Anzeige

Stillen und Alkohol - mal ein Glas ist unbedenklich


Baby an der Brust und trinkt"Ein Gläschen in Ehren kann niemand verwehren..."?

Für Schwangere sollte Alkohol absolut tabu sein, denn er hemmt die Entwicklung des Babys und kann - vor allem vor der 9. Schwangerschaftswoche getrunken - zu schweren gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen. Ist die Organbildung abgeschlossen richtet er vor allem Schäden im kognitiven Bereich an. Es gibt keine untere tolerierbare Grenze - trinkt man (auch nur einmalig) in der Schwangerschaft Alkohol, vergiftet man sein Kind und setzt es einem unkalkulierbarem Risiko aus. Jährlich werden etwa 10.000 Kinder geboren, die unter alkoholbedingten Beeinträchtigungen leiden.

Wie aber sieht das eigentlich in der Stillzeit aus? So manche Mutter würde gerne wieder mal nach neun disziplinierten Monaten ein Glas Bier, Sekt oder Wein genießen. Und schließlich hört man doch auch immer mal wieder mal von Frauenärzten oder Hebammen, dass ein Glas Sekt sogar die Milchbildung anregen würde. Ich möchte in diesem Artikel der Frage auf den Grund gehen, ob man während der Stillzeit gelegentlich ein Glas Alkohol trinken kann. 

Natürlich am sichersten: absolute Enthaltsamkeit beim Stillen


Ohne wenn und aber:
Nichts trinken ist am sichersten.

Das ist ganz zweifellos so und nicht diskutierbar. Allerdings ist die absolute Enthaltsamkeit während der Stillzeit nicht so weit verbreitet, wie man es möglicherweise vermuten würde.

Studien zeigen nämlich, dass eine nicht unerhebliche Anzahl von Müttern nach der Geburt den Wunsch hat, auch gelegentlich wieder ein Glas Alkohol zu trinken und dies auch tatsächlich tut. Eine Studie zum Stillverhalten bayrischer Mütter ergab beispielsweise, dass etwa 30 bis 80 % der Mütter in den ersten 9 Monaten nach der Geburt Alkohol tranken - die meisten davon aber eher selten und nur zu besonderen Anlässen. In weiteren Studien aus den USA und Australien lag die Zahl der Alkohol trinkenden Stillmütter zwischen etwa 40 und 50 %.

Da also offenbar ein nicht unerheblicher Teil der Mütter nicht vollkommene Enthaltsamkeit lebt, stellt sich die Frage: Ist Alkohol in der Stillzeit tolerierbar? Und wenn ja - in welchem Umfang und unter welchen Umständen? 

Welchen Einfluss hat Alkohol auf die Milchbildung?


"Ein Glas Sekt regt die Milchbildung an!" Auch diese Empfehlung hört man gar nicht selten von Hebammen und Ärzten. Werdende Mütter werden teilweise sogar vom Krankenhaus ermutigt, zum Anstoßen auf die Geburt eine kleine Flasche Sekt mitzubringen. Die Annahme ist so weit verbreitet, dass manche Mütter sogar gezielt für die Milchbildung Sekt trinken.

Ob dem wirklich so ist, untersuchte eine Studie des Monell Chemical Senses Center in Philadelphia. Die Ergebnisse der Untersuchung belegten jedoch, dass das Gegenteil der Fall ist. Stillende Frauen bekamen abwechselnd Orangensaft mit oder ohne Alkohol zu trinken und wurden gebeten, danach Milch abzupumpen. Darüber hinaus wurden auch die auf die Milchbildung Einfluss habenden Hormone Oxytocin und Prolaktin bestimmt. Nach dem Konsum von Alkohol fiel es den Frauen schwerer, den Milchspendereflex auszulösen und sie produzierten auch insgesamt weniger Milch. Der Oxytocin-Spiegel sank signifikant, der Prolaktinspiegel erhöhte sich.

