Warum Kinder ständig unsere Aufmerksamkeit verlangen

Warum Kinder ständig unsere Aufmerksamkeit einfordern und wie wir ihnen die für sie beste Form davon geben können 


Mutter küsst Kind
Unsere Kinder haben viele kleine und große Bedürfnisse - neben Nahrung ist Liebe, also Zuwendung und Aufmerksamkeit dabei eines der wichtigsten. Warum Aufmerksamkeit für unsere Kinder so wichtig ist, zeigt ein Blick zurück: in den letzten 500 bis 10.000 Jahren lag die Kindersterblichkeit bei etwa 30 bis 50 %. Es überlebten in der Regel die Kinder, die es am besten verstanden, sich den größten Teil der knappen Ressourcen zu sichern. Das Kind, das am lautesten und vehementesten auf sich aufmerksam machte, erhielt in der Regel die meiste Zuwendung in Form von Aufmerksamkeit und Nahrung.

Ein hohes Maß an Aufmerksamkeit beeinflusst zudem maßgeblich die Bindung - ein Kind, in das eine Mutter schon sehr viel "investiert" hat, möchte sie nicht verlieren. Daher hat jedes Kind noch immer das Ziel, sein Wohlergehen durch ein größtmögliches Maß an Aufmerksamkeit und Ressourcenzuteilung zu sichern. Dieses Verhalten ist biologisch sinnvoll und wird unsere Kinder eine ganze Weile begleiten. 

Ein Zuwenig an Aufmerksamkeit kann zu schlechtem Benehmen führen 


Schlechtes Benehmen ist in den allermeisten Fällen von Frustration oder einem Mangel an Aufmerksamkeit verursacht. Möchte ein Kind wahrgenommen werden und bekommt dieses Bedürfnis nicht erfüllt, benimmt es sich oft unangemessenen. Denn wenn es keine positive Zuwendung erhält, gibt es sich auch mit negativer Aufmerksamkeit zufrieden. Daher kann man bei schlechten Verhalten, das nicht aus akuter Frustration resultiert, eigentlich fast immer davon ausgehen, dass damit ein bestimmter Zweck damit verfolgt wird - in der Regel der, des Aufmerksamkeitgewinnens.

Auch wenn man selbst das Gefühl hat, genug Aufmerksamkeit zu geben - das kann das Kind ganz anders sehen 


Es kann vorkommen, dass Eltern sagen, dass sie ihrem Kind eigentlich sehr viel Aufmerksamkeit schenken, es aber trotzdem nicht genug davon zu bekommen scheint. Manchmal wirkt es nahezu unersättlich und trotz eigentlich objektiv genug erhaltener Aufmerksamkeit provoziert es dennoch ständig. 

Das führt sehr schnell in einen Teufelskreis, denn Eltern denken womöglich, dass das Aufmerksamkeitgeben offenbar gar nicht das Problem ist, sondern irgendetwas anderes. Sie beginnen zu suchen, zu forschen und zu probieren - und geben dabei weniger Aufmerksamkeit, weil die ja ganz offenbar nicht das Problem war. Das versetzt das Kind jedoch in Alarmbereitschaft - die Aufmerksamkeit, um die es so hart kämpft, schwindet trotz seiner starken Bemühungen - es wird seine Anstrengungen und sein schlechtes Benehmen dann möglicherweise verdoppeln. Schnell kann so eine Situation allgemeiner Unzufriedenheit entstehen.

Cover Die fünf Arten der LiebeWir haben vor einer Weile das Buch "Die fünf Sprachen der Liebe für Kinder: Wie Kinder Liebe ausdrücken und empfangen" von Gary Chapman und Ross Campbell gelesen, in dem in Bezug auf die Aufmerksamkeit eine interessante These aufgestellt wird, die das Phänomen der scheinbaren Unersättlichkeit und der daraus resultierenden Frustration erklären könnte. Vorweg - das Buch ist sehr typisch amerikanisch (will heißen, dass man im Grunde auch einen Flyer mit dem Inhalt hätte drucken können ;-), aber inhaltlich durchaus ein paar Gedanken wert, so dass wir Euch das Konzept der "fünf Sprachen der Liebe" heute kurz vorstellen wollen. 

Die fünf Arten von Liebe bzw. Aufmerksamkeit


Wenn ihr das Gefühl habt, ihr gebt euren Kindern  unendlich viel Aufmerksamkeit, doch diese sind immer noch unzufrieden und scheinen nie wirklich glücklich zu sein, dann könnte es sein, dass eure Art der Aufmerksamkeit nicht mit der Art übereinstimmt die Euer Kind am glücklichsten macht.

Jedes Kind - so der Gedanke - hat eine bevorzugte Form, in der es Eure Zuneigung und Aufmerksamkeit gerne erhalten möchte. Und ihr habt auch eine bevorzugte Form, diese auszudrücken. Stimmen die beiden Arten überein, gibt es in der Regel kein Problem - Sender und Empfänger sind auf der gleichen Wellenlänge, das Bedürfnis des Kindes wird ausreichend erfüllt - es ist zufrieden und ausgeglichen.

