Meine Familie, der Krebs und ich - Podcast mit Alu Kitzerow

Wenn in einer Familie plötzlich eine schwere Krankheit auftaucht, verändert sich nicht nur der Alltag, sondern oft das gesamte Gefüge. Routinen, die vorher selbstverständlich waren, müssen neu gedacht werden, Zuständigkeiten verschieben sich, und gleichzeitig laufen viele Dinge einfach weiter. Kinder wollen versorgt werden, Termine stehen an, Entscheidungen müssen getroffen werden. Genau in dieser Gleichzeitigkeit aus Ausnahmezustand und Alltag bewegt sich das, worüber wir in unserer aktuellen Podcastfolge sprechen.

Zu Gast ist Alu Kitzerow, dreifache Mutter und Autorin des Buches "Meine Familie, der Krebs und ich"*. Sie beschreibt darin sehr offen, was passiert, wenn eine Krebsdiagnose mitten ins Familienleben fällt. Nicht als abstrakte Erfahrung, sondern als etwas, das ganz konkret in Küche, Kinderzimmer und Partnerschaft stattfindet.


Alu erzählt, dass Krankheit nie nur die eine Person betrifft. Kinder nehmen Veränderungen wahr, auch wenn sie nicht alle Details kennen. Sie reagieren auf Unsicherheiten, auf Stimmungen, auf das, was zwischen den Zeilen passiert. Gleichzeitig stehen Eltern vor der Frage, wie sie mit ihren Kindern darüber sprechen können. Wie ehrlich darf oder sollte man sein, ohne zu überfordern. Und was hilft Kindern tatsächlich, mit so einer Situation umzugehen.

Alu spricht außerdem über ihren Alltag, der neu organisiert werden musste. Wenn ein Elternteil durch Behandlungen eingeschränkt ist, entstehen ganz praktische Fragen. Wer übernimmt welche Aufgaben. Welche Strukturen tragen durch den Tag. Und wie viel Flexibilität braucht es, wenn Planbarkeit plötzlich nicht mehr gegeben ist.

Auch das Thema Mental Load spielt eine zentrale Rolle. Denn die Verantwortung im Kopf verschwindet nicht automatisch mit der Diagnose. Im Gegenteil, oft kommt noch mehr dazu. Termine, Informationen, Entscheidungen rund um die Behandlung, aber auch die Organisation des Familienlebens. Wir sprechen darüber, warum gerade diese unsichtbare Belastung so herausfordernd ist und was in dieser Situation wirklich entlasten kann.

Neben dem Familienalltag geht es auch um die Auswirkungen auf die Partnerschaft. Eine schwere Erkrankung bringt oft neue Rollen mit sich. Unterstützung, Rückzug, Nähe und Distanz verändern sich. Dinge, die vorher funktioniert haben, müssen neu ausgehandelt werden. Gleichzeitig entsteht ein Druck, der wenig Raum für klassische Paardynamiken lässt.

Ein Thema, das oft zu wenig besprochen wird, ist die berufliche Perspektive. Krankheit bedeutet nicht nur eine gesundheitliche Herausforderung, sondern kann auch massive Auswirkungen auf die eigene Erwerbsbiografie haben. Fragen nach Ausfallzeiten, beruflicher Zukunft und finanzieller Sicherheit werden plötzlich sehr konkret. Wir sprechen darüber, ob und inwiefern Krankheit tatsächlich zum Karrierekiller werden kann und wie Familien mit dieser Unsicherheit umgehen.

Daran schließt sich das Thema Finanzen an. Wenn Einkommen wegfällt oder sich verändert, gleichzeitig aber zusätzliche Belastungen entstehen, braucht es neue Strategien. Auch hier wird deutlich, wie wenig viele Familien auf solche Situationen vorbereitet sind und wie groß der Bedarf an klaren Informationen und Unterstützung wäre.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der Umgang mit medizinischen Entscheidungen. Ein Behandlungsverlauf ist selten geradlinig, oft gibt es verschiedene Möglichkeiten, unterschiedliche Empfehlungen und die Notwendigkeit, sich selbst zu positionieren. Wir sprechen darüber, wie sich Orientierung finden lässt, wenn man sich gleichzeitig in einer emotionalen Ausnahmesituation befindet.