Eine anderere Studie ergab, dass Kinder - vermutlich wegen des Geschmacks - nach dem Alkoholkonsum ihrer Mutter insgesamt weniger Milch trinken. Es bleibt also festzuhalten, dass Alkoholkonsum in der Absicht, die Milchmenge zu steigern, nicht zu empfehlen ist. 

Was passiert nach dem Trinken von Alkohol? 


Alkohol geht während der kompletten Passage durch den Verdauungstrakt nach und nach ins Blut über. Deswegen steigt der Alkoholspiegel allmählich und erreicht seinen Höhepunkt erst nach etwa 30 bis 60 Minuten. Im Magen werden bereits 10 bis 30 % des reinen Alkohols resorbiert. Der größte Teil wird dann über den Dünndarm aufgenommen.

Wie viel Alkohol genau der Körper aufnimmt, hängt von mehreren Faktoren ab - zum Beispiel vom Geschlecht, von der Trinkgeschwindigkeit, der Tageszeit, der Zusammensetzung des Alkohols, dem Blutzuckerspiegel, der Magenfüllung, der Verweildauer im Magen usw. Sekt passiert wegen der Kohlensäure wesentlich schneller den Magen, daher steigt der Blutalkoholspiegel schneller an, als bspw. bei Wein.

Wichtig zu wissen ist: Die Alkoholspiegel im Blut und in der Muttermilch sind identisch. Deswegen nutzt es auch nichts, nach dem Alkoholgenuss Milch abzupumpen - das beschleunigt den Abbau nicht. 

Wie lange dauert der Abbau von Alkohol?


Bezüglich des Abbaus von Alkohol speziell bei Frauen wurden verschiedene Studien durchgeführt. Bei allen lag die durchschnittliche Abbauzeit zwischen 0,1 und 0,2 g/kg Körpergewicht und Stunde.

Wenn man genau wissen will, wann der Alkohol komplett abgebaut ist, muss man den Alkoholgehalt des Getränks kennen. Zur schnelleren Orientierung habe ich eine Übersicht erstellt, der man entnehmen kann, wie viel g Alkohol die folgenden Getränke enthalten:


Gehalt Alkohol bei Bier und Wein
Alkoholgehalt in g für verschiedene Getränke

Trinkt eine 60 kg schwere Frau ein Bier (200 ml) mit 5 Vol.-%, dann hat sie 8 g reinen Alkohol aufgenommen. Wenn man ganz sicher gehen will, legt man einfach die niedrigste Abbaumenge (0,1 g/kg/Stunde) zugrunde: 

60 kg x 0,1 g = 6 g/Stunde
Um die 8 g aus dem Bier abzubauen, benötigt der Körper also eine Stunde und 20 Minuten.

Als einfache Faustregel kann man sich merken: Eine Frau baut pro Stunde
  • 69 - 79 ml Sekt (mit 11 Vol.-%) und
  • 150 bis 174 ml Bier (5 Vol.-%)

ab. 

Wie viel Alkohol geht in die Muttermilch über?Weißwein und Rotwein 


Was passiert eigentlich, wenn die Mutter genüsslich ein Glas Wein trinkt und das Baby plötzlich unerwartet aufwacht und die Brust verlangt?

Abschätzungen auf Basis experimenteller Untersuchungen zeigen, dass die Konzentration des Alkohols im kindlichen Körper bei einer moderaten Menge Alkohol (bis zu 0,25 l) sehr gering ist, denn es geht nur ein Teil des mit der Muttermilch aufgenommenen Alkohols in das Blut des Baby über.

Es wurde berechnet, dass nach dem Genuss eines Glases Wein (250 ml = ca. 32,5 g Alkohol) über einen Zeitraum von 30 Minuten das mütterliche Blutalkoholvolumen bei 0,59 ‰ liegt. Würde sie ihr Baby nach dem Austrinken sofort stillen, wären bei 
  • einem Neugeborenen 0,0034  ‰ (das entspricht 0,0305 g Alkohol)
  • bei einem dreimonatigem Baby 0,0039 ‰ (das entspricht 0,055 g Alkohol)
im Blut nachzuweisen.

