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Die Abende im Hause Snowqueen - Wie viel freie Entscheidung und wieviel Verantwortung brauchen Kinder (Teil 2)

Freitag


Es ist 15 Uhr. Die bessere Hälfte und ich haben freitags gleichzeitig Feierabend, treffen uns unterwegs und laufen gemeinsam zur Kita. Es ist heute so heiß, puh! Die Kinder sind im Kita-Garten und kugeln einen kleinen Berg runter. Sie sind voller Erde, die an den Klamotten und der schweißnassen Haut klebt. Während die bessere Hälfte zur Garderobe hoch geht, um die Sachen aus den Fächern zu sammeln, bespreche ich mit den Kindern unten, was sie heute machen wollen. Alle drei haben keine Lust auf den Spielplatz, sondern wollen lieber in unseren Garten, um auf dem Trampolin zu springen und mit Wasser zu planschen. Das ist mir sehr recht, denn dann können wir gleich auch grillen und ich liebe, liebe, liebe Grillen!

Wir laufen alle gemeinsam nach Hause. Fräulein Ordnung rennt vor und schließt die Tür auf. Im Hinterhof angekommen, teilen wir uns. Die bessere Hälfte läuft mit den Mädchen nach oben, um das Grillfleisch, Gemüse und die Meerschweinchen zu holen und ich laufe mit Herrn Friedlich durch den Keller des Hinterhauses, um dort im 2. Hinterhof in unseren Garten zu gelangen. Wir haben wirklich ein großes Glück, dass wir so nah und mitten in der Stadt ein kleines Fleckchen Grün mieten konnten. Besonders oft nutzen wir ihn zwar nicht - meist bleiben wir im ersten Hinterhof, weil dort auch die anderen Kinder des Mietshauses spielen. Doch bei heißem Wetter ist der Garten schöner - dort ist es so geschützt von allen Seiten, dass die Kinder nackt herumrennen können. 

Ich schließe also die Kellertür auf. Herr Friedlich macht mir klar, dass er bitte die Gartentür aufklinken möchte. Ich lasse ihm den Vortritt, und er müht sich mit dem Gartentor ab, schafft es aber und freut sich. Schnell ziehe ich ihm alle Sachen und die Windel aus und er freut sich über die Abkühlung. Er möchte aufs Trampolin gehoben werden und die Zeit zum Hüpfen nutzen, bis seine Schwestern wieder da sind. Ich schließe das Schutznetz ganz fest zu und beginne dann, den Grill vorzubereiten und die Tische und Stühle aufzustellen.

Schon kommt der Rest der Familie. Die Mädchen tragen unsere drei Meerschweinchen in drei Transportboxen. Sie lassen sie im Freigehege laufen und entscheiden nach einem Blick ins Häuschen, dass dort ausgefegt werden müsse. Sie suchen sich also den Kinderbesen und beginnen ihr Werk. Die Meerschweinchen mümmeln Gras auf der Wiese. Herr Friedlich ist fertig mit hüpfen und möchte heruntergehoben werden. Da die bessere Hälfte den Grill anfeuert, mache ich das und helfe dem Kleinen gleich noch, den Wasserhahn aufzudrehen, damit er mit dem Gartenschlauch spielen kann. Sichtlich stolz läuft mein Sohn im Garten herum und wässert den Rasen. Dabei kann es passieren, dass eine Stelle unendlich viel Wasser erhält und sich ein Matschloch bildet. Besonders schön ist unser Rasen daher nicht mehr, eher im Gegenteil. Das stört uns allerdings nicht - uns ist es wichtiger, dass die Kinder hier so spielen können, wie sie wollen.

Die Mädchen möchten nun das Meerschweinhaus mit Moos auspolstern. Sie rupfen es also aus dem Rasen und hinterlassen ebenfalls erdige Stellen. Ich hoffe, dass da jetzt vielleicht wieder Gras wächst, nun, da das Moos weg ist. Schön wäre es ja. Vielleicht sollte ich nachsäen? An mir ist wirklich keine Gärtnerin verloren gegangen.
 
Wir Erwachsenen kümmern uns um den Grill, das Fleisch und das Gemüse. Fräulein Chaos kommt auf die Idee, die Zwillinge aus unserem Haus einzuladen. Sie läuft durch den Keller ins Vorderhaus, um bei ihnen zu klingeln. Die bessere Hälfte geht mit, um bei uns auf Toilette zu gehen. Die Zwillinge sind noch nicht da und kommen erst um 19 Uhr nach Hause. Ihre Mama verspricht aber, sie dann zu uns hinter in den Garten zu schicken. Weil es noch ewig bis dahin ist, entscheidet sich Fräulein Chaos spontan, nun einen Kuchen für uns alle backen zu wollen und überfällt die bessere Hälfte mit der Idee. Sie hat ein einfaches Rezept, das super schnell geht. Ich hätte ihr diesen Wunsch wohl aus Bequemlichkeit abgeschlagen, aber die bessere Hälfte stimmt zu und schreibt mir eine SMS, damit ich Bescheid weiß. Fräulein Chaos bereitet den Kuchen ganz selbständig vor, nur das Backen selbst überlässt sie dem Erwachsenen. Sie ist nach einer halben Stunde wieder bei uns unten im Garten, während die bessere Hälfte noch darauf wartet, dass der Kuchen fertig wird und auch zu unser runter gebracht werden kann.
Derweil wässert Herr Friedlich noch immer Teile des Gartens, diesmal mit einer Wasserpistole. Er hat den Mechanismus des Auffüllens kapiert, nur klappt es nicht immer so, wie er möchte. Er bleibt aber dran und freut sich wie Bolle, wenn er Wasser herausspritzen kann. Fräulein Ordnung kuschelt sich neben mich auf die Hollywoodschaukel und lässt sich die Haare kraulen. Sie erzählt mir ihre verworrenen, manchmal lustigen, Gedanken, denen ich zu folgen versuche. Ein, zwei Mal frage ich nach, aber es wird klar, dass sie eigentlich keinen Inhalt transportieren möchte, sondern einfach nur reden und dass man ihr zuhört. Ab und zu muss ich aufstehen, um das Fleisch zu wenden oder neues raufzulegen, danach komme ich wieder und schaukle und kraule meine Tochter. Es ist wunderbar entspannt.

Nachdem Fräulein Chaos wieder da ist, kommt neues Leben ins Spiel. Die Mädchen ziehen sich nun auch aus und hüpfen durch den Rasensprenger. Herr Friedlich kennt das Spiel noch nicht und ist laut kreischend begeistert. Alle kichern und giggeln und beschießen sich zusätzlich mit den Wasserpistolen. Ich sitze ungünstig und werde auch nass, sage aber nichts, weil meine Hose ja wieder trocknet. Ich denke, damit ist das heutige Duschen der Kinder schon etwas unkonventionell abgehakt. Total nass sind sie in jedem Fall, selbst die Haare.  Ich lächle, als ich sehe, wie viel Spaß die Kinder mit dem eiskalten Nass haben.

Die Würstchen und das Fleisch sind fertig, auch die Zucchini sind gegrillt, die Paprika geschnitten und auf die letzte Glut lege ich Weißbrotscheiben. Nun kommt auch die bessere Hälfte mit dem heißen Kuchen in der Silikonbackform. Ich freue mich angemessen über die "Überraschung" von Fräulein Chaos und schneide mir gleich ein Stück ab, damit es abkühlen kann. Ich liebe Kuchen!

Herr Friedlich ist ordentlich nass und etwas kühl, er kommt und klettert auf meinen Schoß, um ein Würstchen zu ergattern. Ich gebe ihm ein schon abgekühltes und er mampft gleich los. Auch den Mädchen füllen wir nach Wunsch die Teller, sie setzen sich aber nicht an unseren Tisch, sondern ziehen damit in ihre "Steinzeithöhle". Dieses Projekt ist noch nicht ganz fertig - wir haben einen sehr schiefen Baum im Garten, der so günstig steht, dass wir mit ein paar zusätzlichen Stöckern eine Art Unterschlupf bauen konnten. Wir werden noch viel daran tun müssen, damit er wirklich regen- und winddicht ist, aber für den Moment reicht es und die Mädchen setzen sich dort auf den Boden und verdrücken ihr Abendessen. Sie unterhalten sich angeregt, wer Ayla und wer Iza ist und phantasieren über Verloren-sein, Gefunden-werden und das Leben in der Steinzeit. Der nackte Herr Friedlich kuschelt sich an mich an und isst ein zweites Würstchen mit Ketchup. Ich bekomme mein Fleisch und meine Zucchini von der besseren Hälfte geschnitten, damit ich den Sohn auf dem Schoß balancieren und trotzdem essen kann. Weil er mir wirklich kühl vorkommt, frage ich den Kleinen, ob er sein T-Shirt wieder anziehen will, doch er verneint vehement. Nun gut.

Es ist 19 Uhr, die Zwillings-Nachbarmädchen kommen und werden mit großem Hallo begrüßt. Sie bekommen Kuchen und die restlichen Würstchen, wollen aber erst einmal Trampolin springen. Es entspinnt ein Streit, wer zuerst raufgeht, da wir die Sicherheitsregel haben, dass immer nur ein Kind springen darf. Fräulein Ordnung weint. Sie will aufs Trampolin. Ich bin innerlich genervt, denn sie hatte ja nun mehrere Stunden, in denen sie hätte allein springen können, aber ausgerechnet nun, da die anderen Kinder wollen, ist ihr Wunsch riesengroß. Als ich merke, dass die Kinder in ihrem Streit nicht weiterkommen, greife ich doch ein, obwohl ich mich eigentlich raushalten wollte. Ich verweise darauf, dass bei uns Gäste das Vorrecht haben und die Zwillinge einigen sich untereinander, wer von ihnen zuerst springt. Danach darf die andere, dann meine Kinder. Fräulein Ordnung zieht sich laut weinend in eine Gartenecke zurück. Ich bin so gemein, findet sie!

Fräulein Chaos geht mit dem anderen Zwilling in die Steinzeithöhle und zeigt ihr die Steinaxt und den Fauskeil. Sie entscheiden sich, Erdsuppe zu kochen und beginnen mit dem Matschen. Nach einer Weile wechseln die Zwillinge, nun kocht die andere mit Fräulein Chaos. Fräulein Ordnung sitzt immer noch schluchzend in ihrer Ecke. Ich übergebe Herrn Friedlich der besseren Hälfte und gehe zu ihr. Erbost schleudert sie mir ein lautes: "Geh weg!" entgegen und ich drehe mich auf dem Absatz um und setze mich wieder an den Tisch.

Die bessere Hälfte und Herr Friedlich spielen "Buufball". Nach einer Weile ist auch der andere Zwilling mit dem Springen fertig und das Trampolin wäre frei. Fräulein Ordnung wäre an der Reihe. Sie bleibt aber weiterhin lamentierend in ihrer Ecke sitzen. Daran merke ich, dass es ihr nicht um das Trampolin an sich gegangen ist, sondern ein anderes Bedürfnis im Hintergrund stand. Während ich noch darüber sinniere, welches Bedürfnis das ist, macht Fräulein Ordnung durch wimmerndes Quietschen auf sich aufmerksam. Sie streckt ihre Arme nach mir aus. Aha, jetzt darf ich trösten. Ich nehme sie auf den Arm und kuschle sie. Da auch sie etwas kühl ist, schnappe ich mir ihr Kleidchen und frage sie, ob sie sich anziehen möchte. Statt einer Antwort, hebt sie die Arme wie ein Baby und da ich das als "Ja" interpretiere, ziehe ich sie an. Ich drücke sie fest und küsse sie, dann trage ich sie zum Trampolin. Glücklich klettert sie durch die Öffnung. Alle ihre Sorgen sind schlagartig vergessen, sie beginnt zu hüpfen und lacht.

Auch Fräulein Chaos bringe ich ihre Anziehsachen, einen kurzen Jumpsuit, und sie zieht ihn dankbar über. Es ist 19.30 Uhr, ich finde, so langsam könnten wir die Zelte abbrechen und nach oben gehen. Ich räume das Geschirr zusammen und packe es in unsere Tragetüte. Auch der restliche Kuchen kommt hinein. Die Zwillinge fanden ihn sehr lecker, es ist nicht mehr viel da. Im Grill glühen noch die letzten Kohlen. Ich nehme eine Wasserpistole und spritze die Kohlen nass. Es zischt. Das erregt die Aufmerksamkeit der vier Mädchen. Sie fragen, ob sie auch mal dürfen. Gut, dass wir genügend Wasserpistolen haben. Sie spritzen alle gemeinsam die Glut aus, bis ein kleiner See im Grill entstanden ist. In der Zwischenzeit fange ich eins der Meerschweinchen ein und hieve es in die Transportbox. Fräulein Ordnung löst sich vom Grill und kommt, um mir zu helfen. Sie fängt die anderen beiden Schweinchen ein. Herr Friedlich sieht, was wir tun und kommt angerannt. Er besteht darauf, die Box mit seinem Meerschwein "Tifftoff" (Christoph) zu tragen, obwohl es für ihn ganz schön schwer sein muss. Sobald er den Henkel angefasst hat, stürzt er los zum Kellerdurchgang. Huch - das geht mir ein bisschen schnell! Ich schnappe mir eilig die gepackte Tragetasche und renne hinter meinem Sohn her. Den Rest muss die bessere Hälfte übernehmen.

