"Miteinander durch die Pubertät" - Interview mit Inke Hummel

In unserer aktuellen Podcastfolge haben wir mit Inke Hummel über die Pubertät gesprochen. Inke hat aktuell das Buch "Miteinander durch die Pubertät" veröffentlicht. Die wesentlichen Inhalte möchten wir gerne hier nochmal zum Nachlesen zusammenfassen. 


Im ersten Jahr lernen Babys ihren Körper und ihre Stimme kennen, im Alter von einem bis fünf Jahren geht es darum, alle Gefühle kennenzulernen und in den Gefühlskanon einzuarbeiten, im Alter von fünf bis zehn lernen unsere Kinder soziale Beziehungen aufrecht zu erhalten und sich für andere zurückzunehmen – was ist denn dann der Entwicklungsschwerpunkt in der Pubertät?

Ich sehe den Entwicklungsschwerpunkt in der Individuation, also der Ausbildung der eigenen Persönlichkeit, immer noch getragen vom Beziehungsnetz, aber eben doch auch in Eigenständigkeit. Die Jugendlichen müssen sich finden, ihren Weg finden, um nach der Pubertät stark und selbständig ins Erwachsenenleben zu starten. Sie müssen sich und ihre Meinungen ausprobieren, Fehler machen, korrigieren – und das alles im Rahmen, den ihre Körper und auch die Gesellschaft ihnen vorgeben. Wir sehen äußerliche Veränderungen, aber auch die innerlichen in Gehirn und Psyche sind nicht zu unterschätzen. Und die Art wie die Gesellschaft an sich, aber auch direktes Umfeld, Schule und Elternhaus mit Jugendlichen umgehen, hat eine große Tragweite: wird ihre Eigenständigkeit ständig ausgebremst und eingesperrt, haben sie es schwer und reagieren sehr unterschiedlich und oft „schwierig“. 

Unsere Lese-Empfehlung
Liebe Mama dort draußen,

wir möchten dir etwas ganz Wichtiges sagen: Wir fühlen dich. Und wir sehen dich. Möglicherweise mögen dir diese Worte banal vorkommen. Vielleicht überfliegst du sie kurz, vielleicht lächelst du dabei etwas, wahrscheinlich machst du dann aber einfach weiter in deinem Programm. Es ist ja noch so viel zu tun! Kinderarzttermin vereinbaren, Geburtstagsfeier planen, Einkaufsliste fertigmachen... Hey, stopp, warte mal bitte kurz. Bitte setz' dich mal kurz hin. Atme mal tief durch und lass' deine Schultern locker. Vielleicht kannst du dich kurz zurücklehnen. Vielleicht magst du deine Augen schließen. Und jetzt nochmal: Wir-fühlen-dich. Und-wir-sehen-dich.
 
Wir sehen deinen täglichen Kampf gegen die Zeit, wie du versuchst alles und noch so viel mehr in einen einzigen Tag zu stopfen. Wir sehen deinen Blick, wenn du morgens auf den Wecker schaust, wahlweise ein Kind neben dir, über dir, auf dir liegen hast und eigentlich noch ein paar Stunden Schlaf bräuchtest. Wir fühlen deinen Frust, falls du grad das Gefühl hast, Bedürfniserfüllerin für deine Familie zu sein - aber deine Bedürfnisse hinten anstehen.

"Raus aus der Mental Load-Falle" - Interview mit Patricia Cammarata

Bild:Marcus Richter
In unserer aktuellen Podcastfolge haben wir mit Patricia Cammarata über das Thema Mental Load gesprochen. Die wesentlichen Inhalte möchten wir gerne hier nochmal zum Nachlesen zusammenfassen. Ihr könnt außerdem - wie im Podcast versprochen - ein Exemplar des Buches gewinnen. Wie das funktioniert, lest ihr am Ende des Beitrages.




Patricia, du hast den Bestseller „Raus aus der Mental Load-Falle“ im Beltz Verlag geschrieben. Ich sehe in den sozialen Medien extrem viele Posts über dein Buch. Alle sind restlos begeistert, manche weinen als Paar zusammen beim Lesen, viele haben das Gefühl, endlich zu verstehen, warum sie, meist seit sie Kinder haben, so extrem K.O. sind. Wie bist du denn eigentlich selbst zu dem Thema gekommen?

Tatsächlich durch das eigene Erleben. Ich war dauererschöpft und habe den Fehler bei mir gesucht, denn ich fand meine Rahmenbedingungen eigentlich optimal. Ich habe nach der Geburt unseres 3. Kindes nur 20 Stunden bei einem sehr familienfreundlichen Arbeitgeber gearbeitet, hatte die beste Kinderbetreuung, die ich mir vorstellen konnte und mein Mann hat im Haushalt geholfen und es gab sogar einen Papa-Tag in der Woche.

