Aufklärung, Missbrauchsprävention und Sexualität von Kindern

Über die Inhalte dieses Artikels haben wir in unserer aktuellen Podcastfolge mit Ravna Sievers gesprochen. Da die Folge sehr interessant war, haben wir die Inhalte hier für Euch noch mal zum Nachlesen aufbereitet

Katja: Wir wollen heute über Aufklärung und Sexualität von Kindern sprechen. Dzu habe ich Ravna Siever eingeladen. Ravna schreibt den Blog queErziehung.blog und hat auf der FEBuBzusammen mit Nina Jaros einen vielbeachteten Vortrag mit dem Titel “Wie Kinder lernen, wer sie sind und wie sie lieben” gehalten. Ravna, wir bekommen häufig Anfragen von Eltern, die nicht genau wissen, wie oder wann sie ihre Kinder aufklären sollen. Ravna, kannst du da helfen?

Ravna: Aufklärung ist viel mehr als das berühmte eine Aufklärungsgespräch, in dem sich die Eltern hinsetzen und mit dem Kind DAS EINE Gespräch führen in dem das Kind dann umfassend aufgeklärt wird. Ein solches Gespräch findet in der Realität so meist gar nicht statt. Aufklärung fängt meist viel früher an. Beispielsweise wenn die Kinder die Eltern nackt sehen und dann wissen möchten “Hey was ist denn da an deinem Körper?”

Es kommt auch oft vor, dass die Kinder ins Badezimmer laufen, und bspw. Tampons oder die Menstruationstassefinden. Sie fangen an, damit zu spielen und wollen dann wissen: “Was ist das eigentlich?” Wenn Kinder solche Fragen stellen, sollten Eltern sie einfach beantworten. Aber nicht unbedingt viel mehr. Man muss dann nicht gleich den kompletten Prozess von Empfängnis, Befruchtung und anderem erklären, wenn das Kind eigentlich nur wissen will, was eine Menstruationstasse ist. Da reicht es zu sagen: “Hey, manche Menschen die bluten einmal im Monat und um dieses Blut aufzufangen, ist diese Tasse da. Die wird in die Vagina reingesteckt und fängt dann das Blut auf.” Oder wenn das Kind ein Kondom findet kann ich erklären: “Das ist so eine Art Tüte, da können Menschen, die einen Penis haben den Penis reintun: so können keine Samen rauskommen, damit keine Babys entstehen, wenn sie Sex mit anderen Menschen haben.” 

Das Gestaltungsbedürfnis von Kindern

 Gastbeitrag

Kinder sind gerne schöpferisch tätig. Sie zeichnen, malen, kleben, schneiden, konstruieren und spielen. So entdecken sie ihre Welt handelnd. Gebannt verfolgen sie beispielsweise Spuren, die ihre Finger im Brei hinterlassen, erforschen die Eigenschaft von Papier, in dem sie es hingebungsvoll knicken, knüllen und reißen. Sie bauen stundenlang mit den unterschiedlichsten Materialien und sind in der Lage ein paar Kissen und Decken in ein Piratenschiff zu verwandeln. Um das Gestaltungsbedürfnis von Kindern zu befriedigen braucht es also nicht viel. Leider gibt es da nur ein Problem. Häufig wird unsere Wohnungseinrichtung Opfer des gestalterischen Bedürfnisses unseres Nachwuchses: Tapeten werden bemalt oder abgerissen, Wachskerzen zerkratzt oder Gardinen eingeschnitten. Um die kreative Energie der Kinder in geordnete und ungefährliche Bahnen zu lenken, greifen viele Eltern gerne zu Malbüchern, Stickerheften, Bastelsets und -büchern. Dabei erhoffen sie sich ganz nebenbei ihre Kinder zu fördern, ihnen Freude zu bereiten, sie auf die Schule vorzubereiten oder sie an regnerischen Tagen sinnvoll zu beschäftigen. Die Spielwarengeschäfte sind auf dieses Bedürfnis der Erwachsenen bestens eingestellt. Die Läden sind voll mit Produkten, welche die Kreativität der Kinder fördern sollen. Von den Verpackungen strahlen uns glückliche Kinder an, die stolz ein selbstgemachtes Armband, Gipsabgüsse oder einen Traumfänger in die Kamera halten. Doch um es vorweg zu nehmen: um unsere Kinder auch so glücklich zu sehen, bedarf es keines dieser Produkte, denn ihnen liegt allen ein großes Missverständnis zugrunde.

