Anzeige

Gehfrei und Türhopser sind ungesund und gefährlich


Zwei sehr häufige Suchanfragen, durch die Leser über Google auf unseren Blog gelangen, sind "Gehfrei gefährlich" und "Türhopser schädlich". Wir haben zwar im Artikel Lebensgefährlich, gesundheitsgefährdend und ungesund schon kurz erwähnt, warum von diesen Geräten dringend abzuraten ist, da sich jedoch viele offenbar umfassend zu diesem Thema informieren wollen, möchten wir dazu eine etwas ausführlichere Zusammenfassung schreiben. Ihr erfahrt außerdem, was eine viel bessere Alternative ist!

Warum Eltern Lauflerngeräte und Türhopser kaufen wollen


Dass Kinder endlich laufen können, ist für die meisten Eltern ein erstrebenswertes Entwicklungsziel - nach etwa einem Jahr, in dem sie das Kind unermüdlich hin- und hergetragen haben, ist der Gedanke, dass es endlich auch mal alleine läuft, sehr verlockend. Darum fragen sich einige, warum man den Prozess nicht spielerisch unterstützen und damit ein kleines bisschen beschleunigen sollte. Auch Omas hoffen häufig, durch das Schenken eines Lauflerngerätes oder eines Türhopsers die Entwicklung der Enkel positiv zu beeinflussen.

Schließlich bewerben die Hersteller ihre Lauflerngeräte, auch Gehfrei oder Babywalker genannt, mit Aussagen wie "um das Laufen richtig zu beherrschen, ist ein Lauflernwagen eine gute Starthilfe" oder "spielerisch laufen lernen, mit Spaß zum Erfolg". Sie versuchen damit, sich den Wunsch aller Eltern zu nutze zu machen, das Beste für ihr Kind zu wollen und bieten als vermeintliche Unterstützung des Laufenlernens klobige Plastikgestelle auf Rädern an, die über einen integrierten Sitz (und manchmal allerlei blinkendes und lärmendes Beiwerk) verfügen. Die Kinder stoßen sich darin mit den Füßen ab und können mit etwas Geschick relativ frei durch die Wohnung fahren oder fröhlich im Türrahmen auf uns ab hüpfen.

Lauflerngeräte behindern die motorische Entwicklung 


Die motorische Entwicklung von Kindern ist sehr komplex und verläuft bei jedem Kind nach einem ganz speziellen Bauplan, der genetisch festgelegt und nicht beeinflussbar ist. Auf einen solchen Entwicklungsprozess Einfluss zu nehmen, kann sich sogar schädigend auswirken, weil in einen hochkomplexen, über Jahrtausende von der Natur perfektionierten Prozess eingegriffen wird. Kinder müssen nicht laufen "lernen" - ebenso wenig, wie sie lernen müssen, sich zu drehen, zu sitzen, zu krabbeln oder zu sprechen. Sie tun es einfach. Dann, wenn sie soweit sind. Und dieser Zeitpunkt kann bei gesunden Kindern durch gezielte Förderung nicht vorverlegt werden.

Im ersten Lebenshalbjahr verfügen Babys über angeborene Greifreflexe. Streicht man über ihre Hände oder Fußsohlen, ziehen sich diese automatisch zusammen. Dieser Reflex ist ein Überbleibsel der Evolution und diente dazu, dass sich das Baby möglichst effektiv am Fell der Mutter festklammern kann. Der Fußgreifreflex verschwindet nach und nach während das Kind Laufen lernt und seine Füße zunehmend mehr belastet. Denn um sicher zu Laufen wäre es sehr hinderlich, wenn sich die Fußsohlen bei der Berührung mit dem Boden zusammenkrallen würden.

Gehfreis werden üblicherweise von Kindern verwendet, die noch nicht laufen können. Denn wenn sie es schon gelernt haben, lassen sie sich dann auch nur noch sehr ungerne hinein setzen und erkunden die Welt viel lieber auf eigenen Füßen. Bei nicht laufenden Kindern ist der Fußgreifreflex in aller Regel noch vorhanden. Berühren die Füße im Türhopser oder Gehfrei den Boden, dann krümmen sie sich also noch unwillkürlich zusammen, auch weil sie dabei nicht mit dem gesamten Körpergewicht belastet werden. Man beobachtet dann oft, dass die Kinder in den Gerätschaften nur auf den Zehenspitzen stehen oder sogar noch die Füße komplett zusammenkrümmen.