Unterscheiden sich die bevorzugten Arten, Aufmerksamkeit zu geben und zu erhalten jedoch, kann das dazu führen, dass ihr gebt, gebt und gebt, aber das Kind das Gefühl hat, dennoch zu wenig zu bekommen. Zwar führen alle Arten der Zuwendung dazu, dass sich mental beim Kind eine Art Speicher füllt - eine bestimmte Art ist jedoch bei jedem Kind besonders effektiv. Bekommt das Kind nicht seine bevorzugte Art Aufmerksamkeit, füllt sich sein "Liebestank" nur sehr langsam und läuft häufig auf Reserve.

Nachfolgend wollen wir die Arten der Aufmerksamkeit kurz beschreiben - bestimmt erkennt ihr Eure Kinder bei den einzelnen Arten mehr oder weniger wieder. 

Körperkontakt


Für viele Kinder ist Körperkontakt die wichtigste Art, Zuwendung zu bekommen. Ihr Aufmerksamkeitsdefizit wird nie vollständig gefüllt werden, wenn ihr es nicht häufig in den Arm nehmt und mit ihm kuschelt. Danielles kleiner Sohn ist ein absoluter Kuschler - ihm sind andere Aufmerksamkeitsarten vollkommen egal - wichtig ist nur ständiger Körperkontakt. Er will immer und überall auf dem Schoß sitzen, beim Autofahren soll eine Hand auf seinem Knie liegen, beim Einschlafen will er in der Armbeuge oder mit dem Gesicht auf dem nackten Bauch der Mama liegen, an den Armen knibbeln. "Hochheben" ist sein derzeit häufigstes Wort.

Solche Kinder bekommen oft die Bezeichnung Klette verliehen, einfach, weil sie ständig an den Eltern kleben. Sie sind gar nicht unbedingt schüchtern oder zurückhaltend - sie wollen nur einfach sooo gerne nackte Haut spüren. Das macht sie nachhaltig glücklich.

Ohne das Wissen, dass das die bevorzugte Form der Zuwendung ihres Sohnes ist, hätte sich Danielle sicher einige Gedanken gemacht, wie viel körperliche Anhänglichkeit noch "normal" ist. Mit dem Wissen aber kann sie das einfach annehmen und freut sich, seinen Liebesspeicher super füllen zu können - denn das Kuscheln ist auch ihre bevorzugte Form, ihre Liebe zu zeigen. Deswegen ist der Liebesspeicher ihres Sohnes eigentlich immer gut gefüllt - er hat so gut wie keinen Grund, sich durch auffälliges Benehmen Aufmerksamkeit zu sichern. Wenn sein Speicher zur Neige geht, kommt er einfach und verlangt "Hochnehmen!" - nach zwei Minuten kuscheln ist er glücklich. Das Umfeld bezeichnet ihn als absolut pflegeleicht - schließlich ist sein Bedürfnis relativ leicht zu erfüllen. Der Nachteil ist: es macht einige Kinder zu unruhigen Schlafenden, weil sie dieses Bedürfnis auch nachts dauerhaft erfüllt bekommen wollen.
Eine Mutter eines älteren Kindes berichtet im Buch:
"Jahrelang ist mir Ingos ewiges Gezerre an mir auf die Nerven gegangen. Wenn ich abwasche, schleicht er sich von hinten an und hält mir die Augen zu. Wenn ich an ihm vorbeigehe, kneift er mir in den Arm. Gehe ich in seinem Zimmer an ihm vorbei, während er auf dem Boden liegt, hält er meinen Fuß fest. Manchmal versucht er, mir den Arm auf den Rücken zu drehen. Und wenn ich auf der Couch saß, hat er mir früher regelmäßig die Haare zerzaust. Das habe ich ihm dann allerdings verboten. Beim Vater tut er das nicht. Dafür machen die beiden oft Ringkämpfe am Boden. Heute ist mir bewusst geworden, dass Ingos persönliche Liebessprache der Körperkontakt ist. All die Jahre hat er sich nach Berührung gesehnt, und deshalb hat er mich ständig angefasst. Ich muss zugeben, dass ich selbst nicht so ein körperbetonter Mensch bin. Meine Eltern haben mich selten in den Arm genommen. Jetzt wird mir klar, dass mein Mann Ingo mit seinen Ringkämpfen seine Liebe gezeigt hat, während ich mich vor seinen Annäherungsversuchen zurückgezogen habe" [Chapman, G., Campbell, R., 2012:36].

Positive Rückmeldung


Manche Kinder fühlen sich dann besonders geliebt, wenn sie durch anerkennende Worte oder Gesten erfahren, dass sie gesehen werden - dann füllt sich ihr Liebesspeicher besonders schnell. Das sollten keine überschwänglichen Lobe sein - kleine Rückmeldungen, wie ein Augenzwinkern, ein Lächeln, ein "Daumen-hoch" etc. reichen absolut aus, wenn sie die echten Gefühle der Mutter wie Stolz, Liebe oder Dankbarkeit widerspiegeln. Ein Kind, dem diese Art der Aufmerksamkeit wichtig ist, möchte nicht dauergelobt werden, es möchte einfach nur merken, dass die Mama es immer im Blick hat; dass es ihr immer wichtig ist.

