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Wie Babys ohne Windel "windelfrei" groß werden


Asiatisches Kind mit Schlitzhosen
Gastartikel von Freya Donner (Coach bei Babys ohne Windeln)

Während der Schwangerschaft las ich das Wort „Windelfrei“, aber es hätte genau so „Tischbein“ da stehen können, ich nahm es nicht wirklich zur Kenntnis. Dann kam meine Tochter zur Welt und als meine Hebamme zur Nachsorge kam, erzählte ich ihr, dass meine Kleine immer besonders stark weinen würde, wenn sie in der Trage war und ein großes Geschäft erledigen musste. Da sagte sie: „Na, wenn sie es so ankündigt, dann kannst du sie doch abhalten!“ Da fiel der Groschen.

Ich googelte das Thema, bestellte Bücher und schon fingen wir an. Meine Tochter weinte in ihren Lebenswochen sehr viel, was uns als unerfahrene Eltern natürlich sehr verunsicherte und von dem Tag an, an dem wir mit dem Abhalten anfingen, weinte sie sehr viel weniger. Meine Tochter war da 2 Monate alt. Auch wenn ich Bücher gelesen hatte und wusste, dass es funktioniert: meine Tochter hat es uns Tag für Tag bewiesen, dass es möglich war und dass es auch ihr wichtig war.
 
Ohne dass ich es hätte verbalisieren können, fand ich Wickeln seltsam. Als ob mein Baby inkompetent sei. Ich will nicht sagen, dass Wickeln „böse“ ist, nur mir persönlich schien da etwas nicht ganz richtig. Zu wissen, dass ich auch abhalten kann, war wie ein Befreiungsschlag für mich, endlich fühlte es sich „richtig“ an.
 
Ich möchte hier die wichtigsten Fragen klären, die immer und immer wieder gefragt werden, nämlich 1. Was macht man unterwegs? 2. Und was macht man nachts? 3. Und wie ist es mit Fremdbetreuung? Kurz vorweg: Das großartige an Windelfrei ist ja, dass es keine Frage von Alles oder Nichts ist! Man muss nicht jedes Pipi auffangen und das Kind darf auch Windeln tragen. Im Deutschen hat sich der Begriff Windelfrei etabliert, im englischsprachigen Raum heißt es Elimination Communication, kurz EC, was nichts darüber aussagt, ob die Kinder Windeln tragen oder nicht. Es bedeutet lediglich, dass Betreuer (Eltern) und Baby über Babys Ausscheidung kommunizieren. Dass sich der Begriff „Ausscheidungskommunikation“ in Deutschland nicht durchgesetzt hat, erklärt sich von selber. Sonst wäre ich ja ein Ausscheidungskommunikations-Coach...herrje! 
 

Was macht man unterwegs?

 
PopUp CampingbecherUnterwegs kann man es verschieden handhaben: man kann dem Kind vor dem Rausgehen eine Windel anziehen und wenn man das Gefühl hat, das Baby muss, sagt man: „Mein Schatz, ich sehe, dass du musst, aber ich kann dich gerade nicht abhalten, bitte mach in die Windel.“ Und dann bei der nächsten Gelegenheit Windel wechseln. Oder man zieht dem Kind praktische und abhaltefreundliche Kleidung an und sucht sich im Fall der Fälle einen Busch, etwas Gras oder eine nahegelegene Toilette. Es gibt auch Mütter, die eine Art kleines Töpfchen (z. B. den zusammenfaltbaren Pop-Up-Campingbecher) immer dabei haben. Babys, die sich darauf verlassen können, abgehalten zu werden, können sehr früh erstaunlich lange warten. 

 

Was macht man nachts? 

 
Schlaf hat Priorität! Wer müde und vor allem übermüdet ist, soll nachts schlafen und nicht abhalten. Wer allerdings nachts abhalten möchte, wird eventuell feststellen, dass es ziemlich einfach ist, weil die meisten Babys nachts einen Rhythmus entwickeln, nach dem man sich richten kann. Also z. B. immer um 24 Uhr und um 5 Uhr oder jedes 2. Mal vor/nach dem Stillen. Babys pinkeln nicht im Tiefschlaf, sondern kommen dafür in eine leichte Schlafphase und fangen oft an sich zu wälzen. Wenn sie sich entleeren können, schlafen sie anschließend meist ruhiger weiter. Allerdings ist es für nächtliches Abhalten unabdingbar, dass das Baby im gleichen Zimmer schläft, wie die Eltern.
 
