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Saugverwirrung durch künstliche Sauger - Alternativen


stillendes Baby Schnuller und Flaschensauger können eine Saugverwirrung verursachen - wie man eine solche erkennen kann und stillfreundlich zufüttert


Wir freuen uns über einen weiteren Beitrag von Lucccy, die heute über ein Thema schreibt, das ihr sehr am Herzen liegt.

Künstliche Sauger können in verschiedener Weise Einfluss auf die Stillbeziehung haben. Ich persönlich musste diesen Einfluss in den ersten Wochen meiner Stillzeit schmerzlich lernen. In der Klinik hatte mein Baby bereits reichlich Kontakt mit verschiedenen künstlichen Saugern. Zu Hause saß ich dann mit einem dauerstillenden Baby auf der Couch und hatte starke Schmerzen. Die Hebamme konnte aber weder wunde Brustwarzen feststellen noch Fehler beim Anlegen entdecken.

Ich habe mich dann alleine durchgekämpft, weil am Stillen sehr viel lag und ich viel Unterstützung durch meinen Mann hatte. Die örtlichen Stillberaterinnen und das sehr hilfreiche Forum von Stillen-und-Tragen.de kannte ich damals leider noch nicht.

Erst später habe ich durch eine Stillberaterin erfahren, dass ich ein Baby mit einer Saugverwirrung hatte. In der Klinik hieß es noch, es würde Saugverwirrung nicht geben – aus meiner Perspektive weiß ich jetzt auch, warum das dort so kommuniziert wird: als die Auswirkungen der künstlichen Sauger spürbar wurden, waren wir längst entlassen. Viel zu spät habe ich auch von Embryotox erfahren, sonst hätte ich die schlimmsten Tage sicher mit Schmerzmitteln besser ertragen können.

Ich möchte nicht behaupten, dass jedes Baby Probleme mit künstlichen Saugern haben wird – das entspricht nicht der Realität. Ich möchte mit diesem Beitrag aber einfach auf dieses mögliche Problem hinweisen und auch Alternativen zu den gängigen, risikobehafteten Wegen aufzeigen.

Ich möchte, dass jede Mutter informiert entscheiden kann, ob sie das Risiko, das von künstlichen Saugern ausgeht, eingehen möchte, oder ob sie lieber die Alternativen nutzt und so auf Nummer Sicher geht.

Welchen Einfluss können künstliche Sauger haben? 


Eine Möglichkeit ist das Auftreten einer Saugverwirrung. Darunter versteht man die Schwierigkeit von Babys zwischen den verschiedenen Trinktechniken an der Brust und an künstlichen Saugern zu wechseln. Eine Saugverwirrung zeigt sich nicht ausschließlich durch die vollständige Verweigerung des Stillens, sondern kann sich u.a. auch durch schlechtes Gedeihen (Zunehmen) oder durch Schmerzen der Mutter beim Stillen zeigen.

Manche Babys werden beim Trinken unruhig, lassen immer mal wieder die Brustwarze los und schlucken hörbar selten – dies kann auf eine ineffektive Trinktechnik durch Saugverwirrung hinweisen und im Effekt zu einer geringen Zunahme führen, die wiederum eine Zufütterindikation darstellt. Verändertes Verhalten beim Stillen kann allerdings auch auf einen Wachstumsschub oder auf einen Stillstreik hinweisen.

Manchmal treten spürbare Probleme erst mit zeitlicher Verzögerung auf, dazu gehören beispielsweise Probleme durch beißende Babys in Zahnungsphasen – das Beißen ist entspannend für das Baby und bei künstlichen Saugern kommt dann u. U. noch ein extra Schluck aus dem Flaschensauger, wogegen Mama laut aufschreit.

Grundsätzlich ist Saugverwirrung behandelbar. Den individuellen Weg sollte man mit einer fachkundigen Person (Stillberaterin von LaLecheLiga oder AFS-Stillen, Hebamme mit Stillfortbildung wie z.B. IBCLC) besprechen. Meist gehört zur Behandlung der Verzicht auf alle künstliche Sauger. Der Einsatz von Stillhilfsmitteln (Beispiele folgen unten) kann sinnvoll sein, um die Ernährung des Babys zu sichern, bis es eine effektive Trinktechnik an der Brust erlernt hat. Ebenso kann die Einnahme von stillfreundlichen Schmerzmitteln durch die Mutter diesen Prozeß begleiten.
 
Weiter ist es beim Einsatz künstlicher Sauger möglich, dass beim Kind eine Umgewöhnung stattfindet. Hierbei gewöhnt sich das Kind an den künstlichen Sauger z. B. den Schnuller und bevorzugt dann diesen zur Beruhigung. Diese Kinder haben sich wohlmöglich „selbst abgestillt“, als der Anteil Beikost groß genug war und das verbliebene Saugbedürfnis am Schnuller befriedigt werden konnte. Je nach Erwartungshaltung und „Plan“ der Mutter kann dieser Weg für Mutter und Kind passen.

Flaschensauger 


Sauger von AventAuch wenn es einem in der Werbung anders vermittelt werden soll: Flaschensauger machen ein anderes Mundgefühl als die Brust und erfordern eine andere Trinktechnik (auch Modelle mit „Vakuumtechnik“), denn Stillen ist mehr als reines Saugen, sondern eine komplexe Bewegungsfolge aus Saugen, melkenden Zungenbewegungen und Schlucken. Flaschensauger erzeugen einen anderen Reiz am Gaumen als die Brust (Sauger sind egal ob aus Latex oder Silikon einfach stabiler als die weibliche Brust) und lösen dazu durch den Druck noch den Saugreflex aus.

Das kann dazu führen, dass das Baby diesen Reiz auch beim Stillen erwartet. Je nach verwendetem Saugertyp machen die Babys den Mund auch weniger weit auf, als es fürs Stillen sinnvoll wäre. Wer Flaschensauger parallel zum Stillen verwenden möchte, sollte darauf achten, einen Weithalssauger zu verwenden, da bei diesem Saugertyp die Mundöffnung des Babys größer sein muss.

Außerdem kann der ausgelöste Saugreflex dazu führen, dass sich das Baby mehr Milch trinkt, als es beim Stillen trinken würde. Dadurch wird der Abstand zur nächsten Stillmahlzeit länger und es besteht die Gefahr, dass sich die Milchmenge bei der Mutter verringert. Hier kann eine aufrechtere Fütterposition helfen, da das Kind die Milch so leichter aus dem Mund laufen lassen kann als im Liegen. Außerdem kann es beim Flasche füttern nach Bedarf hilfreich sein, die Flasche durch eine Hülle abzudecken, so dass man nicht sehen kann, wieviel ml das Baby schon getrunken hat. Damit vermeidet man ein unbewusstes Animieren zum Austrinken.

