Warum es schädlich ist, Babys zu früh hinzusetzen




Baby sitzt und spielt
Langsitz
Vielleicht ist euch das auch schon aufgefallen - in allen Babykursen, in denen ich mit meinen drei Kindern so war, gab es immer mindestens eine Mutter, die ihr Kind zu früh in die sitzende Position gebracht hat. Ich weiß nicht woran das liegt - ist es Ungeduld, unbewusster Ehrgeiz oder einfach Unbedarftheit? Ich kann es nicht einmal daran festmachen, ob es das erste, zweite oder dritte Kind der Mutter ist - in meinen Kursen taten es sowohl die Erstlings- als auch die Mehrfachmütter. Es gibt wirklich wenige Dinge, über die ich bei fremden Eltern nicht nonchalant hinwegsehen kann, wenn es sich nicht gerade um physische oder psychische Gewalt handelt. Beim frühen Hinsetzen jedoch fällt es mir wirklich, wirklich schwer, nicht einzugreifen. Warum ich mir wünsche, dass Eltern ihren Kindern Zeit geben, bis sie das Sitzen von selbst gelernt haben, möchte ich euch mit diesem Artikel darlegen.
 

Wie definiert man Sitzen?

 
"Das Kind sitzt, wenn es seinen Rumpf über den Sitzbeinhöckern ausbalanciert. Beim ebenerdigen Sitzen vergrößern die gebeugten oder gestreckten Beine die Unterstützungsfläche. Beim Sitzen auf erhöhter Sitzgelegenheit hilft der Kontakt der Fußsohlen mit dem Boden dem Kind, aufrecht und im Gleichgewicht zu bleiben. Beim Kind, das gut sitzen kann, ist im allgemeinen das Becken über den Sitzbeinhöckern aufgerichtet. Auch der Kopf ruht senkrecht auf der durchgehend gestreckten Wirbelsäule, sofern er nicht der Blickrichtung des Kindes folgt. Es hat einen geraden Rücken, unabhängig davon, ob es ebenerdig oder auf einer erhöhten Sitzgelegenheit sitzt. Selbst wenn diese eine Lehne hat, lehnt es sich nicht an. Auch ein Kind, das sitzen kann, stützt sich gelegentlich mit einer Hand oder mit beiden Händen ab oder hält sich fest." [vgl. Pikler, E., 2001:224]


Wann spricht man von freiem Sitzen?


"Das Kind kann frei sitzen, wenn es sich selbständig aufsetzt oder hinsetzt und selbständig ohne Hilfe oder Stütze sitzt und sich weder mit dem Rücken noch mit den Händen abstützen muss. Es kann sitzen, wenn es diese Position selbständig ändern und verlassen kann und beim Sitzen den Kopf, den Rumpf und die oberen Gliedmaßen, ohne das Gleichgewicht zu verlieren, frei bewegen kann. [...] Das Kind kann nicht sitzen, solange es nur mit Hilfe Erwachsener oder mit Hilfe einer anderen Unterstützung wie z. B. Babystühlchen, Kissen oder dergleichen sitzend verharren kann und ohne diese Hilfe umkippen würde. Die genaue Bezeichnung dafür wäre: "Es bleibt gestützt in der Sitzposition". Das Kind kann auch dann nicht sitzen, wenn es zwar ohne Hilfe und Stütze in der Sitzposition verharrt, aber sich nicht selbst aufsetzen oder niederlegen kann. Die genaue Bezeichnung dafür wäre: "Es verharrt in der Sitzposition". [vgl. Pikler, E., 2001: 225]

Welche Arten des Sitzen-Lernens gibt es?



Hürdensitz
Hürdensitz
Hat ein Baby die Entwicklungsschritte bis zum Vierfüßerstand durchlaufen, können die Eltern oft beobachten, dass es anfängt, in dieser Position vor und zurück zu wippen. Das tut es, um die Muskeln weiter zu stärken und den nächsten Schritt (das Krabbeln) vorzubereiten. Beim Nach-Hinten-Wippen passiert es unwillkürlich, dass der Po leicht mal zur einen, mal zur anderen Seite kippt. Zunächst geschieht das aus Versehen, aber bald findet das Baby Gefallen an der neuen Bewegung und übt sie ganz bewusst.

Dabei wird es immer mutiger und schiebt den Po immer weiter nach hinten und zur Seite. Irgendwann berührt es bei diesem Prozess den Boden mit dem Po - dabei hat es aber meist noch beide Hände am Boden. Der nächste Schritt ist, eine Hand vom Boden zu heben. Das ist eigentlich immer die diagonale Hand, d. h. sitzt das Baby auf der rechten Pobacke, stützt es sich gleichzeitig mit dem rechten Arm ab - der abgestützte Seitsitz ist geschafft. Von dort ist es nur noch ein winziger Schritt bis zum "echten" freien Sitzen: Der stützende Arm drückt den Körper mit etwas Schwung in eine aufrechtere Position und das Baby sitzt im Langsitz! Normalerweise sind dabei beide Beine nach vorne gestreckt, es gibt aber auch Babys, die es bevorzugen, nur ein Bein nach vorn zu strecken und das andere geknickt hinten zu lassen (Hürdensitz).

Eine zweite Technik des Sitzenlernens ergibt sich aus dem Krabbeln. Manche Kinder sind so damit beschäftigt, zu lernen, wie sie vorwärtskommen, dass sie zunächst das Sitzen scheinbar auslassen. Diese kommen auch in den Vierfüßerstand und auch sie wippen vor- und zurück, doch statt den Seitstütztsitz zu üben, krabbeln sie erst einmal los. Einige von ihnen kommen dann aus dem Krabbeln in den Seitstützsitz, es gibt jedoch auch Kinder, die sich mit den Händen gerade nach hinten schieben (Knie-Händstütz), in den Kniestand kommen und den Po dann zwischen den Fersen absetzen (Zwischenfersensitz).

Physiotherapeuten schlagen, wenn sie das sehen, meist die Hände über dem Kopf zusammen, weil sie meinen, das sei schlecht für die Gelenke und Sehnen. Ich habe jetzt aber schon so viele Kinder so sitzen gesehen, dass ich denke, wir sollten nicht alles pathologisieren: Wenn die Kinder selbst diese Art des Sitzes für sich entdeckt haben, sollten wir sollten wir sie lassen und ihnen nicht suggerieren, sie hätten etwas falsch gemacht. Einige Kinder setzen ihren Po auf ihre Fersen - dieser Fersensitz ist eine leichte Variation des Zwischenfersensitzes und nicht ganz so anstrengend für die Gelenke.  
 

Zwischenfersensitz
Zwischenfersensitz

Die dritte Art des Sitzenlernens entsteht aus dem Stand bzw. dem Kniestand. Es gibt Babys, die sofort in die vertikale Position streben und sich, sobald es geht, an Gegenständen nach oben in den Stand ziehen. So lange das alles selbst vom Baby ausgeht und die Eltern nicht unterstützen ist das auch kein Problem. Jedes Kind weiß selbst am besten, was sein eigener Körper leisten kann. Diese Kinder plumpsen dann meist aus dem Stand auf den Po - und bleiben sitzen. Andere rutschen langsam aus dem Stand in den Spagat (!), während sich die Hände noch am Gegenstand festhalten. So kommen sie sehr sicher, wenn auch ein wenig umständlich und akrobatisch, letzten Endes auch im Langsitz an. Beide, die Plumpser und die Spagatler, werden, wenn sie sicherer im Stand sind, erst ein Knie einknicken (wie bei einem Heiratsantrag) und dann langsam den Po aufsetzen. Dabei haben sie dann im Sitz meist ein Bein vorn und ein Bein hinten, beide meist eingeknickt (Variation des Hürdensitzes). Kinder, die sich an einem Gegenstand nur in den Kniestand und nicht ganz hoch in den Stand ziehen, setzen sich dann meist auf die Fersen bzw. zwischen die Fersen.


aus dem Stand werden die Beine geknickt
Aus dem Stand werden die Beine geknickt


bis ein Knie den Boden berührt
bis ein Knie den Boden berührt.


Das zweite Knie wird nach außen geklappt
Das zweite Knie wird nach außen geklappt


und das Kind sitzt
und das Kind sitzt.


Ganz sicher gibt es noch weitere, individuelle Techniken, die Kinder beim Sitzen-Lernen nutzen. Ich habe hier nur die Gängigsten aufgeführt.

Wie lange dauert das Sitzen-Lernen?


Diese Frage lässt sich natürlich nicht pauschal beantworten, da jedes Kind sein eigenes Tempo hat. Es ist jedoch so, dass der Prozess normalerweise so lange dauert, dass wir Erwachsenen schon unruhig werden und gerne helfend eingreifen wollen. Bei meinem Drittgeborenen konnte ich das wunderbar beobachten. Als wir das erste Mal zu unserem Baby-Turn-Kurs gingen, schaffte er es plötzlich, sich auf dem Bauch liegend so aufzustützen, dass er kurz den Po hob und auf die Knie kam. Ich dachte: "Hurra! Bald kann er sitzen!", doch es dauerte noch geschlagene acht Wochen, bis er das dann tatsächlich richtig konnte. Acht Wochen, in denen er jeden Tag den Po ein wenig weiter zur Seite neigte, in denen er wippte, sich jedes mal ein bisschen weiter mit den Armen nach oben schob und schließlich und endlich beide Hände zum Spielen frei hatte. Damit zählt er sicherlich sogar zu den schnelleren Lernern. Meine erste Tochter, Fräulein Chaos, hob ihren Po etwa im selben Alter, wie ihr kleinerer Bruder, doch sie nutzte diesen Umstand nicht zum Sitzen-Üben, sondern zum Krabbeln. Das Sitzen übte sie dann erst 16 Wochen später, nachdem sie gelernt hatte, frei zu stehen.

Warum sollten Eltern das Baby nicht hinsetzen?


Neuronale Verknüpfungen im Gehirn und Motorik


Ob ein Kind ein motorischer Überflieger wird oder eher unsicher, hängt nicht hauptsächlich von den Genen ab, sondern davon, wie bestimmte Nervenbahnen im Laufe der Hirnentwicklung miteinander verknüpft werden. Wir alle kommen mit Gehirnen auf die Welt, in denen es eine wahnsinnige Überzahl an Verknüpfungen zwischen den Nervenzellen gibt - doch nur die, die regelmäßig durch Bewegungen des Körpers aktiviert werden, stabilisieren und festigen sich. Werden bestimmte Bewegungen nicht oder nur selten ausgeführt, destabilisieren sich die anfänglich bereitgestellten Verknüpfungen: Sie verkümmern und das Baby lernt diese eine spezielle Bewegung nicht oder nur unzureichend. Das ist nicht weiter schlimm - es bedeutet nur, dass es sich später vielleicht nicht unbedingt so gut abrollen kann beim Fallen, wie andere Kinder oder dass es im Sportunterricht nicht so weit springen kann, wie seine Peers.

Lässt man das Baby jedoch, wie schon Emmi Pikler das forderte, in Ruhe seine eigenen motorischen Entdeckungen machen, dann durchläuft es eine ganze Reihe an minimalen Schritten, die für Außenstehende oft gar nicht wirklich zu erkennen sind. Sie bauen jedoch immer aufeinander auf, sprechen immer genau die richtigen Muskelgruppen an und trainieren diese so, dass sie den Grundstein für die nächsten motorischen Stufe bilden. Dabei entsteht ein Wechselspiel zwischen soeben gelernten, neuen und noch unsicheren Bewegungsmustern, der Rückbesinnung auf alte Positionen und Bewegungen, die dem Kind Sicherheit vermitteln und dem Herantasten an neue, ungeübte und mit Risiko behaftete Bewegungsmuster. Von allein lassen Babys dabei keinen Minimalschritt aus - das geschieht nur, wenn Erwachsene gutmeinend in den Prozess eingreifen.

Die Babys experimentieren also mit ihrem Körper - dabei ist es jedoch tatsächlich abhängig vom Charakter des Kindes, von den kommunikativen Anregungen der Umwelt und von seiner Neugier, wie schnell oder langsam dieser Prozess vonstatten geht. Bei allen Kindern gleich ist allerdings, dass alle motorischen Bestrebungen "nach oben" gehen.

Kind sitzt im Treppenhaus


Liegt das Baby zunächst noch flach auf dem Rücken oder Bauch, wird schon bald das Köpfchen ein wenig angehoben - das Streben in die Vertikale hat begonnen. Es geht weiter, indem es seinen Oberkörper nach und nach immer höher abhebt, während es sich auf seinen Armen abstützt. Dabei balanciert es immer geschickter sein Gleichgewicht aus. Die Fläche des Rumpfes, auf das es sich bei seinen Bewegungen stützt, wird sukzessive kleiner. Nun kippen viele Babys erst einmal aus Versehen von der Bauchlage zurück in die Rückenlage, doch schon bald wird dieses Muster bewusst wiederholt und eingeübt, so dass ein Rollen und Wälzen möglich ist. Dabei werden auch verstärkt die Bein- Bauch- und Rückenmuskeln gestärkt. Je öfter es seine Muskeln trainiert, desto länger können die Arme den Oberkörper und die Beine den Po stützen - daraus ergibt sich das erste Kriechen auf dem Bauch, dann das Robben und später das Krabbeln. Zu der Zeit, in der das Baby sich ausdauernd auf Knie und Arme stützen kann, dreht es sich, auf einen Arm gestützt, auf die Seite. Gleichzeitig mit dem Aufsetzen übt es, sich wieder hinzulegen - beide Prozesse laufen Hand in Hand, deshalb kann es sich später, wenn nötig, mühelos selbst aus der Sitzposition befreien.

Wird das Baby nun in seiner individuellen motorischen Entwicklung unterbrochen, weil die Eltern es gut meinen und ihm helfen wollen, dann gerät das fein aufeinander abgestimmte Prozedere der minimalen Schritte ins Stocken. Wichtige Nervenbahnen im Gehirn werden nicht mehr aktiviert, so dass einer oder mehrere wichtige Zwischenschritte vom Körper nicht mehr erlernt werden.

Wird das Kind von den Eltern verfrüht hingesetzt, dann sind also nicht nur Muskeln und Gelenke überfordert. Das Gehirn des Kindes kann dann nicht mehr nachvollziehen, wie der Körper in diese Position gelangt ist - daher fällt es dem Kind auch immens schwer, sich aus der Position selbst zu befreien. Es fehlen, im wahrsten Sinne des Wortes, die neuronalen Verknüpfungen im Gehirn dafür! So kommt es dazu, dass diese Kinder häufiger als nach hinten umkippen und sich weh tun. Die Antwort der besorgten Eltern ist dann meist, den Umkreis des Babys mit Matten oder Kissen zu sichern, so dass das Kind wenigstens weich fällt.
Auch, wenn ich es verständlich finde, dass die Eltern ihrem Kind diese Schmerzen ersparen wollen, greifen sie so schon wieder massiv in die Entwicklung ein. Denn ein Baby das nach hinten fällt und weich aufkommt, wird nicht lernen, sich vor diesem Fall selbst zu schützen, da es die Notwendigkeit nicht erkennt. Stattdessen wird der "falsche Weg" des sich aus dem Sitz-Befreiens weiter eingeübt und die Nervenbahnen dafür im Gehirn verstärkt. Würde das Kind jedes Mal hart auf den Hinterkopf knallen, würde es von sich aus aktiv nach anderen Möglichkeiten suchen, aus dem Sitz in eine andere Position zu kommen.