Solche Kinder sind in Bezug auf Kritik und Streit sehr sensibel:
"Für Kinder, deren primäre Liebessprache Anerkennung ist, ist das freundliche Wort unerlässlich für die Gewissheit, geliebt zu werden. Beschimpfungen verletzen sie deshalb umso mehr. Harsche Kritik tut keinem Kind gut, aber für Kinder mit dieser Liebessprache ist sie besonders unerträglich. So manches harte Wort bleibt bei ihnen lange im Gedächtnis. Eltern sollten sich deshalb unbedingt für jeden rüden Ton entschuldigen. Das, was gesagt wurde, lässt sich zwar nicht ungeschehen machen, aber man kann durch geeignete Maßnahmen den Schaden begrenzen" [Chapman, G., Campbell, R., 2012:49].

Ungeteilte Zuwendung


Snowqueens Fräulein Chaos fühlt sich von ihr nur dann absolut geliebt und gesehen, wenn sie sich ihr oft im Alltag zuwendet. Das ist ihr so wichtig, dass sie gefühlte einhundert Mal am Tag zu ihr kommt und fragt, ob sie ihr ein Buch vorlesen, mit ihr spielen oder ihr beim Fahrrad fahren zugucken kann [vgl. Chapman, G., Campbell, R., 2012:51]. Wenn sie sagt: "Das geht jetzt nicht, ich koche gerade", versetzt das ihrer Tochter einen Stich, weil sie das Gefühl hat, dass sie nicht genug geliebt wird.

Kind blättert in antikem BuchAntwortet sie jedoch: "Ich koche gerade, setz dich doch zu mir und hilf mit" fühlt sie sich angenommen und ihr Aufmerksamkeitsdefizit wird aufgefüllt. Eine andere Möglichkeit ist, das Kochen kurz zu unterbrechen, mit ihr eine Runde Lotti Karotti zu spielen und dann weiterzukochen. Wenn Snowqueen nämlich ihre Tätigkeit für sie unterbricht, um sich ihr ungeteilt zuzuwenden, füllt sich ihr Liebesspeicher auf. Danach schafft sie es meist, sich selbst zu beschäftigen, ohne alle fünf Minuten vor Mama zu stehen. Dafür muss man aber den Impuls des Genervtseins überwinden und daran denken: Je mehr man schnell und unkompliziert gibt, desto weniger wird gefordert. Ständiges Aufschieben verstärkt das Bestreben des Kindes nur.

Für Kinder, die ungeteilte Zuwendung brauchen, um ihr Aufmerksamkeitsdefizit aufzufüllen, ist beispielsweise die Ankunft eines Geschwisterchens besonders hart, denn mit einem Neugeborenen im Haus fällt es Eltern natürlich schwer, ganz für das große Kind da zu sein. Liest man dem älteren Kind gerade etwas vor und das Baby beginnt zu weinen und man nimmt es in den Arm, geht für den Erstgeborenen eine Welt unter. Für diese Kinder ist es also besonders wichtig, dass Mama so oft wie möglich mit ihnen allein ist, ungestört. 

Kleine Geschenke


Fast alle Kinder freuen sich über Geschenke, doch nur für sehr wenige bedeutet ein kleines Mitbringsel der Mutter echte Aufmerksamkeit und Liebe. Für diese Kinder geht es nicht um den materiellen Wert, sie freuen sich genauso über einen kleinen Stein, eine hübsche Postkarte oder einen selbst geflochtenen Kranz aus Löwenzahn. Man erkennt sie daran, dass sie diese Geschenke "in Ehren" halten - sie bekommen einen Ehrenplatz im Zimmer, werden Gästen vorgezeigt und das Kind merkt sich, in welcher Situation es Dieses oder Jenes bekam. Wichtig ist dem Kind, dass die Eltern offensichtlich an es gedacht haben - das Geschenk ist für es Ausdruck dessen und füllt den Liebesspeicher auf.
Seinen Kindern Aufmerksamkeit zu geben, indem man ihnen ein Geschenk macht, ist eine  Gratwanderung. Denn oft werden Geschenke in unserer Gesellschaft missbraucht - es geht nicht darum, dem Gegenüber eine Freude zu bereiten, sondern oft darum, für eine erbrachte oder noch zu erbringende Leistung erkenntlich zu zeigen.
"Wenn eine Mutter ihrem Kind eine Überraschung mitbringt, weil es sein Zimmer aufgeräumt hat, dann ist das im Grunde kein Geschenk, sondern der Lohn für eine Leistung. Wird eine Eistüte spendiert, damit das Kind schön ruhig ist, dann ist das Bestechung, um das Kind zu manipulieren, aber kein Geschenk. Möglicherweise kennt das Kind die Wörter Lohn und Bestechung noch gar nicht, aber es durchschaut durchaus, was wir tun" [Chapman, G., Campbell, R., 2012:65].
Macht also bitte nicht den Fehler, eure eingeschränkte Aufmerksamkeit durch tolle Geschenke wettmachen zu wollen - das ist in den allermeisten Fällen der falsche Weg und kann zu Wohlstandsverwahrlosung führen. 