Schnuller


verschiedene Nuckel
Da Schnuller nicht mit dem Fütterungsvorgang in Verbindung gebracht werden, kommen manche Babys mit dem Einsatz von Schnullern parallel zum Stillen gut zurecht. Es gibt aber auch Babys, die auf den Schnuller als einzigem künstlichem Sauger mit Saugverwirrung reagieren. Wer das Bedürfnis hat, den Schnuller einzusetzen, sollte ihn das erste Mal nach 6 Wochen problemlosen Stillens geben. Treten am Anfang der Stillbeziehung Probleme wie wunde Brustwarzen etc. auf, gilt die 6-wöchige Wartezeit nach Lösung des Problems.

Als Alternative zum Schnuller kann in Clusterfeeding-Phasen das Schnullern am (kleinen) Finger eines Elternteils oder auch eine andere Beruhigungsmethode wie z. B. das Tragen im Tuch bei Bewegung (Herumgehen, Pezzi-Ball) eine Alternative sein.

Ein ergänzender Hinweis noch zum Einsatz von Schnullern: durch den Vorgang des Schnullerns wird beim Baby ein Hormon gebildet, dass schläfrig macht.  Dies kann dazu führen, dass ein Baby Mahlzeiten verschläft, was Effekte auf die Zunahme des Babys und die Milchbildung der Mutter haben kann.

Stillhütchen 


StillhütchenDer Einsatz von Stillhütchen sollte nur bei gegebener medizinischer Indikation erfolgen. Oft werden Stillhütchen schnell verteilt, wenn Flachwarzen vorliegen oder die Mutter über wunde Brustwarzen klagt, doch hier wäre es oft sinnvoll, andere Maßnahmen zu ergreifen. Als mögliche Alternativmaßnahmen stehen einem verschiedene Techniken zum „Anreichen“ der Brust zur Verfügung oder auch Hilfsmittel wie Brustwarzenformer oder Nipletten. Stillhütchen werden indikationsgerecht eingesetzt beim Stillen von Frühgeborenen oder SGA-Babys (Babys, die für die Schwangerschaftswoche bei der Geburt zu klein sind), bei Babys mit Problemen des Mundraumes oder bei der Umgewöhnung von der Flasche zur Brust.

Beim Einsatz von Stillhütchen ist zu bedenken, dass durch die veränderte Reizweiterleitung Probleme mit der Entleerung der Brust auftreten können, was einen Milchstau oder eine Verringerung der Milchmenge zur Folge haben können. Bei den heutigen Stillhütchen ist das Risiko allerdings geringer als früher, da die Stillhütchen dünner gefertigt werden.

Ein weiteres Risiko beim Einsatz von Stillhütchen kann bei mangelnder Hygiene auch die Besiedelung mit Pilzen und Bakterien sein. Sollte der Einsatz von Stillhütchen notwendig sein, so ist es sinnvoll, darauf zu achten, dass das Hütchen einen „Nasenausschnitt“ fürs Baby hat. Dadurch wird der störende Effekt der Stillhütchen etwas verringert.

Saugfreies Zufüttern 


Als Alternative zum Einsatz künstlicher Sauger kommen saugfreie Zufütterungsmethoden in Frage. Dies bietet sich für Mütter an, die ihre Babys gerne mit Zwiemilch - also stillen und Säuglingsnahrung kombiniert- ernähren möchten oder müssen.

Als Methode, bei der auch andere Personen neben der Mutter füttern können, bietet sich das Füttern per Becher oder Löffel an. Für das "Bechern" kann man ein kleines Schnapsglas verwenden, alternativ gibt es in Apotheken einen Fütterbecher zu kaufen. Fütterbecher sind übrigens „Cent-Artikel“, so dass die Anschaffung des Fütterbechers an Stelle von Flaschen und Saugern nicht teurer ist. Wer es komfortabler und flaschenähnlicher von der Handhabung möchte, kann den Medela Softcup anwenden. Geübte Anwender schaffen mit dem Bechern auch Mengen von 50-100ml.

Eine andere Möglichkeit des stillfreundlichen Zufütterns ist das Zufüttern per Brusternährungsset. Die Anwendung des Brusternährungssets sollte am besten von einer erfahrenen Person wie einer Stillberaterin begleitet werden. Für die Anwendung alleine zu Hause empfehlen Stillberaterinnen oft diese Anleitung.

Eine weitere Methode soll hier noch Erwähnung finden, auch wenn sie nicht komplett saugfrei ist. Recht verbreitet in Geburtskliniken und bei Hebammen scheint das Fingerfeeding zu sein. Hierbei saugt das Baby an einem Finger des Fütternden, an dem ein Schlauch klebt, in den über eine Spritze Milch gegeben wird. Diese Methode ist aber nicht komplett saugfrei und kann daher auch das Saugverhalten des Babys beeinflussen. Ob Fingerfeeding im Einzelfall sinnvoll ist, sollte daher eine fachkundige Person entscheiden.

Wie kann es zu einer Saugverwirrung kommen 


Grundsätzlich gilt, dass Probleme durch den Einsatz künstlicher Sauger wahrscheinlicher sind, je jünger das Baby ist und je öfter künstliche Sauger genutzt werden. Trotzdem können auch ältere Babys nach einmaligem Gebrauch eines künstlichen Saugers Probleme entwickeln – eine sichere Prognose ist bei diesem Thema schwer möglich.

Avent TrinkbecherManche Frauen stellen auch Probleme in „die andere Richtung“ fest: bisher ausschließlich gestillte Kinder können mit Flaschensaugern, Trinklernbechern und Schnullern nur wenig anfangen. Auch hier kommt es auf die Perspektive an, ob das ein großes Problem ist, oder ob die Eltern sich freuen, auf die Anschaffung von Trinklernflaschen etc verzichten zu können und das Baby direkt ab Beikosteinführung aus einem normalen Becher/Glas trinken zu lassen. Wer auf den Komfort von Trinklernbechern nicht verzichten möchte, findet mittlerweile auf dem Markt auch Trinklernbecher ohne Saugaufsatz wie z.B. das Avent Allaround System.