Kinder, die ihre eigenen motorischen Erfahrungen machen dürfen und dabei umfallen, lernen durch den Schmerz vor allem eins: Sich zu schützen, sich abzurollen und ihre Muskeln so anzuspannen, dass der Fall nur wenig weh tut. Das finde ich immens wichtig! Auch hier ist die Genialität der Natur gut erkennbar: Kinder, die aus einer Höhe umfallen, die ihrem Entwicklungsstand entspricht (also nicht vom Sofa runter, sondern aus dem Boden-Sitz umfallen z. B.) verletzen sich bis auf ein paar Beulen und blaue Flecke nicht ernsthaft. Der Körper unserer Kinder ist so beschaffen, dass er auf diese Fallhöhe eingestellt ist und dadurch nicht kaputt geht. Durch das Erlernen von Schutzmechanismen bei diesen Mini-Unfällen lernen sie aber ihren Körper sehr gut kennen und besser einschätzen, als Kinder, die vor Schmerzerfahrungen geschützt werden. So verletzen sie sich später, wenn sie höher klettern, weniger stark als die überbehüteten Kinder. Das Motto der Eltern sollte also immer sein: Kleinere Unfälle verhindern später große Unfälle.

Selbstbewusstsein und Frustrationstoleranz 



Sitzen mit Stützhand
erstes freies Sitzen, noch mit Stützhand
Kinder, die von ihren Eltern zu früh hingesetzt wurden, verharren, wenn ihre Muskeln und Gelenke sich an die neue Situation angepasst haben, häufig sehr, sehr lange in dieser Position (eben weil sie sich nicht selbst befreien können). Sie wirken zunächst glücklicher als andere Babys im gleichen Alter, welche nörgelnd auf dem Bauch liegen und wehklagend der Welt erklären, wie anstrengend ihr Leben doch sei. Das Ding ist - diese minimalen Frustrationen sind sehr wichtig für unsere Kinder. Schon in diesem Alter wird der Grundstein gelegt für Durchhaltevermögen, Frustrationstoleranz und Selbstbewusstsein. Auch wenn die Nörgelei für die Eltern schwer zu ertragen ist, sollten sie sich zügeln. Denn nur ein gewisser Grad an Frustration führt dazu, dass ein Kind die Kraft und den Willen aufbringt, sich weiterzuentwickeln. Es ist langweilig am Boden? Das Spielzeug ist zu weit weg? Gut! Dann los Baby, hol es dir!

Zu früh hingesetzte Babys hören erst einmal auf, mit dem Nörgeln, weil sie die neue Aussicht und die Möglichkeit, mit beiden Händen frei zu spielen, genießen. Doch schon bald fangen sie wieder an, zu lamentieren. Nämlich dann, wenn das Spielzeug weggerollt ist und sie nicht hinterher können. Dann jammern sie so lange, bis Mama oder Papa kommen, und das Spielzeug zurückholen bzw. eine ganze Batterie an verschiedenen Spielzeugen um sie herum drapieren. Wieder haben die gutmeinenden Eltern eine Lernmöglichkeit verstellt. Die Frustration des weggerollten Spielzeuges hätte Antrieb für das Baby sein können, sich einen eigenen Weg aus der Sitzposition zu suchen. Da es aber das Spielzeug von seinen Eltern wieder und wieder gereicht bekommt, besteht keine Notwendigkeit dazu. So kommt schon das ganz kleine Kind in eine frühe Anhängigkeit zu seinen Eltern.

Dieses Gefühl der fehlenden Selbstwirksamkeit wird verinnerlicht als "Ich kann das nicht!" und fällt den Kindern dann auf die Füße, wenn ihre Eltern nicht mehr 24 Stunden am Tag zu Diensten sein können: Ein Kind, dem so schon im frühen Alter abtrainiert wurde, es selbst zu probieren, auch bei Rückschlägen dran zu bleiben, gewissen Frust auszuhalten und als Sprungbrett für Ehrgeiz zu nehmen, das könnte auch im Kindergarten oder Schule vor neuen Herausforderungen zurückschrecken bzw. allzu leicht aufgeben. Sein Selbstbewusstsein baut sich vielleicht nur unzureichend auf, da es immer wieder die Rückmeldung erhält, dass es ohne seine Eltern hilflos ist. 
  

Innere Motivation und Selbstwirksamkeit


Jedes Kind kommt mit einem angeborenen Drang, sich weiterzuentwickeln und zu lernen auf die Welt. Es braucht liebevolle Zuwendung, freundliche Ansprache, Nahrung, Kleidung und Schlaf - das alles sollten die Bindungspersonen zur Verfügung stellen. Den Rest jedoch, den macht das Baby von ganz allein!

Denn unser Gehirn hat ein aberwitziges Programm zur Eigenmotivation entwickelt, welches den Menschen dann besonders glücklich sein lässt, wenn er eigenständig etwas Neues geschafft oder gelernt hat. Dann wird ein Hormonfeuerwerk freigesetzt, das den Menschen in einen kurzen Rausch versetzt (ähnlich, wie bei Drogen) und eine Welle von wohliger Entspanntheit durch den Körper strömen lässt. Ich habe das in diesem Artikel sehr ausführlich erklärt. Dieser Zustand ist für einen Menschen so angenehm, dass er gerne mehr davon haben möchte: Deshalb streben wir nach immer neuen Herausforderungen. Man nennt das innere Motivation.

Allerdings: dieses Hormonfeuerwerk wird nur dann ausgeschüttet, wenn der Mensch etwas allein und ohne Hilfe bewerkstelligt hat. Babys, die sich von selbst in den Sitz drücken, erleben dieses Hochgefühl und sind motiviert, trotz Anstrengung weiter zu üben. Sie haben gelernt, dass sich die Anstrengung am Ende lohnt, dass es also gut war, durchzuhalten. Sie nehmen diese Erfahrung mit in ihr späteres Leben und werden mit aller Wahrscheinlichkeit eher an Herausforderungen mit positiven Emotionen herangehen, als Babys, die diese Erfahrung der Selbstwirksamkeit nicht machen konnten.

Natürlich leidet die innere Motivation und das Gefühl der Selbstwirksamkeit nicht nur deswegen, weil ein Kind von seinen Eltern zu früh hingesetzt wurde - so fragil sind wir Menschen nicht. Wenn jedoch immer wieder kleine Hilfestellungen gegeben werden, obwohl das Kind es selbst lernen könnte, dann erlebt das Kind den Zustand der inneren Glückseligkeit, etwas selbst geschafft zu haben, nur selten und könnte ...nunja... träge und faul werden. Denn es ist natürlich einfacher, wenn Mama und Papa helfen und Schwierigkeiten aus dem Weg räumen. Durch die fehlende innere Motivation leidet die Anstrengungsbereitschaft und der Ehrgeiz, was im späteren Leben durchaus zu Problemen führen kann.

Wohlgemerkt: Ich sage nicht, dass ein Kind zwangsläufig träge und faul wird, weil es von den Eltern zu früh hingesetzt wird! Aber ich sage, dass dieses Hinsetzen innere Mechanismen unterbricht, welche für das Kind von Vorteil sind.

Unterstützende  Maßnahmen bei verzögerter motorischer Entwicklung


Dein Kinderarzt sagt, Dein Baby sollte schon sitzen können und will es zur Physiotherapie schicken? Ich möchte natürlich nicht ausschließen, dass das stimmt und dein Kind wirklich entwicklungsverzögert ist. Dann ist Physiotherapie genau das Richtige. Mein Problem liegt darin, dass heutzutage viel zu oft und viel zu früh entschieden wird, dass ein Kind aus der Norm fällt und es deshalb "Nachhilfe" bekommen sollte. Bitte hole dir deshalb zunächst einmal eine Zweitmeinung ein und beobachte es ganz genau: Ist es vielleicht einfach von der ruhigeren, zufriedenen Sorte und sitzt deshalb noch nicht, weil es in Rücken- oder Bauchlage gerade so viele spannende Dinge entdeckt?
Dann lass ihm noch Zeit.
"Wie können wir gesunden Säuglingen [...] helfen, deren Bewegungsentwicklung langsamer verläuft, als es durchschnittlich üblich ist? [...] Bei den sich langsam entwickelnden Kindern halten wir die Übergangspositionen für noch wesentlicher sowie alle Bewegungen, die das Kind darin probiert oder mit denen es seine Position oder seinen Platz wechselt, bevor es sich aufsetzt [...]. Also das Spielen auf dem Rücken oder auf dem Bauch, das Sich-Drehen, Wälzen, Rollen, Bauchkriechen oder Krabbeln auf Knien und Händen. Kurz, alles, womit Kinder spontan aber ausgiebig die Vorstufen der späteren Bewegungen üben. Falls der Erwachsene selbst oder mit Geräten die "langsamen" Kinder - in einem üblicherweise nach Tabellen bestimmten Alter - termingerecht in die zu erreichende Position bringen, also viel früher, als die Kinder dazu reif wären - werden sie all dies fehlerhafter und krampfhafter durchführen [...]. Noch nicht reif dazu, selbständig die Position, in die sie gebracht wurden [...] verändern zu können, werden sie daran gewöhnt - wir möchten sagen - werden sie gezwungen, sich an fehlerhafte Bewegungen oder z. B. an ein Sitzen mit krummem Rücken zu gewöhnen." [Pikler, E., 2001:116f]

Gestütztes Sitzen - Was ist problematisch, was ist erlaubt?


Ich werde oft von verunsicherten Eltern angeschrieben und gefragt, was denn nun erlaubt ist - darf ein Kind, das noch nicht frei sitzen kann in den Hochstuhl? Wie ist es mit dem elterlichen Schoß? Und ist das Sitzen im Tragetuch nicht auch ungesund?

Sitzen auf dem Schoß der Bindungspersonen


Sitzt ein Kind angelehnt auf dem Schoß seiner Bindungspersonen, ist das so lange in Ordnung, bis das Kind durch Quengeln oder Wuseln anzeigt, dass es diese Position anstrengt. Ganz automatisch wird die Mutter oder der Vater das Baby dann in eine andere Position bringen, z. B. in Bauchlage quer über die Beine der Eltern. So würde das ein Baby, das selbst sitzen lernt, auch tun: Strengt es das Sitzen zu stark an, geht es automatisch aus dieser Position heraus und legt sich zum Weiterspielen auf den Bauch.

Gestütztes Sitzen im Hochstuhl


Viele Eltern wünschen sich, dass das Kind beim Breifüttern im Hochstuhl sitzt, weil das für den Fütternden weniger anstrengend ist. Dafür wird der Hochstuhl meist so weit gepolstert, dass das noch nicht frei sitzende Kind darin gut eingekeilt ist und nicht hin und her wankt. Ich verstehe zwar, warum die Eltern das tun, ich empfehle es trotzdem nicht. Auch beim durch Kissen gestützten Sitzen sind die physikalischen Kräfte auf die ungeübte Wirbelsäule und die Muskeln so stark, dass sich das für das Kind nicht nur unangenehm anfühlt, sondern auch Haltungsschäden drohen können.
Besser finde ich das Füttern auf dem Schoß, bzw. einfaches Abwarten, bis das Kind frei sitzen kann. Nicht vergessen: "Food before one ist just for fun!" (Essen vor dem 1. Geburtstag ist nur zum Spaß da - Milch reicht aus.)

 

Sitzen im hochgestellten Kinderwagen


Es gibt eine Zeit, da mögen Babys das Fahren im Kinderwagen wirklich überhaupt nicht mehr, da sie im Liegen nichts sehen können. Einige Eltern kommen dann auf die Idee, den Sitz hochzustellen, so dass das Babys darin gestützt sitzt. Ich empfehle das nicht - beim Fahren wirken die Unebenheiten des Gehwegs doppelt und dreifach auf die Wirbelsäule. Außerdem kann das Kind, da es oft angeschnallt ist, seine Position nicht gut wechseln und muss verharren, obwohl die Muskeln vielleicht schon ermüdet sind. Besser ist es, in dieser Zeit auf eine Tragehilfe zurückzugreifen bzw. das Baby auf den Bauch in den Wagen zu legen, so dass es nach vorn doch noch etwas sehen kann.

Sitzen im Fahrradsitz


Mir ist bewusst, dass viele Eltern auf das Fahrrad als Transportmittel angewiesen sind, doch ich empfehle trotzdem nicht, das Kind in einen Fahrradsitz zu setzen, bevor es selbst eine Weile frei sitzen kann. Das Fahrrad wird ordentlich durchgeschüttelt und die Wirbelsäule des Kindes wird enormen Kräften ausgesetzt, die es noch nicht aushalten kann. Dazu kommt, dass die Muskeln noch nicht genügend aufgebaut sind, die den - im Vergleich zum Körper noch sehr großen - Kopf halten sollen. Vielleicht könnt ihr es so organisieren, dass ihr für die kurze Zeit andere Transportmöglichkeiten nutzen könnt.

Sitzen im Autositz


In dem Alter, von dem wir sprechen, sitzen Kinder noch nicht im Autositz, sondern liegen eher in einer Babyschale für das Auto - das ist selbstverständlich in Ordnung. Da die gekrümmte Haltung darin allerdings eingeengt und das Atmen ein wenig erschwert, sollten Babys nicht zu lange darin transportiert werden. Im Auto müssen und dürfen sie genutzt werden, als Kinderwagenersatz sollten sie nicht herhalten.

 

Sitzen in der Trage/im Tragetuch


Für Außenstehende mag die Position des Kindes in der Trage/im Tragetuch an die Sitzposition erinnern, es ist aber kein echtes Sitzen, da das Baby vollständig von allen Seiten gestützt wird und die Kräfte nicht auf die Wirbelsäule wirken. In guten Tragen ist die Wirbelsäule übrigens gekrümmt und die Kniekehlen werden so gestützt, dass das Baby mit den Beinen ein M formt. Tragetücher und gute Tragen sind also ausdrücklich erlaubt. Die ausgleichenden Mikro-Bewegungen, die die Muskeln des Kindes in Resonanz zur Bewegung der Mutter machen, stimulieren sie sogar in positiver Weise.
 

Sitzen im Bumbo Seat

 
Der Bumbo Seat sieht ein wenig nach einem riesigen Töpfchen aus. Die Kinder können hinein gesetzt werden und verharren, gut von allen Seiten gestützt, in dieser Position. Der Bumbo Seat ist - Gott sei Dank - in Deutschland noch nicht besonders bekannt, jedoch schwappt die Welle gerade von den USA zu uns herüber. Als Sonderpädagogin mag ich den Sitz, allerdings - ACHTUNG! - ausschließlich für Kinder mit einer körperlichen Behinderung, z. B. einer Muskelschwäche, welche vermutlich nie selbst in eine sitzende Position kommen werden.