 

Wie ist es bei Fremdbetreuung mit Windelfrei?

 
Kinder sind flexibel: Meine Tochter isst bei der Tagesmutter rohe Möhren und Äpfel, bei mir nicht. Die Tagesmutter bietet ihr aber im Winter keine Bananen an, ich schon. Sollte es bei der Fremdbetreuung partout nicht möglich sein, dass das Baby hin und wieder abgehalten wird, können sie während der Betreuungszeit auch einfach gewickelt werden. Die Kinder lernen: Meine Eltern halten mich ab, die Erzieherin nicht. So einfach! Schön ist es natürlich, wenn das Personal entgegenkommend ist und vielleicht wenigstens nach dem Mittagschlaf abhält.
 
 

Warum überhaupt Windelfrei? 

 
Baby sitzt auf dem TöpfchenMein persönlich liebstes Argument für Windelfrei ist: warum um Himmels Willen bringen wir den Babys erst aktiv (wenn auch unwissentlich) bei, dass die Windel ihre Toilette ist, um ihnen dann nach 2, 3 oder 4 Jahren zu sagen “Schatz, eigentlich ist doch die Toilette deine Toilette.“ Dabei signalisieren 90% aller Neugeborenen anfangs, dass sie müssen. Nein, sie sagen nicht „Mama, ich muss mal!“ Aber sie verbalisieren auch nicht, dass sie Hunger haben. Jede Mutter lernt mit der Zeit, Signale ihres Kindes meistens richtig zu deuten. Hat es Hunger, ist es müde oder braucht es kuschelige Nähe?
 
Wenn wir wissen, dass Kinder auch ihr Ausscheidungsbedürfnis kommunizieren, können wir darauf achten und eingehen. Es ist also nur eine Erweiterung der ohnehin stattfindenden Kommunikation. Wenn wir nicht auf ihre Signale reagieren, kommunizieren wir auch etwas, nämlich: du kannst das Signalisieren einstellen, ich reagiere nicht darauf. Und genau das passiert dann auch. Babys lernen, dass sie kommentarlos in die Windel machen sollen.
 
Zahlreiche Mütter wissen ganz genau, wann ihre Kinder ein großes Geschäft machen: „Schau mal, wenn er SO guckt, dann macht er gleich groß.“ Und dann warten sie, bis die Windel voll ist, um sie dann zu wechseln. Es wäre doch viel sinnvoller zu sagen: „Oh, ich sehe, dass du mal musst, na dann lass uns mal zur Toilette gehen!“ (Und anschließend kann man dem Kind die noch saubere Windel wieder anziehen.) Jeder kennt Geschichten von Kindern (aus dem 3. Reich zum Beispiel), die rigidem Töpfchentraining ausgesetzt wurden. Kinder, die so lange auf dem Töpfchen sitzen mussten, bis da etwas drin war usw. Ich will das hier gar nicht ausführen. Das war definitiv ein Extrem. Wir befinden uns nun in einem anderen Extrem: Wir kümmern uns überhaupt nicht mehr darum und wundern uns, warum so viel 4-Jährige nicht trocken sind. Warum zeigen sie kein Interesse an der Toilette? Mit Windelfrei können wir einen Mittelweg gehen, der den Eltern und den Kindern gut tut. Wir zwingen Babys zu nichts, Windelfrei ist kein Sauberkeitstraining. Wir greifen ihre vorhandenen Fähigkeiten auf und pflegen sie. 
 
Darüber hinaus spricht eindeutig für Windelfrei, dass die 8.400.000 Wegwerfwindeln, die tagtäglich im deutschen Haushaltsmüll landen, ein großes Umweltproblem darstellen. Es dauert etwa 400-500 Jahre, bis diese verrotten. Kinder werden heutzutage immer später trocken, was oft großen Frust für Eltern und Kinder mit sich bringt. Windeln sind teuer und Wundsein im Schrittbereich, sprich Windeldermatitis, ist schmerzhaft und könnte so vielen Babys erspart werden. Was auch nicht zu verachten ist - im Laufe der ersten 3 Jahre verbraucht ein Kind im Durchschnitt etwa 800 bis 1500 EUR für Windeln - Feuchttücher und Pflegecreme nicht mit eingerechnet - dieses Geld kann zum Teil gespart werden.
 
