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Trocken werden - warum Töpfchentraining unnötig ist


Wie kann man sein Kind beim Sauberwerden unterstützen?


Baby auf dem TöpfchenKürzlich bekam ein eine nette E-Mail mit der Bitte, mich doch bitte mal des Themas "Trockenwerden" anzunehmen. Um ehrlich zu sein - ich habe zwar leichthin gesagt: "Klar, das mache ich mal..." aber nun sitze ich vor diesem Artikel und habe nicht die geringste Ahnung, wie er am Ende aussehen wird. Über dieses Thema habe ich mir ehrlich gesagt noch so gar keine vertieften Gedanken gemacht. Das, was ich gelesen hatte war, dass das Sauberwerden ein Entwicklungsschritt ist, der nicht zu beschleunigen ist. Daher wollte ich meinen Kindern alle Zeit der Welt lassen und darauf warten, dass sie von sich aus keine Windel mehr möchten.

Bei meiner Tochter bekam ich damals von der Kita im Alter von etwa 2,5 Jahren den Hinweis, dass sie so weit sein könnte und man daher gerne die Windel weg lassen würde. Das hätte ich persönlich nun nicht unbedingt so erkannt aber ich dachte mir: "Na macht einfach mal". Ich wusste, dass sie garantiert nicht unter Druck gesetzt werden würde und als ich mein Kind fragte, ob sie gerne möchte, bejahte sie das dann auch.

Also nahm ich eine Woche lang nasse Wäsche mit heim und dann war es das. Nachts ließ ich sie noch mit Windel schlafen, stellte aber sehr schnell fest, dass diese am Morgen stets trocken war. Alles war so gelaufen, wie ich mir das immer gewünscht hatte - ohne Stress, ohne Druck und von einem Tag auf den anderen. Es war so unspektakulär, dass ich die genauen Umstände irgendwie schon völlig vergessen habe. Auch an Unfälle kann ich mich kaum erinnern - seitdem die Windel weg war, hat sie in 2,5 Jahren vielleicht insgesamt zwanzig mal eingepullert. Meist geschah das dann zwei bis drei mal hintereinander. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass die Blase gewachsen war und sich deswegen die Verbindung Blase-Hirn neu programmieren muss. Seitdem sie etwa fünf Jahre alt ist, gab es keinerlei Unfälle mehr.

Mein Sohn ist jetzt gerade drei Jahre alt geworden und trägt fröhlich seine Windel. Zwar geht er (zumindest in der Kita) regelmäßig zur Toilette - etwas produziert hat er dort jedoch noch nie. Auf die Frage, ob die Windel voll ist, kriege ich nie eine ehrliche Antwort - selbst wenn er zum Himmel stinkt, versichert er mir sehr glaubhaft "Ich hab gar nicht eingekackert!" Vor drei Monaten wurde aus meinem Krippenkind ein Kitakind - im neuen Raum gab es keinen Wickeltisch mehr. Nun ist mein Sohn zwar einer der jüngsten in der Gruppe, aber ich fragte schon etwas erstaunt, ob denn schon soooo viele sauber seien. Die Erzieherin meinte etwas verlegen: "Ja, eigentlich alle - ihr Sohn ist der letzte". Oh - das war dann doch erst mal eine Überraschung. Die Erzieherin tröstete mich jedoch mit: "Aber er hat auch gerade sooo viel mit Sprechenlernen zu tun, der ist einfach noch nicht so weit". Zwei, drei Monate später hieß es dann: "Hm - da tut sich rein gar nichts. Da hätten wir jetzt mehr erwartet".

Das ist dann der Punkt, wo man anfängt, doch etwas zu grübeln. Ehrlich gesagt - ich hasse das! Man weiß es doch besser - warum lässt man sich dennoch verunsichern? Sich Gedanken zu machen heißt, dem Kind nicht zu vertrauen. Ihm ja im Grunde zu unterstellen, dass es eigentlich könnte und nur nicht will. Dabei hatte ich im letzten Sommer die Windel schon gelegentlich weggelassen, wenn er nackt durch den Garten lief. Und das hat mir eindrucksvoll demonstriert, dass er überhaupt nicht merkt, wann er muss. Er blieb dann immer völlig erschrocken stehen und staunte total über das lustige Flüsslein, das sich da zwischen seine Füße schlängelte.

