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Warum wir unsere Kinder nicht bestrafen sollten

In § 1631 BGB heißt es:
„Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig“.
Es ist Konsens in Deutschland, dass körperliche Gewalt gegen Kinder vollkommen inakzeptabel ist. Eine im Journal of Family Psychology veröffentlichte Untersuchung zeigte, dass schwere körperliche Disziplinierungsmaßnahmen schwerwiegende und langfristige Schäden anrichteten. Kinder, die wiederholt Prügel bekamen, neigten zu trotzigem, unsozialem und aggressivem Verhalten. Sie widersetzten sich zudem häufiger den Eltern. Die Autoren der Studie erklärten in einer Pressemitteilung: "Mit Schlägen erreichten Eltern demnach das Gegenteil von dem, was sie wollten. Die Kinder wurden dadurch nicht gehorsamer".

Nichtkörperliche Strafen hingegen sind ein fester Bestandteil unseres Alltags und gesellschaftlich allgemein akzeptiert, auch wenn sie sich bei genauerer Betrachtung in vielen Fällen als "entwürdigende Maßnahmen", die "seelische Verletzungen" verursachen, herausstellen. Nichtkörperliche Strafen verletzen unsere Kinder zudem ebenso sehr, wie Schläge. Eine Studie der Universität Pittsburgh zeigte, dass verbale Strafen die gleichen Auswirkungen haben, wie körperliche: Verhaltensstörungen und Depressionen.

In diesem Artikel soll es darum gehen, welche Auswirkungen Strafen auf unsere Kinder haben, welche Probleme es bei einer strafenden Erziehung gibt und warum Bestrafungen langfristig nicht funktionieren.


Warum bestrafen wir Kinder?


Wir sind überzeugt davon, dass man Kinder erziehen kann, ohne sie zu bestrafen. Dieser Meinung scheinen jedoch (noch) nicht viele Eltern zu sein. Schauen wir uns zunächst an, warum Kinder überhaupt bestraft werden:

Strafen sind kurzfristig durchaus effektiv


Die Grundidee bei Strafen ist: Zeigt ein Kind unangemessenes oder unerwünschtes Verhalten, dann "lernt" es, dieses Verhalten künftig zu unterlassen, wenn wir ihm etwas Unangenehmes zufügen. Dass das durchaus funktioniert, zeigte der Verhaltensforscher B. F. Skinner schon vor Jahrzehnten in Versuchen mit Ratten. Bekamen diese einen Stromschlag, wenn sie auf einen bestimmten Schalter in ihrem Käfig drückten, vermieden sie es künftig, den Schalter zu berühren. Wurden sie stattdessen mit Futter belohnt, wenn sie den Hebel bedienten, dann drückten sie ihn später häufiger. Das Verhalten der Ratten ließ sich also durch äußere Reize verstärken oder abschwächen.

Diese Erkenntnisse hat man auf die Kindererziehung übertragen - in zahlreichen Büchern ist zu lesen, dass man positives Verhalten durch Lob und Belohnungen bestärken solle und und negatives Verhalten durch Strafen sanktionieren solle. Und das funktioniert ja auch recht gut - zumindest für eine gewissen Zeit. Die Androhung, dass das abendliche Fernsehprogramm gestrichen wird, führt in den meisten Fällen dazu, dass sich ein Kind klaglos die Zähne putzt. Drohungen wie "Wenn du nicht damit aufhörst, nehme ich dir das weg" oder "Lass das, sonst gehen wir!" sind durchaus in vielen Fällen wirksam. Hat man seine Androhungen bisher immer konsequent wahr gemacht und weiß das Kind, dass es ohnehin keine Wahl hat, wird es bei den Dingen, die ihm am Herzen liegen, resigniert gehorchen.

Menschen neigen dazu, auf bewährte und effektive Lösungsstrategien zurückzugreifen - weil Strafen oft gut funktionieren, werden sie gerne angedroht und verhängt. Dabei wird jedoch außer Acht gelassen, dass durch Strafen angepasstes Verhalten oft nur so lange gezeigt, wird, wie die Aufsichtsperson anwesend ist. Forscher der University of Iowa beobachteten Kinder in zwei Jungenclubs. Einer der Clubs wurde von einem sehr autoritären Leiter betreut, ein anderer von einem nichtkontrollierendem, demokratischen Leiter. Die Kinder im erstgenannten Club zeigten häufiger feindseliges, aggressives oder störendes Verhalten, sobald der Leiter außer Sichtweite war. Sie unterbrachen außerdem ihre Aktivitäten und zeigten genau die Verhaltensweisen, die ihnen eigentlich untersagt worden waren. Die Kinder des anderen Camps hingegen setzten ihre Tätigkeiten einfach fort, wenn der Leiter den Raum verließ.

In einer anderen Untersuchung wurden drei Gruppen mit 6-Jährigen gebildet. Sie wurden aufgefordert, eine Aufgabe zu erledigen. Die erste Gruppe wurde bei Erfolg verstärkt, die zweite bei Misserfolg bestraft und die dritte vollkommen ignoriert, während sie die Augabe lösten. Die bestrafte Gruppe arbeitete danach zwar härter an der Aufgabe - allerdings auch nur, so lange der Versuchsleiter anwesend war.

Wenn man Strafen verwendet, muss man also eine lückenlose Überwachung sicherstellen, damit  Verstöße umgehend geahndet werden können. Und das ist wirklich anstrengend und sorgt für jede Menge Unzufriedenheit und Konflikte.

Mädchen stützt den Kopf auf die Arme


Eltern haben Angst vor dem Verwöhnen


Die Annahme, man könne Kinder verwöhnen, wenn man ihre Bedürfnisse zuverlässig befriedigt, ist leider noch immer in den Köpfen vieler Eltern verankert. Sie sehen Kinder, die sich unangemessen verhalten, andere herumkommandieren und egoistisch sind. Die Eltern dieser Kinder reagieren oft hilflos oder gar nicht. Viele ziehen daraus den Schluss: das Kind wird offenbar nicht konsequent bestraft und gemaßregelt, also tut es, was es will. Für sich selbst beschließen sie: Ich mache das aber anders.

Dabei entsteht rücksichtsloses und egozentrisches Verhalten meist vielmehr dadurch, dass Eltern ihren Kindern Enttäuschungen ersparen, keine echten Emotionen zeigen, Ersatzbefriedigungen statt echtem Trost anbieten, die eigenen Grenzen nicht ausreichend aufzeigen oder unberechenbar sind. Wir haben im Artikel Wie entstehen "Arschlochkinder" und "Tyrannen" wirklich sehr ausführlich darüber geschrieben.

Meist ist ungehorsames und unangemessene Verhalten ein Ausdruck von zu vielen und nicht von zu wenigen Strafen. Denn Bestrafungen verursachen Groll und Wut bei Kindern - sie fühlen sich ungerecht behandelt und begehren auf. Wenn Erwachsene ihre Macht gebrauchen, um Kinder zu maßregeln, reagieren diese oft, indem sie ihre Macht demonstrieren und sich nichts mehr sagen lassen. So, wie ein Kleinkind in der Autonomiephase alles selber machen will, kämpfen größere Kinder um Autonomie, indem sie sich gegen manipulierendes Verhalten wehren.

Die Annahme, Kinder seien von Natur aus schlecht


Erziehung wird häufig als Prozess betrachtet, Kindern "richtiges Verhalten" beizubringen - offenbar geht man davon aus, dass Kinder sich von allein gar nicht benehmen oder von Natur aus kooperativ sein könnten. Kindern wurde ja von jeher mit Misstrauen begegnet. In Ratgebern liest man oft, man müsse ihre Eigenwilligkeit frühzeitig unterdrücken, ihnen Gehorsam und Respekt beibringen und stets konsequent sein, um zu verhindern, dass sie selbstsüchtig und fordernd sind. Wenn man tatsächlich denkt, dass man Kinder das "Gutsein" erst beibringen muss, dann braucht man natürlich Maßnahmen wie Strafen, um sie vom "Schlechtsein" abzuhalten.

Kinder sind jedoch nicht von Natur aus schlecht - sie kommen mit einem enormen Bindungswillen auf die Welt. Sie wollen dazu gehören und ihren Eltern gefallen. Das vermeintliche "Schlechtsein" ist oft nur eine entwicklungsbedingte Unfähigkeit. Manchmal ist einfach die Impulskontrolle noch nicht ausreichend ausgebildet oder die Fähigkeit zur Übernahme anderer Perspektiven fehlt. In anderen Fällen ist auffälliges Verhalten ein Hilferuf, mit dem Kinder zeigen, dass sie sich nicht wertgeschätzt fühlen oder mehr von unserer Aufmerksamkeit brauchen. Daher ist es sinnvoller, immer hinter das Verhalten schauen, statt es zu bestrafen.

"Ich strafe doch nicht! Bei uns gibt es Konsequenzen!"