Und immer wieder geht es um die Frage, wie man sich selbst in all dem nicht verliert. Zwischen Elternrolle, Organisation, Behandlung und emotionaler Belastung bleibt oft wenig Raum für die eigene Wahrnehmung. Was hilft, trotzdem in Kontakt mit sich selbst zu bleiben. Und warum genau das langfristig so wichtig ist, nicht nur für die betroffene Person, sondern für das gesamte Familiensystem.

Mehr über Alu erfährst Du auf ihrem Blog und bei Instagram.

In unserem Archiv kannst Du außerdem Folge 18 hören, in der wir mit Mandy Falke über ihre Brustkrebs-Erkrankung sprachen.

Abstillen - wie ein sanfter Übergang vom Stillen gelingen kann - Podcast mit Mildi Karin Sand

Abstillen ist für viele Familien ein bedeutsamer Schritt. Stillen bedeutet für Kinder weit mehr als Nahrung. Es ist Nähe, Trost und ein Ritual, das oft beim Einschlafen oder in stressigen Momenten des Tages für Sicherheit sorgt. Gleichzeitig kommt irgendwann der Moment, an dem Eltern sich fragen, wie und wann sie den Übergang zum Abstillen gestalten sollen.

Viele Eltern wünschen sich ein sanftes Abstillen, also einen Übergang, der das Kind nicht überfordert und die Bindung aufrechterhält. Sanftes Abstillen kann unterschiedlich aussehen: Für manche Familien bedeutet es, Mahlzeiten nach und nach zu ersetzen, für andere, das Stillen nur noch auf bestimmte Situationen wie das Einschlafen zu begrenzen. Wichtig ist, dass das Kind in diesem Prozess verstanden und begleitet wird und dass die Bedürfnisse von Eltern und Kind miteinander in Einklang gebracht werden. Darüner spricht Danielle in der aktuellen Podcastfolge mit Elternberaterin und Autorin Mildi Karin Sand, die das Buch "Meine Milch - Das sanfte Abstillbüchlein"* geschrieben hat.

Es gibt keine festen Regeln dafür, wann Kinder abstillen. Manche Kinder verlieren von selbst das Interesse, andere bleiben länger beim Stillen, weil sie die Nähe oder den Trost brauchen. Eltern müssen nicht aktiv abstillen, wenn das Kind von selbst weniger stillt, aber oft ist ein bewusster Übergang hilfreich, besonders wenn das Stillen stark in den Alltag integriert ist.

Typische Stolperfallen beim Abstillen sind ein zu schneller Umstieg, einseitiger Druck auf das Kind oder das Übergehen der eigenen Gefühle. Für Eltern kann dieser Abschied ebenso emotional sein wie für Kinder. Gefühle von Erleichterung, Wehmut oder Unsicherheit sind normal und Teil des Prozesses. Gerade nachts oder beim Einschlafen zeigt sich oft, wie stark das Stillen mit Trost und Sicherheit verbunden ist.

Kinderbücher zum Abstillen können in dieser Phase eine wertvolle Unterstützung sein. Geschichten helfen Kindern, Veränderungen besser zu verstehen und sich auf neue Routinen einzulassen. Eltern können sie nutzen, um das Thema spielerisch und verständlich anzusprechen, Ängste abzubauen und das Kind aktiv in den Übergang einzubinden.

Abstillen ist kein Abbruch der Bindung, sondern ein natürlicher Schritt in der Entwicklung. Kinder lernen, ihre Bedürfnisse anders auszudrücken, Eltern finden neue Wege, Nähe und Trost zu geben, und beide Seiten entwickeln Vertrauen in den neuen Alltag. Ein bewusster, sanfter Übergang gibt Familien die Chance, diesen Schritt gemeinsam und liebevoll zu gestalten.

Mehr über Mildi und ihre Arbeit erfährst Du auf InstagramFacebook und ihrer Homepage. In unserem Blog findest Du noch diesen Artikel zum Thema: "Nächtliches Dauerstillen - Abstillen während der Nacht". Mildi war übrigens auch in Folge 105 zu Gast: "Gefühksstarke Kinder begleiten".

Zwischen Nein und Nähe: Wie wir in stressigen Momenten mit unseren Kindern verbunden bleiben - Podcast mit Romina Alberti

Im Familienalltag gibt es diese Momente, die uns besonders herausfordern. Momente, in denen die Geduld aufgebraucht ist, die Nerven blank liegen und wir plötzlich ganz anders reagieren, als wir es uns eigentlich vorgenommen hatten. Vielleicht wirst du laut, obwohl du ruhig bleiben wolltest. Vielleicht sagst du Ja, obwohl du Nein meinst. Oder du merkst, wie alte Muster durchbrechen, die du doch eigentlich hinter dir lassen wolltest.