Die Wissenschaft zum Thema Saugverwirrung 


Leider liegt mir das „Handbuch für die Stillberatung“ der LaLecheLiga nicht im Original vor, aber an mehreren Stellen im Netz habe ich daraus folgendes Zitat gefunden: 
"Viele Stillexperten haben beobachtet, dass ein Neugeborenes auf den Wechsel zwischen Brust und Flasche während der ersten Lebenswochen mit Verwirrung reagieren kann (Neifert, 1995). Diese Verwirrung kann dadurch verursacht werden, dass das Baby seine Zunge, seinen Kiefer und seinen Mund beim Stillen anders bewegt als beim Saugen an einer Flasche, einem Beruhigungssauger (Schnuller) und den meisten Formen der Stillhütchen (Newman, 1990). In einer Studie zeigte sich, dass 30 % der Mütter, deren Babys im Krankenhaus Flaschen erhalten hatten, von ernsthaften Stillproblemen berichteten, gegenüber 14 % der Mütter, deren Babys keine Flasche erhalten hatten (Cronenwett, 1992).  
Kittie Frantz, eine frühere LLL Stillberaterin, Kinderkrankenschwester und Ausbilderin für Stillberatungskurse an der Universität von Kalifornien, Los Angeles, schätzt, dass künstliche Sauger während der ersten drei bis vier Wochen bei 95 % der Babys zu einer Saugverwirrung führen. Manche Babys reagieren nach einer Woche, während der sie mit der Flasche gefüttert wurden, mit einer Saugverwirrung, andere bereits nach ein oder zwei Flaschen – oder anderen künstlichen Saugern. Ein Baby, das in den ersten drei oder vier Wochen gut an der Brust trinken gelernt hat, ist weniger anfällig für eine Saugverwirrung. 
[…]
Dr. Ruth Lawrence warnt vor dem Gebrauch eines Beruhigungssaugers während der ersten Lebenswochen, weil die Möglichkeit besteht, dass das Baby auf den Sauger »geprägt« werden kann. Diese »Prägung« kann dazu führen, dass das Baby eine Vorliebe für feste und unnatürlich geformte Sauger entwickelt. Der Begriff »Prägung« wird auch benutzt, um die Bindung zu beschreiben, die manche Tiere zu dem ersten Objekt oder Lebewesen aufbauen, das sie zu Gesicht bekommen. »Das Saugen am Daumen oder Beruhigungssauger stellt eine Ersatzhandlung dar für etwas, was normalerweise zu einer Prägung auf die mütterliche Brustwarze führt. ...
Auch wenn der Begriff ›Saugverwirrung‹ noch keinen Eingang in die medizinische Literatur gefunden hat, gibt es eindeutige psychosomatische Beweise dafür, dass die Prägung eines Menschen durch die Einführung eines Fremdobjektes während der Prägephase verändert werden kann".

Weiter gibt es eine Studie, die das auftreten von Stillproblemen zeigt, wenn Babys in den ersten zwei Wochen ein Schnuller gegeben wird. [Righard, L., & Alade, M. (1992). Sucking Technique and Its Effect on Success of Breastfeeding. Birth 19:4, 185-189]

Ebenso ist belegt, dass der Einsatz eines Schnullers das Risiko für vorzeitiges Abstillen verdreifacht. [Victoria, C., et al. (1993). Use of Pacifiers and Breastfeeding Duration. The Lancet 341, 404-406] 

© Lucccy

Quellen 

 

http://www.stillkinder.de/dreifach-nippel-syndrom-und-vorzeitiges-abstillen/

http://www.stillen-und-tragen.de/archiv/bilder/saugverwirrtrainfertig.pdf

http://www.stillkinder.de/wp-content/uploads/2013_Stillhütchen-richtig-eingesetzt.pdf

http://www.bfr.bund.de/cm/343/stillen_richtiges_anlegen_und_saugen.pdf

http://www.bfr.bund.de/cm/343/zufuetterungstechniken_fuer_gestillte_saeuglinge.pdf

http://www.stillen-und-tragen.de/forum/viewtopic.php?f=2&t=182992

http://www.stillkinder.de/sind-schnuller-bei-gestillten-kindern-problematisch/

http://www.rund-ums-baby.de/stillberatung/Saugverwirrung_107806.htm

http://www.stillen-institut.com/asp_service/upload/content/Schnuller-und-SIDS.pdf

http://www.stillen-institut.com/asp_service/upload/content/8-10_Neues-aus-der-Forschung.pdf

Bildnachweis

stillendes Baby: millenia/SuT
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Kommentare:

  1. für mich ein hoch interessantes thema allerdings nur oberflächlich präsentiert. ich muss echt sagen dass die gastartikel bei weitem nicht den recherchenanteil der anderen artikel haben und von diesem artikel war ich leider ein wenig entäuscht. ich bin gleich schlau als zuvor (wobie ich einiges shcon gewusst habe) aber mehr recherchen bzw wissenschaftliche details bzw beispiele wären super

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    1. Hallo,
      was wäre zum Thema Saugverwirrung denn noch wissenswert gewesen?
      Gruß Lucccy

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    2. Hallo,
      ich muss leider zustimmen, dass der Artikel bei weitem nicht das Niveau der anderen Artikel hier im Blog erreicht.
      Das Thema finde ich persoenlich sehr interessant, allerdings weiss ich nachdem ich den Artikel gelesen habe nicht mehr als vorher.
      Interessante Aspekte waeren z.B. wie sich eine Saugverwirrung aeussert. Hier wurden nur einige Andeutungen gegeben, keinerlei genaue Details (Schmerzen beim Stillen? Das kann alles und nichts bedeuten). Auch der Hinweis auf Schmerzmittel faellt da ein wenig aus dem Zusammenhang.
      Wie ist das zeitlich, kann eine Saugverwirrung bei jedem Alter auftreten oder nur bei sehr jungen Babys? Tritt es nur auf bei regelmaessiger Benutzung von kuenstlichen Saugern?
      Dann wurde gesagt, dass man etwas gegen eine Saugverwirrung machen kann. Was fuer Moeglichkeiten hat man genau?
      Wie oben schon erwaehnt, waere eine wissenschaftliche Recherche und ein paar Beispiele hilfreicher gewesen.
      Viele Gruesse,
      Anni

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    3. Hallo Anni,
      ich werde den Artikel in den nächsten Tagen noch ein wenig überarbeiten, vielen Dank für Deine Anregungen.
      Gruß Lucccy