"Miteinander durch die Pubertät" - Interview mit Inke Hummel

In unserer aktuellen Podcastfolge haben wir mit Inke Hummel über die Pubertät gesprochen. Inke hat aktuell das Buch "Miteinander durch die Pubertät" veröffentlicht. Die wesentlichen Inhalte möchten wir gerne hier nochmal zum Nachlesen zusammenfassen. 


Im ersten Jahr lernen Babys ihren Körper und ihre Stimme kennen, im Alter von einem bis fünf Jahren geht es darum, alle Gefühle kennenzulernen und in den Gefühlskanon einzuarbeiten, im Alter von fünf bis zehn lernen unsere Kinder soziale Beziehungen aufrecht zu erhalten und sich für andere zurückzunehmen – was ist denn dann der Entwicklungsschwerpunkt in der Pubertät?

Ich sehe den Entwicklungsschwerpunkt in der Individuation, also der Ausbildung der eigenen Persönlichkeit, immer noch getragen vom Beziehungsnetz, aber eben doch auch in Eigenständigkeit. Die Jugendlichen müssen sich finden, ihren Weg finden, um nach der Pubertät stark und selbständig ins Erwachsenenleben zu starten. Sie müssen sich und ihre Meinungen ausprobieren, Fehler machen, korrigieren – und das alles im Rahmen, den ihre Körper und auch die Gesellschaft ihnen vorgeben. Wir sehen äußerliche Veränderungen, aber auch die innerlichen in Gehirn und Psyche sind nicht zu unterschätzen. Und die Art wie die Gesellschaft an sich, aber auch direktes Umfeld, Schule und Elternhaus mit Jugendlichen umgehen, hat eine große Tragweite: wird ihre Eigenständigkeit ständig ausgebremst und eingesperrt, haben sie es schwer und reagieren sehr unterschiedlich und oft „schwierig“. 

Der Survival-Guide für Mamas

Unsere Lese-Empfehlung
Liebe Mama dort draußen,

wir möchten dir etwas ganz Wichtiges sagen: Wir fühlen dich. Und wir sehen dich. Möglicherweise mögen dir diese Worte banal vorkommen. Vielleicht überfliegst du sie kurz, vielleicht lächelst du dabei etwas, wahrscheinlich machst du dann aber einfach weiter in deinem Programm. Es ist ja noch so viel zu tun! Kinderarzttermin vereinbaren, Geburtstagsfeier planen, Einkaufsliste fertigmachen... Hey, stopp, warte mal bitte kurz. Bitte setz' dich mal kurz hin. Atme mal tief durch und lass' deine Schultern locker. Vielleicht kannst du dich kurz zurücklehnen. Vielleicht magst du deine Augen schließen. Und jetzt nochmal: Wir-fühlen-dich. Und-wir-sehen-dich.
 
Wir sehen deinen täglichen Kampf gegen die Zeit, wie du versuchst alles und noch so viel mehr in einen einzigen Tag zu stopfen. Wir sehen deinen Blick, wenn du morgens auf den Wecker schaust, wahlweise ein Kind neben dir, über dir, auf dir liegen hast und eigentlich noch ein paar Stunden Schlaf bräuchtest. Wir fühlen deinen Frust, falls du grad das Gefühl hast, Bedürfniserfüllerin für deine Familie zu sein - aber deine Bedürfnisse hinten anstehen.

"Raus aus der Mental Load-Falle" - Interview mit Patricia Cammarata

Bild:Marcus Richter
In unserer aktuellen Podcastfolge haben wir mit Patricia Cammarata über das Thema Mental Load gesprochen. Die wesentlichen Inhalte möchten wir gerne hier nochmal zum Nachlesen zusammenfassen. Ihr könnt außerdem - wie im Podcast versprochen - ein Exemplar des Buches gewinnen. Wie das funktioniert, lest ihr am Ende des Beitrages.




Patricia, du hast den Bestseller „Raus aus der Mental Load-Falle“ im Beltz Verlag geschrieben. Ich sehe in den sozialen Medien extrem viele Posts über dein Buch. Alle sind restlos begeistert, manche weinen als Paar zusammen beim Lesen, viele haben das Gefühl, endlich zu verstehen, warum sie, meist seit sie Kinder haben, so extrem K.O. sind. Wie bist du denn eigentlich selbst zu dem Thema gekommen?

