Wie kommt mein Kind gut durch die Schule? - Podcast mit Bob Blume

Schule ist für viele Familien ein emotional aufgeladenes Thema. Zwischen Notendruck, Hausaufgaben, Vergleich und Zukunftssorgen entsteht schnell das Gefühl, ständig reagieren zu müssen. Gleichzeitig wünschen sich die meisten Eltern vor allem eines: dass ihr Kind gerne lernt, sich etwas zutraut und mit einem stabilen Selbstwert durch diese Jahre geht. In unserer Podcastfolge mit Bob Blume haben wir genau darüber gesprochen, wie Eltern ihre Kinder durch die Schulzeit begleiten können, ohne zusätzlichen Druck aufzubauen. Er hat darüber das Buch "Wie kommt mein Kind gut durch die Schule"* geschrieben.

Ein zentraler Gedanke dabei ist, dass Schule nicht nur ein Ort der Wissensvermittlung ist, sondern immer auch ein emotionaler Raum. Kinder erleben dort täglich Bewertung, Vergleich und Rückmeldung. Das prägt ihr Selbstbild. Wer wiederholt hört oder spürt, dass er in einem bestimmten Bereich nicht genügt, beginnt häufig, daraus eine Identität zu formen. Aus einem „Die Klassenarbeit lief nicht gut“ wird schnell ein „Ich bin schlecht in Mathe“. Eltern unterschätzen oft, wie stark ihre eigenen Kommentare, Blicke oder unausgesprochenen Erwartungen diese inneren Bilder verstärken oder abschwächen können.

Damit rückt die elterliche Haltung in den Mittelpunkt. Kinder nehmen sehr genau wahr, ob Schule zuhause als Bedrohung, als lästige Pflicht oder als normaler Entwicklungsraum betrachtet wird. Wenn Gespräche sich fast ausschließlich um Noten drehen, verengt sich auch die Perspektive des Kindes. Wird dagegen Interesse am Lernprozess gezeigt, an Gedanken, Strategien und Anstrengung, verschiebt sich der Fokus. Motivation entsteht selten durch Druck. Sie entsteht dort, wo Kinder sich kompetent, verbunden und ernst genommen fühlen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der Umgang mit Fehlern. In einem System, das stark über Bewertung funktioniert, entwickeln viele Kinder eine ausgeprägte Angst vor dem Scheitern. Dabei sind Fehler der Kern jedes Lernprozesses. Entscheidend ist, ob ein Kind lernt, Rückschläge als Beweis für Unfähigkeit zu interpretieren oder als Information darüber, was noch nicht klappt. Eltern können hier viel bewirken, indem sie weniger auf das Ergebnis reagieren und mehr auf den Weg dorthin. Fragen wie „Was hat schon gut funktioniert?“ oder „Was probierst du beim nächsten Mal anders?“ fördern Entwicklung deutlich stärker als reine Leistungsrückmeldung.

Noten spielen dennoch eine Rolle. Sie geben Orientierung, sind aber immer nur ein sehr begrenzter Ausschnitt. Sie messen Leistung in einer konkreten Situation, nicht Neugier, Kreativität, Ausdauer oder soziale Kompetenzen. Wenn schlechte Noten auftreten, hilft es, zunächst sachlich zu bleiben. Was genau war schwierig? Ging es um Verständnis, um Zeitmanagement, um Prüfungsangst? Erst wenn das Problem klar benannt ist, kann gemeinsam nach Lösungen gesucht werden. Dramatisierung oder Bagatellisierung helfen gleichermaßen wenig.

Hausaufgaben sind in vielen Familien ein täglicher Konfliktpunkt. Häufig verschiebt sich hier Verantwortung vom Kind zu den Eltern. Je stärker Eltern kontrollieren, erinnern und korrigieren, desto weniger Selbstwirksamkeit erlebt das Kind. Langfristig ist es hilfreicher, Rahmenbedingungen zu schaffen, feste Zeiten, einen ruhigen Arbeitsplatz, erreichbare Unterstützung, und die Verantwortung schrittweise beim Kind zu belassen. Das bedeutet nicht, sich zurückzuziehen, sondern begleitend präsent zu sein.

Auch die Kommunikation mit Lehrkräften beeinflusst das schulische Erleben. Gespräche verlaufen konstruktiver, wenn sie nicht mit Schuldzuweisungen beginnen, sondern mit dem gemeinsamen Ziel, das Kind besser zu verstehen. Eltern dürfen Anliegen klar formulieren, sollten aber gleichzeitig anerkennen, dass Lehrkräfte mit strukturellen Grenzen arbeiten. Eine kooperative Haltung erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Lösungen gefunden werden.