Mittlerweile werden Strafen zunehmend im Gewand der logischen Konsequenzen verhängt. Hierbei wird die Konsequenz thematisch eng an das Verhalten angelehnt. So gibt es keinen Nachtisch, wenn das Kind am Tisch rumalbert oder das Fernsehprogramm wird für den nächsten Tag gestrichen, wenn das Kind beim Abschalten Theater macht. Aber machen wir uns nichts vor - auch wenn eine Konsequenz "logisch" ist - sie hat keine andere Funktion, als eine Strafe. Egal, wie man die Maßnahme nennt - es handelt sich dennoch um eine Sanktionen zur Bestrafung eines vermeintlich unangemessenen Verhaltens in der Absicht, dieses zukünftig zu beeinflussen.

Auch natürliche Konsequenzen können strafenden Charakter haben. Sie sind an sich sehr lehrreich, da das Kind durch die naturgegebenen Folgen (man wird nass, wenn es regnet, man friert, wenn man zu dünn angezogen ist, usw.) tatsächlich „lernt“, Situationen besser einzuschätzen und das Verhalten entsprechend anzupassen. Wir sollten unsere Kinder hierbei jedoch nicht wissentlich ins offene Messer rennen lassen. Üblicherweise fragen wir ja vorher: „Willst du nicht lieber etwas anderes anziehen?“ – unser Kind weiß also, dass wir anders entscheiden würden. Wenn wir dann unterwegs sind und keine Jacke dabei haben, die wir anbieten können, falls das Kind doch friert, dann hat das strafenden Charakter. Schließlich haben wir zugesehen und billigend in Kauf genommen, dass das Kind nun leidet. Es ist dann doppelt enttäuscht – darüber, dass es eine falsche Entscheidung getroffen hat ebenso, wie dass wir nichts getan haben, um die Konsequenz abzumildern.

Lächelnder Junge


Warum Strafen in der Erziehung problematisch sind


Strafen verletzen unsere Kinder und schädigen unsere Beziehung zu ihnen


Kinder sind von Natur aus bestrebt, zu kooperieren. Werden sie betraft, erzeugt das Frustration und Hilflosigkeit - und das wirkt sich nachhaltig auf ihre Kooperationsbereitschaft aus. Erfolgt eine regelmäßige Bestrafung, festigt sich Erkenntnis, dass am Ende sowieso immer derjenige gewinnt, der stärker ist und mehr Macht hat. Das weckt bei den meisten Kindern den Wunsch, so oft wie möglich selbst der Machtvollere zu sein. Nicht selten kommt es vor, dass sie dann kleinere oder schwächere Kinder in der Kita drangsalieren, um die eigene empfundene Hilflosigkeit zu kompensieren.

Kinder streben auch nach Autonomie - wird dieses Bestreben immer wieder eingeschränkt, kämpfen sie umso verbissener um ihre Selbstbestimmung. Sie finden sehr schnell heraus, dass es einen Bereich gibt, in dem sie machtvoller als Erwachsene sind: ihrem Persönlichkeitsbereich. Es ist nahezu unmöglich, Kinder zum Schlafen, Essen, Anziehen oder Wickeln zu zwingen. Verweigern sie ihre Mitarbeit oder stellen sie ihre Selbständigkeit ein, haben Erwachsene ein großes Problem. Solche – oft zu Recht als „Machtkampf“ beschriebenen – Situationen führen häufig in eine Spirale von sich aufschaukelnden Konflikten. Plötzlich ist das Familienklima vergiftet durch Unzufriedenheit, Angespanntheit und ständigen Streitereien. Die Erwachsenen beklagen dann, dass ihre Kinder sich unmöglich verhalten würden und ständig Streit suchen würden. Sie provozieren, hören nicht und tun nicht mehr, was man sagt. Den Eltern ist dabei nicht bewusst, dass das Verhalten darauf zurück zu führen ist, dass Kinder sich durch Bestrafungen in ihrer Selbstwirksamkeit eingeschränkt und nicht wertgeschätzt fühlen. Statt sich jedoch zu fragen, warum sich das Kind so auffällig verhält, versuchen sie das Verhalten durch mehr Strenge und schlimmere Strafen zu unterbinden. Wenn man weiß, dass das problematische Verhalten oft durch diese Strafen verursacht wird, wird einem klar, dass sich das Problem damit nicht lösen lässt. Es verschlimmert es vielmehr.

Strafen jeder Art beschädigen zudem die Verbundenheit mit unseren Kindern und unsere Beziehung zu ihnen nachhaltig. Auch wenn wir „nur“ ihr Verhalten kritisieren, fühlen Kinder sich als Person abgelehnt. Das geht auch ganz vielen Erwachsenen so – selbst wenn wir erkennen, dass Kritik sachlich gerechtfertigt ist, fühlen wir uns miserabel. Dieses Gefühl wird umso schlimmer, je mehr wir uns emotional mit jemandem verbunden fühlen. Bei unserem Chef schaffen wir es möglicherweise noch, eine emotionale Distanz zu bewahren, wenn uns jedoch unser Partner kritisiert, dann fällt es den meisten sehr schwer, sich dabei nicht abgelehnt zu fühlen.

Wie erst soll es unseren Kindern gehen, die uns nicht nur innig lieben, sondern genau wissen, dass sie von uns abhängig sind? Sie verstehen nicht, warum wir sie liebevoll halten, sie trösten, ihnen zuhören, ihnen Liebe schenken und dann plötzlich unvermittelt laut werden, ihnen Dinge entreißen, sie forttragen und dafür sorgen und dass sie sich wertlos fühlen. Strafen erschüttern das Urvertrauen in die bedingungslose Liebe der Eltern. Sie führen dazu, dass das vertrauensvolle Verhältnis mit unseren Kinder beeinträchtigt wird. Denn das Gefühl, dass Menschen, die sie lieben, ihnen absichtlich Schmerzen bereiten, ist für Kinder verstörend. Sie spüren zwar, dass wir sie lieben, aber gerade deswegen verwirrt sie die Erkenntnis, dass Liebe mit Schmerzen verbunden sein kann. Vielleicht halten sie es in ihrem späteren Leben sogar für normal, wenn ein Partner sie demütigt? Oder dass Liebe bedeutet, dass man klaglos tut, was der andere verlangt?

Kinder entwickeln Strategien zur Strafvermeidung ohne über ihr Verhalten nachzudenken


Wir erhoffen uns durch Bestrafungen, dass das Kind über die Situation nachdenkt und erkennt, was an seinem Verhalten falsch war. Dass es überlegt, was man hätte anders machen können und wie man sich angemessener benehmen könnte.

Doch Strafen lenken Kinder von ihrem Fehlverhalten ab, da sie viel mehr damit beschäftigt sind, wütend zu sein. Kinder empfinden Strafen immer als ungerecht, selbst dann, wenn sie wissen, dass sie etwas falsch gemacht haben. Sie fokussieren sich durch die Strafe auf sich selbst. Sie fragen sich: "Was passiert mit mir? Welche Auswirkungen hat mein Verhalten auf mich?" Wenn wir also ein Verhalten sanktionieren, dann führt das eher dazu, dass Kinder darüber nachsinnen, wie sie sich rächen können oder dazu, dass sie Strategien entwickeln, wie sie ähnliche Situationen in Zukunft so bewältigen, dass ihnen keine Strafe droht. Damit sind sie so beschäftigt, dass sie die für die sozial-emotionale Entwicklung viel wichtigere Frage: „Was habe ich mit meinem Verhalten ausgelöst? Wie fühlt sich der andere?“ für sie kaum eine Rolle spielt.

Sie sind dann zunehmend damit beschäftigt abzuwägen, ob das Vergnügen die Strafe aufwiegt. Sie analysieren, welches Verhalten nicht erwünscht ist und wie man sich verhalten muss, um der Strafe zu entgehen. Sie sind komplett mit sich selbst befasst. Dann kann es tatsächlich dazu kommen, dass Kinder „Grenzen testen“ – denn es ist für sie sehr interessant, auszuloten, wo die Schwelle für eine Bestrafung ist und mit welchen Verhaltensweisen man sich irgendwie durchschummeln kann.

Vater und Sohn gehen Hand in Hand die Straße entlang

Angedrohte Strafen führen dazu, dass Kinder lügen 


Eine Gruppe kanadischer Forscher um Victoria Talwar von der McGill University in Montreal fand heraus, dass Kinder, denen negative Konsequenzen fürs Lügen angedroht wurden, mehr statt weniger logen. In einem Experiment wurden 372 Kinder zwischen 4 und 8 Jahren einzeln in einen Raum geführt. In diesem stand ein Tisch mit einem Spielzeug. Die Kinder wurden aufgefordert, sich vor den Tisch zu stellen und sich nicht umzudrehen (was zwei Drittel der Kinder trotzdem taten). Die Forscher kamen nach einer Minute zurück und fragten, ob die Kinder sich umgedreht hätten. Einigen wurde eine Strafe angedroht für den Fall, dass sie lügen. Bei anderen wurde gesagt "Ich würde mich freuen, wenn du du ehrlich bist". Die Androhung einer Strafe führte signifikant häufiger dazu, dass die Kinder logen. Diejenigen, bei denen an den sozialen Aspekt apelliert wurde, die Wahrheit zu sagen, taten dies dann auch am häufigsten.

