Achtsamer Umgang mit kindlichen Aggressionen - "Gemeinsam durch die Wut" mit Kathrin Hohmann

Auch unseren aktuellen Podcast könnt Ihr wieder bei uns im Blog nachlesen. Zu Gast war Kindheitspädagogin und Autorin Kathrin Hohmann, mit der wir darüber gesprochen haben, wie wir unsere Kinder durch Wutanfälle in der Autonomiephase begleiten können.

Danielle: Herzlich willkommen, Kathrin Hohmann. Du bist Kindheitspädagogin und hast lange als Kindergartenleiterin gearbeitet. Du leistest Workshops und hast gerade ein Buch geschrieben, das heißt „Gemeinsam durch die Wut“ und ist im Claus Verlag erschienen. Darüber wollen wir heute sprechen. 

Um zu verstehen, wie man gewaltfrei als Eltern handeln kann, muss man ja erst einmal verstehen, wo Gewalt überhaupt beginnt. Wir hatten letzten schon ein Gespräch mit Susanne Mierau darüber gesprochen, dass Gewalt wirklich vielfältig sein kann. Ich würde gern mit dir über Gewalt durch Mimik, Gestik, laute Äußerungen oder harsche Kritik als Gewalt sprechen. Was bewirkt das beim Kind?


Schüchterne Kinder sind wunderbar - Gespräch mit Autorin Inke Hummel

In unserem aktuellen Podcast durften wir wieder Elterncoach, Familienberaterin und Autorin Inke Hummel begrüßen. Wir haben mit ihr über schüchterne Kinder, über die sie in ihrem neuen Buch "Mein wunderbares schüchternes Kind" schreibt, gesprochen. In diesem Artikel haben wir unser Gespräch verschriftlicht. Ihr könnt außerdem das Buch gewinnen - mehr dazu am Ende. 


Danielle: Schüchternheit und Ängstlichkeit sehen bei jedem Kind anders aus. Manchmal wirkt die Zurückhaltung niedlich, altersgerecht und verständlich. Oft ist sie sogar angenehmer, als die Wildheit eines anderen Kindes. Aber bisweilen führen Schüchternheit und Ängstlichkeit auch zu großer Sorge bei den Eltern, nicht zuletzt, wenn das Umfeld sie ständig darauf anspricht. Wir wollen heute mit Autorin und Pädagogin Inke Hummel darüber sprechen, wie man schüchterne Kinder beziehungs- und bedürfnisorientiert begleitet. Inke hat nämlich im Humboldt Verlag gerade das Buch „Mein wunderbares schüchternes Kind“ herausgebracht. Inke, herzlich willkommen, schön, dass du da bist.

Trennung vom Partner - "Ja oder nein?" und wie dann weiter?

In unserem aktuellen Podcast haben wir mit Barbara Wegmann darüber gesprochen, wie man zur Entscheidung findet, ob man sich vom Partner oder der Partnerin trennen sollte und wie man mit den Problemen umgeht, die einen danach möglicherweise erwarten.

Wir bekommen in letzter Zeit sehr viele Anfragen von Eltern, die sich trennen möchten. Eigentlich sind es immer Anfragen von Frauen, die sich von ihren Männern trennen wollen und nicht genau wissen, wie sie vorgehen sollen, oder ob sie sich überhaupt trennen sollen. Einerseits sind sie unzufrieden und wollen ausbrechen und sich wieder leicht und froh fühlen. Andererseits haben Sie Angst, es allein nicht zu schaffen. Alleine die Wohnung zu finanzieren, allein für die Kinder verantwortlich sein, allein den Haushalt zu schmeißen und dann auch noch zur Arbeit zu gehen. Es erscheint irgendwie sicherer, doch zusammenzubleiben. Und oft ist da ja auch noch ein bisschen Liebe übrig für den Partner oder die Partnerin. Wie kommt man denn zu einer guten Entscheidung in so einem Fall?

Trennung ist ein ziemlich komplexes Thema. Es klingt so einfach „Trennen ja oder nein?“ Aber tatsächlich gehört diese Entscheidung zu einer der größten und komplexesten. Da hängt eine Menge dran - gerade wenn Kinder da sind, wenn man verheiratet ist, ein gemeinsames Haus hat und sich gemeinsam ein Leben aufgebaut hat. Das ist halt nun mal komplexer, als wenn man sich für dieses oder jenes Deo entscheidet.