Dem Gehirn wird dann in dieser Position signalisiert: "Schau - ich stehe! So geht das!" - so dass der Körper die Fußhaltung später beibehält, weil das Gehirn Stehen mit den spitzen Füßen verknüpft hat. Das kann zu recht schwierig korrigierbaren Fehlstellungen ("Spitzfuß") führen, bei denen sich unter Umständen sogar die Wadenmuskulatur verkürzt. Dadurch wird dann die Gangart längerfristig auch außerhalb des Gehfreis beeinflusst und viele Kinder haben dann beim Laufenlernen Schwierigkeiten mit dem Abrollen des Fußes und verharren für längere Zeit im Zehenspitzengang. Diese Untersuchung zeigt, dass ein signifikanter Zusammenhang zwischen einem Zehengang und der Verwendung von Lauflerngeräten besteht.

Gehfreis und Türhopser unterstützen nicht nur das Laufenlernen nicht, sie behindern es sogar, weil sie den wichtigen Entwicklungsschritt der Gleichgewichtsentwicklung negativ beeinflussen. Vor dem Laufen lernen Kinder üblicherweise zunächst das Stehen. Bei den meisten Kindern dauert dieser Prozess recht lange. Unermüdlich ziehen sich die Kinder in den Stand und versuchen, sich auszubalancieren. Sie müssen dafür ihr Gleichgewicht bewahren und trainieren die komplette Muskulatur dabei. Ermüden die kleinen Beinchen, fällt das Kind um - beim nächsten Mal kann es aber schon ein paar Sekunden länger stehen. Die meisten Kinder fallen hunderte Male um, bevor sie sicher stehen können.

Mit Hilfe von Hopsern oder Lauflernern "stehen" Kinder plötzlich sicher aufrecht, ohne dass sie sich dafür hochgezogen hätten oder sich dabei ausbalancieren zu müssen. Kommt der Erfolg (zu stehen) zunächst völlig mühelos zustande, ist die Frustration groß, wenn es beim Ausprobieren ohne Hilfe dann nur mühsam oder gar nicht klappt. Kinder, die ohne Hilfe Stehen lernen, sind hingegen meist motiviert und erfreuen sich an den kleinsten Fortschritten.

Versuche mit Zwillingen haben gezeigt, dass die Kinder, die in einem Gehfrei saßen, später liefen, als ihre Geschwister, die keine Bekanntschaft mit einem solchem Gerät gemacht hatten. Dies bestätigt auch diese Studie aus Irland, die zeigte, dass je 24 Stunden, die (zusammengerechnet ;-) in einem Lauflerngerät verbracht wurden, das freie Laufen durchschnittlich um 3,3 Tage und das freien Stehen um etwa 3,7 Tage verzögert wurde.

Warum Lauflerngeräte und Türhopser gesundheitsschädlich sind


Übermäßige Belastung des Haltungsapparates


Problematisch ist, dass Kinder, die noch nicht Laufen können, es ganz wunderbar finden, aufrecht positioniert zu sein. Sie lieben die neue Perspektive und sind daher überaus gern in Lauflerngeräten und Türhopsern oder genießen es, wenn man sie einfach hinsetzt, ohne dass sie das schon selbst können. Eltern quengligerer Exemplare sind oft dankbar, dass das Kind so zufrieden ist und genießen die kleine Verschnaufpause. Das führt jedoch unter Umständen dazu, dass die Verweildauer in den Gerätschaften deutlich länger ausfällt, als empfohlen. Kinder setzen sich im Rahmen ihrer natürlichen Entwicklung erst dann selbst hin, wenn ihr Haltungsapparat - also das Zusammenspiel aus Muskeln, Sehnen und Knochen - so weit trainiert und entwickelt ist, dass er keinen Schaden nimmt. Ein Kind wird immer nur so lange stehen oder sitzen, wie es seine Entwicklung zulässt - es wird also immer instinktiv die Position wechseln, wenn es zu einseitig belastet ist.

In einem Gehfrei oder Türhopser ist es für das Kind jedoch nicht möglich, seine Position nach seinen Bedürfnissen zu verändern. Die Babys sind in den Gerätschaft quasi "gefangen" und sie können keine andere Körperhaltung einnehmen. Die Muskulatur ist - so lange Kinder nicht selbst sitzen oder stehen - noch nicht auf die aufrechte Haltung eingerichtet - die Wirbelsäule wird daher nur sehr unzureichend gestützt.