In einem anderen Versuch an der Universität von Toronto wurde das Verhalten 3- bis 7-Jähriger untersucht, die einen mit einem Tuch abgedeckten Gegenstand anhand eines Geräusches erraten sollten. Auch hier verließen die Forscher den Raum und forderten das Kind vorher auf, nicht unter das Tuch zu schauen. Nachdem sie zurück kamen, lasen sie eine Geschichte vor - der Inhalt variierte dabei. In der einen Version der Geschichte musste der Lügende negative Konsequenzen tragen, in der anderen wurde Ehrlichkeit als etwas Ehrenhaftes angepriesen. Eine weitere Kontrollgruppe hörte eine Geschichte, in der Ehrlichkeit nicht thematisiert wurde. Auch hier waren die Kinder am ehrlichsten, die die Geschichte gehört hatten, in der Ehrlichkeit positiv dargestellt war. Die Kinder der beiden anderen Gruppen logen gleich oft. Die Darstellung negativer Konsequenzen führte also nicht zu einem abschreckenden Effekt.

Bestrafungen verstärken Verlustängste 


Forscher der Universitäten von Missouri und Illinois in Chicago zeigten, dass Bestrafungen sich auf das spätere Konsumverhalten von Kindern auswirkte. Die Wegnahme von Lieblingsspielzeugen oder Videospielen fördert die Überzeugung, dass individueller Besitz im Leben den eigenen Erfolg definiert oder der Erwerb bestimmter Dinge attraktiver macht.

Strafen können genau den gegenteiligen Effekt bewirken


Dass Bestrafungen das Gegenteil des Gewünschten bewirken können, zeigte eine Untersuchung israelischer Forscher. Eltern sollten durch Androhung einer Strafe dazu bewegt werden, ihre Kinder pünktlicher aus der Kita abzuholen. Die Geldstrafe führte jedoch dazu, dass die Eltern weniger oft pünktlich kamen - fühlten sie sich durch die Strafe doch moralisch davon befreit, sich ordnungsgemäß zu verhalten. Waren Eltern früher aus moralischen Erwägungen pünktlich gekommen, sahen sie ihr Zuspätkommen nun durch die Strafe als quasi ausreichend vergolten. Nachdem man die Strafen wieder abgeschafft hatte, kamen die Eltern übrigens nicht wieder so pünktlich, wie vorher, sondern genauso spät, wie als sie noch bestraft wurden.

Ein ähnlicher Effekt könnte bei der Bestrafung von Kindern eintreten - werden sie bestraft, hat die Sanktion möglicherweise einen für sie schuldbefreienden Effekt und sie betrachten das Vergehen als abgebüßt, ohne dann noch die Notwendigkeit zu sehen, sich mit den moralischen Umständen ihres Verhaltens zu befassen.

Auch eine Studie zum Thema Strafen fürs Bettnässen zeigte, dass Kinder, die dafür bestraft wurden, dass sie ins Bett pullerten, dies häufiger taten. Sie zeigten außerdem Anzeichen einer Depression.



Strafen rufen Aggressionen hervor


Strafen zeigen Kindern: es ist vollkommen legitim, wenn der Stärkere seinen Willen durch die Ausübung von Macht durchsetzt. Es ist auch in Ordnung, wenn man die Wünsche eines anderen ignoriert und ihn dazu zu bringen, das zu tun, was man möchte, indem man ihm einen Schaden androht oder zufügt.

Bestraft man ein Kind, signalisiert man ihm außerdem, dass man kein Interesse daran hat, sich mit seinen Bedürfnissen auseinander zu setzen. Das führt zu einer tiefen Frustration. Folge von Frustrationen sind oft Aggressionen. Dies hat man bei zahlreichen Versuchen belegen können. Sobald Versuchspersonen Dinge entzogen wurden, die sie sich stark wünschten oder brauchten (Nahrung, Wasser, Belohnungen), reagierten diese sehr häufig mit Aggressionen (Dollard 1939).

Solche Reaktionen können wir auch häufig in unserem Umfeld beobachten, sei es beim Fußballspieler, der wütet, weil er sich ungerecht behandelt fühlt, beim Kleinkind, das schreit, weil man ihm einen begehrten Gegenstand wegnimmt oder bei einem Teenager, der die Tür geräuschvoll zuwirft, weil er um Mitternacht zu Hause sein soll. Häufige Strafen führen also wegen der kontinuierlichen Frustration zu einem erhöhten Maß an Aggressionen. Diese empfinden die meisten Eltern als unangemessenes Verhalten und ihr erster Impuls ist häufig, die Strafe zu verschärfen, was spiralförmig zu weiteren Aggressionen führt.

Was lernen Kinder aus Strafen?


Fast alle gewalttätigen Erwachsenen haben Erfahrungen mit Gewalt in der Kindheit gemacht. Aus Geschlagenen werden oft Schläger, aus Gedemütigten Demütigende. Kinder lernen durch Strafen: Nur der Stärkere siegt. Sie entwickeln schnell ein Gefühl für Macht. Um die eigene empfundene Machlosigkeit bei Bestrafungen zu kompensieren, suchen sie sich Schwächere, die sie ihrerseits beherrschen und bestrafen können.

Durch Strafen lernen Kinder außerdem, dass es auch bei Menschen, die sie lieben, legitim ist, Gewalt anzuwenden. Eltern sind die größten Vorbilder für ihre Kinder - sie sind in ihren Augen nahezu allmächtig. Wenn Eltern also Macht ausüben, um Schwächer zu zwingen, das zu tun, was sie von ihnen erwarten, dann halten Kinder das für ein vertretbares und nachahmenswertes Verhalten. Jeder kennt den wütenden Satz "Dann lade ich dich nicht zu meinem Geburtstag ein!" oder "Dann bist Du nicht mehr mein|e Freund|in - das ist für lange Zeit die ultimative Drohung, mit der Kinder versuchen, ihrerseits andere zu bestrafen.

Warum Strafen nicht langfristig funktionieren 


Stell Dir vor, Du bis unterwegs und musst auf die Toilette. Du findest ein öffentliches WC und möchtest die Tür öffnen. Du greifst nach der Klinke - doch die Tür bewegt sich nicht. Vielleicht klemmt sie ja nur? Du versuchst es noch einmal. Dieses Mal viel kräftiger. Du rüttelst und rüttelst, doch die Tür lässt sich nicht öffnen. Ganz offenbar ist sie verschlossen - aber Du musst soooo dringend! Wie lange würdest Du versuchen, die Tür doch noch irgendwie aufzubekommen? Wie lange würdest Du überlegen, ob Du vielleicht noch nicht ausreichend oft, nicht lange genug oder einfach noch nicht fest genug gedrückt hast? Wie lange würdest du Du hoffen, dass die Tür sich doch noch irgendwie öffnen lässt?

Die meisten Menschen würden recht schnell einsehen, dass ihre Bemühungen erfolglos bleiben werden. Sie würden Alternativen abwägen, mit denen sie ihr Problem auf andere Art und Weise lösen könnten. Kaum jemand würde vor der Toilettentür stehen bleiben und immer und immer wieder versuchen, sie zu öffnen.

Wenn etwas dauerhaft nicht funktioniert, dann versuchen wir normalerweise, unser Problem auf andere Art und Weise zu lösen. Umso verwunderlicher ist es, dass immer noch so viele Kinder konsequent bestraft werden. Wenn Strafen tatsächlich funktionieren würden, dann müssten wir sie doch nur ein paar mal verwenden und dann würde allein die Androhung reichen, dass unsere Kinder ihr Leben lang lammfromm sind. Doch in der Realität sieht das ganz anders aus: Strafen müssen regelmäßig immer wieder angedroht und verhängt werden. Und trotz regelmäßiger Bestrafung zeigen Kinder immer und immer wieder (in unseren Augen) unerwünschtes Verhalten.

Interessanterweise wird dabei die Wirksamkeit von Strafen offenbar gar nicht grundsätzlich infrage gestellt. Es wird oft vielmehr davon ausgegangen, dass man einfach noch öfter, besser oder konsequenter bestrafen müsse, um das Ziel zu erreichen. Nich selten haben härtere und häufigere Strafen jedoch den Effekt, dass Kinder noch weniger auf das hören, was wir ihnen sagen und noch weniger das tun, was wir uns wünschen. Das zeigt eigentlich ganz deutlich: Strafen und Bestrafungen funktionieren langfristig nicht.

Ich kann mich noch daran erinnern, dass ich in großer Wut (und weil ich mir einfach nicht mehr anders zu helfen wusste) von meinem Grundsatz, nicht zu drohen und zu strafen abwich und meinem Kind die vermeintlich schlimmste Strafe entgegen schleuderte: „So! Du darfst heute abend nicht fernsehen!“ Sie schaute mich verwirrt an und meinte dann vollkommen ungerührt: „Na und? Dann mach ich eben was anderes“.

Irgendwann verliert jede (nicht körperliche) Strafe ihre Macht. Während man kleineren Kindern mit Süßigkeitenentzug, Auszeiten und Streichen sonstiger Privilegien noch recht einfach manipulativ lenken konnte, verstehen sie mit zunehmendem Alter sehr gut, dass die Welt nicht zusammenbricht, wenn es heute mal keine Gummibärchen, keine Gute-Nacht-Geschichte oder kein Fernsehen gibt. Und dass „Dann gehe ich eben ohne dich!“ eine leere Drohung ist, merken sie oft auch schon vor dem Grundschulalter.