Wenn wir da mal genauer hinschauen… was passiert denn da alles? Ich erlebe es ganz oft, dass Menschen sich gar nicht trauen, ‚Trennung‘ zu denken. Sie brauchen meist schon viele Wochen, Monate oder vielleicht Jahre, mal mit jemand anderem darüber zu sprechen, weil sie sich schämen. Was denken denn dann die anderen über mich? Bin ich ein schlechter Mensch, wenn ich sowas denke? Oft werden die wahren Gefühle verdrängt. Das ist halt alles nicht so easy. 

Barbara Wegmann


Auf dem Weg, eine Entscheidung zu treffen, gibt es Dinge, die hilfreich sind und Dinge, die weniger hilfreich sind.  Wenn ihr mögt, dann schauen wir mal hin, was die drei größten Verhinderer sind, um eine gute Entscheidung zu treffen:

"Frei und unverbogen" - Podcast mit Susanne Mierau

Susanne Mierau war zu Gast in unserem Podcast. Hier könnt ihr die Inhalte noch einmal nachlesen.

Dein neues Buch heißt "Frei und Unverbogen". Ist das das Leitbild der Eltern heute?

Ich glaube, viele Eltern haben heute schon den Wunsch, ihre Kinder freier und “unverbogener” aufwachsen zu lassen, als sie selbst aufgewachsen sind. Gleichwohl es aber auch Eltern gibt, die damit noch nichts anfangen können und die der Gedanke vielleicht noch abschreckt, was denn aus “freien und unverbogenen” Kindern werden soll. Eltern haben ja auch meistens den Wunsch, dass ihre Kinder eine gute Zukunft haben sollen und sehen nicht, dass diese Art von Begleitung der Kinder ihnen in der Zukunft einen guten Stand ermöglichen kann. Auf einige wirkt es daher noch abschreckend, obwohl der Grundgedanke eigentlich genau das bedient, was sich Eltern wünschen: dass Kinder glücklich aufwachsen und damit einen guten Start in das Leben haben.


Aufklärung, Missbrauchsprävention und Sexualität von Kindern

Über die Inhalte dieses Artikels haben wir in unserer aktuellen Podcastfolge mit Ravna Sievers gesprochen. Da die Folge sehr interessant war, haben wir die Inhalte hier für Euch noch mal zum Nachlesen aufbereitet

Katja: Wir wollen heute über Aufklärung und Sexualität von Kindern sprechen. Dzu habe ich Ravna Siever eingeladen. Ravna schreibt den Blog queErziehung.blog und hat auf der FEBuBzusammen mit Nina Jaros einen vielbeachteten Vortrag mit dem Titel “Wie Kinder lernen, wer sie sind und wie sie lieben” gehalten. Ravna, wir bekommen häufig Anfragen von Eltern, die nicht genau wissen, wie oder wann sie ihre Kinder aufklären sollen. Ravna, kannst du da helfen?

Ravna: Aufklärung ist viel mehr als das berühmte eine Aufklärungsgespräch, in dem sich die Eltern hinsetzen und mit dem Kind DAS EINE Gespräch führen in dem das Kind dann umfassend aufgeklärt wird. Ein solches Gespräch findet in der Realität so meist gar nicht statt. Aufklärung fängt meist viel früher an. Beispielsweise wenn die Kinder die Eltern nackt sehen und dann wissen möchten “Hey was ist denn da an deinem Körper?”

Es kommt auch oft vor, dass die Kinder ins Badezimmer laufen, und bspw. Tampons oder die Menstruationstassefinden. Sie fangen an, damit zu spielen und wollen dann wissen: “Was ist das eigentlich?” Wenn Kinder solche Fragen stellen, sollten Eltern sie einfach beantworten. Aber nicht unbedingt viel mehr. Man muss dann nicht gleich den kompletten Prozess von Empfängnis, Befruchtung und anderem erklären, wenn das Kind eigentlich nur wissen will, was eine Menstruationstasse ist. Da reicht es zu sagen: “Hey, manche Menschen die bluten einmal im Monat und um dieses Blut aufzufangen, ist diese Tasse da. Die wird in die Vagina reingesteckt und fängt dann das Blut auf.” Oder wenn das Kind ein Kondom findet kann ich erklären: “Das ist so eine Art Tüte, da können Menschen, die einen Penis haben den Penis reintun: so können keine Samen rauskommen, damit keine Babys entstehen, wenn sie Sex mit anderen Menschen haben.” 

