Wie man Menstruationstassen benutzt und was man beachten sollte
Vorab eine Warnung: Dieser Artikel ist nichts für schwache Nerven. Er beschreibt teilweise Dinge, die bei zart besaiteten Menschen zur Erregung von Ekel und angewidertem Schütteln führen könnten. Für diejenigen, die kein Blut sehen können, ist dieser Beitrag ganz sicher vollkommen wertlos. Ebenso für Männer - meiner winkte nach drei Sätzen zum Inhalt schon leicht ergrünt ab. Selbst Snowqueen hat schon angekündigt, diesen Artikel hier als vermutlich einzigen niemals zu lesen. Sagt nicht, ich hätte Euch nicht gewarnt ;-).
Menstruationstassen - was ist das denn?!
Vor ein paar Jahren wurde in meinem Lieblingsforum die Frage gestellt, ob man eigentlich wirklich Qualitätsunterschiede bei Tampons merkt. Eine Userin litt unter extrem starken Blutungen und fragte sich, ob es sich wirklich lohnt, immer zu den teuren o.b.® zu greifen (ja tut es).
Im Rahmen dieser Diskussion schrieb eine Userin:
"Zwischenzeitlich habe ich mal den Mooncup getestet, bin aber nicht gut damit zurecht gekommen. Soll aber bei stärkeren Blutungen nicht schlecht sein."
Ich hatte schon häufiger von Menstruationstassen gelesen und hielt das eigentlich für ausgefallenen alternativen Öko-Kram. Die damalige Diskussion war für mich jedoch der Anstoß, mich einfach mal ernsthaft mit dem Thema Menstruationstassen auseinanderzusetzen und tatsächlich mal eine auszuprobieren. Mit dem Gedanken hatte ich durchaus schon gespielt, aber mich bisher nie wirklich herangewagt. Aber wenn die tatsächlich so funktionieren, wie ich mir das vorstellte, dann wären sie natürlich eine tolle Alternative!
Menstruationstassen (gerne auch Menstasse oder Menscup genannt) sind kleine Becher aus hypoallergenem Kunststoff, die während der Periode in die Scheide eingeführt werden und in denen sich dann das aus dem Muttermund heraus fließende Blut und Sekret sammelt. Sie werden nach Bedarf geleert, ausgespült und wieder eingesetzt. Das ist schonend für die Umwelt, da kein Müll durch Tampons und Binden anfällt. Eine Menstruationstasse hat zudem eine Haltbarkeit von etwa 10 Jahren.
Dadurch, dass das Sekret luftdicht zurückgehalten wird, entstehen keine unangenehmen Gerüche. Im Gegensatz zu Tampons wird die Vaginalschleimhaut nicht ausgetrocknet. Fälle des toxischen Schocksyndroms (TSS) sind in Verbindung mit Menstruationstassen bisher nicht bekannt. Die Becher haben in der Nähe des Randes zwei kleine Löcher, durch die das Sekret bei "Überfüllung" abfließen kann - ein Rückstau ist also nicht möglich. Außerdem entfällt das ständige Aufpassen, dass das Rückholfädchen des Tampons nicht von Urin durchtränkt wird.
Mich hat vor allem gereizt, dass ich möglicherweise in den ersten Tagen der Periode den Super-Plus-XXL-Tampon nicht alle 2 Stunden wechseln muss - ein Wechsel alle 6 Stunden wäre schon ein enormer Fortschritt!
Am Ende siegten der Geiz und der Wunsch nach einem möglichst großen Fassungsvermögen. Nachdem ich zwei Kinder aus mir herausgepresst habe, hatte ich eher wenig Bedenken, dass die Menstruationstasse zu groß sein könnte. Bei meiner Blutungsstärke kann die Tasse im Grunde gar nicht groß genug sein. Ich entschied mich daher für den Hersteller mit der größten Auswahl und der größten Tasse - MeLuna.