Geht mit offenen Augen durch die Welt und schaut, welche Kleinigkeit Euer Kind glücklich machen kann - ein paar Kastanien oder bunte Blätter im Herbst - ein paar Büroklammern aus dem Büro, mit denen man eine Kette basteln kann, eine kleine Vorratskiste mit Murmeln und Stickern - so kann man dem Kind, das seinen Aufmerksamkeitsspeicher mit kleinen Geschenken besonders effektiv füllt, immer wieder eine Kleinigkeit zukommen lassen kann. 

Hilfe


Mutter hilft Kind beim Anziehen
Schon bevor ihr klitzekleiner Bruder geboren wurde, mochte es Snowqueens Tochter Fräulein Ordnung, wenn man ihr half. Gern ließ sie sich von ihren Eltern anziehen, obwohl sie es schon längst selbst konnte. Manchmal "schaffte" sie es einfach nicht, die Treppe hochzulaufen und war glücklich, wenn sie getragen wurde. Noch heute liebt sie es, wenn Snowqueen ihr beim Treppe hinunter gehen die Hand gibt oder sie ein bisschen auf ihrem Fahrrad schiebt.  Ist ein Kind von diesem Aufmerksamkeits-Typus, dann vermittelt ihm jede freundliche elterliche Hilfestellung die innere Gewissheit, geliebt zu werden. Hilfe bedeutet für diese Kinder Aufmerksamkeit - und das Aufmerksamkeitsdefizit  wird weniger.
"Wenn Eltern dieses Motiv kennen und freundlich auf solch eine Bitte eingehen, dann bekommt das Kind wieder einen gefüllten Liebestank. Reagieren die Eltern aber ungehalten und reparieren den Gegenstand nur widerwillig, dann ist das Fahrrad vielleicht wieder heil, aber die Seele des Kindes nicht. [...] Es ist nicht nötig, dass sie augenblicklich jeden Wunsch erfüllen. Sie müssen nur besonders sensibel sein, wenn das Kind kommt, und sich des Motivs für sein Anliegen bewusst sein" [Chapman, G., Campbell, R., 2012:84].
Leider haben es Kinder in der Regel schwer, wenn sie vom Hilfe-Aufmerksamkeitstyp sind, weil in unserer Gesellschaft schnelle Unabhängigkeit ein sehr befördertes Erziehungsziel ist. Kinder sollen schnell allein einschlafen, schnell selber essen, sich schnell selber anziehen... Eltern und Erzieher fördern und fordern das stark. Daher hören Kinder immer wieder: "Mach das bitte selbst". Wenn Du also ein Kind hast, das gerne Hilfe bekommt, dann sieh Deine Hilfe einfach als Kraftstoff für den Liebestank. Ja - Dein Kind könnte, wenn es wollte, es will sich aber viel lieber Deiner Liebe versichern.

Achte auf den Füllstand des Aufmerksamkeitstanks! 


Unsere Kinder mögen meist all diese Arten von Aufmerksamkeit - jede einzelne hat für das Kind einen bestimmten Stellenwert. Eine ist in der Regel am wichtigsten - nur wenn wir ihm regelmäßig auf genau diese Art Aufmerksamkeit geben, kann man ganz sicher sein, dass sich das Kind richtig geliebt fühlt und sich sein Aufmerksamkeitsspeicher vollständig füllt. Zwar führen auch die anderen Arten - mehr oder weniger - dazu, dass der Speicher gefüllt wird, aber es ist deutlich mühsamer. Wenn Dir also auffällt, dass ein Aufmerksamkeitsdefizit besteht, dann nimm Dir am besten Zeit, die von Deinem Kind bevorzugte Art an Zuwendung zu geben.
Danielles Tochter zum Beispiel bevorzugt eindeutig die ungeteilte Zuwendung. Aber auch mit positiver Rückmeldung füllt sich ihr Zuwendungsspeicher recht gut. Bekuscheln hingegen könnte man sie den ganzen Tag - am Abend würde sie fragen, wann Mama ihr endlich auch mal Aufmerksamkeit schenken kann - Körperkontakt bedeutet ihr nichts. Das war schon als Baby so und hat sich konsequent fortgesetzt. Das ist für Danielle recht praktisch - denn wenn Geschwister die gleiche Form von Zuwendung lieben, dann wird es schwierig, weil man sich u. U. zerteilen muss. Sie kann ihren Sohn auf dem Arm bekuscheln, während sie ihrer Tochter ihre volle Aufmerksamkeit schenken kann - beide sind damit glücklich.

Achte darauf, dass der Aufmerksamkeitstank gut gefüllt ist. Kinder reagieren erst, wenn ein kritisches Maß unterschritten ist. Wenn wir ihnen dann nur ganz kurz Aufmerksamkeit schenken, dann ist das zwar für eine gewisse Zeit ausreichend, aber das kritische Maß relativ schnell wieder erreicht. Die Kinder wirken schnell wieder unzufrieden und die Eltern denken sich "Herrje - mein Kind hat doch genug Zuwendung bekommen - warum braucht es schon wieder welche?" Das führt dann zur oben beschriebenen Spirale. Ist der Tank hingegen bis oben hin gefüllt, kann man auch längere Durststrecken überwinden.

