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Erstausstattung für Babys - was braucht man wirklich?


Unser Kinderwunsch ist abgeschlossen und ich beginne allmählich, unsere Babysachen zu verkaufen. Nach zwei Kindern ist mein Resümee in Bezug auf die Babyausstattung recht eindeutig: Wir hatten viel zu viel unnützes Zeug. Das Geld wäre anders wesentlich sinnvoller investiert gewesen. Viele Dinge wurden überhaupt nicht gebraucht, einige musste ich dann in Hau-Ruck-Aktionen beschaffen, weil ich gar nicht daran gedacht hatte, sie im Hause zu haben.

Ich möchte in diesem Artikel meine Erfahrungen zusammenfassen und eine Liste mit Dingen erstellen, die unentbehrlich sind - aber auch mit solchen, die wirklich nett zu haben sind. Das ist nicht ganz so einfach, weil die Bedürfnisse in jeder Familie doch sehr unterschiedlich sind. Daher will ich zu den einzelnen Dingen gerne etwas ausführlicher schreiben, damit jeder selbst entscheiden kann, ob er das Produkt anschaffen möchte oder nicht. 

Erstausstattung - weniger ist mehr 


KinderzimmerIch kann mich noch gut erinnern, wie aufregend es vor der Geburt unseres ersten Babys war. Die letzten Wochen der Schwangerschaft zogen sich zäh dahin und die Vorfreude wuchs und wuchs. Der Nestbautrieb sorgte dafür, dass man ständig das Bedürfnis hatte, alles optimal vorzubereiten. Der Mutterschutz wurde genutzt, um noch dieses und jenes zu kaufen und als das Baby kam, war das Kinderzimmer liebevoll eingerichtet, die Sachen im Schrank sortiert, die Windeln im Regal geordnet und der Heizstrahler montiert. Es macht großen Spaß, die Erstausstattung zusammenzusuchen, leider gerät man nur allzu schnell in einen Beschaffungsrausch.

Als das Baby dann da war, wurde es plötzlich hektisch. Der Papa musste los und Strampler in Gr. 50 besorgen - in Gr. 56 ertrank das Kind. Eine Milchpumpe musste her und für mein Schreikind brauchte ich Pucksack und Gymnastikball. Im liebevoll eingerichteten Zimmer hielten wir uns - außer beim Wickeln - das erste Jahr eigentlich überhaupt nicht auf. 

Mein wichtigster Tipp daher vorab: Warte gelassen ab - man kann jede Menge Geld sparen, wenn man nach Bedarf kauft. 

Es gibt nur sehr, sehr wenige Dinge, die ein Kind wirklich benötigt, alles andere kann man immer noch kaufen, wenn es gebraucht wird. Heute kann man sich wirklich alles von heute auf morgen liefern lassen, wenn man etwas plötzlich dann doch und unvorhergesehen benötigt. Mit Baby zu Hause würde ich definitiv Amazon-Prime-Kunde werden, da alles kurzfristig geliefert wird. Außerdem kann man den Papa ja auch immer noch mal los schicken, um etwas zu besorgen.
Wenn Euch jemand vor der Geburt fragt, was ihr gerne geschenkt bekommen möchtet, dann sollte die Antwort immer lauten: einen Gutschein! Sei es für Amazon, Rossmann oder Babymarkt.de - ihr werdet den garantiert gebrauchen können. Man kann das auch ruhig etwas offensiver kommunizieren - sonst bekommt ihr am Ende fünf Schmusetücher oder drei Schnullerketten und vier Spieluhren. 

Ein Baby braucht kein komplett eingerichtetes Kinderzimmer - wahrscheinlich wird es außer zum Wickeln und ggf. zum Schlafen dort in den ersten Jahren ohnehin sehr wenig Zeit verbringen. Daher ist es im Grunde nicht wichtig, das Zimmer komplett einzurichten. Viel schöner ist es ohnehin, wenn das Kind schon alt genug ist, seine eigenen Wünsche und Vorstellungen zu äußern.

Was aber braucht man auf jeden Fall? 