Für alle anderen Babys ist dieser Sitz absolut nicht zu empfehlen. Nicht nur behindert er das natürliche Sitzen-Lernen, die Babys können daraus auch nicht allein aussteigen, so dass sie so lange darin sitzen bleiben, bis sie wieder von ihren Eltern herausgehoben werden. So wird das natürliche Explorationsverhalten der Kinder komplett unterbunden und die Kinder zum Nichtstun gezwungen.

Fazit


Wie ihr seht, spricht absolut nichts dafür, sein Baby zu früh in eine sitzende Position zu bringen, aber alles dagegen. Lasst euer Kind seine eigenen Erfahrungen machen, seine Muskeln nach dem eigenen inneren Bauplan stärken, sich an seiner Selbstwirksamkeit freuen und die Meilensteine in seinem jungen Leben selbst erreichen. Dann macht ihr euer Kind glücklich, auch, wenn es zwischenzeitlich motzt, weil der Weg zu schwer erscheint. Räumt ihm keine Steine aus dem Weg. Es kann und will das alles allein schaffen.

© Snowqueen
 
 
 

Literatur

Kommentare:

  1. Sehr interessantes Thema mal wieder! Ich muss sagen nach zwei Kindern, die Entwicklungen sind SO unterschiedlich.
    Mein Sohn, der wahnsinnig neugierig und aktiv/agil war, hatte trotzdem sein ganz eigenes Tempo. Erst robbte er so,dass er sich mit einem Bein vorwärts schob (mit ca. 7 Monaten) - dann begann er im Vierfüßler zu wippen und setzte sich dann hin. Dann ließ er das Krabbeln ganz aus und startete das Po-Rutschen. Schließlich zog er sich zum Stand hoch (mit 11 Monaten), lief aber frei erst mit 16 Monaten, das aber von einem Tag auf den anderen und relativ sicher. An der Hand lief er schon vorher gerne.
    Meine Tochter ist im Vergleich dazu superfix, sie wird jetzt nächste Woche 1 und drehte sich das erste Mal mit knapp 4 Monaten auf den Bauch und wieder zurück - dann rollte und robbte sie, und mit 6 Monaten begann sie am selben Tag zu sitzen und zu krabbeln. Vielleicht grad mal 1-2 Wochen später begann sie sich überall zum Stand hochzuziehen, mittlerweile steht sie immer wieder frei und wir sind gespannt, wann sie losläuft…Wir haben so ein Holzwägelchen, das sie langsam immer spannender findet und gern daran rumschiebt (aber sie kann wirklich es auch zurückziehen, weil sie so stabil steht schon. Aber wir forcieren nichts, ich bin da sehr gelassen..
    Zum Thema Füttern im Sitzen, bei unserem Sohn haben wir das eine Zeitlang in der Wippe/im Maxi-Cosi gemacht. Nicht optimal aber besser als im Hochstuhl. Da saß er erst gern, als er auch alleine sitzen konnte.
    Bei ihr muss man sehr aufpassen, weil sie es schafft, sich im Hochstuhl so rauszudrücken, dass sie quasi aufsteht *eeeek*

    Eine Freundin von mir mit gleichaltrigem Baby (also fast 1) ist SEHR hinterher, dass ihr Kind motorisch superfit ist, und die haben ihn auch schon mit 2 Monaten mit Kissen abgestützt hingesetzt…Sie haben ihn auch schon vor Monaten vor einen Lauflernwagen gestellt...Er ist auch echt sehr stark und aktiv, aber meine sanften Hinweise, dass das Gras nicht schneller wächst… ;) wurden nicht erhört. Naja...
    Liebe Grüße, Julia

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    1. meine tochter 3,5 monate will so gut wie gar nicht mehr liegen, ist ihr viel zu langweilig, sie will entweder sitzen oder stehen, natuerlich mit hilfe, legt man sie hin schreit sie solange bis man sie hinsetzt oder stellt, kinderarzt und orthopäde meinte dass sei normal und man könne das ruhig machen solang baby ok damit ist, meinte auch dass es n altes hartnäckiges stereotyp wäre und sicher nicht schädlich fuer hueften usw.
      was meint ihr dazu?
      bin skeptisch....

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    2. Liebe Malinois, also mit 3,5 Monaten wollen Babys tatsächlich ungern liegen und fangen schnell an zu weinen. Das liegt aber nicht daran, dass sie das Liegen nicht mögen, sondern daran, dass sie in diesem Alter einfach sehr gern sehr eng bei ihren Eltern sein wollen. Am liebsten angekuschelt in der Trage/im Tuch. Sie mögen es einfach noch nicht, allein irgendwo rumzuliegen. Zumindest nicht lange. Eine gute 'Antwort' auf das Weinen ist also nicht, wie von deinem Kinderarzt vorgeschlagen, es hinzustellen oder hinzusetzen, sondern es nah an deinen Körper zu nehmen. Am besten in eine Trage, die die Anhock-Spreiz-Stellung unterstützt, um die Hüftentwicklung positiv zu beeinflussen.

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  2. Sehr schöner Artikel. Auch ich war ungeduldig, wann Madame mit Sitzen anfing, und musste mich arg zusammenreißen, ihr nicht dabei zu helfen. Schließlich hat sie ihre eigene Variante entdeckt: Aus der Bauchlage heraus einen Situp starten, und sich mit der rechten Hand dabei nach hinten abstützen, bis sie saß. Eine Woche später ist sie aus der Sitzposition losgekrabbelt. Damals war es für mich wichtig, wann diese Meilensteinchen endlich passieren. 2 Jahre später habe ich keine Ahnung mehr, in welchem Monat sie was konnte. So realtiviert sich alles... :)
    Kerstin

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    1. Liebe Kerstin, das ist ja spannend! Ich habe nämlich noch im Studium gelernt, dass sich Babys niemals über den Situp in den Sitz drücken, weil es nicht energieeffizient ist. Da sieht man mal: Kinder suchen sich ihren eigenen Weg, egal, was die Wissenschaft sagt!
      LG, snowqueen

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    2. Ich kenne auch so ein Baby!! Das hat schon sehr früh diese Situps gemacht und ist dann auch so ins Sitzen gekommen! Die Tochter einer Freundin =). Bei meinem Sohn kann ich mich ehrlich gesagt nicht mehr daran erinnern wann er alleine frei saß... :/

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    3. Meine hat auch Situps gemacht und sich anfangs überall festgekrallt, um sich in die sitzende Position hochzuziehen, also auch an mir. Nun frag ich mich, hätte ich das verhindern müssen? Sie kam so nämlich recht früh zum Sitzen und saß bereits bald sehr stabil (ohne dass ich sie je gestützt hätte). Ohne Hochziehen schaffte sie es dann ein paar Wochen später über Situps und mit der Hand abstützen. Gekrabbelt ist sie dann auch aus der Sitzposition heraus.

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    4. Nein, nicht verhindern! Ich finde es nur interessant, dass es doch Babys gibt, die das machen, obwohl es in der Literatur immer heißt, das tun Babys nicht.

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  3. Danke fuer informativen Artikel.
    Ich habe eine Frage nichz zum Sitzen,sondern zum Laufen. Unsere Tochter ist heute 16 Monate alt geworden,kann jedoch noch nicht alleine laufen. Wenn sie sich stuetzen kann,dann laeuft sie seitlich und zwar recht schnell. Wir haben mit ihr nie etwas geuebt,sondern sie sich in ihrem eigenen Tempo entwickeln lassen. Seit Monaten krabbelt sie fleißig rum bzw. laueft,wenn sie sich abstuetzen kann. Dennoch werde ich langsam unruhig...Sind meine Bedenken unnoetig?
    Danke im Voraus,Marie

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    1. Total unnötig. Sie wird laufen, wenn sie soweit ist. Eine meiner Töchter ist auch erst mit 17 Monaten losgelaufen. Sie ist heute eine sehr sichere Kletterin (4 Jahre), die auf die höchsten Bäume kommt. Emmi Pikler hat in ihren Untersuchungen festgestellt, dass auch die allerlangsamsten Kinder zu geschickten Motorikern werden, wenn man sie sich in Ruhe entwickeln lässt!
      LG, snowqueen

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    2. meine tochter ging frei mit 16,5 monate - im freien erst mit 18,5monate und nun geht sie so sicher und vorallem im gegensatz zu den meisten anderen geht sie langsam - schritt für schritt. wir haben kaum unfälle - sie geht über shcnee, eis, gras, gefrorene erde,...
      sie ist mit den piklerideen großgeworden und wurde nie an der hand gegangen und sie wird es lernen.

      ein bekannter bub ist erst mit 20monate gegangen und nun geht er gleich wie alle anderen (ist erst vor 2 wochen den ersten schritt gegangen)

      würde sie einfach lassen - wenn sie sonst überall hinkommt wieso dann stressen - laut kinderärzte kann man total gelassen sein bis sie 20monate alt sind (und ich wärs danach auch noch - es sei denn das kind fällt durch motorische probleme auf - gleichgewichtsprobleme, abstandsfehleinschätzung,...)

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  4. Ein sehr schöner Artikel. Ich muss zugeben, dass ich meine Tochter auch ab und zu hinsetzte, wenn ich ihr gequengel nicht mehr aushalten kann, allerdings steht sie sich aus dem Sitz auch wieder auf den Bauch und robbt los, wenn sie nicht mehr an einer Stelle bleiben möchte. Ich werde in Zukunft aber wieder vermehrt darauf achten, sie nicht hin zu setzen.

    Was ich allerdings kritisieren muss, ist das Thema Kinderwagen. Auch ich bin auf die Idee gekommen, meine kleine auf dem Bauch in den Kinderwagen zu legen, wenn sie auf dem Rücken geweint hat.
    Ich habe dann nach ein paar Wochen, in denen ich das regelmäßig gemacht habe, den kinderarzt darauf angesprochen, ob das wirklich eine so gute Idee ist.
    Er hat mir klipp und klar gesagt, dass ich mein Kind ab sofort, unter keinen Umständen mehr auf den Bauch legen soll. Auch du schreibst über die Erschütterungen, die der Rücken des Kindes aushalten muss. In der bauchlage ist der Rücken des Kindes allerdings gar nicht gestützt und jede kleine Erschütterung im Kinderwagen wird direkt auf den Rücken des Babys übertragen.
    Mein kinderarzt hat mir geraten, den Kinderwagen lieber ein wenig hoch zu stellen. Auch das ist keine ideale Position für das Kind, das noch nicht selber sitzen kann, allerdings wird der Rücken des Babys so wenigstens gestützt und die Erschütterungen übertragen sich nicht direkt auf die Wirbelsäule.

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    1. Der Logik deines Kinderares kann ich nicht folgen. Wird ein Kind im Wagen hingesetzt, dann wirken die Kräfte der Schwerkraft auf die Wirbelsäule derart, dass sie gestaucht wird, egal, ob der Rücken dabei von der Lehne gestützt wird, oder nicht. Es sei denn, du redest von so minimalem Hochstellen der Lehne, dass das nicht als Sitzen qualifiziert. Liegt ein Kind auf dem Bauch oder Rücken, wirken die Kräfte an völlig anderer Stelle - die Wirbelsäule wird nicht gestaucht. Wird de Kind das Heben des Köpfchens in Bauchlage zu anstrengend, kann es ihn jederzeit ablegen. Ich möchte nicht mit deinem Kinderarzt streiten, aber ich kann seinen Argumenten irgendwie nicht folgen.

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    2. Ich verstehe nur nicht, müssen Babies in den Kinderwagen? Wenn ja, warum? Mein Kleiner könnte sich nie mit dem KiWa anfreunden. Nach drei Spaziergängen bei denen ich im Endeffekt das Kind auf dem Arm trug und den leeren Wagen schob habe ich den KiWa in die Ecke gestellt. Seit trage ich ihn nur noch in der Tragehilfe. Jetzt sind wir beide glücklich.
      Nicht jedes Kind ist ein KiWa-Kind. Warum dann nicht tragen anstatt irgendwelche Experimente zu machen, die im Endeffekt mehr schaden als nutzen.

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    3. Nein, müssen sie nicht. Millionen Kinder auf dieser Welt (Afrika, Asien, etc.) haben noch nie einen Kinderwagen zu Gesicht bekommen. Weil man ihn vielen Kulturen gar nichts anderes kennt, als seine Kinder zu tragen.
      Meine beiden Söhne habe ich nie im Kinderwagen gehabt, der war nur für Omas und opas, die gerne mal die Zwerge ausfahren wollten. Ich selbst hatte sie immer nur in der Trage. Erst ein elastische Tragetuch, später dann, als sie etwas größer waren, eine Manduca. Sie haben es beide geliebt. Nah bei Mama, sie welt sehen, wenn sie es wollten, einfach einkuscheln und die Augen zu machen, wenn ihnen die Welt zu viel wurde. Es als sie jenseits der 10 Kilo lagen, bzw, als es beim ersten mit den Babybauch dann nicht mehr passte, bin ich umgestiegen.
      Es ist wohl letztlich eine Frage des persönlichen Geschmacks. Und auch des Kindes. Eine Bekannte von mir hat sich fürchterlich darauf gefreut, ihren Zwerg in der Trage zu transportieren, leider mochte er diese Art des Tragens nicht wirklich.

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    4. Es ist auch eine Frage des Gewichtes und der Kraft. Ich finde Tragen auch super und trage meinen Kleinen meistens, da ich ähnliche Erfahrungen gemacht habe wie MonkeyMama. Er wiegt jedoch mit 4,5 Monaten schon über 8kg und lässt sich auch zu Hause von Geburt an gerne tragen. Oft stundenlang, auch zum Schlafen. Das ist einfach echt ne Belastung für den Rücken und ich stoße da langsam an meine Grenzen. So schön es auch ist : ich wäre froh, wenn meiner im Kinderwagen protestfrei liegen würde.