Dieser Artikel basiert auf dem Buch "Die fünf Sprachen der Liebe für Kinder: Wie Kinder Liebe ausdrücken und empfangen", das es auch als "Die fünf Sprachen der Liebe für Teenager" und "Die fünf Sprachen der Liebe. Wie Kommunikation in der Ehe gelingt" (schaut Euch mal die Bewertungen an!).

© Snowqueen und Danielle

Kommentare:

  1. Da habe ich gerade mehreren Leuten erzählt, dass mein Sohn sehr kuschlig ist, meine Tochter dagegen eher wenig, und da kenne ich das Buch "Die fünf Sprachen der Liebe. Wie Kommunikation in der Ehe gelingt" (naja, das Fazit zumindest, das, was auf den Flyer passt :-) ) - und erst durch diesen Artikel erkenne ich den Zusammenhang ... Vielen Dank!

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  2. Oh, das kommt gerade richtig... Mein Sohn (3) scheint allerdings wirklich mehrere Arten gut zu finden. Kuscheln, HIlfe und Aufmerksamkeit... Nach der Lektüre Eures Artikels kann ich mir nochmal richtig vor Augen führen, dass seine Liebes-Tanks gerade wohl deutliche Auffüllung brauchen.

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  3. Ich stelle leider gerade fest, dass meine Tochter eine andere Art von Aufmerksamkeit braucht als die, die ich bevorzugen würde. Ich könnte den ganzen Tag kuscheln, sie möchte, dass ich sie wahrnehme und ihr meine ungeteilte Aufmerksamkeit schenke, auch wenn sie “nur“ ihre Spielsachen in eine Box und wieder ausräumt. Obwohl die erst 15 Monate alt ist, merkt man es schon sehr deutlich. Mein Mann, der als Kind laut meiner Schwiegermutter auch sehr fordernd im Bezug auf ungeteilte Aufmerksamkeit war, kommt mit unserer Tochter deshalb scheinbar deutlich besser zurecht.
    Manchmal ist es gar nicht so einfach, seine eigenen Verhaltensmuster so zu verbiegen bzw. sich einem Kind anzupassen.

    Deshalb danke für den Beitrag, jetzt weiss ich zumindest woran ich arbeiten kann!

    Vg
    Adeline

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  4. Puh... "Die Fünf Sprachen der Liebe", das war doch das Buch, in dem der Frau, die aufgrund von Missbrauchserfahrungen nicht mit ihrem Mann schlafen will, geraten wird, es trotzdem zu tun - als Liebesbeweis? :/ (Und das war nur ein sehr zweifelhaftes Beispiel von Vielen.) 'Tschuldigung, das hat jetzt wenig mit diesem Post zu tun, aber ich kann Lob an diesem Buch manchmal einfach nicht unkommentiert stehen lassen.

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    1. Es gibt verschiedene Ausführungen dieses Buches - für Kinder, Teenager, Paare... Wir haben nur das Buch gelesen, in dem es um Kinder geht, können daher nicht beurteilen, wie es um die anderen bestellt ist :-). "Die fünf Sprachen der Liebe für Kinder" ist ganz sicher vollkommen unbedenklich ;-).

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  5. Interessant ist auch, was die Eltern für Typen sind! Ich kuschle z.B. am liebsten mit meinen Kindern und spiele nicht so gerne mit ihnen. Wenn Eltern und Kinder in ihrer Art, Zuwendung zu geben und aufzunehmen, zusammenpassen, ist es ideal, oder? Liebe Grüße und danke für euren tollen Blog! :) Katharina

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    1. Danke für Deinen Kommentar! Ja - wenn beide die gleiche Art bevorzugen, dann verreinfacht das die Sache enorm.

      Liebe Grüße!
      Danielle

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    2. Hallo Danielle,

      das stimmt nicht immer, glaube ich. Meine Tochter (2Jahre) und ich scheinen beide vom Typ "positive Rückmeldung" zu sein. Und wenn sie schlechte Laune hat oder, wie gerade, das neue Geschwisterchen durch viel jammern, schreien und rummaulen verarbeitet (danke für den Entthronungsartikel), dann kommt von ihrer Seite natürlich absolut keine positive Stimmung in meine Richtung. Mein "Tank" läuft dann schnell leer und mir fällt es dadurch extrem schwer, meinerseits positive Rückmeldung zu geben.
      Das ist schon ein Problem. Ich muss mir das immer wieder vor Augen führen und mich manchmal quasi zwingen, um diesen Teufelskreis aus Anmaulen zu durchbrechen.

      In solchen Phasen hilft mir Lesen in eurem Blog sehr, um mir wieder in Erinnerung zu rufen, warum sie dies oder das tut und wie ich ihr helfen kann. Vielen Dank und weiter so!

      Liebe Grüße,
      Maria

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  6. Vielen Dank für den tollen Artikel!
    Ich habe es direkt ausprobiert und es war eine Offenbahrung für mich!

