Hausmittel gegen Husten und Schnupfen bei Kindern
Erkältungen gehören bei Babys und Kleinkindern zum Alltag. Besonders Kinder, die eine Kita besuchen, können mehrmals im Jahr erkältet sein. Meist steckt ein Virus dahinter und der Infekt verschwindet von selbst wieder. Schnupfen und Halsschmerzen sind häufig nach einigen Tagen deutlich besser, Husten kann dagegen auch zwei bis drei Wochen anhalten.
Gerade bei Babys können schon vergleichsweise geringe Schwellungen der Schleimhäute unangenehm sein. Eine verstopfte Nase erschwert das Trinken und Schlafen, Husten kann nachts die ganze Familie wachhalten. Viele Hausmittel heilen einen Erkältungsinfekt nicht, einige können die Beschwerden aber lindern.
Was hilft bei einer verstopften Nase?
Bei Schnupfen kann isotonische Kochsalzlösung helfen, die Nasenschleimhaut zu befeuchten und zähen Schleim zu lösen. Für Babys und kleine Kinder würde ich dafür eine sterile, fertige Kochsalzlösung aus Apotheke oder Drogerie verwenden. Besonders vor dem Trinken oder Schlafen kann es angenehm sein, wenn die Nase dadurch etwas freier wird.
Bei Babys kann anschließend vorsichtig ein Nasensauger verwendet werden, wenn viel Sekret die Atmung behindert. Dabei gilt nicht: Je stärker man saugt, desto besser. Die empfindliche Nasenschleimhaut sollte möglichst wenig gereizt werden. Praktisch sind elektrische Nasensauger mit regulierbarer Saugkraft, zum Beispiel der Nosiboo Pro Nasensauger.
Ist die Nase so stark zugeschwollen, dass ein Baby schlecht trinken oder schlafen kann, können abschwellende Nasentropfen sinnvoll sein. Bei Babys und kleinen Kindern dürfen ausschließlich für das jeweilige Alter geeignete Präparate in der vorgesehenen Dosierung verwendet werden. Im Zweifel sollte man sich dazu kinderärztlich oder in der Apotheke beraten lassen.
Was hilft Kindern bei Husten?
Husten ist zunächst ein sinnvoller Schutzreflex. Er hilft dabei, Schleim und Fremdstoffe aus den Atemwegen zu befördern. Bei einem normalen Erkältungshusten geht es deshalb meist nicht darum, den Husten vollständig zu unterdrücken, sondern dem Kind die Beschwerden zu erleichtern.
Wichtig ist vor allem ausreichend Flüssigkeit. Stillkinder können häufiger angelegt werden, ältere Kinder sollten regelmäßig etwas zu trinken angeboten bekommen. Eine angenehm kühle, nicht verrauchte Raumluft kann ebenfalls guttun. Tabakrauch belastet die Atemwege zusätzlich und sollte in der Umgebung von Kindern grundsätzlich vermieden werden.
Bei Kindern ab einem Jahr kann Honig Husten lindern, besonders am Abend. Babys unter zwölf Monaten dürfen keinen Honig bekommen, weil die Gefahr eines Säuglingsbotulismus besteht.
Auch der traditionelle Zwiebelsaft kann bei Kindern ab einem Jahr ausprobiert werden, wenn sie ihn mögen. Der Vorteil solcher Hausmittel liegt vor allem darin, dass sie den gereizten Hals befeuchten und als angenehm empfunden werden können.
Inhalieren bei Husten und Erkältung
Feuchtwarme Luft empfinden einige Kinder bei Husten und Schnupfen als angenehm. Dafür kann man sich mit dem Kind eine Weile ins Badezimmer setzen und warmes Wasser in der Dusche laufen lassen. Das Kind bleibt dabei natürlich in sicherem Abstand zum heißen Wasser.
Soll Kochsalzlösung inhaliert werden, eignen sich elektrische Vernebler, die ohne heißes Wasser arbeiten, zum Beispiel ein PARI BOY Inhalationsgerät. Ob das bei den Beschwerden des Kindes sinnvoll ist oder Medikamente inhaliert werden sollen, sollte mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt besprochen werden.
Brauchen Kinder Hustensaft?
Bei einem gewöhnlichen Erkältungshusten ist ein Hustensaft meistens nicht notwendig. Viele frei verkäufliche Hustenmittel haben bei Kindern keinen überzeugend nachgewiesenen Nutzen. Außerdem sind nicht alle Präparate für jedes Alter geeignet.