Von dem, was die Mutter an reinem Alkohol (32,5 g) verzehrt, kommt im Blut des Neugeborenen also nur ein Bruchteil - gerade mal 0,094 % der Gesamtmenge an. Das entspricht knapp einem Tausendstel.
Was? Ein Zehntausendstel? Kann das wirklich sein? Ich war völlig verwirrt! Die Zahl stammt aus Seite 21 des Papiers "Alkohol in der Stillzeit - eine Risikobewertung unter Berücksichtigung der Stillförderung" des Bundesinstitutes für Risikobewertung.

In dem Papier steht auch noch etwas anderes Interessantes drin - bekäme ein Neugeborenes Carminativum Hetterich, ein Mittel gegen Blähungen mit einem Alkoholgehalt von 34 Vol.-% (das speziell für Säuglinge zugelassen ist) in der empfohlenen Dosierung, dann würde es damit 0,138 g reinen Alkohol aufnehmen - das ist mehr als viermal so viel, wie nach dem Stillen nach einem Glas Wein. Behandelt man ein dreimonatiges Baby  mit Carminativum Hetterich, wären es mit 0,276 g sogar fünfmal mehr.

In dem Dokument steht aber eben auch, dass es sich um "Abschätzungen auf Basis experimenteller Untersuchungen" handelt - Experimente an echten Säuglingen kann man aus ethischen Gründen natürlich nicht vornehmen. Es handelt sich um reine Modellrechnungen - allerdings auf absolut fundierter wissenschaftlicher Basis. Mir ließ das keine Ruhe und ich recherchierte weiter.

An anderer Stelle fand ich auch eine schwedische Untersuchung, die besagte, dass von der Mutter konsumierter Alkohol nur zu etwa 2 % im Blut des Kindes ankommt. Daher sagt die schwedische National Food Administration sogar offiziell, dass bis zu zwei Gläser Alkohol in der Woche für Stillmütter unproblematisch sind. Ebenso lauten die amerikanischen, kanadischen und französischen Empfehlungen.

Wie viel Alkohol kommt denn nun wirklich beim Baby an? Ich beschloss einfach mal nachzurechnen. Ich hatte oben ja schon geschrieben - Blutalkoholgehalt und Muttermilchalkoholgehalt sind identisch - das ist wissenschaftlich zweifelsfrei belegt.

Die Berechnung des Blutalkoholes erfolgt mit der Widmark-Formel:

Promille = aufgenommener Alkohol (siehe Tabelle oben) / (0,6 x Gewicht in kg)

Für eine 60-kg-Frau mit einem 250-ml-Glas Wein (13 %) würde das also bedeuten:

Promille = 26 g / (0,6 x 60) = 0,72 ‰.

Die Angabe "‰" bedeutet, dass dieser Anteil ihres Blutes aus reinem Alkohol besteht. Promille bedeutet "Tausendstel" - also ein Liter Blut enthält dann 0,72 ml Alkohol. Der Alkoholgehalt der Muttermilch wäre exakt genauso hoch. Da dieser in Prozent, also "Hundertstel" angegeben wird, entspricht das 0,072 %. Das sind tatsächlich nur 2,2 % der ursprünglichen Alkoholmenge, die die Mutter zu sich nahm.

Nun kann man einwenden, dass auch 0,072 % immer noch Alkohol ist, der ins Blut des Kindes gelangt - wie verschwindend wenig das jedoch ist, erkennt man beim Vergleicht mit den Alkoholgehalt verschiedener Nahrungsmittel:

Alkoholgehalt Muttermilch und Lebensmittel
Alkoholgehalt verschiedener Lebensmittel in %

Die Muttermilch enthält nach einem Glas Wein 0,72 % Alkohol - etwa eben so viel hat eine Apfelsaftschorle mit nur einem Viertel Saft. Verzehrt ein Kind eine reife normalgroße Banane mit 100 g, dann hat es mal eben 0,6 g Alkohol konsumiert - um den gleichen "Alkoholpegel" zu erreichen, müsste es 833 ml "weinverseuchte" Muttermilch trinken...

