Eisen für Babys: Wie viel brauchen Stillbabys und welche Lebensmittel liefern genug Eisen?

Eisen ist für Babys ein wichtiger Nährstoff. Es wird für die Blutbildung, den Sauerstofftransport und die Entwicklung des Gehirns benötigt. Gerade im zweiten Lebenshalbjahr steigt der Bedarf deutlich an, weil Babys sehr schnell wachsen.

Gesunde, reif geborene Babys verfügen bei der Geburt über Eisenspeicher, die sie in den ersten Lebensmonaten mitversorgen. Muttermilch enthält zwar vergleichsweise wenig Eisen, Stillbabys benötigen deshalb aber nicht automatisch Eisenpräparate.

Warum wird Eisen im zweiten Lebenshalbjahr wichtiger?

Die Eisenspeicher eines Babys werden im Laufe der ersten Lebensmonate zunehmend aufgebraucht. Gleichzeitig steigt durch das schnelle Wachstum der Eisenbedarf. Im zweiten Lebenshalbjahr kann ausschließliches Stillen den steigenden Bedarf an Eisen und einigen weiteren Nährstoffen nicht mehr sicher decken.

Deshalb wird empfohlen, spätestens mit Beginn des 7. Lebensmonats geeignete Beikost einzuführen. Je nach individueller Entwicklung kann der Beginn bereits ab dem 5. Lebensmonat sinnvoll sein. Weiterstillen ist ausdrücklich erwünscht.

Eisenreiche Lebensmittel sollten von Anfang an regelmäßig Bestandteil der Beikost sein.

Ein Baby wird mit Brei gefüttert

Brauchen Stillbabys zusätzlich Eisen?

Gesunde, reif geborene Babys mit normalem Geburtsgewicht benötigen in Deutschland in der Regel keine routinemäßigen Eisenpräparate.

Anders kann es bei Kindern mit erhöhtem Risiko aussehen, zum Beispiel bei Frühgeborenen oder Babys mit niedrigem Geburtsgewicht. Hier gelten teilweise andere Empfehlungen, die individuell mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt besprochen werden sollten.

Auch wenn ein Baby im zweiten Lebenshalbjahr dauerhaft nur sehr wenig eisenreiche Beikost isst, kann es sinnvoll sein, die Versorgung ärztlich abklären zu lassen.

Welche Lebensmittel liefern Babys Eisen?

Fleisch ist eine gut verfügbare Eisenquelle und kann deshalb Bestandteil der Beikost sein. Es ist aber keineswegs die einzige Möglichkeit.

Auch pflanzliche Lebensmittel können wesentlich zur Eisenversorgung beitragen. Geeignet sind zum Beispiel:

  • Hafer und andere Vollkorngetreide,
  • Hirse,
  • Linsen, Bohnen und andere Hülsenfrüchte in altersgerechter Form,
  • Nussmus und fein gemahlene Nüsse in geeigneter Form,
  • eisenangereicherte Lebensmittel.

Pflanzliches Eisen wird vom Körper schlechter aufgenommen als das sogenannte Hämeisen aus tierischen Lebensmitteln. Vitamin C verbessert jedoch die Aufnahme. Deshalb ist es sinnvoll, eisenreiche pflanzliche Lebensmittel mit Vitamin-C-reichem Obst oder Gemüse zu kombinieren.

Eisenreiche tierische und pflanzliche Lebensmittel

Müssen Babys Fleisch essen?

Nein. Fleisch liefert gut verfügbares Eisen, eine ausgewogene vegetarische Beikost ist jedoch ebenfalls möglich.

Bei einer vegetarischen Ernährung sollte besonders darauf geachtet werden, regelmäßig eisenreiche pflanzliche Lebensmittel anzubieten und sie mit Vitamin-C-reichen Lebensmitteln zu kombinieren.

Eine vegane Ernährung im Säuglingsalter erfordert dagegen eine besonders sorgfältige Planung und fachliche Begleitung, weil mehrere kritische Nährstoffe zuverlässig ergänzt werden müssen.