Menstruationstassen (gerne auch Menstasse oder Menscup genannt) sind kleine Becher aus hypoallergenem Kunststoff, die während der Periode in die Scheide eingeführt werden und in denen sich dann das aus dem Muttermund heraus fließende Blut und Sekret sammelt. Sie werden nach Bedarf geleert, ausgespült und wieder eingesetzt. Das ist schonend für die Umwelt, da kein Müll durch Tampons und Binden anfällt. Eine Menstruationstasse hat zudem eine Haltbarkeit von etwa 10 Jahren.
Dadurch, dass das Sekret luftdicht zurückgehalten wird, entstehen keine unangenehmen Gerüche. Im Gegensatz zu Tampons wird die Vaginalschleimhaut nicht ausgetrocknet. Fälle des toxischen Schocksyndroms (TSS) sind in Verbindung mit Menstruationstassen bisher nicht bekannt. Die Becher haben in der Nähe des Randes zwei kleine Löcher, durch die das Sekret bei "Überfüllung" abfließen kann - ein Rückstau ist also nicht möglich. Außerdem entfällt das ständige Aufpassen, dass das Rückholfädchen des Tampons nicht von Urin durchtränkt wird.
Mich hat vor allem gereizt, dass ich möglicherweise in den ersten Tagen der Periode den Super-Plus-XXL-Tampon nicht alle 2 Stunden wechseln muss - ein Wechsel alle 6 Stunden wäre schon ein enormer Fortschritt!
Meine Auswahl der Menstruationstasse
Am Ende siegten der Geiz und der Wunsch nach einem möglichst großen Fassungsvermögen. Nachdem ich zwei Kinder aus mir herausgepresst habe, hatte ich eher wenig Bedenken, dass die Menstruationstasse zu groß sein könnte. Bei meiner Blutungsstärke kann die Tasse im Grunde gar nicht groß genug sein. Ich entschied mich daher für den Hersteller mit der größten Auswahl und der größten Tasse - MeLuna.
Der Größenempfehlung, die die Größe, Statur, Tamponverwendung und körperliche Fitness berücksichtigt, empfahl mir Größe L und Größe XL.
Ich musste mich dann noch für einen Griff entscheiden - zur Auswahl standen Stiel, Ball und Ring (ganz ohne gibt es auch) - die Kugel gewann.
Ein paar Jahre später bestellte ich mir noch weitere Tassen, dieses Mal entschied ich ich für den Ring, da der Ball relativ schlecht zu greifen war und ich es geschafft hatte, ihn bei einem Modell sogar abzureißen. Der Ring stellte sich als wirklich gut handhabbar heraus.
Der Praxistest mit der Me Luna
Ich wartete wirklich sehr gespannt darauf, die MeLuna endlich ausprobieren zu können. Als es soweit war, wagte ich mich an die ersten Versuche des Einführens mit der Größe L. Es gibt verschiedene "Falttechniken" - jede Frau kommt mit einer bestimmten meist besser zurecht, als mit den anderen.
Für mich erschien die Punchdown-Faltung am zielführendsten, da so eine Art Torpedo-Form entsteht. Und tatsächlich war es verhältnismäßig einfach - eingeführt entfaltete sich die MeLuna in der Scheide und saß offensichtlich ideal, da ich sie überhaupt nicht spürte. In der ersten Nacht war die Blutung noch nicht allzu stark - als ich die MeLuna am Morgen entfernte, war sie etwa zu einem Drittel gefüllt.
Es ist schon sehr, sehr seltsam, die aufgelöste Gebärmutterschleimhaut da so komprimiert in dem Becherchen zu sehen. Ich glaube, auf das Wissen, dass der Schleim offenbar eine geringere Dichte hat, als das Blut, könnte man im Grunde auch verzichten. Auch die Entleerung des Bechers ist als blutiger Anfänger (super Wortwitz, oder?) - je nach Empfindlichkeitsgrad - durchaus eine Herausforderung. Ich bin ja nun wirklich nicht so zart besaitet - aber ich empfand es schon als optisch irgendwie - ähm - unangenehm. Man gewöhnt sich aber relativ schnell an den Anblick, auch wenn das "irgendwie-bizarr-Gefühl" auch Jahre später noch da ist.
