Schlori-Schwimmkissen - die Schwimmhilfe ohne Schadstoffe

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Vor einiger Zeit hatte Lucccy in einem Gastbeitrag bereits verschiedene Schwimm- und Schwimmlernhilfen vorgestellt. Da meine Tochter im Moment gerade schwimmen lernt, las ich den Artikel noch mal um eine geeignete Schwimmhilfe für sie zu finden. Am interessantesten erschienen mir die Schlori Schwimmkissen° - vor allem deshalb, weil sie eine nahezu komplett plastikfreie Alternative sind. 

Der Hersteller stellte uns zwei Exemplare für unsere Kinder zur Verfügung, so dass wir die Schwimmkissen ausgiebig testen konnten. Und nicht nur das - wir dürfen auch ein weiteres Paar an unsere Leser verlosen. Ihr könnt außerdem noch eine Schwimmbrille und zwei T-Shirts (Gr. 106-116 cm) von Schlori gewinnen - wie, das erfahrt ihr am Ende des Artikels.

Die Geschichte der Schlori-Schwimmkissen


Die Schwimmlehrerin Marga Jenner erfand die Schwimmkissen im Jahr 1936 in Berlin. Sie wusch ihre Bettlaken und beobachtete, wie beim Kneten der Laken während des Waschvorganges eine Luftblase darunter entstand. Da hatte sie die geniale Idee, diese Luftblase in einem Kissen aus Baumwollstoff "einzufangen" und als Schwimmhilfe für ihre Schwimmschüler zu verwenden. "Schlori" steht übrigens für "Schwimmen lernen ohne Risiko". Die Schwimmkissen werden seit Jahrzehnten - mittlerweile in der dritten Generation - in einem Familienbetrieb in Deutschland gefertigt. Mehr über Schlori erfahrt ihr auch auf der Webseite und bei Facebook.


Testsieger bei Ökotest und als einzige Schwimmhilfe schadstofffrei


Das Einzigartige an den Kissen ist, dass sie fast vollständig aus dem natürlichem Material Baumwolle gefertigt werden. Dadurch bekamen sie bei Ökotest 2009 die Bewertung "sehr gut" - als einzige Schwimmhilfe überhaupt! Alle anderen rasselten - ebenso, wie im Test des Jahres zuvor - gnadenlos mit "ungenügend" durch, weil sie voller Schadstoffe und gefährlicher Weichmacher waren. 

Wie funktionieren die Schwimmkissen?


Die Schwimmkissen bestehen aus zwei separaten Kissen, die miteinander verbunden sind. Sie werden mit einem Sicherheitsverschluss am Bauch verschlossen und am Rücken mit einer Schleife befestigt.

Um die Kissen aufzublasen müssen sie zunächst nass gemacht werden, weil sich nur so die Luft im Kissen hält. Die Baumwollfasern quellen auf und verdichten den Stoff. Zunächst suchte ich eine Öffnung - natürlich vergebens. Das Aufblasen ist auf der Packung zwar beschrieben, aber ich stand ehrlich gesagt wie ein Ochs vorm Scheunentor, weil ich überhaupt nicht verstand, wie das funktionieren sollte. Ich wurstelte an dem Kissen, ich hustete, ich prustete und ich war kurz vorm Platzen. Trotzdem war so gut wie keine Luft im Kissen. So kompliziert hatte ich mir das eigentlich nicht vorgestellt - zudem ich auch schon Kinder gesehen hatte, die ihre Kissen selbst aufblasen hatten.

Eine Videoanleitung zeigte mir dann endlich, wie es wirklich funktioniert: eine Ecke des Kissens wird umgestülpt, so dass sie sich innerhalb dessen befindet. Die Wölbung wird mit dem Mund umschlossen und dann reicht es tatsächlich, zwei bis drei Mal kräftig hinein zu pusten. Diese Aufblastechnik hat natürlich den Vorteil, dass sich keinerlei störende Ventile am Kissen befinden. Wichtig ist auch zu wissen, dass das Aufblasen mit zunehmendem Gebrauch durch die allmähliche Aufrauhung des Stoffs immer einfacher wird.


