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Programmieren lernen - Welche Spielzeuge unterstützen Kinder beim Programmieren lernen?

Unsere Kinder wachsen mit Computern, Tablets und Spieleapps auf. Oft wollen wir Eltern sie darin unterstützen, diese - nicht mehr ganz so neue - Welt zu verstehen. Blöd nur, wenn wir selbst nicht programmieren können. Meine Tochter Fräulein Chaos setzte sich mit etwa 6 Jahren in den Kopf, eine App erfinden zu wollen. Sie stellte sich das super leicht vor - eine Idee, ein bisschen malen und dann irgendwie in den Computer bringen. Im Zuge dieses Wunsches probierten wir die unten aufgeführten Spielzeuge und Bücher aus. Sie lernte schnell, dass Programmieren harte Arbeit ist, fast wie eine Fremdsprache, die man neu erlernen muss. Doch sie blieb beharrlich bei der Sache (ungefähr, bis sie 8 Jahre alt war), auch, wenn wir nicht alle Spielzeuge bis ins letzte Detail ausgereizt haben. Manche sprachen meine Kinder nicht sonderlich an, dann haben wir es schnell sein lassen. Andere wiederum wurden schnell zum Lieblingsspielzeug, und haben sich eindeutig gelohnt. Alle Bücher, Roboter und Laptops habe ich selbst bezahlt, um hier im Blog wirklich ohne Kooperationsdruck darüber berichten zu können. Die Ergebnisse der Tests sind komplett subjektiv! Alle dieser Spielzeuge haben Vor- und Nachteile und tun das, was sie versprechen. Manche davon waren für meine Kinder irgendwie ansprechender - es könnte aber sein, dass nun genau diese für eure Kinder langweilig sind. Schaut einfach, und entscheidet dann selbst.

Dash Roboter


Der Dash Roboter von Wonder Workshop ist ein hübsches Spielzeug, um spielend Programmieren zu lernen. Die Kinder sagen dem kleinen blauen Kerl über eine App, die übersichtlich aufgebaut ist, was er tun soll. Unter anderem mit Hilfe des Baukastensystems Blockly gibt man Dash verschiedene Anweisungen: Fahr vorwärts. Halte an. Drehe dich nach links. Gib ein Geräusch ab. Fahre rückwärts. Wirf einen deiner Bälle. etc. Die App baut den Schweregrad des Programmierens immer weiter auf, so dass es also wirklich sehr einfach los geht und man sofort Freude an dem Spielzeug hat. Hat man einen Fehler im Code, gibt die App Hilfestellungen. Wirklich nett ist, dass das Tutorial zum Programmieren in Form eines Spiels daher kommt und man mehrere Missionen ausführen muss, mit den man letzten Endes ein Programm für Dash zusammenbastelt. Es gibt für Dash nicht nur diese eine, sondern mehrere Apps, die verschiedene Funktionen innehaben. Mit einer der Apps z. B. steuert man den Roboter in Echtzeit, d. h. er benimmt sich wie ein ferngesteuertes Auto. Die Apps "sprechen" auch Deutsch, also können eure Kinder allein spielen.

Süß auch, dass Dash auf ein "Hallo Dash!" (oder auch "Hallo Robby!", je nachdem, wie er bei euch heißt) reagiert, wenn man ihn laut anspricht. Dann dreht er sich in Richtung Geräuschquelle. Mehr kommt dann allerdings nicht von ihm, was ich schade finde. Oder vielleicht haben wir ihn dahingehend noch nicht gut genug programmiert? Ich fände witzig, wenn er bei Ansprache ein breiteres Repertoire an Reaktionen drauf hätte. Fräulein Chaos hat sich den kleinen Roboter sehnlichst zum Geburtstag bekommen, da ihre Freundin auch einen hatte. Die beiden sind auch zusammen zu einem Grundkurs gegangen, in welchem sie die ersten Programmierversuche mit Dash machten. (Dieser Kurs wurde übrigens von Haba Digital angeboten und ist sehr zu empfehlen.). Das empfand ich als großen Pluspunkt!