Es ist schon sehr, sehr seltsam, die aufgelöste Gebärmutterschleimhaut da so komprimiert in dem Becherchen zu sehen. Ich glaube, auf das Wissen, dass der Schleim offenbar eine geringere Dichte hat, als das Blut, könnte man im Grunde auch verzichten. Auch die Entleerung des Bechers ist als blutiger Anfänger (super Wortwitz, oder?) - je nach Empfindlichkeitsgrad - durchaus eine Herausforderung. Ich bin ja nun wirklich nicht so zart besaitet - aber ich empfand es schon als optisch irgendwie - ähm - unangenehm. Man gewöhnt sich aber relativ schnell an den Anblick, auch wenn das "irgendwie-bizarr-Gefühl" auch Jahre später noch da ist.
Es reicht vollkommen aus, die MeLuna mit Wasser und etwas Seife zu reinigen. Aggressive Reiniger müssen vermieden werden. Vor dem allerersten Einsetzen sollte sie ausgekocht werden. Später reicht eine gründliche Reinigung am Ende der Menstruation und eine Desinfektion zu Beginn der nächsten. Dafür gibt es einen praktischen, faltbaren Becher, der mit Wasser gefüllt einfach in die Mikrowelle gegeben wird. Eine wirklich praktische Erfindung - der Becher passt durch die Faltung in jede Handtasche (falls man die Desinfektion mal "auswärts" vornehmen möchte). Das nebenstehende Bild zeigt die Becher in gefaltetem/ungefaltetem Zustand.
Wer keine Mikrowelle nutzen möchte, kann die Menstruationstasse auch einfach für 2 bis drei Minuten in einen Kochtopf mit kochendem Wasser legen. Essig und Salz erhöhen die Reinigungswirkung und wirken gegen Verfärbungen. Wer möchte, kann Sterilisationstabletten verwenden. Die Aufbewahrung erfolgt danach luftig und lichtarm - idealerweise im mitgelieferten fusselfreien Beutel.
Ein Tipp noch von der MeLuna-Page: Wenn man den Becher mal bei einem Toilettengang nicht reinigen kann (oder möchte), dann kann man zu Reinigungszwecken auch darüber urinieren. Urin ist ja bekanntermaßen steril - so kann der Becher wieder eingesetzt werden. Öhm ja. Na ja. Ich glaube, ich bevorzuge es, die Becher dann nur zu wechseln oder sie mit Toilettenpapier auszuwischen.
Ich überlegte, ob ich mich an den Härtetest wage... am nächsten Tag wollte ich den ganzen Tag außer Haus sein und viel laufen. Zwar berichten viele Anwenderinnen, dass sie die Mentruationstassen nur morgens und abends ausleeren müssen, aber da meine Blutung - vor allem am ersten Tag - immer extrem stark ist, steckte ich zur Sicherheit noch den XL-Becher ein. Ich hoffte aber sehr, dass ich unterwegs nicht würde wechseln müssen.
Nach etwa 6 Stunden merkte ich, dass... ja was eigentlich? Kennt ihr das Gefühl, das man hat, wenn man merkt, dass der Tampon quasi vollgesogen ist? Er scheint sich dann irgendwie leicht zu bewegen. Oder es fühlt sich an, als würde eine warme Flüssigkeitswelle durch die Scheide laufen, ohne dass es schon tropft. Jedenfalls hatte ich genau dieses Gefühl und eilte auf eine Toilette. Das Toilettenpapier offenbarte Blutspuren. Ach herrje. Voll? Undicht? Half ja nichts - raus mit dem Becher und wechseln. Tatsächlich - nach 6 Stunden zu zwei Dritteln gefüllt. Und ich muss gnadenlos feststellen - das ist eine ziemliche Sauerei (Achtung - eklig) - denn das Blut-Schleim-Gemisch zieht Fäden. Es fließt kontinuierlich aus dem Muttermund und wenn der Becher entfernt wird, dann klebt ein Ende des "Fadens" noch innen in der Scheide und eines wird herausgezogen. Das kann durchaus bis zu einem Meter lang sein!
Ein Tipp noch von der MeLuna-Page: Wenn man den Becher mal bei einem Toilettengang nicht reinigen kann (oder möchte), dann kann man zu Reinigungszwecken auch darüber urinieren. Urin ist ja bekanntermaßen steril - so kann der Becher wieder eingesetzt werden. Öhm ja. Na ja. Ich glaube, ich bevorzuge es, die Becher dann nur zu wechseln oder sie mit Toilettenpapier auszuwischen.
