Liebe Leserinnen, liebe Leser...

Tastatur mit Kaffee Blog schreibenLiebe Leserinnen, liebe Leser,

es ist euch sicherlich schon aufgefallen, dass es hier im Blog ruhiger geworden ist.

Zuerst war es unser zweites Buch, das all unsere Aufmerksamkeit forderte. Der Abgabetermin war Ende August, so dass wir den ganzen Sommer über intensiv über unseren Laptops hingen, um wirklich alle Details ins Manuskript zu bekommen, die uns wichtig erschienen. Tatsächlich waren wir nicht eine Minute zu früh fertig, sondern haben die Deadline komplett ausgereizt. In den letzten drei Tagen vor Abgabe warfen wir aufgrund einer plötzlichen Eingebung sogar noch einmal die ersten 100 Seiten des Buches komplett um. Wir ließen Langweiliges weg, verbanden interessante Fakten und brachten alles in einen völlig neuen Zusammenhang. Wir glauben, dass das neue Buch so inhaltlich total dazu gewonnen hat, aber es machte unsere Arbeit natürlich nicht leichter....

Tja, und dann fing der September an, und ich (Snowqueen) startete in meinem neuen Job. Ich habe den Arbeitsplatz gewechselt, weil ich das Gefühl hatte, nach zehn Jahren an der gleichen Schule mal einen Neuanfang zu brauchen. Und was für ein Glück ich hatte! Ich bin an einer winzig kleinen Schule gelandet, die mir wie aus dem Märchenbuch gesprungen vorkommt. Ich lehre nun inmitten wahnsinnig netter und unterstützender Kolleg_innen und liebenswerter Schüler_innen und fühle mich pudelwohl! Der einzige Wermutstropfen ist, dass ich jeden Morgen um 5 Uhr aufstehen muss, um mich auf meinen eineinhalbstündigen Arbeitsweg in ein anderes Bundesland zu machen. Komme ich am Nachmittag nach Hause, kommen auch meine großen Töchter von der Schule zurück und wir holen Herrn Friedlich von der Kita ab. Ab da heißt es für mich: Mit den Kindern spielen! Ich schiebe Autos durch Sandburgen, stelle mit Fräulein Chaos Seife her oder lasse mir von der "Friseurin" Fräulein Ordnung diverse Zöpfe und Spängchen ins Haar klemmen. Abendbrot, die Vorbereitung meiner Unterrichtsstunden und das abendliche Duschen und Haarewaschen müssen auch noch irgendwo dazwischen geklemmt werden. Um 20 Uhr falle ich mit den Kindern gemeinsam ins Bett und bin die Erste, die weggepennt ist.

Und hier ist mein Dilemma - ich finde gerade keine Zeit für den Blog. Es tut mir so wahnsinnig leid, euch so zu enttäuschen, aber ich weiß wirklich nicht, wann ich schreiben soll. Bei meinem alten Job hatte ich einen Tag pro Woche frei, an dem ich das meiste der Blogarbeit geschafft habe, aber diesen Luxus habe ich an meiner neuen Schule nicht. Ich habe zwar insgesamt einen kürzeren Stundenplan, aber eben keinen freien Tag, dafür drei Stunden tägliche Fahrzeit. Heute ist Donnerstag - mein kurzer Tag. Ich bin jetzt so schnell wie möglich nach Berlin zurück gefahren und sitze gerade in meinem Lieblingscafé. Eine Stunde habe ich für Euch Zeit, bevor die Familie kommt. Ich denke, so werde ich es jeden Donnerstag machen, aber viel schaffe ich in einer Stunde nicht. Zumindest keine tiefgreifenden, gut recherchierten Artikel. Ich schaffe es, euch einen Brief wie diesen zu schreiben, und ich werde es auch schaffen, einen neuen Artikel mit Geschenkideen für Kinder - dieses mal für etwas ältere - zu verfassen. Über solche Dinge muss ich nicht groß nachdenken, die fließen mir einfach aus den Fingern. Aber ich trage andere Artikel in mir, die ich so gerne zu Papier bringen will. Artikel darüber, ob man Kinder mit Spielzeugwaffen spielen lassen sollte. Artikel darüber, wie man Leute mit Fakten entwaffnen kann, die behaupten "Mir hat es doch auch nicht geschadet." Artikel über Resilienz. Doch für solche Artikel brauche ich Zeit und Tonnen an Sekundärliteratur. Ersteres habe ich nicht, und letzteres möchte ich nicht auf dem Fahrrad im Rucksack mitsamt meiner Schulsachen mitschleppen. Wie werde ich das machen? Ich weiß es nicht. Im Moment bin ich ratlos.

