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Schwangerschaftsmythen - was ist wirklich dran?


Mythen rund um die Zeugung, Schwangerschaft und Geburt

 
Seit Jahrhunderten ranken zahlreiche Mythen rund ums Thema Kinder kriegen. Schon bevor neues Leben überhaupt entstanden ist, gibt es ganze Kataloge mit Handlungsanweisungen, um Erfolg bei der Zeugung zu haben. Auch für die Beeinflussung des Geschlechts gibt es unzählige Vorschläge - von der Stellung hin zu heißen Bädern. Ich habe für diesen Artikel Mythen rund um die Schwangerschaft gesammelt und in aktuelle Forschungsergebnisse geschaut, was wirklich an ihnen dran ist.
 
 

Mythen rund um die Zeugung


Familie mit Neugeborenem Je länger man die Pille genommen hat, desto langwieriger wird es, schwanger zu werden


Dafür gibt es keinerlei Anhaltspunkte. Eine Studie belegte: 80 % der Frauen, die nicht mehr verhüteten, waren nach einem Jahr schwanger. Und zwar völlig unabhängig davon, womit sie verhütet haben. Einige Untersuchungen zeigen sogar, dass das Absetzen der Pille in den ersten Monaten fruchtbarer macht.

Man sollte nur alle drei Tage Sex haben, damit die Spermaqualität steigt


Das ist mittlerweile vollkommen überholt - ideal wäre täglicher Sex, da die Spermaqualität bereits nach einem Tag abnimmt. Außerdem führt regelmäßiger und häufiger Sex dazu, dass sich das Immunsystem der Frau an den Fremdkörper Spermium gewöhnt.
 

Heiße Bäder und enge Unterhosen steigern die Chance auf ein Mädchen

 
Es ist richtig, dass männliche Samenzellen wärmeempfindlicher sind - wirklich schaden kann Wärme jedoch nur den gerade heranreifenden Zellen. Diese brauchen jedoch etwa 3 Monate zum reifen - wird also im März heiß gebadet, hat das Auswirkungen auf die im Juni reifen Samenzellen.

Bestimmte Stellungen sind besser für die Befruchtung geeignet, als andere


Die Spermien suchen sich ihren Weg - der ist bei der einen Stellung möglicherweise etwas kürzer, als bei anderen. Studien gibt es zu diesem Thema bisher nicht, ebenso wenig zu der Frage, ob es sinnvoll ist, das Becken nach dem Sex hoch zu lagern.

Stress verhindert Schwangerschaften


Auch dafür gibt es keinerlei Belege - Stress als alleiniges Merkmal beeinflusst die Befruchtung nicht. Geht er allerdings mit ungesunden Begleiterscheinungen wie erhöhter Alkohol- oder Nikotinkonsum einher, kann sich das durchaus auswirken.

Das Geschlecht beeinflussen

 
Zahlreiche Mythen ranken sich darum, ob man das Geschlecht des Kindes beeinflussen kann - von Socken über Mondphasen hin zur Stellung während der Zeugung.  Das Geheimnis warum sich Mythen rund um das Geschlecht so hartnäckig halten liegt darin begründet, dass die Trefferwahrscheinlichkeit exorbitant hoch ist - sie liegt immer bei 50/50. Die Hälfte aller Frauen kann also bei jedem einzelnen Mythos sagen: "Ja! Bei mir hat es gestimmt!" - das sind gefühlt ganz schön viele.

Was wirklich stimmt


Studien haben nachgewiesen, dass in Zeiten von Krisen, Hunger und Krieg mehr Mädchen geboren werden. Herrschen ökonomisch gute Bedingungen, kommen etwas mehr Jungen zur Welt. Auch der Einfluss der Ernährung wurde nachgewiesen - ernähren sich Frauen zum Zeitpunkt der Empfängnis vor allem energiereich und mit viel Zucker, bekommen sie überdurchschnittlich häufig Jungen. Beides hängt auch unmittelbar miteinander zusammen - lebt man in Wohlstand, ist die Ernährung gehaltvoller, als in Zeiten des Mangels.