Herr Friedlich und ich gehen nach oben. Ich frage ihn, ob er ins Bett will, doch er schüttelt den Kopf. Ich würde ihm gern jetzt die Zähne putzen, damit er später dafür nicht zu müde ist, doch er verneint auch das. Ich seufze. Herr Friedlich rennt ins Mädchenzimmer und kommt gleich darauf mit einem dicken Paket Streu zurück: "Sauba mache!" ruft er. Er liebt es, mit mir den Holzkäfig der Meerschweinchen auszumisten. Da das sowieso dran ist, stimme ich zu, obwohl es mir eigentlich dafür schon zu spät ist, und wir machen uns an die Arbeit. Mein Sohn steht mit einer Kinder-Kehrschaufel auf dem Stuhl neben mir und schippt nasses Streu in eine Mülltüte. Dabei geht eine Menge daneben, aber das passiert mir auch. Ich werde es nachher zusammenfegen.

Die bessere Hälfte kommt hoch - mit den restlichen Meerschweinchen, aber ohne die Mädchen. Sie wollen noch mit den Zwillingen unten spielen. Das ist okay, finde ich. Es ist noch hell und sie sollen sich ruhig auspowern, dann schlafen sie besser ein. Als Herr Friedlich sieht, dass seine Schwestern nicht mitgekommen sind, bricht er die Säuberungsaktion ab. "Hof gehn, ich!" ruft er aufgeregt. "Hö? Du willst nochmal runter? Willst du nicht weiter saubermachen?", frage ich erstaunt zurück. "Nein sauba mache. Piele, Hof!", antwortet er mir. Ich nicke. "Okay, aber warte, ich ziehe dir eine Windel und ein T-Shirt an. Und deine Sandalen." Herr Friedlich kooperiert. Als ich ihm jedoch auch noch seine Strickjacke anziehen will, stoppt er mich. "Ich mitnehme! Rie anziehe." Er möchte, dass eine der Zwillinge, Marie, sie ihm unten anzieht. So ausgestattet klettert er die Treppen hinunter. Ich wende mich wieder dem Meerschweinchenkäfig zu und bitte die bessere Hälfte, doch mal den Müll runterzutragen, um zu gucken, ob Herr Friedlich die schwere Tür zum Hof aufbekommen hat. Hat er - die Mädchen haben ihm geholfen und tatsächlich zog Marie ihm gerade die Strickjacke über. Super.

Wir Erwachsenen haben nun etwas Zeit für uns. Wir unterhalten uns über den Tag und räumen nebenher die Wohnung auf. Morgen kommt die Putzfrau, da muss möglichst alles vom Boden weggeräumt sein. Wir werfen auch noch eine neue Waschladung an und die nasse Wäsche in den Trockner. Was man halt als Eltern so macht, wenn man ein paar Minuten ungestörte Zeit hat ;-).

Um etwa 20 Uhr klopft es an der Tür. Marie und Herr Friedlich stehen Hand in Hand davor: "Bett geehn!", ningelt der Kleine mich an. Marie fragt, ob die Mädchen noch ein bisschen unten bleiben können. Ich schaue aus dem Fenster auf die Lichtverhältnisse. Hell genug. "Ja, können sie", sage ich und trage meinen Sohn ins Bad, um ihm die Zähen zu putzen. Er ist nicht erfreut. "Ohne!", protestiert er. - "Nee, ohne kommen doch die Zahnmännlein und hämmern ein Loch, Herr Friedlich." widerspreche ich.  Ich behalte ihn auf dem Arm und bereite seine Zahnbürste vor. Er jammert zwar weiterhin, macht aber freiwillig den Mund auf, so dass ich putzen kann. Endlich liegen wir im Bett und mein Sohn kann stillen. Ich lese in meinem Handy die neuen Posts in unserem Forum und fange an, einen zu beantworten. Gleich wird Herr Friedlich einschlafen. Es war ja auch ein langer Tag.

Gerade, als ihm die Augen zufallen, klingelt es an der Haustür. Die Mädchen sind da. Noch beschwingt vom Spielen reden sie laut und übersprudelnd im Flur, während sie sich die Schuhe ausziehen. Sie sind deutlich im Schlafzimmer zu hören und Herr Friedlich schreckt wieder hoch. "Piele!", ruft er und krabbelt in Richtung Bettende. "Warte mal, Herr Friedlich! Du bist doch müde! Bleib mal hier", versuche ich ihn, zurückzuhalten. Manchmal funktioniert das und er kuschelt sich wieder ein. Heute aber nicht: "Müde nein! Piele!", erklärt mir mein Sohn. Er krabbelt aber nicht weiter, sondern wartet auf meine Antwort. Ich nicke und sage: "Na gut, dann los." Er krabbelt freudig vom Bett, winkt mir fröhlich, ruft: "Düüüüß! Beta!" (Tschüß, bis später!), und schlüpft aus der Tür.

Ich überlege, ob ich auch aufstehe, entscheide mich aber dagegen und schreibe die Antwort für das Forum fertig. Ich höre, wie die bessere Hälfte den Mädchen die Zähne putzt und der Sohn seine Autokiste auskippt. Normalerweise müsste nun bald Fräulein Chaos zu mir kommen. Sie mag Einschlafbegleitung und ist eigentlich immer früher müde, als ihre Schwester. Doch sie kommt nicht. Nach einer Weile faulen Rumliegens entscheide ich mich, mal nachzugucken und mich auch bettfertig zu machen. Die beiden Mädchen haben sich jeweils eine kleine Ecke in den Kinderzimmern gesucht, diese mit Schaffellen und Decken ausgelegt und scheinen dort heute schlafen zu wollen. Fragend schaue ich die bessere Hälfte an und ziehe die Augenbrauen hoch. "Sie sind Ayla und Iza...", bekomme ich zur Antwort. Natürlich, das Steinzeitprojekt. Ich bin gespannt, ob sie es die ganze Nacht auf dem harten Fußboden aushalten. Ich schaue noch um die Ecke, um zu gucken, was Herr Friedlich macht und sehe ihn mit seinem Kran hantieren. Dann gehe ich duschen und Zähne putzen.

Während die bessere Hälfte nach mir das Gleiche macht, lege ich mich ins kleine Kinderzimmer aufs Bett. Sollte eins der Kinder noch Aufmerksamkeitshunger haben, wäre ich bereit, diesen nun zu stillen. Sie sind aber alle drei mit ihren Dingen beschäftigt und beachten mich nicht. Nach einer Weile ziehe ich mich zurück ins Familienbett und warte dort lesend auf die Kinder, die da kommen mögen. Da Herr Friedlich noch wach ist, bleibt die bessere Hälfte im Mädchenzimmer auf dem Bett und liest auf dem Handy, um in der Nähe zu sein, wenn der Kleine etwas braucht. Doch es bleibt alles ruhig.

Es ist 20.45 Uhr, als mein Sohn selbständig ins Bett gekrabbelt kommt. Ultra-spät für ihn! Ich denke, als er vorhin fast an meiner Brust eingeschlafen war, hat er kurz Energie gesammelt, deshalb ist es heute so spät geworden. Normalerweise schläft er früher ein - im Winter, wenn es draußen dunkel ist, sogar zwischen 18 und 19 Uhr. Er wirft sich schnell an meine Brust und ist innerhalb einer Minute eingeschlafen. Ich warte auf die Töchter, doch keine kommt. Sie schlafen relativ schnell auf dem Boden ein. Eine, Fräulein Ordnung, wird tatsächlich die ganze Nacht dort bleiben. Die andere kommt gegen 4 Uhr ins Familienbett gekrochen und kuschelt sich zwischen uns Erwachsene. Ich surfe noch bis 23 Uhr auf dem Handy im Netz und weiß jetzt schon, dass ich mich morgen früh dafür hassen werde. Aber manchmal muss man auch als Erwachsene mal unvernünftig sein...


Kindern Verantwortung übergeben


In meinem Artikel über den Unterschied zwischen Wünschen und Bedürfnissen hatte ich geschrieben, dass es wichtig ist, Kindern Verantwortung zu übergeben. Verantwortung für sich selbst - wenn sie Entscheidungen fällen, die sie selbst betreffen - und Verantwortung für das Wohl der Gemeinschaft, wenn sie freiwillig Dinge tun, die eine echte Hilfe für ihre Familie darstellt.

Das Thema Verantwortung wird von vielen Eltern aus Unwissenheit oft falsch verstanden. Eine Freundin von mir überlegte, ob sie ihrer großen Tochter (sie ist 6) die Aufgabe übertragen solle, die Blumen in der Wohnung regelmäßig zu gießen. Sie war sich jedoch unsicher, was sie tun sollte, wenn das Mädchen das vergisst. Sollte sie die Blumen absichtlich vertrocknen lassen, damit das Mädchen lernt, dass es wichtig ist, seine Aufgaben gewissenhaft auszuführen? Sie wolle sie auf keinen Fall bestrafen, wenn sie das Blumengießen vernachlässige, aber wie solle man seinem Kind denn sonst beibringen, Verantwortung zu übernehmen und zum Wohl der Gemeinschaft beizutragen? Meiner Meinung nach zäumt man so das Pferd von der falschen Seite auf.

Wie ihr im Text an den hellgrünen Hervorhebungen erkennen konntet, tragen meine drei Kinder relativ viel am Tag zum Wohl der Familie bei. Sie tun das aus Freude daran, den anderen helfen zu können, aber natürlich suchen sie sich erst einmal - sie sind ja noch klein - nur das aus, was ihnen auch Spaß macht. Fräulein Ordnung übt gerade so furchtbar gern das Aufschließen von Türen und hat es sich eben zur Aufgabe gemacht, das für uns zu tun. Dabei kommt es vor, dass sie relativ lange darauf warten muss, bis wir auch an der Tür angekommen sind. Diese Wartezeit schult jedoch gleichzeitig ihre Abwarte-Kompetenz. Es kommt auch vor, dass wir abwarten müssen, bis sie es geschafft hat, aufzuschließen, aber ich sehe das nicht negativ: So lernen auch ihre Geschwister, abzuwarten und nicht an der falschen Stelle Zeitdruck auszuüben.

Fräulein Ordnung kümmert sich außerdem wirklich gern um die Meerschweinchen. Sie ist stolz darauf, dass diese sich von ihr einfangen lassen und nicht weglaufen. Das bedeutet jedoch nicht, dass ich mich darauf verlassen kann, dass sie sich jeden Tag um sie kümmert. Das erwarte ich auch gar nicht - ich bin die Erwachsene, d. h. es ist meine Verantwortung, dass es den Tieren gut geht. Aber ich freue mich natürlich über jede Arbeitserleichterung. Fräulein Chaos dagegen liebt es, zu kochen und zu backen. Sie weiß, dass wir beiden Erwachsenen das nicht soooo mögen und ich nur einfache Gerichte kochen kann. Deshalb hat sie schon recht früh diese Nische in unserer Familie erobert. Sie hat bei Freunden regelmäßig Kochstunden und werkelt total gern mit scharfen Messern. Das bedeutet nicht, dass sie hinterher auch alles abwäscht oder aufräumt - das übernimmt die bessere Hälfte für sie, denn es würde noch ihre Durchhalte-Kompetenz überfordern. Es bedeutet auch nicht, dass sie jeden Tag für uns kocht oder backt - auch hier liegt die Gesamtverantwortung bei uns Erwachsenen.

Selbst Herr Friedlich mit seinen zwei Jahren trägt schon aktiv zum Wohl der Gemeinschaft bei. Er pflückt das frische Grün für die Meerschweinchen, säubert mit mir ihren Käfig, gießt Blumen und Gras. Auch er steht schon liebend gern am Herd und rührt z. B. heiße Suppe vorsichtig um. Er merkt, dass uns das hilft und gleichzeitig macht es ihm Spaß. Wenn das keine Win-Win-Situation ist, dann weiß ich auch nicht.

Ich denke, dass hier der Schlüssel zur Ausbildung von Verantwortung liegt: Wenn die Kinder sich selbst aussuchen dürfen, wie sie der Gemeinschaft helfen und auch kein Druck dahinter steht, es immer tun zu müssen, dann tun sie es gern und im Gehirn verbindet sich das mit einem beglückenden Gefühl. Dieses Gefühl bringt sie dazu, es immer wieder tun zu wollen. Es wird für sie zu einer angenehmen Selbstverständlichkeit, ihren Beitrag zu leisten, und Verantwortung zu übernehmen. Ich merke schon jetzt bei meinen großen Mädchen, dass sie Dinge übernehmen, um die ich sie bitte, auch, wenn sie nicht immer Lust dazu haben. Wenn man einem Kind jedoch eine Aufgabe überträgt, die es sich vielleicht nicht selbst ausgesucht hat, nur damit es "Verantwortung lernt", kann das schnell nach hinten los gehen. Denn dann verbinden die Kinder mit "Verantwortung" eine beleiernde Schwere. Etwas, was man tun muss, weil es sonst irgendwelche Konsequenzen gibt. Der vielleicht anfängliche Stolz über die übertragene Aufgabe wird überlagert durch den Zwang, der dahinter steht, und auch durch das Gefühl des Scheiterns, wenn z. B. die Grünpflanzen verdorren. Man erreicht als Eltern damit eigentlich genau das Gegenteil von dem, was man erreichen möchte. Weil die Kinder das Wort Verantwortung dann möglicherweise mit dem Gefühl von Überwindung und ungeliebter Arbeit verbinden, drücken sie sich darum, so oft es geht.