Erstausstattung Kleidung 


Jedes Baby braucht Kleidung - daher kann man durchaus beherzt zugreifen. Man wird auch einiges geschenkt bekommen - die Leute lieben es einfach, Babybekleidung zu kaufen, weil sie soooo süß ist! Bei Gelegenheit solltet ihr unterbringen, dass Kleidung ab Größe 86 vieeeeeel sinnvoller ist, als der zwölfte Minibabystrampler - schließlich kann das Kind die Kleidung viel länger als nur einen Monat tragen. Lange Shirts und bequeme Hosen kann man zu jeder Jahreszeit gut gebrauchen.
Es lohnt sich, während der Schwangerschaft die Augen offen zu halten. Jetzt hat man schließlich noch Zeit und Muße, ausgiebig shoppen zu gehen. Da lässt sich der eine oder andere Euro sparen. Aber muss es immer neue Kleidung sein? 

Neu oder gebraucht? 


Es gibt mehrere Gründe, warum gebrauchte Kleidung wesentlich sinnvoller ist, als neue. Zunächst einmal kann man sie sehr, sehr günstig kaufen. Da Babys in den ersten Monaten rasant wachsen, schaffen sie es nicht mal ansatzweise, etwas wirklich abzutragen. Da die meisten gerne neue Sachen für ihr Baby kaufen, gibt es einen gigantischen Gebrauchtsachenmarkt mit sehr niedrigen Preisen in meist ausgezeichneter Qualität.

Es lohnt sich wirklich, auf Babyflohmärkte zu gehen - Ihr werdet staunen, was für schöne Sachen es dort für wirklich kleines Geld gibt. Eine Kleidungs-Erstausstattung für die ersten Monate kann man dort für unter 50 EUR erwerben. Im Internet kann man sich bei Second-Hand-Plattformen umsehen. Dort kann man recht günstige Pakete kaufen, auch wenn immer ein gewisses Restrisiko besteht, da man die Sachen vorher nicht sieht.

Der größte Vorteil an gebrauchten Sachen ist, dass etwaige Schadstoffe (und davon sind ja leider fast alle Hersteller betroffen) schon durch mehrere Wäschen ausgewaschen sind. So hat man relativ unbelastete Kleidung - gerade für die ganz Kleinen ist das ja nicht ganz unerheblich. Hinzu kommt auch der soziale Aspekt - auch Kinderkleidung wird vielfach in Fernost unter unwürdigen Bedingungen produziert. Gebrauchte Kleidung zu erwerben ist nachhaltiger und man bekommt fair produzierte Sachen für wenig Geld. 

Welche Kleidungsstücke braucht man und wie viele davon? 


Um diese Frage zu beantworten, kommt es auf ein paar verschiedene Umstände an, daher möchte ich etwas ausführlicher auf das Thema eingehen. 
 
Babys können ihre Körperwärme zunächst nur schlecht halten, daher ist es wichtig, dass sie warm angezogen sind. Natürlich nicht zu warm, sonst droht eine Überhitzung. Als Unterwäsche werden Bodys genutzt, diese gibt es in den Varianten mit langen Ärmeln, mit kurzen Ärmeln und ohne Ärmel. Ich finde für Neugeborene Langarmbodys am besten - im Winter sind sie schön warm, im Sommer schützen sie ideal vor Sonne, wenn sie als einzige Oberbekleidung getragen werden.

Für Neugeborene sind meiner Meinung nach Wickelbodys ideal. Diese müssen nicht über den Kopf gezogen werden - was viele Kinder auch überhaupt nicht mögen. Es gibt sehr schöne von H&M - aber auch diese sind empfehlenswert und sehen einfach süß aus. Allerdings ist es schon ein ziemliches Gefummel, bis man alle Knöpfe zu hat, so dass man vermutlich recht bald auf normale Bodys umsteigen wird.
Die Oberbekleidung ist vom Geschmack abhängig - manche bevorzugen Strampler, andere Hose und Shirt. Bei Hosen ist ein elastischer Bund sehr wichtig, damit nichts drückt. Sehr praktisch ist es, wenn die Hosen Füße haben - diese waren sehr süß und sehr bequem. Gerade am Anfang, wo man als Erstmutter noch etwas Berührungsängste hat, eignen sich auch Shirts zum Wickeln sehr gut.
 