Interessanterweise war Dash schon nach wirklich kurzer Zeit "out". Er steht verstaubt in der Ecke und klimpert traurig mit seinem Lichtauge. Richtig programmiert hat Fräulein Chaos nur im Kurs mit Dash und der App. Zuhause fand sie es nicht spannend genug, viel Zeit und Mühe dafür aufzuwenden, den Code in die richtige Reihenfolge zu bringen, nur, damit der Kleine ein paar Meter vorwärts und rückwärts fährt. Da hat sie dann lieber die App genutzt, in der sie ihn in Echtzeit herumfahren konnte. Aber da das, wie gesagt, nur in etwa wie ein ferngesteuertes Auto ist, war die Faszination kurz. Dash wurde von vielen meiner Kolleginnen getestet, schaut also gern einmal bei Mamaskind, Tollabea, Ich bin dein Vater , Das Nuf und Berlin mit Kind rein. Unseren Dash (inklusive der Bälle) habe ich über die Kleinanzeigen gekauft, 100 Euro. Sonst kostet er ca. 160 Euro.

Mittlerweile gibt es auch noch die niedliche Dot zu kaufen - die kleinere Schwester von Dash. Auch Dot lässt sich programmieren, ich hatte allerdings noch nicht das Vergnügen, sie zu testen.

Lego Boost 17101


Natürlich hat auch Lego einen programmierbaren Roboter auf Lager. Was schön ist: Da die meisten Kinder schon mit Lego spielen, ist der Aufbau von "Robbi" tatsächlich gut für ein sechsjjähriges Kind bewältigbar, wenn es vorher schon Sets nach Anleitung aufgebaut hat. Außerdem kann man aus den Steinen 5 (!) Modelle gebaut werden - da können Dash und Co natürlich nicht mithalten. Wiiiiirklich mega süß ist, dass beim Aufbau des Roboters teilweise schon Leben in ihn kommt. Wenn man ihm z. B. erfolgreich den Kopf und die Augen aufgesteckt hat, möchte er z. B. vor Freude winken, bemerkt dann trocken, dass ihm dazu ja wohl noch die Arme fehlen. Also baut das Kind im nächsten Schritt die Arme.

Ich will hier nicht zu viel verraten, aber das macht das Aufbauen echt zu einem Erlebnis und lässt Robbi dann auch einem sofort ans Herz wachsen. Das ist einfach putzig und sorgt für Lacher. Erinnerte mich auch ein bisschen aus C3PO aus dem Star Wars Filmen, bzw. - wenn ihr so alt seid wie ich, kennt ihr ihn noch- "Nummer 5 lebt". Die Software ist aber nicht ganz so leicht zu bedienen, wie z.B. beim Dash, und es gibt auch bei weitem nicht so viele Hilfestellungen, so dass es hier definitiv eines IT-bewanderten Erwachsenen braucht, um damit mehr Freude zu haben. Andererseits gibt es ein Buch "Lego Boost Roboter: Bau und Programmiere deine eigenen Bots", das sicher hilfreich ist.

Ich denke, dieses Set ist super für Kinder, die schon Ahnung vom Programmieren haben und eher selbst programmieren wollen, als einer Anweisung zu folgen. Meine Tochter hat mit Robbi nicht programmiert, es war ihr einfach zu schwer.

Anders als Dash verstaubt Robbi hier aber trotzdem nicht, denn er wird immer wieder umgebaut. Die Katze und der Roboter sind dabei die Lieblingsfiguren. Dafür, dass es aber eigentlich zum Programmieren animieren soll, ist das Set aber eindeutig zu teuer. Ich habe es übrigens im Sale bei Amazon ergattert, wenn ich mich richtig erinnere, beim Black Friday. Ich habe etwa 100 Euro bezahlt, normalerweise kostet es 160 Euro.