    Mein Großer braucht ungeteilte Aufmerksamkeit und positive Zuwendung, d.h. er plappert in einem fort und ich muss in einem fort mitplappern, dann läuft es echt gut. Ich musste nicht einmal schimpfen, was ich sonst - gefühlt - den ganzen Tag getan habe.
    Zwar ist plappern nicht meine Lieblingsbeschäftigung, aber schimpfen noch viel weniger! ;)

    Dafür habe ich ja noch den Kleinen, der durch und durch Kuschelkind ist, wobei auch nicht immer ganz so zärtlich, wie man sich das vorstellt.

    Ich werde das weiter verfolgen :)

    LG Eva

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  7. Immer, wenn mir irgendwer in meinem Umfeld oder auch meine eigenen "Das müsste doch-Gedanken", geprägt durch meine eigene Erziehung versuchen wollen, weis zu machen, dass hier irgendwas nicht stimmt, unser Sohn irgendetwas müsste oder nicht müsste, lese ich in eurem Blog und schon geht's mir besser, ich weiß wieder, das es eigentlich super läuft und alle kritischen Stimmen, inkl. meiner gelegentlichen Kopfstimme ;) , Unrecht haben :)

    Heute: Nein, mein Sohn MUSS nicht allein jede Treppe erklimmen, nur weil er es theoretisch alleine könnte. Manchmal ist es doch einfach nur viel schöner, sie gemeinsam Hand in Hand heraufzusteigen. Ganz egal, ob das nun das Bedürfnis nach Körperkontakt, ungeteilter Aufmerksamkeit oder Hilfe gestillt hat - es funktioniert :)


    Macht weiter so!
    J.

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  8. Tausend Dank für die richtungsweisenden Artikel, die mich die letzten 2 Jahre begleitet und extrem beeinflusst haben!!!
    Habe ein süßes Exemplar, welches ungeteilte Aufmerksamkeit fordert und ein Kuscheltyp ist. Kuschle zwar auch sehr gerne - aber die ungeteilte Aufmerksamkeit bringt mich hin und wieder an meine Grenzen. ich weiß ich kann es nicht ändern und entsprechende Ungeduld führte natürlich nur zu einer Verschlimmerung der Lage bzw. eines leeren Tanks. Bemühe mich redlich - Haushalt parallel führen zu wollen ist kaum möglich - gottseidank bin ich kein Putzteufel. Da er sich nicht sehr gut alleine beschäftigen kann (wahrscheinlich Altersgemäß und wahrscheinlich mangelnde Ungeduld, die ich wiederum durch Loben und Vormachen verstärkt habe -grr), komme ich zu rein gar nichts. Kochen länger als 10min geht kaum - das mache ich schon abends um Stress zu vermeiden. Puhhh, finde egozentrischerweise den ungeteilte Aufmerksamskeitstyp von allen Beschreibungen am anstrengendsten - eigener Charakter hin oder her. Hoffe das wächst sich irgendwann ein wenig aus…?

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    1. Liebe Ilka,

      das freut uns sehr, zu lesen!

      Tja. Ja - es wird besser. Je nach Typ hat man so mit etwa 4 bis 6 Jahren dann den Punkt erreicht, wo auch mal ausgiebiger allein gespielt wird... Ist noch etwas hin, aber wenn es soweit ist, dann ist man fast etwas traurig :-).

      Liebe Grüße!
      Danielle

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    2. Wie findet man denn heraus was das Kind braucht. Mein Sohn wird 5 und ich habe das Gefühl er braucht alles. Vor allem seit er bis 15 uhr im kiga ist. Sein 3 jähriger Bruder nimmt sich was er braucht und ist zufrieden. Ausser das sich beide den ganzen Tag streiten. Der große fühlt sich jedoch immer vernachlässigt.

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    3. Hallo,

      kannst Du einen zeitlichen Zusammenhang zwischen der Verlängerung des Kita-Besuches und dem Wunsch nach mehr Aufmerksamkeit feststellen? Geht der kleine auch so lange in die Kita?

      Viele Grüße
      Danielle

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  9. Hallo,
    danke für den Artikel. Ich habe dazu allerdings zwei Fragen:

    1. Zu Punkt 5: Hilfe. Ihr habt einen Artikel über das Stärken des Selbstbewusstseins veröffentlicht, den ich begeistert gelesen habe. Darin wird aber erklärt, dass es Kindern hilft, wenn man ihnen nicht alles abnimmt, sondern sie, "trotz Frust" selbst etwas tun lässt. Wie lässt sich das vereinbaren, wenn man ein Kind hat, dass aber Hilfestellungen bekommen möchte.

    2. Wie erkenne ich, welcher Typ mein Kind ist? Ich habe bereits gemerkt, dass mein Sohn (10 Monate) da etwas anders ist, als ich. Ich könnte den ganzen Tag kuscheln. Ich stille noch und schlafe nachts an ihn gelehnt oder mit ihm im Arm. Tagsüber "wehrt" er sich aber gegen das Schmusen. Es ist einfach nicht sein Ding. Da er oft quängelig ist, frage ich mich natürlich, ob und vor allem, welche andere Art von Aufmerksamkeit er braucht. Da er noch so jung ist, fällt es mir schwer, seine Versuche, sich mitzuteilen zu deuten. Habt ihr ein paar Tipps für mich?