Die aufgenommenen Mengen sind also wirklich extrem gering, so dass nichts dagegen spricht, auch in der Stillzeit mal ein Glas Bier, Sekt oder Wein zu trinken. Idealerweise wartet man dafür natürlich eine längere Stillpause ab - aber selbst wenn das Baby sofort aufwachen und die Brust verlangen würde, wäre keine Auswirkung zu befürchten. Jedenfalls keine schlimmere, als durch eine Fruchtsaftschorle mit 25 % Saft. 

Fazit 


BierglasDer von einer stillenden Mutter aufgenommene Alkohol geht nur zu einem Bruchteil in die Muttermilch über. Pro Stunde und kg Körpergewicht wird etwa 0,1 g Alkohol abgebaut. Wird das Kind gestillt, bevor der Alkohol abgebaut ist, nimmt das Kind so geringe Mengen auf, dass ein geringfügiger Alkoholkonsum vertretbar ist.

Entsprechend stellt sogar der Deutsche Hebammenverband fest, dass "Muttermilch mit einer Restmenge Alkohol darin immer noch besser für Babys" ist, "als Flaschennahrung". Bis zu 20 g Alkohol an einem Tag (natürlich nicht jeden!) ist demnach nach Ansicht des Verbandes vertretbar - das entspricht einem 0,5l-Glas Bier oder einem 0,2-l-Glas Wein.

Allerdings würde ich persönlich trotz der gesammelten Erkenntnisse während der Stillzeit mindestens im ersten Lebenshalbjahr bzw. bis zum Beikostbeginn keinen Alkohol konsumieren. Schließlich würde man Neugeborenen auch kein Stück Banane oder Apfelschorle anbieten.

Um es abschließend ganz deutlich zu sagen: Mit den Erkenntnissen aus diesem Artikel kann man guten Gewissens gelegentlich (und damit ist etwa ein bis drei mal monatlich gemeint) ein Glas (und damit ist auch tatsächlich nur eins gemeint!) Bier, Wein oder Sekt trinken - er soll bitte nicht als Rechtfertigung dienen, in der Stillzeit regelmäßig Alkohol zu konsumieren.

Und noch ein sehr wichtiger Hinweis ganz zum Schluss: 

Niemals (!) darf man nach dem Verzehr von Alkohol zusammen mit dem Kind im Elternbett schlafen - das ist einer der größten Risikofaktoren für SIDS und das Ersticken im elterlichen Bett. 

© Danielle (mit  wirklich herzlichem Dank an Laetizia ;-) 

Quellen 


http://www.monell.org/images/uploads/mennella_2005_alcohol_web.pdf 

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/1886634

http://www.hebammenverband.de/familie/stillen/ 
Wenn Dir dieser Beitrag gefallen oder weitergeholfen hat und Du unsere Arbeit gerne unterstützen möchtest, kannst Du das über den folgenden Button bei Paypal tun:

Kommentare:

  1. Ich habe einen Artikel gelesen, der bei humanmilk4humanbabies geteilt wurde. Darin beschrieb eine Mutter, dass sie nach dem Alkoholkonsum Proben ihrer Milch in einem Labor hat untersuchen lassen und zu ähnlichen Ergebnissen gekommen ist. Der Artikel wurde mit dem Titel "Cheers!" geteilt und ich hab das mit großer Besorgnis wahrgenommen.
    Es ist toll, dass die Leute, die mal ein Glas Wein trinken, dies nun reinen Gewissens tun können. Aber ich fürchte, dass auch an vielen Stellen bei Müttern das einzige, was hängen bleibt, folgendes sein wird: "Alkoholkonsum während der Stillzeit macht nichts!".
    Das finde ich überaus gruselig.