Ein hartnäckiger oder ungewöhnlicher Husten sollte deshalb nicht einfach mit verschiedenen Hustenmitteln behandelt werden. Bei länger anhaltendem Husten, Atemproblemen oder einem deutlich beeinträchtigten Kind sollte vielmehr geklärt werden, was hinter dem Husten steckt.
Fieber bei Babys und Kleinkindern
Erkältungen können mit Fieber einhergehen. Entscheidend ist dabei nicht allein die Zahl auf dem Thermometer, sondern auch das Alter und der Allgemeinzustand des Kindes. Bei Babys in den ersten drei Lebensmonaten sollte eine Körpertemperatur ab 38 °C ärztlich abgeklärt werden. Auch unabhängig von der Temperatur sollte ein sehr junges Baby ärztlich untersucht werden, wenn es ungewöhnlich schlapp wirkt, schlecht trinkt oder sich seine Hautfarbe verändert.
Ausführliche Informationen dazu findet Ihr in unserem Artikel Fieber bei Babys und Kindern - wann sollte man es senken?.
Was sonst bei einer Erkältung hilft
Erkältete Kinder brauchen vor allem Ruhe, Flüssigkeit und Zuwendung. Das Zimmer sollte regelmäßig gelüftet werden.
Für Babys gilt auch bei einer Erkältung: Sie sollten auf einer festen, ebenen Matratze schlafen. Ist die Haut unter der Nase vom häufigen Abwischen gereizt, kann eine dünne Schicht einer einfachen fetthaltigen Schutzsalbe auf der Haut helfen. Sie gehört nicht in die Nasenlöcher.
Wann sollte man mit einer Erkältung zum Arzt gehen?
Je jünger ein Baby ist, desto aufmerksamer sollte man bei Krankheitszeichen sein. Besonders bei sehr jungen Säuglingen sollte man lieber frühzeitig ärztlichen Rat einholen. Ärztlich abgeklärt werden sollte eine Erkältung insbesondere, wenn das Kind deutlich schlechter trinkt, ungewöhnlich schlapp oder teilnahmslos wirkt, starke Schmerzen hat, sich sein Zustand verschlechtert oder die Beschwerden ungewöhnlich lange anhalten. Auch Husten kann nach einem Erkältungsinfekt länger bestehen bleiben und muss nicht nach zehn Tagen verschwunden sein.
Bei Atemnot ist schnelle Hilfe notwendig. Warnzeichen sind beispielsweise eine bläuliche oder graue Verfärbung der Haut oder Lippen, deutlich angestrengte oder sehr schnelle Atmung, Einziehungen am Brustkorb oder wenn das Kind kaum Luft bekommt. In solchen Situationen sollte der Rettungsdienst unter 112 gerufen werden.
Ein bellender Husten, eventuell zusammen mit einem ziehenden Geräusch beim Einatmen, kann auf einen Pseudokrupp hindeuten. Auch Ohrenschmerzen oder anhaltende starke Beschwerden sollten ärztlich abgeklärt werden.
Die Farbe des Nasensekrets oder des abgehusteten Schleims allein verrät nicht, ob eine bakterielle Infektion vorliegt. Auch bei einem gewöhnlichen viralen Infekt kann Schleim gelblich oder grünlich werden. Daraus allein lässt sich nicht ableiten, dass ein Kind Antibiotika benötigt.
Vorsicht mit ätherischen Ölen bei Babys und Kleinkindern
Bei ätherischen Ölen ist bei kleinen Kindern besondere Vorsicht geboten. Schon geringe Mengen bestimmter ätherischer Öle können bei Säuglingen und Kleinkindern schwere Reaktionen hervorrufen. Besonders problematisch sind unter anderem Kampfer, Eukalyptusöl, Pfefferminzöl beziehungsweise Menthol und bestimmte Thymianöle.
Unverdünnte ätherische Öle gehören deshalb nicht an oder in die Nase eines Babys und nicht direkt auf die Haut. Auch bei Erkältungsbalsam, Badezusätzen oder Inhalationspräparaten sollte genau auf die Altersangabe geachtet werden. Für Babys und Kleinkinder sollten ausschließlich Produkte verwendet werden, die ausdrücklich für das jeweilige Alter geeignet sind. Das gilt auch für Duft- und Aromaöle. "Natürlich" bedeutet bei ätherischen Ölen nicht automatisch "für Babys ungefährlich".
© Danielle