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  5. Meine kleine Maus hat sich über die Seite hingesetzt (mit ca. 7,5 Monaten).
    Sie lag oft gerne auf der seite (es sah auch so lustig aus, als ob sie für ein Portrait posiert). Igendwann hat sie die Beine zur Seite gelegt, so dass ihr Körper in L-Form war und den unterliegenden Arm ausgestreckt und saß schön.
    Es war ein großer Kampf mit meiner Mutter, da sie "helfen" wollte. Auch dann, wenn die kleine gar nicht gejammert hat, hat meine Mama sie hingesetzt oder sogar hingestellt (mit nur 5 Monaten!). Sie hat immer stolz erzählt, dass ich schon mit 8,5 Monate laufen konnte (was ich nicht so glauben kann, hihi). Ich musste ihr eure andere Artikel zitieren, aber es hat sie leider nicht überredet. Sie war sehr beleidigt, dass sie nicht so spielen darf, wie sie es für richtig hält... Am Ende habe ich argumentiert, dass sie selbst bis vor paar Jahren nicht schwimmen konnte und wenn sie auf der Luftmatratze im Wasser lag, hat es auch nicht geholfen schwimmen zu lernen. Nur wenn sie selbst mehrmals probiert hat, selbst ihr Körper angestrengt hat, könnte sie schwimmen. So ähnlich ist es mit drehen, sitzen, krabbeln und laufen lernen. Nur man braucht keine Anweisung vom Schwimmlehrer, die Natur hat schon alles vorprogrammiert :))) dann hat sie ein bisschen aufgegeben.
    Bald kommt sie wieder zum Besuch... Da versucht sie bestimmt der kleinen laufen beizubringen, ohje ohje.... Aber nur zwei Wochen ;) Ansonsten ist sie eine ganz tolle Oma :)))

    Liebe Grüße,
    Anna

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  6. Ich hätte noch einen Senf zur Physiotherapie dazuzugeben. Bei unserem war es leider notwendig, den ganzen Prozess mit sitzen und krabbeln professionell zu betreuen. Dabei ging es auch NIE darum, dem Kind eine gewünschte Position vorzugeben. Vielmehr wurde mir beigebracht, aus welcher Richtung ich die Anreize setzen soll, damit der Zwerg es allein schaffen will. Also: Er steht am Tisch und soll sich nach hinten drehen? Spielzeug ganz knapp am Ende seiner Reichweite anbieten!
    Inzwischen hat er seine Mitte gefunden und darf den Rest des Weges zum freien Laufen wieder unbegleitet gehen.
    Seine Physiotherapeuting war übrigens auch ganz angetan vom Kinderwagen, der flach genug war, um den Zwerg bäuchlings reinzulegen. Er fand das so toll, dass er am Ende (angeschnallt) wie in einem römischen Streitwagen darin kniete. Bereit die Welt zu erobern. Seit er dort auch auf die Füße wollte, mussten wir ihm diese Freiheit leider nehmen und ihn in den normalen Sitz packen.
    Es gibt wohl auch eine Studie, die besagt, dass Kinder, die an den Händen der Eltern laufen dürfen, im Schnitt drei Monate länger brauchen, bis sie frei laufen. Abgesehen davon, dass die Eltern bis dahin Rückenprobleme kriegen.
    Gruß
    Claudia

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  7. Ganz toller Artikel! Ich wünschte, ich hätte ihn schon früher parat gehabt, wenn meine Kinder einfach hingesetzt wurden oder ich die Aufforderung bekam, es doch zu tun "So können sie dich viel besser spielen mit 2 freien Händen!" :/
    Meine Jüngste hat übrigens anders sitzen gelernt:
    Sie kullerte bzw rollte schon gut durh die Gegend - auch mit Spielzeug in der Hand. Daraus entwickelte sie eine seitliche Liegeposition mit aufgestütztem Unterarm (wie die Römer), aus der sie sich weiter in den Sitz hochdrückte. Habe ich auch noch nie früher so gehört oder gesehen.

    Liebe Grüße!

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  8. Toller Artikel. Zwergensitz nennt unsere Physiotherapeutin diese seitliche Liegeposition. Mein Zwerg macht die schon seit 3 Monaten. Er steht sicher an Möbeln und läuft auf und ab. Nur von sitzen ist nichts zu sehen. Ich schiebe das darauf dass er nicht gerne spielt und lieber in Bewegung ist. Aber dank dieses Artikels weiß ich jetzt dass er doch sitzt. Auf den Beinen. Aber nur mit Stütze. niemand sagt einen ja sonst dass es andere Arten gibt zu sitzen.
    Wir sind wegen Kiss zum Glück in physiotherapeutischer Behandlung. Sie hat uns ein paar Übungen zum anspornen zum richtigen sitzen gegeben. Aber Zwerg will wohl einfach nicht. Ergreift immer die Flucht. Immerhin...Wir dürfen ihn jetzt hinsetzen. Seine stützmuskulatur sagt sie ist schon ausgeprägt genug. aber er will trotzdem nicht. Hält sich im sitzen frei aber nach einer Minute ist er meist wieder unterwegs.
    Danke für einen super informativen und intelligenten Blog.

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  9. Unsere Maus ist über Variante 3 aus dem Kniestand zum Sitzen gekommen und saß dementsprechend lange Zeit nur im Fersensitz und mit Festhalten. Irgendwann hielt sie sich am Telefonkabel fest, da wusste ich, dass sie frei sitzen könnte. Davor war ich mir nämlich lange sehr unsicher, vor allem bezüglich Hochstuhl (da lehnte sie sich aber nicht wirklich an) und Kinderwagen (sie war aber oft mit Liegen zufrieden). Das Hinsetzen im freien Raum kam erst deutlich später.
    Und so ähnlich lief es nun auch beim Laufenlernen ab: Ganz lange an Möbeln und Wänden entlang, alle möglichen Techniken verfeinert, wie man irgendwo angelehnt stehen kann und doch die Hände frei hat, und erst als sie wirklich sicher war, ist sie losgelaufen. Nach dem Ewig-Nicht-Loslassen-Wollen beim Sitzen hatten wir damit schon gerechnet, aber die Nerven hats trotzdem strapaziert: "Warum läufst du nicht einfach los, du kannst das doch?"
    Liebe Grüße aus dem Fersensitz (ja, ich sitze gerne so vorm Laptop...)!

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  10. Ein supertoller Artikel!!!!!!
    Nach der Geburt meiner Tochter vor fast 3 Jahren habe ich mich intensiv mit den Thema Bewegungsentwicklung auseinandergesetzt, weil jede Mutter die ich kenne, spätestens dann über Rückenschmerzen klagte, wenn ihr Kind stundenlang an den Händen geführt "laufen" wollte. Ich war einfach der Meinung, dass die Natur das sicher auch anders eingerichtet haben musste, sonst würde es die Menschheit sicher nicht mehr geben... Und dass es auf die urspünglich von der Natur angedachte Art und Weise sicher gesünder wäre, laufen zu lernen.
    Ich fand Emmi Piklers Buch "Lasst mir Zeit" und probierte es aus. Es ist wirklich nicht leicht, sein Baby einfach machen zu lassen und nichts dabei zu tun als zuzuschauen. Aber durch das Buch habe ich auch sämtliche kleinen Fortschritte identifizieren können und konnte mich mit meiner Maus darüber freuen. Das Sitzen erachtete sie auch nicht für so wichtig, Hauptsache vorwärts kommen und ihr Spielzeug einfangen!!! Als sie sich schon überall hochzog zum Stehen, hat sie sich irgendwann in den Zwischenfersensitz hintuntergelassen und saß mit fast 11 Monaten zum ersten Mal. :-)
    Allerdings teile ich Frau Piklers Einstellung zum Thema Tragen nicht, ich bin leidenschaftliche Tragemama! Das Buch wurde halt auch ursprünglich für die Institution Waisenhaus/Kinderheim geschrieben, was man m. M. n. deutlich merkt. Aber man kann ja auch kritisch hinterfragen vor der Anwendung...
    Auch ich hatte in der Krabbelgruppe eine Mama, die ihren Sohn mit 6 Monaten einfach hinsetzte, auspolsterte und mit Spielzeug versorgte. Irgendwann (viel später) schaffte er es dann, sich aus dem Sitzen zu befreien und zu krabbeln. Allerdings nur, solange es seine Mutter nicht bemerkte, dann setzte sie ihn einfach wieder hin und gab ihm was zum spielen. Um vorwärts zu kommen, rutschte er dann aus purer Verzweiflung auf seinem Windelpopo in Richtung Spielzeug, weil das erst mal zum Krabbeln kommen einfach zu lang dauerte, und seine Mama ihn dann schon längst wieder hinsetzte. Seine Mama fand es lustig, ich sah, dass er das nur machte, weil sie ihn nicht krabbeln ließ...
    LG Susanne

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  11. Sehr spannend!
    Ich weiß nur gar nicht mehr, wann unsere Kids sitzen konnten. Beide Rabauken waren aber extremst früh dran mit allem (Übrigens auch mit Sprechen!! - Gibt's da eigentlich einen Zusammenhang, dass die einen angeblich motorisch schnell sind, die anderen mit Sprechen oder Feinmotorik? Meine haben allerdings alles viel schneller drauf gehabt als die U-Untersuchungen wollten). Die konnten mit 3 Monaten sich hin und her drehen, mit acht Monaten frei laufen (juhu... argl) Mich wundert, dass ihr schreibt, dass wäre nicht genetisch? Der Papa war auch so extrem fix (8 Monate freies Laufen, problemlos..) ich konnte zum ersten Geburtstag auch längst frei laufen.
    Sitzen mochten beide immer sehr gerne direkt in Mamas Schoß, wenn ich im Schneidersitz auf dem Fußboden saß. Schön angekuschelt mit dem Rücken an Mamas Bauch.

    Ein wenig beruhigt hat mich in eurem Artikel das Verletzen und Hinfallen dazu gehören. Da unsere so früh dran waren haben die sich so oft die Köppe eingehauen, Fliesen, Treppen... grüne und blaue Schienbeine und Stirne, die wollten einfach überall hin. ich hab mich so oft geschämt, ob ich so ne schlechte Mutter bin und nicht genug helfe und aufpasse und die Kids immer leicht misshandelt aussahen... :(

    Im Übrigen wäre es mir absolut wurscht gewesen, wenn bei einer U-Untersuchung irgendwelche "Mängel" aufgetreten wären. Wird doch alles schon irgendwie, oder? Hab mir da gar keinen Kopp gemacht. Mir ist nur längst bewusst, dass beide Jungs (1 und 3) Dauergäste in der Notaufnahme sein werden in den nächsten 20 Jahren und kein Baum vor ihnen sicher ist. Wir gehen fast täglich zum Kinderturnen, Fussballtraining.. Schwimmen etc. um diesen schier unersättlichen Bewegungsdrang irgendwie befriedigt zu bekommen..

    lg
    Kathi

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  12. Jetzt hattest du mich kurz erschreckt mit dem Thema, da ich bevor dieser kam schlechtere las, die das hinsetzen verteufelten und mich ein wenig verzweifelt zurückließen, so dass ich sie ignorierte. Dieser Artikel gibt mir aber nicht das Gefühl falsch zu handeln, wenn ich auf meinen Bauch und meine Maus höre. Sie ist nämlich noch viel zu klein fürs Sitzen (knapp 5Monate), hat aber grade entdeckt, dass sie sich an Fingern hochziehen kann oder mit Schwung im Arm nach vorne werfen. Ich habe sie sich so oft hochziehen lassen, wie sie Kraft hat, aber auch immer wieder zurückkippen, so dass sie nach wenigen Wochen das Interesse verlor. Gestützt sitzen darf sie auf unserem Schoß, wenn sie zu müde wird um auf Rücken oder Bauch glücklich zu sein, aber noch zu interessiert, an Ihrer Umgebung. Wenn wir essen zum Beispiel. Ich lasse sie sonst in jeder Position die sie kann so lange schimpfen wie sie aushält. Bisher wirkt sie noch sehr motiviert zu entdecken - vor allem, wenn sie leicht ältere Babys sieht.
    LG,
    Maxie

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  13. Hallo,
    Normalerweise finde ich eure Artikel ja gut. Der hier ist jedoch ziemlich misslungen: das erste was mir aufstößt ist die Arroganz, mit der über die Eltern geurteilt wird "Ungeduld, unbewusster Ehrgeiz oder Unbedarftheit" wenn in Folgenden darauf eingegangen wird, dass Babys ab einem gewissen Alter wegen ihrer fehlenden Mobilität und ihres fehlenden "Überblicks" unzufrieden sind. Diese Unzufriedenheit kann sich bei Babies, die evtl von vornherein keine Frustrationstoleranz haben, 24-h-Babies etc eben sehr schnell ob Schreien äußern. Ja, ich gestehe, ich setze meine Kinder hin, seit sie ungestützt im Sitz verharren können- weil sie einfach immer sehr schnell schreien. Und wenn ich sie dann hochnehme, sitzen sie halt einfach auf meinen Arm.
    Ich gebe zu, vielleicht habe ICH zu wenig Frustrationstoleranz - aber ich kann doch kein Baby schreien lassen? In den wenigen Sekunden bis Minuten bis es schreit, macht es vermutlich auch keine motorischen Fortschritte.
    Die abgeurteilten Eltern werden es vermutlich aus dem gleichen Grund tun. Man soll schließlich immer auf sein Bauchgefühl hören. Und das sagt einem eben, dass wenn das Kind zufriedener in einer anderen Position ist, man es in diese bringt.
    Oder könnte das schaden?

    Wenn man sich mal überlegt, dass es den Hinweis, Kinder nicht zu früh hinzusetzen, noch nicht lange gibt, andererseits aber immer kritisiert wird, dass Kinder immer unbeweglicher werden (zb.http://www.welt.de/gesundheit/article12394371/Immer-mehr-Kinder-haben-motorische-Defizite.html,) kommt man zu dem Schluss, dass zu frühes Hinsetzen auf lange Sicht nicht allzu schädlich sein kann-waren die Kinder doch früher fitter.
    Meine Kinder müssen das Zahnen ertragen, die Schübe, erste Trennungsängste, die ganze Welt mit ihren Eindrücken - da muss ich sie nicht noch extra leiden lassen, in dem ich sie liegen lasse - und mich dann noch als unbedarft beschimpfen lassen.

    Was ist denn mit der Bauchlage? Soll man Kinder, bevor sie sich drehen können, etwa nur auf dem Rücken liegen lassen bis der Kopf aussieht wie ein Frühstücksbrettchen?

    Nein danke, meine Kinder dürfen weiterhin sitzen - denn ich weiß sie werden nicht dadurch von mir abhängig, irgendwann werden sie sich allein hinsetzen können. Dann ist der Endorphinschub immer noch da. Und Unabhängigkeit kann man noch früh genug „trainieren“ - sonst könnte man Babies ja auch beim Einschlafen schreien lassen, um ihre Unabhängigkeit zu trainieren.

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    1. Liebe Maria, ich kann herauslesen, dass dich mein Artikel furchtbar aufgewühlt und verärgert hat - das tut mir leid. Ein 24-Stunden-Baby ist für alle Eltern eine an die Grenzen bringende Herausforderung, daher kann ich es nachvollziehen, wenn sie in dieser Situation nach jedem Strohhalm greifen, und sei es eben das zu frühe Hinsetzen. Wenn euch das die dringend benötigte Erholung gebracht hat, dann wiegen die Vorteile in eurem Fall die Nachteile auf. Ich spreche in meinem Text eher die Eltern an, die noch nicht wissen, dass Hilfe beim Hinsetzen unnötig und schädlich ist, oder solche, die denken, ein Kind brauche für die motorischen Entwicklungsschritte Unterstützung oder Förderung von Außen. Ein Kind entwickelt sich von ganz allein - das ist die Kernaussage meines Artikels.