Auch Eigenverantwortung, also das Treffen von Entscheidungen, die einen selbst betreffen, gehört zu den Grundbedürfnissen eines Menschen und macht uns glücklich. Die im Text orange hervorgehobenen Sätze sind die Momente, in denen meine Kinder in diesen drei aufgezeichneten Tagen selbst entscheiden konnten. Wie ihr vielleicht herausgefiltert habt, sind das vor allem Situationen, in denen es um ihren eigenen Körper geht. Sie essen so viel oder wenig, wie sie wollen. Ich stelle zwar vor allem gesundes Essen zur Verfügung, aber ich interventiere nicht, wenn sie z. B. am Abend kein Brot essen, sondern nur Joghurt, auch wenn ich denke, dass das eigentlich zu wenig ist. Auch das Schlafengehen ist selbstbestimmt. Ich weiß als Mutter zwar, wann die einzelnen Kinder so in etwa müde werden und sehe auch zu, dass sie bis dahin möglichst schon gewaschen sind und Zähne geputzt haben, aber ich schreite nicht ein, wenn sie länger aufbleiben wollen oder im Bett merken, dass sie doch noch nicht müde sind.

Hier gibt es allerdings einen wichtigen Unterpunkt: Ich stehe am Abend zwar zur Einschlafbegleitung bereit, nicht aber zum Spielen, denn ich brauche die Zeit zur eigenen Erholung. Das Meerjungfrauen-Angeln ist dabei eine temporäre Ausnahme, da Fräulein Ordnung in letzter Zeit viel zurückgesteckt und kooperiert hat und wir Eltern gemerkt haben, dass es wichtig ist, dass wir ihr exklusiv den Aufmerksamkeitstank füllen. In dem Fall wog ihr Bedürfnis mehr als das Bedürfnis der Erwachsenen. Das Einführen dieser "Alleine-Spiel-Zeiten" (wir haben mehrere am Tag) war zunächst etwas mühselig, da unsere Kinder natürlich gern ununterbrochen mit uns zusammen gespielt hätten. In etwa lief das wie bei Herrn Friedlich jetzt, der zwar murrend akzeptiert, dass wir unser Abendbrot gern in Ruhe aufessen wollen, oft jedoch etwa alle 5 Minuten gucken kommt, ob wir schon fertig sind. Manchmal findet er aber schon allein ins Spiel, ich bin also guter Hoffnung, dass auch er bald sein Bedürfnis für unser Bedürfnis zurückstecken kann.

Ab und zu gibt es jedoch Entscheidungen, die ich für meine Kinder treffe, auch wenn diese nicht immer wohlwollend aufgenommen werden. Das Zähneputzen ist so eine Sache - ihr habt das bei den roten Markierungen gesehen. Ich hatte als Kind viele Löcher in den Zähnen und war leider Dauergast bei meiner Zahnärztin. Diese war nicht sehr empathisch, so dass ich noch heute wirklich ungern zu meinem (total einfühlsamen!) Zahnarzt gehe. Da ich das meinen Kindern ersparen möchte, achte ich aufs Zähneputzen. Ich erzwinge es jedoch nicht. Es gab Momente, in denen Herr Friedlich es verweigert hat, weil er neue Zähne bekam und ihn das schmerzte: Da ging er dann ohne Putzen ins Bett. Ich bemühe mich jedoch am Abend ausgiebig darum, alle Kinder von der Wichtigkeit der Zahnhygiene zu überzeugen.

Insgesamt glaube ich, dass Verantwortung und Eigenverantwortung einen wichtigen Beitrag zur Grundzufriedenheit von Kindern machen, insbesondere von Kindern ab dem 5. Lebensjahr. Wenn euch also eure Vorschul- oder Grundschulkinder notorisch unzufrieden vorkommen, dann versucht, ihnen mehr von beidem zu geben. Möglicherweise befriedigt ihr damit ein Bedürfnis, das eure Kinder bei sich selbst noch nicht einmal geahnt haben.

© Snowqueen

69 Kommentare:

  1. Hallöle!
    Vielen lieben Dank für einen neuen wirklich tollen Artikel! Ich konnte jetzt noch gar nicht zu Ende lesen, weil ich Euch dringend etwas mitteilen möchte. Sobald Kleinkinder und Trampolin in Zusammenhang gebracht werden bekomme ich noch immer einen Schreck. Meine Tochter brach sich im Alter von 3 Jahren auf einem Trampolin das Schienbein. Ohne, dass sie irgendwie komisch oder falsch aufkam sondern einfach, weil die Knochen dem Druck nicht standhalten konnten. Es war sozusagen ein spontaner Ermüdungsbruch. Im Krankenhaus hatten die Ärzte dazu eine eindeutige Meinung und tatsächlich, mit ein wenig Recherche fand ich auch Studien bzw. Empfehlungen von Ärzten, Kinder erst ab 6 Jahren auf ein Trampolin zu lassen. Ich kenne Euer Trampolin nicht und ich denke, dass der Druck auf einem kleinen Trampolin oder auf einem relativ festen weniger ist, als auf einem, bei dem es sehr tief federt. Ich wollte das nur loswerden, weil ich mir damals gewünscht hätte, ich hätte davon gewusst. Dass Kinder nur einzeln springen sollten ist wahrscheinlich eh klar. Vielleicht interessiert es ja den einen oder anderen... Liebe Grüße Richy

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    1. Liebe Richy, das wusste ich tatsächlich noch nicht- vielen dank für deine Warnung. Die Mädchen sind ja fast 6, da dürfte es also ok sein. Aber wie mache ich Herrn Friedlich klar, dass er nicht mehr hüpfen darf? Oh weh....
      LG, snowqueen

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    2. Ich weiß ja nicht, wie Hr Friedlich hüpft, aber beiden Kleinen, die ich hüpfen sehe, ist das mehr ein Lauf-Hüpf-Fall-Sitz-Hüpfen. Darüber mache ich mir keine Sorgen. Eher wenn sie älter sind und "Stunts" machen oder wirklich bis zur völligen Erschöpfung hüpfen.
      Marie

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  2. Vielen Dank,dass du uns erneut an deinem Alltag teilhaben lässt. Bei vielen Situationen musste ich schmunzeln,da sie mir bekannt vorkommen . Besonders die mit dem Trampolin. Die Regel "Gäste dürfen zuerst" finde ich gut,vielleicht verrätst du noch,wie ihr diese Regel "eingeführt" habt.das wäre toll. Denn ich versuche diese auch bei meiner dreijährigen Tochter einzuführen,aber wir scheitern,da sie meistens so brüllt,dass die Gäste ihr dann doch den Vortritt lassen,was natürlich bedeutet,dass sie beim nächsten Mal auch wieder brüllt;-)

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    1. Och, Herr Friedlich findet es auch oft doof, wenn andere vor ihm Hüpfen dürfen oder er nicht mit Smarties im Mund auf das Trampolin darf. Ich nehme ihn dann auf den Arm und tröste und gehe ein wenig vom Trampolin weg, so dass die Gäste oder Schwestern springen können. Es geht bei dem Weinen ja nur darum, auszudrücken, wie doof er diese Regel findet. Das kann man ja tröstend begleiten. Ich würde den Gästen dann danken, wenn sie wegen des Weinens das Trampolin freimachen wollen, aber sagen, dass es ok ist und sie hüpfen dürfen.
      LG, snowqueen

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  3. "um das Grillfleisch, Gemüse und die Meerschweinchen zu holen" Hi hi... 😂 Ich bin vor lachen fast von Stuhl fallen!
    Toller Artikel. Danke dafür!

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  4. Sehr interessant euer Bericht zu den Abenden. Was mich in Bezug auf die freie Einschlafzeit interessieren würde: was macht ihr, wenn ihr genau merkt, dass Herr Friedlich saumüde ist, er aber noch nicht schlafen gehen will?
    Diese Situation haben wir hier leider regelmäßig. Der Zwerg darf im Grunde selbst entscheiden, wann er schlafen geht. Es gibt nur eine Regel: Sobald die Fische schlafen (Aquariumlicht geht aus) wird nicht mehr gestillt, bis er ins Bett gehen und schlafen will. Das habe ich so angefangen, weil er vor dieser Regel immer häufiger ohne Zähneputzen und Windelwechseln eingeschlafen ist. Seit der Regel ist die Abendroutine wieder einfacher durchzusetzen. Nur leider will er trotzdem manchmal stillen, bevor er bettschwer ist und tankt dabei nochmal genug Energie, um anschließend gar nicht mehr schlafen zu wollen. Trotzdem ist er so müde, dass jeder Handgriff (sowohl eigene als auch meine) zu einem Wutanfall führen kann. An schlafen ist so natürlich auch nicht zu denken.

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    1. Wenn ich merke, Herr Friedlich ist ultra-müde und weint bei jeder Kleinigkeit, dann nehme ich ihn auf den Arm und bringe ihn ins Familienbett. Auch wenn er protestiert. Normalerweise entspannt er sofort, wenn wir uns hinlegen. Würde er dann dort aber nochmal aufstehen und vom Bett krabbeln, würde ich ihn lassen und gucken, wie es weitergeht. Bei Ausrasten wegen jeder Kleinigkeit oder Verletzungsgefahr wegen Müdigkeit greift die "beschützende Macht", die wir Eltern anwenden können. Wir entscheiden dann.
      An deiner Stelle würde ich die Regel beibehalten, nicht mehr zu stillen, wenn die Fische schlafen, damit er diesen Energieschub nicht bekommt.
      LG, snowqueen

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    2. Naja, er behauptet dann aber einfach, er will jetzt schlafen, dann darf er natürlich stillen und nach einiger Zeit springt er mit diesem leidigen Schub wieder auf.

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    3. wir haben das so ähnlich beim Großen mit der Milchflasche abends. ALso sprich: Er darf noch wach bleiben und ins Bett, wenn er müde ist. Er will noch eine Milch, weil er schlafen will (zum Schlafen darf er die haben) und sobald er sie getrunken hat, möchte er wieder aufstehen, spielen und wenn er dann ins bett geht (dann wirklich) NOCH EINE MILCH. das hatten wir ein paar tage, bis ich das gerafft habe. habe ihm dann erklärt, dass er ab morgen nur noch EINMAL milch zum einschlafen bekommen kann. er darf sich aber aussuchen, ob er die im bett trinkt zum einschlafen oder ob er sie trinkt und dann nochmal spielt und später ohne milch tatsächlich schlafen geht. einen abend war er dann natürlich sehr unzufrieden, hat das aber dann angenommen und trinkt die milch wieder nur vor dem schlafen gehen. aber er ist halt auch schon 33 monate und versteht das ganz gut. ich weiß ja nicht, wie alt deiner ist?!
      vielleicht hilft es dir. LG Jenny

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  5. Ich versteh, dass es wenig Sinn macht, Vorschulkindern die alleinige Verantwortung für Aufgaben im Haushalt zu geben. Aber wir haben immer wieder Diskussionen mit der Mama meines Ziehsohns (fast 10, dritte Klasse), der 14-tägig bei uns ist. Sie meint, dies würde ihn überfordern. Wir meinen, er sollte lernen Verantwortung, für seine Sachen selbst zu übernehmen und bspw. sein Bett selbst morgens lüften und Dreckwäsche selbst in den Wäschekorb bringen. Klar sind das keine Lieblingsaufgaben, aber ich kann es doch nicht der Schule überlassen, zu zeigen, dass man manche Sachen einfach machen muss, auch wenn man keine Lust hat. Oder wie seht Ihr das?

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    1. Wieso habt ihr da Diskussionen? Sie macht ihr Ding, bei euch so, wie es der KV gut findet. Grundsätzlich glaube ich aber auch nicht, dass man Verantwortung dadurch lernt, dass man seine eigene Wäsche wegbringt und sein Bett lüftet. Das wird er irgendwie in seiner eigenen Wohnung auch so hinbekommen. Das man Sachen machen muss, zu dem man vielleicht keine Lust hat, bietet einem das Leben auf ganz natürliche Weise selbst und immer wieder mal. Die Schule an sich kann ja auch schon so ein Ding sein. Zähne putzen, Medizin nehmen, sich mit einem Freund aussöhnen, etc etc. wichtiger wäre mir doch, zu vermitteln, dass in einer Gemeinschaft alle zum Funktionieren beitragen und das man sich hilft. Das man diese Hilfe vielleicht auch braucht und zu schätzen weiß. Man kann doch auch jeden machen lassen, was er lieber mag. Ich räume Junior auch nicht alles hinterher. er hat aber schon öfter das DVD Regal aufgeräumt, statt seines Zimmers. gibt der Katze Leckerlies und ich organisiere was zu trinken. Oder gestern: Er hatte seinen Roller, ich Rucksack, Katzenstreu. Natürlich trage ich dann nicht auch noch den Roller hoch. Aber, er hat dann gemeint, er würde dafür den Rucksack nehmen. Oder, oder. ... Klar kann man sagen, man möchte, dass das Bett gelüftet ist, und ich kann sogar verstehen, dass er die Dreckwäsche selber wegpacken soll, weil man das selber nicht mag, aber nicht künstlich, um Verantwortung zu lernen. Vor allem würde ich einen 14tägigen Besuch nicht mit solchen Kleinkämpfen verderben. wirklich Erziehen kann dein Mann da eh nichts. ich würde eher die Schiene fahren, dass ich mir, wenn er bei mir ist, einen Beitrag zur Gemeinschaft wünsche, bzw wenn du auf seine Dreckwäsche keine Lust hast, dann bittest du darum, dass er sie wegpackt. Und dann würde ich es aber auch nicht mit, "du musst lernen, Verantwortung zu übernehmen", verpacken, sondern mit der Wahrheit. Du kannst und willst nicht alles machen und für seine Dreckwäsche ist er selbst zuständig. Und wenn die Mutter damit kein Problem hat, macht sie es halt. Mich störts bspw auch nicht, dennoch macht junior andere Dinge, freiwillig, wird der junge sicher auch tun zuhause. Und damit im Grunde auch eine Verantwortung lernen: wichtig und wertvoll für die Gemeinschaft zu sein und nicht, "das Leben ist kein Ponyhof"

      Da jetzt die Notwendigkeit einer die Elternebene belastende Diskussion mit der KM daraus zu machen, erschließt sich mir jetzt nicht.