Das Ganze hat auch evulotionsbiologischen Sinn - in schlechten Zeiten haben Frauen eine größere Chance, sich fortzupflanzen, als schlecht ernährte Männer im Konkurrenzkampf - um die familiären Gene zu erhalten, sind Töchter also erfolgsversprechender. Außerdem ist es für den Körper anstrengender, einen Jungen auszutragen - die Energiereserven sind in wirtschaftlich erfolgreichen Zeiten deutlich höher. Wie genau der Körper aktiv beeinflussen könnte, ob eine Junge oder ein Mädchen geboren wird, darüber wird noch spekuliert. Möglicherweise haben das nahrungsbedingt beeinflusste Scheidenmilieu oder die Zusammensetzung des Blutes einen Einfluss darauf, welche Spermien überleben.
 
Kinderfüße und Erwachsenenfüße unter einer DeckeMöglicherweise hängt die Geschlechterverteilung auch vom Stress ab. Krisenzeiten verursachen solchen - während der chinesischen Hungersnot und nach der Wende in Ostdeutschland wurden signifikant weniger Jungen geboren. Normalerweise beträgt das Geschlechterverhältnis 106 Jungen zu 100 Mädchen.
 
Ein Mythos rankt sich auch um den Zeitpunkt der Zeugung. Männliche Spermien sind angeblich schneller, weibliche Spermien ausdauernder, so dass Sex nahe am Eisprung die Zeugung eines Jungen begünstigt. Findet der Geschlechtsverkehr einige Tage vor dem Eisprung statt, sind die widerstandsfähigeren weiblichen Samen im Vorteil. Erfahrungen bei der Besamung von Hirschen oder Schafen haben gezeigt, dass der Befruchtungszeitpunkt die Geschlechtshäufigkeit tatsächlich beeinflusst - bei Rindern hingegen zeigte sich ein solcher Effekt nicht. Neuere Untersuchungen mit Menschen belegten jedoch genau das Gegenteil - sie zeigte, dass die Häufigkeit der Jungen stieg, je weiter der Sex vor dem Eisprung stattfand. Dieses Ergebnis war statistisch signifikant, aber nicht gravierend - statt etwa 50/50 verschob sich das Verhältnis auf 45/55.

Frauen spüren sofort nach der Zeugung, dass es geklappt hat

 
Solche Berichte liest man immer wieder - nach dem Sex liegt das Paar sich glücklich in den Armen und sie ist vollkommen sicher, dass es geklappt hat. Da ist der Wunsch nach einer selbsterfüllenden Prophezeiung wohl der Auslöser. Biologisch ist es vollkommen unmöglich, dass der Körper "spürt", dass es geklappt hat. Es dauert einige Stunden, bis die Samenzelle den Weg zur Eizelle findet und beide miteinander verschmelzen. Und selbst, wenn das erfolgreich abgeschlossen wurde, wandert der Embryo nach der Befruchtung noch tagelang durch die Gebärmutter und nistet sich erst fünf bis sechs Tage nach der Empfängnis ein. Erst dann beginnt die Produktion des Schwangerschaftshormons HCG, das dem Körper signalisiert: "Ich bin schwanger!" Es ist also vollkommen unmöglich, zum Zeitpunkt der Zeugung zu wissen, dass es geklappt hat.
 

Mythen rund um die Schwangerschaft


Es gibt allerlei Regeln, an die sich Schwangere vermeintlich halten sollten, um nicht das Leben des Ungeborenen zu gefährden. So sollen sie nichts über den Kopf heben, da sich sonst die Nabelschnur um den Hals des Kindes wickelt. Auch unter Wäscheleinen hindurch habe angeblich den selben Effekt.

Das Geschlecht vorhersagen


Jahrtausende lang wussten Schwangere bis zur Geburt nicht, welches Geschlecht ihr Kind hat. Was lag näher, als sich die Zeit der Ungewissheit mit Spekulationen zu vertreiben? So entstanden unzählige Mythen darum, wie sich aufgrund des Zustandes der werdenden Mutter auf das kindliche Geschlecht Rückschlüsse ziehen lassen. Lust auf Süßes? Dann wird es sicher ein Mädchen! Heißhunger auf Herzhaftes, dann muss es wohl ein Junge sein.... Was ist tatsächlich dran?
 