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  2. Ich würde mir noch einen Hinweis wünschen, wie überaus wichtig das Saugen an sich für Babys gerade in den ersten Monaten ist.
    Bei aller gebotenen Vorsicht hinsichtlich einer Saugverwirrung ist es trotzdem - meiner Meinung nach - ganz essentiell, dass ein Baby oft genug und lange genug saugen darf. Bis dieser wunderbar süße Schlafzustand erreicht ist, in dem ihm die Milch noch aus den Mundwinkeln rinnt und das ganze Gesichtchen wonnig zuckt. (Meine Hebamme nannte es immer "Milchkoma" - ich finde "Milchhimmel" treffender. ;) )
    Müsste ich mein Baby in den ersten Monaten aus welchen Gründen auch immer abseits der Brust füttern und das Stillen an der Brust würde nicht deutlich in der Häufigkeit überwiegen, würde ich definitiv eine Flasche anbieten.
    Diese wäre meiner Meinung nach auch nicht durch den elterlichen Finger oder einen Schnuller ersetzbar, weil das gleichzeitige Trinken der Milch fehlt. (Ganz abgesehen von der ebenfalls bestehenden Gefahr einer Saugverwirrung.)

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    1. Noch ein Hinweis zu den Stillhütchen mit Nasenausschnitt: die sind deshalb so gut, weil das Baby mit der Nase dann Hautkontakt hat und vor Allem - Geruchskontakt!

      Und zu den künstlichen Saugern: wenn es sein muss die mit den kleinsten Löchern verwenden (die für Tee). Selbst aus denen tropft die Milch schon langsam, ohne dass das Baby saugt, bei denen für Milch läuft die Milch viel zu schnell ohne Zutun des Babys.

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    2. Hallo Frau Dechse,
      ich habe bewusst nur über Saugverwirrung geschrieben. Die gewünschten Ausführungen zum Stillen nach Bedarf (u.a. "Milchhimmel") habe ich gedanklich in einen anderen Artikel zum Thema Stillen geschoben.
      Gruß Lucccy

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  3. Ich finde den Artikel gut.

    Der Einsatz von künstlichen Saugern sollte wohlüberlegt stattfinden.
    Im Normalfall passen das Saugbedürfnis und der Hunger auch zusammen.
    Wir hatten im KH eine Flasche verpasst bekommen. Hier zu Hause hatte unser Baby dann einen Technikfehler beim stillen. Er stülpte die Oberlippe nicht mehr nach Hause.
    Das war unangenehm und war mühselig es wieder zu korrigieren.

    Wir benutzen keine künstlichen Sauger mehr und es funktioniert wirklich gut.

    Da künstliche Sauger Brustersatz sind und es hier nur um die künstlichen geht ist für mich alles im Artikel enthalten. Wie wichtig saugen ist usw gehört hier nicht hin. Das könnte ja heißen das man ohne künstliche Sauger gar nicht auskommt.

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  4. Meine Erfahrung ist genau umgekehrt. Von allen Seiten wurde immer auf mich eingedroschen, gleich nach der Geburt, von Hebammen im Krankenhaus, von anderen Müttern: Zum einen hörte ich immer (!) nur, dass man doch Stillen müsse! Impliziert wurde, dass ich sonst auf Grund der ach so wichtigen Vorteile des Stillens, eine schlechte Mutter sei. Das wurde mir mehrfach so ins Gesicht gesagt. Obwohl ich gar nie voll Stillen wollte.
    Und zum Anderen drohte man mir, dass meine Kinder an Saugverwirrung leiden würden und alles ganz schrecklich würde und ich dann Schuld sei. Auch das wurde genau so kommuniziert.

    Blöd nur, dass meine beiden Kinder von Anfang an Brust und Flasche bekommen haben. Und zwar so, wie ich dazu Lust hatte. Und - OMG! - es war gar kein Problem. Sie haben das beide einfach so gemacht und waren kein bisschen verwirrt.
    Und dann lernte ich Mütter kennen, die das genauso gemacht haben oder machen. Und diese Babys verhungern nicht. Nein, sie trinken ganz normal. Und nach meiner bescheidenen Erfahrung nach, werden die meisten Babys mit der Kombi großgezogen.

    Darum möchte ich jetzt mal was anmerken: Der Artikel beginnt mit der Erklärung zu einer persönlichen Erfahrung. Das ist ok. Aber es ist auch nur das. Eine persönliche Erfahrung der Autorin. Und da sie sich vielleicht gezielt nach Frauen umgeschaut hat, die diese Erfahrung auch gemacht haben, mag die Autorin auch Kinder kennen gelernt haben, die dieses spezielle Problem hatten.
    Mir gefällt diese allgemeine Argumentation nicht. Ein persönlicher Erfahrungsbericht sollte nicht mit allgemeinen Argumenten daher kommen. Mir fallen da auch noch weitere Themen ein:
    Manche Babys sind Schreibabys. Dennoch braucht nun nicht jede Schwangere damit zu rechnen ein Schreibaby zu bekommen.
    Manche Babys weinen und haben Schmerzen beim Zahnen. Aber nicht jedes. Zahnen bedeutet nicht automatisch durchwachte Nächte.
    Manche Babys fremdeln. Aber manche zeigen diese Verhalten nur ganz minimal.
    Ich könnte die Liste unendlich lang weiter führen.

    Es kommt eben auf das spezielle Kind an und das kann in einer speziellen Situation anders reagieren, als man erwartet hat. Das ist so.
    Ich finde der Artikel zielt eher darauf ab, Angst zu machen. Zumal er mit dem Risiko argumentiert.
    Ich würde dennoch jeder Mutter vorbehaltlos empfehlen, alles auszuprobieren und nicht auf Schwarz-Weiß-Malerei zu hören. Das ist nicht hilfreich und schon gar nicht aufklärerisch.

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    1. Liebe Rosali,

      niemand bestreitet, dass es Kinder gibt, die problemlos mit einem Wechsel zwischen künstlichen Saugern und der Brust zurecht kommen. Tatsächlich dürfte das auch die Mehrzahl aller Kinder sein. Für diese Mütter ist dieser Artikel möglicherweise nicht allzu relevant - das aber das trifft auj jeden anderen Artikel bei uns auch zu - die Babymutter interessiert keine Trotzartikel, die Kleinkindmutter keine Breiartikel. Es gibt aber eben auch Kinder, die das nicht können - und um diese geht es in diesem Artikel.