Ein Thema, das zunehmend an Bedeutung gewinnt, ist der Umgang mit digitalen Medien und künstlicher Intelligenz. Verbote allein greifen zu kurz, weil digitale Werkzeuge längst Teil der Lebenswelt von Kindern sind. Entscheidend ist, dass Kinder lernen, diese Werkzeuge kritisch und reflektiert zu nutzen. Medienkompetenz bedeutet nicht nur technische Bedienung, sondern auch Bewertung von Informationen, Quellenkritik und verantwortungsbewusster Einsatz. Eltern müssen hier nicht alles wissen, aber sie sollten interessiert bleiben und Gesprächsbereitschaft signalisieren.

Besondere Aufmerksamkeit benötigen Kinder, die nicht in klassische Raster passen, etwa neurodivergente Kinder. Wenn schulische Anforderungen dauerhaft zu Überforderung führen, zeigt sich das oft nicht nur in Leistungen, sondern auch in emotionalen Reaktionen, Rückzug, Bauchschmerzen oder auffälligem Verhalten. Hier ist es wichtig, genau hinzusehen und nicht alles als normale Phase abzutun. Gleichzeitig braucht es Geduld. Nicht jedes Tief ist ein Alarmzeichen, aber anhaltender Stress sollte ernst genommen werden.

Am Ende bleibt die Frage, was Eltern konkret mitnehmen können. Vielleicht vor allem das Bewusstsein, dass sie nicht das Schulsystem verändern müssen, um wirksam zu sein. Sie beeinflussen das Klima zuhause, die Sprache über Leistung, den Umgang mit Fehlern und die Art, wie sie ihr Kind sehen. Kinder brauchen keinen perfekten Lerncoach. Sie brauchen Erwachsene, die ihnen zutrauen, sich zu entwickeln, die Orientierung geben, ohne permanent zu kontrollieren, und die vermitteln: Dein Wert hängt nicht an einer Zahl im Zeugnis.

Mehr über Bob erfährst Du auf seiner Homepage, bei Instagram, Youtube, Facebook oder in seinem Podcast "Die Schule brennt". Bei uns im Archiv findest Du mit Bob außerdem die Folge 90 "10 Dinge, die ich an der Schule hasse" und die  Folge 155 "Warum noch lernen? Wie Schule heute aussehen muss".

Care Arbeit, Equal Care und Mental Load - warum Fürsorge politisch ist - Podcast mit Franzi Helms

Care Arbeit hält Familien, Beziehungen und unsere gesamte Gesellschaft zusammen und bleibt trotzdem oft unsichtbar. In dieser Folge wollen wir sie sichtbar machen und über Equal Care, Mental Load und die strukturelle Abwertung von Fürsorgearbeit sprechen.

Zu Gast ist Franzi Helms. Sie ist systemische Coachin, Trainerin, Expertin für Equal Care und Mental Load sowie Mitgründerin der Liga für unbezahlte Arbeit, Deutschlands erster Interessenvertretung für Eltern, pflegende Angehörige und Fürsorgende.

Sie erklärt, warum Sätze wie "Du machst das doch aus Liebe!" nicht harmlos, sondern politisch hochproblematisch sind. Wir schauen darauf, was alles zu Care Arbeit gehört, weit über die Kinderbetreuung hinaus, warum der Gender Care Gap nach wie vor riesig ist und weshalb faire Aufteilung allein nicht ausreicht, um Eltern wirklich zu entlasten.

Franzi erklärt, warum Care kein individuelles Problem ist, sondern eine gesellschaftliche Aufgabe. Sie erzählt, wie aus persönlicher Wut politische Kraft wurde, warum es eine Care Gewerkschaft braucht und was die Liga für unbezahlte Arbeit konkret tut, um Fürsorge sichtbar zu machen und strukturelle Veränderungen anzustoßen.

Außerdem geht es um die Frage, wie Eltern politisch wirksam werden können, auch wenn sie erschöpft sind und eigentlich keine Zeit für Aktivismus haben. Und darum, was jede und jeder von uns tun kann, um Care Arbeit endlich den Stellenwert zu geben, den sie verdient.

Wenn dir diese Folge gefallen hat, folge unserem Podcast, lass eine Bewertung da und teile die Episode mit Menschen, für die dieses Thema wichtig sein könnte.

Mehr über Franzis Arbeit erfährst Du auf ihrem Instagram-Account, dem Insta-Account und der Homepage der Liga für unbezahlte Arbeit.