Tatsächlich durch das eigene Erleben. Ich war dauererschöpft und habe den Fehler bei mir gesucht, denn ich fand meine Rahmenbedingungen eigentlich optimal. Ich habe nach der Geburt unseres 3. Kindes nur 20 Stunden bei einem sehr familienfreundlichen Arbeitgeber gearbeitet, hatte die beste Kinderbetreuung, die ich mir vorstellen konnte und mein Mann hat im Haushalt geholfen und es gab sogar einen Papa-Tag in der Woche.

"Das Geschwisterbuch" und "Baby ist da" - zwei neue Wunschkindbücher erscheinen am 19.08.2020

Wir haben tolle Neuigkeiten für Euch: Die Wunschkindfamilie wächst weiter! Übermorgen, am 19. August 2020 erscheint unser dritter Ratgeber "Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten - Das Geschwisterbuch".

Endlich, möchtet ihr bestimmt sagen! Denn tatsächlich hat das Schreiben dieses unseres dritten Buches überraschend lange gedauert. Am 19. Januar 2018 (!) kündigten wir an, nun das Geschwisterbuch zu beginnen. Da Danielle gerade ihren Job gewechselt hatte und ich an der Schule stark mit meinen Schüler*innen eingespannt war, konnten wir jedoch immer nur die Ferien oder Urlaubstage nutzen, um uns dran zu setzen. Den ersten Teil unseres Buches schrieben wir vor allem in den sechs Wochen der Sommerferien. Doch Ende 2018, als das Manuskript eigentlich fertig sein sollte, wurde klar: Das geht so nicht. Für das Lesen der Sekundärliteratur, das Sichten der Studien, das echte Durchdenken der Probleme von Familien und das Erkennen wichtiger Zusammenhänge brauchten wir mehr Zeit, um unsere Gedanken in Ruhe schweifen zu lassen. Schreiben mag ein rein mechanischer Prozess sein, aber die Gedanken, die dahinter stehen, müssen einem erst einmal kommen. Sonst wird es kein Buch, das neuen Mehrwert bietet. Einfach nur Zusammenzufügen, was andere schon vor uns schrieben, wollten wir nicht. Wir wollten eure Augen öffnen. Das ist die längste Beziehung, die eure Kinder in ihrem Leben vermutlich haben werden, wert. Deshalb beantragten wir eine Kürzung unserer Arbeitsstunden bis auf das Minimum. Ab dem Sommer 2019 wurden diese genehmigt und wir konnten endlich an unserem Manuskript weiterarbeiten. Nun, da wir das Buch endlich in den Händen halten, wissen wir: Dieser Aufwand hat sich gelohnt!

In diesem Artikel geben wir euch einen kleinen Überblick über den Inhalt des Geschwisterbuchs, und auch eine super kurze Rezension unseres kleinen Pappbilderbuches, das zeitgleich auf den Markt kommt.


Heikle Orte mit mehreren Kindern - Organisatorische Schwierigkeiten (Teil 7)

Diese Artikelreihe war eigentlich Bestandteil unseres neuen Buches "Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn - Das Geschwisterbuch". Wie ihr wisst, schaffen wir es ja nie, uns wirklich kurz zu fassen, deswegen fielen ganze 94 von den 414 Seiten des Ursprungsmanuskriptes dem Lektorat zum Opfer *schluchz*. Wir haben beschlossen, es pragmatisch zu sehen, und veröffentlichen den dritten Teil des Buches einfach ergänzend hier im Blog. Parallel dazu könnt ihr Euch dazu auch diese Folge in unserem Podcast anhören.

Heikle Orte mit mehreren Kindern


Alu erzählt in ihrem Blog Großeköpfe von dem letzten Restaurantbesuch mit ihren drei Kindern (12, 9 und 3):
"Wir betreten als Familie zu fünft ein Restaurant. Es ist Sonntagmittag. Die Kinder sind bereits hungrig, wir waren lange draußen unterwegs. An der Garderobe pellen wir Eltern die Kinder aus ihren Jacken, eines stürmt sofort davon und sucht einen kleinen Tisch am Fenster aus. Natürlich am anderen Ende des Ladens. Lautstark durchqueren wir das Lokal, die Kinder diskutieren nämlich über unsere Restaurantentscheidung. Die anderen Gäste gucken schon. Ein Flüstern, Tuscheln und Murmeln erhebt sich. Ich ignoriere die Blicke der anderen und krame in meiner Tasche nach den Minibuntstiften: Ich bin schließlich Profi!