Dazu kommt, dass das Kind durchaus großen Spaß hat, wenn es mit dem Gehfrei umher fährt oder an der Tür hopst, so dass es bereit ist, die eigentlich unangenehme Haltung über längere Zeit in Kauf zu nehmen. Die wenigsten Kinder quengeln daher, wenn die Muskulatur eigentlich schon längst überlastet ist. Das kann dazu führen, dass das Kind eine entlastende, aber für die Entwicklung des Halteapparates ungünstige Haltung einnimmt. Im schlimmsten Fall wirkt sich die physiologisch ungünstige Haltung auf die Hüfte aus, was zu dauerhaften Fehlbildungen - wie zum Beispiel Verschiebungen - führen kann. Diese ungünstige Entwicklung kann sich auch erst Jahrzehnte später zeigen. Lässt sich ein Erwachsener jedoch später wegen orthopädischer Probleme behandeln, wird niemand auf die Idee kommen, dass Lauflerngeräte oder Türhopser mit Ursache des Problems sein können.

Beim Türhopser kommt neben der unnatürlichen Haltung noch die Belastung des gesamten Haltungsapparates durch das Hopsen hinzu. Das gesamte Gewicht des Kindes lastet auf dem Schambein (und damit bei Jungen auf dem Hoden) und der Rücken ist für das Alter untypisch über längere Zeit stark gestreckt. Durch das Abspringen wird die Wirbelsäule immer wieder gestaucht. Auch die Gelenke werden überlastet, weil sie für so eine unnatürliche Bewegung noch nicht stabil genug sind. Die Fußgelenke werden ebenfalls stark belastet. So viel Spaß das Kind auch zu haben scheint - für seinen kleinen Körper ist das alles andere, als gesund!

Lauflernhilfen sind gefährlich! 


Leider denken viele Eltern (und nicht wenige Großeltern), dass Produkte, die es im Babyfachgeschäft zu kaufen gibt, gar nicht gefährlich sein können. Außerdem prangen auf den Geräten tatsächlich GS-Siegel und oft auch ein DIN-Prüfsiegel. Es gibt eine Europäische Norm (EN 1273:2005), die Anforderungen an die Sicherheit von Lauflernhilfen enthält, so dass sich Eltern in vollkommen falscher Sicherheit wiegen. Die EU-Norm bspw. sieht als größtes Problem das Kippen des Gehfreis und sorgt dafür, dass er möglichst kippsicher konstruiert ist - die Gefahren lauern jedoch ganz woanders. In der Pressemitteilung, die bei der Veröffentlichung der EU-Norm herausgegeben wurde heißt es übrigens sogar:

"Lauflernhilfen sind zudem kein Gerät zum Laufenlernen, und die Benutzung über längere Zeit kann das normale Laufenlernen des Kindes beeinträchtigen".

Leider sind Lauflernhilfen das größte Unfallrisiko im ersten Lebensjahr - pro Jahr gibt es laut des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte in Deutschland etwa 6.000 (!) behandlungsbedürftige Unfälle damit. Am häufigsten verletzen sich Kinder im Alter zwischen sieben und vierzehn Monaten - die meisten in dem Monat, bevor sie frei laufen können. Eine australische Studie zeigte, dass etwa jedes dritte Kind im Laufe der Benutzung eines Babywalkers zu Schaden kommt.

Besonders gefährlich sind Treppen - etwa 83 % der Gehfrei-Unfälle sind Treppenstürze. In 82% dieser Unfälle kommt es zu schweren Schädel-Hirn-Traumen, in 11 % der Unfälle sogar zur Schädelfraktur. Dadurch, dass das Kind im Gehfrei fixiert ist, schlägt es zwangsläufig mehrfach mit dem Kopf auf die Stufen - ohne das Lauflerngerät würde es sich abrollen und der Kopf wäre deutlich besser geschützt.

Aber auch auf der Ebene können die Geräte umfallen, denn Kinder erreichen ohne weiteres bis zu 10 km/h mit Babywalkern. Wenn Kinder in diesem Tempo an Schränke, Tische oder andere Ecken stoßen, drohen schwere Verletzungen. Durch ständiges Anstoßen wird auch die Wirbelsäule besonderen Belastungen ausgesetzt. Gefahren lauern außerdem bei Türschwellen und auf dem Boden liegenden Gegenständen (die das Kind unter Umständen selbst dort hingeworfen hat). In Gärten ist es bereits zu Ertrinkungsunfällen gekommen, weil Kinder mit dem Walker stürzten und sich festgegurtet nicht aus der gefährlichen Lage befreien konnten.