Hier eine kurze Übersicht wann die Kleidergrößen durchschnittlich passen - da wird recht schnell klar, dass es sich nicht lohnt, zu viele Teile vorrätig zu haben:
 
Gr. 50 0-1 Monate
Gr. 56 1-2 Monate
Gr. 62 2-4 Monate
Gr. 68 4-6 Monate
Gr. 74 6-9 Monate
Gr. 80 9-12 Monate.


 
Im ersten Lebensjahr wächst das Baby also durch sechs oder mehr (!) Kleidergrößen. Und es ist in der Regel nicht so, dass sie eine Größe dabei auslassen. Zwischen den Größen liegen immer 6 cm - da ist eine Hose oder ein Ärmel schnell zu kurz. 
 
Leider kann man auch nicht vorhersagen, ob das Kind ein Spuckbaby wird - denn dann ist der Kleidungsbedarf stark erhöht (oder aber die Waschfrequenz). Wenn Dein Baby die Milch jedoch meist im Magen lässt, dann braucht man im Grunde nicht viel Kleidung, da sich das Kind kaum schmutzig machen kann, da es ja doch ausschließlich im sauberen Bett, im Tragetuch oder auf Mamas oder Papas Arm liegt. Daher kann es im Grunde sogar zwei bis drei Tage lang die selbe Kleidung tragen.

Was also braucht man ungefähr an Kleidung im Schrank, wenn man sich eher minimalistisch ausstatten will und etwa einmal die Woche die Babykleidung wäscht?
  • 4 - 6 Wickelbodys in den Größen 56 und 62
  • 4 - 7 Strampler oder 5 Hosen/Strumpfhosen und etwa 4 - 7 Oberteile
  • 3 Schlafanzüge (am besten einteilig mit Knöpfen im Schritt)
  • 3 - 5 Paar Erstlingssocken
  • je nach Jahreszeit:
  • eine Jacken/ein Overall (je nach Jahreszeit)
  • eine warme Mütze für Draußen
  • ggf. eine dünne Mütze für Drinnen
  • ggf. Handschuhe.
Kleiner Tipp für Socken, die nicht an den Füßen bleiben sollen: Sock-Ons Sockenhalter. Je nach Temperaturfühligkeit des Babys entfallen Socken, wenn man Strampler bevorzugt - die meisten mögen aber durchaus auch darunter ein Paar.

Zwei Jacken sind in der Regel völlig ausreichend. Sie werden selten schmutzig, so dass eine Wechseljacke reicht. Sie passen ohnehin nur wenige Monate, so dass man selten in Jahreszeitenübergänge kommt. Da würde ich auch nicht auf Vorrat kaufen, da Babys sehr unterschiedlich wachsen. Manche tragen mit einem Jahr noch Größe 74, andere sind da schon bei Größe 92. Jacken sollte man wirklich immer erst dann kaufen, wenn ein Wechsel der Größe ansteht (oder das Wetter extrem umschlägt). 

Transport des Kindes 


Kinder kann man tragen oder im Kinderwagen durch die Gegend schieben. Grundsätzlich ist ein Leben ohne Kinderwagen möglich, aber die meisten Eltern entscheiden sich für ein solches Gefährt. Beim Kauf spielen persönlicher Geschmack, der Geldbeutel und die Ansprüche eine Rolle - wichtig ist, dass die Liegefläche nicht zu klein ist. Bewährt haben sich Kombikinderwagen - ich persönlich habe einen Hartan Racer S gehabt und kann den nur wärmstens empfehlen - eine wirklich tolle Qualität Made in Germany. 

Der Kinderwagen ist allerdings der kostenintensivste Faktor bei der Erstausstattung - wenn man muss oder möchte, lässt sich durch einen gebrauchten Wagen einiges sparen. Auch Kinderwagen sind mit Schadstoffen belastet, so dass ein gebrauchter für das Kind gesünder ist.

Für den Kinderwagen benötigt man - vor allem im Winter - meist noch zusätzlich einen Kinderwagensack oder ein spezielles Kinderwagenkissen. Es kann sinnvoll sein, in die Liegewanne ein entsprechend zugeschnittenes Stück Isomatte zu legen - so kühlt das Kind nicht so schnell aus.