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    2. Liebe Anonym, grundsätzlich gebe ich dir Recht, wenn du sagst, dass ein Zehnjähriger nicht von Verantwortung überfordert ist. Die Frage ist nur - welche Art der Verantwortung trägt ein solches Kind? Ich finde z.B. - und damit ecke ich bei vielen Eltern an - dass ein Drittklässler alleinige Verantwortung für seine schulischen Hausaufgaben hat. Ob er sie macht, oder nicht, sollte ihm überlassen sein. Auch, ob er in der Schule lernt, oder nicht, ist meines Erachtens seine Entscheidung. (Das ist ein Punkt, wo viele Eltern sagen: Die Weitsicht haben Kinder noch nicht. Das stimmt - ich werde dazu wohl noch einen Artikel schreiben, um das genauer zu erklären.) Er trägt die Verantwortung für seine Gesundheit, d.h. er entscheidet, ob er im Winter eine Jacke trägt, oder nicht. Er ist verantwortlich dafür, morgens nicht zu müde zu sein, d.h. er sollte entscheiden, wann er ins Bett geht. Für mein Empfinden fällt dagegen seine Dreckwäsche oder das Lüften seines Bettes nicht unbedingt in seine Verantwortung, auch, wenn das vielleicht für dich komisch klingt. Aber ich finde, dass wir Erwachsene dafür verantwortlich sind, dass das Kind in einer gesunden Umgebung schläft (Stichwort Schimmel) oder saubere Sachen im Schrank hat. Ob er dann in diesem Bett schläft, oder auf dem nackten Boden, oder ob er die sauberen Sachen anzieht, oder dreckige vom Vortag ist wiederum seine Entscheidung. Es ist auch unsere Verantwortung, gesundes Essen einzukaufen - wie viel oder was das Kind davon dann isst, ist dann seine Verantwortung.

      Die Frage ist - was ist DEIN Bedürfnis hinter dem Wunsch, dass er mithilft? Wenn du das herausfindest, kannst du vielleicht einen anderen Weg finden, ihn dazu zu bringen. Ist es Wertschätzung für deine Arbeit? Möchtest du, dass er sieht, wie schwer es für dich ist, die ganze Wohnung sauber zu halten und du wünscht dir, dass er mithilft, damit deine Arbeit nicht ganz so viel ist? Dann öffne dich ihm gegenüber. Sag, dass es dir wichtig ist, dass er sieht, wie hart du arbeitest und frag ihn, ob er eine Aufgabe finden kann, die er dir abnehmen kann. Eine, bei der er Verantwortung für die Familie übernimmt, und Freude daran hat? Ich z.B. bin als Kind wirklich gern Leergut zurückbringen und Einkaufen gegangen. Meine Aufgabe aber war, den Mülleimer zu leeren - das habe ich gehasst! Mein Fräulein Ordnung mag aufräumen nicht, aber sie liebt sortieren (was ich nicht mag). So sitzt sie, während wir anderen die Wohnung aufräumen, vor dem Spielzeug-Obst und Gemüse und sortiert es ordentlich in die entsprechenden Blechbüchsen. Ich würde das wiederum einfach nur kunterbunt in den Spielzeugkühlschrank räumen - doch dann, das haben wir festgestellt, spielt Herr Friedlich nicht so gern damit. Er mag es, die eingeräumten Sachen auszuräumen. Wenn Chaos von Anfang an herrscht, spielt er ungern damit. Deshalb hilft Fräulein Ordnung mit ihrer Aufgabe genauso viel, wie wir anderen, wenn wir die Wohnung säubern- sie trägt ihren Teil bei.

      Oder gibt es ein ganz anderes Bedürfnis hinter deinem Wunsch, dass er mitmacht? Schreib mir ruhig noch einmal, dann können wir es gemeinsam herausfinden.

      Liebe Grüße, snowqueen

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    3. Naja, eigentlich sind dies auch mehr Sympthomen als das eigentliche Problem - wahrscheinlich wie so häufig. KM und KV haben sehr unterschiedliche Ansichten und Herangehensweisen und die Probleme des Kindes sind vielschichtiger, was den Rahmen hier wohl sprengen würde. Aus unserer Sicht und seinen Erzählungen gibt es Probleme bei der Mutter - aber die kann man alle 14 Tage nicht ausgleichen und das, was sich daraus entwickelt kaum beeinflussen.
      Aber wir können auch nicht in diesen Tagen bei uns einen komplett anderen Alltag und Regeln haben (und seinem Wunsch entsprechen den ganzen Tag vor dem Fernseher zu verbringen - so wie daheim). Schließlich ist er hier auch nicht das einzige Kind. Wir versuchen eben, das beste draus zu machen - auch für ihn. Doch das ist sehr schwierig.

      Unser Wunsch ist eindeutig, dass er sich auch von selbst am Familienleben beteiligt, und dass er sieht und begreift, er kann auch selbst etwas leisten und beeinflussen. Doch ohne "Anstoß" kommen wir da leider nicht voran, da es bspw. ein gemeinsames Familienleben bei der Mutter (trotz weiterer Geschwister) laut seinen Erzählungen nicht gibt. Und dank fehlendem Selbstvertrauen macht er lieber nichts, statt etwas falsch zu machen. Daher versuchen wir, ihn mit kleinen Aufgaben aus seinem "Mauseloch" herauszuholen - denn sein Komfortbereich wird auf dem mütterlichen Weg leider immer immer kleiner und das ist sehr traurig mit anzusehen - nicht nur für meinen Mann.

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    4. Ah, ok, das kann ich nachvollziehen. Das ist wirklich etwas komplizierter. Mmmh. Vielleicht hat er das Gefühl, nicht wirklich zu euch zu gehören. Nicht Teil der Gemeinschaft zu sein, sondern nur Besuch? Ich kann das von hier aus schlecht beurteilen. Vielleicht könnt ihr eine Aufgabe für ihn finden, für die er sich mehr begeistern kann, als Wäsche wegbringen und Betten lüften? Gibt es irgendwas, was ein bisschen "gefährlicher" ist, bei dem er sich größer fühlen kann? Mit Messern schneiden, mit dem Hund allein Gassi gehen, Bäume im Garten beschneiden, einen Tisch mit dem Papa zusammen bauen?
      LG, snowqueen

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  6. Danke, war wieder toll zu lesen und hilft mir, meine Sichtweise auf bestimmte Dinge zu verbessern. :-)

    Schönes Wochenende euch allen,Anja

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  7. Es ist wirklich sehr spannend, über deinen Alltag zu lesen. Wie merkst du dir das alles nur?? Ich wüsste am Abend nur noch die wichtigsten Ereignisse und ganz sicher könnte ich keine Dialoge oder exakte Abläufe wiedergeben...
    Abgesehen davob ist mir aufgefallen, dass ihr doch irgendwie es immer schafft, auf alle Kinder einzugehen. Bei uns dominiert der Große (fast 6) den Tagesablauf. Ob wir noch was unternehmen, rein oder raus gehen. Wenn er keine Lust hat, sträubt er sich so sehr, dass es dann eh keinen Spaß mehr macht. Mit dem Kleinen (2,5) kann ich nicht alleine spazieren oder raus gehen. Außer in den Garten. Aber das ist dem Kleinen dann auch wiederum zu langweilig. Ich bin nachmittags auch oft erledigt von der Arbeit, da macht mich das stillsitzen dann völlig fertig. Die Kinder können dann nicht alleine spielen und gemeinsam funktioniert es auch nicht richtig. DAS nenne ich mal chaotisch und nicht Eure harmonischen Nachmittage an denen doch jedes Kind sich seinen Aufmerksamkeitstank füllen kann. Also ich finde es sehr schön, dass es bei Euch so klappt und ich bewundere auch die Selbstständigkeit/Fantasie und das Interesse Eurer Kinder. Das ist Wahnsinn! Es macht Spaß,das zu lesen.

    Mir ist auch aufgefallen, dass Du Dir solche Gedanken darüber machst,was andere Denken könnten. Selbst wenn andere (wie die Oma auf dem Spielplatz) so eine Unverfrorenheit besitzen, sich lautstark über Deinen Umgang mit Deinem Kind zu äußern, sollte das Anlass für Dich sein, darüber hinwegzusehen. Was ist das für ein Mensch bitteschön!? Es geht Dich aber nichts an. Genausowenig wie sie es etwas angeht, wie Du Deine Kinder tröstest. Also merke: "Was andere über Dich denken ist ihre Privatsache und GEHT DICH NICHTS AN!" Also zerbrich Dir Dein kluges Köpfchen nicht darüber. Du weißt, wann es Zeit ist zu gehen. Und Du entscheidest das dann auch, wenn die Zeit gekommen ist. PUNKT.

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    1. Ja, ich mache mir zu viele Gedanken um die Menschen um uns herum. Es ist etwas, das noch aus meiner Kindheit kommt ('Was sollen denn die Leute sagen?') und das ich versuche, für meine Kinder zu überwinden. Manchmal klappt das. Manchmal nicht.

      Ich danke dir <3

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  8. Liebe snowqueen,

    von mir auch herzlichen Dank für Teilhaben lassen. Ich habe mich genauso gefragt, wie Du Dir das alles merkst. Ich müsste das wohl aufnehmen.... könnte jetzt schon nicht mehr die genaue Chronologie unseres Morgens erzählen (wo alleine mit den 3en auch viel nebenher und spontan passiert). Und was ich mich auch frage, und was mich auch wirklich interessiert, ob Ihr keine / wenig Streitereien zwischen den Geschwistern habt? Hast Du das hier einfach nicht geschildert? Gibt es die nicht? Lösen die (nahezu) alles selbst?
    Ich finde das mit unseren 3 Jungs nach wie vor ein großes Thema,auch wenn es so, so viel leichter geworden ist, und ich finde, sie machen das eh schon super miteinander. Manchmal aber auch nicht.
    Und ich nehme mir das als Anlass, auch mal einen Tag genauer aufzuschreiben, als Erinnerung für später und für unsere Kinder.

    Also, vielen Dank nochmal und lieben Gruß
    quinki

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    1. Wenn ich mir vorgenommen habe, mir den Tag zu merken, dann schreibe ich währenddessen alles im Kopf mit. Also ich erzähle mir, während ich die Dinge tue, das Ganze wie ein Märchen nochmal im Kopf: 'Und dann ging sie zum Kindergarten und öffnete die Gartentür...' So kann ich mir das gut bis zum nächsten Morgen merken, dann schreibe ich es auf. Kleinere Dialoge schreibe ich im Handy mit, damit ich sie nicht vergesse.

      Streit, mmmh. Also im Großen und Ganzen haben wir wirklich wenig Streit. Mehr wird es, wenn eins der Kinder das Gefühl hat, es kommt zu kurz. Dann ärgert es seine Geschwister. Das sehe ich ja dann und kann drauf reagieren. Also das Aufmerksamkeitsdefizit auffüllen. Das kommt vielleicht einmal in der Woche vor? So in etwa. Keinere Dinge wie 'Ich will aber mit der Puppe spielen, gib sie her!' lösen sie selbst.

      Tatsächlich haben wir aber momentan ein kleines Problem (ab und zu, nicht immer) zwischen den Fräuleins. Fräulein Chaos möchte sich von ihrer Schwester abgrenzen, ihre eigenen Dinge tun, ihre eigenen Sachen mögen. Fräulein Ordnung möchte nah bei ihrer Schwester sein und kopiert alles, was sie tut. Sie mag dann die selben Bücher, die selben Figuren, die selben Serien, obwohl sie eigentlich vor ein paar Tagen noch für etwas anderes schwärmte. Das wiederum macht Fräulein Chaos aggressiv, weil sie sich ja abrenzen will. Ich habe noch keine Lösung für dieses Problem gefunden. Ich kann sowohl das Bedürfnis der einen, als auch das Bedürfnis der anderen nachvollziehen. Sobald ich einen Ausweg finde, werde ich einen Artikel darüber schreiben!