Kano Computer


Der Kano Computer hat mich selbst am meisten begeistert, weil ich erst 42 Jahre alt werden musste, um einen Computer nicht nur aufzuklappen und zu benutzen, sondern auch mich an das "Innere" heranzutrauen. Der Kano kommt in Einzelteilen in einer Box. Ein kleines Motherboard, einen Akku (nicht mehr als eine Powerbank) usw. Dazu gibt es eine Anleitung, die ähnlich strukturiert wie die Lego Anleitungen sind und daher ganz leicht befolgt werden kann. Meine Tochter Fräulein Chaos hat ihren Kano so völlig selbst zusammengebaut, und ich kann euch verraten, dass das ein ganz besonderes Erlebnis für sie war. Sie hat auch eine viel intensivere Beziehung zu diesem Computer, als zu ihrem regulären Laptop. Der orange Kano ist irgendwie mehr "ihrer."

Hat man die Hardware aufgebaut, geht es schon los mit dem Programmieren. Auf dem Kano sind gefühlt unendlich viele Apps vorinstalliert, so dass man zunächst kaum weiß, womit man anfangen soll. Am einfachsten erschien uns zunächst die Kano-App, die einen wirklich idiotensicher Schritt für Schritt an das Programmieren heranführt, weil immer ein kleiner leuchtender Punkt an der Stelle wartet, die man gerade anklicken soll. Hat man das richtige angetippt, erscheint oben auf dem Bildschirm die Anweisung, wohin man das Ganze schieben soll, oder was man verändern soll.

Leider, und hier kommt der größte Negativpunkt, kommen diese Anweisungen nur auf Englisch und man muss auch schon relativ gut lesen können. Mithilfe dieses Tutorials konnte ich tatsächlich einige Kleinigkeiten programmieren. Ich habe es z. B. geschafft, bunte Kreise auf dem Bildschirm erscheinen zu lassen, die die Farbe wechselten. Das mag jetzt nicht soooo toll sein, aber es ist ein Anfang und hat mich stolz gemacht. Je mehr ich lernte, desto mehr Tutorial schaltete der Kano frei. Man wird also nicht überfordert.

Meine Tochter wählte lieber die Scratch App, die es auch auf dem Kano gibt. Ich habe Scratch schon auf meinem Handy nicht verstanden, obwohl mir alle Leute, die es besser wissen, versichern, dass Scratch perfekt ist, um Programmieren zu lernen. Fräulein Chaos setzte sich zusammen mit ihrer Babysitterin Mary an den Kano, um mit Scratch eine Spiele-App zu programmieren. Mary studiert das zufällig so dass sie eine große Hilfe war. Mit knapp 8 Jahren schaffte es Fräulein Chaos also, ein Spiel zu programmieren, in welchem Bälle vom oberen Bildschirmrand herunterregnen und eine kleine Mädchenfigur am unteren Bildschirmrand wird mit den Pfeiltasten so gesteuert, dass sie den Bällen ausweicht. Wird sie getroffen, hört man ein "Ups!" und ein Leben von dreien wird abgezogen. Sind alle drei Leben verspielt, erscheint "Spiel zuende!". Das finde ich schon eine beachtliche Leistung, und hat auch mehrere Wochen harter Arbeit gekostet.

Eine dritte App auf dem Kano, die ich getestet habe, geht auf das Spiel Minecraft ein. Man "hackt" Minecraft, d. h. man lernt z. B. Programmierbefehle, mit denen man im Spiel Minecraft innerhalb von einer Sekunde eine riesige Fläche Wald rodet, und glatt streicht, um ein Haus bauen zu können. Auch hier wird man mithilfe eines Tutorials durchgeführt und man kann wenig falsch machen. Ich habe das mit einem Sechstklässler ausprobiert, der zuhause sehr viel Minecraft spielte, aber nicht mehr in der Schule lernen wollte. Er fand sich zu dumm. Besonders das Fach Englisch machte ihm zu schaffen. Das Hacken machte ihm Spaß und verlieh ihm ein bisschen mehr Selbstbewusstsein, da er sehr viel schneller kapierte, was das Programm von uns wollte, als ich. Außerdem stellte er fest, dass er doch ziemlich viel Englisch verstand, nur eben nicht das, was in der Schule von ihm verlangt wurde.