Ach, und ist das alles aber nicht irrsinnig viel Arbeit? Irgendwann und irgendwie muss das Kind trocken werden. Ich kann die Arbeit machen, wenn mein Baby klein ist und ich es ohnehin ständig bei mir habe oder ich kann es später machen. Der Vorteil bei Windelfrei liegt auf der Hand: rund um das 2. Lebensjahr sind diese Kinder tags und nachts trocken und Mama kann sich vollauf einem eventuell jüngeren Geschwisterkind widmen.
 
Zurück zu meiner persönlichen Geschichte: bis meine Tochter 8 Monate alt war, benutzten wir ca. 2-3 Wegwerfwindeln als Pannenschutz pro Tag, wobei sie auch immer wieder stundenweise ganz ohne Windel war. Dann stieg ich um auf ein Back-Up (Pannenschutz) aus Stoff: ein Unterhose aus Wollwalk mit einem Stück Mullwindel darin. So wurde bei einem Pipi die Kleidung selten nass, was manchmal einfach stressfreier war. Nach weiteren 2 Monaten hatte wir so wenige Pipis in der Hose, dass wir meiner Tochter nur noch Unterhose und Hose anzogen und wenn die Hose nass war, haben wir sie einfach gewechselt. Nochmal: wir benutzen keine Windeln oder Back-Ups, seitdem meine Tochter 10 Monate alt ist. DAS ist für mich wahre Freiheit!
 
„Pipi“ war eines ihrer ersten Worte und so etwas wie Wickelkämpfe und überquellende, stinkende Windeleimer sind uns fremd. Jetzt ist sie 2 Jahre alt, nachts meistens trocken, tagsüber sagt sie ziemlich zuverlässig an. Ich weiß, dass es mit einem 2., 3. oder gar 4. Kind schwieriger wird, weil die Aufmerksamkeit geteilt werden muss, trotzdem würde ich es wieder tun, weil es ein unglaublich befriedigendes Erlebnis war. Klar, es gab auch Momente, die einfach nur blöd waren. Aber die gibt es auch wenn man wickelt. 

Neulich stand ich an der Kasse, nur noch ein Kunde vor mir und meine Tochter sagte: „Pipi!“ Und eine halbe Minute später noch mal, nur sagte mir der Tonfall, dass es nun schon in der Hose war. Ach, was soll’s... es gibt Schlimmeres! Ich fand diese ganze Sache so bereichernd, dass ich andere Eltern gerne darüber aufklären wollte. Ich machte bei Babysohnewindeln den Zertifikatskurs zum Windelfrei-Coach und gebe seit einem Jahr in Bonn Windelfrei-Kurse und organisieren Treffen (Näheres dazu unter www.windelfrei-bonn.de).

Ich möchte, dass Eltern wissen, dass sie ihre Kinder mit Wegwerfwindeln oder Stoffwindeln wickeln können oder dass sie auch abhalten können, so dass sie sich entscheiden können und nicht aus Unwissen Vollzeitwickeln. Ca. 75% der Weltbevölkerung halten ihre Babys ab. Das heißt, dass wir hier im Westen die Ausnahme sind, die Exoten, weil wir in Vollzeit wickeln. Also: Windelfrei - ganz normal!
 
© Freya Donner
 
 

 

Zum Weiterlesen

Boucke, Laurie: TopfFit

Olson, Andrea, EC Simplified

DER Windelfreiblog mit vielen Informationen rund um Windelfrei heißt www.123windelfrei.de.