Aber auch die Bewegungsfreiheit im Gehfrei birgt viele Gefahren. Normalerweise haben Kinder nur einen ihrer Entwicklung angemessenen Bewegungsradius. Das Neugeborene kann sich überhaupt nicht bewegen und sich dadurch nicht aus eigener Kraft in Gefahr begeben. Ein Krabbelkind ist in seinen Tätigkeiten auf eine bestimmte Höhe beschränkt. Dadurch, dass das Kind im Lauflerngerät vermeintlich fixiert ist, unterschätzen viele Eltern die Erreichbarkeit von Unfallquellen. Plötzlich kommen die Kinder an Kabel, an denen sie Dinge herunterziehen könne oder heiße Tassen auf dem Tisch oder Schubladen, in denen sich Gegenstände befinden, die nicht in Kinderhände gehören.

Aus diesen Gründen ist der Verkauf von Lauflerngeräten in Skandinavien und Kanada bereits verboten. Auch in Deutschland gibt es Forderungen der Ärzteschaft, ein Verkaufsverbot auszusprechen. Und auch Stiftung Warentest rät schon seit 1997 vom Kauf dieser Geräte komplett ab.

Beim Türhopser besteht die Gefahr, dass sie sich vom Türrahmen lösen, das Kind (wenn es etwas älter und mobiler ist) so weit beugt, dass es heraus fällt oder sich sogar mit den Seilen/Gurten stranguliert.

Die bessere Alternative


In dem Alter, in dem Kinder Laufen lernen haben viele Kinder große Freude an Lauflernwagen. Diese sehen aus wie kleine Puppenwagen und werden auch gerne als solche genutzt. Bei diesen Kinder können die Kinder ganz autonom entscheiden, wie lange sie sie verwenden. Sie laufen außerdem bei der Verwendung nicht auf Zehenspitzen, sondern nutzen lediglich die Schiebestange zum Festhalten. Das natürliche Abrollen der Füße wird nicht behindert.

Wichtig ist, dass der Wagen möglichst stabil und kippsicher ist. Man unterscheidet Wagen, bei denen eine Fläche geschoben wird (die oft viele Greifelemente zum Spielen bieten) und solchen, die man auch als Wagen verwenden kann. Empfehlenswert ist bspw. dieses Modell aus Holz, das allerdings nicht ganz so günstig ist. In der selben Machart sind auch günstigere Modelle aus Plastik erhältlich, wie z. B. das von VTech

Ich finde die Wagen, in die man etwas hinein packen kann, viel schöner. Die Kinder spielen damit sehr fantasievoll, weil sie die Wagen für verschiedene Zwecke verwenden. Nach meiner Erfahrung werden sie noch jahrelang genutzt. Da diese Wagen etwas instabiler sind, ist es hier besonders wichtig, ein möglichst stabiles Modell zu wählen. Empfehlenswert sind die Modelle von Pinolino oder der Entdeckerwagen von Haba (mein Favorit).

Fazit 


Lauflerngeräte und Türhopser erfüllen den versprochenen Nutzen nicht. Sie behindern vielmehr sogar die motorische Entwicklung, überlasten den Haltungsapparat und können sehr gefährlich - sogar lebensgefährlich sein. Es ist daher dringend vom Kauf solcher Gerätschaften abzuraten! Eine bessere Wahl sind Laufwagen. 

© Danielle


Quellen








Wenn Dir dieser Beitrag gefallen oder weitergeholfen hat und Du unsere Arbeit gerne unterstützen möchtest, kannst Du das über den folgenden Button bei Paypal tun:

Kommentare:

  1. Und was ist mit den lauflernwagen die das Kind schieben kann? Ich dachte die seien auch nicht empfehlenswert?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Die Lauflernwagen sind auch nicht ganz ungefährlich, weil sie wegrollen können, wenn sich das Kind aufrichtet. Aber die Fallhöhe ist ja nicht so hoch, so dass dabei nicht allzu viel passieren kann.

      Löschen
    2. Interessanter Artikel, wie ist das mit dem Gleichgewichtssinn? Ich dachte die “Gefahr” bei rollenden Lauflernwagen liegt weniger an der Fallhöhe als am “falschen” Bewegungsablauf. Lasse mich aber auch gern belehren:)

      Löschen
    3. Interessanter Artikel, wie ist das mit dem Gleichgewichtssinn? Ich dachte die “Gefahr” bei rollenden Lauflernwagen liegt weniger an der Fallhöhe als am “falschen” Bewegungsablauf. Lasse mich aber auch gern belehren:)

      Löschen
  2. Was ist, wenn das Kind auf dem Schoß steht und von den Eltern gehalten wird, weil es das so gerne möchte? Habe etwas Sorge...

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Unserer hat das auch geliebt, mein Mann hatte dann auch gefragt, ob ein Türhopser nicht unsere Arme entlasten würde. Und genau das ist denke ich der Unterschied: auf dem Schoß geben irgendwann die Elternarme nach, die Hüpfzeit erfährt eine natürliche Begrenzung.