    Deinen Artikel an sich find ich aber super :) Anschaulich dargestellt, verständlich beschrieben, reichlich recherchiert.
    Ist also keine Kritik an deinem Artikel, sondern eher eine Sorge um die Meinung, die zu Alkohol in der Stillzeit entstehen könnte.

    Grüßkens
    Melissa

    AntwortenLöschen
  2. Bevor ich lange hin und her gerechnet habe, war ich in den ersten 9 Monaten einfach faul und habe bis zum Abstillen keinen Alkohol getrunken :-)
    Bei mir ist damals vermutlich nur hängengeblieben "Alkoholkonsum während der Stillzeit ist äußerst ungünstig"

    Ansonsten schöner kurzer informativer Artikel
    LG Maschu

    AntwortenLöschen
  3. Vielen Dank für diesen wirklich tollen Artikel! Ich oute mich: ich freue mich tatsächlich wahnsinnig auf ein Glas guten Wein oder Prosecco hin und wieder. Ich hatte bislang noch nicht recherchiert, ob das wirklich so unbedenklich ist, wie es oftmals heißt und bin da dank deines Posts nun beruhigt.
    Den Einwurf von Caterva Corvi finde ich allerdings auch berechtigt- so ein Ergebnis darf natürlich kein Aufruf zum "hemmunglosen Saufen" sein. Aber da ist es wie immer im Leben, die Dosis (oder Häufigkeit) macht das Gift und ich denke als Mutter ist man doch (hoffentlich!) auch von alleine so verantwortungsvoll, hier keinen Mißbrauch zu betreiben (Stillen hin oder her- zu viel Alkohol ist nie gesund!). Ich bin jedenfalls wirklich froh, dass ein Glas Wein hin und wieder okay ist- wäre es das nicht, würde ich es natürlich auch weiterhin komplett lassen. Aber so freue ich mich einfach drauf.
    LG, Manati

    AntwortenLöschen
  4. finde es bedenklich wenn man dazu nun extra die erlaubnis erteilen muss dass ein glas unschädlich ist. ich verstehe auch nicht wieso man es nicht aushält mal ein jahr bzw mit der schwangerschaft 1,5-2jahre nichts zu trinken - ich tue es doch fürs kind. versteh ich nicht.
    und dass man vll bei einem geburtstag oder hochzeit mal anstoßen möchte ist ja okay aber ich kann auch nahc nem schluck dass ganze gut sein lassen.
    ich selber darf aufgrund von nahrungsmittelunverträglichkeiten keinen alkohol trinken und das ist das leichteste verbot überhaupt und ich verstehe es echt nicht

    AntwortenLöschen
  5. Vielen Dank für den Artikel. Ich habe während meiner beiden Schwangerschaften auch keinen Alkohol getrunken bzw trinke gerade keinen, ebenso während der anschließenden Stillzeit von 15 Monaten bei meiner ersten Tochter. Nun freue ich mich auf ein gelegentliches Glas Sekt oder Wein auch schon während der Stillzeit. Ich finde es wichtig, dass das Stillen nicht als Einschränkung empfunden wird, sondern als Bereicherung. Deshalb denke ich, dass die Erkenntnisse aus dem Artikel helfen die eigene Position zu finden anstatt aus Unwissenheit abzustillen oder bei jedem Schluck ein schlechtes Gewissen zu haben. Wenn man mehrere Kinder in relativ kurzen Abständen bekommt, alle Kinder stillt, dann zieht sich die Abstinenz ganz schön in die Länge ;-)

    AntwortenLöschen
  6. Aus einer E-Mail an uns:

    Ich lese euren Blog wirklich gerne, aber nun muss ich zu eurem Artikel 'Stillen und Alkohol' doch mal meine Gedanken dazugeben. Gerne hätte ich die Kommentarfunktion genutzt, schade das selbige nur für Googlenutzer gilt. Wenn Ihr mögt, könnt ist diese Email gerne zu den Kommentaren setzen.