Sobald Kinder beginnen, allein das Haus verlassen und nicht mehr ständig der elterlichen Überwachung unterliegen, verlieren Eltern den größten Teil ihrer Macht - da kann beim besten Freund mit dem Tablet gespielt oder heimlich ein paar selbst gekaufte Gummibärchen verdrückt werden. An diesem Punkt hat man als Elternteil dann ein Problem, denn das Kind verliert die Angst vor Konsequenzen. Spätestens in der Pubertät ist der elterliche Einfluss fast vollständig verloren. Die Jugendlichen hören gar nicht mehr und machen einfach, was sie wollen. Da viele Kinder jahrelang das Gefühl hatten, "immer tun zu müssen, was die Erwachsenen sagen", kann es sein, dass sie nun sehr ausufernd mit ihrer neu gewonnenen Freiheit umgehen und sich auf all das stürzen, was sie bisher nicht durften, ohne groß darüber nachzudenken, ob es ihnen gut tut oder nicht. Zwar verliert sich dieses Verhalten in den meisten Fällen nach der Pubertät wieder, aber bis dahin gibt es extrem viel Streit, Stress und Ärger sowie jede Menge emotionale Verletzungen zwischen den Familienmitgliedern.

Kann man denn überhaupt ohne Strafen erziehen?


Bestrafen wir unsere Kinder, wirkt sich nachhaltig auf ihr Weltbild aus. Sollen unsere Kinder lernen, dass sie tun sollen, was andere ihnen sagen, weil ihnen sonst Leid zugefügt wird? Wollen wir, dass sie lernen, dass immer derjenige gewinnt, der stärker ist und mehr Macht hat? Sollen sie lernen, dass Drohungen ein adäquates Mittel sind, um Wünsche durchzusetzen? Oder wollen wir nicht eigentlich vielmehr, dass sie respektvolle Menschen sind, die bei zwischenmenschlichen Problemen ihren Gegenüber mit durchdachten Argumenten überzeugen und empathisch auf ihn eingehen, um so zu einer gemeinsamen akzeptablen Lösung zu kommen? Dann sollten wir ihnen das auch vorleben - einfach, indem wir sie nicht bestrafen.

Viele fragen sich nun: Was ist die Alternative? Wie sollen wir damit umgehen, wenn unsere Kinder Verhaltensweisen zeigen, mit denen wir nicht einverstanden sind? Was können wir tun, wenn unser Kind unkooperativ ist? Wie lösen wir in unserer Familie Meinungsverschiedenheiten, ohne dass wir unser Kind bestrafen müssen?

Dazu gibt es in Kürze einen gesonderten Artikel, in dem es darum gehen wird, wie wir Konflikte so lösen können, dass die Bedürfnisse alle Familienmitglieder berücksichtigt werden, ohne dass wir drohen oder strafen müssen: Erziehen ohne Strafen - wie wir das Verhalten unserer Kinder beeinflussen, ohne zu manipulieren.

© Danielle

Quellen 


http://www.ewi-psy.fu-berlin.de/einrichtungen/arbeitsbereiche/allgpsy/media/media_lehre/Lernen_und_Ged__chtn__s/lernen_7.pdf
http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-18385-2014-12-22.html
http://pss.sagepub.com/content/25/8/1630
http://psycnet.apa.org/index.cfm?fa=buy.optionToBuy&id=2016-17153-001 
http://www.kinderaerzte-im-netz.de/news-archiv/meldung/article/pruegelstrafen-haben-langerfristig-negative-auswirkungen/
http://www.kinderaerzte-im-netz.de/news-archiv/meldung/article/bestimmte-erziehungsmassnahmen-koennen-materialismus-foerdern
http://www.ejcr.org/publicity/680087.pdf
https://deepblue.lib.umich.edu/bitstream/handle/2027.42/106863/cdev12143.pdf?sequence=1&isAllowed=y
https://www.welt.de/gesundheit/psychologie/article141017492/Aus-Bestrafungen-lernen-Menschen-deutlich-schneller.html
http://umwelt-panorama.de/news.php?newsid=262181
https://www.mpg.de/9266047/kinder-helfen-opfern-von-ungerechtigkeit
http://www.jstor.org/stable/pdf/10.1086/468061.pdf
Dollard, J., Doob, L.W., Miller, N.E., Mowrer, O.H. & Sears, R.R. (1939). Frustration and Aggression. New Haven: Yale University-Press.
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Kommentare:

  1. Ihr Lieben, DANKE für den tollen Artikel. Er spricht mir aus der Seele. Was meine eigenen Kinder angeht, lebe ich das so, ganz easy, meine Kinder sind toll und wir reden uns alles aus. Ich bin aber Lehrerin einer sehr herausfordernden Klasse und obwohl ich genau weiß, dass Strafen nichts bringen, komme ich alleine oft aus Zeitnot nicht ohne kurzes Raussetzen oder Schimpfen aus. Ich wünsche mir dringend einen Schulartikel zu der Thematik von euch �� Snowqueen, du bist ja auch Lehrerin. Liebe Grüße und einen schönen Abend!

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    1. Oh ja, ein Artikel über die Schule würde mich als Grundschullehrerin auch sehr interessieren! Bei meiner 2-jährigen Tochter wende ich auch keine Drohungen und Strafen an, aber in der Schule schaffe ich es nicht ohne!

      Ich danke euch für euren tollen Blog! Ihr habt mir schon so oft die Augen geöffnet!

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    2. Dem kann ich mich als Mittelschullehrerin nur anschließen. Meine Tochter fängt nun mit 15 Monaten zwar erst an, mich in meinen Reaktionen herauszufordern, allerdings stelle ich mir das trotzdem leichter als in der Klasse vor.

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  2. Ein toller Artikel, der mich sehr nachdenklich stimmt. Ich bin mehr als gespannt auf den angekündigten Beitrag zum Erziehen ohne Bestrafen!
    Ich versuche zwar möglichst viel auf Strafen zu verzichten. Aber schon allein das beschriebene Fernsehverbot bekommt unser Fünfjähriger immer mal wieder zu hören.

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  3. Ein sehr schöner Artikel :-) Und jaaa, es geht ohne. ich mache das schon immer ohne, auch wenn mir mal die eine oder andere Drohung über die Lippen kommt, die ich dann revidiere. Da hatten wir gestern aber so ein Schlüsselerlebnis: Er ist 6, und ich war echt genervt, weil er immer aufs Bett sprang, was ich vorher schon schön zurechtgemacht hatte, mit Trennrolle etc. Irgendwann rief ich, nachdem ich ihn schon dreimal gebeten hatte: Wenn du jetzt nicht aufhörst, kannst du heute in deinem Zimmer einschlafen. Er rief nur zurück, das meinst du gar nicht ernst, oder? Ich: Ne, du weißt ja, sowas, mach ich nicht, ich weiß ja, du brauchst das gerade.Aber es nervt. Er rief dann nach kurzer Pause zurück: Ich werde eine Lösung suchen, ohne das das Bett unordentlich wird. Das war so süß, und hat mich wieder sowas von bestätigt, dass das der richtige Weg für uns ist. Ein Artikel über die Schule würde mich auch interessieren, zusätzlich mit dem Aspekt, wie man dann im bedürfnissorientierten Elternhaus damit umgeht:-)

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  4. Wir bestrafen unsere Tochter (5) auch nicht, aber der ein oder andere Satz mit "Wenn ... dann ..." kommt uns auch über die Lippen. Manchmal machen Kinder einfach, was sie wollen, und es hilft nicht, an ihre Vernunft zu appelieren. Sie wollen einfach nicht (und verweigern die Mitarbeit), oder sie wollen etwas bestimmtes, obwohl sie es lassen sollen. Man kann die Kinder ja auch nicht immer machen lassen, was sie wollen. Typische Beispiele sind ewiges Rumtrödeln, obwohl man es eilig hat (z.B. morgens, wenn man zum Kindergarten los muss oder abends, wenn das Kind ins Bett soll). Oder das Kind möchte noch draußen spielen und weigert sich absolut, ins Haus zu kommen, obwohl Essenszeit ist und man es auch nicht alleine draußen lassen kann. Oder ständiges Wegrennen beim Essen. Und tausend andere Beispiele. Keine Bitte hilft, das Kind will einfach nicht. Und dann? Man kann ja nicht alles erlauben, irgendwann ist mal Schluss. Sonst ist man erst um 10 Uhr in der Kita, das Abendessen dauert Stunden, das Kind ist spät im Bett. Wir Eltern wollen weder bestrafen, noch schimpfen, noch zwingen, aber wir wollen auch nicht über jede Kleinigkeit diskutieren, das Kind anbetteln etwas zu tun oder sein zu lassen oder dass unser Kind uns auf der Nase herumtanzt. Und was macht man dann? Entweder das Kind macht, was es will oder die Eltern setzen sich irgendwie durch, also z.B. mit "Wenn du nicht ..." oder bis drei zählen oder ähnliches. Das findet man selber doof, fühlt sich aber absolut hilflos und wird dann auch noch irgendwann wütend, was alles nur noch schlimmer macht. Was kann man stattdessen Sinnvolles machen, mit dem alle zufrieden sind, aber der Alltag immer noch zu bewätigen ist? Vielen Dank!