Ich verstand zwar immer noch nicht, warum die Luft letztendlich so einfach hinein, aber nicht wieder heraus kam, aber die Kissen waren endlich einsatzbereit. Das Anziehen ist recht unkompliziert, weil sie einfach nur umgeschnallt werden. Die Größe ist über eine Schnalle und das Binden der Schleife variierbar. Die Schnalle lässt sich recht schwierig öffnen, sie ist natürlich so konzipiert, dass sie zuverlässig verschlossen bleibt.

Die Schwimmkissen tragen zwischen 11 und 60 kg Gewicht. Man kann während des Schwimmens auch etwas Luft ablassen, indem man sie etwas zusammendrückt. So kann der Auftrieb sehr variabel reguliert werden - mit zunehmenden Fähigkeiten können Kinder mit immer weniger Luft im Kissen schwimmen und es letztendlich komplett weg lassen.

Der in meinen Augen größte Vorteil ist die Beweglichkeit der Arme. Während die üblichen Schwimmhilfen an den Armen anliegen und die Beweglichkeit deutlich einschränken, sind die Arme bei der Verwendung der Schlori vollkommen frei, so dass das Kind seine Schwimmzüge in der Beweglichkeit unbeeinträchtig üben kann. Beim Schwimmenlernen soll der Oberkörper ja flach im Wasser liegen - dies wird durch die Schwimmkissen sehr gut unterstützt. Wichtig ist es, die Schwimmkissen im unteren Drittel der Brust herum (etwas unterhalb der Brustwarzen) zu befestigen. Sind sie höher oder tiefer umgeschnallt, gerät der Oberkörper ungünstig in Schieflage. Man findet aber die ideale Stelle recht schnell.

Anfangs fühlte es sich sehr, sehr seltsam an, weil das Wirkprinzip so abenteuerlich erscheint. Wie kann es sein, dass ich so einfach Luft dort hinein pusten kann und diese dann zuverlässig im Kissen bleibt und nicht einfach wieder hinaus strömt? Aber unser ausgiebiger Test ergab, dass man sich zu 100 % auf die Kissen verlassen kann - die Luft ist zuverlässig eingeschlossen. Zumindest so lange das Kissen nass ist, sobald es vollständig getrocknet ist, entweicht die Luft. 


Die Schlori müssen übrigens nicht prall voll aufgepustet werden, da Kinder bis 12 Jahre zum Schwimmenlernen einen Auftrieb von 25 Newton benötigen, das Kissen jedoch vollständig aufgeblasen etwa 50 Newton hat. Es ist daher auch nicht erforderlich, ständig nachzupusten (was gelegentlich in Produktrezensionen bemängelt wird), die Kissen tragen auch mit etwas weniger Luft noch sicher. Probiert es einfach mal aus und schnallt sie Euch selber um - ihr werdet wirklich erstaunt sein! 

Das richtige Trocknen ist natürlich wegen des Materials sehr wichtig, da sonst Schimmel droht. Das ist in meinen Augen der einzige Nachteil gegenüber den klassischen Schwimmhilfen, den ich aber gerne in Kauf nehme. Mal davon abgesehen, dass der Plastikmüll mittlerweile besorgnisserregend unsere Weltmeere überschwemmt, ich hätte vor allem wegen der von Ökotest gefundenen Schadstoffe auch kein gutes Gefühl mehr dabei, meinen Kindern klassische Schwimmflügel umzuschnallen, auch wenn in Bezug auf die Schadstoffe die klassischen Bema-Schwimmflügel im Jahr 2011 bei Stiftung Warentest dann doch noch ein "sehr gut" (Sicherheit: "gut") erhalten haben.

Meer-, Thermal- und Chlorwasser machen den Schlori-Schwimmkissen übrigens nichts aus (auch wenn Chlor nach mehreren Jahren zur Materialermüdung führt - sobald die Bänder rissig werden, darf das Podukt nicht mehr verwendet werden). Die Kissen können auch bei 40 °C in der Waschmaschine gewaschen werden.

Die Schlori-Kissen sind vorrangig dafür konzipiert, beim Schwimmenlernen verwendet zu werden. Grundsätzlich ist es auch möglich, sie für kleine Kinder als Schutz beim Plantschen zu verwenden, hier bieten die herkömmlichen Schwimmhilfen jedoch etwas mehr Schutz, da sie im Wasser den Kopf höher halten. Es ist (bis zu einer gewissen Temperatur) vermutlich auch eher unangenehm, wenn ständig die nassen Kissen um das Kind herum baumeln. Hier empfehlen sich eher die Bema-Schwimmflügel.