Für absolut unverzichtbar halte ich eine geeignete Tragehilfe bzw. ein Tragetuch. Babys haben in den ersten Wochen und Monaten das Bedürfnis, ständig nah bei Mama und Papa zu sein, so dass man sich das Leben sehr viel leichter macht, wenn man dieses Bedürfnis so oft wie möglich erfüllt. Sinnvoll ist es in jedem Falle, vor der Geburt eine Trageberatung zu machen, um verschiedene Tragen und Bindeweisen für Tragetücher kennenzulernen, so dass man sich auf diesem Gebiet nach der Geburt halbwegs sicher fühlt.


Kind in Kumja
Für das Tragen braucht man eine geeignete Jacke - ideal ist, wenn man die Umstandsjacke weiter tragen kann. Wenn man in der Schwangerschaft seine Umstandsjacke kauft, sind üblicherweise die Modelle aus der vorherigen Jahreszeit im Sale - man kann im Winter also günstig Sommerjacken kaufen und umgekehrt. Alternativ kann man eine spezielle Tragejacke, eine Jackenerweiterung (Kumja) oder ein Tragecover nutzen. Babys Beinchen bleiben mit speziellen Tragestiefeln (z. B. von Saling) schön warm.

Wenn man ein Auto hat, ist eine Babyschale notwendig. Ich habe mich übrigens ewig geärgert, dass ich keine mit Isofix-Station genommen habe - das ist so viel praktischer und sicher! Diese Gurtfummelei macht einen wirklich wahnsinnig. Wir hatten sowohl einen Maxi Cosi Cabriofix also auch einen Römer Babysafe - beide Marken schneiden bei Tests regelmäßig sehr gut ab. Für die Schale empfiehlt sich eine Einschlagdecke - die kann man recht teuer kaufen (z. B. von Hoppediz oder Kaiser) oder einfach selber basteln - eine günstige Fleecedecke und ein paar Schlitze an den richtigen Stellen tut es auch. 

Erstausstattung fürs Stillen 


Wer sein Baby stillen will, braucht dazu nicht wirklich viel. In den ersten Wochen sind auf jeden Fall Stilleinlagen empfehlenswert. Anfangs produziert die Brust nach dem Überflussprinzip, so dass es bei den meisten Frauen kräftig fließt und tröpfelt. Man kann zu Einmal-Einlagen greifen (empfehlenswert sind die von Lanisoh oder NUK) oder waschbare kaufen - diese haben üblicherweise eine Seite aus Wolle und eine Seite aus Seide (hier kann ich die von ImseVimse empfehlen). 

elektrische MilchpumpeWenn man weiß, dass man gelegentlich Milch abpumpen will, der kann schon eine Milchpumpe kaufen. Hier gilt: elektrische sind grundsätzlich effektiver, aber auch deutlich teurer. Ganz ohne Bedenken kann man zu den Modellen von Medela (elektrisch oder manuell) oder Avent (elektrisch oder manuell) greifen.

Die abgepumpte Milch kann entweder mit Fläschchen gefüttert werden (ich habe mir dafür das Starterset von Avent gekauft) oder wegen der Gefahr einer Saugverwirrung mit einem speziellen Fütterbecher.
 Stillkissen
Für die allermeisten Mütter ist ein Stillkissen unverzichtbar. Schon in der Schwangerschaft kann es als Seitenschläferkissen genutzt werden. Am wichtigsten ist die Füllung - preiswerte Kissen sind leider häufig mit minderwertigen Materialien gefüllt, auf denen das Baby hin und her rutscht und die recht bald zum Ausleiern führen. Ich empfehle daher, an dieser Stelle nicht unbedingt zu sparen, sondern ein hochwertiges Modell zu kaufen. Am häufigsten empfohlen werden Stillkissen von Theraline, Boppy und Flexofill.

Beim Stillen auch wichtig: Ein guter Still-BH. Die einfachen und günstigen von Rossmann und DM sind dabei vollkommen ausreichend. Wer es etwas schicker mag, der wird sicher bei Anita fündig. Benötigt werden etwa 3 bis 5 BHs. Leider weiß man nicht genau, wie groß die Brüste sein werden - außerdem müssen ggf. noch Einlagen rein. Es kann gut sein, dass die Brüste so groß sein werden, wie zum Ende der Schwangerschaft, es kann sein, dass die Brüste noch zwei Nummern größer sein werden. Wenn der Milcheinschuss kommt, erreichen sie definitiv die Maximalgröße - das gibt sich nach kurzer Zeit auch wieder. Daher empfehle ich, kurz vor Ende der Schwangerschaft erst mal zwei günstige BHs zu kaufen - einen in der aktuellen Größe und einen eine Größe größer. 