Endlich erhältlich! "Der entspannte Weg durch Trotzphasen" auf Englisch

Endlich ist es soweit: Unser Bestseller „Der entspannte Weg durch Trotzphasen“ ist jetzt auch auf Englisch erhältlich! Unter dem Titel “The Child I Wanted so Badly Is Driving Me Crazy - Calmly Navigating the Toddler Defiance Phase” können Eltern nun weltweit die schwierigen Momente mit kleinen Kindern gelassener meistern. Das Buch ist als eBook und als Printversion über Amazon erhältlich und kann weltweit auch hier bei Amazon.com bestellt werden.

Trotzphasen gehören zum Leben mit Kleinkindern einfach dazu. Sie überraschen, fordern heraus und manchmal bringen sie uns wirklich an unsere Grenzen. Genau hier setzt unser Buch an: Es zeigt, dass Wutanfälle, Trotzreaktionen und stures „Nein sagen“ keine persönlichen Angriffe sind, sondern ein normaler Teil der kindlichen Entwicklung. Statt mit Strenge oder Schuldgefühlen zu reagieren, lernen Eltern, die Emotionen ihres Kindes zu verstehen und angemessen darauf einzugehen und das ganz ohne sich selbst zu verlieren.

Die englische Ausgabe macht diese wertvollen Inhalte nun einem internationalen Publikum zugänglich. Eltern, die in englischsprachigen Ländern leben, oder Familien mit mehrsprachigen Kindern, können die Tipps und Methoden direkt anwenden. Dabei geht es nicht darum, perfekte Kinder zu erziehen, sondern um echte, entspannte Begleitung im Alltag: Wie reagiere ich, wenn sich mein Kind mitten im Supermarkt plötzlich wütend auf den Boden schmeißt? Wie erkläre ich Grenzen ohne ständiges Streiten? Wie bewahre ich selbst Ruhe, auch wenn die Nerven dünn werden?

Besonders schön ist, dass das Buch praxisnah bleibt: Mit konkreten Beispielen aus dem Alltag, leicht umsetzbaren Strategien und kleinen Reflexionsfragen gibt es Eltern Werkzeuge an die Hand, um ihre Kinder liebevoll zu begleiten und trotzdem für klare Regeln zu sorgen. Die englische Version überträgt all diese Inhalte, sodass sie nun noch mehr Familien erreichen können.

Wer also Lust hat, Trotzphasen gelassener zu erleben, weniger Stressmomente zu haben und die Bindung zu seinem Kind zu stärken, findet mit unserem Buch einen zuverlässigen Begleiter.

Wenn dir beim Lesen ein Tipp besonders geholfen hat oder du ein kleines „Aha“ mit deinem Kind erlebt hast, nimm dir gern einen Moment, um unser Buch bei den Portalen, die Du nutzt, zu bewerten. So können noch mehr Eltern sehen, dass entspannte Wege durch Trotzphasen wirklich funktionieren, und selbst davon profitieren. Vielen lieben Dank dafür!

Auf die Flügel kommt es an - Herbert Renz-Polster über Orientierung und Selbstständigkeit

Viele Eltern erleben die Zeit zwischen Kleinkindalter und frühem Kindergarten als besonders anstrengend. Kinder wollen mitentscheiden, zeigen starke Gefühle und reagieren oft impulsiv, obwohl sie im Alltag gleichzeitig noch viel Unterstützung brauchen. Häufig wird diese Phase verkürzt als Autonomiephase oder Trotzphase beschrieben.

In unserer aktuellen Podcastfolge sprechen wir mit dem Kinderarzt und Autor Herbert Renz-Polster darüber, warum diese Begriffe zu kurz greifen. In seinem Buch "Auf die Flügel kommt es an"* beschreibt er diese Entwicklungszeit als Flügeljahre. Gemeint ist eine Phase intensiver innerer Entwicklung, in der Kinder mehrere zentrale Aufgaben gleichzeitig bewältigen. Es erscheint am 27.02.2026.


Im Gespräch geht es unter anderem um die Frage, was in dieser Zeit im Kind passiert. Herbert Renz-Polster ordnet ein, warum Selbstregulation noch nicht zuverlässig funktionieren kann, weshalb Kinder erst Handlungsspielräume erkunden und Grenzen später verinnerlichen und warum starke Emotionen ein entwicklungslogischer Bestandteil dieser Jahre sind.