Weitere Informationen und Windelfrei-Coaches findet man hier: www.babysohnewindeln.de



Bildnachweis

Chinesisches Kind mit Schlitzhose: Stougard / wikimedia.org
 



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Kommentare:

  1. Sehr schöner Artikel! :-)
    Ich habe schon sehr auf einen Bericht zu diesem Thema gewartet. Nun ist er da und dann auch noch von der Person verfasst, die mir als Vorbild und mit vielen Tipps zur Seite stand.
    Mein Freund und ich kommunizieren auch mit unserer Tochter über ihre Ausscheidungsbedürfnisse seit sie ca. 2 Monate alt war. Anfangs nur tagsüber, da sie es nachts verweigerte und mittlerweile immer. Meine Tochter ist nun 15 Monate alt. Wir benutzen ein Asiatöpfen zum Abhalten und als Backup eine Wollwindelhose, in die ich einen Schlitz eingenäht habe, der mithilfe von Druckknöpfen zusammenhält (diese Idee haben wir von einem anderen Vorbild :-) ). Da rein legen wir eine gefaltete Mullwindel oder Windeleinlage (z.B. von REWE). Alternativ habe ich Schlitzhosen genäht nach einem Schnittmuster, das Freya Donner (s.o. ;-) ) entwickelt hat und auch verkauft.
    Uns macht es einfach super viel Spaß unsere Tochter auch in dieser Hinsicht zu verstehen! Wieviele Pipis daneben gehen, ist sehr unterschiedlich: wir hatten schon "100%-Tage" und dann gehen an einem Morgen plötzlich vier Pipis hintereinander in die Mullwindel. Bei uns hängt es vorallem davon ab, wie sehr wir uns auf sie konzentrieren können, daher klappt es unterwegs immer sehr gut, aber während des Kochens o.ä. eben nicht.
    Wir freuen uns immer, wenn wir unsere Tochter verstehen und ärgern uns manchmal allerhöchstens darüber, dass wir schon wieder dachten, "das kann nicht sein, dass sie muss"! ;-)
    Seit ein paar Wochen haben wir einen Toilettentrainer ( WC-Sitzverkleinerer mit Leiter und Griffen) und unsere Tochter liebt es nun auf´s Klo zu gehen. Sie sagt noch nicht Pipi, Kaka o.ä., aber wenn sie muss, dann zeigt sie auf die Badezimmertür, krabbelt zur Tür oder bringt uns das Töpfchen bzw., wenn es doch schon passiert ist, dann zeigt sie auf das nasse Tuch in ihrer Hose...
    Oft probieren wir aber auch einfach aus, ob sie muss, indem wir sie fragen (darauf antwortet sie schon ziemlich zuverlässig mit ja oder nein) oder den Ansatz machen sie abzuhalten bzw, auf`s Klo zu setzen, denn falls sie nicht muss, so zeigt sie das dann.
    Ich bin sehr gespannt, wie es weitergehen wird und freue mich einfach über den Müll, den wir gespart haben, und darüber, dass unsere Tochter noch NIE in ihrem Leben wund war!
    Gruß Reinhild

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  2. ich persönlich halte nicht viel davon aber ich finde es toll wenn eltern es machen. mir wäre es anfangs zu stressig gewesen - zumal meine tochter 10mal und öfter groß musste und ich wollte sie auch nicht jedes mal stören. sehr oft natürlich während dem stillen.

    was häufig als argument kommt ist dass babys oder kinder nicht gerne in die windeln machen - kann ich von meiner tochte rnicht sagen dass sie jemals probleme hatte.

    ich kenne 2 familie die betreiben es aber beide haben erst mit 4 monate gestartet weil es davor für sie zu stressig war. beide babys haben außerhalb der wohnung windeln an und beide brauchen 4 windeln am tag. mehr brauche ich auch nicht, wobei meine tochter sehr selten einkotet und auch wenig einässt - wenn dann viel.

    ich halte nichts von sauberkeitstraining sondern ich bin der meinung dass ein kind dann sauber wird wenn es soweit ist. für mich ist windelfrei auch einfach wieder ein punkt wo man babys mehr und schneller in richtung selbstst#ndigkeit und großwerden reindrängt. meine tochter hat die wahl wenn sie keine windeln mehr möchte. dazu gehört dass man offen darüber redet und dass sie auch mitbekommt wann mama und papa aufs klo gehen.
    ich könnte mir nicht vorstellen meine total ins spiel vertiefte 10monate alte tochter auf die toilettte zu setzen nur weil sie grade drückt. da warte ich dann ab bis sie von selber zu mir kommt und wir gehen dann wickeln. meist dauert es keine 5min.