Schwangere Frau

An der Form des Bauches das Geschlecht erkennen

 
Der Volksmund sagt, dass ein spitzer, nach vorne wachsender Bauch typisch für männliche Babys ist. Töchter hingegen würden dafür sorgen, dass sich die zusätzlichen Kilos eher rundherum verteilen. Auch das ist vollkommener Unsinn - die Form des Bauches ist meist abhängig vom Bau der Frau und dem Zustand des Bindegewebes und der Muskeln, der Fruchtwassermenge und der Größe des Kindes. Bei der ersten Schwangerschaft ist meist noch alles frisch und straff, so dass der Bauch nach vorne wächst - bekommt die Frau einen Sohn und später eine Tochter, kann sie den Mythos bestätigen, weil das Bauchwachstum bei der zweiten Schwangerschaft ganz anders aussehen kann.
 

Die Übelkeit als Indikator für das Geschlecht des Babys

 
Das lustige an diesem Mythos ist, dass er in zwei verschiedenen Varianten existiert. Sind Schwangere stark übelkeitsgeplagt, wird ihnen am häufigsten ein Mädchen prognostiziert - es gibt aber auch viele, die sagen, dass bei starker Übelkeit ein Junge zu erwarten ist.
 
 Zwar wissen die Wissenschaftler noch immer nicht, was genau die Übelkeit verursacht - aber so viel ist sicher: von der Übelkeit lässt sich kein Rückschluss auf das Geschlecht ziehen. Es wird vermutet, dass es mit der Höhe des HCG-Spiegels zusammenhängt und tatsächlich haben Frauen, die Mädchen erwarten, in der Regel auch einen höheren Spiegel dieses Hormons haben. Allerdings ist auch unzähligen Jungs-Müttern furchtbar schlecht und Frauen, die ein Mädchen erwarten verspüren oft nicht das geringste Unwohlsein.

Allerdings beobachten Forscher des schwedischen Karolinska-Institutes bei einer Untersuchung mit einer Million Frauen, dass tatsächlich diejenigen, die über Übelkeit klagten im Vergleich häufiger Jungen zur Welt brachten. Eine Studie der Universität Baltimore ergab: von 66 Frauen, die unter Hyperemesis litten, bekamen 44 ein Mädchen.

Mädchen nehmen Schönheit, Jungs geben Schönheit

Ob nun durch das vermehrte Erbrechen oder aus anderen Gründen - Schwangere, die Mädchen erwarten sollen vermeintlich deutlich schlechter aussehen, als Jungenmütter. Diesen wird strahlende Schönheit nachgesagt. Auch das ist ein Mythos - es gibt blühende Mädchenmütter ebenso häufig, wie stark strapazierte Jungs-Schwangere. Auch hier gilt wieder: die enorm hohe Trefferwahrscheinlichkeit von 50 % machen diesen Mythos unsterblich.
 

Schwangere müssen für zwei Essen

 
Das ist im Grunde richtig - so lange man beachtet, dass der/die "Zweite" einen deutlich geringeren Kalorienbedarf hat. In den ersten drei Monaten wird keine zusätzliche Energie vom Fötus benötigt, erst ab dem vierten Schwangerschaftsmonat sollte eine Frau 255 kcal mehr zu sich nehmen, als zuvor. Eine dauerhaft zu hohe Kalorienzufuhr erhöht das Risiko für eine Schwangerschaftsdiabetes.
 
Was tatsächlich stimmt: Der Nährstoffbedarf einer Schwangeren verdoppelt sich teilweise - Eisen wird nun mindestens doppelt so viel wie sonst benötigt, auch an Zink und den Vitaminen B6 und B12 ist der Bedarf deutlich erhöht. Daher ist es besonders wichtig, auf eine ausgewogene und gesunder Ernährung zu achten. Ist das wegen der Übelkeit oder einseitiger Gelüste nicht möglich, sollte ein Vitaminpräparat eingenommen werden. Zwar holt sich ein Baby, was es braucht, aber das geht dann stark zu Lasten der Mutter (bspw. beim Calcium).