Es gibt noch sehr viel mehr Apps, die man auf dem Kano ausprobieren kann, mehr, als wir bisher geschafft haben, auszuprobieren. Es ist alles relativ idiotensicher aufgebaut. Wenn ich das schaffe, schaffen das eure Kinder auch. Man kann sowohl mithilfe von Blockly-Programm-Boxen programmieren (indem man Codes wie ein Puzzle an den passenden Platz schiebt), als auch echte Codes eingeben. Allerdings nochmal: Achtung, Achtung: Es ist alles in Englisch. Wirklich alles. Ich finde das nicht problematisch, weil die Programmiersprache eh immer Englisch ist, aber es bedeutet, dass eure Kinder das vermutlich nicht allein machen können, weil sie euch als Übersetzer brauchen. Nach dem Programmieren sieht man prompt Ergebnisse, z. B. malt man so eine gelbe Sonne auf blauem Hintergrund. Oder man programmiert eine Wetterstation. Die Grafik erinnert dabei an die Anfangszeit der Computer in den 80ern, aber das ist ganz sicher so gewollt. Ich liebe es!

Kano Harry Potter Programmieren mit Zauberstab


Als ich hörte, dass Kano ein Harry Potter Set zum Programmieren lernen herausbringen würde, war ich sofort Feuer und Flamme. Hallo? Da kann echt keiner widerstehen, oder? Für dieses Set benötigt man ein Tablet. Auf dieses läd man eine App runter. Den Zauberstab baut man zunächst, wie oben den Kano Computer auch, selbst zusammen. Allerdings ist das super einfach und keine große Sache. Den Zauberstab an sich fand ich auch ein kleeeeiiiines bisschen enttäuschend. Er ist halt braun und aus Plastik und ich hatte ihn mir liebevoller verziert und detailreicher vorgestellt. Damit man damit vielleicht auch auf die nächste Harry Potter Party gehen kann. Aber egal.

Die App startet mit einer Karte, auf der Diagon Alley und Hogwarts abgebildet sind. Wie schon vom Kano Computer bekannt, hilft ein Tutorial mit blinkenden Punkten, erst einmal die Grundbausteine des Programmierens zu lernen. Am ersten Abend schaffte ich es bereits, den Code so umzuschreiben, dass ich mit einer Bewegung meines Zauberstabs kleine Pygmy Puffs auf dem Bildschirm dazu veranlasste, die Farbe zu wechseln. Ich habe auch Wingardium Leviosa programmiert, d. h. mein Zauberstab lernte eine bestimmte Abfolge von Bewegungen, und wenn ich diese exakt ausführte, hob sich auf dem Bildschirm eine Feder in die Luft. Ich konnte die ausgeführte Zauberstabbewegung auch mithilfe einer erscheinenden blauen Linie nachverfolgen (also es zeichnete meine eigenen Bewegung auf), allerdings fand ich es suuuper schwer, den Zauberstab immer zu zentrieren und ich war leicht frustriert, dass die doofe Feder nur einmal richtig schwebte. Nach jeder erfolgreichen Übung öffnete sich ein neuer Bereich auf der Karte. Nach dem Wingardium Leviosa Debakel hatte ich aber erst einmal keine Lust, weiterzumachen. Ich denke aber, es ist ein cooles Spiel und eine wirklich perfekte Kombination von Spiel und Lernen. 100 Euro habe ich für das Zauberstabset bezahlt.

Osmo


Osmo ist ein Spielsystem, mit dem man die Anfänge des Programmierens lernen kann … und noch viel mehr. Man braucht ein Tablet, um es spielen zu können. Leider gibt es die benötigten Apps nur für das iPad und für das Amazon fire Tablet. Android- oder Windows-Nutzer brauchen an dieser Stelle gar nicht erst weiter lesen. Eine herbe Enttäuschung! Das iPad stellt man in einen Ständer und klemmt einen kleinen Spiegel oben auf die Tabletkamera. Beides muss man von Osmo kaufen. Auch eine Maltafel mit Stiften, Blockly-Blöcke, Zahlen und Buchstaben kann (und muss, wenn man es spielen will) man käuflich erwerben. Außerdem benötigt man die kostenfreien Osmo-Apps.