Genau darüber sprechen wir in unserer neuen Podcastfolge mit Romina Alberti. Sie ist Diplom-Soziologin, Eltern- und Familienberaterin und begleitet seit vielen Jahren Familien dabei, aus dem Gefühl von Hilflosigkeit herauszufinden und neue Wege im Miteinander zu entwickeln. Sie hat darüber das Buch "Zwischen Nein und Nähe"* geschrieben.

Im Gespräch geht es um eine Frage, die viele Eltern beschäftigt: Wie schaffen wir es, auch dann in Verbindung mit unserem Kind zu bleiben, wenn es im Alltag schwierig wird?

Wir schauen uns an, warum gerade in stressigen Situationen alte Prägungen wieder auftauchen und weshalb der Anspruch, es „besser machen zu wollen“, oft zusätzlichen Druck erzeugt. Es geht um typische Missverständnisse rund um Bedürfnisse und darum, warum es so wichtig ist, zwischen einem Bedürfnis und einem Wunsch zu unterscheiden.

Ein zentraler Punkt der Folge ist das sogenannte Toleranzfenster. Es beschreibt den Bereich, in dem wir emotional stabil und handlungsfähig bleiben können. Viele Eltern bewegen sich im Alltag jedoch oft schon am Rand dieses Fensters oder sogar darüber hinaus, noch bevor überhaupt etwas „passiert“. Wir sprechen darüber, was dieses Fenster verengt, wie du erkennst, dass du es gerade verlässt und was dir helfen kann, wieder zurückzufinden.

Außerdem geht es um Grenzen im Familienalltag. Um die Situationen, in denen Eltern ihre eigenen Grenzen immer wieder übergehen und um die Frage, wie ein klares, authentisches Nein gelingen kann, ohne hart oder verletzend zu wirken.

Romina teilt viele Beispiele aus ihrer Arbeit mit Familien und zeigt, wie kleine Veränderungen im Alltag einen großen Unterschied machen können. Es geht nicht darum, perfekt zu reagieren, sondern darum, sich selbst besser zu verstehen und wieder handlungsfähig zu werden.

Wenn du dich im Alltag manchmal allein fühlst mit deinen Herausforderungen oder dich fragst, warum es bei anderen scheinbar leichter läuft, wirst du in dieser Folge viele entlastende und gleichzeitig konkrete Impulse finden.

Mehr über Romina erfahrt ihr auf ihrer Homepage und auf Instagram.

Mit Kindern durch die Trennung - Gespräche, Gefühle und neue Strukturen - Podcast mit Ute Steffens

Wenn Eltern sich trennen, betrifft das nicht nur die Beziehung zwischen zwei Erwachsenen, sondern das gesamte Familiensystem. Für Kinder bedeutet eine Trennung oft, dass sich vieles gleichzeitig verändert, ihr Zuhause, ihre Alltagsstruktur, ihre Bezugspersonen und das Gefühl von Sicherheit. Auch wenn Eltern sich sicher sind, dass die Trennung die richtige Entscheidung ist, bleibt häufig die Sorge, wie das eigene Kind diese Zeit erlebt und verarbeitet.

In unserer neuen Podcastfolge sprechen wir mit Ute Steffens darüber, was Kinder in Trennungssituationen wirklich brauchen und worauf Eltern in dieser sensiblen Phase achten können. Ute hat zum Thema verschiedene Bücher geschrieben, z. B. „Mit Kindern durch die Trennung“*, "Trenungskinder begleiten"* und das Kinderbuch "Jakob kann zaubern"*.



Wir sprechen mit Ute darüber, dass nicht die Trennung an sich das größte Risiko für Kinder darstellt, sondern vor allem der Umgang damit. Kinder orientieren sich stark daran, wie ihre Eltern die Situation gestalten, wie sie miteinander sprechen und ob es ihnen gelingt, trotz aller Konflikte weiterhin verlässlich für ihr Kind da zu sein.

Ein zentraler Punkt ist die Frage, wie Eltern mit ihrem Kind über die Trennung sprechen können. Viele möchten ihr Kind schützen und neigen dazu, Informationen zurückzuhalten oder sehr vorsichtig zu formulieren. Gleichzeitig brauchen Kinder ehrliche, klare und altersgerechte Erklärungen, um das Geschehen einordnen zu können. Dabei geht es nicht darum, alle Details zu teilen, sondern darum, Orientierung zu geben und vor allem eines deutlich zu machen, dass das Kind keine Schuld an der Trennung trägt und weiterhin von beiden Eltern geliebt wird.