Neulich beobachtete er seine Schwester beim Toilettengang und als es plätscherte, lief er hin, drückte sie und rief begeistert: "Du hast in die Toilette gepullert!" Gestern erzählte er freudestrahlend, dass er in der Kita bescheid gesagt hat, dass die Windel voll war! Das hat mir bewusst gemacht, dass er sich ganz sicher nicht verweigert oder zu faul ist, sondern es schlicht einfach noch nicht kann. Offenbar ist Bescheidsagen oder in die Toilette pullern in seinen Augen eine riesige Leistung, auf die man stolz sein kann. Wenn er dann soweit ist, dann wird er ganz sicher auch gehen (wollen). Meine Entspannung in Bezug auf das Sauberwerden ist nach den Recherchen zu diesem Artikel mittlerweile wieder vollständig zurückgekehrt.


Sauberwerden - Wissenschaft und Geschichte


Die Studienlage zum Thema "Sauberwerden" ist nicht sehr umfangreich. Die heutige Empfehlung für gelassenes Abwarten basiert auf den Zürcher Longitudinalstudien, an denen der Schweizer Kinderarzt Remo Largo maßgeblich  beteiligt war. Seit 1954 wurden dabei mehr als 700 Kinder beim Erwachsenwerden begleitet und während ihrer Entwicklung genau beobachtet.

Zu Beginn dieser Untersuchungen in den 50er-Jahren wurde das Töpfchentraining üblicherweise bereits im ersten (!) Lebensjahr begonnen - im ersten Lebenshalbjahr wurden schon 32 % der Kinder über einen Topf oder eine WC-Schüssel gehalten. Mit 9 Monaten war das schon bei 64 % der Kinder der Fall und um den ersten Geburtstag wurden 90 % der Kinder "getopft". Dieses Vorgehen änderte sich in den 70er- und 80er-Jahren grundlegend - zum einen wurde der allgemeine Erziehungsstil kindorientierter, zum anderen hielt die Waschmaschine Einzug in deutsche Haushalte und erleichterte das Windeln waschen enorm, was nachhaltig den Druck aus der Thematik nahm.

Nachdem dann die Wegwerfwindeln auf den Markt kamen, entspannte sich die Erwartungshaltung an die Kinder zusätzlich - es wurde nun durchschnittlich etwa 14 Monate später als vorher mit der Sauberkeitserziehung begonnen. Dennoch wurden und werden Kinder weiterhin ganz genauso schnell trocken, wie vorher. Die Longitudinalstudien belegen, dass die Kinder genauso schnell trocken wurden, wie vorher - nämlich durchschnittlich mit etwa 28 Monaten.

Diese Ergebnisse belegen sehr eindrucksvoll, dass es sich beim Sauberwerden ganz eindeutig um einen Reifungsprozess handelt, der nicht beschleunigt werden kann - ebenso wenig, wie das Laufen oder Sprechen lernen. Es gibt einige Dinge, die diese Prozesse durchaus unterstützen - aber kein Kind läuft, spricht oder benutzt den Topf wirklich schneller, weil man es mit ihm übt oder trainiert.

Wie heißt es so schön? Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.


Wann werden Kinder trocken?


Schon Neugeborene können signalisieren, wann sie mal müssen. Daher ist es grundsätzlich möglich, Babys "windelfrei" aufwachsen zu lassen. Wird auf diese Signale jedoch nicht geachtet und dem Baby dauerhaft eine Windel angezogen, verliert sich diese erstaunliche Fähigkeit leider recht schnell. Ich selbst habe von "windelfrei" leider zu spät erfahren, so dass ich es nicht mehr ausprobieren konnte. Daher geht es in diesem Artikel ausschließlich das Sauberwerden von Kindern, die durch die Verwendung von Windeln ihre natürliche Kontrolle über Blase und Darm verloren haben.

Die Spannbreite beim Sauberwerden ist enorm groß - üblicherweise reifen die Blasen- und Darmkontrolle irgendwann zwischen dem zweiten und dem fünften Geburtstag so weit, dass Kinder trocken werden können. Während dieses Prozesses gelingt es Kindern zunächst nach und nach besser, Ausscheidungen bewusst wahrzunehmen. Sie ziehen sich zunehmend zurück und wollen ungestört bei ihren Geschäften sein. 
Der erste Schritt beim Trockenwerden ist die Mitteilung, dass die Windel voll ist. 

Allmählich beginnen Kinder dann, Interesse für Toiletten, Töpfchen und Windelinhalte zu entwickeln - die nachfolgende Grafik zeigt, wie sich dieses Interesse und damit die Eigeninitiative zum Trockenwerden entwickelt:

Grafik zum Sauberwerden
Anteil der Kinder in %, die bis Eigeninitiative zum Sauberwerden zeigen
 (Angabe des Alters in Monaten)
Quelle: "Babyjahre" von Remo Largo



Die Kontrolle über die Blasenaktivität


Säuglinge, die nicht windelfrei aufwachsen, entleeren ihre Blase unwillkürlich etwa zwanzig mal am Tag. Ab dem sechsten Lebensmonat werden die Intervalle zwischen den Entleerungen immer länger. Mit durchschnittlich 2,5 Jahren nehmen Kinder bewusst das Gefühl wahr, dass die Blase voll ist. 