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    1. Erziehen ohne Strafen heißt ja nicht,dass es keine Regeln gibt. Bei uns wird beispielsweise nur am Tisch gegessen oder ein Picknick auf einer bestimmten Decke am Boden gemacht.
      Wenn unser Sohn woanders essen möchte, dann schaue ich mir das halt an und wir klären das. Meistens klettert er dann von alleine in seinen Stuhl.
      Wegen des Stresslevels und des Zeitdrucks kann ich nur dazu raten, feste Rituale einzuführen. Gerade abends entstresst das unseren Tag extrem. Wir machen unseren Sohn immer auf die gleiche Weise fertig für die Nacht, dabei muss es nicht immer zur gleichen Zeit sein, aber er weiß dann genau, was als nächstes kommt und geht dann fast immer ohne Meckern ins Bett und schläft zügig ein. Wir bringen ihn zwar fast immer zur gleichen Zeit ins Bett, weil er noch recht klein ist, aber wenn er mal nicht so müde ist, dann lassen wir ihn auch länger wach. Trotzdem gibt es immer die gleichen Rituale.

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    2. Es gibt ja die Regel, dass am Tisch gegessen wird. Nur leider wird diese eben nicht eingehalten. Vermutlich ist der Bewegungsdrang zu groß.

      Abends haben wir ebenfalls feste Rituale. Aber da wird alles versucht, um das Zubettgehen in irgendeiner Weise noch etwas hinauszuzögern.

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    3. Geht uns genau so (Tochter 2 1/4 und Sohn noch keine 3 Monate). Bessert es wenn beide am Tisch essen? Ist auch auswärts ein leidiges Thema innerhalb meiner Familie.. und für das Zubettgehen finde ich es noch mühsamer, sie kann das noch nicht selbst einschätzen und ist oft müde weil es zu spät wird.

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  5. Ich bin auf den Artikel "Erziehen ohne Strafen" auch mächtig gespannt. Ich weiß mir oft einfach nicht anders zu helfen, als eine Strafe zu verhängen bzw. eine Belohnung in Aussicht zustellen. Dabei denke ich, dass ich gelassener reagiere als ich selbst erzogen wurde. Aber dieses Auf-der-Nase-herumtanzen spukt ständig in meinem Hinterkopf. Auch im Kindergarten wird unser Sohn mit Strafen und Belohnung konfrontiert. Er ist 3 und bekommt einen Teddy-Stempel, wenn er sich tagsüber gut verhalten hat (die Liste, was dazu gehört, hängt am schwarzen Brett). Ist seine Stempel-Karte voll, gibt es eine Süßigkeit. Aber die Kindergärtnerin wird auch keine anderen Mittel kennen. Sie muss ja mit 15, bald 17, Kindern alleine klarkommen. Alle sind so alt wie mein Sohn.

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  6. Ich höre mich zur Zeit durch das Buch und ich bin perplex, welche Verhaltensveränderung ich gerade durchmache. Bisher waren Sanktionen an der Tagesordnung. Ich/Wir sind/waren der Ansicht, dass dies wirklich etwas bringen würde. Ab und an hatte ich ein richtig schlechtes Gefühl, als sich unser Sohn schon nach dem laut werden zur Haustür sprang und er sich dort hin setzte, obwohl gar keine Sanktion ausgesprochen wurde (Sanktion war immer die gleiche, dass er kurz vor die Haustüre sitzen musste). Seit einigen Tagen versuche ich nun andere Methoden anzuwenden und das Leben ist wesentlich entspannter geworden. Ich bin wesentlich entspannter geworden. Ich bin gerade erst dabei diese - für mich neue - Art der Erziehung zu entdecken und bin dankbar für dieses tolle Buch und diese tollen Artikel!

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  7. Ich habe Strafen eigentlich nie aus der Überzeugung verhängt, dass dies erzieherisch irgendwie wertvoll sei, sondern immer aus der Überforderung heraus, weil ich einfach nicht mehr weiter wusste und auch stocksauer war, z.B. durch langes "Gebocke" meines Sohnes - der konnte (und kann noch manchmal) so extrem stur sein, das glaubt man nicht!! Ich konnte dann einfach nicht mehr und wollte die Situation nur noch beenden, was natürlich schlecht funktionierte, weil es ja dann noch Geschrei wegen der Strafe gab, und nicht selten auch noch Türengeknalle usw.
    Inzwischen (er ist jetzt 7) passiert mir das zum Glück nur noch ganz selten, weil er einfach durch die "Reifung" viel viel umgänglicher und zugänglicher geworden ist. Wenn doch mal ein "heute kein Lesen" (Höchststrafe!) herausrutscht, hat er meist einen "Einmal-keine-Strafe"-Gutschein einzureichen, den er von mir immer dann bekommt, wenn ich wieder mal zu ungeduldig oder ungerecht mit ihm war. So hat das Ganze an Ernsthaftigkeit verloren und ich kann dann auch gleich gar nicht mehr so böse sein, wenn er grinsend mit seinem Gutschein ankommt.

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  8. Ich kann nur mit dem Kopf nicken. Ich habe zwei Kinder (5 und 2 Jahre) und keines wurde je bestraft. Ich habe stets versucht ganz wertungsfrei an Konfliktsituationen heranzugehen und gemeinsam zu schauen was gerade schief gelaufen ist. Gefühle bekommen einen Namen, jeder teilt sich mit und gemeinsam arbeitet man an einer für alle Beteiligten zufriedenstellenden Lösung. Ich habe als Kind selber Strafen nur als ungerechtes und sehr verstörendes Mittel empfunden. Für mich wäre ein klärendes ruhiges Gespräch bei weitem effektiver und vor allem nachvollziehbarer gewesen. Ich möchte meinen Kindern nah sein, durch Strafen schafft man nur, dass man sich emotional von einander entfernt. Kinder machen zunehmend dicht, um sich vor weiteren Verletzungen zu schützen. Da greifen Automatismen die man nur schwer wieder rückgängig machen kann. Das hat mich immer davor bewahrt zu bestrafen. Vielen Dank für diesen tollen Artikel.

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  9. Hallo,

    dankeschön für diesen super Artikel. Ich sehe das genauso. Doch hier ist noch echt viel Gehaöt
    drin der zum Nachdenken und Vorallem handeln animiert!
    Ich bin auch sehr auf den folgenden Artikel gespannt.

    Wie bei den borrednern und ALLEN anderen Eltern kennt man Situationen in denen man mit seinem Latein am Ende ist zu genüge.
    Ich bin mir bewusst das wir als Eltern noch weiter umdenken müssen und auch wenn es schwierig ist i gewissen Situatioen (Zeitdruck, Stress oder Schlicht einfach keinen Bock hat weil man nur noch platt ist etc.) entsprechend zu überlegen und nicht den "einfachen " Weg des Strafens (KEINE körperliche Gewalt!) einzuschlagen.

    Trotzdem fällt uns in manchen Situationen einfach nichts ein.
    Wir haben ein Kind (Junge 2 Jahre).

    Wenn der kleine die Hose voll hat (speziell Groß), wollen wir ihn idR zeitnah wikeln. Was ja nur logisch ist, damit er nicht Wind wird.
    Die Herangehensweise ist nicht immer gleich. Wir fragen ihn "hast du Kaka gemacht?"
    Die Antworten variieren von ja nach nein (obwohl er die Hose voll hat) bis hin zu "war nur ein Pups".
    Wenn wir ihn fragen "sollen wir schnell die Windel machen?" Oder weniger frei entscheidend für ihn "komm wir machen schnell die Windel" sagt er manchmal nein und manchmal kommt er.
    Oder wir nehmen ihn währenddessen schon und er akzeptiert es.
    Wenn er nein sagt erklären wir ihm das er einen "Aua Popo" bekommt wenn wir sie nicht bald wechseln und er danach weiter spielen kann.
    Speziell wenn er schön spielt und in seiner Welt ist geht das mit dem großen Geschäft (oft Abends vor dem Zu-Bett-Geh-Prozedere) einher.
    Manchmal fragen wir ihn ob wir sie jetzt oder gleich wechseln sollen das er eine Wahl hat, aber das ändert nichts an seiner Unlust "nachher".
    Wenn wir ihn dann schließlich nehmen und nochmal vorheriges erklären fängt er an zu zappeln und will blödsinn machen.
    Ablenken mit Fragen klappt oft oder ein Buch reichen, aber manchmal hilft einfach nix!
    Die Windeln läuft schon über und stinkt erbärmlich.
    Er zappelt und wehrt sich dann so sehr, das wir die Windel auf dem Wickeltisch oben statt unten "schnell"
    Im Wohnzimmer wechseln. Wir fragen ihn übrigens auch ob er sie unten oder oben gewechselt bekommen will. Die Strafe ist dann letztlich das wir ihn oben wickeln.
    Das findet er noch blöder. trotz liebevoller erklärender Worte heult er.
    Ich denke es ist richtig ihm Optionen zu geben wann er sie gewechselt haben will und wo. Da er noch sehr jung ist, bin ich mir nicht ganz sicher das er das wirklich versteht. Ich denke aber schon.
    Aber irgendwann müssen wir die Windel einfach wechseln. Wenn das dann morgens passiert (eher selten) und wir Zeitdruck haben, ist manchmal wirklich keine Zeit dazu. Ansonsten lasse ich das Argument eigentlich nicht zählen.