Für wunde Brustwarzen sind die Multi-Mam-Kompressen und eine Lanolin-Brustwarzensalbe unentbehrlich - aber auch hier gilt: Muss einem ja nicht unbedingt passieren und kann immer noch kurzfristig beschafft werden (erhältlich in jeder Apotheke/Drogerie). 

Erstausstattung für die Flaschenfütterung  


FlaschenbürsteWenn man nicht stillen kann oder will, braucht man Flaschen. Die Auswahl ist riesig - letztendlich gibt es keine gravierenden Unterschiede bei den namhaften Herstellern. Es gibt verschiedene Saugerformen - die meisten Babys kommen mit allen Formen gut zurecht. Da es jedoch sein kann, dass das Baby mit der gewählten Form nicht zurecht kommen, sollte man anfangs eher nur wenige Flaschen und Sauger haben - mit etwa drei bis vier Stück kommt man recht gut hin. Wichtig ist eine Flaschenbürste (idealerweise gleich im Set mit einer Saugerbürste), nice to have ein Flaschenständer auf dem die gewaschenen Flaschen gut trocknen können.

Bezüglich des Materials unterscheidet man Latex und Silikon. Silikon ist durchsichtig und glatter. Es ist jedoch auch empfindlicher und kann von kleinen Zähnchen (zumindest theoretisch) durchgebissen werden. Das ist bei Latex nicht möglich. Dieses wird jedoch mit der Zeit unansehnlicher und beginnt leicht klebrig zu werden - daher bevorzuge ich persönlich Silikon.

Bei der Form unterscheidet man symmetrische und asymmetrische Sauger. Auch hier sind Babys sehr selten wählerisch. Wichtig ist die Saugergröße - es gibt Tee-Sauger (sehr kleines Loch, damit der Tee oder das Wasser nicht so schnell fließen), Milch-Sauger und Breisauger. Letztere sind vollkommen unnötig - Brei gehört immer auf den Löffel, niemals in eine Flasche. Die Flaschen und Sauger sollten BPA-frei sein.

Ein absolutes Must-have für die Flaschenfütterung ist der Cool Twister von NIP. Dieser kühlt kochendes Wasser in wenigen Sekunden auf Trinktemperatur ab. Es gibt nichts nervigeres, als mit einem vor Hunger kreischenden Baby auf dem Arm hektisch eine Flasche unter kaltes Wasser zu halten.

Einen Flaschenwärmer braucht man nicht - man sollte ihn nicht mal verwenden. Milchpulver ist zwar keimarm, aber nicht steril - es enthält fast immer einige Keime in geringen Mengen. Wird die Milch zu lange warm gehalten, kann es dann zu einer Vermehrung von Keimen.

Das Sterilisieren von Silikonsaugern und -nuckeln ist nicht erforderlich. Eine gründliche Reinigung genügt vollkommen. Verwendet man ausschließlich Silikon, ist ein Sterilisiergerät nicht notwendig. Etwas anderes gilt für Produkte aus Latex - da diese im Laufe der Zeit eine poröse Oberfläche bekommen, sollten sie gelegentlich sterilisiert und grundsätzlich schneller ausgetauscht werden. Wenn man sich ein Sterilisiergerät zulegen möchte, dann ist für den schmalen Geldbeutel ein Mikrowellen-Dampf-Sterilisator (ca. 9 EUR z. B. von reer) geeignet. Wer lieber Luxus haben möchte, greift zu dem Gerät von Avent (ca. 70 EUR). Ein wirtschaftlich sinnvoller Mittelweg ist der Sterilisator von H+H (ca. 25 EUR).
Für die Flaschenfütterung braucht man ausreichend Milchpulver - bei der Entscheidung, welche Milchnahrung man füttern will, hilft dieser Artikel zur besten Anfangsnahrung weiter. 

Erstausstattung Babypflege


Schnuller/Nuckel 


Schnuller sind ein zweischneidiges Schwert. Einerseits sind sie ein großartiger Brustersatz für Babys, die ein hohes Saugbedürfnis haben. Manche Babys wollen ununterbrochen saugen und das halten die wenigsten Brustwarzen aus. Da überstrapazierte Brustwarzen das Stillen gefährden können, sollte darauf geachtet werden, dass ihnen nicht zu viel zugemutet wird. 