    Der Artikel ist wie immer von euch gut mit Belegen unterfüttert, jedoch sehe ich diesen durchaus kritisch. Ich denke bei den meisten bleibt nur nach dem Lesen 'Alkohol ist OK beim Stillen' hängen.

    Zudem habe ich folgenden Gedanken: Ja, z.B. Reife Bananen enthalten Alkohol. Wenn ich meinem Kind diese gebe, wird ein Teil davon ins das Blut aufgenommen. Somit erhält mein Kind einen gewissen Anteil an Alkoholen, welcher nicht zu vermeiden ist, bereits in frühem Alter. Aber gebe ich einem Neugeborenem eine reife Banane oder Apfelsaft? Hoffentlich nicht! Daher 'hinkt' für mich der Vergleich zu normalen Nahrungsmitteln etwas. In dem nicht-beifostfähigem Alter sollte Mutter- oder Pre-Milch auf der Speisekarte stehen. Selbige sollte keinen Alkohol enthalten, der durch den Verzehr alkoholischer Getränke entstanden ist.

    Denn als Rechenbeispiel überlege ich vor dem Hintergrund des obigen Gedanken: Wie hoch ist der Promillegehalt einer Mutter welche ein oder zwei Gläser Wein getrunken hat? Und wieviele reife Bananen/Apfelsaftpackungen müssten verzehrt werden, um den gleichen Promillegehalt zu erlangen? Wie hoch ist der durchschnittliche Gehalt an Alkohol im Blut bei einer normalen Ernährung ohne alkoholische Getränke?

    Es mag als unbedenklich eingestuft sein Alkohol in Maßen zu trinken, jedoch bin ich mit diesen Fragestellungen der festen Überzeugung, das auch in der Stillzeit Alkohol ein kritisches Thema ist, welches entscheidenden Einfluss auf die physische und kognitive Entwicklung meine Kindes hat.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Jana,

      danke für Deinen Kommentar.

      Bei dem Vergleich mit dem Alkoholgehalt der Lebensmittel stand für mich im Vordergrund zu zeigen, dass eine 25 %-ige Apfelschorle genauso viel Alkohol enthält, wie Muttermilch nach einem Glas Wein. Das fand ich erstaunlich!

      Ich gebe Dir aber Recht, dass man vielleicht noch mal differenzierter darauf hinweisen sollte, dass bei Neugeborenen bzw. bei Kindern bis zum Beikostalter nichts getrunken werden sollte. In meinem Hinterkopf spukten eher die Langzeitstillenden, die sich auch nach einem Jahr noch das Trinken verbieten, obwohl sie gerne mal ein Glas trinken würden. Ich werde den Artikel noch mal überarbeiten.

      Vielen Dank für den Hinweis!
      Liebe Grüße
      Danielle

      Löschen
  7. Wow... das hätte ich so nicht erwartet. Ich glaube ich werde heute Abend tatsächlich mal ein Glas Rotwein trinken - der erste seit bald zwei jahren!
    Oder disqualifiziert mich das eine Glas tatsächlich schon vom co-sleeping mit meinem Kleinkind? (14 Monate)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Mona,

      da keine SIDS-Gefahr mehr besteht und das Kind sich beim Überdecken ohne Weiteres selbst befreien könnte, würde ich persönlich mich an dieser Stelle nicht sorgen.

      Herzliche Grüße!
      Danielle

      Löschen
    2. Hallo. Das Überdecken ist aber keine Ursache des plötzlichen Kindstodes, sondern das Kind hört aus unerklärbaren Gründen auf zu atmen. Oftmals werden durch SIDS gestorbene Kinder unter ihrer Decke gefunden-ohne jedoch erstickt zu sein. Der Kindstod kann bis zum vollendeten 24. Lebensmonat auftreten.

      Liebe Grüße

      Susanne K.