Das Gestaltungsbedürfnis von Kindern

 Gastbeitrag

Kinder sind gerne schöpferisch tätig. Sie zeichnen, malen, kleben, schneiden, konstruieren und spielen. So entdecken sie ihre Welt handelnd. Gebannt verfolgen sie beispielsweise Spuren, die ihre Finger im Brei hinterlassen, erforschen die Eigenschaft von Papier, in dem sie es hingebungsvoll knicken, knüllen und reißen. Sie bauen stundenlang mit den unterschiedlichsten Materialien und sind in der Lage ein paar Kissen und Decken in ein Piratenschiff zu verwandeln. Um das Gestaltungsbedürfnis von Kindern zu befriedigen braucht es also nicht viel. Leider gibt es da nur ein Problem. Häufig wird unsere Wohnungseinrichtung Opfer des gestalterischen Bedürfnisses unseres Nachwuchses: Tapeten werden bemalt oder abgerissen, Wachskerzen zerkratzt oder Gardinen eingeschnitten. Um die kreative Energie der Kinder in geordnete und ungefährliche Bahnen zu lenken, greifen viele Eltern gerne zu Malbüchern, Stickerheften, Bastelsets und -büchern. Dabei erhoffen sie sich ganz nebenbei ihre Kinder zu fördern, ihnen Freude zu bereiten, sie auf die Schule vorzubereiten oder sie an regnerischen Tagen sinnvoll zu beschäftigen. Die Spielwarengeschäfte sind auf dieses Bedürfnis der Erwachsenen bestens eingestellt. Die Läden sind voll mit Produkten, welche die Kreativität der Kinder fördern sollen. Von den Verpackungen strahlen uns glückliche Kinder an, die stolz ein selbstgemachtes Armband, Gipsabgüsse oder einen Traumfänger in die Kamera halten. Doch um es vorweg zu nehmen: um unsere Kinder auch so glücklich zu sehen, bedarf es keines dieser Produkte, denn ihnen liegt allen ein großes Missverständnis zugrunde.

"Miteinander durch die Pubertät" - Interview mit Inke Hummel

In unserer aktuellen Podcastfolge haben wir mit Inke Hummel über die Pubertät gesprochen. Inke hat aktuell das Buch "Miteinander durch die Pubertät" veröffentlicht. Die wesentlichen Inhalte möchten wir gerne hier nochmal zum Nachlesen zusammenfassen.

Im ersten Jahr lernen Babys ihren Körper und ihre Stimme kennen, im Alter von einem bis fünf Jahren geht es darum, alle Gefühle kennenzulernen und in den Gefühlskanon einzuarbeiten, im Alter von fünf bis zehn lernen unsere Kinder soziale Beziehungen aufrecht zu erhalten und sich für andere zurückzunehmen – was ist denn dann der Entwicklungsschwerpunkt in der Pubertät?

Ich sehe den Entwicklungsschwerpunkt in der Individuation, also der Ausbildung der eigenen Persönlichkeit, immer noch getragen vom Beziehungsnetz, aber eben doch auch in Eigenständigkeit. Die Jugendlichen müssen sich finden, ihren Weg finden, um nach der Pubertät stark und selbständig ins Erwachsenenleben zu starten. Sie müssen sich und ihre Meinungen ausprobieren, Fehler machen, korrigieren – und das alles im Rahmen, den ihre Körper und auch die Gesellschaft ihnen vorgeben. Wir sehen äußerliche Veränderungen, aber auch die innerlichen in Gehirn und Psyche sind nicht zu unterschätzen. Und die Art wie die Gesellschaft an sich, aber auch direktes Umfeld, Schule und Elternhaus mit Jugendlichen umgehen, hat eine große Tragweite: wird ihre Eigenständigkeit ständig ausgebremst und eingesperrt, haben sie es schwer und reagieren sehr unterschiedlich und oft „schwierig“.