Schwangere leiden unter seltsamen Gelüsten


Herzhafte WürsteTypisch für die Schwangerschaft sind spezielle Gelüste nach Süßem, Herzhaftem oder ungewöhnlichen Kombinationen. Häufig wird behauptet, die Lust auf Herzhaftes spreche dafür, dass die Frau ein Jungen erwartet - Wissenschaftler gehen vielmehr davon aus, dass der Speichel der Frauen durch das Hormon Östrogen süßer als gewöhnlich schmeckt und daher die Lust auf Süßes durch ihn gestillt wird und die Frau eher salzige Nahrung bevorzugt.

 

Haare färben ist während der Schwangerschaft nicht erlaubt


Wer wirklich sicher gehen will, lässt das Haare färben in der Schwangerschaft. Es ist unbestritten, dass Haarfarbe jede Menge Chemikalien enthält, die über die Kopfhaut auch in den mütterlichen Körper gelangen kann. Allerdings haben Studien zu diesem Thema keine Gefährdung für das Baby ergeben.

 

Intensiv cremen schützt vor Schwangerschaftsstreifen

 
Viele werdende Mütter fürchten die unschönen Dehnungsstreifen an Bauch, Beinen und Busen. Es gibt unzählige Produkte, die versprechen, dass das regelmäßige Eincremen mit ihnen solche verhindert. Leider konnte das noch nicht eine einzige Studie wirklich belegen.
 

Jede Schwangerschaft kostet einen Zahn

 
Das war früher tatsächlich so - allerdings war da der Zustand der Mundhygiene sehr viel bedenklicher, als heutzutage. Die Schwangerschaftshormone lockern das Zahnfleisch, weswegen viele Schwangere stark mit Zahnfleischbluten kämpfen. Häufiges Erbrechen bei Hyperemesis greift auch den Zahnschmelz an. Aber sonst auch gut gepflegte Zähne werden in der Schwangerschaft keinen Schaden nehmen. Sie sollten jedoch besonders intensiv gepflegt werden, weil Bakterien im Mund auch vorzeitige Wehen auslösen können und die Hormone die Zusammensetzung des Speichels beeinflussen, so dass Karies begünstigt werden kann. Wichtig ist es, genug Calcium zu sich zu nehmen, da dieses sonst für das Baby aus den Zähnen gelöst wird.

Schwanger macht vergesslich


Das ist einer der wenigen Mythen, für den sich in verschiedenen Studien Belege finden ließen. Ein Erklärungsansatz ist, dass der veränderte Hormonspiegel dafür verantwortlich ist, ein anderer, dass Frauen sich einfach mehr sorgen und schwangerschaftsbedingt nicht so gut schlafen, so dass sich das auf die Gedächtnisleistung auswirkt. Eine Untersuchung ließ vermuten, dass Frauen, die Mädchen erwarten, häufiger betroffen sind. Allerdings gibt es auch Untersuchungen, wonach eine Schwangerschaft keinen Einfluss auf die kognitiven Leistungen hat.

Leidet die Mutter unter Sodbrennen, hat das Baby lange Haare


Leidet die Schwangere unter starkem Sodbrennen, hat das Kind lange Haare. Das ist natürlich kompletter Unsinn - selbst wenn die Haare lang genug wären um so etwas zu verursachen, müssten sie ja erst mal aus der Fruchtblase heraus und in die Speiseröhre hinein kommen. In der Schwangerschaft werden vermehrt muskelentspannende Hormone augeschüttet - diese lockern leider auch den Magenschließmuskel, weswegen die Magensäure aufsteigen und das lästige Sodbrennen verursachen kann.

Schwangerschaften machen große Füße


Fuß im SandEs ist tatsächlich belegt, dass zum Ende der Schwangerschaft die Füße wachsen - durchschnittlich waren sie dann 1,8 mm länger und 2 mm breiter - das entspricht etwa einer Viertelschuhgröße. Das liegt daran, dass Schwangere sehr viel Wasser einlagern - die Schwerkraft tut ihr übriges. Normalerweise schrumpft der Fuß bis etwa sechs Wochen nach der Geburt wieder auf seine ursprüngliche Größe - manchmal bleibt er jedoch auch größer. Das kann aber ebenso gut am Alter liegen - unser Fußgewölbe flacht sich im Laufe der Jahre durch den Druck des Körpers und die nachlassende Spannkraft des Gewebes ab.
 