    allerdings muss ich sagen ist der artikel sehr sehr nett und gut geschrieben aber wie gesagt für mich ist ein baby ein baby und es muss nicht alles von ersten tag an können. was mir fehlt ist der geschichliche teil also ob es früher auch so war oder ob früher auch gewickelt wurde. ich weis es gibt länder wo kinder windelfrei sind aber die sind meist auch wärmer - gerade jetzt bin ich froh dass meine tochter am fliesenboden, sand,... eine polsterung hat

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    1. ach was ich noch hinzufügen wollte. wir kennen auch keine wickelkämpfe und wir genießen das wickeln total. wir wickeln auch nach dem ansatz von emmi pikler und magda gerber und ich muss sagen wickeln war gerade in der ersten zeit das größte für mich und meine tochter da es der einzigste ort war wo sie gerne lag. ob mit oder ohne windeln war total egal. aber sie genoss die pflege und sie genoss unsere langsame interaktion zu zweit. jetzt als fuseliges baby das stehen krabbeln und hin un her bewegt genießen wir es auch wenn es mal 2-3minuten dauert bis sie sich dazu bewegn lässt sich an oder auszuzihen

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    2. Freya Donner antwortet:

      Ich bin auch dafür, dass Babys Babys sein dürfen. Windelfrei ist kein Sauberkeitstraining. Sie MÜSSEN es nicht können, aber sie KÖNNEN! Ist einfach so. Sauberkeitstraining kommt dann zum Einsatz, wenn das Kind noch nicht "von alleine" trocken geworden ist und/oder die Eltern nicht so lange warten wollen. Windelfrei
      steht nicht für Dogmatismus oder Sauberkeitstraining, sondern für Kommunikation und Achtsamkeit. Windelfreie Babys werden auch nicht aus dem Spiel gerissen, um sie auf das Töpfchen zu setzen, das finden sie auch blöd und das kommunizieren sie ihren Eltern auch!

      Es ist mittlerweile auch schon von westlichen Medizinern erforscht worden, dass Babys es von Geburt an KÖNNEN. Das heißt, sie sind sich ihrer Ausscheidungen bewusst und können sie kommunizieren UND sie laufen nicht "einfach so" aus, sondern kontrolliert. Als Vergleich: nur weil mein Baby sich die Schuhe noch nicht anziehen kann, muss es keine kalten Füße haben. Ich helfe meinem Kind, so lange, bis es sich selber die Schuhe anziehen kann. Babys können von Geburt an signalisieren, dass sie mal müssen und ich
      kann dann helfen: ausziehen und über ein Gefäß halten. Und wenn mein Kind in seinem Bestreben nach Selbstständigkeit irgendwann signalisiert, dass es nicht mehr von mir gehalten werden möchte, kann ich ein Töpfchen aufstellen. Es ist ein großes Thema… ich möchte mit diesem Artikel darauf aufmerksam machen und wer sich weiter informieren möchte, um WIRKLICH RUNDUM informiert zu sein, kann die unten angegeben Bücher lesen oder auch einen Kurs besuchen.

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  3. Normalerweise bin ich begeistert von den Artikeln auf eurer Seite, aber diesen hier finde ich leider nicht gelungen. Zwar geht es um ein Thema, dass ich schon lange interessant finde. Aber es wird weder ein Hinweis gegeben, wie die Pipi-Signale aussehen könnten (auch wenn mir klar ist, dass das von Baby zu Baby sehr verschieden sein kann) noch genauer auf den historischen Hintergrund eingegangen. Hier nur zu sagen, dass wir als exotisch gelten mit dem wickeln finde ich doch etwas zu wenig bzw. es sich zu einfach gemacht. Schade, aber vielleicht kann man das ja nachholen?!

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    1. Hier möchte ich gerne zustimmen!
      Und schiebe gkeich die Frage nach: ich lese ständig "abhalten" und für mich ist der Begriff zu diesem Thema neu, daher: was soll das bedeuten??
      Dieses und was auch mein Vorschreiber anführte gehört für mich in einen Artikel, der ein Thema einem Laien näher bringen will/soll.
      Ansonsten: ich liebe diesen Blog! Danke dafür!