Ich überlegte, ob ich mich an den Härtetest wage... am nächsten Tag wollte ich den ganzen Tag außer Haus sein und viel laufen. Zwar berichten viele Anwenderinnen, dass sie die Mentruationstassen nur morgens und abends ausleeren müssen, aber da meine Blutung - vor allem am ersten Tag - immer extrem stark ist, steckte ich zur Sicherheit noch den XL-Becher ein. Ich hoffte aber sehr, dass ich unterwegs nicht würde wechseln müssen.
Nach etwa 6 Stunden merkte ich, dass... ja was eigentlich? Kennt ihr das Gefühl, das man hat, wenn man merkt, dass der Tampon quasi vollgesogen ist? Er scheint sich dann irgendwie leicht zu bewegen. Oder es fühlt sich an, als würde eine warme Flüssigkeitswelle durch die Scheide laufen, ohne dass es schon tropft. Jedenfalls hatte ich genau dieses Gefühl und eilte auf eine Toilette. Das Toilettenpapier offenbarte Blutspuren. Ach herrje. Voll? Undicht? Half ja nichts - raus mit dem Becher und wechseln. Tatsächlich - nach 6 Stunden zu zwei Dritteln gefüllt. Und ich muss gnadenlos feststellen - das ist eine ziemliche Sauerei (Achtung - eklig) - denn das Blut-Schleim-Gemisch zieht Fäden. Es fließt kontinuierlich aus dem Muttermund und wenn der Becher entfernt wird, dann klebt ein Ende des "Fadens" noch innen in der Scheide und eines wird herausgezogen. Das kann durchaus bis zu einem Meter lang sein!
Also musste ich mit der freien Hand dann nach dem Toilettenpapier greifen (das natürlich vollständig im Innenleben des Abrollers verschwunden war) um es dann Blattweise abzurupfen und lose baumelnde Schleimfäden aufzufangen und zu entsorgen. Dann wurde der Becher entleert und die Toilette sah wie ein Schlachtfeld aus. Also wirklich - das war schon ECHT schräg. Dann rein mit der anderen glücklicherweise eingepackten MeLuna und nun musste die zuvor verwendete nur noch gereinigt werden. Für den Fall dass ich das nicht ungestört hätte tun können, umwickelte ich sie erst mal mit mehreren Lagen mühsam erfischtem Papier. Ich hatte Glück, dass es sich um ein wenig besuchtes WC handelte, so dass ich die Menstruationstasse in Ruhe auswaschen und wieder verstauen konnte. In den Kommentaren zu diesem Artikel kam der Tipp, doch einfach eine Wasserflasche zu nehmen - mit der kann man den Cup auch in der Box dann reinigen. Fazit: Machbar, aber anfangs mühsam. Ob man sich auch daran gewöhnt? Ich fand es zumindest äußerst beruhigend, dass man offenbar spürt, wann ein Wechsel bzw. Ausleeren erforderlich ist.
In der nächsten Nacht war ich sehr gespannt, ob auch eine stärkere Blutung - dieses mal gleich mit der XL-MeLuna - aufgefangen würde. Und das wurde sie - nichts tropfte, nichts kam durch. Umso verwunderter war ich am nächsten Tag, als nach 2 Stunden nach dem morgendlichen Einsetzen plötzlich Blut "sprudelte". Ich spürte die MeLuna doch nicht - aber offenbar hatte ich sie trotzdem dieses Mal nicht korrekt eingesetzt. Ich nahm sie heraus und sah, dass noch nicht viel drin war - also offenbar war etwas dran vorbei gelaufen. Glücklicherweise war ich zu Hause, so dass ich schnell duschen konnte - mit Grausen dachte ich daran, was gewesen wäre, wenn mir das auf dem Weg zur Arbeit passiert wäre! Das brachte mich dann doch ganz schön zum Wanken - denn das war das, was ich immer befürchtet hatte: dass Menstruationstassen nicht zuverlässig sind. Dass sich die Tasse eben nicht ganz automatisch entfaltet und dann abdichtet. Ich faltete ein "S", führte die MeLuna ein und sie blieb wie sie war. Hm - wo soll die Luft auch herkommen... da ist doch keine in der Scheide? Ich probierte es mit der Punchdown-Faltung und dann saß die Tasse wieder.