Mythen rund um die Geburt

 

Wenn die Fruchtblase platzt, muss man sich sofort hinlegen

 
Diese Empfehlung wird aus Angst vor einem Nabelschnurvorfall gegeben. Dabei rutscht eine Schlinge der Nabelschnur zwischen den Geburtskanal und dem Kopf des Babys. Platzt die Fruchtblase (schwallartig), kann das dazu führen, dass diese Schlinge abgeklemmt wird und die Versorgung des Kindes beeinträchtig - bis hin zu dessen Tod. Nabelschnurvorfälle sind extrem selten - und leider nicht dadurch zu verhindern, dass man sich sofort hinlegt. Die paar Sekunden, die man benötigt, um den Blasensprung überhaupt zu realisieren, reichen schon aus, dass es zu diesem Vorfall kommt. Sich nach einem schwallartigen Blasensprung hinzulegen nützt leider gar nichts. Anders sieht es aus, wenn des Fruchtwasser nicht plötzlich, sondern immer wieder in kleinen Mengen abgeht - wenn der Kopf nicht fest im Becken ist, sollte man sich hinlegen und einen Krankentransport rufen.
 

Das erste Kind lässt meist auf sich warten

 
Eine Schwangerschaft dauert ab dem Zeitpunkt der Zeugung etwa 38 Wochen - dass das nur ein rein rechnerischer Termin ist, belegt die Tatsache, dass nur etwa 4 % aller Kinder tatsächlich am errechneten Geburtstermin zur Welt kommen. Da - außer bei künstlichen Befruchtungen - das Zeugungsdatum ohnehin nicht genau bekannt ist, stimmt der errechnete Termin ohnehin in fast allen Fällen nicht genau. Frauen mit langen Zyklen sind viel schneller mit der Geburt überfällig, als Frauen, bei denen der 28-Tage-Standard-Zyklus zugrunde gelegt wird.

Mädchen lassen eher auf sich warten (weil sie sich noch hübsch machen wollen)


Meine erstes ICSI-Kind kam überpünktlich bei 40+0 - nach der Naegele-Regel, mit der Frauenärzte rechnen wäre sie zu diesem Zeitpunkt jedoch schon 10 Tage überfällig gewesen. Ganz sicher hätte ich mir dann anhören dürfen "sie will sich noch putzen". Dafür gibt es jedoch keine Belege - die Dauer von Schwangerschaften ist nicht vom Geschlecht abhängig.
 

Vollmond

Bei Vollmond werden mehr Kinder geboren

 
Mein Sohn wurde bei Vollmond geboren und die Hebammen im Kreißsaal meinten stöhnend, sie seien drauf vorbereitet, dass die Nacht außergewöhnlich betriebsam würde. Allerdings belegen umfangreiche statistische Auswertungen, dass dem nicht so ist. Möglicherweise fällt es gebärenden Frauen eher auf, wenn der Mond nachts so hell scheint, so dass diese öfter von ihren Geburten berichten, als die bei Neumond gebärenden. Eine statistische Häufung ist an Montagen und Dienstagen zu verzeichnen - das liegt daran, dass geplante Kaiserschnitte selten am Wochenende durchgeführt werden.

Sex löst Wehen aus


Lange machte man das im Sperma enthaltene Prostaglandin dafür verantwortlich - tatsächlich sind die enthaltenen Mengen so gering, dass der Mann literweise ejakulieren müsste, um Wehen auszulösen. Allerdings kann die Kontraktion der Gebärmutter beim Orgasmus der Frau durchaus wehenauslösend wirken. Außerdem führt das intensive Beschäftigen mit den Brustwarzen zu einer Ausschüttung des wehenanregenden Hormons Oxytocin.
 

Mythen rund ums Stillen


Frauen mit kleinen Brüsten haben weniger Milch


Frauen mit kleinen Brüsten haben weniger Fettgewebe darin - die Brustdrüsen sind jedoch genauso groß, wie die großbrüstiger Frauen. Mittlerweile weiß man, dass die Milch nicht in den Brüsten "gelagert" wird, sondern der größte Teil während des Stillens produziert wird. Und die Brust reguliert die produzierte Milchmenge nach der Nachfrage. Häufiges Stillen - auch an kleinen Brüsten - steigert die Milchproduktion.