      Liebe Grüße, snowqueen

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  9. Oh danke, ich bin auch immer wieder froh über die interessanten Berichte und Erklärungen. Meine Kinder helfen auch sehr gern und ich muss mich dann immer beherrschen, dass ich sie dabei nicht ständig ausbremse, weil es leider häufig am Ende Mehrarbeit für mich bedeutet, wenn sie mir "helfen". Zum Beispiel wollen sie gern mit putzen, haben mich damit auch schon überrascht: da stand die Küche buchstäblich unter Wasser, weil sie den Fußboden nass gewischt haben - sie wussten ja noch nicht, dass man dafür den Mop erst ordentlich auswringen muss. Ich habe meinen Schreck schnell versucht zu überspielen und als positive Überraschung dargestellt, weil das ja wirklich lieb gemeint war. Aber als sie dann wenig später mit ebenso nassen Lappenbegannen die Fenster zu "putzen", habe ich dann immerhin versucht zu erklären, dass man da nochmal nachwischen und das ordentlich trocken reiben muss.
    Meine Frage wäre daher, wie schaffe ich es, die Freude am Helfen nicht zu verderben, aber gleichzeitig zu erklären, wie im konkreten Fall "richtig" oder besser geholfen werden kann, ohne dass ich hinterher die doppelte Arbeit habe??? Die Mädels sind übrigens 4 und 5

    Gruß,
    Susanne

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  10. Danke für diese klare Sichtweise! Ich finde es manchmal schwierig, das in die Tat umzusetzen. Weil auch mein Sohn bald in die Schule kommt und die Lehrerin (sehr nette Person) bei der Schulbesichtigung den Eltern Druck gemacht hat in Hinblick auf Selbstständigkeit und Gehorsam. Dass die Kinder das noch üben müssen, bis sie in die Schule kommen, dass sie auf das hören, was ihnen gesagt wird. Und das nicht irgendwann in ein paar Minuten, sondern sofort. Und ich denke, da werden die Kinder schon reinwachsen. Soll ich deshalb zuhause Druck machen, wenn ich z. B. verlange, dass mein Sohn die Jacke aufhängt? Ob er es jetzt macht, oder später, ist mir nicht so wichtig. Ich kann natürlich verstehen, dass es nervt, wenn ein Kind nur macht, was es will. Aber das habe ich doch dann auch nicht in der Hand.
    Dummerweise habe ich ein Kind, das dahingehend immer eine eigene Meinung hat. Die Lehrerin hat z. B. die Kinder gebeten, einen bestimmten Teppich nicht mit Straßenschuhen zu betreten. Was macht mein Kind? Krabbelt auf den Knien über den Teppich, sodass die Schuhe diesen nicht berührt haben. Ich hab mich geärgert, weil er trotzdem drauf ist. Aber er hat den Wunsch der Lehrerin ja respektiert. Nur nicht richtig interpretiert. Da musst du echt ganz klare Sprache einsetzen und das finde ich zuhause auch anstrengend.
    Aber so ist das Kind einfach. Ist ja nicht so,dass es machen darf,was es will. Aber wenn ich noch mehr Druck mache, geht gar nix mehr. Freiwillig. Und das fände ich sehr schade.
    Marie

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    1. Liebe Marie, ich habe gerade sehr gelacht, als ich las, wie dein Sohn das Teppich-Verbot umgangen ist. Sehr clever! Da ich selbst Lehrerin bin, weiß ich allerdings, wie wichtig es wirklich ist, dass Kinder in der Schule 'hören' und 'funktionieren'. Das liegt aber an der einengenden Struktur der Schule. Es kann zum Problem werden, wenn ein Kind sich nicht einordnet - verstehe mich nicht falsch, nicht das Kind ist das Problem, aber es könnte dem Kind dann zum Verhängnis werden, wenn es auf die falschen Lehrer trifft. Wenn es als Unruhestifter gesehen wird etc. Es ist wichtig, dass dein Sohn da nicht falsch etikettiert wird.
      Ich denke nicht, dass es sinnvoll ist, dass du deshalb auch bei deinem Sohn zuhause Druck machst, 'damit er es lernt'. Aber er ist groß genug, damit du mit ihm darüber reden kannst und ihm erklären kannst, was in der Schule wichtig ist und was erwartet wird. LG, snowqueen

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    2. Ja, so sehe ich das auch und spreche auch mit ihm darüber. In dieser Situation allerdings denke ich, er kann sich gar nicht erwartungsgemäß verhalten, weil er ja nicht verstanden hat, was die Lehrerin eigentlich wollte. Schade. Das wird uns wohl in den nächsten Jahren begleiten...

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    3. Das denke ich auch, dass er sich deshalb unbewusst nicht erwartungsgemäß verhalten konnte und ja, leider begleitet es dann solche Kinder oft das ganze Schulleben lang. Es hilft vielleicht, wenn du der Lehrerin sagst, dass er in dieser Situation versucht hatte, ihre Anweisung zu berücksichtigen, denn seine Schuhe haben die Decke ja tatsächlich nicht berührt. Zeig ihr, dass er kooperieren wollte und ihm nicht bewusst war, dass sie es anders meinte. Das hilft vielleicht, ihren Blick auf ihn zu ändern. LG, snowqueen

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  11. Ich finde euren Alltag wirklich sehr schön und lese gern mit und schaue was ich für uns übernehmen kann. Unserer Kleinen (1,5 Jahre) gebe ich jetzt auch schon kleinere Aufgaben mit denen sie wirklich helfen kann, zB zum Abendbrot die Butterdose von der Küche ins Wohnzimmer bringen und auf den Tisch stellen. Das macht sie wirklich gut und strahlt dann übers ganze Gesicht. Oder wir räumen zusammen den Geschirrspüler auf, das findet sie auch super. Alles dank euch. Vielen Dank dafür auch von meiner Seite ;-)

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  12. Vielen Dank für die Einblicke :) es ist sehr schön zu lesen und es fühlt sich alles sehr harmonisch an bei euch.
    Wie macht ihr das mit Sachen wie einkaufen, waschen, bügeln,aufräumen Sport /eigene Hobbys, Artikel schreiben,... ?
    An den drei Tagen hattet ihr beide ausschließlich Zeit für die Kinder. Ich merke, dass wir auch nur Zeit für die Kinder und den Haushalt verwenden (Baby plus Kleinkind), dabei aber immer unzufriedener werden, weil null Zeit für uns bleibt. Und das wiederum senkt unsererseits irgendwann die Geduld und Kompromissbereitschaft.
    Fehlt euch da nichts oder habt ihr Oma und Opa in der Nähe und so mal Entlastung? Das fehlt uns leider.

    Was mir sehr gefallen hat war der Hinweis zu deiner Tochter, als sie wegen dem Trampolin so traurig war. Dass es ihr doch gar nicht ums Trampolin ging sondern um ein anderes Bedürfnis.

    Danke und viele grüße Verena

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    1. Liebe Verena,

      genau, wir haben den Hauptfokus darauf gelegt, die freie Zeit, die wir haben, mit den Kindern zu verbringen, das hast du richtig herausgelesen. Ich bin mit ihnen morgens von 7-9 Uhr zusammen (die Bessere Hälfte nicht) und nachmittags/abends von 16-21 Uhr etwa. Das sind 7h am Tag Kinderzeit versus 7h kinderfreie (Arbeits-)Zeit von 9-16 Uhr. Wie man im Text vielleicht herauslesen konnte, machen wir den Haushalt nebenbei. Die Wäsche zum Beispiel legen wir abends in die Maschine - sie wäscht über Nacht und wir Erwachsenen finden dann irgendwann im Laufe des nächsten Tages einen Moment, in dem wir sie aufhängen können. Insgesamt ist es aber doch eher unordentlich bei uns - man merkt der Wohnung an, dass wir kaum Zeit ins Aufräumen investieren. Gebügelt wird überhaupt nichts, wir müssen aber auch keine Hemden/Blusen tragen zur Arbeit. Müsste ich das, würde ich sie in eine Wäscherei geben, solange ich mir das finanziell leisten kann, also die Arbeit outsourcen. Einmal pro Woche unterstützt uns eine Putzfrau, weil ich die Zeit, die ich mit Putzen verbringen müsste, nicht von der Zeit mit den Kindern abknappsen möchte. Es ginge aber natürlich - dann müssten die Kinder für diese Stunden eben nur mit der Besseren Hälfte spielen (oder mit mir und die Bessere Hälfte würde putzen). Mit dem Wocheneinkauf machen wir das so- samstags, nachdem wir beim Malort waren, geht die Bessere Hälfte mit den Kindern auf den Spielplatz und ich gehe einkaufen. Den Rest der Woche muss ich dann eigentlich nichts einkaufen, manchmal etwas Joghurt oder Milch, aber das kann ich schnell auf dem Weg von der Arbeit nach Hause machen oder auch zusammen mit Fräulein Chaos, die einkaufen liebt. Für Hobbies bleibt in der Tat wenig bis gar keine Zeit im Moment und ich kann verstehen, wenn euch das frustriert. Ich bin noch in Elternzeit und blogge eben tagsüber bzw. schreibe an unserem Buch. Das ist also Arbeit und Hobby gleichzeitig. Wir haben aber auch sehr, sehr liebe Großeltern vor Ort, die die Mädchen oft zu Ausflügen einladen und eine fantastische Babysitterin, die einspringt, wenn wir mal ins Kino wollen. Vielleicht könnt ihr irgendwie eine Babysitterin finden, die euch entlastet? Denn ein bisschen gemeinsame Elternzeit hilft ungemein, um Entspannung in den ganzen Alltag zu bringen...

      LG, snowqueen

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    2. Vielen Dank, hat mich sehr gefreut, dass du geantwortet hast. Ich fürchte es ist wie immer im Leben, es hängt einfach an den finanziellen Mitteln....
      Hier kostet die Kita für zwei Kinder schon fast ein Halbtagesgehalt. (500€ für einen 8h Platz für ein Kind;und das schon ermäßigt für einen zwei-Kind - Haushalt). Wobei wir uns da den Luxus leisten werden , den Platz zu zahlen ohne ihn auszunutzen. Aber die Alternative wäre gar kein Platz. Das Angebot geht ziemlich am Bedarf vorbei. Eine Kita-Leitung hat mir erzählt, daß es besser ist, wenn die kleinen mehr Zeit in der Einrichtung verbringen. Je mehr desto besser. Hier werden fast auch nur Ganz-Tages-Plätze vergeben. Und mit der Tagesmutter haben wir schlechte Erfahrungen gemacht. Die hat den Großen mit stillem Stuhl bestraft. Das war kurz vor seinem zweiten Geburtstag. Zum schreien.

      Habt ihr zufällig nach eurem Buch-projekt Lust auf Politik? Bin überzeugt, dass sich viele Mechanismen die in der Familie helfen auch im Großen gut tun würden.
      Euer Buch ist übrigens schon vorbestellt ;) wobei wir es jetzt schon dringend bräuchten. Gibt es mit 2,5 eine nein - Phase (widersprechen egal wobei)?

      Aber nochmal zurück zum eigentlichen Thema. Ist es für Kinder nicht auch gut, wenn sie sehen, wie der Alltag läuft? Also inkl. Putzen, einkaufen, kochen, Gartenarbeit,...? Und auch, dass es schön und wichtig ist, ein Hobby zu haben bzw daß auch Mama und Papa ein "Lieblingsspiel" haben?
      Ich nähe zum Beispiel gern. Kann das aber nur abends machen. Der große hat auch schon mal bisschen mit geholfen, was ihm gut gefallen hat. Und mich freut es dann ungemein, wenn er die neue Hose anhat und glücklich über den Traktor-stoff ist.
      Mit den Kindern spielen ist sicher schön und wichtig, aber mir fällt es schwer daraus meine einzige Befriedigung zu ziehen. Aber ich glaube, da muss jede Familie anhand ihrer Personen und Möglichkeiten einen Weg finden. So wie du das ja in der Einleitung geschrieben hast.

      Sind euch auf jeden Fall dankbar für euren blog :)

      Liebe grüße Verena

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    3. Liebe Verena,

      für eine Kita ist es natürlich gut, wenn das Kind so lange wie möglich dort ist, denn danach werden sie bezahlt - unsere vergibt auch nur Ganztagsplätze. Für das Kind ist es nicht so gut, wobei es sich viele Familien ja auch nicht aussuchen können. Aber 500 Euro ist schon sehr krass. Hier in Berlin übernimmt den Großteil die Stadt und die letzten 3 Jahre sind sowieso kostenfrei. Da ist es also keine Frage, ob man sich es leisten kann...

      Doch, für die Kinder ist es gut und wichtig, zu sehen, wie der Alltag abläuft. Wie gesagt, ich ziehe mich ja zwischendurch auch zurück, um zu kochen, oder die Wäsche aufzuhängen oder oder oder. Aber ich lege nicht vorher fest, wann ich das mache, sondern ich gucke, wann es eine natürlich Lücke für mich gibt, wenn die Kinder gerade gut spielen. Und beim Kochen ist mindestens Herr Friedlich immer dabei und hilft mir, so gut er kann. Er holt die Töpfe aus dem Schrank, stellt die Teller auf den Tisch, sucht die größten Kartoffeln aus dem Sack etc. Das gilt für mich auch als gemeinsames Spiel.

      Wenn deinen Sohn dein Nähen interessiert, dann nur zu, beziehe ihn ein! Das ist sowas von toll! Eine unserer Erzieherinnen in der Kita näht gern und ich habe ihr unsere Nähmaschine (die ich nicht bedienen kann) zur Verfügung gestellt, so dass sie dort an Regentagen mit den Großen der Gruppe zusammen nähen kann. Es ist fantastisch! Genau so etwas meine ich, wenn ich schreibe, Kinder sollen ihre Verantwortung für die Familie selbst finden. Vielleicht will dein Sohn ja für sich selbst Hosen nähen usw.?

      Mein Hobby ist das Schreiben, aber da ich das nicht machen kann, wenn die Kinder da sind, weil ich mich dann nicht konzentrieren kann, fällt da das Gemeinsame ein bisschen raus. Vielleicht, wenn die Fräuleins selbst Lesen und Schreiben können... Im Moment erzähle ich Geschichten, während wir spazieren gehen, das kommt meinem Schreiben am nächsten und das lieben meine Kinder auch sehr.

      LG, snowqueen

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    4. Liebe snowqueen,
      deine Antworten tun einfach gut :) Vielen Dank.

      Habe noch zwei Fragen zu deinen Antworten...