Auch die Reaktionen von Kindern sind ein wichtiges Thema. Kinder verarbeiten eine Trennung sehr unterschiedlich. Manche zeigen ihre Gefühle offen, wirken traurig oder suchen verstärkt Nähe. Andere reagieren mit Wut, Rückzug oder scheinbarer Gleichgültigkeit. In der Folge sprechen wir darüber, warum all diese Reaktionen Ausdruck von Verarbeitung sind und wie Eltern ihr Kind begleiten können, ohne vorschnell einzugreifen oder Gefühle zu bewerten.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Loyalitätskonflikten. Viele Kinder geraten innerlich unter Druck, wenn sie das Gefühl haben, sich zwischen ihren Eltern positionieren zu müssen. Schon kleine Bemerkungen oder unausgesprochene Spannungen können dazu führen, dass Kinder versuchen, es beiden recht zu machen oder ihre eigenen Bedürfnisse zurückstellen. Wir schauen darauf, wie solche Konflikte entstehen und was Eltern konkret tun können, um ihr Kind daraus herauszuhalten.

Auch der Alltag nach der Trennung wird thematisiert. Zwei Zuhause, neue Abläufe und organisatorische Veränderungen können für Kinder herausfordernd sein. Gerade in dieser Phase sind klare Strukturen, verlässliche Absprachen und wiederkehrende Routinen besonders wichtig. Sie geben Kindern Halt und helfen ihnen, sich in der neuen Situation zurechtzufinden.

Gleichzeitig richtet sich der Blick auch auf die Eltern selbst. Eine Trennung ist emotional belastend und fordert viel Kraft. Umso wichtiger ist es, dass Eltern nicht nur auf ihr Kind schauen, sondern auch die eigene Situation im Blick behalten. Denn Kinder profitieren davon, wenn ihre Eltern sich stabilisieren und Wege finden, mit den eigenen Gefühlen umzugehen.

Mehr über Ute über Ute erfahrt ihr auf ihrer Homepage und bei Instagram, Threads und Facebook.

Jugend unter Druck - wie Eltern bei Überforderung, Ängsten und Belastungen unterstützen können

Jugendliche stehen heute unter enormem Druck. Schule, soziale Medien, Zukunftsängste, all das kann schnell überfordern. In dieser Podcastfolge sprechen wir mit Caroline Culen und Golli Marboe, den Autorinnen des Buchs "Jugend unter Druck"*, über die psychischen Herausforderungen, denen junge Menschen heute ausgesetzt sind, und wie wir sie unterstützen können.

Wir tauchen gemeinsam mit den beiden Autoren in die Lebenswelt der Jugendlichen ein. Welche Belastungen erleben sie täglich? Wie wirkt sich der Leistungsdruck aus? Welche Rolle spielen soziale Medien und Vergleichsdynamiken? Caroline Culen und Golli Marboe geben Einblicke, die nicht nur nachdenklich machen, sondern auch ganz konkrete Wege aufzeigen, wie Eltern und Schule Jugendliche stärken können.

In der Folge erfahrt ihr unter anderem:

  • welche Warnsignale darauf hinweisen, dass Jugendliche unter Druck stehen,

  • welche Strategien junge Menschen nutzen, um mit Stress umzugehen und

  • wie Eltern und Lehrkräfte Unterstützung bieten können, ohne den Druck zu erhöhen.

Wir sprechen außerdem über gesellschaftliche Veränderungen, die notwendig sind, damit Jugendliche langfristig gesünder aufwachsen können, und über die zentrale Botschaft, die die Autoren Jugendlichen selbst mit auf den Weg geben möchten.

Wenn ihr wissen wollt, wie ihr eure Kinder in dieser herausfordernden Zeit begleiten könnt, hört unbedingt in unsere neue Folge rein. Caroline und Golli teilen wertvolle Einblicke, praktische Tipps und Erfahrungen, die Mut machen und Orientierung geben.

Mehr zum Thema erfahrt ihr auf der Seite mental health days und beim mental health radio. Die in der Folge erwähnte Studie findet ihr hier.