"Das Geschwisterbuch" und "Baby ist da" - zwei neue Wunschkindbücher erscheinen am 19.08.2020

Wir haben tolle Neuigkeiten für Euch: Die Wunschkindfamilie wächst weiter! Übermorgen, am 19. August 2020 erscheint unser dritter Ratgeber "Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten - Das Geschwisterbuch".

Endlich, möchtet ihr bestimmt sagen! Denn tatsächlich hat das Schreiben dieses unseres dritten Buches überraschend lange gedauert. Am 19. Januar 2018 (!) kündigten wir an, nun das Geschwisterbuch zu beginnen. Da Danielle gerade ihren Job gewechselt hatte und ich an der Schule stark mit meinen Schüler*innen eingespannt war, konnten wir jedoch immer nur die Ferien oder Urlaubstage nutzen, um uns dran zu setzen. Den ersten Teil unseres Buches schrieben wir vor allem in den sechs Wochen der Sommerferien. Doch Ende 2018, als das Manuskript eigentlich fertig sein sollte, wurde klar: Das geht so nicht. Für das Lesen der Sekundärliteratur, das Sichten der Studien, das echte Durchdenken der Probleme von Familien und das Erkennen wichtiger Zusammenhänge brauchten wir mehr Zeit, um unsere Gedanken in Ruhe schweifen zu lassen. Schreiben mag ein rein mechanischer Prozess sein, aber die Gedanken, die dahinter stehen, müssen einem erst einmal kommen. Sonst wird es kein Buch, das neuen Mehrwert bietet. Einfach nur Zusammenzufügen, was andere schon vor uns schrieben, wollten wir nicht. Wir wollten eure Augen öffnen. Das ist die längste Beziehung, die eure Kinder in ihrem Leben vermutlich haben werden, wert. Deshalb beantragten wir eine Kürzung unserer Arbeitsstunden bis auf das Minimum. Ab dem Sommer 2019 wurden diese genehmigt und wir konnten endlich an unserem Manuskript weiterarbeiten. Nun, da wir das Buch endlich in den Händen halten, wissen wir: Dieser Aufwand hat sich gelohnt!

In diesem Artikel geben wir euch einen kleinen Überblick über den Inhalt des Geschwisterbuchs, und auch eine super kurze Rezension unseres kleinen Pappbilderbuches, das zeitgleich auf den Markt kommt.


Heikle Orte mit mehreren Kindern - Organisatorische Schwierigkeiten (Teil 7)

Diese Artikelreihe war eigentlich Bestandteil unseres neuen Buches "Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn - Das Geschwisterbuch". Wie ihr wisst, schaffen wir es ja nie, uns wirklich kurz zu fassen, deswegen fielen ganze 94 von den 414 Seiten des Ursprungsmanuskriptes dem Lektorat zum Opfer *schluchz*. Wir haben beschlossen, es pragmatisch zu sehen, und veröffentlichen den dritten Teil des Buches einfach ergänzend hier im Blog. Parallel dazu könnt ihr Euch dazu auch diese Folge in unserem Podcast anhören.

Heikle Orte mit mehreren Kindern


Alu erzählt in ihrem Blog Großeköpfe von dem letzten Restaurantbesuch mit ihren drei Kindern (12, 9 und 3):
"Wir betreten als Familie zu fünft ein Restaurant. Es ist Sonntagmittag. Die Kinder sind bereits hungrig, wir waren lange draußen unterwegs. An der Garderobe pellen wir Eltern die Kinder aus ihren Jacken, eines stürmt sofort davon und sucht einen kleinen Tisch am Fenster aus. Natürlich am anderen Ende des Ladens. Lautstark durchqueren wir das Lokal, die Kinder diskutieren nämlich über unsere Restaurantentscheidung. Die anderen Gäste gucken schon. Ein Flüstern, Tuscheln und Murmeln erhebt sich. Ich ignoriere die Blicke der anderen und krame in meiner Tasche nach den Minibuntstiften: Ich bin schließlich Profi!