      Bei euch sind alle Kinder im Kindergarten. Auch Herr Friedlich mit ca. 2 Jahren. Und du bist zu Hause und arbeitest quasi von daheim aus?
      Das hat mich irgendwie gefreut. Denn überall hört und liest man ja, wie schön und wichtig es ist, Zeit mit seinen Kindern zu verbringen.Und man am besten die ersten drei Jahre mind. daheim bleiben soll. Da bekomm ich schon immer mal wieder "Gewissensbisse", wenn bei uns die zwei Jungs ab dem ersten Geburtstag in die Fremdbetreuung mussten bzw. der kleine bald muss. Geht kaum anders. Aber immerhin haben wir jetzt eine Kita gefunden, die bedürfnissorientiert arbeitet :)
      Insgesamt fällt es mir nämlich noch schwer, die Bedürfnisse bzw. die Art wie die Kleinen sie kommunizieren von altersgerechtem Verhalten zu unterscheiden und richtig zu reagieren.
      Der Große ist seit März jetzt in der Kita (nach dem Tagesmutterdesaster war er drei Monate zu Hause und jetzt seit März Kita, weil ich bald wieder arbeiten muss und er erst im Winter in den Kindergarten kommt). Es fällt ihm immer noch sehr schwer. Er ist sehr sensibel und dazu kamen Urlaub, Schließtage, Krankheit seinerseits und auch die Bezugserzieherin ist schon das dritte mal krank. So dass wir gefühlt in Dauereingewöhnung sind.
      Gestern hat er z.b. nachmittags daheim laut wahhhh geschrien und seine Legos Stück für Stück genommen und in der Wohnung herumgeworfen. War alles ok, hat er auch dürfen, kleiner Bruder und ich waren nicht im Schussfeld. Aber da ich auch gerade nochmal deinen Artikel zur Agression um den dritten Geburtstag gelesen habe, frage ich mich, ist es seinerseits schon ein Hilferuf (ich weiß, dass er sich morgens sehr schwer tut in die Kita zu gehen und lieber bei mir bleiben will und durch den Babybruder habe ich leider auch nachmittags keine Exklusivzeit für ihn. Das tut mir seid leid, aber eine Lösung habe ich noch nicht.)
      Und so frage ich mich, ist es nun ein Hilferuf oder einfach nur die ganz normale Entwicklung, weil Jungs eben auch mal wild sein wollen. Das mal nur als ein Beispiel, ich hoffe du verstehst was ich meine.

      So und die zweite Frage: du hast was von Buch schreiben geantwortet. Da haben sich meine Lauscher gleich mal groß gestellt :D Schreibt ihr schon an eurem zweiten Buch? :)

      Danke und liebe Grüße
      Verena

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    5. Liebe Verena,

      genau, alle drei Kinder sind in der Kita, ich arbeite momentan von zuhause aus (Pssst! Das zweite Buch ist noch geheim! Es wird natürlich toll! ;-))Wenn du meine Kinder fragst, fänden es alle drei schöner, zuhause bei mir zu bleiben, aber sie sehen die Notwendigkeit, dass ich Zeit zum Schreiben brauche. Ab und zu gönne ich einem der drei einen ganzen exklusiven Tag mit unserer fantastischen Babysitterin und wenn einer krank ist, lasse ich alle drei zuhause und spiele mit ihnen. Aber das ist eher selten. Tatsächlich brauche ich die Stunden ohne sie auch wirklich, um zu entspannen. Wäre ich jeden Tag 24h mit ihnen zusammen, könnte ich nicht so ruhig bleiben. Aber das ist ja sehr individuell. Ich kenne auch Mütter, die sehr gern zuhause mit ihren Kindern bleiben.
      Zu deinem Beispiel mit den Legosteinen. Mmmh. Das klingt für mich jetzt erstmal nach normal wildem Verhalten ohne Hilferuf. Wenn es ein Hilferuf ist, wird es sich in vielen verschiedenen Aktionen niederschlagen. Er wird also immer lauter und wilder werden, bis du ihn verstehst. Kinder sind da glücklicherweise sehr hartnäckig.
      Liebe Grüße, snowqueen

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    6. Juhuuu, ein neues Buch :) Kannst du das Thema schon ein bisschen verraten? Mh? ;)

      Herzlichen DAnk für deine Antworten. Tut mir richtig gut. Hier gibt es nämlich leider niemanden, mit dem ich "auf dieser Wellenlänge" darüber reden kann.
      Doch, seit ein paar Wochen kenne ich eine Junge Mama, mit der ich zusammen das Online-Mail-Trainig mache. Was sehr schön ist. Sie hat nämlich genauso "mit den alten Zöpfen" zu kämpfen.

      Ich glaube, dank euch sind wir auf einem sehr sehr guten Weg mit unseren Jungs. Und wenn es einmal nicht so klappt, dann versuche ich jetzt immer mir selbst zu sagen: es geht nicht alles auf einmal. Mit der eigenen Erziehung im Gepäck geht es eben nicht besser. Und frei nach Jesper Juul: Gute Eltern machen 7 Fehler am Tag.

      In dem Sinne alles Liebe, vielen Dank und wir freuen uns alle auf euer Buch im Oktober und dann auf das neue Geheime!

      Liebe Grüße
      Verena

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  13. Liebe snowqueen, wir als Familie danken dir von Herzen für Deine Artikel. Sie geben Orientierung im Wirrwarr zwischen eigener Erziehung und dem eigenen Bauchgefühl. Wir haben weiter mit Geschwistereifersucht zu kämpfen die immer mal wieder aufflammt aber dank Deiner Hinweise bekommen wir das schon hin. Jedoch macht uns eher der Generationenkonflikt Probleme... die fehlende Anerkennung der eigenen Eltern für die Arbeit mit unseren Kindern, die fehlende Unterstützung, deren Einmischung und letztlich auch die daraus resultierende Distanz unserer Kinder zu ihren Großeltern. Du hast es ja schon mehrfach angedeutet wie sehr da eine Kluft besteht und leider auch keine Gesprächskultur existiert. Das ist schade und macht uns doch sehr zu schaffen da ich eigentlich dachte ein inniges Verhältnis zu den Eltern zu haben. Vielleicht hast du da Anregungen für uns. Wir wünschen Euch erstmal ein schönes Wochenende in Familie! Maria und Familie

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    1. Liebe Maria, die fehlende Anerkennung durch die eigenen Eltern rührt ja oft daher, dass sie verletzt sind, dass wir es anders machen, als sie. Das kommt bei ihnen so an, als würden wir denken, sie hätten alles falsch gemacht. Das heißt, sie reagieren so gereizt, weil ihnen UNSERE Anerkennung fehlt. Sie stemmen sich gegen unsere Weg aus Verletztheit heraus. Schließlich ist doch aus uns etwas geworden, also kann das, was sie getan haben, ja wohl nicht so falsch gewesen sein. Hinzu kommen etliche Ratgeber, die immer wieder schreiben, die heutige Generation an Kindern würde zu Tyrannen oder Arschlochkindern und dass es das damals mit der guten alten Erziehung nicht gab. Somit haben unsere Eltern vermeintlich die "Experten" auf ihrer Seite, die ihnen Recht geben.

      Besser wird es nur mit der Zeit - wenn deine Kinder größer sind und deine Eltern merken, dass aus ihnen doch freundliche, normale Kinder geworden sind. Bis dahin kannst du versuchen, deinen Eltern Wertschätzung zu geben für die Dinge, die sie an dir gut gemacht haben. Das müsste den Konflikt ein wenig mildern.

      LG snowqueen

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  14. Ich möchte mich den Danksagungen anschließen - wirklich aufschlussreich :-)
    Ein Thema möchte ich dabei kurz heruasgreifen und habe noch eine Frage dazu, nämlich das Mithelfen. Unsere Mädels sind jetzt 5 und helfen auch gern mit. Neulich wollten sie mich überraschen und haben die Küche gewischt! Es war alles so pitschnass, dass ich wirklich erschrocken bin - dies dann aber noch als große freudige Überraschung verkaufen konnte. Einige Tage später hat eine Tochter dann mit ebenso patschnassem Lappen die Fenster geputzt und war erneut stolz wie Bolle.
    Meine Frage dazu: wie kann ich es schaffen, dass ich ihnen die Freude am Helfen nicht nehme, aber ihnen trotzdem erkläre, dass der Lappen richtig ausgewrungen werden muss (oder in anderen Situationen andere "Verbesserungen" erklären)? Alle Formulierungen,die mir dazu einfallen, klingen wie Kritik (Ich freue mich über deine Hilfe, aber ich sehe, dass der ganze Fußboden nass ist - wollen wir ihn noch trocken reiben? ODER Wow, der Fußboden glänzt ja richtig, wollen wir ihn noch trocken reiben, damit niemand ausrutscht?)
    Denn so gut gemeint die Hilfe auch ist, wenn ich jedes Mal hinterher heimlich nacharbeiten muss, wird es mir bald schwer fallen, mich noch überzeugend zu freuen - das kann ja nicht der Sinn der Sache sein. In diesem Zusammenhang schließe ich mich der Frage von Verena an: wann erledigt ihr Aufgaben? Ich arbeite auch schon nur 30 Stunden, damit ich die Kinder immer pünktlich abholen kann, einmal die Woche übernimmt die Oma und einkaufen gehe ich abends, da zum Glück einige Läden bis 22.00 Uhr geöffent haben - und trotzdem kann ich nicht jeden Nachmittag nur zum Spielen und Kuscheln da sein, sondern muss mich auch mal um die Wäsche, den Garten, die Steuererklärung usw. kümmern - manches geht gemeinsam, anderes nicht. Gefühlt klappt es immer, dass ich gerade die Hände voll Dreck habe, wenn eins der Kinder kommt und meine Hilfe braucht...
    Liebe Grüße und weiter so!
    doppelkrümel

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    1. Liebe Doppelkrümel, danke, dass du diese Frage stellst, mir liegt das nämlich sehr am Herzen und bisher hatte noch keiner wirklich gefragt. Aaaalso: Die Mithilfe ist nicht immer perfekt. Ganz oft entsteht Chaos oder es geht etwas kaputt, aber das erwähne ich nie, weil es, wie du richtig feststellst, die Freude und innere Motivation schmälern würde. Ich habe z.B. letztens geduscht, als gerade alle drei Kinder friedlich spielten. Ich hörte, wie Herr Friedlich ins Bad kam, dann ging er wieder. Als ich fertig war, machte ich die Duschkabine auf uns wunderte mich, dass mein Handtuch davor lag, so dass ich mich darauf stellen konnte, ohne auf den Fliesen auszurutschen. Ich hatte es dort nicht hingelegt (vergessen), aber wir machen das immer, wenn eins der Kinder badet. Dann lege ich ein großes Handtuch auf den Boden vor die Badewanne. Ich wunderte mich also ein bisschen, dachte aber, vielleicht hätte die Bessere Hälfte mir das Handtuch hingelegt. Als ich es, nachdem ich trocken war, wieder aufhängen wollte, sah ich, dass der Plastikhaken kaputt gebrochen war. Es stellte sich heraus: Herr Friedlich hatte wie wild an dem Handtuch gezerrt, um es runterzubekommen, dabei war der Haken gebrochen (was er nicht bemerkte). Zufrieden hatte er für mich das Handtuch vor der Dusche ausgebreitet, mir also geholfen! Das war doch super süß! Da ist so ein Haken durchaus verschmerzbar. Auch wenn Fräulein Chaos für uns Gemüse schneidet - da geht schon mal das Schneidebrett kaputt oder einiges an Gemüse liegt unter dem Tisch. Egal. Der Gedanke und die Freundlichkeit zählt - diese bemerke ich und freue mich drüber. Das Chaos räumt die Bessere Hälfte nach dem Abendbrot weg.

      Die Bodenwischphase hatten wir auch schon. Die Nässe ist ja wirklich ein Problem, vor allem auch durch das potentielle Ausrutschen. Ich würde also sagen: "Awwwww, ihr habt ja gewischt! Wie toll! Danke, dass ihr mir die Arbeit abgenommen habt! Es ist noch ein bisschen nass, kommt, wir wischen das schnell trocken, damit keiner ausrutscht. Guckt mal, der Wischmop hat so eine clevere Auswring-Technik, kennt ihr die schon? Seht ihr? Hier drückt man ganz fest und dann kommt das überschüssige Wasser raus. Dann spart man sich das Trockenwischen hinterher - cool, oder?" Also ich freue mich, bedanke mich, tue so, als wäre das Trockenwischen ein normaler Schritt, der nach dem Wischen kommt und zeige dann nebenbei, wie sie es schaffen können, weniger Wasser zu benutzen.

      Den Spiegel haben die Fräuleins auch gern gewischt und ja, der war dann fleckig und man konnte sich kaum erkennen. Das habe ich aber so stehen lassen, ohne das zu berichtigen. Wir hatten dann eine Woche lang einen fleckigen Spiegel, es gibt schlimmeres.

      Oben habe ich geschrieben, wann wir aufräumen, einkaufen etc. Unsere Steuererklärung macht ein Steuerhilfeverein. Der Garten ist total verwildert und wir haben keine Beete oder ähnliches. Den Rasen mäht ein Nachbar, dessen Tochter bei uns spielen darf. Wir haben alles mögliche outgesourced, eben damit wir den Fokus auf das Spielen mit den Kindern legen können. Sie sind so kurz nur so klein und wollen mit uns spielen - da muss der Rest der Welt erst einmal warten. Es bleibt immer noch soooo viel Erwachsenenzeugs, das wir erledigen müssen. Als wir die Schulanmeldung machen mussten, taten wir das abends, als Herr Friedlich schlief. Den Fräuleins haben wir erklärt, dass wir Ruhe brauchen, um uns zu konzentrieren, und das klappte. Aber es bleibt die Ausnahme.