    Was sind eure Erfshrungen und Tipps?

    Vielen Dank an alle und noch einen schönen Abend
    Udo

    P.S.: Ein ähnliches Problem habe wir auch beim Zähne putzen. Auch hier weiß ich ja das diese nun mal geputzt werden müssen damit es ihm gut geht. Aber den Roman erspare ich euch. Geht aber in die selbe Richtung

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    1. Bei euch erfolgt ja keine Strafe, wenn er sich die Windel nicht wechseln oder sich nicht die Zähne putzen lässt. Oder hab ich da was überlesen?

      Ich kenne auch beide Probleme und stand oft auch ratlos da. Der Hinweis auf den wunden Popo oder kaputte Zähne hat auch nicht geholfen. Wenn ich darüber nachdenke, was ich dann letztendlich gemacht habe, fällt es mir teilweise gar nicht mehr ein. Ich glaube, beide Probleme haben sich so nach und nach von selber erledigt.

      Beim Zähneputzen habe ich es eine Weile so gemacht, dass ich eine Geschichte erzählt habe, die ich mir in dem Moment selber ausgedacht habe. Dadurch war es immer was Neues und Spannung garantiert. Meistens die Geschichte vom kleinen Bären, der irgendwas mit seiner Familie erlebt. Es muss gar nichts Großartiges sein.

      Bei der Windel war dann manchmal der Popo etwas wund, dann kam einfach anschließend Creme drauf. Irgenwann ist natürlich Schluss. Ein Kind kann nicht ewig mit der vollen Windel herumrennen. Ich glaube, wir haben unsere Tochter dann auch irgendwann geschnappt und einfach unter Protest gewickelt. Und irgenwann möchte sie das Gefühl am Popo auch nicht mehr und kam alleine an. Ich glaube, hier muss man einfach abwägen, was gerade schlimmer ist. Bei akutem Durchfall sollte natürlich schnellstmöglich gewickelt werden. Ansonsten kann man sicher etwas warten und sagen: "So, das Spiel noch zu Ende." oder "In fünf Minuten, wenn der Wecker klingelt."

      Aber ein Patentrezept gibt es hier natürlich auch nicht, höchstens den Trost, dass es anderen auch so geht.

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    2. Lieber Udo,

      vielleicht helfen Dir diese Artikel weiter:

      http://www.gewuenschtestes-wunschkind.de/2015/12/windeln-wechseln-mein-kind-will-sich-nicht-wickeln-lassen-tipps-und-tricks.html

      http://www.gewuenschtestes-wunschkind.de/2014/12/zaehne-putzen-mit-kindern-und-babys-tipps-und-tricks.html

      Liebe Grüße
      Danielle

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  10. Hallo ihr Lieben,

    vielen Dank für einen ganz wunderbaren Artikel. Auch ich freue mich auf Grund mancher "wenn dann Sätze" auch wenn sie selten sind auf Ideen, wie ich es positiver und ehrlicher lösen könnte. Also ich bin schon gespannt auf Euren Artikel "Erziehen ohne Strafen ".

    Darüber hinaus meine Frage, wie geht Ihr damit um, wenn im Kindergarten oder in der Schule mit Lob und Strafe erzogen wird. Würdet Ihr diese Unstimmigkeiten dem Kind erklären? Ich finde es so schade, dass wir als Eltern kaum Möglichkeiten haben in öffentlichen Organisationen entsprechend ein zu wirken.

    Über einen Rat würde ich mich sehr freuen. Herzliche Grüße

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    1. Also ich habe eigentlich von Anfang an mit dem Junior drüber gesprochen. Also erklärt, warum der Erzieher so handelt, welche Bedürfnisse dahinter stecken etc, aber auch, warum ich diese Strategie nicht mag, und wir sie zuhause nicht anwenden, bzw es uns eben auch leisten können, darauf zu verzichten. Für das Bedürfnis der Erzieher bringe ich dann aber auch Verständnis auf. Gleichzeitig habe ich ihm vermittelt, dass ich mir wünsche, dass seine Motivation etwas zu tun oder zu lassen, nicht daher rührt, weil er Smilys oder Strafen bekommt, sondern weil er nach Abwägung aller Bedürfnisse und der Situation seine eigene in seinen Augen richtige Entscheidung trifft. Smileys , Striche, etc braucht er nicht zu fürchten, soller nicht an sich heranlassen. Zuhause braucht er keine Angst vor negativen Konsequenzen haben. Manche Dinge habe ich in der Kita aber auch klar verboten. zum Glück hatte ich eine Kita, die schon den Standpunkt vertrat, dass die Maßnahmen mit der erziehung des Elternhauses einigermaßen kompatibel sind. Das heißt, wenn einige Dinge in meinen Augen so gaaaaar nicht gingen, wurde davon auch Abstand geommen. Wenn es möglich war, habe ich Strafen einfach ausgehebelt. Zb. Nachtischentzug für nicht Essen. Den gabs auf Wunsch dann bei mir. Schule ist noch neu. Aber auch da haben wir schon über Striche und Co gesprichen und das er niemals zuhause Ärger bekommen wird, für Dinge, die er in der Schule eventuell anstellen wird.

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  11. Ein sehr schön geschriebener Artikel.

    Euer Buch liegt auch schon auf meinem Schreibtisch, aber obwohl unsere Tochter fast 3 ist, hatte ich bisher nicht das Gefühl zwingend darin blättern zu müssen, weil ich schon so viel von eurem Blog in meine Erziehung habe einfließen lassen, das es bisher *klopfklopfklopf* recht reibungsfrei läuft. Ich staune auch immer wieder, wie weit man mit einem einfachen "Bitte" bei meiner Kleinen kommt. Gestern ist sie vom Abendbrottisch aufgestanden, obwohl mein Mann noch nicht fertig war. Das finde ich einfach unhöflich demjenigen ggüber der noch isst. Sie hatte gesagt, dass sie jetzt spielen möchte und ich hatte sinngemäß gesagt "Kind, setz dich wieder hin, der Papa isst noch" sie guckte mich groß an. Ich fügte noch ein "Bitte. Setz dich wieder hin" danach kam sie zu mir, ich erklärte ihr kurz warum ich möchte, dass sie noch sitzt (unhöflich, irgendwann sitzt einfach nur noch ener alleine am Tisch wenn schon alle gehen) und siehe da, sie setzte sich wieder hin. Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass sie 100% verstanden hat, warum sie das jetzt machen muss, aber wenn sie es tut weil sie merkt, dass es mir wichtig ist, dann finde ich das auch okay.

    Man muss, auch im Erwachsenenalter, nicht immer verstehen, warum jemanden etwas wichtig ist, solange man merkt das es ihm am Herzen liegt und man sich selber keinen Zacken abbricht den Wunsch zu erfüllen.

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  12. Ein sehr umfangreicher, aber auch super toller Beitrag! Danke dafür! Hier kann man viel lernen und sich auch mal selbst überdenken und weiter nachdenken. Super, dass es noch Leute wie dich gibt, die sich die Mühe machen so lange und detaillierte Artikel zu schreiben und anderen deise zugänglich machen. Weiter so und gerne mehr davon! Liebe Grüße aus Hannover von Michael Keulemann