      Ich sehe es auch nicht als Panikmache, eher als Sensibilisierung, dass es zu einer Saugverwirrung kommen kann, wie sie diese erkennen können und welche Alternativen es gibt, um eine solche entweder zu beseitigen oder erst gar nicht eintreten zu lassen.

      Viele Grüße
      Danielle

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    2. Hallo Rosali,

      genau wegen Antworten wie Deiner war ich mir nicht sicher, ob der Erfahrungsbericht dazukommen sollte. Denn der sachliche (und allgemein gehaltene) Teil stützt sich NICHT auf meinen Erfahrungen und Beobachtungen, sondern auf offiziellen Empfehlungen aus Quellen der deutschen Stillverbände, des Bundesinstitus für Risikobewertung, der nationalen Stillkommission - wie in den Quellen zum Artikel ja auch zu lesen ist.

      Um auf meine persönliche Beobachtung zurückzukommen: Mütter, die künstliche Sauger aus Überzeugung einsetzen, nehmen meiner Wahrnehmung nach Saugverwirrung und deren Auswirkungen anders wahr als Mütter, die bevorzugt stillen wollen. Ich schrieb in meinem Artikel ja auch, dass eine Umgewöhnung auf den Schnuller für Mutter und Kind passen kann.

      Gruß Lucccy

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  5. Über die Relevanz entscheidet man ja, wenn man die Überschrift liest. Da sieht man gleich, ob's einen interessiert oder nicht. Aber in dem Artikel fehlt eindeutig ein Satz zur Relativierung.
    Denn, wenn ich Erstgebärende wäre und so einen Artikel läse, dann würde ich mir als Folge Gedanken machen. Darf ich denn meinem Kind einen Schnuller geben? Darf ich ihm überhaupt die Flasche geben? Darf ich Brust und Flasche überhaupt kombinieren, oder bekommt mein Kind mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Saugverwirrung? Gibt es entweder-oder? Oder muss ich militant nur eine Sache durchziehen?
    Auf diesem Blog werden die Dinge ansonsten sehr viel differenzierter dargestellt.
    Genau das stört mich an dem Artikel. Er rückt nichts ins rechte Licht, sondern lässt eine klare Aussage zurück. Das meine ich mit Angstmache.
    Und an die Autorin: Wie nehmen denn Mütter, die bewusst künstliche Sauger einsetzen, eine Saugverwirrung anders wahr? Früher? Später? Weniger gut? Oder besser? Weniger wichtig? Oder genauer? Was meinen Sie denn nun mit der Aussage?

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    1. Liebe Rosalie,

      bisher war ich eigentlich auch der Überzeugung, es gibt gar keine Saugverwirrung. Ich selbst hatte keine in meinem Umfeld erlebt und hielt sie daher für eine Ausnahmeerscheinung.

      Aber - wenn ich mal genau drüber nachdenke... natürlich ist es eine seltene Diagnose - weil sie niemand wirklich stellt. Eigentlich heißt es doch immer nur "Schwierigkeiten beim Stillen". Wenn ich jetzt mal überlege, wie sinnvoll es von der Natur ist, Stillschwierigkeiten einfach so zu produzieren, dann muss ich sagen: GAR NICHT. Eigentlich MÜSSTE Stillen die einfachste Sache der Welt sein - warum ist sie es nicht? Foren sind voll von Stillproblemen. Was könnte also die Ursache für diese Schwierigkeiten sein? Im Grunde pfuschen wir doch mit künstlichen Saugern in den natürlichen Vorgang - die Natur hat keine Flaschen vorgesehen.

      Daher denke ich mittlerweile, dass die Saugverwirrung mit eine der häufigsten Ursachen für Stillprobleme ist - nur nennt sie halt keiner so. Insofern finde ich eine Warnung sehr wichtig. Was man daraus macht, bleibt jedem selbst überlassen.

      Liebe Grüße!
      Danielle

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    2. Hallo Rosali,
      wie sollte der Satz zur Relativierung denn aussehen?
      Und warum ist die Nennung von verschiedenen Alternativen zu Schnuller und Flasche militant?
      Leider habe ich bei meiner ausführlichen Recherche keine absoluten Zahlen zur Saugverwirrung gefunden, die meinem Anspruch an einen Artikel in diesem Blog genügen.
      Und dass Saugverwirrung anders wahrgenommen wird, sollte von meiner Seite aus keine Wertung beinhalten. Denn nur die betreffende Mutter weiss, ob ein mögliches vorzeitiges Abstillen - gemessen an der WHO-Empfehlung - in ihrem Sinn ist.
      Gruß Lucccy

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    3. Nun ich war selbst mit massiven Stillproblemen konfrontiert, schätzungsweise etwa 10 verschiedene Probleme. Kein einziger hatte mit Saugverwirrung zu tun. Ich nehme als an, dass es sehr viele verschiedene Problemen gibt, die gehäuft auftreten können, zusammen, in einander übergehen etc. Dass man davon häufig in Foren liest, bildet kein realistisches Bild ab. An Foren wenden sich vermehrt Menschen mit einem Problem, die Hilfe suchen. Diejenigen, bei denen alles glatt läuft, werden dort vielleicht nicht so häufig anzutreffen sein. Das ist also kein Argument. Zumal nicht bekannt ist, wie viele der frisch gebackenen Mütter sich überhaupt in Foren tummeln.
      Warnen mag ja in Ordnung sein. Aber ich finde dennoch, dass hier ein spezielles Problem so dargestellt wird, als sei es ein allgemeines. Und mit der Natur zu argumentieren ist mehr als heikel. Dazu müssen alle Beteiligten wirklich verstanden haben, was die 'Natur' - gemeint ist wohl die Entwicklung nach der Evolutionstheorie - zum heutigen Stand der Wissenschaft wirklich bedeutet. Das Thema würde ich lieber lassen.
      Aber es wäre mal interessant zusammen zu tragen, welche Stillprobleme es gibt, welche Gründe diese haben und was darüber offiziell bekannt ist.