      Löschen
    2. Auf dem Schoß stehen die Kinder ja auf dem ganzen Fuß, ihre Haltung ist nicht so starr wie im Hopser und der Untergrund ist relativ weich - daher ist das etwas anderes, als im Hopser.

      Liebe Grüße!
      Danielle

      Löschen
    3. Hallo, unser Kleiner (fast 7 Monate) krabbelt mittlerweile ein wenig und ist ansonsten super aktiv. Er hat eine immense Körperspannung - liegt z.B. über 3 Minuten am Stück (!!) auf dem Bauch und macht die Fliegerhaltung.
      Wenn wir ihn auf den Arm oder den Schoß nehmen, ist er unablässig am hopsen bzw. versucht es, sodass sich meine Frau und ich kontinuierlich beim in-unseren-Armen-Hopsen abwechseln. Sobald wir aufhören, schreit und quengelt er, bis wir halt wieder damit anfangen. Das (Hopsen)kann durchaus mal 30-45 Minuten so weitergehen.
      Insofern liebäugel ich schon mit so einem Türhopser - natürlich nicht, um ihm besonders gutes Gleichgewicht oder frühes Laufen beizubringen, sondern, um seinem andauernden Hopserwillen ab und zu nachgeben zu können.
      Als Unterlage unter dem Hopser hatte wir eh an eine weiche Matte oder eines unserer Sofakissen gedacht.
      Gibt es nicht zumindest in dieser Hinsicht etwas "Entwarnung" von Euch für die gelegentliche Nutzung?
      Mir scheint das argumentative Zusammenwerfen von Gehlernhilfen und Türhopsern hier wenig hilfreich.
      Danke im Vorfeld für eine "behutsame" Antwort, an mich unbelehrbaren Rabenvater. ;-)

      Löschen
  3. Toller Artikel. Leider ein bisschen zu spät um ihn unseren eifrigen und unbelehrbaren Großeltern (*grummel*) vorzulegen. Hopser/Gehfrei wurde nur nicht gekauft, weil ich drohte das Ding im Keller verschimmeln zu lassen^^ (furchtbar spaßfreie Jungmutter *fg*)
    Schönes Wochenende
    Lexxi

    AntwortenLöschen
  4. Hallo! Bei den Hospern und Gehhilfen gibt es noch ein weiteres Problem: wir tun alles daran Babies Beine in der ergonomischen Froschstellung zu Halten um die Hueftentwicklung im ersten Jahr nicht negativ zu Beeinflussen (teure ergonomische Tragehilfen etc.), aber in Hopsern und Co haben die Hueftgelenke eine denkbar unguenstige Haltung. Deshalb auch aus diesem Grund besser darauf verzichten.
    Liebgruss, Aennelmaennel

    AntwortenLöschen
  5. Wir haben für unseren Zwerg zu Weihnachten die FliegerSchaukel von Haba gekauft, fällt die auch in dieses Sortiment? Liebe grüße

    AntwortenLöschen
  6. :D Davon abraten aber in die Links Affiliate-Links zu Amazon hauen... Denn wenn Eltern den Kindern halt doch etwas schlechtes kaufen wollen, so will man doch wenigstens davon profitieren ;)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Du meinst die Bilder? Nun - Artikel wollen bebildert werden - leider hatte ich weder private von solchen Gerätschaften, noch ließen sich lizentfreie Bilder davon finden, daher habe ich einfach zur Bebilderung Produktbilder von Amazon genutzt, ja. Ich kann daran nichts unredliches erkennen.

      Ich habe übrigens gerade mal in die Statistiken geschaut - bisher ist weder ein Gehfrei noch ein Türhopser verkauft werden, die Bilder haben also durchaus zu keiner ungerechtfertigten Bereicherung geführt ;-).

      Löschen
  7. Es steht immer dabei das Kind nicht umbeaufsichtigt zu lassen also ich hab vier Kinder und beides gehabt und meine Kinder leben noch und hatten viel Spaß

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Wow, was fuer Totschlagargumente ... Kinder ueberleben so vieles und dennoch ist das doch kein Zeichen dafuer, dass es ihnen nicht geschadet hat!
      "...und hatten viel Spaß." Gibt genuegend Erwachsene, die Freude daran haben, sich zu betrinken u.ä., ist es deshalb gesund? Zumal solch kleine Kinder ueberhaupt keine Weitsicht fuer irgendwelche Folgen haben.