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  13. Oh ja, bitte, die Fortsetzung, schnell! Hier hat bisher immer alles ganz gut mit Kompromissen und so weiter funktioniert, aber auf einmal gerät es ins Wanken. Das Tocherkind wird bald 3 und sowohl der Mann als auch die Tagesmutter sagen: Jetzt testet sie aber doch Grenzen. Und so fühlt es sich auch an. Wobei wir gar keine Probleme haben mit Dingen, die sie nicht tun soll, sondern nur mit Dingen, die sie tun soll, obwohl sie nicht möchte. Und sie möchte nichts unter (Zeit-)druck tun. Ha, wer möchte das schon? Niemand, auch kein Erwachsener. Aber manchmal geht es eben nicht anders! Und ja, da habe ich jetzt angefangen, solche logischen Konsequenz-Bestrafungen zu formulieren. "Wenn das mit dem Zähneputzen morgens nicht zügig klappt, dann haben wir keine Zeit mehr, dass du noch ein bisschen spielen kannst, bevor wir los müssen" etc. Bringt überhaupt nichts, außer Geschrei wenn man das spielen dann verweigern will, Zähneputzen dauert genau so lange wie vorher. Das Problem bei solchen Sachen ist ja auch, dass es für kleine Kinder einfach nicht zu verstehen ist, warum das gemacht werden muss.
    Letzens hatte ich ein schönes Erlebnis mit dem Tochterkind, was Einsicht anbelangt. Sie hat beim Nachhausekommen ihre Schuhe direkt vor der Tür ausgezogen und dort liegengelassen. Ich habe sie gebeten, die Schuhe an ihren Platz zu den anderen Schuhen zu stellen, aber das wollte sie nicht. Ich habe dann gesagt, dass ich finde, dass die Schuhe da ziemlich blöd liegen, weil man immer darüber steigen muss und ich Sorge habe, dass jemand darüber stolpert. Daraufhin hat sie überlegt und dann die Schuhe ganz weit auseinander gelegt, weiterhin vor der Tür. "Guck, Mama, so kann man zwischendurch gehen, dann (s)tolpert man nicht." Da war ich kurz baff von der kreativen Kompromisslösung und obwohl das natürlich nicht mein Wunschergebnis war, habe ich das dann akzeptiert und ihr Recht gegeben. Sie hatte schließlich alle meine Argumente berücksichtigt. Kurz bevor ich dann die Haustür schließen wollte, geht die Kleine dann nochmal raus, nimmt die Schuhe und stellt sie von sich aus an den richtigen Platz. Mir stand kurz der Mund offen, ein Lob habe ich mir aber gezielt verkniffen. Ich glaube, sie hat einfach einen Moment länger gebraucht, um von ihrem Wunsch Abstand zu nehmen, die Schuhe vordie Tür zu stellen, dann aber echt begriffen, warum unsere Schuhe alle beieinander an einem bestimmten Platz stehen. Seitdem reicht es, sie kurz darauf hinzuweisen, wenn ihre Schuhe irgendwo rumfliegen, dann sagt sie "oh" und räumt sie auf. Weil sie die Schuhplatzlösung tatsächlich eingesehen hat, ganz von sich aus. Ein bisschen staune ich immer noch darüber. Nur: Eine solche Einsicht kann es in Bezug aufs Zähneputzen, morgens nicht ewig trödeln etc. doch gar nicht geben bei einer Dreijährigen. Wie zum Teufel mache ich ihr begreiflich, dass manche Dinge einfach gemacht werden müssen, auch wenn man gerade keine Lust dazu hat? Bald geht auch der Kindergarten los und da gibt es so so viele Regeln! Und manche Regeln muss man einfach akzeptieren, auch, wenn man sie vielleicht noch nicht versteht. Wobei ich von einem Erwachsenen sogar das Gegenteil erwarte, nämlich unverständliche Regeln zu hinterfragen. Ach, das ist so schwierig!

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  14. Bei mir war das Zauberwort zu dieser Zeit Flexibilität. Also es muss geputzt werden,und wir müssen um X los. Wann, wo und wie war egal. ES wurde also mal schnell während des Spiels geputzt, im Bett, auf dem Sofa, beim Schuhe anziehen, unterwegs, im Auto, oder auch noch schnell in der Kita. Für mich spielte das alles keine Rolle, für ihn schon. Und so war es bei vielem. Wenn es dir möglich ist, würde ich mir daher überlegen, was für dich ein Muss ist,bzw gar nicht geht, und das drum herum locker und flexibel sehen und sie diesbezüglich quasi auch gewinnen/ Entscheiden zu lassen. Wir hatten kürzlich etwas ähnliches: er wollte eigentlich, auch wenn schon älter, zuhause bleiben, und sich daher nicht anziehen. Ich konnte ihn überzeugen und er kooperierte. Letzlich war er natürlich gefrustet, und um das Gesicht zu waren, wenigstens doch noch etwas gewinnen / entscheiden zu können ( wobei er sich ja von sich aus entschieden hatte, auf meinen Wunsch mit dem Anziehen einzugehen, weil ich sonst meinen Arbeitsplatz verlieren könnte), verkündete er mir dann aber, das Unterhemd zieht er nicht an, ich bekams zurück und die Jacke zieht er aber auch nicht an. Und ich fands echt schon kalt morgens. Aber ok, kein Thema, einfach eingepackt. Später wollte er sie dann doch. Sie merken aber halt doch, wenn und warum dir etwas wirklich sehr wichtig ist, wenn du auch bereit bist, es auf diesen einen zentralen Punkt zu reduzieren. Das Regeln akzeptieren wird sie. das können sie super: Zuhause von anderen Orten unterscheiden. Da mach dir mal nicht soviele Sorgen.

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    1. Ich wollte zuerst auch immer, dass wir im Badezimmer die Zähne putzen. Das gab auch oft Theater. Wir haben dann irgendwann ebenfalls damit anfangen, irgendwo zu putzen. Zuerst hat unsere Tochter die Zahnpasta eh nicht ausgespuckt, da war es komplett egal, wo wir geputzt haben. Seitdem sie sie ausspuckt, putzen wir zumindest an irgendeinem Waschbecken. Das kann dann auch mal in der Küche sein. Macht aber auch nichts, außer dass wir öfter mal das Zahnputzzeug suchen, weil wir vergessen haben, es zurück ins Bad zu stellen ;-). Jedenfalls geht es so Stück für Stück voran. Ich glaube, man darf einfach nicht zu viel auf einmal erwarten.

      Mit der Kleidung, speziell wenn wir rausgehen, machen wir es ebenfalls so, dass wir im Zweifelsfall eine wärmere Jacke mitnehmen. Der Vorschlag kommt dann meistens schon von unserer Tochter. Und manchmal braucht man sie und manchmal nicht. Aber da es vorher keinen Streit gab, ist es dann auch kein Problem für sie zu sagen: "Jetzt brauche ich die Jacke."

      Womit wir tatsächlich die größten Problem haben, ist diese ewige Trödelei. Da bin ich auch oft ratlos.

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    2. Gegen Trödeln hilft wenig, aber gegen den Stress dadurch: von vorneherein sehr reichlich Zeit einplanen, z.B. morgens früher aufstehen als "nötig"! Einfach nicht davon ausgehen, dass alles zügig erledigt wird, sondern Puffer einplanen! Was auch noch hilft: Ankündigen ("wir müssen uns in 5 Minuten anziehen! ... in 1 Minute! ... Jetzt!") Und wenn´s dann doch mal eng wird: einfach helfen. Selbständigkeit kann man wieder üben, wenn Zeit ist. Daneben haben gelegentlich bei meinem Extrem-Trödler kleine Tricks geholfen, so Spielchen (z.B. ich darf nicht schauen, wie weit er schon ist, und muss immer vermuten, was er schon anhat, vermute immer zu wenig, bis er ganz "unerwartet" schreit: "Fertig!" und ich ganz "verblüfft" bin) Ich bin in der Hinsicht echt "Leidgeprüft" und kann nur sagen: tendenziell wird es mit dem Alter besser, aber aus einem Bummelzug wird nun mal kein ICE, es gibt da einfach verschiedene Typen!

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  15. Erstrebenswert! Ich war und bin immernoch großer Verfechter gewaltfreier Kommunikation, denke aber, dass die Umsetzung dieser göttlichen AntiSanktions- bzw. StrafTheorie oft an ungünstigen Bedingungen scheitert. Das schlimmste dabei ist, zu wissen, was affektbedingt gerade schief läuft und einem das Kind konsequent (und zu Recht) Erziehungsgülle in aller Hinsicht widerspiegelt, durch Schreiattacke ... whatever. Ja, es geht harmonisch, wir haben das oft erprobt...
    ABER, es gibt immer wieder Situationen wo man sich am Anschlag befindet.
    Wie funktioniert das mit der Selbstkontrolle bzw. Selbstregulierung, wenn kranke Kinder einem tagelang den Schlaf rauben, oder wenn man keine Familie in der Nähe hat, die auch mal unterstützend eingreift, weil man seit gefühlten hundert Jahren keine Zeit mehr für sich selbst hatte...?
    Ganz ehrlich, in der Zeit als ich kinderlose Erzieherin war, wäre mir so ein Beitrag wie oben auch leicht aus der Feder gegangen und ich hätte ihn zu hundert Prozent verfochten. Aus heutiger Perspektive würde ich Eltern nie wieder mit klugen Ratschlägen bombardieren. Alles was in dem Artikel steht hat mit gesundem Menschenverstand und gutem Bauchgefühl zu tun, aber ich kann jeden verstehen, dem es gelingt sich peinlicherweise auch vor den Kindern wie ein Arschloch aufzuführen ... irgendwie menschlich... wenn auch blöd.
    Was ich eigentlich sagen möchte,... sorgen wir selbst gut für UNS, geht es auch unseren Kindern gut. Was sind unsere Bedürfnisse? Nicht nur die der Kinder. Wenn wir achtsam sind und uns das erfüllen, was wir Erwachsene brauchen, geht das mit der gewaltfreien , straffreien Erziehung fast automatisch. Sind wir nicht gestresst, müssen wir auch die Kinder nicht stressen.
    Erziehungsratgeber können richtungsweisend sein, oft aber vermitteln sie den Eltern die Botschaft, 'streng dich noch mehr an', 'opfere dich noch mehr auf', 'du machst da was falsch', oft fehlt der Hinweis 'verlier dich nicht selbst aus den Augen' und 'gib dich nicht selbst auf'.
    Schwieriger Trend...

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    1. Danke für Deinen Kommentar! Es geht ja gar nicht darum, dass man immer zu 100 % korrekt handelt - das schafft niemand. Die Gründe dafür hast Du sehr gut zusammengefasst. Es geht viel mehr darum, diejenigen zum Nachdenken anzuregen, die Strafen als vollkommen normales Erziehungsmittel gerne nutzen. Wenn die dadurch deutlich weniger strafen (gar nicht ist illusorisch), dann ist das toll!