      An die Autorin: Erwischt. Genau diese Formulierung der letzten Sätze ist das Problem. Eine Schwangere liest Schnuller, Saugverwirrung und vorzeitiges Abstillen in einem Satz. Formuliert als logische Folge von Abläufen, die sich bedingen. Keine Angabe, wie häufig das passiert, dass es sein kann, aber nicht muss. Das ganze garniert mit dem Wort 'unterschätzt' und 'Risiko'. Die logische Folge: Die Schwangere bekommt Angst (denn Stillen ist ja Pflicht) und wenn das arme Baby keine Brust bekommt, dann ist alles falsch und die Mutter ist schuld. Böse Mami!
      DAS ist militant. Das ist keine Warnung, der Formulierung nach ist es eine Ereigniskette. Und da keine Relativierung stattfindet oder andere Ereignisketten beschrieben werden, ist es die EINZIGE. Das impliziert, dass zumindest die Mehrheit der Kinder unter diesen Bedingungen eine Saugverwirrung entwickelt und die anderen Kinder die Ausnahme sind. Wenn es aber keine Zahlen gibt, ist das schlicht eine Behauptung und ich stelle eben meine Behauptung dagegen, dass die wenigsten Kinder eine Saugverwirrung entwickeln.

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    4. Liebe Rosali,

      warum kannst Du denn ganz sicher ausschließen, dass keines Deiner zehn Probleme mit einer Saugverwirrung zu tun hatte?

      "Natur" meint für mich, dass der Vorgang des Stillens im Grunde einfach sein MUSS, um das Überleben der Spezies zu sichern. Ich kenne kein einziges Tier, das ein Stillproblem hat (es sei denn, die Mutter verstößt die Kinder grundsätzlich) - daher sind solche beim Menschen ganz sicher durch externe Faktoren beeinflusst. Welche externen Faktoren sollen das denn sein? Ein Baby kann ganz instinktiv richtig aus der Brust trinken - offenbar tun wir etwas, das dieses "natürliche" Trinken in irgendeiner Form beeinträchtigt.

      Nochmal - Lucccy hat doch ganz klar geschrieben, dass es kein zwangsläufig entstehendes Problem ist:

      "Ich möchte nicht behaupten, dass jedes Baby Probleme mit künstlichen Saugern haben wird – das entspricht nicht der Realität."

      Viele Grüße!
      Danielle

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    5. Ohoh.
      Also zuerst mal. Stillen ist einfach. Man kann durchaus sagen, dass die Natur das so ganz fein eingerichtet hat. Allerdings wenn 70 von 100 Babys relativ problemlos stillen und gedeihen und 30 von 100 verhungern, ist das für die Natur völlig ok. Das Überleben der Spezies wäre dennoch gesichert. Und tatsächlich gibt es bei jeder Säugetierart das Problem, dass viele Neugeborene verhungern oder direkt bei der Geburt sterben. In freier Wildbahn genau so wie bei Haustieren. Evolution findet zum großen Teil innerhalb einer Population statt und berücksichtigt das Individuum nur unter bestimmten Umständen. Und Evolution ist in erheblichem Maße ungerichtet, d.h. was sich entwickelt muss gar keinen Sinn ergeben. Entweder es überlebt in einer bestimmten Konstellation, oder eben nicht, oder es stirbt, wenn sich die Bedingungen ändern. Das schert die Natur gar nicht. Die 'Natur' ist echt kein gutes allgemeingültiges Argument.

      Nun, meine 'Stillprobleme' waren einerseits physisch bei Baby und mir, aber dem konnte man schnell Abhilfe schaffen. Der Rest war wohl psychisch und löste sich in Luft auf, als ich alle Hebammen und Stillberaterinnen und sonstige Leute mit guten Ratschlägen vor die Tür gesetzt hab. Da hatte ich auf einmal Zeit genug zu Schlafen und die Ruhe auf mein Kind und mich einzugehen. Plötzlich ging das Stillen von einem Tag auf den anderen problemlos. Mein Stillproblem war wohl eher mein zu kleines Vertrauen in mich und mein Kind und dass ich mich zu sehr beeinflussen lies von außen.

      Mich hätte dieser Artikel beunruhigt und ich hätte mich ernsthaft gefragt, ob ich was falsch mache. Denn bei mir (und ich weiß, dass ich nicht die einzige bin) entstand damals der Eindruck durch Ratgeber, Hebammen und Stillberaterinnen: Dringt das Kind nur einmal aus der Flasche, dann ist bestimmt gleich alles dahin und ich muss abstillen. So sehr wurde vor Saugverwirrung gewarnt. Eine andere Mutter, von der ich weiß, berichtete aufgelöst, dass sie nicht mehr weiter wisse - sie müsse das Kind den ganzen Tag an der Brust haben oder am Finger nuckeln lassen. Das Kind hätte ein solch starkes Saugbedürfnis… Sie traute sich eben darum nicht einen Schnuller zu verwenden.
      Und was ist mit den Kindern, die z.B. nach der Geburt in ärztliche Behandlung müssen? Da ist es ganz selbstverständlich, dass Kinder stillen, wenn es der Zustand erlaubt und sie in der Abwesenheit der Mutter die Flasche bekommen. Jedenfalls hab ich das so auf der Neo-intensiv erlebt. Muss man da denn noch zusätzlich die Mütter verunsichern, indem man sie warnt und behauptet, die häufig Stillprobleme eine Saugverwirrung zur Ursache?

      Ich bin überzeugt davon, dass es Saugverwirrung gibt und dass Betroffene echte Probleme damit haben. Aber mir gefällt die oben genannte Kausalkette nicht. Und auch nicht, dass überhaupt nicht erwähnt wird, wie man vielleicht Saugverwirrung verhindern oder vermindern kann ohne auf künstliche Sauger zu verzichten. Es wird zwar auf die künstlichen Sauger eingegangen, aber nicht auf die Mutter, oder das Kind.
      Sollte Saugverwirrung tatsächlich so ein häufiges Problem sein, gibt es bestimmt Menschen, die sich Strategien ausgedacht haben, die Brust und dennoch Flasche oder Schnuller beinhalten. Und wie könnte eine solche Strategie aussehen?
      Wäre ich eine Schwangere, die tendenziell zu Brust und Flasche neigt oder die nichts gegen Schnuller hat (gerade Zwillingseltern sind oft froh um einen Schnuller), würde ich mich nun fragen, was ich denn tun soll? Wie ich es anstelle, beides möglichst problemlos und optimal zu kombinieren…

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  6. Hallo Rosalie,

    Das Problem ist doch man weiß nicht, ob das Kind eine Saugverwirrung entwickelt und daher ist es doch sinnvoll vor dem (verfrühten) Einsatz von künstlichen Saugern zu warnen. Die Autorin bietet doch auch Alternativen zur Flasche an und sagt man kann einen Schnuller nach 6 Wochen intakter Stillbeziehung geben. Der Artikel ist eine sinnvolle Warnung und keine Angstmache. Frauen die gerne vollstillen wollen (und da gehören Sie nicht dazu) wissen nun worauf sie achten müssen.