Schnuller können bei Stillkindern jedoch zu einer Saugverwirrung führen, die das Stillen schwierig macht. Daher sollte man abwägen, ob man wirklich einen Schnuller gibt. Idealerweise wartet man etwa 6 Wochen, bis sich das Stillen richtig eingespielt hat. Oft ist das Kind jedoch so unruhig, dass man deutlich schneller zum Schnuller greift. Es gibt aber auch Babys, die Schnuller hassen - mein Sohn hat erst mit 1,5 Jahren einen akzeptiert (und gibt ihn nun nicht mehr her).
Auch bei Schnullern sind Modelle in Silikon oder Latex und mit symmetrischen oder asymmetrischen Saugern erhältlich. Stillbabys haben gelegentlich die Eigenart, dass sie ausschließlich Schnuller in Kirschform (wie z. B. von Nip) akzeptieren.  Ich persönlich finde die nachtleuchtenden Schnuller von MAM ganz toll - die muss man im Bett nicht suchen und wenn man viel Glück hat, sucht sich das Baby ihn sogar irgendwann selber. Selbstleuchtende Schnuller hat aber mittlerweile fast jeder Hersteller im Angebot. 

Allroundtalent Mullwindeln 


Mullwindeln kann man definitiv gebrauchen - nichts in vielseitiger einsetzbar. Ob als Pucktuch, als leichte Decke, als Spucktuch, als Schnuffeltuch, als Spielzeugtransportmittel - es gibt unzählige Nutzungsvarianten. Zum Glück muss man heutzutage nicht mehr einheitlich schon grau gewaschene Tücher verwenden - es gibt tolle farbenfrohe und schön gemusterte Varianten.
Ein Grundstock an etwa zehn Windeln sollte ausreichen. 

Pflegeprodukte 


Für die Babypflege kann man halbe Drogeriemärkte leer kaufen - muss man aber nicht. Was man wirklich braucht, habe ich hier zusammen gefasst:
  • zwei weiche (!) Handtücher - wenn man mag, gerne ein Badehandtuch mit Kapuze
  • ein Schwamm für die Reinigung (spezielle Kinderschwämme sind sehr angenehm)
  • Feuchttücher (alternativ Waschlappen)
  • Wundcreme für roten Po
  • Nagelschere speziell für Babys
  • weiche Haarbürste (ggf. durch mangelnde Haarpracht entbehrlich.
Was wirklich, wirklich empfehlenswert ist (man aber nicht unbedingt braucht), ist ein Nasensauger wie AngelVac oder NoseFrida habe ich zu spät entdeckt - sie wären schon in den ersten Monaten unverzichtbar gewesen. Man glaubt nicht, wie viel Schnodder in einem so kleinen Wesen stecken kann! Nasensauger werden an einen Staubsauger angeschlossen oder mit dem Mund betrieben und befreien die Schnupfnase vom lästigen Schleim. Von mir eine unbedingte Kaufempfehlung!

Irgendwann ist es so weit - Babys erstes Fieber ist da. Zwar liest man immer wieder, dass nur das gute alte analoge Fieberthermometer exakt misst, aber das ist längst überholt. Mittlerweile messen Ohrthermometer so genau, dass sie da (bei richtiger Anwendung) ohne weiteres mithalten können. Für Kinder ist es natürlich auch deutlich angenehmer, als die rektale Messung. Anfangs empfiehlt sich eine Parallelmessung, um zu schauen, ob das Thermometer exakt misst (ist etwas von der Ohrenanatomie abhängig). Sehr gut getestet wurde übrigens das Braun Thermoscan, das auch bei uns Einzug hielt und seitdem unverzichtbar ist, weil man Kinder zum Fiebermessen nicht mehr wecken oder ausziehen muss.

Apropos krank - wenn man auf alle Eventualitäten vorbereitet sein will, sollte man seine Hausapotheke aufrüsten - welche Ausstattung für Kinder sinnvoll ist, darüber habe ich bereits  ausführlich geschrieben.