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    2. Nachtrag: Meine Tochter hat einige Wochen später das Krabbeln gelernt und konnte sich dann auch alleine hinsetzen. Sie ist nach Ansicht der Physiotherapuettin und Ärztin jetzt völlig normal entwickelt! (10 Mon)
      Mein Sohn(Zwillinge) musste wegen einer akuten Erkrankung des Rückens Bettruhe einhalten. Als die Erkrankung und damit die Schmerzen anbehandelt waren, hat auch er sich sehr schnell von allein hingesetzt - und kurz darauf auch das Krabbeln begonnen. Es ist also durchaus möglich.

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    3. Meine Oma hat als Physiotherapeutin vor Jahrzehast schon Babys/Kinder behandelt bzw wo notwendig motorisch gefördert und schon damals war schon aktuell und bekannt,dass zu frühes Hinsetzen schaden kann. So neu ist die Erkenntnis also nicht...war eine der ersten Sachen,die sie gesagt hat, als sie Ur-Oma geworden ist ;)

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  14. Zu dem Thema kann ich ein weiteres Buch sehr empfehlen: "Schritt für Schritt ins Leben" von Monika Bauer, erschienen 2009 im Goldegg Verlag.
    lG
    Doris

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    1. Liebe Doris, danke für die Buchempfehlung. Ich gucke es mir gleich mal an.

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  15. Hallo!
    Vielen Dank für den schönen Artikel.
    Wir sind sehr angetan vom Ansatz Emmi Piklers, haben unseren großen Sohn auch in einer Pikler Kita.
    Bezüglich meiner Tochter (10 Monate) habe ich eine Frage: Sie krabbelt schon lang, kniet, wenn sie sich festhält und seit einiger Zeit setzt sie sich auch frei in den Zwischenfersensitz, aus dem sie mittlerweile auch ohne eine helfende Wand oder etwas anderes in der Nähe wieder zum krabbeln übergeht. Sie setzt sich aber nicht in den Langsitz. Bisher haben wir sie nicht in Hochstuhl und Kinderwagen gesetzt. Ob wir das jetzt tun können? Oder ist es wohl besser, zu warten, bis sie sich allein in den Langsitz setzt?
    Ich würde mich über Meinungen freuen.
    Vielen Dank, Claudia

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    1. Genau diese Frage brennt mir auch schon seit Wochen unter den Nägeln: Mini (12 Monate) sitzt seit ca 4 Monaten im Zwischenfersensitz (aus dem Krabbeln heraus gelernt) und ich habe es bis jetzt tunlichst vermieden ihn irgendwohin zu setzen. Mit etwas schlechtem Gewissen setzte ich ihn beim Essen in den Hochstuhl und selten sitzt er im Kinderwagen. Schlechtes Gewissen deshalb, weil er sich im eigentlichen Langsitz gar nicht wohlfühlt und sich schnell aus der Position dreht, wenn ich ihn mal auf den Boden setz. Er ist auch nicht stabil genug um so sitzen zu bleiben.
      Sollten wir den Langsitz trainieren (event. mit Physio) oder könnte es irgendeinen Grund geben, dass er sich beim Sitzen nicht wohl fühlt (außer der, dass er nicht stabil ist 😀)
      ich weiß, Ferndiagnosen sind ein Unding, aber mich würde lediglich deine Meinung bzw Erfahrung interessieren.
      Danke ,
      Gerlinde

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    2. Liebe Gerlinde, eine Ferndiagnose kann ich wirklich nicht geben - ob irgendwas nicht stimmt, müsstest du vom Kinderarzt abklären lassen. Da dein Kind aber schon lange im Zwischenfersensitz sitzt, kannst du ihn ohne schlechtes Gewissen in den Hochstuhl oder den Wagen setzen. Wichtig ist, zuzulassen, dass er sich aus der Position befreit. Er weiß am besten, was ihm gut tut.

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    3. Lernen die Kinder den Langsitz eigentlich überhaupt noch selbstständig, wenn sie in einer anderen Sitzposition (Zwischenfersensitz) schon so stabil sind?

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    4. Ja, lernen sie. Im natürlichen Verlauf der Entwicklung kommt irgendwann immer der Langsitz. Wann das ist, ist unterschiedlich. Aber auf der Couch, im Wagen etc. ist ja normalerweise der Langsitz angesagt, insofern lernen alle Kinder so sitzen. Was nicht heißt, dass sie trotzdem eine Vorliebe für den Zwischenfersensitz auf dem Boden beim Spielen beibehalten können.

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    5. Vielen lieben Dank für deine Antwort. Mal schauen wie die Entwicklung weitergeht bzw der Kinderarzt sagt!

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  16. Wenn deine Tochter im Zwischenfersensitz frei sitzt, dann spricht absolut nichts dagegen, sie in den Hochstuhl oder in den Wagen zu setzen. Ihre Muskeln sind jetzt bereit dazu. Liebe Grüße, snowqueen

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    1. Vielen Dank für die Antwort.
      Ja, wir haben sie hingesetzt in Kiwa und Stuhl. Ist alles super. Trotzdem, wirklich glücklich und stabil ist sie im Langsitz nicht. Sie hält sich immer noch ein wenig fest (im Wagen). In den Langsitz frei auf dem Boden setzt sie sich gar nicht und mag es auch überhaupt nicht, wenn ich sie so hinsetze. Na, das wird schon passen.
      Viele Grüße, Claudia

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  17. Hallöchen, danke für diesen Artikel. Unsere Kleine ist jetzt 7 Monate und seit ca 2 Wochen kann sie super alleine sitzen, insofern man sie eben so hinsetzt. Wir haben uns nichts dabei gedacht und sie dann eben auch gerne hingesetzt, weil sie das ja freut, aber jetzt werden wir wieder verstärkt darauf achten, sie auf den Bauch zu legen.

    Eine kleine Frage habe ich noch. Im Buggy ist sie normalerweise nur leicht angeschrägt, eher liegend als sitzend und dann eben festgeschnallt, da sie sonst nach unten rutschen würde. Wenn ich sie nun abschnalle, drückt sie sich sofort in den Sitz und bleibt dann auch sitzen. Soll ich das unterbinden und sie lieber anschnallen?

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    1. Also im Prinzip wäre es günstiger, sie im Buggy an sich noch nicht hinzusetzen, auch nicht angeschrägt, sondern eben lieber auf dem Bauch liegend zu fahren. Zum selbst hoch drücken: Alles, was sie selbst macht, ist okay, d.h. du musst das hochdrücken nicht aktiv unterbinden, denn sie kann sich ja selbst aus der Position befreien, indem sie sich entspannt wieder zurücklehnt. Aber wie gesagt, eigentlich wäre es besser, wenn sie noch gar nicht im Buggy sitzen würde. Vielleicht kannst du das noch für ein paar Wochen rückgängig machen. Es kann aber sein, dass sie protestiert, weil sie ja die gute Aussicht nun schon gewohnt ist. Dann lasst das leicht Angeschrägte beim Buggy und achtet gut darauf, dass sie als Ausgleich zuhause eben viel auf dem Bauch und Rücken liegt.
      LG, snowqueen

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    2. Hallo liebe Snowqueen, vielen Dank für deine Antwort. In einen normalen Kinderwagen würde sie leider gar nicht mehr reinpassen, sie ist schlichtweg zu groß :)

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  18. "Kinder, die von ihren Eltern zu früh hingesetzt wurden, verharren, wenn ihre Muskeln und Gelenke sich an die neue Situation angepasst haben, häufig sehr, sehr lange in dieser Position (...)."
    "Sitzt ein Kind angelehnt auf dem Schoß seiner Bindungspersonen, ist das so lange in Ordnung, bis das Kind durch Quengeln oder Wuseln anzeigt, dass es diese Position anstrengt."
    Mir ist nicht ganz klar, wie ich die einzelnen Aussagen in einen Zusammenhang bringen soll. Setze ich mein Kind auf meinen Schoß, passt es sich der neuen Haltung an und verharrt länger in der Position als es gut wäre, würde folglich nicht anfangen zu quengeln und zu wuseln.
    "Wie ihr seht, spricht absolut nichts dafür, sein Baby zu früh in eine sitzende Position zu bringen, aber alles dagegen." Also doch nicht auf den Schoß setzen?
    Viele Grüße
    Ariane

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    1. Setzen Eltern ihre Kinder frei auf den Boden, dann verharren die Kinder in der Position, jedoch natürlich nicht von Anfang an, denn die Muskeln sind noch nicht genügend aufgebaut. Auch dort würden sie anfangs anfangen zu quengeln und zu wuseln - dabei kippen sie meist nach hinten um. Das wiederum veranlasst die Eltern dann wiederum, Kissen hinter das Kind zu legen, damit es weich fällt. Es wird aber oft sofort wieder hingesetzt, einfach, weil die Eltern nicht verstehen, dass das Quengeln und das Nach-Hinten-Kippen der Weg des Kindes war, aus der Position herauszukommen. Es ist also eine missglückte Kommunikation zwischen Eltern und Kind. Nach einer Weile haben sich die Muskeln dann an die neue Position gewöhnt und das Kind kann sitzen (verharren), wenn die Eltern es hinsetzen. Dann quengelt es nicht mehr, es sei denn, das Spielzeug ist weggerollt. Beim Sitzen auf dem Schoss lehnt das Kind meist am Oberkörper des Elter bzw. kann sich aus der sitzenden Position nach hinten gleiten lassen und lehnt dann an. Damit sind Muskeln und Gelenke schon mal nicht so sehr beansprucht, wie beim freien Verharren. Da Eltern und Kind hier in direktem Kontakt stehen, werden die Wusel- und Quengelsignale des Kindes meist richtig von den Eltern verstanden - es wird in eine andere Position gebracht. Wenn du dir Mütter im Café anguckst, siehst du sie oft während des Gesprächs mit der Freundin ihr Kind hin-und herheben. Mal liegt es über der Schulter, mal sitzt es auf dem Schoß, mal liegt es auf dem Rücken auf den ausgestreckten Beinen der Mutter, mal trägt sie es im Fliegergriff. So ist das in Ordnung. Du hast aber Recht: Kinder, die über Stunden in der gleichen Position auf dem Schoß sitzen müssen, haben es nicht besser als jene, die frei verharren.
      Wenn man es als Eltern 100% richtig machen möchte, dann sollte man auch das Sitzen auf dem Schoß so lange wie möglich vermeiden.
      Liebe Grüße, snowqueen

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    2. Hallo Snowqueen, vielen Dank für die klaren Aussagen und dass Du Dir die Zeit genommen hast, meine Frage so ausführlich zu beantworten. Viele Grüße Ariane

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  19. Hallo Snowqueen,

    vielen Dank für diesen tollen Artikel. Schade dass ich den und eure ganze Seite nicht schon vor einem Jahr kannte. Eine Freundin von mir (ihr Sohn ist genauso alt wie meine Tochter - 1,5 Jahre) hat den kleinen nämlich auch schon sehr früh immer hingesetzt. Meistens saß er auf dem Sofa mit einem Sofakissen im Rücken. Ich habe das bei meiner Kleinen nie gemacht, weil ich selber schlimme Rückenprobleme habe und diese für meine Maus auf jeden Fall verhindern möchte. Leider waren die Rückenprobleme immer mein einziges Argument und das zog bei meiner Freundin nicht.
    Sie meinte immer, der kleine wäre doch so neugierig und wolle alles sehen und mitbekommen und wäre dann eben in Rücken- oder Bauchlage unzufrieden.
    Er war zwar motorisch trotzdem gut drauf und konnte auch schon mit einem Jahr frei laufen, aber wer weiß...

    Meine Tochter hat übrigens auch schon sehr früh mit Situps angefangen - eigentlich waren es schon fast Klappmesser (Oberkörper und Beine was ausgestreckt in der Luft) und sich dann auch irgendwann aus einem Situp heraus mit Unterstützung einer Hand hingesetzt.

    Liebe Grüße

    Anja

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    1. Liebe Anja, vielen Dank für deinen netten Kommentar!

      Ob der Sohn deiner Freundin einen "Schaden" davongetragen hat, werden wir kaum sehen, denn wir wissen ja nicht, wie er sich ohne das frühe Hinsetzen entwickelt hätte. Ich denke, am stärksten kann man es später bei der Ungeduld erkennen - Babys, die in Ruhe ihre eigenen Erfahrungen machen dürfen und dabei eben auch Frust und Rückschläge ertragen müssen, sind später, verallgemeinernd gesagt, geduldiger bei Aufgaben, die Übung brauchen. Sie geben nicht so schnell auf, wenn etwas nicht klappt. - Aber wie gesagt, diese Feststellung ist grob verallgemeindernd. Sie gilt eben nicht für 100% aller zu früh hingesetzten Kinder.
      Liebe Grüße, snowqueen

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  20. Zählt zwischenfersensitzen ( was für ein Wort ) jetzt als frei sitzen oder nicht?

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    1. Ja! Der Zwischenfersensitz ist eine Variante des freien Sitzens. Nur Physiotherapeuten mögen diese Art des Sitzens nicht so gern, weil er die Gelenke belastet.

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    2. Also das muss ich jetzt mal richtig stellen, da diese Aussage jetzt schon öfter kam. Physiotherapeuten haben nichts gegen den zwischenfersensitz! Ich bin selbst eine und er wurde in unserem Pädiatrie Unterricht ganz normal gelehrt.
      Ansonsten toller Artikel!

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    3. Also ich muss das hier mal richtig stellen, da diese Aussage jetzt schon öfter kam. Ich bin selbst Physiotherapeutin und habe im Pädiatrie Unterricht den zwischenfersensitz gelernt als etwas völlig natürliches. Ich weiß nicht wie sie zu dieser Aussage, ja schon Unterstellung, kommen. Das ist einfach nicht wahr! Natürlich gehört der zwischenfersensitz als eine Sitz Variante bei Kindern dazu und ist auch nicht zu unterbinden. Also bitte stellen Sie uns da bitte nicht so ins schlechte Licht. Ansonsten kann ich sehr hinter ihren Aussagen stehen, toller Artikel!

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    4. Liebe Christine, oh, das ist schön, mal von einer Physiotherapeutin zu hören. Bisher habe ich nur welche getroffen, die sagten, es sei schädlich für die Hüftgelenke. Danke!

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  21. Hallo :-) ich hätte mal eine frage:mein sohn ist fast 8 monate alt.und ich wusste tatsächlich nicht dass das hinsetzten so schädlich ist.wir haben ihn auch relativ früh hingesetzt.mittlereile kann er alleine sehr gut und ohne jegliche hilfe sitzen allerdings nur wenn man ihn hinsetzt.nachdem ich deinen artikel gelesen habe,habe ich vermehrt drauf geachtet ihn wieder öfter auf den bauch und rücken zu legen.allerdings hasst er es!somit setzte ich ihn nach einigem protetst wieder hin.ist ja klar, er versteht ja auch nicht warum ich ihn plötzlich nicht mehr hinsetzten möchte.hast du vielleicht tipps wie ich ihm die bauch-oder rückenlage angenehmer/spaßiger gestalten kann ?krabbeln tut er noch nicht(vielleicht weil ich ihn zu früh hingesetzt habe..?)drehen kann er sich seit kurzem endlich richtig.