      Und ja, das ist hier auch so: Im Prinzip springe ich von einer Aufgabe zur anderen, immer im Blick, welches Bedürfnis gerade am wichtigsten erscheint, das andere muss warten. Deshalb kann es sein, dass ich die Wäsche nicht in einem Ritt aufhänge, sondern zwischendurch noch Nasen putze, vorlese, einen Becher mit Wasser reiche, einen Apfel aufschneide oder eine Windel wechsle... Es ist schon sehr fordernd, so ein Leben mit drei Kindern.

      Liebe Grüße, snowqueen

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    2. Wow. Ich habe zwar auch das Gefühl, dass ich mich nachmittags den Kindern widme, aber ich weiß, dass ich mich gerne zurück ziehe, wenn die Kinder alleine spielen. Oder nicht richtig zuhören kann, weil ich so platt bin. Oder beide Kinder wollen was von mir und ich müsste mich zerreissen um beiden gerecht zu werden. Und es ist so, dass ich anscheinend nicht genug für sie da bin. Das merke ich dann an unserer Beziehung oder dem Gemotze und dem Streit, den die Kinder dann veranstalten. Das macht mich fertig.

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    3. Liebe Anonym, nee, das muss dich nicht fertig machen. Das ist bei uns allen so, dass wir manchmal nicht richtig zuhören können, oder zu platt sind und uns einfach mal hinsetzen möchten, ohne, dass jemand etwas von uns fordert. Auch bei mir in der Familie gibt es Gemotze und Streit! Ich habe nur irgendwann festgestellt (es war nach der Geburt von Herrn Friedlich), dass ich zwar körperlich anwesend bin, aber oft in Gedanken bei völlig anderen Sachen und ich so den Kindern nie richtig zugehört habe. Ich habe zwar immer: "Aha." und "Mmmh." und "Toll!" gemurmelt, wenn sie mir was erzählten, aber ich war nicht richtig da - und das merkten sie. Das verletzte sie. Und sie zeigten mir das, indem sie absichtlich provozierten. Erst, als ich das änderte, wurde es besser. Wenn ich mich jetzt also mit den Kindern beschäftige, dann richtig. Ich bin voll da. Sie registrieren das, sie blühen auf. Und es gibt ihnen einen so gefüllten Aufmerksamkeitsspeicher, dass sie auch ohne mich spielen können. So habe ich heute eigentlich mehr Zeit zwischendurch für meine Dinge, als früher, wo ich sie krampfhaft für mich einfordern wollte oder nur halbherzig bei den Kindern war. Aber schlechte Tage, ach, die habe ich auch. Ich bin ja kein Roboter.

      Liebe Grüße, snowqueen

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    4. Ich finde es sehr schön, dass ihr die Fragen à la "Ihr seid ja nur für die Kinder da" so neutral beantworten könnt. Da kann ich mir gleich eine Scheibe abschneiden und fühle mich aber auch trotzdem wohl von meinen Erfahrungen zu berichten obwohl der Fokus bei uns nicht zu 100% auf der Kleinen liegt, sondern sie sich eben auch mal kurz allein beschäftigen muss wenn ich zB die Wäsche aufhänge.

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    5. Liebe Berit, ich finde einfach, jede Familie ist einzigartig - es wäre albern, wenn ich versuchen würde, das, was bei uns passt, anderen überstülpen zu wollen. Ich schreibe einfach auf, wie es bei uns ist, und ihr pickt euch das raus, was für euch gut sein könnte. So wurschteln wir uns irgendwie durch das Leben, lernen alle gemeinsam voneinander und bleiben doch individuell. So ein Online-Clan ist eine tolle Sache, oder?
      LG, snowqueen

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  15. Vielen dank für den tollen Artikel. Eure Seite ist wirklich eine Bereicherung, sie hilft so ungemein weiter die Sicht der Dinge zu andern.
    Gerne würde mich noch mehr interessieren, wie ihr es geschafft habt, die Alleine-spiel-Zeit abends einzuführen. Unser Sohn ist drei Jahre und wird auch in den Schlaf begleitet (merkwürdigerweise hatte er es mit einem Jahr geschafft alleine ein zu schlafen, als er zwei wurde, andere sich das schlagartig. Aber er ist ja noxhso klein und dies auch nur jetzt, in zehn Jahren wird abends nicht mehr gekuschelt), aber seit einiger Zeit ist er abends offensichtlich nicht müde. Dadurch ist der abend gefühlt zu einem Kampf geworden. Wir Erwachsene wollen Zeit für uns, er will nicht schlafen. Unser Vorschlag er darf noch alleine spielen, stößt auf taube Ohren, eher habe ich saß Gefühl, er denkt, wir wollen ihn bestrafen. Dürfen eure Kinder dann noch in der ganzen Wohnung / Hof / garten spielen oder beschränkt ihr den Ort am abend?
    Ich möchte ihn ja nicht bestrafen, aber abends ihn weder bis um zehn beschäftigen noch ihn ein bis zwei Stunden in den Schlaf begleiten, zumal er noch gar nicht müde ist.
    Liebe grüße Michaela

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    1. Liebe Michaela, am Anfang war es so, dass wir mit ihnen gespielt haben, und wenn sie dann in etwas gut vertieft waren, habe wir uns zurückgezogen. Sind in die Küche gegangen, um Tee zu trinken etc. Meist kamen sie dann nach 5 Minuten hinterher, um uns zurückzuholen. Also haben wir wieder mitgespielt, ein Buch vorgelesen oder so, und dann, wenn sie wieder ins Spiel gefunden hatten, uns wieder zurückgezogen. Das war schon ein Lernprozess, der einige Wochen gedauert hat. Sie haben dann immer längere Phasen allein gespielt. Dann haben wir angefangen, zu sagen: "Ich komme gleich. Ich trinke nur schnell meinen Tee aus", wenn sie zu uns in die Küche kamen, so dass wir die Zeit noch ein wenig dehnen konnten.

      Eine unserer Töchter, Fräulein Chaos, spielt nicht so gern allein - für sie war es besonders schwierig. Sie hört aber gerne Hörspiele oder guckt sich Bücher an. Das mussten wir aber erst einmal herausfinden.

      Wir begrenzen den Spielraum nicht. Regel ist nur, dass im Flur leise gesprochen und gegangen wird, wenn schon jemand schläft. Aber da müsst ihr gucken, was für euch am besten ist: Ich kenn auch Familien, da dürfen die Kinder abends nur noch im Kinderzimmer spielen.
      LG, snowqueen

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  16. Hallo liebe mamas....ich muss auch mal was los werden. Wir hatten heute in der kita ein sogenanntes entwicklungsgespräch. Meine Tochter wird im Oktober 3 jahre. Ansich war alles. Dann fing die Erzieherin damit an das sie etwas zurückhaltender als andere Kinder wäre....und jetzt kommts....das wäre ein großes Problem und das müssen wir unbedingt ändern weil sich das sonst verschlimmern würde. Jetzt könnte man noch was machen. Indem sie mehr allein machen soll. Sie legte uns ans Herz....nach der kita wenn ich sie abhole sie zu bitten sich allein zu beschäftigen...das würde helfen. Meine süße sieht uns jeden Tag erst ab 15.30 Uhr und dann soll se sich noch ewig allein beschäftigen. Ist doch quatsch oder?ich machte auch den Fehler zu erzählen das sie im familienbett schläft....da sagte die Erzieherin. ...ein 2,5 jahre altes Kind sollte doch alleine schlafen und das das schlecht für ihre Entwicklung wäre und das ein Grund für ihre zurückhaltende Art wäre. Ich bin bald geplatzt....haben dann ne weile diskutiert. Aber naja...ohne viel Erfolg. Mir egal...wir machen das weiter so. Die Erzieherin denkt sie schläft dann für immer bei uns....mhh...ist schlimm das man sowas noch verheimlichen muss. Bloß das Einen keiner schief anschaut. So jetzt geht's mir besser;-) ach und ich spiele mit meinem Kind wenn es das möchte....das sollte ich unterlassen und sie auch mal weinen lassen. Ich lasse sie halt auch fast alles allein entscheiden....und versuche ihre Bedürfnisse zu verstehen und ihre Grenzen zu wahren....so das wars jetzt aber wirklich....danke für s zuhören; -)
    LG jessica

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    1. Sieh es mal so: Die Erzieherin glaubt, Selbstständigkeit käme von allein verbrachter Zeit. Du gibst dem Kind Selbstständigkeit, indem Du es allein Entscheidungen treffen lässt. Wenn du nochmal mit der Erzieherin ins Gespräch kommst, das in diese Richtung geht, weise doch mal dezent darauf hin, wad Dein Kind schon allein entscheiden kann. Besonders Dinge, die dann nicht deine Zeit betreffen. (Jacke an oder aus, Schlafenszeit wad eben bei euch schon zuverlässig funktioniert, aber für Kinder im Allgemeinen nicht selbstverständlich ist.) Das Staunen darüber lenkt die Aufmerksamkeit dann hoffentlich wieder auf die Stärken deiner Tochter (und deiner Erziehung).
      lg Claudia

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  17. Danke für deine Antwort :-)
    Die Erzieherin sagte mir ja auch das sie schon viel allein kann in Sachen Toilette gehen an und aus ziehen. Zuhause macht sie das eher nicht allein. Aber da helfe ich ihr eben wenn sie das möchte. Vielleicht ist sie dieser Aufmerksamkeitstyp. Die Erzieherin sagte Wort wörtlich zu uns...sie würde uns auf der Nase herumtanzen wenn wir ihr das bei uns schlafen durchgehen lassen. Die anderen schlafen wohl alle im eigenen bett. Sie will auch noch das sie früh ins gruppenzimmer läuft. Meine Maus möchte aber lieber getragen werden. Das mache ich dann auch. Ist das falsch? Und wegen der zurückhaltenden Art die sie hat....sie nimmt halt kein anderes Kind an die Hand zum spielen...geht aber mit wenn ein anderes Kind sie zum spielen auffordert. Ist das denn wirklich so problematisch?fast alle anderen Kinder in ihrer Gruppe haben größere geschwister....das kennt sie ja so einfach nicht.
    LG Jessica

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    1. Liebe Jessica, wie schade, dass eure Erzieherin so einen veralteten Blick auf die kindlichen Kompetenzen hat. Du machst ganz und gar nichts falsch, wenn du sie trägst, wenn sie das möchte, oder ihr beim Anziehen hilfst oder sie im Familienbett schlafen lässt (solange es nicht deine eigenen Grenzen überschreitet). Man kann ein Kind nicht dazu "drängen" weniger schüchtern bzw. selbstbewusster zu werden. Das kommt alles zu seiner eigenen Zeit, im Tempo des Kindes. Eine Leserin dieses Blogs hat einen Sohn, der sehr laut und wild war, als er kleiner war. Alle haben ihr prophezeit, dass er ihr (alleinerziehende Mutter) auf der Nase herumtanzen wird. Nun ist er 5 und alle sind erstaunt und voll des Lobes, was für ein empathischer, freundlicher und zuvorkommender Junge er ist und wie toll er reagiert, wenn eine Mama ihn um etwas bittet. Keiner kann fassen dass sie dafür keine Drohungen oder Wenn-Dann-Konsequenzen auspacken muss. Aber an der Art der Erziehung kann es ja nicht liegen, es muss wohl Glück sein, dass er sich so positiv entwickelt hat ;-)
      Geh deinen Weg selbstbewusst weiter, egal, was die anderen sagen. Du kennst dein Kind besser als die anderen!
      LG, snowqueen

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  18. Danke für den tollen Artikel. Ich bin so froh, dass ich Mama-Blogs entdeckt habe, die mich auf meinem Weg bestätigen, denn ich bin hier dörflich und familiär teilweise so alleine mit diesen Erziehungsansätzen. Und mir in meiner Lage hilft es unheimlich die Kinder und mich selbst besser zu verstehen und meinen bzw. unseren Umgang immer wieder zu reflektieren, da ich uns in vielen Situationen wieder finde. Die letzten paar Themen schon, zu Kooperation und Bedürfnissen etc. haben mir wieder geholfen, die Bedürfnisse der Kinder und meine eigenen besser sehen zu können. Und wieder haben wir eine engere Bindung geschaffen. Es ist so schön und so faszinierend, wie sich Dinge ändern und verbessern können, wenn man etwas auf der bedürfnis- und beziehungsebene ändert. das macht mir so viel mut und hoffnung....sorry für den "palawer", bin einfach so froh...haha. UND: oh ich grille auch für mein leben gerne, hrhrhr! :D

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    1. Danke für deine schöne Rückmeldung! Das hat mir den Tag versüßt! LG, snoqueen

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  19. Vielen Dank für diesen tollen Artikel! Wenn man das so liest und auch noch einige Kommentare von dir hier, dann glaube ich, dass deine Kinder ein riesiges Glück haben, solche tollen Eltern zu haben! Auch, dass dein Mann da so mitzieht und sich einbringt, finde ich richtig toll. Da bin ich schon etwas neidisch... Ich hoffe, ich kann mir noch eine Scheibe von euch abschneiden und das auch so umsetzen.
    Was mich aber noch interessiert... Wann habt ihr angefangen, eure Kinder selbstbestimmt schlafen zu lassen?

    Viele Grüße
    TF

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    1. Liebe TF, ja, es ist wirklich ultra-wichtig, dass beide Elternteile sich gleichermaßen einbringen. Oder zumindest so viel, wie es geht. Ich hätte sehr viel weniger Geduld mit den Kindern, wenn ich das alles allein wuppen müsste.