      Löschen
  8. Hallo,
    auch von mir vielen Dank für diese Zusammenfassung. Die werde ich jetzt wohl häufiger mal verlinken, das Thema kommt im "Herkunftsforum" ja auch immer mal wieder vor.
    Gruß Lucccy

    AntwortenLöschen
  9. Das ist ja echt interessant!

    Ich trinke nicht so gern Alkohol, von daher fiel mir die Zurückhaltung in der Schwangerschaft auch nicht schwer. Mittlerweile stille ich und trinke natürlich noch immer keinen Alkohol, allerdings habe ich vom Weihnachtsmann einige Schnaps-Pralinen bekommen, die ich an sich gerne mag. Nun dachte ich schon, dass ich die gleich weiter verschenken müsste, aber so wie ich das hier lese, dürfte das dann ja auch unbedenklich sein, wenn man mal eine am Tag isst...:)

    AntwortenLöschen
  10. Vielen Dank für eure gut recherchierten Beiträge!

    Für alle, die nach einem Glas Wein o.ä. ein "schlechtes Gewissen" haben und mal nachrechnen wollen, wieviel Alkohol wirklich noch im Blut sind, kann ich folgenden Selbsttest empfehlen:

    http://www.kenn-dein-limit.de/selbst-tests/promillerechner/

    Ich habe schon vor meiner ersten Schwangerschaft wenig bis keinen Alkohol getrunken, ab und zu mal einen Cocktail. Daher fiel mir die "Abstinenz" in den 9Monaten und der Stillzeit danach nicht sehr schwer.
    Als meine Tochter 10Monate alt war (ich habe sie eigentlich nur noch nachts und morgens gestillt), habe ich an einem Tag ein Glas Sekt und später einen Cocktail getrunken. Erstaunlich, wie schnell ich "betüdelt" war ;-) aber die o.g. Homepage hat mir durch die Zeitangaben gezeigt, ab wann ich etwa wieder stillen konnte, ohne dabei ein schlechtes Gewissen zu haben.

    LG und weiter so!
    Kati

    AntwortenLöschen
  11. Super Artikel, danke für die klärenden Zeilen, das hat mir geholfen mein Gewissen zu beruhigen wenn man mal ein Glas Wein trinkt bei einem 12 Monate altem Baby.

    AntwortenLöschen
  12. Vielen Dank für dem guten Artikel! Vor allem das Beispiel mit der banane werde ich mir merken. Ivh trinke gelegentlich(!) ein radler und werde deshalb komisch angeguckt. Wer weiß wie viele Mütter nicht stillen, damit sie Alkohol trinken dürfen... Eine sache frage ich mich noch: hat blut genauso viel Wasser wie milch?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo,

      worauf zielt die Frage ab, ob Blut genauso viel Wasser hat, wie Milch? Die Angaben beziehen sich ja jeweils auf den Alkoholgehalt - unabhängig vom Wassergehalt :-).

      Viele Grüße
      Danielle

      Löschen
  13. Hallo liebe Leute, die Tabelle der verschiedenen Alkoholika kann trügerisch sein. Für Liköre gibt es keine festgelegten Alkoholgrenzen sondern ein Likör definiert sich über den Zuckergehalt von mind 100g\l.
    So kann es sei das ein Likör auch mal 37 vol % und mehr hat (bspw. Triple Sec/Cointreau)
    -bitte immer genau schauen.