      Löschen
  8. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

    AntwortenLöschen
  9. Haltungsschäden merkt man leider meistens erst,wenn wir Erwachsen sind🤔.Ich gebe den beschriebenen Argumenten völlig recht.Und auch,wenn wir nur das Beste für unsere Kleinen wollen,glaube ich wieder,wir sollten auf unser Bauchgefühl hören.Ich war immer Gegner..Jetzt nimm ich den Hopser v.a.als Schaukel&wirklich nur kurz,einfach als willkommene Abwechslung& weil mein Kleiner juchzt vor Freude!Die Dosis macht das Gift meiner Meinung nach:-)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. ... genauso seh ich das auch. Ich habe 5 KInder. Gehfrei und Hopser gehörten bei uns zur Babyausstattung dazu. Meine Kinder sind gesund und gerade gewachsen. Haben weder verformte Füße noch Rückräder. Ich hab ihnen den Spass gegönnt, denn es war bei uns kein "Aufbewahrungsort" sondern wurde ins tägliche Spiel mit eingebaut. Viel schlimmer finde ich was heute usus wird, den Kleinen vom Smartphone Schlaflieder vordudeln zu lassen....- ich hab noch selbst gesungen.....

      Löschen
    2. Bin 62 jahre alt und oma :-) habe so viel gesund überlebt ,was heute alles verboten u schlecht ist lg

      Löschen
    3. Das freut mich sehr für Sie! Ich bin übrigens als Kind noch unangeschnallt hinten im Auto mitgefahren und habe auch überlebt. Liebe Grüße!

      Löschen
    4. Das kann ich nur unterschreiben, ich war auch nicht angeschnallt im Auto, und überlebt in der freien Wildbahn. Das berechtigt mich aber nicht meine, bzw die Fehler bei mir auch meinen Kindern zuzumuten. Und ich hatte auch ein gehfrei, was soll ich sagen, Rücken, Hüfte und Beine kaputt. Meine Frau hatte einen Türhoppser, Rücken und Hüfte kaputt. Aber das will keiner hören. Vielleicht ist es ja nur ein Zufall

      Löschen
  10. Ich habe mir kürzlich auch sowas anhören dürfen von meiner Schwiegermutter. "Meine Kinder hatten das alle und sie haben keine Probleme." Nur komisch, dass mein Mann bereits mit 18 eine kaputte Hüfte hatte. Aber das ist natürlich eine vererbte Geschichte. Ich hoffe nur, dass die mir so einen Müll nicht einfach anschleppen.

    AntwortenLöschen
  11. Bin ich froh, dass sowohl meine Mutter als auch meine Schwiegermutter der Meinung sind, dass Kinder (fast) alles alleine lernen und man nur die Wohnung/das Haus (vor unnötigen Gefahren, wie Steckdosen und Treppen) sichern soll.
    Mein Mann und ich sehen das genauso und freuen uns über einen Sohn, der mit 5 Monaten den Vorwärtsgang und das Sitzen entdeckt hat (nach einem guten Monat Rückwärtsgang und "Fluchen". Bis er von sich aus geht wird es wahrscheinlich kein Jahr mehr dauern - ganz ohne Lauflernhilfe. ;-)

    AntwortenLöschen
  12. Liebe Danielle!
    Mein Sohn ist 13 Monate, zieht sich hoch und arbeitet am freien Stand und Schritten an Möbbeln entlang. Jetzt hat er bei anderen Babys gesehen dass sie an den Händen ihrer Eltern "laufen" und möchte das auch. Spricht etwas dagegen ihn an den Händen zu führen? Mir ist nicht ganz wohl dabei weil er es eben selbst noch nicht könnte (analog zum passiv hingesetzt werden / selbst frei sitzen). Andererseits wünscht er es sich so. Wie ist deine Einschätzung?
    (Passt hier nicht ganz - ich bin ja kein Lauflernwagen :-) - aber ich schätze Eure fundierten Ratschläge sehr und dachte ich frag mal....)
    Ganz vielen Dank!!!
    Jana

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Jana,

      Dein Unwohlsein ist begründet - tatsächlich empfehlen wir das Laufenlernen an den elterlichen Händen nicht. Wenn man den natürlichen Prozess nicht stört, trauen sich Kinder nur das zu, was sie wirklich schon leisten können - helfende Hände führen zu veränderten Bewegungsabläufen und möglicherweise mehr Zutrauen, als sinnvoll.

      Ich würde stattdessen anbieten, ihn "aufzufangen" - also vor ihm zu stehen und ihn in die Arme zu nehmen, wenn er Dir entgegen kommt. Das wird ihn nicht glücklich machen, aber ich persönlich würde an der Stelle den Frust lieber aushalten.