    Vielen Dank, Nora

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    1. Liebe Nora,

      Kinder streben von Natur aus nach Autonomie - sie werden also grundsätzlich erst einmal bestrebt sein, alles allein zu versuchen. Dabei soll man nicht eingreifen (bspw. damit es schneller geht). Irgendwann kommt der Punkt, wo das Kind aktiv von sich aus Hilfe sucht - dann spricht nichts dagegen, ihm zu helfen.

      In dem Alter ist es noch relativ schwer zu sagen, welcher Aufmerksamkeitstyp das Kind ist. Das einzige, was man feststellen kann, ist, wie gerne es Körperkontakt mag. Ich denke bei Deinem Kind liegt die Quengeligkeit vor allem darin begründet, dass es gerade so gerne mobiler wäre, als es das ist - oder? Es gibt auch einen 46-Wochen-Sprung, der die Kinder sehr unzufrieden macht (http://www.gewuenschtestes-wunschkind.de/2013/06/der-entwicklungssprung-der-46-woche.html).

      Liebe Grüße
      Danielle

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  10. Vielen Dank für diesen Artikel! Ich glaube unser Großer (knapp 3) ist eine Kuschler/Aufmerksamkeits Kombination. Leider kommt hier zur Zeit beides komplett zu kurz da seit 8 Wochen seine kleine Schwester da ist, die mich extrem fordert (aufgrund von Reflux tags wie nachts absolut unablegbar und keine helfende Hand verfügbar, die die kleine Mal nehmen kann). Ich hoffe ja dass es bald besse wird und ic sie wenigstens nachts ablegen kann, damit ich auf wieder im Familienbett schlafen kann. Allerdings mache ich mir natürlich meine Gedanken, wie lange der Große das (dauerhaft) unbeschadet übersteht bzw wie ich das später wieder ausbügeln kann. Ich bin so unglücklich mit der Situation und sehe auch dass er wirklich darunter leidet. Er ist innerlich total angespannt und unausgeglichen, noch dazu gerade in einem Entwicklungssprung und ohnehin hochsensibel.

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  11. Vielen Dank für den tollen Artikel
    Ich wollte fragen, wie man das denn machen soll, wenn die bevorzugte Liebesart die ungeteilte Aufmerksamkeit ist und Frau den Haushalt schmeissen muss und kochen?
    Liebe Grüsse
    zoraya

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    1. Liebe Zoraya,

      es hilft, immer wieder kleine Pausen einzulegen und sich bewusst und ohne Ablenkung auf das Kind zu konzentrieren. Es braucht keine ganze Stunde ununterbrochene Aufmerksamkeit - mit 3 x 5 Minuten ist es bei halbwegs gefülltem Tank durchaus zufrieden. Dann bleiben für Dich im besten Falle noch eine Stunde für den Haushalt.

      Viele Grüße!
      Danielle

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  12. Hallo,
    vielen Dank für den tollen Blog! Dass "ungezogenes" Verhalten eine Reaktion auf mangelnde Zuwendung ist, stimmt bestimmt. Wie reagiere ich nun aber, wenn gar nicht ich es bin, von der gerade zu wenig Aufmerksamkeit kommt, sondern der gleichaltrige Freund? Mein Sohn reagiert nämlich "bockig", wenn der Spielkamerad sich plötzlich nicht mehr mit ihm beschäftigt - kürzlich fand der es auf dem Spielplatz z.B. so interessant, mit einem Baby zu scherzen und "vergaß" meinen Sohn, mit dem er eigentlich gekommen war. Der wiederum benahm sich geradezu verrückt, schrie und rannte wie wild hin und her. Ein andermal hat er dann das Spiel des Freundes sabotiert, weil der nur noch für sich gespielt hatte. Und es nützt dann auch gar nicht, wenn ich meinem Sohn Aufmerksamkeit schenke, denn er will die des Freundes! Das kann sich dann ganz schön hochschaukeln, denn der Freund wird dann wiederum sauer, wenn mein Sohn sich so aufführt und haut ihm schon mal eine rein.... Würdet ihr das nun einfach so laufen lassen oder irgendwie eingreifen? Ich habe schon mal den Freund in der Situation heimgeschickt (er wohnt im selben Haus), aber dann dreht mein Sohn noch mehr durch! Die beiden sind übrigens 5, fast schon 6 Jahre und es ist natürlich nicht immer so, meistens klappt es gut!
    Ansonsten noch vielen vielen Dank für die Artikel über die Kooperation; ich merke wirklich, wieviel besser es hier läuft, wenn ich einfach öfter abwarte und seine Bedürfnisse beachte!
    Viele Grüße! Hanni