      Und ja - Selbstfürsorge ist wichtig! Das schreiben wir auch immer wieder. Es geht um das Abwägen der Bedürfnisse aller Beteiligten. Aber darüber werde ich auch noch mal einen gesonderten Artikel schreiben.

      Liebe Grüße
      Danielle

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  16. Danke für den Artikel, der sehr interessant war, auch wenn wir nicht strafen - hoffe ich. Eine Sache geistert mir allerdings seit ein paar Tagen im Kopf rum, nachdem ich ein Montessori-Buch gelesen habe, in dem steht, dass man die Probleme der Kinder nicht zu seinen eigenen machen sollen. Unser knapp 2jähriger wirft gerne beim Essen aus Wut sein Besteck auf den Boden, was uns als Eltern stört, weil dann auch mal was an den Wänden landet. Na ja, auf jeden Fall haben wir jetzt beschlossen, sein Besteck nicht mehr aufzuheben. Wenn er es wegwirft, kann er entweder aufstehen und es selbst holen (beim aufstehen würden wir ihm natürlich helfen), er könnte uns auch bitten oder er isst halt mit den Fingern weiter.

    Und jetzt bin ich mir unsicher, ob das jetzt eine Strafe ist oder in Ordnung. Und ich grübele und grübele... Dazu Input zu hören, wäre interessant!

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    1. Hallo Julia! Das ist interessant. Wir machen das ähnlich. Wenn unser Kind etwas runterschmeißt (egal ob Essen oder Besteck) bitten wir es sofort freundlich aber bestimmt, es wieder aufzuheben. Vorher machen wir ihm klar, dass uns dieses Verhalten nicht gefällt, weil der Boden dreckig wird. Meistens reagiert unser Kind und hebt es lächelnd auf und wir bedanken uns. Ich finde durch diese Strategie erlernt das Kind gesellschaftskonformes Verhalten. Ich als Erwachsene würde ja auch einfach meine Gabel aufheben, wenn sie runterfällt ohne zu erwarten, dass es jemand anderes tut (außer sie liegt nicht in meiner Reichweite und ich bitte darum). Wichtig ist es in meinen Augen sofort zu reagieren, denn ob das Kind nach 5 Minuten noch weiß, dass es der Verursacher der Bodenverschmutzung ist, weiß ich nicht. Eine Bestrafung wäre es in meinen Augen, wenn ich sagen würde "Du darfst erst weiter essen, wenn du die Gabel aufgehoben hast." Wenn du das Kind unterstützt in seinem "Ich habe kein Besteck"-Dilemma und ihm sofort sagst, wie es dieses wieder erlangen kann, finde ich deine Strategie angemessen. Wenn das Kind jedoch weinend am Tisch sitzt, weil es kein Besteck mehr hat, sollte meiner Meinung nach helfend eingegriffen werden.

      Was übrigens bei uns eine häufige Ursache ist, dass unser Kind etwas runter schmeißt, ist dass das Kind keine Aufmerksamkeit vorher bekommen hat, weil ich mit dem Papa im Gespräch vertieft war. Um das Verhalten mit dem Besteck zu verhindern, wäre das vielleicht eine Stellschraube, die auch bei euch Erfolg hat.

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    2. Liebe Julia, das kommt darauf an, wie deine Haltung hinter deiner "Weigerung" ist, seine Gabel aufzuheben. Machst du es, weil du ihm beibringen willst, es selbst aufzuheben, da du nicht seine Dienstmagd bist? Oder willst du einfach diese Verantwortung nicht übernehmen, weil du sagst, es ist seine Verantwortung, kannst aber locker damit umgehen, wenn er die Gabel eben nicht aufhebt, sondern mit den Fingern isst?
      LG, Snowqueen

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  17. Hallo,

    vielen Dank für den schön geschriebenen Artikel! Er zeigt schön, dass "Strafen" an vielen Ecken und Enden lauern und es in Momenten, in denen die Gemüter erhitzt sind (oder anderweitig Druck besteht, z.B. Zeitnot) gar nicht so leicht ist, sich vollkommen unstrafend gegenüber Kindern zu verhalten.

    Ich bin auch sehr gespannt auf den nächsten Artikel und hoffe, darin vielleicht Antworten auf 2 Situationen zu finden, die mir beim Lesen immer wieder im Kopf herumgeisterten. Zum einen, Du sprichst ja auch selbst immer wieder Themen wie Fernsehdauer oder Süßwarenkonsum an, also Dinge, die Kinder gern sehr viel wollen, denen ein "zu viel" jedoch nicht gut tut. Gleichzeitig kann man von ihnen in jungen Jahren nicht erwarten, dass sie verstehen, warum nur Fernsehen schauen oder nur Süßes essen nicht gut tut. Wie schaffst Du es, das zu regulieren, vollständig ohne elterliche Macht walten zu lassen? Hier geht es ja auch nicht um ein Bedürfnis eines Erwachsenen, dass dieser verteidigt, es geht ganz klar darum, dem Kind Vorschriften zu machen, die ihm so nicht gefallen.

    Zum zweiten sah ich beim Lesen auch immer das Dilemma vor mir, das Eltern mehrerer Kinder haben, die (noch) nicht in der Lage sind, Konflikte selbst zu lösen. Da kann ein Kind vielleicht noch nicht oder nur schlecht sprechen, eines kann seinen Impuls, zuzuhauen, noch nicht unter Kontrolle bringen, eines wird vom Geschwisterkind noch ständig umgeworfen, weil es noch nicht sicher genug steht... Neben der schwierigen Rolle der Eltern, sich zu überlegen, wo sie eingreifen und wo nicht kann ich mir auch nicht vorstellen, wie dieses tägliche Spiel straffrei bewältigt werden kann. Zumindest hier ist es dann ganz oft so, dass ich laut feststelle: "Wenn es so läuft, kann ich Euch Spielzeug xy nicht geben, wenn ihr zusammen damit spielt." Weil mir z.B. Sicherheit in dem Moment höher wiegt als machtfreie Erziehung. Mit einem Kind alleine habe ich dieses Dilemma nicht, soweit ich mich erinnere. Mit zweien (aktuell 3 und 1) bin ich gerade ratlos, wie das praktisch funktionieren kann.

    Kurzum: Ich bin sehr gespannt! :-)

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  18. Hallo Danielle!

    Wie schön wieder etwas von dir hier auf dem Blog lesen zu können. Aber was für ein Cliffhanger! Bin schon sehr gespannt auf den Folgeartikel. ;-)

    Mir ist aufgefallen, dass dir ein kleiner Fehler unterlaufen ist. Der eingangs zitierte Paragraph ist nicht der §1632,sondern §1631 BGB.

    Herzliche Grüße!

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  19. Hallo, ich lese seid ca. 4 Jahren gerne bei Euch mit und Ihr habt recht. Auch wenn ich hier,oft vor meinem Sohn stand und mich fragte, warum klappt das alles bei dir nicht, warum versuchst du nicht zu kooperieren? Was mach ich falsch. Damals hatte ich nix falsch gemacht. Ich hab einfach nicht verstanden, was in meinem Kind vorging.

    Ich bin zu Ärztin gegangen und mußte mir anhören, dass ich einen fatalen Erziehungsfehler gemacht hätte, den man nicht mehr ausbügeln kann. Ich wurde millitärisch streng mit Strafen und es wurde schlimmer.

    Heute weiß ich, woran es lag. Mein kleiner Autist verstand meine doppeldeutige Sprache nicht, Handlungsabläufe muß er noch erlernen und es kommen durchgehend so viele Reiße auf ihn zu, wie soll man sich da auf was konzentrieren und wissen was da wichtig ist.

    Jetzt bin ich wieder bei euch. Wenn mein Kind offensichtlich nicht "hört", dann überlege ich, nimmt er mich wahr? Hab ich auch wirklich meine Bitte so geäußert, dass man sie wort wörtlich so verstehen kann? Welcher Reiß überfordert ihn grade, dass er nicht reagieren kann? Ist er von allem so müde, dass ihm die Handlungsabäufe grade zu viel sind? Oder ist er grade ein kleiner Junge mit seinem eigenen Wille und welcher Wille ist grade wichtiger?

    Danke macht weiter so.

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  20. Also mal ganz ehrlich: ich lese sehr viel im Internet und ich muss sagen, dieser Blog im allgemeinen (und dieser hervorragend recherchierte Artikel im Besonderen) ist eines der lesenswertesten Dinge die ich je im www gefunden habe. Das wollte ich nur einmal loswerden und mich für euer so wichtiges Engagement bedanken. Und ja, auch ich kann den nächsten Artikel kaum abwarten und aktualisiere die Seite fast täglich ;-)
    Viele Grüße aus dem Norden,
    Lena

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    1. Besser hätte ich das nicht sagen können :-)
      Schade, dass ihr nicht mehr so viel Zeit habt für den Blog... lese zurzeit gerne beim (Tandem-)Stillen, wenn ich endlich Zeit finde zum lesen!

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