      Liebe Grüße
      Danielle

      Löschen
    2. Vielen vielen Dank für die Rückméldung!! So mache ich es jetzt, und sein Frust hält sich zum Glück in Grenzen, Danke für den guten Rat!!

      Löschen
  13. Meine beiden Kinder haben das GEHFREI geliebt,sind jetzt 29 und 30 Jahre alt und haben keine dieser aufgeführten Gesundheitsschäden. Was die Gefährlichkeit anbelangt,kann ich mich nur über manche Autoren wundern : eine Treppe ist für jedes Baby gefärlich, mit oder ohne GEHFREI ! Ich selbst bin 68Jahre alt und hatte in meiner Kindheit keines dieser Geräte aber trotzdem Gelenk-und Hüftprobleme ! Ich wollte mit diesem Kommentar nur sagen: alles im Übermaß ist schädlich (24stunden im Gehfrei!!!) Wenn sich das Kind nicht mehr drin wohlfühlt wird es das im Allgemeinen zeigen. Also kritisch sein okay, aber nicht verteufeln .

    AntwortenLöschen
  14. Ganz ehrlich: Ich könnte brechen, wenn ich manche Kommentare so lese...
    „Wir hatten das auch alles und leben noch“...
    Jaja.. was für den einzelnen gilt, gilt eben nicht für die Gesamtheit. Nur weil das Rauchen einem von zehn nicht schadet, heißt das doch nicht, dass es gut und unbedenklich ist!?
    Jeder möchte doch für sein Kind das beste und wenn es doch nachgewiesenermaßen schlecht und gefährlich ist, sein Kind in ein Gehfrei zu setzen, dann lass ich es doch einfach.
    Das gilt im übrigen auch für alle anderen Sachen wie medizinisch nicht nötige Kaiserschnitte, das Nicht-Stillen aufgrund von kein Bock, ergonomisch schlechte Tragen und ich könnte die Liste noch beliebig weiter führen.
    Ja, das hört sich radikal an, aber es ist halt auch einfach mal die Wahrheit. Diese Schönrederei bei vielen Dingen von vielen Müttern um sich selbst ein reines Gewissen zu schaffen, kotzt mich an...
    Denkt doch einfach mal bewusst nach was ihr euren Kindern da antut.
    Wer natürlich auf das Ameisenprinzip setzen möchte, bitte nur zu.

    AntwortenLöschen
  15. Ich fand den Vergleich mit dem "bin als Kind auch noch unangeschnallt hinten mit gefahren" sehr treffend. An alle Überlebenden - beantwortet dass doch mal. Würdet ihr euer Enkelkind auch unangeschnallt mitfahren lassen weil ihr das damals überlebt habt? Wenn wir heutzutage nunmal neue Erkenntnisse besitzen, die ein potenzielles Risiko eindämmen, dann machen wir das natürlich auch!

    AntwortenLöschen
  16. Auch ich bin im Auto nicht gesichert gewesen. Aber soll ich jetzt meine Kinder / Enkel auch nur so ohne Sitz, ohne Gurt mitnehmen? Das sind bescheuerte Argumente. Früher hat man das auch leichter überlebt. Es waren viel weniger Fahrzeuge unterwegs und es war viel weniger Verkehr. Mein Opa ist auch nicht an Krebs gestorben, trotz Rauchen, soll ich jetzt auch Rauchen? Jeder 2. säuft Bier hier in Bayern Bier, jetzt muss ich das auch machen. Alkohol ist ja anscheinend nicht schädlich. Ergo: ich will das nicht für meine Kinder.