Es gibt für jedes Spiel eine eigene App. Und dann geht es los. Ich gehe erst einmal auf die Programmierspiele ein. Wir haben davon zwei. Bei einem dieser Spiele möchte eine kleine Figur (Awbie) auf dem Bildschirm durch eine Art Irrgarten gehen. Es läuft aber nicht von selbst. Man muss die dazugehörigen Blockly-Bausteine in der richtigen Reihenfolge vor das Tablet legen. Die durch den Spiegel nach unten gerichtete Kamera nimmt auf, in welcher Reihenfolge man programmiert und gibt es in Echtzeit an die kleine Figur auf dem Bildschirm weiter. Man legt z. B. den Baustein "vor" hin, dann darunter den nächsten Baustein "vor", dann darunter "nach links drehen". Dann würde die Figur auf dem Bildschirm im Labyrinth zwei Schritte nach vorn gehen und sich dann nach links drehen. Da man ihr helfen soll und sie zwischendurch tolle Sachen findet, die man einpflanzen kann, ist das ein Spiel, dass Fräulein Chaos eine Weile durchaus gern gespielt hat. Ob ihr dabei klar war, dass sie die Figur programmiert, weiß ich nicht genau. Ich würde vermuten, dass Osmo ein super Spiel für Fünfjährige ist, denen man eine Grundidee vom Programmieren geben möchte.

Im zweiten Spiel zum Coden bewegt man durch die Blockly-Bausteine ein oder mehrere Monster, die auf Musikintrumente hauen. Es gibt natürlich ein Übungstutorial, in dem alles kinderleicht und ohne Sprache erklärt wird. So stellen sich super schnell Erfolge ein und die Monster spielen bald wirklich hübsche Melodien, die das Kind komplett selbst programmiert hat. Man muss dafür nicht sonderlich gut in Musik sein, denn irgendwie passen die Geräusche doch immer sehr gut zueinander. Es sind eher Rhythmen, die sich je nach Hinlegen der Steine unter der Kamera ändern. Man kann dann drei Monster nacheinander programmieren, eine bestimmte Abfolge auf ihren jeweiligen Instrumenten zu spielen, nachdem man das geschafft hat, spielen sie alles gemeinsam vor. Wirklich total süß!

Aber Osmo hat noch mehr auf Lager. Mit dem weißen Malbrett plus Stiften kann man ein Spiel mit dem Osmo-Monster spielen, in welchem gemalt wird. Das Monster spricht (leider nur auf Englisch) und bittet das Kind z.B. einen Stuhl oder einen Teddy auf das weiße Brett zu malen. Das Brett liegt vor dem aufgestellten Tablet, die Kamera zeigt nach unten auf das Brett. Hat das Kind den Stuhl gemalt, bedankt sich das Monster, zieht mit der Hand unten am Bildschirmrand und voila, das Bild, das das Kind gerade gemalt hat, erscheint nun exakt so auf dem Bildschirm und das Monster setzt sich auf den gemalten Stuhl oder herzt den gemalten Teddy. Mein Sohn - damals drei - hat in der Kita nie nie nie einen Stift in die Hand genommen, um zu malen, aber mit dem Osmo- Monster malte er sehr wohl. Und egal, ob es nur Krikelkrakel oder eine echte Sonne wurde, das Monster nimmt alle Zeichnungen an - es wertet nicht. Kann das Kind also nur Krikelkrakel und das Monster wollte gern einen Topf gemalt bekommen, nimmt es dieses Krikelkrakel und kocht anschließend darin. Das fand Herr Friedlich unglaublich motivierend. Dass das Monster nur Englisch spricht, störte ihn nicht, da es dabei auch gut verständliche allgemeine Gebärden nutzt und das zu malende Objekt auch oben als Beispiel in der Ecke erscheint.