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    2. Freya schreibt dazu:

      Abhalten bedeutet, dass man sein Baby über ein Gefäß hält, wenn es muss und nicht wartet, bis die Windel voll ist. Es tut mir leid, dass ich euren Wissensdurst bezüglich historischem Hintergrund zu Windelfrei nicht befriedigt habe. Ich habe lange überlegt und möchte diesen Punkt hier nicht noch weiter erklären und auch den Punkt „Wie können Signale aussehen“ auslassen. Sonst wird der Kommentar-Teil noch länger als der eigentliche Artikel...

      Mit diesem Artikel wollte ich auf das Thema Windelfrei aufmerksam machen, in solch einem Rahmen kann ich unmöglich alles abdecken. Mir war es wichtig, die Fragen zu beantworten, die mir mit Abstand am häufigsten gestellt werden. Ich werde gerne mit Danielle und Snowqueen Rücksprache halten, ob es eine Möglichkeit für einen weiteren Gastartikel gibt, in dem ich auf eben diese Punkte eingehen könnte. Wenn ihr neugierig seid, kann ich euch nur wärmstens die 2 unten angegeben Bücher empfehlen. Sie lesen sich sehr schnell. Außerdem gibt es beim Blog 123windelfrei auch SEHR viele Infos. Und zu guter Letzt gibt es ja mittlerweile deutschlandweit Windelfrei-Kurse, in denen man sich auch informieren kann.

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  4. Hallo,
    hier ist ein interessanter Film zum Thema Wegwerfwindeln, Stoffwindeln und Windelfrei.

    www.youtube.com/watch?v=WZ9P3MMwDxM&feature=youtube_gdata_player

    Dabei wird auch auf die Unterschiede zwischen den verschiedenen Ländern und Kulturen sowie auf die Geschichte der Windel von früher bis heute eingegangen.
    Nur so als Quelle zum historischen Hintergrund.

    Gruß Jeannine

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  5. Super Artikel!
    Schade, dass ich erst jetzt davon erfahren habe, mein Sohn ist mittlerweile schon 6 1/2 Monate. Glücklicherweise hat er noch nicht aufgehört sich bemerkbar zu machen wenn er muss. Und bisher hat er auch ganz oft genau dann gemacht, wenn die Windel ab war. Also hab ich mich, nachdem ich den Artikel gelesen hab, noch ein bisschen intensiver mit dem Thema beschäftigt ( alle Infos und Hintergründe in einem Artikel fände ich auch zu viel, wen es interessiert, der kann ja anderweitig noch recherchieren) und anschließend ein Töpfchen gekauft, da mein Zwerg schon recht stabil sitzt. Jetzt sind wir seit fast einer Woche dabei und ca 80% landet tagsüber auch im Topf :) Ich bin total begeistert, aber die Windel ganz weg zu lassen trauen wir uns (noch) nicht, dafür haben wir einfach zu viel Teppich im Haus :D Aber unser Baby ist seitdem viel ausgeglichener und absolut zufrieden, weil wir endlich auf seine Bedürfnisse in der Hinsicht eingehen. Und was ich ja am besten finde: bisher hatten wir immer Probleme mit Verstopfungen, da ging nix ohne Gymnastik und Bauchmassage, jetzt funktioniert das von ganz alleine!!! Ich kann also nur Danke sagen, ohne den Artikel hätte ich ihn wohl noch lange nicht aufs Töpfchen gesetzt :D

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  6. Liebe Tina,

    danke für Deinen Kommentar. Das ist ein sehr interessanter Aspekt - ich habe noch nie über den Zusammenhang zwischen Verstopfung (bzw. Schwierigkeiten beim Stuhlgang) und dem Widerwillen, in die Windel zu machen, nachgedacht... Das wäre ja durchaus mal ein Tipp für Bauchwehgeplagte.

    Viel Erfolg beim Projekt Windelfrei!