Was man nicht unbedingt braucht


Verzichten kann man auf das bunte Allerlei an Pflegeprodukten, das man so kaufen kann. Stillende Mütter haben das beste Pflegeprodukt immer bei sich - Muttermilch ist der perfekte Badezusatz und die ideale Hautpflege. Die meisten Babys benötigen keine Pflegeprodukte, so dass es vollkommen ausreichend ist, eine Wundcreme, ggf. eine Sonnencreme und eine Wind-und-Wetter-Creme (im Winter) vorrätig zu haben.

Überflüssig sind außerdem spezielle Babywannen oder Badethermometer - die Temperatur kann man gut mit dem Handgelenk abschätzen - wenn man nichts spürt, hat das Wasser quasi Hauttemperatur und ist damit ideal. Auch Sitzhilfen für die Badewanne sind nicht erforderlich, am schönsten für die Kinder ist es ohnehin, wenn Mama oder Papa mit baden. Ganz am Anfang reicht auch das Waschbecken. 

Erstausstattung Wickeln 


Eine Wickelkommode ist bequem, aber es geht im Notfall auch ohne. Genau genommen ist es sogar sicherer, auf dem Boden zu wickeln - jedes Jahr verletzen sich zahlreiche Babys bei Stürzen von Wickeltischen. Entscheidet man sich für einen Wickeltisch, benötigt man eine Wickelunterlage. Auf die Plastik-Auflage gehören entweder Handtücher, Einmalunterlagen (kann man auch in vier Teile schneiden - so reichen sie länger) oder Molton-/Flanelltücher.

Wer sich für Stoffwindeln interessiert, dem seien die entsprechenden Artikel bei uns im Blog empfohlen. Wer lieber mit Wegwerfwindeln wickeln möchte, sollte vor allem am Anfang zu Pampers New Born Windeln greifen - vor allem, wenn man stillt. Keine Windel hält Muttermilchstuhl besser. Später kann man den Wechsel zu günstigeren Varianten erwägen - ich habe ganz ausgezeichnete Erfahrungen mit den Aldi Nord-Windeln gesammelt (und bin relativ sicher, dass die auch von Pampers produziert werden).

Kauft nicht zu viele Windeln in der Gr. 1 - die meisten Babys wachsen blitzschnell aus dieser Größe raus - mein 4-kg-Sohn passte von Anfang an in die 2-er-Windeln. Und auch diese passen deutlich weniger lange, als man es vermutet. Wenn ihr Euch bevorraten wollt (weil es bspw. günstige Angebote gibt), dann lieber mit Windeln in der Größe 3 - davon braucht ihr ein paar Monate welche. 
In Bezug auf Windeleimer scheiden sich die Geister. Beim ersten Kind hatte ich noch einen Angelcare-Windeleimer und fand den auch ganz gut. Der Eimer als solches ist sehr günstig - teuer sind die Nachfüllkassetten. Man kann (theoretisch) auch normale Müllbeutel nehmen, aber die sind deutlich weniger geruchshemmend. Dann tut es auch ein Eimer mit Deckel. Am Ende habe ich die Windeln einfach aus dem Fenster vor die Mülltonne geworfen - die Methode hat sich bewährt, ist aber natürlich nich überall möglich.

Beim zweiten Kind bin ich dazu übergegangen, die Windeln sofort zu entsorgen - bei uns steht ein Eimer auf der Terrasse, in dem die Windeln dann zwischengelagert werden und einmal am Tag in die Mülltonne entsorgt werden. Für Hausbesitzer halte ich einen speziellen Windeleimer für entbehrlich - in einer Wohnung würde ich einen nutzen. Gute Erfahrungen gibt es auch mit dem Diaper Champ und dem Windeltwister.

Die Frage, ob man einen Heizstrahler braucht oder nicht, ist ebenso heiß diskutiert. Ich persönlich finde, dass man unbedingt einen haben sollte. Gerade am Anfang kühlen die Neugeborenen sehr schnell aus und so richtig hat man noch keine Übung, so dass das Wickeln und Umziehen schon mal dauern kann. Die meisten Kinder lieben es außerdem, eine Weile lang nackt herumzustrampeln - allein dafür lohnt sich so ein Heizstrahler definitiv. Wir haben unseren bis weit ins zweite Lebensjahr und teilweise auch im Sommer genutzt. Ich möchte Euch ans Herz legen, dass ihr Euch für ein Modell entscheidet, das sich automatisch abschaltet (z. B. von Reer).

