Abstillen ist für viele Familien ein bedeutsamer Schritt. Stillen bedeutet für Kinder weit mehr als Nahrung. Es ist Nähe, Trost und ein Ritual, das oft beim Einschlafen oder in stressigen Momenten des Tages für Sicherheit sorgt. Gleichzeitig kommt irgendwann der Moment, an dem Eltern sich fragen, wie und wann sie den Übergang zum Abstillen gestalten sollen.
Viele Eltern wünschen sich ein sanftes Abstillen, also einen Übergang, der das Kind nicht überfordert und die Bindung aufrechterhält. Sanftes Abstillen kann unterschiedlich aussehen: Für manche Familien bedeutet es, Mahlzeiten nach und nach zu ersetzen, für andere, das Stillen nur noch auf bestimmte Situationen wie das Einschlafen zu begrenzen. Wichtig ist, dass das Kind in diesem Prozess verstanden und begleitet wird und dass die Bedürfnisse von Eltern und Kind miteinander in Einklang gebracht werden. Darüner spricht Danielle in der aktuellen Podcastfolge mit Elternberaterin und Autorin Mildi Karin Sand, die das Buch "Meine Milch - Das sanfte Abstillbüchlein"* geschrieben hat.
Es gibt keine festen Regeln dafür, wann Kinder abstillen. Manche Kinder verlieren von selbst das Interesse, andere bleiben länger beim Stillen, weil sie die Nähe oder den Trost brauchen. Eltern müssen nicht aktiv abstillen, wenn das Kind von selbst weniger stillt, aber oft ist ein bewusster Übergang hilfreich, besonders wenn das Stillen stark in den Alltag integriert ist.
Typische Stolperfallen beim Abstillen sind ein zu schneller Umstieg, einseitiger Druck auf das Kind oder das Übergehen der eigenen Gefühle. Für Eltern kann dieser Abschied ebenso emotional sein wie für Kinder. Gefühle von Erleichterung, Wehmut oder Unsicherheit sind normal und Teil des Prozesses. Gerade nachts oder beim Einschlafen zeigt sich oft, wie stark das Stillen mit Trost und Sicherheit verbunden ist.
Kinderbücher zum Abstillen können in dieser Phase eine wertvolle Unterstützung sein. Geschichten helfen Kindern, Veränderungen besser zu verstehen und sich auf neue Routinen einzulassen. Eltern können sie nutzen, um das Thema spielerisch und verständlich anzusprechen, Ängste abzubauen und das Kind aktiv in den Übergang einzubinden.
Abstillen ist kein Abbruch der Bindung, sondern ein natürlicher Schritt in der Entwicklung. Kinder lernen, ihre Bedürfnisse anders auszudrücken, Eltern finden neue Wege, Nähe und Trost zu geben, und beide Seiten entwickeln Vertrauen in den neuen Alltag. Ein bewusster, sanfter Übergang gibt Familien die Chance, diesen Schritt gemeinsam und liebevoll zu gestalten.
Mehr über Mildi und ihre Arbeit erfährst Du auf Instagram, Facebook und ihrer Homepage. In unserem Blog findest Du noch diesen Artikel zum Thema: "Nächtliches Dauerstillen - Abstillen während der Nacht". Mildi war übrigens auch in Folge 105 zu Gast: "Gefühksstarke Kinder begleiten".