Osmo ComputerOsmo Computer


Auch Mathe kann man mit Osmo üben, dafür braucht man zusätzlich kleine Zahlenchips. Auf dem Bildschirm erscheint eine Unterwasserwelt mit Luftblasen und Fischen, in den Blasen sind Zahlen. Legt man nun zwei oder mehrere Zahlenchips unter die Kamera, zählt das Spiel die Zahlen zusammen (z.B. 2 und 5) und zerplatzt dann die Blase mit der 7. Nun muss man ein bisschen strategisch denken, denn man möchte kleine Fische, die oben zwischen den Blasen eingeklemmt sind, befreien, damit sie ins untere Becken fallen. Man muss also die Zahlenchips so legen (und vorher zusammenrechnen), dass die richtigen Blasen platzen und die Fische nach unten kommen. Das macht Spaß, ist am Anfang sehr leicht, wird aber bald anspruchsvolles Rechnen. Meine Kinder zuhause spielen das nur selten, aber meine Schüler sind im Matheunterricht ganz wild darauf (logisch, dann dürfen sie ja ans heilige Tablet...).

Einzig und allein die Buchstaben waren für uns nicht nutzbar, da das Spiel natürlich nur auf Englisch arbeitet und wir damit weder Lesen noch Schreiben lernen konnten, als meine Kinder in der ersten Klasse waren. Vielleicht wird es ja besser, wenn sie Englisch lernen wollen.

Insgesamt ist Osmo ein gelungenes Paket. Zumindest für kleinere Kinder (4-7) finde ich es als Einstieg sehr gelungen und abwechslungsreich. Wir haben pro Osmo Spiel etwa 60 Euro bezahlt. Osmo schickt regelmäßig Emails, die Tipps zum Üben in den einzelnen Spielen geben.

Weitere programmierbare Spielzeuge, nicht von uns getestet: Calliope, Ozobots, Makeblock 90050, Botley, Cozmo, Sphero und Tinkerbots.



Bücher


Hello Ruby (Bananenblau) 


Hello Ruby ist ein Buch, um die Welt des Programmierens überhaupt erstmal kennenzulernen. Ruby ist ein kleines Mädchen, das gerne haargenau das macht, was man ihr sagt. *hust* Wenn Papa also morgens nach dem Aufstehen sagt, sie solle sich Sachen für die Schule anziehen, tut sie das prompt. Sie lässt aber ihren Schlafanzug an, denn Papa hatte ja nicht gesagt, dass sie ihn vorher ausziehen soll. Dass sie damit genau so reagiert, wie ein Computer, der auch den Anweisungen exakt folgt, ohne selbst mitzudenken, lernt der Leser im Laufe des Buches. In jedem Kapitel steht Ruby vor einem Problem, das sie irgendwie lösen muss. Mal schafft sie das durch Arbeitsteilung, mal durch eine Schleifen-Wiederholung usw.. Die Figuren, die sie auf ihrer Reise trifft, erinnern ein bisschen an bekannte Marken, aber das ist mir erst nach ein paar Mal lesen aufgefallen. Wenn man selbst kein Programmierer ist (wie ich und die Kinder) kennt man vermutlich auch die Marken gar nicht. Ich finde es aber ganz süß. Im zweiten Teil des Buches kommen Übungen auf eure Kinder zu, die sich auf die ersten Kapitel beziehen. Das Wissen soll nun also angewendet werden. Das klappte bei meinen Töchtern ganz gut., aber sie mochten eigentlich den Vorleseteil lieber. Gut finde ich, dass in dem Buch auch Fachbegriffe verwendet werden, z.B. Algorithmus, und diese auch kurz erklärt werden. Hinten gibt es auch ein Glossar.

Im Internet gibt es eine begleitenden Webseite zum Buch, auf der das Wissen angewendet werden kann.

Fazit: Ein guter narrativer Einstieg in die Welt des Programmierens.