Ein weiterer Schwerpunkt der Folge liegt auf der Rolle der Eltern. Wir sprechen darüber, was Orientierung in dieser Phase konkret bedeutet, wie Bindung und Selbstständigkeit zusammenwirken und an welchen Stellen Eltern eher begleiten als steuern sollten. Dabei geht es nicht um ideale Erziehungskonzepte, sondern um ein realistisches Verständnis kindlicher Entwicklung und elterlicher Einflussmöglichkeiten.

Die Podcastfolge richtet sich an Eltern von Kindern im Alter von etwa zwei bis sechs Jahren, die ihr Kind besser verstehen möchten und nach fachlicher Einordnung für ihren Familienalltag suchen.

Das patriarchale Mutterbild - warum Gleichberechtigung in Familien scheitert - Podcast mit Hanna Drechsler

Viele Mütter haben das Gefühl, ständig zu kurz zu kommen. Sie sind erschöpft, fühlen sich verantwortlich für alles und zweifeln dennoch an sich selbst. Oft wird das als individuelles Problem verstanden, als Frage von Organisation, Belastbarkeit oder persönlicher Haltung. Doch diese Sicht greift zu kurz. Hinter vielen Erfahrungen von Überforderung steckt ein tief verankertes Bild von Mutterschaft, das nicht zufällig entstanden ist, sondern historisch gewachsen und gesellschaftlich wirksam geblieben ist.

Das patriarchalische Mutterbild prägt bis heute, was als gute Mutterschaft gilt. Es stellt Mütter als selbstverständlich zuständig dar, emotional verfügbar, aufopfernd, bescheiden und belastbar. Diese Erwartungen werden selten offen formuliert, sie wirken subtil und dauerhaft. Mütter müssen sie nicht erklärt bekommen, sie spüren sie in Blicken, Kommentaren und inneren Stimmen. Genau darin liegt ihre Macht. Das Ideal wirkt nicht über klare Regeln, sondern über Schuldgefühle, Scham und Selbstzweifel.

Historisch ist dieses Mutterbild eng mit gesellschaftlichen Machtverhältnissen verbunden. Es entstand in einem System, das Frauen an den privaten Raum band und ihre Arbeit unsichtbar machte. Mutterschaft wurde idealisiert, zugleich aber entwertet. Die emotionale und organisatorische Arbeit von Müttern galt als selbstverständlich und wurde nicht als Leistung anerkannt. Diese Logik wirkt bis heute fort, auch wenn sich Lebensrealitäten verändert haben.

Im Alltag zeigt sich das patriarchalische Mutterbild vor allem über Zuständigkeit. Mütter behalten den Überblick, denken voraus, fühlen mit, organisieren und gleichen aus. Auch in Partnerschaften, die Gleichberechtigung anstreben, bleibt diese mentale und emotionale Verantwortung häufig bei den Müttern. Nicht, weil sie es besser könnten, sondern weil ihnen diese Rolle gesellschaftlich zugeschrieben wird. Wer zuständig bleibt, gibt Verantwortung nicht wirklich ab. Care-Arbeit lässt sich so nicht gleichberechtigt teilen.

Mütter erleben diese dauerhafte Zuständigkeit als Erschöpfung und innere Distanz zu sich selbst. Wer immer alles im Blick haben muss, verliert oft den Kontakt zu den eigenen Bedürfnissen. Mental Load ist nicht nur eine Frage von Aufgaben, sondern von innerer Verpflichtung. Die ständige Verfügbarkeit führt nicht selten zu dem Gefühl, sich selbst zu verlieren. Gleichzeitig entsteht der Eindruck, persönlich zu versagen, wenn die Belastung zu groß wird.

Genau hier zeigt sich, warum das patriarchalische Mutterbild ein strukturelles Problem ist. Frauen scheitern nicht an ihren individuellen Fähigkeiten, sondern an Erwartungen, die kaum erfüllbar sind. Solange Mutterschaft mit weiblicher Aufopferung verknüpft bleibt, kann Gleichberechtigung in Familien nicht gelingen. Auch gut gemeinte Appelle zu besserer Organisation oder fairerer Aufteilung greifen zu kurz, wenn die grundlegenden Bilder von Zuständigkeit unangetastet bleiben.

Mutterschaft feministisch zu denken bedeutet, diese Bilder infrage zu stellen. Es geht nicht darum, noch mehr zu leisten oder alles richtig zu machen. Es geht darum, weniger zu müssen. Feministische Mutterschaft stellt Selbstverbindung über Selbstoptimierung. Sie fragt nicht zuerst, wie Abläufe effizienter werden, sondern wem Mütter dienen, wenn sie sich selbst dauerhaft vergessen.