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    1. Krabbeln muss er auch noch nicht können. Dass er sich jetzt dreht, ist schonmal gut, dann hat er diesen Zwischenschritt trotz des Hinsetzens nicht ausgelassen - das ist positiv. Tja, ein bisschen Frust muss er auf dem Bauch und Rücken aushalten lernen. Er soll nicht brüllen, aber meckern darf er schon. Für die Bauchlage eignet sich die Wingbo Schaukel sehr gut (guck bei E. Kleinanzeigen!) - darauf ist die Bauchlage nicht ganz so anstrengend und sogar ganz lustig, weil er sich mit den Füßen selbst anschaukeln kann. LG, snowqueen

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    2. Ich hab ein ähnliches Problem. :-( Mein Sohn ist jetzt 8 1/2 Monate alt. Er sitzt bei uns auf dem Schoß, seit er ca. 5 Monate alt war, weil er auf dem Arm liegend nicht mehr bleiben wollte (hat sich hoch gedrückt oder gezogen oder solange geweint, bis er saß). Auf dem Bauch lag er noch nie gern, seine Frustrationstoleranz war da schon immer sehr gering. Nach 10 Sekunden bis 3 Minuten fing das Heulen an - und ich meine kein Nörgel-Heulen, sondern Alarmstufe-Heulen. Das ist bis heute so geblieben. Seit ca. 6 Wochen will er auch nicht mehr so gern auf dem Rücken liegen, auch da fängt er recht schnell (nach 10 Minuten etwa) an zu heulen, bis wir ihn hochnehmen oder hinsetzen. So wirklich zufrieden ist er nur, wenn er sitzt. Seit ca. 2-3 Wochen dreht er sich aktiv in beide Richtungen. Er bleibt aber nie besonders lange auf dem Bauch liegen, und auch auf dem Rücken ist er nicht lange glücklich. :-( Wir setzen ihn also, wenn auch mit schlechtem Bauchgefühl, immer wieder hin. Ich weiß auch gar nicht, wie ich ihn nicht hinsetzen soll, weil er eben wirklich sehr, sehr schnell heult. Er wird unabhängig davon auch viel im Sling oder der Mai Tai getragen, aber das geht nur, solange ich in Bewegung bin. Er kann die Sitzposition recht gut halten, auch ohne Stütze. Wenn es ihm zu anstrengend wird, zeigt er das oder schiebt sich auf dem Po und abgestützt mit den Händen auf den Rücken (heult dann aber wieder, wenn er dann auf dem Rücken liegt...). Ich will ja wirklich das Beste für ihn, aber ihn auf Zwang und heulend liegen lassen, widerspricht auch meinem Bauchgefühl.

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    3. Liebe JM, ich verstehe dein Problem gut. Ich möchte meine Kinder auch nicht weinen hören! Das entspricht auch nicht meinem Bauchgefühl.

      Fakt ist allerdings, dass unsere Elterngeneration ihren Kindern wirklich zu viele Frustrationen erspart, also Steine aus dem Weg räumt. Aus Liebe. Aber gut ist es für unsere Kinder nicht in jedem Fall. Es ist wichtig, die Frustrationstoleranz zu trainieren, schließlich wollen wir, dass sie später nicht bei jedem kleinen Hindernis aufgeben. Wir wollen, dass sie wieder und wieder aufs Fahrrad steigen, bis sie frei fahren können. Wir wollen, dass sie wieder und wieder ins Wasser hüpfen, bis sie das Schwimmen erlernt haben. Wir wollen, dass sie sich wieder und wieder ein Buch nehmen, bis sie lesen können. All das erlernt sich nur mit Durchhaltevermögen und mit der Fähigkeit, Rückschläge emotional auszuhalten.

      Ich würde dir raten, daran anzuknüpfen, was er schon kann. Hält er es heute 10 Sekunden auf dem Bauch aus, schafft er es morgen 15 Sek. und übermorgen 20 Sek. Je länger er es aushält, desto leichter wird es ihm fallen.

      LG, snowqueen

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  22. Hallo,
    sind das Stulpen die da getragen werden? Oder wie heißen diese, tollen, bunten "Dinger" ohne Fuß?
    LG

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  23. Wow! Echt toller Bericht! Ich wünschte ich hätte ihn schon etwas früher gefunden...
    Meine Tochter ist fast 5Monate alt - und es schaut so aus, als hätte ich in dieser kurzen Zeit schon viel zu viel falsch gemacht! Sie durfte fast von Anfang an mit Kissen gestützt sitzen, wir trainierten täglich mit Unterstützung meiner Hände sie zum Sitzen und zum Stehen aufziehen, ja, meine Tochter steht schon (mit Hilfe natürlich) seit sie 2 Monate ist!
    Ich habe sie die ersten 9Wochen ausschließlich getragen, dann kauften wir einen Kinderwagen, den man nicht komplett flach machen kann, unsre Tochter ist quasi halb-liegend/sitzend im Kiwa - und so gehen wir täglich auf einem sehr holprigen Weg spazieren!! Wenn sie anfängt zu nörgeln verfrachte ich sie in die Aufrecht-sitzende Position :(
    Dort befindet sie sich übrigens auch wenn ich dusche, Wäsche aufhänge oder sie manchmal ein bisschen in den Garten stelle.
    Ach herje, ich hoffe so sehr, dass sie durch dieses Nicht-wissende Fehlverhalten nicht schon schwerwiegende körperliche Beeinträchtigungen abbekommen hat!
    Ich habe sie heute mal uneingeschränkt nur auf dem Rücken auf eine Decke auf den Boden gelegt und sie war die ganze Zeit uneingeschränkt happy und hat fleißig mit ihren Füßchen gespielt - umdrehen kann sie sich von alleine noch nicht - das hab ich ihr wohl verbaut, indem ich immer mitgeholfen habe und ihr Beinchen nach vorne gedrückt habe.
    Ich wollte doch eigentlich alles richtig machen und bin nun richtig geschockt wie falsch ich die ganze Zeit lag :(
    LG Maria

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    1. Liebe Maria, das geht fast allen Neu-Mamas so! Auch ich habe bei meinen großen Mädchen viel zu viel geholfen. Ich habe sie zwar nicht hingesetzt, aber beim Drehen immer das Köpfchen geschützt, damit es nicht auf den Boden knallt. Mit dem Ergebnis, dass sie nicht gelernt haben, ihren Kopf zu halten, wenn sie fallen. Mittlerweile können sie es - sie haben es nachgelernt. Da deine Süße erst 5 Monate alt ist, denke ich, ist es noch nicht zu spät. Leg sie ab jetzt einfach so oft wie möglich auf den Rücken oder den Bauch. Quengeln und nörgeln darf sie, aber sobald sie weint, nimm sie hoch. Alles wird gut! Du kannst als Erst-Mama doch nicht alles wissen, da macht man schon mal Fehler, weil man es zu gut meint. Ich ja auch! Liebe Grüße, snowqueen

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  24. Erstmal: ich lese schon viel mit und bin begeistert! 3 Jahre ist mein großer schon und ihr damit lange schon mein Begleiter :-)

    Der Artikel klingt auch einleuchtend. Mir fehlt nur eines: der Hinweis beim Fahrrad auf den Anhänger und der Möglichkeit einer Babyschale in eben jenem. Darin liegt das Baby ebenso wie im Auto und wird abgefedert durch die Federung eines guten Anhängers und einer guten Schale. Auch umsichtiges Fahren ist da natürlich von Vorteil,s sprich ich persönlich würde so nu nicht grade die holprigste Strecke nehmen.
    Vielleicht lässt sich das ergänzen oder seht ihr das tatsächlich anders?

    Lg Natascha

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    1. Liebe Natascha, ja, so eine Babyschale für den Anhänger meinte ich auch. Wenn ich die im Text vergessen habe, muss ich es dringend noch ergänzen. Danke für den Hinweis. LG, snowqueen

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  25. Vielen vielen Dank für den tollen Artikel! Ich bin sehr froh darüber, dass es diesen Blog gibt! Eine Frage habe ich noch: Darf ich mein 10 Monate altes Baby zum Füttern in den Hochstuhl setzen? Bislang sitzt er dabei immer auf meinem Schoß, ganz selten mal in der Wippe. Er kann krabbeln und sich in den Stand ziehen, aber setzt sich nicht alleine auf. Wenn er mal zufällig auf den Po fällt, krabbelt er sofort weiter oder zieht sich erneut hoch. Im Kinderwagen oder in der Wippe beugt er sich übrigens häufig ganz nach vorne, damit es etwas sehen kann. Momentan mache ich mir auch noch Sorgen, weil er sich im Stand einfach fallenlässt und dann auf den Hinterkopf fällt. Ich stehe immer dahinter, wenn kein Teppich in der Nähe ist, da ich nicht möchte, dass er sich ernsthaft verletzt. Allerdings soll er es ja auch lernen...Wann lernt er das denn? Kann ich ihm dabei helfen? Er zieht sich bereits seit fast 3 Wochen in den Stand hoch.

    Liebe Grüße, Sylvie

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    1. Liebe Sylvie, ja, wenn er 10 Monate alt ist und sich schon hochzieht und auch schon krabbelt, kannst du ihn in den Hochstuhl setzen. Seine Muskeln sind schon fit genug. Er scheint nur nicht von der gemütlichen Sorte zu sein, sondern immer aktiv unterwegs, deshalb hat er das Sitzen wohl noch nicht für sich entdeckt. Mein Fräulein Chaos war genauso, bei ihr kam das Sitzen auch erst nach dem Stehen. Auch sie ist übrigens aus dem Stand nach hinten umgekippt, immer volle Kanne auf den Hinterkopf. Wirklich doofe Sache. Ich habe sie viel auf Sand und Rasen spielen lassen, da tut das Fallen nicht so weh. Wir haben zuhause Dielen und Parkett, da habe ich auch irgendwann aufgehört, sie aufzufangen. bei Steinfliesen wäre ich aber hinter ihr geblieben. Die Natur hat die Kopfknochen unserer Kinder extra so lange weich gelassen (Fontanelle und so), damit sie sich bei Stürzen verschieben können, ohne zu brechen. Das heißt, wenn die Fallhöhe nur die Kindsgröße ist (er also aus dem Stand umkippt und nicht vom Stuhl runter)dürfte eigentlich nicht viel passieren. Und du hast ganz Recht: Es ist wichtig, dass sie sich abfangen lernen. Vielleicht lässt du ihn also draußen, wo kein Stein ist, umfallen und lernen und zuhause fängst zu ihn auf, wenn es zu gefährlich ist (Steinfußboden, Tischkante im Weg etc.). LG, snowqueen

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    2. Vielen Dank für deine rasche und vor allem hilfreiche Antwort. Dann werde ich mal einen Hochstuhl besorgen. Ich freue mich jetzt schon riesig, wenn er mit uns am Tisch sitzt beim Essen. Der Tipp mit dem Spielen im Gras ist super. Und es ist auch beruhigend zu wissen, dass es anderen Babys ähnlich erging. Du hast Recht, er ist wirklich sehr aktiv :-)

      LG,Sylvie

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  26. Darf ein Baby, dass sich selbst zum Zwischenfersensitzen aurichtet, aber noch nicht in den Langsitz, in den Hochstuhl oder im Kinderwagen sitzen?

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  27. Vielen Dank für diesen Artikel! Ich bin Physiotherapeutin und weiß schon jetzt, dass ich den Link sicher an viele Eltern kleiner Patienten weitergeben werde ;) Super erklärt! Nur schade, dass die Wippe nicht erwähnt wird.
    Was den Zwischenfersensitz betrifft, bin ich berufsbedingt wie erwartet nicht ganz deiner Meinung ;) Er lässt sich vermehrt bei Kindern mit schwacher Rumpfmuskulatur beobachten, weil er weniger Muskeltonus erfordert als andere Arten zu sitzen. Die Hüftgelenke sind in maximaler Innenrotation. Das wäre an sich noch kein Problem, würde sich nicht in den ersten Lebensjahren der Antetorsionswinkel des Oberschenkelknochens entwickeln. Dieser Knochen ist in sich verdreht, was physiologisch ist. Das Ausmaß der Verdrehung wird jedoch u.a. davon bestimmt, in welchen Positionen das Hüftgelenk im Baby- und Kleinkindalter häufig ist. Kurz gesagt: Sitzt ein Kind überwiegend im Zwischenfersensitz, begünstigt das eine spätere (knöcherne und damit fixierte) Einwärtsdrehung der Beine und Füße. Dies verändert nicht nur die Muskelzüge, sondern führt auch zu einer nicht achsengerechten und damit punktuelleren Knorpelbelastung in den Gelenken der Beine und Füße. Dadurch entsteht ein höherer Verschleiß und ein höheres Verletzungsrisiko, zB in Bezug auf Kreuzbandrisse beim Sport.
    Für mich persönlich bedeutet das: Wenn ich meiner Tochter von Zeit zu Zeit sage "Kannst du dich bitte anders hinsetzen?" und sie das auch macht (das hat sie schon nach wenigen Malen und Zeigen verstanden), erspare ich ihr vielleicht einen Kreuzbandriss als 18jährige oder eine Hüft- oder Knie-Totalendoprothese mit 50 :)
    Die Beinachsen sind nun mal ein entscheidender Faktor für die Gesundheit der Gelenke.

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    1. Liebe Kathrin, danke für die ausführliche Erklärung. Ich fand sie sehr interessant. LG, snowqueen

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  28. Hallo,
    eine Frage zum "Eingreifen / Hilfestellung". Unsere Tochter dreht sich allein vom Rücken auf den Bauch. (sie ist 4,5 Mon) Sie kommt aber natürlich noch nicht allein zurück und wenn sie ihre Grenzen durch z.B. weinen anzeigt, drehen wir sie zurück. Ist das ok oder können wir wasanders machen?
    LG,
    Franka

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    1. Liebe Franka, wenn sie weint, dann könnt ihr ihr natürlich helfen. Sollte sie erstmal nur nörgeln, dann lasst sie erst einmal allein machen, denn durch die unangenehme Situation entsteht die innere Motivation, sich zurückzudrehen. LG, snowqueen

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  29. Hallo,
    toller Artikel.
    Meine Tochter ist 6 Monate alt. Wenn sie auf dem Rücken liegt und man ihr zwei Finger reicht, zieht sie sich fast Bus zum Sitzen hoch. Das letzte Stück helfen ich ihr immer uns leg sie dann wieder zurück auf den Rücken. Ist das okay? Oder mach ich da schon zu viel?
    Lg Simone

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    1. Liebe Simone, das Hochziehen an den Händen vom Rücken aus ist ein Test, den die Ärztin bei der U-Untersuchung macht. Sie will vor allem sehen, ob das Baby dabei den Kopf schon halten will. Zum Sitzen lernen ist diese Übung allerdings ungeeignet und ich würde sie so wenig wie möglich durchführen.
      LG, snowqueen

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  30. Wie sieht das mit der Bauchlage aus? Die sollte lt. Ärzten von und von Anfang an, auch gegen das Gequängel vom Baby immer mal für 5 Minuten geübt werden, damit mein Baby lernt, den Kopf zu heben. Wenn man sein Kind seine motorischen Fähigkeiten entwickeln lässt, müsste es sich ja zuerst drehen können, oder? Hältst du die Bauchlage für ok?