Einfach Programmieren für Kinder (Carlsen) 


Das "Einfach Programmieren" richtet sich etwa an die selbe Altersstufe wie Hello Ruby, ist aber weniger narrativ aufgebaut. Man begleitet zwei Kinder (Lea und Paul) und den Roboter Roby, die alles über das Programmieren lernen wollen. Sehr überzeugend fand ich die einführenden Beispiele aus der Lebenswelt der Kinder. Z.B. schreiben die Kinder eine Handlungsanweisung für Roby, damit er ein Geschenk für Lea einpackt und das Kinderzimmer aufräumt. Damit er das auch ordentlich kann, muss man ihm Schritt für Schritt erklären, wie es geht. Nichts anderes ist Programmieren. Wirklich gut ist das Buch im kinderechten Erklären von Fachbegriffen, allerdings hat es meine Töchter weit weniger angesprochen als Ruby, einfach, weil es teilweise viel Text gibt und sehr viele trocken anmutende Übungen zu Programmiersprachen. Es wirkt ein bisschen überfordernd, wenn man es aufschlägt, einfach, weil sooo viel Wissen darin versteckt ist. Aber: Das Buch gewinnt deutlich an aufforderndem Charakter, wenn man die dazugehörige App mitbenutzt. Dann können die Kinder nämlich sofort ausprobieren, was sie eben gelesen haben.

Fazit: Ich glaube, ich empfehle dieses Buch eher Erwachsenen wie mir selbst, die nicht Programmieren können und vielleicht auch ein bisschen Angst vor dieser Welt haben, aber sich informieren möchten, um ihre Kinder begleiten zu können. Für uns ist dieses Buch ein wahrer Schatz, weil man hier wirklich viele Informationen einfach erklärt bekommt und dann eben auch leicht verständlich weitergeben kann.

Spiele Programmieren supereasy: Coole Games mit Scratch (DK) 


Dieses Buch ist eigentlich mein Lieblingsbuch, auch, weil es auf Scratch aufbaut und wir mit diesem Programm eben schon zuhause arbeiten. In diesem Buch findet man hunderte von kleinen Anleitungen, mit denen man Schritt für Schritt lernt, bestimmte kleine Spiele oder Abfolgen zu programmieren. Wenn man z.B. möchte, dass ein Frosch den Befehlen der Pfeiltasten folgt, kann man in diesem Buch nachlesen, wie das geht. Das Buch ist dicker als die beiden oben und richtet sich an Kinder, die wirklich ernsthaft Programmieren lernen wollen und die sich nicht scheuen, mit Buch in der Hand neben dem PC zu sitzen, und Befehle einzutippen. Auch für lernwillige Erwachsene finden sich viele interessante Übungen im Buch. Folgt man den Anleitungen akribisch, hat man wirklich schnell Erfolgserlebnisse am PC.

Fazit: Mit diesem Buch lernt man tatsächlich so programmieren, wie Kinder sich das vorstellen.

Weitere Bücher, nicht von uns getestet: Programmieren mit JavaScript, Einstieg in Python, Der kleine Hacker; Programmieren mit Calliope mini, Let`s Code: Programmieren lernen mit Scratch.

© Snowqueen
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Kommentare:

  1. Danke für deinen Beitrag. Unsere Kinder sind noch zu jung fürs Programmieren. Deshalb teile ich diesen Link ohne beurteilen zu können wie gut die Apps sind. Kids lernen Programmieren
    https://itunes.apple.com/de/story/id1313443967

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  2. Ich war beim Lesen ganz begeistert von Osmo. Leider haben wir ein Windows Tablet und kein iPad. Es scheint nur für iPad zur Verfügung zu stehen.

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    1. Oh Mist, das weiß ich tatsächlich gar nicht, weil wir eben ein iPad haben. Das wäre ja richtig blöd. Die Apps konntest du nicht finden?

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    2. Habe recherchiert. Gibt es nur fürs iPad und neu Amazon fire. Leider nicht für Android oder Windows geplant.

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    3. Menno. Okay, dann muss das unbedingt in den Artikel rein als Negativpunkt! Tut mir leid!

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  3. es steht wirklich nur für Apple tablets zur verfügung. Wollte ich meinen Kindern auch schon vor etwa einem Jahr besorgen :(

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  4. Vielen lieben Dank für die Zusammenfassung! Wenn man einzelne Artikel zu den Sachen liest, klingt fast jeder, als wäre das Teil das Non-Plus-Ultra, von daher Danke für den ausführlichen Vergleich. Nun muss sich der Mann nur noch entscheiden, mit was er mit den Kids starten will ;o)

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