Beim nächsten Entfernen stellte ich fest, dass die Tasse nicht mehr ganz rund im Durchmesser war, sondern leicht oval. Vielleicht war sie einfach ein bisschen zu groß? Also probierte ich für die Nacht die Größe L aus. Nachts um 4 Uhr erwachte ich dann mit einem feuchten Gefühl zwischen den Beinen. Och neee! Bitte nicht!! Schlaftrunken ins Bad gelaufen - schöne Bescherung! Überall Blut - am allerwenigsten in der Tasse. Also hatte ich sie offenbar wieder falsch eingesetzt. Ich habe frustriert einen Tampon genommen und kräftig mit dem Projekt gehadert.
Aber so schnell gebe ich nicht auf - ich stellte mich offensichtlich einfach zu doof an. Offenbar liegt es an meiner Einführtechnik - denn wenn die MeLuna richtig eingesetzt wurde, dann sitzt sie auch absolut dicht. Was also mache ich falsch? Entfaltet sie sich nicht richtig? Woran liegt es sonst? Ich begebe mich nach dem ersten Zyklus auf Ursachenforschung...
Ich schrieb an den Support auf der Webseite eine Nachricht und bekam relativ schnell eine Antwort - die mich nicht so wirklich zufrieden stellte:
"Anfängliche Anwendungsprobleme kommen vereinzelt vor und sie können ganz verschiedene Ursachen haben. Die Anwendung von Menstruationstassen erfordert auch etwas Übung. Einigen Frauen gelingt bereits die erste Anwendung ganz perfekt. Der Cup sitzt da, wo er sollte und alles hält dicht. Auch das Entfernen klappt bestens… Doch meistens dauert es etwas länger (ca. 2-3 Zyklen). Die ersten Versuche mit einer Menstruationstasse sind manchmal etwas mühsam.
Wir können nicht genau begründen, woran es liegt – viele Frauen machen die Erfahrung, dass es mit etwas Training dann gut funktioniert. Deshalb, also weil wir immer wieder diese Rückmeldung bekommen, dass es mit etwas Übung auf einmal gut funktioniert und dicht bleibt - raten wir von übereilten Entscheidungen zum Kauf einer anderen Größe oder eines anderen Weichheitsgrades meistens ab."
Also wartete ich den nächsten Zyklus ab. Als die Blutung begann, verwendete ich die XL-MeLuna, da ich ja in den ersten Tagen zu Sturzblutungen neige. Nach einer Stunde fühlte es sich komisch an - ich fand schon einen Blutfleck im Slip. Na super - gut, dass ich zu Hause war. Es macht nicht wirklich viel Spaß, die Sauerei zu beseitigen - wohl dem, der eine Dusche dann in der Nähe hat.
Aber so schnell gebe ich nicht auf - MeLuna wieder rein - neuer Versuch. Nach einer weiteren Stunde: wieder alles blutverschmiert. Das kann doch nicht sein - stell ich mich soooo dumm an? Im letzten Zyklus wurde es mit der L-MeLuna besser - also nahm ich die. Und tatsächlich - beim nächsten Mal war alles dicht und bis zum Abend musste ich nichts mehr machen. Ich leerte die Tasse beim Duschen. Da ich nicht - wie sonst - einen Hocker da hatte, um ein Bein für das Einführen aufzustellen, hockte ich mich einfach mal hin. Ich war erstaunt, wieviel einfacher das Einführen so war!
Ich erinnerte mich an den Tipp, dass man - um zu testen, ob die Menstruationstasse richtig sitzt - den oberen Rand mit dem Finger rundherum langfahren soll. Als ich das tat, wurde mir klar, warum sie am Morgen ausgelaufen war. Sie saß zwar so, dass ich sie überhaupt nicht spürte, aber als ich am Rand lang fuhr, spürte ich, dass sie sich zwar "festgesaugt" hatte - aber neben dem Muttermund!