Nun sagt ihr vielleicht, Danielle könnte doch den Blog aufrecht erhalten? Das hat sie schließlich schon einmal. Damals, als Herr Friedlich frisch geboren war und ich erstmal nicht zum Schreiben kam. Damals hat sie tapfer Artikel nach Artikel geschrieben und ihr habt vermutlich gar nicht gemerkt, wie sehr hier im Hintergrund die Vereinbarkeit von Familie, Leidenschaft und Beruf geknirscht hat. Damals arbeitete Danielle in einem relativ entspannten Job und hatte ebenfalls jede Woche einen freien Tag. Allerdingst hat sie auch schon vor ein paar Monaten den Arbeitgeber gewechselt. Ihre jetzige Beschäftigung ist zwar sehr viel erfüllender, aber leider auch deutllich herausfordernder, so dass sie auch nicht mehr viel einfach so nebenbei für den Blog schreiben kann. Auch bei ihr fehlt die Zeit an allen Ecken und Enden. Und deshalb, liebe Leserinnen und Leser, ist es hier gerade so ruhig auf dem Blog. Wir tun unser möglichstes. Wir schreiben, wann immer wir können. Aber wir wollen euch keine seichten Bla-Bla-Artikel hinwerfen, nur um regelmäßig etwas zu posten. Wir wollen unserem Standard weiterhin gerecht werden, auch wenn das heißt, nur alle zwei Wochen oder noch seltener etwas online zu stellen. Es tut uns leid, euch so enttäuschen zu müssen, aber gerade geht einfach nicht mehr.

Und da ist noch etwas, das wir ansprechen wollten. Viele von euch unterstützen unsere Arbeit mit regelmäßigen Spenden über Tipeee. Das ist super, weil das Geld unser Forum von Bannern und den Blog von Werbeartikeln befreit hat und uns den ein oder anderen Kaffee oder Fachliteratur bezahlte, wenn wir mal wieder über einem Artikel grübelten. Wir danken euch von Herzen dafür! Nur finden wir es fair, euch hier an dieser Stelle anzubieten, diese Unterstützung einzustellen, weil wir ja gerade nicht...nunja..."abliefern". Ihr unterstützt unsere Arbeit freiwillig, weil euch unsere Artikel und Bücher im Alltag helfen. Doch da wir im Moment nur wenige Artikel schreiben können, solltet ihr nochmal in euch gehen und überlegen, ob wir Eurer Unterstützung noch würdig sind. Wir freuen uns natürlich über jeden, der dabei bleibt! Alternativ wäre es für uns auch möglich, einfach wieder Werbeartikel zu schreiben, und darüber das nötige Kleingeld reinzuholen. Solche Texte schreiben wir locker in einer Stunde...ihr müsstet sie dann nur hier im Blog erdulden. Ihr entscheidet das, ja?

Kommen wir noch einmal zu unserem zweiten Buch zurück. Sicher seid ihr schon ganz neugierig, worum es gehen wird? Wer uns bei Tippeee unterstützt, kennt das Geheimnis schon. Unsere Unterstützer_innen durften sich sogar an der Titelsuche beteiligen! (Obwohl dann letztlich sich der Verlag leider für einen reichlich langweiligen Titel entschieden hat...) Im zweiten Buch haben wir u. a. über die Wackelzahnpubertät geschrieben, über den kindlichen Befehlston Erwachsenen gegenüber, über Lügen und Stehlen, über unerklärlich dramatische Ausraster morgens beim Ankleiden, über provokatives Verhalten und Nicht-Hören und viele andere typische Probleme mit Schulkindern im Altern von 5-10. Dabei haben wir wieder so einige Mythen über den Haufen geworfen und entwicklungspsychologisch bzw. neurologisch erklärt, was eigentlich Sache ist. Einige von euch durften schon Probelesen - die Rückmeldungen waren durchweg positiv. Wir glauben also, das Buch wird euch gut gefallen! Im Frühjahr 2018 kommt es endlich auf den Markt.

So... meine Stunde ist rum. Ich muss los, Herrn Friedlich abholen. Die Mädchen tauchen bestimmt auch jede Sekunde hier auf. Macht`s gut, ihr Lieben, und schaut immer wieder bei uns vorbei, ja? Wir sind nicht weg. Wir sind nur anderweitig beschäftigt. Aber wir denken an euch, wann immer wir können und hoffen, bald wieder mehr Arbeitszeit für den Blog zu finden.

Eure Snowqueen (und Eure Danielle)