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    1. Ginge man streng nach Emmi Pikler, dürfte man sein Kind auch nicht in Bauchlage bringen. Ich finde diese Sicht aber zu dogmatisch. Auch die Rückenlage ist ja durch die Eltern initiiert, wenn sie das Baby ablegen. Ob sie es also nun in Bauch- oder in Rückenlage ablegen, ist meines Erachtens egal. Ich halte die Bauchlage für sehr wichtig und habe meine Kinder auch immermal für 5-10 Minuten so abgelegt.
      LG, snowqueen

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  31. Hallo,
    sehr interessanter Artikel, nach so etwas habe ich gesucht!
    Denn wir beschäftigen uns momentan auch sehr mit dem Thema Sitzen.
    Unsere Maus ist jetzt 9 Monate alt :-) Sie ist sehr aktiv und krabbelt seit 14 Tagen vorwärts, rückwärts bereits seit Ende November (es ist eher ein Robb-Krabbeln, aber sie kommt damit gut und schnell voran). Seit heute kann sie sich hochziehen und auch länger stehen bleiben. Seit bestimmt schon 2 Monaten geht sie immer wieder wippend in den Vierfüsslerstand und versucht sich des Öfteren wohl auch zu setzten, so richtig haut das dann aber doch nie hin.
    Nun ist sie seit Ende November von der Kinderwagenwanne in den Sportsitz des Kinderwagens umgezogen, da die Wanne zu klein wurde und sie da nach meinem Gefühl auch irgendwie nicht mehr drin liegen wollte. Der Sportsitz kann ganz flach gestellt werden, so dass der Rücken gerade ist und nur die Beine wie beim Sitzen gebeugt sind. Ist das in Ordnung so? Seit ein paar Tagen haben wir den Sitz nun ein bisschen höher gestellt, da ich das Gefühl hatte sie will noch ein bisschen mehr sehen. Ist das in Ordnung so oder sollen wir damit lieber noch warten bis sie frei sitzen kann?
    Dann bekommt sie Ihr Essen bisher in dem Newbornaufsatz des Tripp Trapp (eine Art Babyschale, der an den Tripp Trapp angebracht wird). Dort "sitzt" sie ähnlich wie im Maxi-Cosi, nur noch etwas gerader. Aus diesem drückt sie sich aber seit ca. 1-2 Wochen immer wieder raus und macht den Anschein, als wenn sie das nicht mehr immer so mag. Also haben wir heute den richtigen Hochstuhlaufsatz mit Sitzpolster und Sicherheitsgurt angebracht. Ist das in Ordnung oder sollen wir sie lieber noch so lange in der Babyschale "sitzen" lassen bis sie frei sitzen kann?
    Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen!
    Vielen Dank und viele Grüße,
    Daniela

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  32. Hallo,
    sehr interessanter Artikel, nach so etwas habe ich gesucht!
    Denn wir beschäftigen uns momentan auch sehr mit dem Thema Sitzen.
    Unsere Maus ist jetzt 9 Monate alt :-) Sie ist sehr aktiv und krabbelt seit 14 Tagen vorwärts, rückwärts bereits seit Ende November (es ist eher ein Robb-Krabbeln, aber sie kommt damit gut und schnell voran). Seit heute kann sie sich hochziehen und auch länger stehen bleiben. Seit bestimmt schon 2 Monaten geht sie immer wieder wippend in den Vierfüsslerstand und versucht sich des Öfteren wohl auch zu setzten, so richtig haut das dann aber doch nie hin.
    Nun ist sie seit Ende November von der Kinderwagenwanne in den Sportsitz des Kinderwagens umgezogen, da die Wanne zu klein wurde und sie da nach meinem Gefühl auch irgendwie nicht mehr drin liegen wollte. Der Sportsitz kann ganz flach gestellt werden, so dass der Rücken gerade ist und nur die Beine wie beim Sitzen gebeugt sind. Ist das in Ordnung so? Seit ein paar Tagen haben wir den Sitz nun ein bisschen höher gestellt, da ich das Gefühl hatte sie will noch ein bisschen mehr sehen. Ist das in Ordnung so oder sollen wir damit lieber noch warten bis sie frei sitzen kann?
    Dann bekommt sie Ihr Essen bisher in dem Newbornaufsatz des Tripp Trapp (eine Art Babyschale, der an den Tripp Trapp angebracht wird). Dort "sitzt" sie ähnlich wie im Maxi-Cosi, nur noch etwas gerader. Aus diesem drückt sie sich aber seit ca. 1-2 Wochen immer wieder raus und macht den Anschein, als wenn sie das nicht mehr immer so mag. Also haben wir heute den richtigen Hochstuhlaufsatz mit Sitzpolster und Sicherheitsgurt angebracht. Ist das in Ordnung oder sollen wir sie lieber noch so lange in der Babyschale "sitzen" lassen bis sie frei sitzen kann?
    Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen!
    Vielen Dank und viele Grüße,
    Daniela

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  33. Hallo,

    ich finde diesen Artikel auch sehr interessant, bin jedoch auch etwas verwirrt. Unser Sohn ist jetzt fast 16 Wochen alt und wir üben das Hinsetzen mit ihm, in dem wir ihn aus der Rückenlage an den Händchen nehmen und hoch ziehen, sofern er aktiv dabei ist, also Muskeln in Armen und Oberkörper anspannt. Wir setzen ihn jedoch nicht dauerhaft mit Kissen gestützt so hin, sondern legen ihn kontrolliert nach hinten auf den Rücken ab. Nun bin ich sehr verunsichert, ob wir diese Übung besser lassen sollten.

    Auch ich würde mich sehr über eine Antwort freuen.
    Besten Dank und viel Grüße,
    Anja

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  34. Danke für den informativen Bericht! Würdest du denken, dass mehrfach tägliches auf den Topf setzen unseres Kleinen 10-wöchigen (natürlich gestützt) in irgendeiner Weise bedenklich ist?
    Vielen Dank für deine Antwort und beste Grüße,
    Johannes

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    1. Lieber Johannes, du meinst das Abhalten beim Windelfrei? Da sitzt das Kind ja nicht im eigentlichen Sinne auf dem Topf, sondern es liegt quasi im Arm und der Topf wird an den Po gehalten bzw. es wird an den Oberschenkeln festgehalten und über die Toilette gehalten, wobei der Oberkörper auf den Unterarmen des Erwachsenen liegt. Aufrechtes Sitzen auf dem Topf, selbst abgestützt, wäre bei so einem kleinen Würmchen in der Tat nicht empfehlenswert.
      LG, snowqueen

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  35. hallo,
    Total interessant... aber ich scheitere an unserer Realitaet: Mein Sohm ist 7 Monate alt und hasst Liegen und vor allem die Bauchlage. Da er Reflux hat lege ich ihn immeauf ein Keilkissen o.ae. und er stemmt sich bereits seit 1 Monat auf beiden Ellbogen in die Hoehe in den Sitz. Auch auf dem Schoss will er partout nicht angelehnt bleiben sondern stoesst sich mit den Ellbogen ab um "frei" zu sitzen. Ich lege ihn so oft es geht auf eine Krabbeldecke auf den Boden um das Liegen und Rollen zu ueben...aber das geht meist nicht lang. Auch im Einst heissgeliebten Tragetuch will er nicht mehr lang bleiben, hoechstens fuer ein Nickerchen. Was tun? ich kann kaum verhindern, dass er sich hinsetzt - dazu duerfte ich ihn gar nicht mehr am Schoss haben oder erhoeht hinlegen... Aber der Reflux??!! danke... Petra

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  36. Ich vergass: Mein Sohn ist so gross und schwer wie ein Einjaehriger... Auch die Trage des Kinderwagens wird zu klein; er stoesst bereits mit den Fuessen an und wir fahren ihn immer oefter halbliegend im Buggy - das ist dann wohl auch schaedlich? aber er ist zu gross fuer die Kinderwagen-Liege! und auch fuer die Babyschale...
    Danke nochmal
    Petra

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  37. Jetzt habe ich mich 5 Tage geärgert und möchte meinen Unmut nun schriftlich und mit Namen kundtun. Ich bin eine Mutter deren Kind mit 4 Monaten angefangen hat sich selbstständig (an allem was Sie erreichen konnte) in den Sitz zu ziehen. Spielkiste - Meine Hände / Kleidung Stühle etc. Von der Tragewanne - Kinderwagen mussten wir Sie dann mit 6 Monaten in den Sportaufsatz umpacken aus 2. Gründen - 1. Sie hat sich an den Seitenwänden in den Sitz gezogen und so weit über den Rand gelehnt dass Sie fast rausgepurzelt wäre - und die Tragewanne wurde auch zu kurz. Die Sportkarre habe ich dann in den Halbsitz gestellt aus dem Sie sich immer selbstständig hochgezogen hat - trotz Sicherungsgurten. Und dann ist man als Mutter irgendwo zum spielen und turnen - und wirklich jede Mutter - das ist aber noch zu früh. Sie kann ja noch nicht krabbeln - blablabla... Mich hat das extrem verunsichert. Aber meine Tochter hat eine ganz eigenwillige Form das hinsetzens gewählt. Über den Vierfüssler auf den Po geschoben. Und saß mit 5 Monaten kerzengerade. Natürlich habe ich Sie dann manchmal auch direkt hingesetzt - am Tisch - aber auch im Stuhl mussten - haben wir Sie nie gepolstert. Sie saß ohne sich anzulehnen - Kerzengerade. Und kam aus dem Sitz aber auch ganz entspannt über ne Schulterrolle ins Liegen. Bis mir - als Sie ca. 9 Monate alt war eine Physiotherapeutin gesagt hat wie toll Sie sitzt (bei einer Babymassage) und auch allen Eltern gesagt hat so sollte es aussehen.. war ich immer in Sorge. Und habe Sie oft auch - weil mir die blöden unangemessenen Bemerkungen auch auf die Nerven gingen hingelegt. Schwups.. Saß Sie wieder. Wie Sie das geschafft / gemacht hat - das haben die anderen Mütter nie beobachtet. Ich mische mich woanders auch nicht ein. Und fand das immer nur frech. Laut der Physiotherapeutin starten 30 % der Kinder mit sitzen und nicht mit krabbeln - und nicht 100% sollten mit Krabbeln starten. Das bleibt hier völlig unbeachtet. An erster Stelle sollte stehen - jedes Kind hat sein Tempo und auch seine Methode. Achja - mit 11 Monaten hat meine Tochter sich am Tag nach dem Krabbelstart alleine hingestellt und ist dann auch problemlos wieder in den Sitz gekommen. Frei laufen - ohne Möbel - oder an den Beinen von Mama/Papa festzuhalten war dann mit 13 Monaten. Ich finde es völlig normal, dass wenn ein Kind nach den Händen greift um damit durch die Gegend zu laufen - zu ignorieren. Wozu soll das gut sein.? Ich habe meine Tochter nie in den Stand gezogen. Sondern Sie ist selbstständig aufgestanden und hat nach meinen Händen verlangt. Und so wurde das laufen geübt. Auch an den Möbeln - Wand lang. Ich finde es wichtig - jedes Kind sollte seinen Weg gehen. Und der ist nicht immer nach Lehrbuch Standard Und wenn man nicht die Hintergründe kennt darf man Mütter nicht verurteilen - denn übereifrig ist nicht jede. Gruss S

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    1. Liebe S.,

      vielen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar. Was ich nicht verstehe: Wenn Kinder sich selbständig hinsetzen, dann ist das doch vollkommen in Ordnung. Ich hätte also einfach gesagt: "Sie setzt sich selbst hin" und dann hätte doch niemand etwas gesagt?

      Und ja - jedes Kind geht einen anderen Weg, das ist ganz richtig - wir schlagen an dieser Stelle nur vor, es diesen Weg ohne Hilfestellung gehen zu lassen.

      Viele Grüße
      Danielle

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  38. Hallo,

    Sehr interessanter Artikel, hat bei mir gerade einen Nerv getroffen. Mein Sohn ist 10 Monate alt und kann noch nicht krabbeln und rollt mehr durch die Gegend als dass er robbt. Das aber auch nur wenn er gerade gut drauf ist.
    Ich bin leider auch so eine Mama die ihn immer wieder hingesetzt hat, zwar nicht eingekeilt aber auf dem Sofa. Ihm hat es super gut gefallen mehr zu sehn und er hatte immer die Möglichkeit sich aus der Haltung zu befreien- landete jedoch weich, da Sofa. Den Boden haben wir anfangs ziemlich gemieden, da es unsere Platzverhältnisse nicht zugelassen haben und auch weil wir dachten, dass er es so bequemer hat. Erst im Nachhinein kam uns dass es auf weichen Untergrund dich etwas schwieriger ist sich aufzustützenden usw. Haben ihn auch immer wieder an unseren Fingern fest halten lassen und so hat er sich dann hoch gezogen. Bei ihm war das Problem dass er partout nicht am Bauch liegen wollte, er konnte sich auch zuerst vom Bauch auf den Rücken rollen um sich aus dieser Lage zu befreien. So war die sitzende Position eine angenehme Lösung um ihn doch ein wenig aus der langweiligen Rückenlage zu befreien. Seit geraumer Zeit achten wir mehr darauf dass er nicht zuviel sitzt und mehr am Boden liegt und sich ein wenig selbst beschäftigt oder ich mit ihm liegend Spiele.. Es geht eine Weile gut aber nach einer Zeit liegt er nur mehr am Rücken und weint, nur wenn ich ihm dann rumtrage oder ihm zum sitzen aufhelfe beruhigt er sich. Auch im Wagen zieht er sich aus dem abgeschrägten Buggy immer wieder auf und lacht wenn er es geschafft hat. Am Bauch im Wagen hab ich auch schon probiert, hat ihm nicht so gut gefallen. Generell hab ich ihn meistens gleich hoch genommen und rumgetragen oder gekuschelt wenn er gequengelt hat, weil er mir immer so leid getan hat.
    Er ist grundsätzlich eher ein sehr gemütlicher und teilweise recht faul. Nach deinem artikel mache ich mir jetzt aber vermehrt Vorwürfe zu viel falsch gemacht zu haben und auch irgendwie Schuld daran zu sein dass er doch etwas faul und bequem ist und es langsam doch so scheint als wäre er etwas entwicklungsverzögert. Nur was kann ich jetzt noch dagegen machen ? Kann ja nicht sein, dass ich es jetzt schon verbockt hab oder ? Haben in 2 Wochen auch einen Termin bei einer Physiotherapeutin und waren auch schon bei einer Entwicklungspsychologin, die meinte er ist etwas langsam aber so passt alles.