 Vom Stillen bekommt man Hängebrüste


Das ist etwas, wovon viele Frauen überzeugt sind - aber es trifft nicht zu. Nicht das Stillen hat maßgeblich Einfluss auf die Brustform nach der Schwangerschaft, sondern vielmehr das Alter, der BMI, die Zahl der Schwangerschaften und das Rauchen, wie eine Studie ergab. Die Veränderungen, die wir beobachten, sind meist davon verursacht, dass die Milchdrüsen während des Stillens vergrößern. Nach dem Abstillen verkleinern sie sich und es dauert eine ganze Zeit, bis sich das Fettgewebe wieder seinen Platz zurück erobert.

Durch das Stillen nimmt man wie von selbst ab


Auch wenn viele Frauen begeistert sind, wie die Pfunde durch das Stillen schmelzen - das halte ich persönlich nach jahrelangem Stillen für einen absoluten Mythos. Und tatsächlich ergaben Untersuchungen entweder keinen Unterschied oder nur einen in Bezug auf die Schnelligkeit. Wahrscheinlich handelt es sich bei dem (schnell) verlorenen Gewicht vielmehr um die ausgeschwemmten Wassereinlagerungen. Was aber durch eine Studie belegt ist - Frauen, die länger als 6 Monate gestillt haben, hatten nach den Wechseljahren weniger Gewicht, als diejenigen, die ihre Kinder kürzer/nicht gestillt haben. 

© Danielle

 
 

 

Quellen

 
 
http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/mythen-ueber-die-schwangerschaft-ammenmaerchen-1.75697-3

https://www.ernaehrungs-umschau.de/fileadmin/Ernaehrungs-Umschau/pdfs/pdf_2013/08_13/EU08_2013_M466_M474.qxd.pdf

http://www.3sat.de/page/?source=/nano/news/41074/index.html

http://www.spiegel.de/gesundheit/schwangerschaft/schwangerschaft-und-stillen-beeinflussen-koerpergewicht-nach-menopause-a-843597.html
 
http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/denken-in-der-schwangerschaft-blick-fuers-wesentliche-1.66345

http://www.familienplanung-natuerlich.de/von-a-bis-z/geschlechtsbeeinflussung.php

R. W. Rorie: Effect of timing of artificial insemination on sex ratio. In: Theriogenology. Band 52, Nummer 8, Dezember 1999, S. 1273–1280

P. W. Zarutskie, C. H. Muller, M. Magone, M. R. Soules: The clinical relevance of sex selection techniques. In: Fertility and sterility. Band 52, Nummer 6, Dezember 1989, S. 891–905

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Kommentare:

  1. Eine Studie der Universität Heidelberg belegt allerdings, dass nach Pilleneinahme die Befruchtung oft länger dauert, weil im ersten Jahr nach Absetzen gehäuft Gelbkörperschwächen auftreten.

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  2. Ein wirklich interessanter Artikel, wie von Euch gewohnt ;) Ich habe allerdings meine Gewichtsabnahme schon immer auf das stillen geschoben. Immerhin wog ich am Ende der Schwangerschaft 21 Kilo mehr als jetzt 8 Monate nach der Geburt. Und ich wiege jetzt sogar weniger als vor der Schwangerschaft. Habe die ganze Zeit gedacht, dass es am stillen liegt (stille immer noch). Aktiv habe ich gegen die Pfunde nie etwas unternommen. Liegt dann wohl doch am stressigen Mutterdasein. An der Form meines Bauches wurde mir ein Junge prophezeit, es wurde allerdings ein Mädchen :) Liebe Grüße, Tatjana

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  3. Mein Frauenarzt hat mir damals empfohlen, nach dem Sex nicht sofort aufzustehen, sondern noch ca. eine halbe Stunde liegen zu bleiben, ruhig auch mit Kissen unterm Po. Ich bin noch im selben Zyklus schwanger geworden, nachdem wir es zuvor ein knappes Jahr erfolglos versucht hatten. Vorher war ich nie liegen geblieben und immer sofort zur Toilette gegangen. Beim zweiten Kind ging es dann genauso schnell. Es ist bestimmt nicht zwingend notwendig, liegen zu bleiben, aber ich denke, dass es die Wahrscheinlichkeit erhöhen kann, wenn nicht ein Großteil der Spermienflüssigkeit direkt wieder herausläuft.

