Was gehört in die Hausapotheke für Babys und Kinder?

Was gehört in eine Hauapotheke für Babys und Kleinkinder? Nachfolgend findest Du eine Übersicht derjenigen Medikamente und Utensilien, die auf keinen Fall fehlen sollten. 

Brandsalbe 


Für die Versorgung kleinerer Verbrennungen und Verbrühungen ersten Grades, die nicht ärztlich behandelt werden müssen - z. B. Fenistil-Gel® oder Combudoron-Gel® von Weleda. 

Coolpack/Kühlakku 


Bei Prellungen und Beulen ist ein gelgefülltes Coolpack ideal, da es sich den Konturen gut anpasst. Es sollte nicht in den direkten Kontakt mit der Haut kommen sondern mit (Zell)Stoff (Stofftaschentuch oder Küchentuch),  umwickelt werden, um Erfrierungen zu vermeiden. Bei Verbrennungen und Verbrühungen sollte kein Kühlpack verwendet werden, da er zu kalt ist - hier bitte nur mit lauwarmem Wasser kühlen!
 

Elektrolyt-Lösung 


Bei starkem Durchfall und Erbrechen leidet der Mineralstoffhaushalt, es sollten daher Elektrolyte zugeführt werden. Hat man keine Elektrolytlösung zur Hand, kann zur Verbesserung des Mineralstoffhaushaltes, auch folgendes Getränk zusammengemischt werden: 1 Liter dünner Tee mit 7 EL Traubenzucker und ein halber Teelöffel Salz. Die Gemische sollte eiskalt angeboten werden, da sie dann nicht so salzig schmecken und weniger Übelkeit verursachen. Ebenfalls möglich: 80% natriumreiches Mineralwasser und 20% Orangensaft. Ein geeignetes Präparate ist z. B. Oralpädon®.

Entschäumer 


Entschäumer werden in der Regel bei Blähungen angewendet. Sie wirken rein physikalisch, gehen nicht in den Blutkreislauf über und werden unverändert ausgeschieden (weswegen eine Überdosierung nicht möglich ist). Erhältlich sind zum Beispiel Sab Simplex®, Lefax® und Espumisan®. Auch wenn das Kind keine Blähungen hat, sind Entschäumer wichtig für Vergiftungsunfälle mit schäumenden Substanzen - kommt es zur Schaumbildung (um das zu vermeiden zunächst kein Wasser zum trinken geben!), können die Kinder ersticken, wenn sie den Schaum erbrechen und einatmen. In diesen Fällen muss großzügig Entschäumer verabreicht werden (ruhig die halbe bis ganze Flasche).

Fieberthermometer  


Bei Fieber ist ein Thermometer von Vorteil. Die Aussage, dass nur analoge Thermometer verlässliche Ergebnisse liefern, ist mittlerweile überholt - es gibt Ohrthermometer, deren Messgenauigkeit laut Stiftung Warentest "sehr gut" ist. Wir haben das Braun Thermoscan IRT, was ich guten Gewissens empfehlen kann. Die Messung erfolgt innerhalb weniger Sekunden, das Kind muss nicht entkleidet werden und es sind sogar Messungen im Schlaf möglich, ohne dass das Kind aufgeweckt werden muss.

Fieberthermometer

Fiebersaft/-zäpfchen 


Fieber ist ein wichtiger Abwehrmechanismus des Körpers, daher sollte es nur gesenkt werden, wenn es unbedingt erforderlich ist. Zur Fiebersenkung sind zwei verschiedene Wirkstoffe im freien Handel erhältlich: Paracetamol (ab Geburt) und Ibuprofen (ab 6 Monaten). ASS (Aspirin) und Novalgin dürfen keinesfalls verabreicht werden! Die Wirkstoffe sind in Zäpfchen oder Saftform für Kinder erhältlich. Je nach Altersstufe sind die Präparate verschieden hoch dosiert - gelegentlich sollte geprüft werden, ob die vorhandenen Medikamente noch dem aktuellen Alter des Kindes entsprechen.

Die Dosierung erfolgt gewichtsabhängig. Oft liest man, dass die Wirkstoffe auch kombiniert genommen werden können. Das ist grundsätzlich in der Tat möglich, ist aber wirklich nur in extremen Fällen zu empfehlen. Die Präparate sind darauf ausgelegt, dass sie für den angegebenen Zeitraum Schmerzen bekämpfen, daher sollte ihre Wirkung so lange anhalten. In Bezug auf das Fieber ist ein Anstieg zwar vor der nächsten Medikamentengabe möglich, aber wie bereits ausgeführt, sollte Fieber nicht so schnell gesenkt werden. Gerade, wenn das Fieber schnell wieder steigt, sollte man sich fragen, warum es das trotz ausreichender Medikation tut. Offenbar ist der Körper gerade extrem damit beschäftigt, Keime zu bekämpfen - man sollte ihm die Chance dazu lassen!