    Grüße Maggie1610

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    1. Gut, ich argumentiere jetzt mal sehr subjektiv. Als ich mit Nr.1 schwanger war, habe ich mich versucht zu informieren, wie das die meisten Frauen tun. Es gab sehr vieles, das mich verwirrte und mir Angst machte, weil ich es ja noch nicht einschätzen konnte. Das erzeugt Druck und Stress und ganz schnell kam ich an den Punkt, da ich überzeugt war, man muss das und das genau so machen, damit es nicht falsch läuft. Man muss auf jeden noch so kleinen Schritt achten. Es entstand bei mir der Eindruck: Wenn ich das und das nicht so mache, wie man mir versucht zu vermitteln, dann funktioniert es nicht richtig und ich bin schuld. Und wenn ich nicht auf 1000 Dinge achte, trägt mein Kind meinetwegen einen Schaden davon.
      Ich übertreibe nicht. Man wird so überschüttet mit Regeln und Meinungen, dass man Angst bekommen kann, wie man das schaffen soll, sich an alles zu halten.
      Ich fühlte mich dadurch gestresst, weil ich ja auch nur beste fürs Kind wollte. Bis meine Mutter sagte: Moment mal. Es ist alles relativ. Probier aus, was du willst und wenn's nicht klappt, dann ändere was. Hab keine Angst, sondern hör auf dein Kind, das macht sowieso, was es will. Und wenn du mal nicht weißt, was dein Kind braucht, dann kannst du immer noch Hilfe holen.
      Und genau das missfällt mir bei all den gut gemeinten Warnungen. Ich würde einer Neo-Mutter raten: Hör nicht auf die Warnungen, sondern hör zu erst mal deinem Kind zu, was es will und was es braucht. Lass dich darauf ein, ohne Angst und ohne Vorbehalte. Denn wenn einer weiß, was funktioniert für euch, dann ist das das Kind.
      Neo-Mütter vor einem Schnuller zu warnen kann ziemlich fatal sein, wenn ein Schnuller tatsächlich das Leben für Mutter und Kind leichter machen kann.

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  7. Hallo Rosalie,

    ich kann nur aus meiner Erfahrung berichten, dass mein Kind durch das Zufüttern mit der Flasche definitiv eine Saugverwirrung hatte. Es ist schön, dass Dein Baby in der Hinsicht keine Probleme hatte, denn auf diesem Wege hat es noch viel wertvolle Muttermilch erhalten können. Vielleicht kommen in der Realität durchaus einige Babies mit diesem Wechsel zurecht; ich habe in der Zeit viele andere Muttis kennengelernt, die ihren Kleinen schon früh z.B. einen Fencheltee in der Flasche gegeben haben und da war das alles kein Problem. Und auf diese Muttis war ich durchaus neidisch. Aber Danielle streitet ja auch gar nicht ab, dass manche Babies keine Probleme haben. Nur die Gefahr ist eben da und man sollte sich dessen bewusst sein. Wenn man stillen will, dann sollte man einfach vorab über die Risiken von künstlichen Saugern informiert sein.

    Du schreibst weiter oben, dass Du nie voll stillen wolltest. Bei mir war durch die Saugverwirrung selbst das Teilstillen in Gefahr - mein Baby wurde an der Brust total zappelig und unruhig und hat ständig an- und abgedockt und letztlich bitterlich geweint. Bei so einer Tortur (und das war es wirklich, für uns beide) reagieren viele Mütter verständlicherweise so, dass sie doch wieder die Flasche geben - bis sie irgendwann das Stillen komplett aufgeben. Ungewollt.

    Liebe Danielle,
    ich finde es gut, dass Du mit dem Beitrag auf die Gefahren aufmerksam machst und auch, dass Du das Forum Stillen-und-tragen.de empfiehlst. Vielleicht wäre es möglich, dass Du die Anzeichen einer Saugverwirrung noch etwas ergänzt? Wunde Brustwarzen und unzureichende Gewichtszunahme gehören dazu, jedoch meiner Meinung nach ist das größte Anzeichen, dass das Baby spürbar unruhiger an der Brust ist, ständig an- und abdockt und deutlich weniger kräftige Schluckbewegungen macht. Das letzte deckt sich ja dann mit der geringen Zunahme. Damit entsteht ein Teufelskreis - Stillen ist anstrengend und ineffektiv für Baby und Mutter, am Ende gibt es immer häufiger noch das Fläschchen damit das Baby satt ist und mit dem Fläschchen verstärkt sich die Unruhe an der Brust (was man fälschlicherweise gern als Faulheit des Babies auslegt).

    Liebe Grüße,
    Animay

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    1. Hallo Animay,
      ich werden den Artikel nochmal überarbeiten, vielen Dank für Deine Hinweise.
      Gruß Lucccy

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  8. Es gibt auch das Umgekehrte: Säuglinge, die Flasche und Schnuller verweigern und nur an die Brust wollen.
    Es gibt Säuglinge, die nur 1mal pro Tag gut an der Brust trinken können, danach z.B. wegen zuviel verschluckter Luft nicht mehr an der Brust trinken können und auf die Flasche mit abgepumpter Milch "umsteigen", am kommenden Tag wieder zuerst an der Brust trinken...
    Es gibt . . .

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  9. "als Alternative zum Schnuller kann in Clusterfeeding-Phasen das Schnullern am (kleinen) Finger eines Elternteils sein"
    Wieso führt dieses Saugen am Finger nicht zu einer Saugverwirrung sondern nur künstliche Sauger? Der Finger ist auch keine Brust!

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  10. Gibt es denn mittlerweile neue Studien und Erkenntnisse über eine Saugverwirrung?
    Die aufgeführten Untersuchungen sind alle aus den 90ern; seitdem hat sich doch bestimmt einiges bei der Form/Beschaffenheit/... der Sauger und Schnuller einiges getan?!