Hört auf zu streiten! - Konflikte im Familienalltag bewältigen - Podcast mit Christian Pröls-Geiger

Konflikte gehören zum Familienalltag dazu. Trotzdem erleben viele Eltern Streit als belastend, beschämend oder sogar beängstigend, vor allem dann, wenn Kinder dabei sind. In dieser Podcastfolge sprechen wir mit Christian Proels Geiger darüber, wie Konflikte entstehen, was sie mit Kindern machen und wie Eltern Wege finden können, anders damit umzugehen. Er hat das Buch "Hört auf zu streiten"* darüber geschrieben.

Ein zentraler Gedanke ist, dass es nicht darum geht, Streit komplett zu vermeiden. Entscheidend ist vielmehr, wie Konflikte ausgetragen werden. Kinder reagieren sehr sensibel auf Spannungen zwischen ihren Bezugspersonen. Auch wenn sie den Inhalt eines Streits nicht verstehen, spüren sie die emotionale Atmosphäre sehr genau. Lautstärke, Tonfall und die Stimmung im Raum reichen oft aus, um Unsicherheit oder Angst auszulösen. Das kann dazu führen, dass sich Kinder zurückziehen, sich verantwortlich fühlen oder versuchen, die Situation zu kontrollieren.

Besonders wichtig ist dabei das Sicherheitsgefühl. Kinder brauchen die Erfahrung, dass ihre Umgebung verlässlich und stabil ist. Wenn Konflikte häufig eskalieren oder unausgesprochen im Raum stehen, kann genau dieses Gefühl ins Wanken geraten. Eltern unterschätzen oft, wie stark sich das auf das Verhalten ihrer Kinder auswirkt. Konzentrationsprobleme, erhöhte Reizbarkeit oder Rückzug können Hinweise darauf sein, dass ein Kind innerlich stark beschäftigt ist.

Ein weiterer Aspekt ist die Frage, wie feinfühlig Eltern in stressigen Situationen noch reagieren können. Wenn Konflikte viel Raum einnehmen, sinkt oft die Fähigkeit, Signale des Kindes wahrzunehmen und richtig einzuordnen. Das ist kein individuelles Versagen, sondern eine ganz normale Reaktion auf Überforderung. Gleichzeitig lohnt es sich, genau hier anzusetzen, denn Kinder brauchen gerade in solchen Momenten Orientierung und emotionale Begleitung.

Hilfreich ist es, sich bewusst zu machen, was hinter dem Verhalten eines Kindes steckt. Oft sind es Bedürfnisse nach Nähe, Sicherheit oder Aufmerksamkeit, die sich in scheinbar schwierigen Reaktionen zeigen. Wenn Eltern beginnen, diese Bedürfnisse zu benennen und zu spiegeln, verändert sich die Dynamik häufig spürbar. Kinder fühlen sich verstanden und können sich schneller beruhigen.

Ein entscheidender Punkt ist auch der Umgang nach einem Streit. Situationen lassen sich nicht immer verhindern, aber sie lassen sich im Nachhinein einordnen und auffangen. Kinder brauchen Erklärungen, die zu ihrem Alter passen. Sie müssen verstehen, dass sie nicht verantwortlich für den Streit sind. Gleichzeitig hilft es, wenn Eltern Verantwortung übernehmen, eigene Fehler benennen und zeigen, dass Beziehungen wieder in einen guten Zustand gebracht werden können.

Viele Eltern fragen sich, wie viel ihre Kinder überhaupt mitbekommen sollten. Eine einfache Antwort gibt es darauf nicht. Klar ist jedoch, dass Kinder nicht dauerhaft belastenden oder eskalierenden Konflikten ausgesetzt sein sollten. Gleichzeitig kann es auch hilfreich sein, wenn sie erleben, dass Meinungsverschiedenheiten respektvoll geklärt werden und dass Versöhnung möglich ist.

Im Gespräch wird auch deutlich, dass Konflikte oft wiederkehrenden Mustern folgen. Bestimmte Themen, Reaktionen oder Erwartungen führen immer wieder zu ähnlichen Eskalationen. Diese Muster zu erkennen, ist ein wichtiger erster Schritt. Erst dann wird es möglich, bewusst anders zu reagieren und neue Wege auszuprobieren.

Unterstützung zu suchen kann dabei ein wichtiger Schritt sein. Viele Eltern zögern, weil sie sich schämen oder das Gefühl haben, allein klarkommen zu müssen. Dabei kann ein Blick von außen helfen, festgefahrene Dynamiken zu verstehen und neue Perspektiven zu entwickeln.