Eine Wickeltasche ist sinnvoll - aber auch nicht zwingend erforderlich. Entscheidet man sich dafür, hat man die Qual der Wahl - für jeden Geldbeutel und Geschmack ist etwas dabei. Von witzig und günstig (LCP) bis elegant und teuer (Lässig). In der Wickeltasche hatte ich immer eine Tasche von Generic - das sind ganz dünne Wetbags, in die man prima feuchte Wäsche oder benutzte Stoffwindeln packen kann - sie sind nämlich wasserdicht. Für gerade mal um die 2 bis 3 Euro hat man ein unverzichtbares Utensil, das in vielen witzigen Designs erhältlich ist. 


 

Erstausstattung Schlafen


Schlafsack und Pucksack

Zum Schutz vor dem Ersticken durch überdecken und zur Prävention in Bezug auf den plötzlichen Kindstod soll unbedingt ein Schlafsack verwendet werden (auch wenn es Kinder gibt, die sich standhaft weigern, in einem zu schlafen).

Wie warm der Schlafsack hält, ist mit der Einheit "Tog" angegeben. Ein Schlafsack mit 0,5 Tog besteht aus zweilagigem Stoff und wärmt kaum - er ist ideal für heiße Sommer. Schlafsäcke, die leicht wattiert und ärmellos sind, haben 1,0 Tog - sie sind für Zimmer geeignet, die etwa 18 bis 24 Grad haben. Ist es kälter, sollte man zu einem Schlafsack greifen, der 2,5 Tog hat - dieser hält in Räumen mit 15 bis 21 Grad warm. Am wärmsten sind Schlafsäcke mit 3,5 Tog, diese halten auch unter 18 Grad warm.

Babys können ein sehr unterschiedliches Wärmeempfinden haben - wo das eine Kind fröstelt, ist es dem anderen schon viel zu warm. Ich habe mich daher für Prima-Klima-Schlafsäcke von Odenwälder entschieden - die decken eine sehr große Temperaturspanne ab. Auch von den Mäxchen-Schlafsäcken von Alvi habe ich durchgehend nur positive Erfahrungen gelesen - allerdings gibt es da so viele Größen, dass man ständig neue kaufen müsste - daher hatte ich mich dagegen entschieden.
Übrigens - Pucksäcke waren für uns absolut unverzichtbar! Man braucht sie zwar nicht unbedingt von Anfang an, da man nur unruhige Kinder pucken "muss" - aber meisten Kinder schlafen sehr viel besser und beruhigen sich viel schneller, wenn sie fest eingewickelt werden. Spezielle Pucksäcke- und -tücher (wie der SwaddleMe) vereinfachen das durch eine raffinierte Kletttechnik. Für den Winter eignen sich Modelle aus Mikrofleece - wenn es dann noch zu kalt ist, kann man das gepuckte Kind noch in einen Strampelsack stecken.

Man benötigt mindestens zwei Schlafsäcke oder Pucksäcke (oder einen Trockner und etwas Geduld). 

Babyphone 


Ein Babyphone ist zwar nicht unbedingt erforderlich, wenn man bspw. in einer nicht ganz so großen Wohnung lebt, aber die meisten Eltern fühlen sich besser, wenn das Kind überwacht wird. Wir hatten - nach langen Recherchen - das Avent SCD 520, über das ich in den letzten Jahren nur zufriedene Erfahrungsberichte gelesen habe. Die negativen Bewertungen bei Amazon kommen dadurch zustande, dass ein Großteil der Nutzer nicht in der Lage war, die Bedienungsanleitung zu lesen. Heute würde ich mich für ein neueres Modell entscheiden - z. B. das SCD 560.

Mittlerweile sind auch Video-Babyphone in einer bezahlbaren Qualität erhältlich - braucht man nicht unbedingt, sind aber ein schönes Spielzeug. Hier gibt es gute Erfahrungen mit den Modellen von Audioline, Tomy und Nuk. 

Liste für eine Erstausstattung zum Download


Das ist ein wirklich langer Artikel geworden - daher habe ich alles kompakt auf einer Liste zusammengefasst, die ihr hier downloaden könnt.