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    1. Liebe Hanni, oooh, das ist eine super Chance, um mit deinem Sohn über Strategien zu sprechen. Also, er möchte ja die Aufmerksamkeit seines Freundes und gebärdet sich wild, um diese zu bekommen. Seine Strategie, um sein Bedürfnis (Aufmerksamkeit) befriedigt zu bekommen, ist also „laut sein, schreien, zerstören“ etc. Nun funktioniert das nicht – seine Strategie ist nicht zielführend und das merkt er ja auch. Es frustriert ihn und manchmal kriegt er auch noch Ärger deswegen, manchmal haut sein Freund ihn wegen der Strategie. Das alles kannst du ihm erklären, wenn ihr wieder in so einer Situation seid (oder hinterher). Mache ihn auf sein eigenes Bedürfnis aufmerksam („Du möchtest mit ihm spielen, aber er ist mit dem Baby beschäftigt.“), mach ihm seine Strategie bewusst („Du hast versucht, deinen Freund durch Lautsein dazu zu bringen, mit dir zu spielen, aber das hat nicht geklappt.“) und zeig ihm eine NEUE Strategie („Du könntest zu ihm gehen und sagen, wie es dir geht. Sprich mit ihm. Sag: ‚Freund, ich habe mich so darauf gefreut, mit dir zu spielen, aber nun spielst du die ganze Zeit mit dem Baby. Ich bin deswegen traurig und ich merke, dass ich auch wütend werde. Am liebsten würde ich euren Buddelberg kaputt treten. Wann bist du denn mit dem Baby fertig? Können wir danach gemeinsam spielen? Ich wollte gern mit dir….'“) Die neue Strategie ist also, ohne Du-Vorwürfe die eigenen Gefühle offenzulegen. Das mag verletzlich machen, aber ich habe festgestellt, dass andere Kinder auf diese Art der Ansprache sehr empathisch reagieren und dann die Bedürfnisse eingehen.
      Liebe Grüße, snowqueen

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  13. Ich habe den Artikel schon oft gelesen und war sicher, dass mein ältester Sohn ein Kuschler ist. Sein Bedürfnis wurde immer befriedigt und er war glücklich. Seit der Geburt meines zweiten Sohnes kuschelt er auf einmal weniger mit mir, außer dass er immer noch jede Nacht zu mir ins Bett kommt. Allerdings fordert er nun Aufmerksamkeit auf verschiedene Weisen ein, sodass ich nun gar nicht mehr weiß, womit ich sein Bedürfnis nach Aufmerksamkeit befriedigen kann. Vielleicht kannst du mir einen Tipp geben. Nachts kommt er ins Bett, tagsüber soll ich entweder permanent mit ihm spielen, oder wenn er alleine spielt, sagt er dauernd : Mama schau mal etc. Da muss ich auch ständig präsent sein. Alles kann ich und will ich auch nicht leisten. Aber ich weiß nun gar nicht mehr, wo ich ansetzen soll.

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  14. Ich bin oft überfordert vom Liebes- und Aufmerksamkeitshunger meiner beiden Kinder. Sie saugen mich regelrecht aus und ich kann zusehen wie mich meine Kraft verlässt. Das geht soweit dass ich es wirklich bereue, zwei Kinder in die Welt gesetzt zu haben. Wieviel zusätzliche Kraft und Zeit ich jetzt hätte ohne Kinder und um wieviel es mir jetzt besser gehen würde? Das denke ich besonders, wenn ich mal wieder total erschöpft bin und nur gebe und gebe und die Kinder trotzdem noch unzufrieden sind und immer mehr fordern. Da spüre ich dann wie meine Liebe für die Kinder schwindet und ich wünschte, es gäbe sie einfach nicht. Ich bin nur noch ein Schatten meiner Selbst und hoffe darauf, dass sie grösser werden und sich dann anderen Menschen zuwenden werden. Ich gebe soviel Liebe wie ich habe aber irgendwann ist dann mal Schluss und ich brauche die restliche Kraft für mich selbst. Das Muttersein finde ich persönlich einfach Scheisse, ein undankbarer Scheissjob den einem keiner dankt.

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    1. Liebe Birgit,

      es tut mir wirklich leid zu lesen, dass Du so sehr erschöpft bist. Es geht nicht nur Dir so - es gibt viele Frauen, die vom Muttersein erschöpft und enttäuscht sind (Stichwort #regrettingmotherhood).

      Ich würde mich gerne mit Dir per Mail austauschen, weil ich denke, dass es einige Dinge gibt, die man versuchen könnte, um die Situation positiv zu beeinflussen. Wenn Du daran Interesse hast, schreib mir doch an squeennow [ät] gmail.com

      Herzliche Grüße
      Danielle

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  15. Vielen Dank für diesen unglaublich gut geschriebenen Artikel!!! Mir fiel es wie Schuppen von den Augen was das Problem mit meinem 2,5 Jahre alten Sohn ist (der vor einem halben Jahr "großer Bruder" geworden ist) und bei dem ich die letzten Monate nicht verstand, warum er so um Aufmerksamkeit ringt, wo ich doch dachte er bekäme genug davon! Aber es fällt mir auch gerade ein riesen Stein vom Herzen, weil ich überzeugt bin, dass ich ihn jetzt wieder viel besser verstehe, ich wieder anders auf ihn eingehen kann und ich mich nicht mehr so hilflos fühle!!! 1000 Dank!!!!

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    1. Vielen Dank für Deinen Kommentar! Hast Du schon den Artikel zur Entthronung gelesen? Der passt für Euch sicher besonders gut (schau mal ins Stichwortverzeichnis).

      Liebe Grüße
      Danielle

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