      Bei den Mädchen haben wir erst mit 3,5 mit dem selbstbestimmten Schlafengehen begonnen. Herr Friedlich macht das von Anfang an. Als er noch Baby war, haben wir natürlich seine Signale gedeutet und haben ihn dann hingelegt, aber sobald er krabbeln konnte, ist er von selbst ins Schlafzimmer gegangen, wenn er müde war. Ich war völlig überrascht bei den ersten Malen!
      LG, snowqueen

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    2. Naja, ich hoffe ja, dass sich das noch ändert, wenn unser Sohn etwas älter ist und mein Freund mehr mit ihm anfangen kann. Ich hab nämlich auch ein kleines Geduldsproblem und bin dann manchmal nicht die Mama, die ich gern wäre...:(

      Wow, das ist ja toll, dass euer Sohn so früh schon von selbst ins Schlafzimmer gekrabbelt ist. Hmm, das muss ich mal ausprobieren. Aber ich glaub - ohne meinen Sohn (11 Monate) unterschätzen zu wollen - das funktioniert so noch nicht. Ich bringe ihn auch schon recht zeitig ins Bett (meist zwischen 18.00-18.30 Uhr). Da bin auch ich geduscht und stille ihn im Familienbett in den Schlaf. War euer Sohn da schon bettfertig, oder musstet ihr ihn noch waschen/umziehen? Ich hab's eigentlich nicht so gern, wenn mein Sohn im Schlafanzug auf dem nicht soo sauberen Fußboden rumkriecht...;)

      LG TF

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    3. Ja, er war da schon bettfertig. Ich bin da echt schmerzbefreit, was das Rumkrabbeln auf staubigem Boden angeht. Es ist übrigens auch "selbstbestimmt", wenn dein Sohn anzeigt, dass er müde ist und ihr ihn dann ins Bett bringt, weil er von allein nicht hinkrabbelt. Nur, wenn ihr ihn hinlegt, weil es seine Bettgehzeit ist und er ist noch nicht müde wäre es "fremdbestimmt".

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  20. Hallo snownqueen,

    bist du mittlerweile auf das Bedürfnis von Fräulein Ordnung beim Trampolinspringen gekommen?

    Ist es deiner Meinung/Erfahrung, wenn Kinder Spielzeug, das sie links liegen lassen bis ein anderes Kind dies will haben will und dafür völlig eskaliert, immer ein anderes Bedürfnis im Hintergrund oder ist manchmal auch normales Kindliches Verhalten?

    Gruß
    Stefan

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    1. Lieber Stefan, es ist insofern normales kindliches Verhalten, als dass Kinder ihr Spielzeug in einem gewissen Alter ja noch als Verlängerung ihres eigenen Ichs verstehen und ihnen deshalb Teilen schwer fällt. Bei älteren Kindern steckt meist ein unbefriedigtes Bedürfnis dahinter. Im Fall von Fräulein Ordnung war es vermutlich ihr Wunsch, dass wir zu 100% hinter ihr stehen und niemanden anderen bevorzugen - das zu schaffen, ist bei drei Kindern unmöglich, und hier waren ja auch noch Gäste da. Die Situation hat mir gezeigt, dass Fräulein Ordnung es noch immer schwierig findet, nicht mehr den "Babybonus" der Familie zu genießen (weil sie immer körperlich kleiner als ihre Schwester war, hat diese ihr oft den Vortritt überlassen) und wir einen neuen Weg finden müssen, ihr Bedürfnis nach Aufmerksamkeit, welches sie sonst eben über diese Sonderstellung des Babybonus befriedigt hat, zu stillen. Ich denke noch ein bisschen drüber nach.
      LG, snowqueen

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    2. Da ich mir gerade noch schwer tue die Bedürfnisse im Hintergrund bei meiner Tochter zu beschreiben, hilft es mir sehr das du deine Gedanken dazu teilts. Danke.

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  21. Liebe Snowqueen,

    noch eine Frage zu deinem Artikel. Du schreibst, dass die Mädels alleine in der Wohnung sein durften, da alle gefährlichen Gegenstände außer Reichweite waren. Das würde micht (und bestimmt viele andere auch) genauer interessieren. Wie habt ihr das gemacht?
    Bei uns würde der "Große" mit seinen 2,5 Jahren an viele gefährliche Dinge kommen. Er schiebt z.B. einfach seinen Hochstuhl in die Küche und kommt so an Messer etc.
    Habt ihr das alles in Schubladen/Schränken mit Kindersicherung?

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    1. Wir haben einen uralten Küchenschrank, von Oma geerbt, bei dem die Schubladen so irre schwer gehen, dass selbst ich sie kaum aufbekomme: Dort lagern unsere Messer etc. Die giftigen Putzmitteln sind in einem Schrank mit Kindersicherung. Über den haben wir aber auch mit allen Kindern schon oft gesprochen - sie wissen, dass sie sterben können, wenn sie von den Mitteln trinken würden. Im Bad haben wir einen abgeschlossenen Medikamentenschrank, der zusätzlich so hoch hängt, dass ich einen Stuhl brauche, um ranzukommen. Ausnahmslos alle Fenster sind mit Fenstergriffschloss versehen und die Schlüssel hängen so hoch, dass die Kinder nicht drankommen. Alle Steckdosen haben eine Kindersicherung. Sicherlich könnte trotzdem etwas passieren, irgendwas. Manchmal kann man ja nicht so doof denken, wie es dann kommt. Aber das, was wir tun konnten, um die Sicherheit zu gewährleisten, haben wir getan.
      LG, snowqueen

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  22. Hallo. Es macht super viel Freude eure Beiträge zu lesen. Ich befinde mich nämlich momentan in einer schweren Phase der Kindererziehung. Ich möchte einiges daran ändern. Meine Nerven lassen es nur leider nicht immer zu.
    Ein Beispiel: Meine Kinder gehen zwischen sieben und acht ins Bett. Nichts desto trotz fällt es meinem fünfjährigen Sohn morgens um sieben sehr schwer aufzustehen. Es ist immer ein riesen Akt bis er endlich in die Pötte kommt. Während ich mit ihm kämpfe dass er schneller macht hängen meine Töchter bereits weinend an meinen Beinen weil sie Hunger haben. Mein Sohn lässt mich aber auch nicht gehen... Schrecklich!

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    1. Hallöchen! Vielleicht bin ich jetzt etwas naiv, aber könntest du das Frühstück für deine Töchter nicht schon vorbeteiten, so dass sie mal in Ruhe zu essen beginnen können und du dich nur um deinen Sohn kümmern musst? Oder deinen Sohn vor den Mädchen aufwecken? Hm, so wie du es beschrieben hast, könnte es sein, dass du morgens unter Druck bist um deinen Sohn in die Gänge zu bringen und er mit Widerstand ( noch langsamer aufstehen) reagiert? Mit besten Grüßen, C

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    2. Liebe Anonym, hast du auch schon den Artikel gelesen, wo ich die Morgen von uns beschrieben habe? ich habe nämlich auch ein Kind, das nicht so gern aufsteht. Allerdings "lässt sie mich weg", anders als dein Sohn. ich gehe im Laufe des Morgens immer wieder zu ihr, um ihr den Rücken zu kraulen, oder das Ohr zu streicheln etc., so dass sie sehr langsam aufwachen kann. Zwischendurch gehe ich weg und mache andere Dinge, z.B. das Frühstück für meine anderen Kinder. Wenn dein Sohn dich nicht weg lässt, würde ich an deiner Stelle, bevor du zu ihm gehst, schon das Frühstück (oder eine Auswahl an Frühstück) auf den Tisch stellen, so dass deine Töchter sich bedienen können. Was bei meiner Tochter, die ungerne aufsteht, wirklich kontraproduktiv ist, ist ihr zu sagen, sie solle schneller machen. Je mehr Zeitdruck ich mache, desto schlimmer wird es. Meist endet es im Streit. Ich verkneife mir also, zu sagen, sie soll mal "hinne machen" etc. Ab und zu gebe ich Zeitreferenzen wie: "Der Wecker hat vor 15 Minuten geklingelt." oder "Normalerweise sitzt du um diese Zeit am Frühstückstisch." um ihr ohne Vorwurf eine Möglichkeit zu geben, zu wissen, wie dringend ihr Aufstehen jetzt ist. Lasse ich sie so weit es geht in Ruhe, ist sie genauso pünktlich fertig, wie ihre Geschwister. Der Unterschied ist nur: Geschwister: Aufstehen 10 Minuten, Zähneputzen und Waschen 10 Minuten, Anziehen 10 Minuten, Frühstücken 10 Minuten, Spielen 10 Minuten versus Tochter: Aufstehen 40 Minuten, Zähneputzen + Waschen + Anziehen + Frühstücken 10 Minuten.

      LG, Snowqueen

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  23. Hallo Snowqueen! Ich verfolge seit ein paar Wochen euren Blog und habe soeben auch >Liebe und Eigenständigkeit< gelesen. Mein Familienalltag ist dadurch in einem spannenden Wandel. Es gibt nun so viele schöne Momente am Tag!! Es ist auch total interessant, wie mein veränderter Umgang mit meinen Kindern, ihren Umgang untereinander verändert - heute fragte das 3,5 jährige Kind das 1,5 jährige >Was glaubst du wie es mir jetzt geht? < statt >Du bist blöd!<, nachdem ihre Sandburgen zerstört wurden.
    Heute musste ich über mich selbst lachen, als ich mittags feststellte wie anstrengend Kooperation und Kompromisse finden sein kann - jetzt ist mir auch klarer wie es meinen Kindern wohl oft geht ;-)
    Dieser Beitrag ist wieder sehr spannend. Was mich noch interessieren würde: wie läuft es an Tagen ab, wo man nicht/ nur kurz raus kann?
    Beste Grüße aus Österreich!
    C

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  24. Liebe Snowqueen,
    vielen Dank für den Einblick in dein Familienleben! Das ist sehr spannend und auch hilfreich sein eigenes Handeln zu überdenken.
    Wobei ich es noch sehr schwierig finde, die wichtigen Bedürfnisse hinter dem Verhalten meiner Tochter zu erkennen.
    Unser großes Problem ist schon immer das Einschlafen. Ihr fällt es sehr schwer den Tag hinter sich zu lassen. Sie macht seit dem sie 18 Monate ist keinen Mittagsschlaf mehr (jetzt ist sie 3.5 Jahre) und kommt abends doch oft nicht zur Ruhe. Bisher habe ich immer bei ihr gesessen. Wobei das oft im Streit bzw. schimpfen endete, da sie nochmal aufstehen wollte oder einfach extrem zappelig war.
    Wir versuchen es jetzt seitdem ich deinen Beitrag gelesen habe mit selbstbestimmten Einschlafen. Wobei es mir sehr schwer fällt die Verantwortung an sie abzugeben. Sie ist dabei bisher zwischen 21:30 Uhr und 22:30 Uhr eingeschlafen.
    Nun kommt sie morgens nicht aus dem Bett. Sie muss gegen 6:30 Uhr aufstehen, damit wir in Ruhe zum Kindergarten kommen.
    Wie habt ihr das selbstbestimmte Schlafen eingeführt? Gehst du auch hin, wenn deine Töchter sich fürs Spielen entscheiden und begleitest sie dann noch in den Schlaf, wenn sie das wünschen? Teilweise ist sie den ganzen nächsten Tag schlecht gelaunt und sehr emotional, aber gegen Abend will sie wieder "lange" in ihrem Zimmer spielen. Ich habe bei Danielle gelesen, dass es auch Kinder gibt, bei denen das nicht funktioniert. Hast du einen Tipp, wie ich ihr dabei helfen kann das richtige Maß zu finden?
    Ich hoffe sehr, sie versteht bald den Zusammenhang zwischen den langen Abenden und den müden Tagen. Viele Grüße
    Lila

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    1. Wie lange versuchst du das selbstbestimmte Einschlafen denn schon?
      Vielleicht glaubt deine Tochter noch nicht daran, dass sie wirklich frei entscheiden darf und zögert es deswegen raus, solange es geht. Falls es das ist, würde ich Geduld empfehlen.

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    2. Liebe Lila, ja, mittlerweile mache ich das tatsächlich so, dass ich sie spielen lasse und dann, wenn sie Bescheid sagen, zu ihnen gehe und mich kurz neben sie lege, bis sie eingeschlafen sind. Das dauert dann maximal 10 Minuten. Am Anfang hatte ich noch klar unterschieden zwischen: "noch spielen, aber allein einschlafen" und "Einschlafbegleitung", aber das klappte nicht immer ohne Tränen und deshalb habe ich meine eigene Regel noch einmal überdacht.

      Ich weiß nicht, wie lange du das selbstbestimmte Einschlafen nun schon probierst, aber es dauert ein bisschen, bis sich das reguliert. Wichtig ist auch, dass das Kind richtig ausgepowert ist, also viel draußen rennen, klettern, hüpfen durfte, damit es alle Energie losgeworden ist, bevor es schlafen geht.

      LG, snowqueen

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  25. Liebe Snowqueen!

    Dein Artikel ist jetzt schon fast ein Jahr alt und doch stolper ich erst heute darüber. Ich habe den Text wirklich gerne gelesen und dabei so ein wohliges Gefühl gehabt.

    Mein Sohn wird bald ein Jahr alt und ich wünsche mir, dass wir später auch mal einen ähnlichen Alltag hinkriegen wie ihr. Ein paar Dinge darf er auch jetzt schon entscheiden - wenn er nicht müde ist, dann versuche ich ihn auch nicht zwanghaft zum Schlafen zu bringen, nur weil es gerade Schlafenszeit ist; wenn die Terrassentür offen ist und er krabbelt raus, dann ziehen wir ihn an und er darf draußen spielen, wenn es gerade passt.

    Damit sind wir auf einem für uns guten Weg und ich hoffe, dass wir das so fortsetzen können.

    Liebe Grüße, Katharina

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