Hafer und Hirse als Eisenquelle

Hafer und Hirse eignen sich gut als eisenhaltige Getreidesorten für die Beikost. Entscheidend ist allerdings nicht, eine einzelne Getreidesorte möglichst häufig zu füttern. Eine abwechslungsreiche Ernährung ist sinnvoller.

Besonders bei pflanzlichen Eisenquellen ist die Kombination mit Vitamin C günstig. Ein Getreide-Obst-Brei verbindet deshalb beispielsweise Getreide mit Obst.

Auch Gemüse-Kartoffel-Getreide-Brei kann eine vegetarische Alternative zum Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei sein.

Warum enthält Säuglingsnahrung mehr Eisen als Muttermilch?

Säuglingsanfangsnahrung wird mit Eisen angereichert. Die reine Eisenmenge lässt sich allerdings nicht direkt mit der von Muttermilch vergleichen, weil die Aufnahme von Eisen von seiner chemischen Form und von der Zusammensetzung der gesamten Mahlzeit abhängt.

Ein niedrigerer Eisengehalt der Muttermilch bedeutet deshalb nicht automatisch, dass Stillbabys schlecht versorgt sind. Im zweiten Lebenshalbjahr kommt jedoch zunehmend Eisen aus der Beikost hinzu.

Wie erkennt man einen Eisenmangel beim Baby?

Ein Eisenmangel lässt sich anhand äußerer Symptome nicht zuverlässig feststellen. Blässe, Müdigkeit, Appetitlosigkeit oder eine geringere Belastbarkeit können viele verschiedene Ursachen haben.

Besteht der Verdacht auf einen Eisenmangel, kann die Kinderärztin oder der Kinderarzt entscheiden, ob eine Blutuntersuchung sinnvoll ist. Dabei werden je nach Situation neben dem Hämoglobin weitere Laborwerte berücksichtigt.

Wird tatsächlich ein Eisenmangel festgestellt, richtet sich die Behandlung nach dessen Ursache und Ausprägung. Eisenpräparate sollten Babys nicht ohne ärztliche Empfehlung bekommen.

Wann sollte Beikost eingeführt werden?

Für gesunde, reif geborene Babys gilt in Deutschland: Beikost sollte frühestens mit Beginn des 5. und spätestens mit Beginn des 7. Lebensmonats eingeführt werden. Der genaue Zeitpunkt innerhalb dieses Fensters richtet sich nach der individuellen Entwicklung und Essfähigkeit des Kindes.

Ein besonders früher Beikoststart allein aus Angst vor Eisenmangel ist nicht erforderlich. Genauso sollte der Beginn nicht weit über das empfohlene Zeitfenster hinausgeschoben werden.

Mehr dazu findest du in unserem ausführlichen Artikel über die Einführung von Beikost.

Das Baby isst Baby led weaning

Worauf kommt es bei der Eisenversorgung wirklich an?

Eltern müssen weder die Eisenmenge jeder einzelnen Mahlzeit ausrechnen noch möglichst viel Fleisch füttern. Sinnvoll ist eine abwechslungsreiche Beikost, in der regelmäßig eisenreiche Lebensmittel vorkommen.

Das kann Fleisch sein, muss es aber nicht. Auch Hafer, Hirse, Hülsenfrüchte und weitere pflanzliche Quellen können Teil einer guten Eisenversorgung sein.

Wichtig ist vor allem, dass Beikost im zweiten Lebenshalbjahr zunehmend zur Nährstoffversorgung beiträgt und das Baby eine vielfältige Auswahl geeigneter Lebensmittel kennenlernt.

Passend dazu in unserem Podcast

In unserer Podcastfolge „Die Einführung von Beikost“ sprechen wir ausführlich darüber, wann Babys bereit für Beikost sind, wie der Einstieg mit Brei oder Baby-led Weaning aussehen kann und worauf Eltern dabei achten können.

© Danielle