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  7. Meine Frau ist Hebamme. Da sind dann schon mal ein paar Dinge irgendwie anders, - auf ganz besondere und schöne Weise. Ich selbst lebe so natürlich wie möglich, ohne Fanatismus. Ich bin z.B. immer wieder erstaunt, was Eltern und Kinder heute alles angeblich so brauchen, - an Plastikmüll oder Ernährungsverirrungen. So hat mich das Thema WIndelfrei nur insofern irritiert, als das ich einfach nicht wusste, dass mit Säuglingen wirklich interaktiv zu kommunizieren ist. Das Natürliche daran habe ich sofort begrüßt.
    Hinsehen und zuhören, das muss gelernt werden, von den Eltern. Eine bestimmte Mimik, bestimmte Laute (bis Heulen), Strampeln oder Wälzen, sind Signale, die wir erhalten. Wenn ich mein Kind zum Bsp. auf dem Arm habe, halb auf der Schulter, und sie "zu klettern" anfängt, weiß ich: jetzt muss sie.
    Wenn wir unsere Tochter richtig verstanden haben und sie abhalten (eine einfache Plastikschüssel) lacht sie manchmal ganz fröhlich. Als sie beim Abhalten einmal anfing zu schreien, dachten wir, sie falsch verstanden zu haben, also nahm ich sie - so halbnackt wie sie war - erst mal auf dem Arm, um sie zu trösten ... prompt war ich markiert von oben bis unten. Auch das gehört dazu.
    Windelfrei ist ein tolles Thema. Stoffwindeln haben und nutzen wir trotzdem, einfach um keinen Stress daraus zu machen. Und zu einer Kommunikation gehört nun einmal auch das Erlernen einer Frusttoleranz, auf beiden Seiten. Manchmal gehts im Leben eben in die Hose, oder so ;-)

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    1. Lieber Dirk,

      herzlichen Dank für Deinen Kommentar und diesen wunderbaren Erfahrungsbericht!

      Viele Grüße!
      Danielle

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    2. Update // Inzwischen ist unsere Tochter 21 Monate alt. Weitestgehend trocken. Wenn wir unterwegs sind ernten wir immer erstaunte Blicke, wenn unsere Tochter sagt "pipi" oder "groß". "Was, das sagt sie schon in dem Alter?"
      Mal ein paar Gedanken:
      - Wir bilden uns ein, dass unsere Tochter schneller laufen gelernt hat, weil sie nie störende Pampers bekam.
      - Die "Pipi-Revolution" (so haben wir es genannt) gehört zum Thema Windelfrei und Trockenwerden dazu. Das hat sicher damit zu tun eigene Erfahrungen machen zu wollen und mit der Entwicklung von Selbstbestimmung. Einen Stapel Leggins in Griffnähe habe, niemals darüber aufregen und das in die Hose machen gar nicht thematisieren.
      - Der Grundstein für die Kommunikation zwischen Eltern und Kind wird in den ersten Monaten gelegt. Und es ist in Ordnung, wenn sich die Sprache zwischen Vater-Kind und Mutter-Kind unterscheidet.

      Das mal in Kürze.

      LG, Dirk

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  8. Schöner Artikel. Wir sammeln gerade Erfahrungen mit unserer 5 Wochen alten Tochter. Sie signalisiert sehr deutlich. Ein Problem habe ich trotzdem. Sie macht nicht mehr in die Windel! Lieber druckst sie vor sich hin bis ich sie endlich abhalte und dann macht sie wirklich viel. Es ist nicht so dass ich sie ewig warten lasse aber momentan muss ich sie nachts um die fünf mal abhalten damit sie zur Ruhe kommt. Also soviel nur zum Thema Windeln für zwischendurch, ganz so einfach ist das nàmlich nicht, einige Babys verlassen sich darauf abgehalten zu werden und es kann für die kleinen ziemlich anstrengend werden, wenn man nicht wirklich immer mitspielt. Allerorten ist windelfrei klasse :)
    Die Kritik an fehlenden Infis kann ich übrigens nicht verstehen, dafür gibt es ja bücher und ganze Websites, für einen Artikel wäre das alles zu viel. Es ist ja ein Erfahrungsbericht und da sind sowieso alle Kinder unterschiedlich...