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  11. Hallo ihr Lieben,
    Ich danke euch erstmal für die tolle Seite bis jetzt hat sie mir viele Ängste genommen. Mein sohn war die erste Woche auf der Intensiv station und hat die ersten Tage leider die flasche bekommen, weil ich wegen einer Magen Darm Infektion nicht stillen konnte. Gott sei dank hat es trotzdem mit dem Stillen geklappt (am anfang zwar nur mit stillhütchen aber nach 3 tagen klappte es auch ohne soweit). Ich stille voll aber da mein kleiner Mann ziemliche Schwierigkeiten beim einschlafen hat was sixh mit ganz viel weinen äußert habe ich angefangen ihm den Schnuller zugeben.(Er schläft beim stillen ein aber beim bäuerchen machen wacht er wieder auf) So nimmt er echt super zu fast 400-450 g in der Woche nur ist mir aufgefallen das er beim anlegen den Mund nicht weit genug öffnet was manchmal schmerzt aber nicht immer. Jetzt ist meine frage kommt das vom schnuller? Und was kann ich tun?
    Ich biete ihm zwar immer als erstes die brust an aber kann ja nicht immer anlegen wenn er weint.
    Ich trage ihn viel im tuch hab sonst auch viel probiert um ihn ruhig zu bekommen muss.
    Mein kleiner Schatz ist jetzt 7 Wochen alt.

    Danke schonmal im vorraus

    Gruß zuzu

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    1. Liebe Zuzu, also zunächst einmal: Doch, du kannst ihn bei jedem Mucks anlegen, wenn du das willst. Es wird ihn nicht überfüttern und ihn nicht verwöhnen! (Sollte das deine Sorge sein). Wenn es dir Schmerzen bereitet, ihn andauernd anzulegen, dann natürlich nicht. Bitte lass eine ausgebildete Stillberaterin draufgucken, ob dein Sohn den Mund weit genug aufmacht. Wenn du googlest, findest du sie (z.B La Leche Liga) in deiner Nähe.
      LG, Snowqueen

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  12. Hallo zusammen,

    Mein Sohn kam 6 Wochen zu früh auf die Welt. Die Geburt verlief Problemlos und natürlich. Der kleine war nach der Geburt sogar so fit, dass er mir direkt auf die Brust gelegt wurde und wir dann (nach allen Untersuchungen) noch 20min kuscheln durften, bevor er auf die NEO kam. Dort lag er für eine volle Woche und ich habe recht schnell versucht, ihn zu stillen. Da es aber oberstes Gebot der NEO ist, dass die Kinder eine ganz bestimmte Menge pro Tag trinken sollen, bekam er direkt und auch die nächsten Tage die Flasche und auch einen Schnuller, ohne, dass ich überhaupt gefragt wurde. Meine Milchproduktion musste zunächst durch das Abpumpen stimuliert werden. Als ich dann Milcheinschuss hatte, habe ich ihn sofort voll gestillt und ihn nach jeder Mahlzeit wiegen lassen. Da er allerdings beim ersten Anlegen Probleme hatte, die Brust korrekt in den Mund zu nehmen (mir wurde direkt nach einer Minute versuchen gesagt, er sei halt noch zu klein und die Brust zu groß dafür und das Frühchen generell Probleme hätten, richtig an der Brust zu trinken), hat man mir sofort ein Stillhütchen von Medela gegeben und es hat sofort geklappt. Ich war zu diesem Zeitpunkt einfach nur froh, dass er bei mir von der Brust trinken konnte und ihm so die Muttermilch und die Nähe helfen könnten, schneller fit zu werden. Ich wusste zu diesem Zeitpunkt auch nichts von Saugverwirrung.

    Nun ist er 7 Wochen alt und wir haben schon öfter versucht, ohne Stillhütchen zu trinken. An sich kann er es, denn es hat schon zweimal zufällig geklappt. Er weiß, wie er den Mund zu öffnen hat und das Stillhütchen verschlingt er förmlich. Er ist also an sich in der Lage, genügend Brust in den Mund zu nehmen. Jetzt aber das Problem:

    1. Hat der Osteopath festgestellt, dass er eine Verspannung im Kiefer und der Zunge hat. Demnach kann er seinen Mund trotz allem nicht weit genug öffnen.

    2. Scheint er die, wie oben beschrieben, typische Saugverwirrung zu haben. Er will die Brust lieber "reinzutschen" und wenn ich sie ihm mehr oder weniger in den Mund stecke, schiebt er sich weg oder drückt sie so weit raus, bis er nur noch den Nippel im Mund hat.

    Eine Stillberaterin habe ich nicht in meiner Nähe gefunden und ich habe auch schon ganz bewusst die Anlegetechniken versucht aufzuholen, die direkt nach der Geburt empfohlen werden. Aber es funktioniert einfach nicht.

    Alles, was ich immer zur Saugverwirrung lese ist, wie schlimm das sein kann und warum ich es deshalb erst gar nicht darauf anlegen sollte, aber ich persönlich hatte nie die Chance, es zu vermeiden. Hätte ich all diese "tollen" Tipps, die sich ja eher auf das Vermeiden beziehen, nicht gelesen, hätte ich mich wahrscheinlich einfach nur darüber gefreut, dass ich wenigstens mit Stillhütchen stillen kann und mir keinen Kopf gemacht. So wäre es vlt. genau so entspannt, wie bei einer Freundin verlaufen. Ihr Sohn hatte dann nach drei Monaten einfach keine Lust mehr auf die Hütchen und konnte von jetzt auf gleich ohne trinken.

    So habe ich mich unter Druck gesetzt, meinem Sohn schnellstmöglich das Hütchen abzugewöhnen. Jetzt herrscht hier jedes Mal Frust und ich fühle mich als schlechte Mutter, weil ich ihn nur mit Stillhütchen stillen kann.

    Es wäre einfach mal schön, einen Artikel zu lesen, der zwar das Thema von Beginn an aufgreift, um eine Saugverwirrung zu vermeiden, wenn es machbar ist, aber auch den Müttern, bei denen es leider "zu spät" ist irgendwo auch eine Stütze sein kann, damit umzugehen.

    Mein Sohn trinkt die Brust übrigens super mit Stillhütchen leer und nimmt sehr gut zu, trotzdem habe ich, aufgrund solcher Artikel, immer wieder Angst, dass ich ihn nicht mehr lang stillen kann, da ich ja nur mit Stillhütchen stille.

    Ich möchte doch einfach nur das Stillen genießen.

    Ach und mein kleiner sucht sich Dinge zum Nuckeln, wenn er sich beruhigen will. Ob das seine Hand bzw. Fingerchen oder das Stilltuch oder beim Tragen mein Oberarm ist...er kennt seinen Nuckel aus der NEO und es scheint ihm zu helfen, in den Schlaf zu finden, ich will ihm das nicht verbieten.

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