    AntwortenLöschen
  17. Hallo, ich habe drei Kinder. Und alle sind sehr unterschiedlich. Ich habe die beiden ältesten voll gestillt. Habe alles selbst gekocht. War immer locker mit allem und habe mir immer gesagt. Die Mäuse brauchen für alles ihre Zeit. Jedes Kind hat sein eigenes Tempo. Mein Großer konnte mit 11 Monaten krabbeln und mit 13 Monaten laufen. An Lauflernhilfe war gar nicht zu denken. Habe immer nur den Kopf geschüttelt! Schrecklich die Eltern, die so etwas kaufen, war mein Gedanke. Meine Tochter, die Mittlere, konnte mit 12 Monaten krabbeln und ist erst mit 19 Monaten gelaufen. Sie war ansonsten sehr koordiniert und zufrieden. Beide konnten mit 6 Monaten die ersten Wörter wie Mama und Papa sagen. Mit 11 Monaten 2 Wort-Sätze sprechen. Es war alles gut. Nun kam unser jüngster Sohn. Nach einer traumatischen Geburt zur Welt. Er lag 2 Wochen auf der Intensivstation. Er hat einen schwachen Muskeltonus und bis heute konnte man nicht herausfinden, warum er so klein und schwach geboren wurde. Zum Glück konnten viele Krankheiten ausgeschlossen werden. Seitdem er 6 Wochen alt ist. Waren wir mit ihm zur Ostheopatie, beim Chiropraktiker und beim Physiotherapeuten (Bobath). Er hat nur sehr wenige Fortschritte gemacht. Es war zum Verzweifeln. Im Moment ist er 10 Monate alt. Mit 8 Monaten hat er eine Lauflernhilfe bekommen. Dort setze ich ihn 1-2mal am Tag für ein paar Minuten rein. Dadurch, dass er versuchen muss sein Gleichgewicht zu halten und sich dort auch abstützen muss, hat er in den letzten Wochen enorme Entwicklungsschritte gemacht. Er versucht zu stehen und sich immer wieder abzustützen. Er nimmt wieder am Leben teil und liegt nicht immer nur auf dem Boden. Ich kann ihn sogar schon hinsetzen. Das war alles unmöglich gewesen. Er ist in sich zusammengesackt oder zur Seite gekippt. Jetzt versucht er das Gleichgewicht zu halten. Er dreht sich auf den Bauch und versucht sein Kopf anzuheben. Im Moment sieht es noch alles so aus, wie bei einem 5 Monaten alten Baby. Aber er macht Fortschritte. Er sitzt auf dem Kinderhochstuhl, ohne einzusacken. Damit will ich nur sagen. Liebe Kritiker, ich bin eigentlich auch eine davon, aber wenn man ein Baby hat, das eben nicht so normal ist wie die anderen, so sehe ich manche schlechtgeredeten Dinge, als eine kleine Motivation. Die Psyche spielt eine sehr enorme Rolle...Verurteilt und kritisiert nicht andere Menschen, denn einen Hüftschaden haben auch ganz viele Menschen, die als Baby nie in so einem Ding gesessen haben. Und ich mache es ganz bestimmt nicht als Zeitvertreib, weil ich keine Lust auf mein Kind habe. Nein, ich übe mit ihm. Jeden Tag und da tun ihm 10-15 min. Gehfrei richtig gut. Wenn ein Kind jede Übung verweigert, weil es keine Kraft dazu hat, aber in diesem Ding versucht auf seine Weise zu trainieren, so kann man nicht immer alles verurteilen. Es tut gerade den Eltern weh, die wirklich alles geben, damit das Kleine Kind sich so normal wie möglich entwickeln kann. Es heißt auch immer, man soll die Kinder nicht hinsetzen. Es gibt Völker, in denen die Mütter ihre Babys so früh wie möglich hinsetzen. Da haben auch nicht alle einen Rückenschaden. Es soll jeder für sich selbst entscheiden. Nur besondere Situationen erfordern manchmal besondere Maßnahmen.....

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich kann als Physiotherapeutin dazu sagen, dass der Gehfrei ihrem Sohn in keinster Weise für seine motorische Entwicklung dient. Im Gegenteil verhindert er, wie im Text beschrieben, dass die notwendigen Bewegungsübergänge gelernt und die Füße richtig belastet werden. Unter elterlicher Aufsicht und wenn der Gehfrei nur über einen wirklich kurzen Zeitraum alle paar Tage verwendet wird, ist das aus meiner Sicht in Ordnung. Er sollte nicht zur Dauerlösung werden. Um die Freude an Bewegung bei Ihrem Sohn zu fördern, ist Bewegung im Wasser oder wenn er älter ist auf dem Pferd bei Hippotherapie sinnvoller. Auch könnten Sie ihn auf den Bauch in den Kinderwagen legen, so dass er vorne heraus schauen kann. Je nachdem wie alt die Großen sind, können sie vielleicht auch mit Ihrem Sohn "turnen". Zum Beispiel auf dem Rücken liegend ihn auf die Unterschenkel legen und bewegen. Ich denke, es gibt genug Möglichkeiten abseits vom Gehfrei, die Spaß an der Bewegung vermitteln.

      Löschen
  18. Meine Tochter ist jetzt 12 Monate alt und kann laufen und würde liebend gerne hüpfen. Sind die Türhopser dann trotzdem schlecht wenn sie mi hat unbeobachtet ist und das Hüpfen zeitlich begrenzt ist?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich würde sagen, wenn sie schon sicher läuft und dementsprechend schon gute Muskeln kann, darf sie den Türhopser kurz benutzen. Das ist auf jeden fall günstiger, als ein Trampolin, welches in ihrem Alter großen Schaden anrichten kann. LG, Snowqueen

      Löschen