig geht es auch um die Erwachsenen, um ihre Bedürfnisse, ihre Grenzen und die Erlaubnis, nicht perfekt sein zu müssen.

Ein weiterer Schwerpunkt der Folge ist die Haltung hinter der Methode. Die Familienkonferenz ist kein Erziehungsprogramm und keine Ideologie. Sie funktioniert nicht über Strafen oder Belohnungen, sondern über Beziehung, Klarheit und Humor. Fehler sind erlaubt, Lachen ausdrücklich erwünscht. Gerade das macht sie für viele Familien anschlussfähig, auch in herausfordernden Lebensphasen wie Trennung, Patchwork, Pubertät oder bei neurodivergenten Kindern.

In diesem Zusammenhang interessant sind auch die Bücher "Die Familienkonferenz"* von Thomas Gordon und "Miteinander reden"* von Friedemann Schulz von Thun.

Mehr über Julia erfahrt ihr bei Instagram und auf ihrer Homepage.

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