Sexuelle Gewalt gegen Kinder ist ein Thema, das viele Erwachsene überfordert, verunsichert oder in die Verdrängung treibt. In unserer aktuellen Podcastfolge sprechen wir darüber, warum genau diese Abwehr so gefährlich ist und weshalb es für echten Kinderschutz entscheidend ist, hinzuschauen und sich zu informieren. Diese Folge kann inhaltlich sehr belastend sein und retraumatisierend wirken. Bitte achte gut auf dich und entscheide bewusst, ob und wann du sie hören möchtest.
Zu Gast ist Dr. Eva Strnad, Familienrichterin, seit vielen Jahren im Kinderschutz tätig und Autorin des Buches "Kein Kind ist sicher"*.
Im Gespräch geht es darum, warum sexuelle Gewalt gegen Kinder kein Randphänomen ist, sondern mitten in unserer Gesellschaft stattfindet, und warum es uns trotzdem so schwerfällt, das wirklich zu begreifen. Wir sprechen über Begriffe wie sexueller Missbrauch, sexuelle Gewalt und sexualisierte Gewalt und darüber, warum sprachliche Klarheit nicht nur juristisch, sondern auch emotional und gesellschaftlich so wichtig ist.
Ein Schwerpunkt der Folge liegt auf Zahlen und Wahrnehmung. Wie häufig ist sexuelle Gewalt tatsächlich, und warum haben viele Eltern trotzdem das Gefühl, das betreffe vor allem andere Familien. Warum hält sich das Bild vom fremden Täter so hartnäckig, obwohl Übergriffe in den meisten Fällen im sozialen Nahraum passieren, und weshalb macht genau dieses falsche Bild Kinder besonders verletzlich.
Wir sprechen ausführlich über Täterstrategien, offline wie online. Was bedeutet Grooming konkret, wie werden Kinder manipuliert, ohne es selbst zu merken, und woran können Erwachsene erste Warnsignale erkennen. Ebenso geht es um das lange Schweigen betroffener Kinder. Welche inneren Prozesse laufen dabei ab, warum ist es für Kinder so schwer, sich anzuvertrauen, und weshalb reagieren Erwachsene selbst bei deutlichen Hinweisen oft mit Unglauben, Relativierung oder Verdrängung.
Ein weiterer Teil der Folge widmet sich verbreiteten Mythen. Muss man sexuelle Gewalt erkennen können. Gibt es bestimmte Familien, die besonders betroffen sind. Und warum verhindern genau diese Annahmen wirksamen Schutz. Wir sprechen darüber, was Eltern und andere Bezugspersonen tun können, wenn sie ein ungutes Gefühl haben oder ein Kind Andeutungen macht, was im Verdachtsfall hilfreich ist und was unbedingt vermieden werden sollte.
Zum Abschluss richten wir den Blick auf Prävention. Geht es wirklich um Regeln, Kontrolle und Angst oder brauchen Kinder etwas ganz anderes, um besser geschützt zu sein. Welche Rolle spielen Beziehung, Sprache und Vertrauen im Alltag. Und was müsste sich auf gesellschaftlicher und politischer Ebene verändern, damit Kinder nicht immer wieder durch bestehende Systeme fallen.