    Würd mich freuen wenn du ein paar Tipps hast. Lg

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    1. Liebe Gela,

      mein Sohn ist auch durch die Gegend gerollt bis zu seinem ersten Geburtstag. Gerobbt ist er dann mit 12 Monaten, gekrabbelt mit 13 Monaten und gelaufen erst mit 18 Monaten. Heute ist das vollkommen egal - er ist ein motorisch absolut fittes Kind (sogar überdurchschnittlich geschickt laut Kita). Daher finde ich die Beschreibung Deines Kindes auch gar nicht besorgniserregend und bin gespannt, was die Physiotherapeutin sagt. Und nein - ich denke nicht, dass das Hinsetzen Schuld daran ist, dass er so gemütlich ist - auch wenn es natürlich nicht ideal ist.

      Ich würde versuchen, die Frustration auszuhalten und ihn einfach immer wieder ermutigen. Es dauert nicht mehr lange, bis er sich selbst hinsetzen können wird, insofern rate ich zu Entspannung :-).

      Liebe Grüße
      Danielle

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  39. Hallo, ich habe gerade mit Schrecken festgestellt, dass ich alles falsch gemacht habe bisher. Ich hatte zwar viel gelesen aber eher zu anderen Baby Themen. Mein Baby ist nun 7,5 Monate alt und läuft seit er 4,5 Monate ist an der Hand. Hinzusetzen haben wir auch immer probiert, im Stühlchen. Seit geraumer Zeit sitzt er frei. Er ist sehr stark, hat auch sehr früh begonnen sich zu drehen. Seit 2 Wochen versucht er ich an Dingen hochzuziehen und ich ertappe mich immer wieder ihm zu helfen wenn er anfängt zu quängeln, mein Mann ist da schmerzfreier und lässt ihn ne weile länger probieren. Ich habe ihn oft in der Trage getragen, wenig im Kiwa allerdings auch dann hochgestützt und nun schon um Sportwagen, d a die schale zu klein wurde. Wir wohnen in Belgien, da gibt es auch kein Pekip, wo ich das eventuell gelernt hätte...Nun bin ich verzweifelt und habe bedenken meinem Sohn einiges verbaut zu haben. Gibt es noch Rettung?
    LG
    Solveig

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  40. Achja, noch kurz dazu: robben kann er schon....

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    1. Liebe Solveig,

      das ist leider nicht so gut gelaufen - Du hast unwissentlich ziemlich gravierend in die Entwicklung eingegriffen. Er läuft an der Hand, seit er 4 Monate ist? Das würde ich sofort unterlassen - anatomisch sind Kinder dafür überhaupt nicht ausgelegt. Das an der Hand laufen ist grundsätzlich nicht gut und überlastet das Kind - je jünger es ist, desto mehr.

      Ich würde sofort jede Unterstützung einstellen und ihn auch nicht mehr hinsetzen. Er sollte sich wirklich alle Entwicklungssschritte selbst erarbeiten. Ja - er wird meckern - aber hier ist die Risiko-Nutzen-Abwägung ganz klar zu treffen - ihm sollte nicht mehr geholfen werden.

      Liebe Grüße
      Danielle

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    2. Vielen Dank für deine Antwort, Danielle. Ich werde es so umsetzen.

      LG
      Solveig

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  41. Hallo!
    Mein Sohn ist nun fast 10 Monate und bringt sich seit einigen Tagen selbstständig über den Spagat in die Sitzposition und stützt sich noch manchmal mit den Händen ab. Auch in die Knieposition bringt er sich selber. Allerdings kippt er manchmal noch nach hinten um, wenn er das Gleichgewicht nicht halten kann.
    Mir ist es sehr wichtig, ihn auf keinen Fall zu früh hinzusetzen. Kann ich ihn jetzt in den Kinderwagen setzen? Können die Babys tatsächlich erst selber sitzen, wenn sie nicht mehr umkippen?

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    1. Wenn er sich jetzt selbst in die Sitzposition bringt, dauert es nur noch ein paar wenige Tage, bis er nicht mehr umkippt. Das geht ganz schnell. Insofern kannst du ihn jetzt in den Kinderwagen setzen. Achte auf seine Zeichen. Wenn er dort unruhig wird oder quengelt, dann nimm ihn wieder raus oder leg ihn hin. Bei meinem Sohn hat es bis zum 2. Geburtstag gedauert, bis er längere Strecken im Sitzen gefahren werden wollte. Davor waren es meist nur 5-10 Minuten.
      LG, snowqueen

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  42. hallo. ich bin jetzt etwas verunsichert. leider habe ich diesen Beitrag erst jetzt entdeckt. Mein Sohn ist 6 Monate alt und ich hab ihn von ganz klein auf schon "stehen" und "sitzen" lassen. er hat natürlich riesige Freude daran. Er sitzt jetzt schon recht stabil alleine mit gerader Wirbelsäule. Versucht aber immer sich wie erwachsene aufzusetzen also quasi ein "sit up crunch". so habe ich ihm immer aufgeholfen und so versucht er es jetzt. Fühle mich jetzt auch total blöd aber was soll ich jetzt weiterhin tun? In der Badewanne (wir baden jeden Morgen zusammen) "steht" er auch immer und nimmt die Sachen von den Seiten. Das macht ihm riesen Spaß. Nur is das sicher auch schlecht....hm. Ein Tipp wie ich weiter verfahren soll? Ihn jetzt einfach liegen zu lassen kommt mir gemein vor da er ja weiß Mama setzt und stellt mich auf. Ich hab ihn auch NIE auf den Bauch gelegt da er da immer sofort lauthals geweint hat. Irgendwann dann hat er sich aus dem Rücken auf den Bauch gerollt seitdem mag er es. Jetzt leg ich ihn auch auf den Bauch und er grunzt fröhlich rum. Also ich wäre sehr dankbar für Ratschläge um ihn nicht weiter "neuronal zu verkrüppeln". Danke

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    1. Liebe Alina, versuche einfach Schritt für Schritt, ihn wieder vermehrt in Rücken- oder Bauchlage zu bringen und nicht so oft ins Sitzen oder Stehen. So oft und lange, wie er toleriert. Und wenn er sitzt, dann zeig ihm Wege, wie er aus dieser Position allein wieder herauskommt, ohne nach hinten umkippen zu müssen. Das Wichtigste ist, dass er sich aus einer ungewollten Position allein befreien kann. Es gibt Physiotherapeutinnen, die darauf spezialisiert sind, zu früh sitzenden Kindern beizubringen, wie sie gut aus der Position herausfinden.
      LG, snowqueen

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    2. ok. danke. ich habe mir fest vorgenommen ihn nicht mehr hinzustellen und ihm diesen schritt komplett selbst zu überlassen. Wir haben hier leider keine Physiotherapeuten (da müssten wir in ein Flugzeug steigen, wir leben nahe am Polarkreis) aber ich werde mich bemühen ihm Wege zu zeigen damit er nicht umfallen muss. Gibt es dazu eventuell einen Artikel oder so?

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  43. Manchmal bin ich es leid, den Leuten immer und wieder zu erklären, dass sie meinen Sohn nicht zum Laufen zwingen solle. Dass er es perfekt gerade alleine lernt. Doch dann erinnere ich mich an den Moment vor drei Wochen, in dem wir unsere erste Couch bekamen und mein Nachwuchs von selbst - ohne dass ich es ihm zeigen mußte - rückwärts perfekt alleine runter kletterte. Angstfrei und selbstsicher. Ich war so stolz und glücklich und wurde wieder bestätigt, dass dies der einzig wahre Weg für meinen Sohn ist. 😃❤️

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  44. Hallo. Bin via Google auf diesen interessanten Artikel gestossen & habe nun selber eine ähnlich gelagerte Frage: Unser Sohn (6 Monate) hat seit etwa 3-4 Wochen ein neues "Lieblings-Spiel": Wenn man ihn (vor allem am Abend) im Arm hält (Bauch an Bauch) strampelt er wie wahnsinnig mit beiden Beinen. Man könnte es mit einer Art "Robb-Bewegung" umschreiben. Setze ich mich dann hin und halte ihn unter den Armen aufrecht auf meinen Beinen stellt er sich von alleine hin und startet eine Art Beintraining. D.h. er geht in die Hocke, steht wieder auf usw. Er wiederholt das x-mal, sehr schnell und mit grosser Freude. Dabei trägt er fast sein ganzes Gewicht selber... Mir bereitet das etwas Unbehagen und ich versuche dies jeweils zu verhindern, aber er hat einen extremen Drang nach diesem Training... Deshalb die Fragen: Ist das gut für ihn? Sollte ich dies verhindern? Wie kann ich ihn alternativ beschäftigen? Danke für ein Feedback. LG

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    1. Liebe Anonym, dieses Stellen und gehen ist ein Reflex, den alle Babys haben und ja, sie machen es gern. Die Muskeln und Gelenke sind aber noch nicht auf das Gewicht eingestellt, es könnte zu spontanen Luxationen oder Brüchen kommen. Ich würde es also nicht mehr machen. Es gibt eine Bauchschaukel namens Wingbo, da liegt das Kind in Bauchlage drauf und kann sich hinten mit den Füßen selbst abstoßen und ins Schwingen bringen. Die könnte deinem Sohn gefallen (bei den Kleinanzeigen bekommt man sie zwischen 10 und 20 Euro). LG, snowqueen

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  45. Hallo Snowqueen. Alles klar, danke für dein rasches Feedback und die Tipps! Liebe Grüsse

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  46. Hallo,
    meine Tochter ist jetzt 5,5 Monate, 9 kg und ein Vollstillkind. Da sie mit 10,5 Monate arbeitsbedingt in die Krippe soll/muss würde ich gern mit ihr mit 6 Monaten mit BLW beginnen. Außer ihren Sit-ups macht sie jedoch noch keine Anstalten zum Sitzen (auf dem Bauch liegt sie z.T. ganz gern, aber rollen B-R oder R-B funktioniert auch noch nicht). Ist es dann für das Essen schädlich, sie auf den Schoß zu nehmen, damit sie ihre Experimente machen kann? Ich würde sie ungern in Wippe oder Hochstuhl setzen zum Essen bzw. Experimentieren, da sie aber reges Interesse am Essen hat auch nicht noch "ewig" mit der Beikost warten wollen (zumal ja lt. WHO glaub ich mit 7. Monat begonnen worden sein soll?) Hast du da einen rückfreundlichen Rat/Kompromiss für mich?

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  47. Klingt interessant. Aber ehrlich. Ich höre bzw lese davon heute zum 1. Mal. Kommt für mich auch reichlich spät. ;) Meine Mädls sind jetzt 15 und 16 Jahre alt.
    Ich kennne im gesamten Freundes/Bekannten/Familienkreis kein einziges Kind das nicht mit spätestens 8 Monaten frei sitzen konnte. Und die gelten dann schon als Spätzünder. ;) Meine saßen mit 6 bzw 7 Mobaten. Und liefen dann mit 10 bzw 15 Monaten frei. War für mich absolut normal.
    Auch dass Beikost unter 1 Jahr nicht sein muss ist mir neu. Meine Große bekam mit 4 Monaten Zähne (8 Stück). Und hat ab 6 Monaten schon das Meiste mitgegessen was ich so gekocht habe. Flasche gabs nur vorm Schlafengehn. Bei der Kleinen hat alles ein kleines bisschen länger gedauert. Aber mit 1 hat sie auch schon lange alles mitgegessen. Ich hab auch nicht gestillt. Bei der 1. hatte ich am 4. Tag Milchstau dass nicht mal mehr abpumpen möglich war. Und bei der 2. hatte ich eben noch ein Kleinkind daneben und wusste dass ich nicht die nötige Ruhe haben würde.
    Mich würde hier ja mal die Meinung zum Lauflerngurt (Ein Brustgeschirr mit Leine) interessieren den ich damals hatte. Weiß gar nicht obs das heute noch gibt. Ich hatte ihn damit ich das Kind nicht an der Hand führen musste (natürlich konnten sie da schon selbständig laufen). Weil das bei kleinen Kindern echt anstrengend ist. Für beide Seiten. Und für meine Große hatte ich ihn um sie mit 21 Monaten am Kinderwagen "anzubinden" als die 2. kam. Ich hatte Angst dass sie auf die Straße laufen könnte. Wurde auch oft beschimpft ich würde mein Kind wie nen Hund behandeln. Aber ein Polizist sagte einmal zu mir: Wenn das mehr Leute machen würden, hätten wir weniger Unfälle mit Kleinkindern.
    Keine Ahnung ob ich da heute irgendwas anders machen würde. Lg

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    1. Liebe Irmgard,

      vielen Dank für Deinen Kommentar. Es ist eine interessante Frage, ob Du etwas anders machen würdest. Der entscheidende Unterschied zu früher ist ja, dass man viel mehr Möglichkeiten hat, sich Informationen zu beschaffen. Früher hat man sich an dem orientiert, was das Umfeld - insbesondere die Ärzte - gesagt haben.

      Heute würdest Du bspw. über die Information auf unserer Seite stolpern und Dich fragen, ob das denn so richtig ist. Du würdest beginnen zu recherchieren und feststellen, dass es so einige bedenklich finden, Kinder früh einfach hinzusetzen. Du würdest lesen, alle Seiten betrachten und Dir letztendlich ein Urteil bilden. Wie das aussähe, ist fraglich, aber Du hast zumindet die Möglichkeit, alle Argumente abzuwägen :-).

      Zum Geschirr: Wir kennen die Ansicht, wonach das entwürdigend sind, teilen aber dennoch die Meinung des Polizisten. Bei besonders aktiven Kindern kann ein solches Geschirr eine vertretbare Daseinsberechtigung haben. Mein Sohn war so ein Fall. Da hilft es mir wenig, wenn Eltern ruhigerer Kinder meinen, dass das gemein sei - ich persönlich habe die Sachlage so eingeschätzt, dass für einen gewissen Zeitraum so ein Geschirr für ihn lebensrettend sein kann.

      Mein Sohn hat übrigens auch erst mit einem Jahr gesessen und bekam die ersten Zähne mit 11 Monaten - bis dahin hat er Brei renitent verweigert und nur Muttermilch gewollt. Ich bin froh, dass das Internet heutzutage dafür führt, dass ich nicht verunsichert war, weil wir so abseits der Norm waren, sondern dass ich das als völlig normale Brandbeite der kindlichen Entwicklung wahrnehmen konnte.

      Liebe Grüße
      Danielle

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    2. Vielen Dank für deine Antwort. :) Sogar meine Tochter selbst sagte zu mir dass sie das mit dem Gurt super findet. Ein 2jähriges Kind versteht einfach nicht dass die Straße gefährlich ist.
      Ja. Das Internet macht vieles möglich. :)
      Wer weiß ob ich nochmal in die Situation komme. ;) Bin erst 36. Geplant ist nichts, aber man weiß ja nie. ;) Auf jeden Fall wird dieser Artikel in meinem Hinterkopf gespeichert bleiben. Danke dafür. :)

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