Hustensaft


Hustensaft ist nicht sinnvoll - warum, darüber habe ich einen gesonderten Artikel geschrieben.

Nasentropfen 


Babys sind Nasenatmer, weswegen ihnen bei Erkältungen verstopfte Nasen besonders zu schaffen machen. Ist die Nase stark verstopft helfen meist nur noch abschwellende Nasentropfen. Es gibt Präparate für Babys (0-1 Jahr) und Kinder (2-6 Jahre). Erhältliche Produkte sind bspw. Otriven®, Olynth® oder Nasivin®.

Bei der Behandlung von Schnupfen ist auch eine isotonische Kochsalzlösung hilfreich. Diese befeuchtet die Schleimhäute, löst den Schleim und unterstützt die Funktion der Flimmerhärchen. Man kann die Kochsalzlösung fertig kaufen, es ist aber relativ unkompliziert, selbst eine solche Lösung herzustellen: auf einen Liter abgekochtes Wasser kommen 9 g Salz. In der Apotheke gibt es Pipettenflaschen - man kann aber auch ältere, ausgespülte Nasentropfenflaschen verwenden. Die Lösung hält sich ca. 48 Stunden im Kühlschrank und sollte dann neu hergestellt werden.

Nasensauger 


War ich früher der Meinung, dass man solchen "Quatsch" nicht brauche, bin ich heute der festen Überzeugung, dass ein Nasensauger in jede Hausapotheke gehört. Allerdings nicht diese kleinen Ballons, sondern ein Sauger, der mit dem Mund oder dem Staubsauger betrieben wird. Man kann sich kaum vorstellen, welche Mengen Schnodder in einem kleinen Baby stecken können - und wie erleichternd das Absaugen für die Kleinen sein kann. Außerdem wirken Nasentropfen deutlich besser, wenn sie in eine vom Schleim befreite Nase getropft werden.

Es sind verschiedene gute Sauger erhältlich, wir haben den AngelVac-Nasensauger®, der wirklich gut funktioniert. Auch über den Nosefrida® (man saugt mit dem Mund über einen Schlauch) habe ich nur Gutes gehört.

Juckreizstiller 


Bei Insektenstichen und leichten Verbrennungen helfen Salben mit  Antihistaminika wie Fenistil® oder Präparate mit Gerbstofflotion. Sie sollten jedoch nicht auf offene Wunden und bei kleinen Kindern nur sehr kleinflächig (Mückenstich) aufgetragen werden.

Kohletabletten 


Für Vergiftungsunfälle ist es sinnvoll, Kohletabletten vorzuhalten. Kohle hat eine sehr große Oberfläche und bindet Giftstoffe sehr schnell. Ebenso wie die Entschäumer wirkt sie rein physikalisch und ist daher auch für Kinder geeignet. Für kleinere Kinder ist Kohlepulver am besten geeignet.

Kümmelzäpfchen 


Babys, die Schwierigkeiten mit der Verdauung haben, reagieren in der Regel gut auf Kümmelzäpfchen (z. B. Carum Carvi von Wala®). Mit dem Kauf kann man jedoch bis nach der Geburt warten - nicht alle Kinder leihen unter den so genannten Dreimonatskoliken.

Pflaster 


Bei der Auswahl sollte man darauf achten, dass die Pflaster leicht ablösbar sind und möglichst wenig die Haut reizen (das beste Kinderpflaster bei Stiftung Warentest war das DermaPlast kids.
 
Außerdem ist eine Pflasterroller für das Fixieren von Kompressen notwendig.

Pinzette 


Eine Pinzette sollte für die Entfernung von Insektenstacheln, Kaktusstacheln oder Splittern vorhanden sein.

Verbandmaterial 


Zum Abdecken von Wunden sollte geeignetes steriles Verbandmaterial in verschiedenen Größen vorhanden sein. Man sollte gelegentlich das Haltbarkeitsdatum überprüfen und abgelaufene Produkte ersetzen.

Wunddesinfektionsmittel 


Glücklicherweise gibt es mittlerweile kinderfreundliche Produkte für die Desinfektion kleinerer Schnitt- und Schürfwunden, die nicht mehr brennen, wie z. B. octenisept®. Wunden müssen großzügig eingesprüht werden - bevor ein Pflaster oder Verband angelegt wird, muss ein bis zwei Minuten gewartet werden, damit die antiseptische Wirkung sich ausreichend entfalten kann.

Wundcreme 


Leider ist Babys Po durch das Windel tragen gelegentlich rot - bei uns hat am besten Multilind-Salbe® und Mirfulan® geholfen. Ebenfalls hilfreich ist Heilwolle.


Zeckenzange/-karte/-haken/-pinzette 


Auch eine Utensil zur Zeckenentfernung sollte nicht fehlen.


© Danielle