Ich weiß nicht, wie vertraut ihr mit dem Ertasten des Muttermundes seid - ich habe meinen im Rahmen des Kinderwunsches und der natürlichen Familienplanung "kennengelernt". Um festzustellen, wie fruchtbar man gerade ist, wird dabei auch regelmäßig die Beschaffenheit des Muttermundes ertastet. Der Muttermund ist ein kleines, knubbeliges Ding, das in die Scheide hineinragt (siehe Bild). In der meisten Zeit liegt er relativ weit hinten und ist eher hart und geschlossen. Während des Eisprungs und der Periode ist er weich und geöffnet - aus ihm fließt das Blut. Seine Öffnung kann man auch ertasten.
Wenn der Muttermund natürlich außerhalb der Menstruationstasse liegt, dann fließt das Blut logischerweise daran vorbei. Ich war also fälschlicherweise davon ausgegangen, dass man es spüren müsste, wenn die MeLuna nicht optimal sitzt - das tut man aber offenbar nicht. Also habe ich fortan jedes Mal nach dem Einführen den Sitz gefühlt und im Zweifel an der Tasse etwas herumgedreht - mit durchschlagendem Erfolg - von da an lief rein gar nichts mehr vorbei. Meine anfängliche Skepsis schlug in Begeisterung um - die bis heute anhält. Ich nutzte die Tasse nun seit 5 Jahren und es kam die wieder zu Unfällen! Was mich am meisten und nachhaltigsten begeisterte: ich muss die Tasse wirklich nur zweimal am Tag (am ersten, stärksten Tag dreimal) wechseln. Welch ein mehr an Lebensqualität!
Man muss aber schon ohne Umschweife zugeben: Das ist durchaus nicht jedermanns Sache. Die Entfernung der Menstruationstasse ist manchmal abenteuerlich - ich hatte es oben schon geschrieben - in der Tasse landet nicht nur dünnflüssiges Blut, sondern auch jede Menge Schleim. Dieser zieht leider in den ersten Tagen einen extrem langen Faden, der leider noch zur Hälfte am Muttermund hängt, so dass man beim Rausziehen der Tasse einfach oft eine kleine Schweinerei anrichtet. Ich verbrauche dann schon ein paar mehr Blätter Toilettenpapier. Und das führt natürlich auch dazu, dass die Scheidenwand mit Blut verschmiert wird. Das findet man bei Einsetzen dann an den Fingern wieder - wenn man denn mit mehreren tastet, ob die Tasse gut sitzt.
Wobei ich auch sagen muss, dass ich das beim zweiten Zyklus schon gar nicht mehr sooo eklig fand und es mir im 3. Zyklus völlig egal wurde. Hände waschen und gut ist. Aber es ist und bleibt eine zumindest kleine Schweinerei. Vielleicht ist das mit dem Fäden ziehen ja nur bei mir so - und auch das Einsetzen klappt bei anderen viel zuverlässiger ohne großes Gefummel. Mittlerweile bin ich absolut davon überzeugt, dass Menstruationstassen definitiv für mich persönlich die Zukunft sind. So ein bisschen Sauerei - was solls?! Da überwiegen die Vorteile für mich bei Weitem. Ich kann jedem nur empfehlen, es einfach mal auszuprobieren - hier bekommst Du die MeLuna in allen Farben und Größen für um die 15 EUR.
Nachtrag
Mittlerweile nutze ich Menstruationstassen seit über 10 Jahren und sie sind aus meinem Leben absolut nicht mehr wegzudenken. Unfälle sind mir so gut wie nie. Gut - am ersten Zyklustag nach dem Aufstehen kann es schon mal sein, dass der erste Weg zur Toilette etwas vorsichtig erfolgen muss. Beim Liegen selbst ist jedenfalls nie irgendetwas ausgelaufen - selbst wenn die Tasse wirklich "randvoll" war - oder genauer gesagt "bis-zu-den-Löchern-voll". Ich bin jedes Mal vorher wach geworden und habe gemerkt, dass ich jetzt schleunigst gehen sollte.
© Danielle
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