    Liebe Grüße Tilly

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  9. Dieser Artikel ist wirklich sehr interessant. Für meine Kinder ist es nun zu spät, sie sind schon fast 3. Aber er beantwortet mir eine Frage die ich mir schon oft gestellt habe.
    Nämlich wie Eltern das mit Babys machen die entweder aus Erdteilen kommen wo es keine Windeln gibt (ich war schon in Teilen Indiens und Chinas wo die Babys diese "Schlitzhosen" anhaben und dachte "das kommt dann eben einfach unten raus...").
    Oder wie Eltern das hier machten bevor Windeln erfunden wurden. Jetzt weiß ich es, vielen Dank!
    Ich finde das total toll - auch aus ökologischer Sicht. Ich hatte immer ein schlechtes Gewissen ob der Müllberg die wir produzieren.

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  10. Also, wenn es bei mir noch klappen sollte mit dem zweiten Kind werde ich das auf jeden Fall probieren! Ich habe damals auch in China immer die Klamotten mit dem Schlitzen gesehen und auch auf der Straße die Kinder die damit rumliefen. Fand ich etwas merkwürdig, aber macht, wenn man das praktiziert dann auch wirklich Sinn.
    Das ist der mittlerweile zweite Artikel den ich dazu lese und ich finde es echt spannend. Ich kann mich nicht mehr recht erinnern wie es mit meiner Tochter (mittlerweile 3,5 und seit gut einem Jahr trocken) war, aber ich erinnere mich eher nicht an Signale ihrerseits...sie kam meines Erachtens immer gut mit der Windel klar...aber probieren und drauf achten würde ich beim nächsten Kind auf jeden Fall!
    Danke für den Artikel :-)

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  11. Sorry aber das geht wirklich zu weit. Lasst doch Babys einfach Babys sein und keine kleinen Erwachsenen die mit 2 Monaten schon über dem Topf gehalten werden. Was macht man bitte im Winter draußen. Hose runter und Hintern einfrieren? Das ist wieder mal so ein blöder Trend der von irgendwelchen ökologische Tanten kommt. Arme Babys

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  12. Ich finde es gut. Eine Mama die das praktiziert, achtet aufs Kind. Schaut. Nimmt es bewusst wahr. Macht sich in dem Moment Gedanken und auch Mühe. Andere wechseln Windeln im 4 -Stunden-Takt und der Rest geht ihnen am eigenen A... vorbei.

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  13. Liebe Windelfrei-Papas und -Mamas, mein Sohn ist vier Monate alt und ich hab das Abhalten einfach einmal spaßeshalber probiert, weil ich keine Lust hatte, beim Freistrampeln andauernd die Unterlage (Handtuch) zu wechseln. Es hat prompt funktioniert, ich war ganz begeistert und das Kind glücklich. Jetzt sind wir zwei Wochen dabei und es bahnt sich ein Problem an: der Kleine macht partout nicht mehr in die Windel. Lässt sich aber auch nur über dem speziellen roten Töpfchen abhalten.
    Ich habe probiert, unterwegs über anderen Gefäßen oder über der Toilette abzuhalten. Ich habe ihn auch mit Windel in die Abhalteposition gebracht und ihm signalisiert, dass er nun darf. Aber es hilft nix, er macht nicht und weint natürlich irgendwann herzzerreissend.

    Ich könnte jetzt natürlich ein (Falt-)Töpfchen zum Mitnehmen besorgen und ihn darauf trainieren. Aber eigentlich sollte das nicht zum Stress werden, sondern eben beides funktionieren: Windel und Töpfchen. Ich weiß von anderen Eltern, dass das prinzipiell möglich ist.


    Hat jemand eine ähnliche Erfahrung gemacht, wie ich, und eine Idee, wie ich vorgehen soll?

    Liebe Grüße - Katharina

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  14. Hallo und erstmals danke für den tollen artikel !

    Meine Tochter wird bald 12monate alt, ich hab mich bisher nie getraut sie abzuhalten, weil ich eifach keine ahnung hatte wie ich das anstellen soll...solche artikel wie deine, motivieren mich es einfach mal aus zu probieren. Ist es überhaupt möglich mit Jährig damit anzufangen, oder wär es jetz sinnvoller zu warten bis sie das verständnis dazu hat und sie sprechen kann??

    Danke!

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    1. Na, sie wird sicher erstmal irritiert gucken, was du da mit ihr machst, aber du kannst es gern versuchen. Vielleicht funktioniert es ja prima.

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  15. Hi :) welche Literatur kannst du denn dazu empfehlen?

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