Neue Bilder von Mutterschaft müssen Raum lassen für Ambivalenz, Zweifel, Wut und Grenzen. Sie dürfen anerkennen, dass Mutterschaft fordernd ist und nicht immer erfüllend. Entlastung entsteht dort, wo Mütter sich nicht länger an einem Ideal messen müssen, das sie klein hält. Das erfordert Wissen über gesellschaftliche Prägungen, Austausch mit anderen und den Mut, gewohnte Erwartungen zu hinterfragen.

Sich selbst wichtig zu nehmen ist dabei kein egoistischer Akt. Es ist politisch. Jede Mutter, die beginnt, ihre eigene Bedeutung ernst zu nehmen, unterbricht ein Muster, das auf Unsichtbarkeit beruht. Veränderung beginnt nicht bei einzelnen Erziehungstipps, sondern bei der Frage, welche Bilder von Mutterschaft wir weitertragen wollen. Die Mutter, die du sein möchtest, ist nicht vorgegeben. Sie darf entstehen, jenseits von Perfektion und Aufopferung.

Mehr über Hannas Arbei erfährst Du auf ihrer Homepage, in ihrem Podcast oder bei Instagram.

Wir empfehlen ergänzend zum Thema Folge 217 "Musterbruch - warum Gleichberechtigung mit uns selbst beginnt".

Wie wir unsere Kinder vor sexuellem Missbrauch schützen - Podcast mit Dr. Eva Strnad

Sexuelle Gewalt gegen Kinder ist ein Thema, das viele Erwachsene überfordert, verunsichert oder in die Verdrängung treibt. In unserer aktuellen Podcastfolge sprechen wir darüber, warum genau diese Abwehr so gefährlich ist und weshalb es für echten Kinderschutz entscheidend ist, hinzuschauen und sich zu informieren. Diese Folge kann inhaltlich sehr belastend sein und retraumatisierend wirken. Bitte achte gut auf dich und entscheide bewusst, ob und wann du sie hören möchtest.

Zu Gast ist Dr. Eva Strnad, Familienrichterin, seit vielen Jahren im Kinderschutz tätig und Autorin des Buches "Kein Kind ist sicher"*

Im Gespräch geht es darum, warum sexuelle Gewalt gegen Kinder kein Randphänomen ist, sondern mitten in unserer Gesellschaft stattfindet, und warum es uns trotzdem so schwerfällt, das wirklich zu begreifen. Wir sprechen über Begriffe wie sexueller Missbrauch, sexuelle Gewalt und sexualisierte Gewalt und darüber, warum sprachliche Klarheit nicht nur juristisch, sondern auch emotional und gesellschaftlich so wichtig ist.

Ein Schwerpunkt der Folge liegt auf Zahlen und Wahrnehmung. Wie häufig ist sexuelle Gewalt tatsächlich, und warum haben viele Eltern trotzdem das Gefühl, das betreffe vor allem andere Familien. Warum hält sich das Bild vom fremden Täter so hartnäckig, obwohl Übergriffe in den meisten Fällen im sozialen Nahraum passieren, und weshalb macht genau dieses falsche Bild Kinder besonders verletzlich.

Wir sprechen ausführlich über Täterstrategien, offline wie online. Was bedeutet Grooming konkret, wie werden Kinder manipuliert, ohne es selbst zu merken, und woran können Erwachsene erste Warnsignale erkennen. Ebenso geht es um das lange Schweigen betroffener Kinder. Welche inneren Prozesse laufen dabei ab, warum ist es für Kinder so schwer, sich anzuvertrauen, und weshalb reagieren Erwachsene selbst bei deutlichen Hinweisen oft mit Unglauben, Relativierung oder Verdrängung.

Ein weiterer Teil der Folge widmet sich verbreiteten Mythen. Muss man sexuelle Gewalt erkennen können. Gibt es bestimmte Familien, die besonders betroffen sind. Und warum verhindern genau diese Annahmen wirksamen Schutz. Wir sprechen darüber, was Eltern und andere Bezugspersonen tun können, wenn sie ein ungutes Gefühl haben oder ein Kind Andeutungen macht, was im Verdachtsfall hilfreich ist und was unbedingt vermieden werden sollte.

Zum Abschluss richten wir den Blick auf Prävention. Geht es wirklich um Regeln, Kontrolle und Angst oder brauchen Kinder etwas ganz anderes, um besser geschützt zu sein. Welche Rolle spielen Beziehung, Sprache und Vertrauen im Alltag. Und was müsste sich auf gesellschaftlicher und politischer Ebene verändern, damit Kinder nicht immer wieder durch bestehende Systeme fallen.