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  4. Zur Geschlechterverteilung bei der Zeugung habe ich kürzlich auch gelesen, dass diese wahrscheinlich eher bei 50/50 liegt und erst im Laufe der Schwangerschaft Unterschiede deutlich werden. Das würde zumindest erklären, warum in Notzeiten mehr Mädchen geboren werden. Sie sind wohl vor der Geburt schon widerstandsfähiger. Dass in guten Zeiten mehr Jungs auf die Welt kommen, ist damit allerdings auch noch nicht geklärt.

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  5. Zur Vergesslichkeit während der Schwangerschaft: Bei der 2. Schwangerschaft war ich zu Beginn total schusselig und vergesslich. Es war teilweise echt schlimm! Und das auch, wo ich noch keinen Test gemacht hatte (ca. 5 Tage vor Test) und eigentlich davon ausging, dass es nicht geklappt hat, weil's der erste Versuch war. Ich hab ständig Sätze angefangen und mitten drin aufgehört. Ich habe mehrmals am Tag mein Handy, meine Sonnenbrille, meine Tasche usw. gesucht. Witzig war, als ich verzweifelt mein Handy suchte (wir waren bei meiner Mutter und wollten dringend nach Hause, weil die 1 jährige Tochter müde war) und mein Mann es dann dort im Kühlschrank(!) fand (es war ein warmer Sommertag und ich wollte unser Abendessen nicht im Auto lassen)... Schwanger sein ist toll. Ich freu mich aufs nächste Mal, auch wenn das noch ein Jahr dauert.

    Danke für diesen tollen Artikel!

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  6. Super Artikel und hilfreiche Kommentare. Besonders den Tipp von dem Frauenarzt, nach dem Sex noch was liegen zu bleiben finde ich interessant. Werde das mal ausprobieren. Hat damit sonst noch jemand Erfahrungen gemacht?

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    1. Also schaden wird das sicher nichts. Ob es was nützt, ist eine andere Frage :-).

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  7. Hallo Danielle, vielen Dank für deinen (wie immer) gelungenen Artikel. Ich lese schon seit langer Zeit im Stillen die Artikel von euch beiden und bin begeistert! Gerade wenn es um den Umgang und die Erziehung mit Kindern geht, leistet ihr meiner Meinung nach unschätzbare Aufklärungsarbeit weg von dem Kampf gegen den vermeintlichen Tyrannen und hin zum respektvollen Miteinander.
    Diesen Artikel betreffend möchte ich jedoch einen Punkt aufgreifen: Das Hinlegen bei einem vorzeitigen Blasensprung ist nach wie vor der Goldstandard. Ich war jahrelang im Rettungsdienst als Rettungssanitäterin und später Rettungsassistentin tätig bevor ich mein Medizinstudium aufgenommen (und mein erstes Kind bekommen) habe und wenn der Kopf noch nicht fest im Becken sitzt, ist es notwendig, sich hinzulegen und sich liegend in die Klinik transportieren zu lassen. Das liegt daran, dass so ein Blasensprung nicht immer so extrem schwallartig sein muss wie er im Artikel angeführt wurde und im Normalfall durchaus Zeit bleibt, sich hinzulegen. Der von Dir beschriebene Fall ist möglich aber nicht zwingend. Frauenärzte halten nach wie vor ihre Patientinnen dazu an, genau das zu tun und es macht immer noch speziell nachts einen großen Teil der Rettungsdiensteinsätze aus. Ich würde es unbedingt empfehlen und ich persönlich kenne auch keine/n Geburtshelfer und keine/n Gynäkologen, der/die andere Empfehlungen ausspricht. Ich fände es schöner, darauf hinzuweisen, dass dieses Vorgehen nur notwendig ist, wenn der Kopf noch nicht fest im Becken sitzt, mit diesem Wissen könnte man viele unnötige Einsätze verhindern und einige wenige notwendigen Liegendtransporte sichern.
    Noch einmal herzlichen Dank für die wunderbar recherchierten und liebevoll geschriebenen Artikel, bitte macht noch lange weiter so!

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    1. Ganz herzlichen Dank für Deinen Kommentar. Ich habe das nochmal überarbeitet und etwas differenzierter dargestellt.

      Viele Grüße!
      Danielle

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