Aufbrüche, Abbrüche und Termine einhalten - Organisatorische Schwierigkeiten (Teil 6)

Diese Artikelreihe war eigentlich Bestandteil unseres neuen Buches "Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn - Das Geschwisterbuch". Wie ihr wisst, schaffen wir es ja nie, uns wirklich kurz zu fassen, deswegen fielen ganze 94 von den 414 Seiten des Ursprungsmanuskriptes dem Lektorat zum Opfer *schluchz*. Wir haben beschlossen, es pragmatisch zu sehen, und veröffentlichen den dritten Teil des Buches einfach ergänzend hier im Blog. Parallel dazu könnt ihr Euch dazu auch diese Folge in unserem Podcast anhören.

Aufbrüche, Abbrüche und Termine einhalten


Termine einhalten mit Kindern im Schlepptau ist gefühlt unmöglich. Meist geht es morgens schon los, wenn alle pünktlich aus dem Haus sollen: Die einen in den Kindergarten, die anderen zur Schule und die letzten zur Arbeit. Nur die Fische im Aquarium dürfen in Ruhe zuhause chillen. Doch das Kleinkind will sich nicht vom Spiel losreißen, das Schulkind findet seine Sachen zum Anziehen nicht und Baby macht natürlich gerade, wenn wir alle an der Haustür haben und ausgehbereit sind die Windel voll.

Während wir also schnell doch nochmal die Windel wechseln, fällt dem Schulkind ein, dass die Fische ihr Futter noch nicht hatten und das Kleinkind trottet zurück zu seinen Spielsachen und versinkt abermals tief im Flow. Oder nachmittags, wenn wir den Zweitgeborenen aus der Kita abholen wollen, er aber in der Garderobe einen Wutanfall bekommt, weil seine Haarspange quer sitzt, während der Erstklässler schon am Schultor wartet und ängstlich links und rechts die Straße hochschaut, wo wir denn bleiben.

Unterschiedliche Wünsche, den Aufenthaltsort betreffend - Organisatorsiche Schwierigkeiten (Teil 5)

Diese Artikelreihe war eigentlich Bestandteil unseres neuen Buches "Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn - Das Geschwisterbuch". Wie ihr wisst, schaffen wir es ja nie, uns wirklich kurz zu fassen, deswegen fielen ganze 94 von den 414 Seiten des Ursprungsmanuskriptes dem Lektorat zum Opfer *schluchz*. Wir haben beschlossen, es pragmatisch zu sehen, und veröffentlichen den dritten Teil des Buches einfach ergänzend hier im Blog. Parallel dazu könnt ihr Euch dazu auch diese Folge in unserem Podcast anhören.

Unterschiedliche Wünsche, den Aufenthaltsort betreffend 


Ein Kind will unbedingt raus in die Natur, das andere will viel lieber in der Wohnung spielen. Ein Geschwister bekommt während des Theaterstücks Angst und will raus, das andere amüsiert sich prächtig und will es zu Ende schauen. Ein Zwilling läuft in die eine, der andere in die entgegengesetzte Richtung. Ein Kind muss dringend auf die Toilette, aber seine Geschwister wollen partout auf dem Spielplatz bleiben, weil es gerade so schön ist. Kommt Euch das bekannt vor?

Chris (33), Autorin des Blogs Vorstadtzauber, erzählt uns augenzwinkernd, wie sie es schafft, den Wunsch Ihrer Kinder nach unterschiedlichen Aufenthaltsorten doch noch unter einen Hut zu bekommen:
"Es ist Samstag. Wir haben gefrühstückt und ich stelle die Frage: "Was machen wir heute eigentlich?" Meine Tochter (8) möchte entweder in den Garten und Hexensuppe kochen oder muss ganz dringend mit ihren Puppen zur Puppenwäsche. Mein Sohn (11) schaut dezent desinteressiert. Er möchte mit seinen Freunden Inlineskaten gehen. 
Ich rege an, wir könnten etwas gemeinsam unternehmen. Zwei Augenpaare starren mich an. Mein Mann fängt an, aufzuzählen, was er alles erledigen wollte. Rasen mähen, Sachen auf den Dachboden bringen, Carport streichen und undund. Ein Augenpaar starrt ihn an. "Ja, was zusammen machen! Das wäre toll.", antwortet er schnell. Wusste ich doch, dass er so denkt. 
Ich schlage verschiedene Sachen vor. Eine Radtour, Geocaching, backen oder ein Picknick? Wir könnten zur Abenteuerscheune laufen oder durch das Naturschutzgebiet wandern. Meine Vorschläge werden aufgenommen und hängen nun unbeantwortet in der Luft. Der Sohn fängt an, den Tisch abzuräumen und erläutert mir, wie dringend er Me-Time bräuchte. Die Tochter holt schon mal alle Puppen mit ihrem Papa. Die beiden sind eigentlich schon mittendrin in ihrem Puppentag.