    AntwortenLöschen
  14. Das hier:
    Für Schwangere sollte Alkohol absolut tabu sein, denn er hemmt die Entwicklung des Babys und kann - vor allem vor der 9. Schwangerschaftswoche getrunken - zu schweren gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen. Ist die Organbildung abgeschlossen richtet er vor allem Schäden im kognitiven Bereich an. Es gibt keine untere tolerierbare Grenze - trinkt man (auch nur einmalig) in der Schwangerschaft Alkohol, vergiftet man sein Kind und setzt es einem unkalkulierbarem Risiko aus. Jährlich werden etwa 10.000 Kinder geboren, die unter alkoholbedingten Beeinträchtigungen leide

    ist wissenschaftlich überhaupt nicht haltbar.
    In einer großangelegten dänischen Studie wurde herausgefunden, dass leichter bis mäßiger Alkoholkonsum in der Schwangerschaft keine negativen Auswirkungen aufs Kind hatte. Das bedeutet 1 bis 8! Gläser Wein a 0,125 l pro Woche!Selbstverständlich empfehlen die Autoren der Studie nun nicht, soviel zu trinken. Aber dieses unsägliche: "Ein Schluck zum falschen Zeitpunkt und das Kind ist irreversibel geschädigt!", was man ständig auf Blogs von Hebammen und selbsternannten Supermüttern liest, die keine andere Qualifikation haben, als mal ein Kind rausgepresst zu haben, lässt sich durch NICHTS beweisen. Warum wird das so unkritisch übernommen?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich halte diese Studie für erfunden oder falsch interpretiert. Denn sie kann nicht das Gegenteil von der Realität (dass eben Alkohol sehr schwere Schädigungen nach sich ziehen kann) darstellen. Ich kenne eine Frau in meinem Alter, die das fetale Alkoholsyndrom hat. Einfach schrecklich, geistig retardiert-nur weil ihre Mutter getrunken hat.

      Susanne K.

      Löschen
    2. Ich hätte hier gern eine Quelle für die dänische Studie; wird hier leider nicht geliefert. Auf Grund einer einzelnen Erfahrung (Susanne K's Bekannte) diese dann ungesehen aber als erfunden abzutun, finde ich sehr schwierig.

      Wie viel hat denn die Mutter der Bekannten denn getrunken? Das fetale Alkohlsyndrom ist die Folge von intensivem Trinken, nicht von mal einem halben Glas Wein. Meine Frauenärztin kannte die Studie übrigens auch, und hat mich entsprechend beraten: Auf keinen Fall regelmäßig oder viel auf einmal trinken, und am Besten komplett verzichten, aber es gibt eben keine Studie, die belegt, das einmaliges Trinken im dritten Trimester negative Auswirkungen hat. (zumindest so weit meine Information, ich müsste das mal recherchieren)

      Ich habe das übrigens einmal probiert: ich habe ca. 1/3 Glas Wein getrunken, als ich im achten Monat war. Ich habe daraufhin so intensiv Sodbrennen bekommen, dass ich sofort eingesehen habe, dass ich meinem Körper und dem meines Kindes damit keinen Gefallen tue. Meine Tochter hat übrigens kein fetales Alkoholsyndrom davon getragen, aber das ist selbstverständlich kein Beweis, dass es grundsätzlich harmlos ist.

      Löschen
  15. Vielen Dank für den sehr guten Artikel. Meine Frau und ich waren heute zur U3 bei der Kinderärztin, die wir allgemein als übergriffig empfanden. Als sie dann noch ungefragt ein Glas Sekt zur Milchbildung indirekt empfohlen, waren wir doch etwas schockiert.

    AntwortenLöschen
  16. Ich stille inzwischen seit knapp 3 Jahren und das jüngste Kind ist 1,5 und wann immer ich am Wein nippte bekam ich furchtbare Schuldgefühle. Der Schluck zeigte auch für 10min deutliche Wirkung nur wirklich genießen konnte ich es dann nicht. Heute abend besucht mich eine Freundin was wieder Anlass zur Diskussionen und Recherche gab und ich werde mir ein Glas einschenken, wahrscheinlich nur das halbe oder weniger trinken, und es genießen können. In mir war auch der Gedanke der alkoholverseuchten Milch. Der Artikel wird mich nicht dazu verleiten ab jetzt leichtfertig mit dem Zell-und Nervengift umzugehen, sondern das was ich sowieso schon tue ohne überflüssige Selbstzerfleischung zu tun. Danke

    AntwortenLöschen