Das Einhalten - also das Zurückhalten des Harns - erfordert die Anspannung der Schließmuskel und der Beckenbodenmuskulatur. Das gelegentliche Zurückhalten des Harns beherrschen die meisten Kinder mit etwa drei Jahren vollständig - das heißt aber nicht unbedingt, dass sie schon komplett sauber werden können oder wollen.

Zwischen dem zweiten und dritten Geburtstag werden etwa die Hälfte aller Kinder tagsüber trocken. Bis zum vierten Geburtstag schaffen das weitere 40 %. Die restlichen 10% sind dann in der Regel bis zum fünften Geburtstag tagsüber windelfrei. Die nachfolgende Grafik zeigt die Entwicklung der Blasenkontrolle tagsüber:


Grafik Blasenkontrolle tagsüber
Anteil der Kinder in %, die tagsüber über Blasenkontrolle verfügen
 (Angabe des Alters in Monaten)
Quelle: "Babyjahre" von Remo Largo

Die nächtliche Blasenkontrolle entwickelt sich meist ein paar Monate verzögert: 



Grafik Blasenkontrolle nachts
Anteil der Kinder in %, die nachts über Blasenkontrolle verfügen
 (Angabe des Alters in Monaten)
Quelle: "Babyjahre" von Remo Largo

Häufiges Einnässen während des Sauberwerdens ist völlig normal - manche Kinder schaffen es zwar, von heute auf morgen trocken zu sein, die meisten haben jedoch über längere Zeit noch einige Piesel-Pannen. Im Alter von 5 Jahren passieren noch etwa 5 % der Mädchen und 10 % der Jungen nächtliche Unfälle. 

Im Alter zwischen sechs und 16 Jahren nässen sogar noch etwa 640.000 Kinder in Deutschland nachts  ein. Passiert das regelmäßig nach Vollendung des 5. Lebensjahres, bezeichnet man das als "Enuresis" - laut WHO ist es dann eine behandlungsbedürftige Krankheit, wenn das Kind an mindestens zwei Tagen im Monat einnässt und organische oder medizinische Ursachen ausgeschlossen wurden.

Häufigste Ursache ist eine genetische Reifungsstörung des zentralen Nervensystems, bei dem die hormonelle Regulation eines bestimmten Hormons gestört ist, das den Wasserhaushalt im Körper beeinflusst. Man unterscheidet eine primäre und eine sekundäre Enuresis - eine primäre liegt vor, wenn das Kind noch nie tags oder nachts trocken war, also immer noch nachts einnässt, die sekundäre liegt vor, wenn das Kind bereits mehr als sechs Monate trocken war und nun rückfällig wird. Die sekundäre Enuresis ist meist psychisch bedingt oder von einer Harnwegserkrankung verursacht. Über die Behandlungsmöglichkeiten könnt ihr Euch hier näher informieren.


Die Kontrolle über die Darmaktivität


Die Darmaktivität kann in der Regel eher kontrolliert werden, als die Aktivität der Blase. Das liegt daran, dass der Entleerungsvorgang nicht so "zeitkritisch" ist. Das Gefühl der nahenden Darmentleerung kündigt sich lange vorher an. Der Druck im Bauch nimmt kontinuierlich zu, so dass das Kind genügend Zeit hat, einen Toilettengang zu planen. Der Harndrang hingegen "überfällt" das Kind quasi - der Zeitraum, eine Toilette aufzusuchen, bevor es zu spät ist, ist deutlich kürzer. Ein großes Geschäft lässt sich auch im Notfall temporär unterdrücken - das ist mit dem Pullern jedoch nicht über einen längeren Zeitraum möglich.



Grafik zum Sauberwerden
Anteil der Kinder in %, die über vollständige Darmkontrolle verfügen
 (Angabe des Alters in Monaten)
Quelle: "Babyjahre" von Remo Largo

Auch wenn sie ihre Darmaktivität schon kontrollieren können, bevorzugen einige Kinder für die Darmentleerung noch über längere Zeit eine Windel. Es kommt auch häufiger vor, dass Kinder für die Blasenentleerung Topf oder Toilette verwenden, dieses aber für den Stuhlgang verweigern. Das war bei meiner Tochter auch der Fall und hat mich etwas verwirrt. Sie trug keine Windel mehr, verlangte aber, dass ich ihr eine anzog, als sie merkte, dass sie mal muss.

Auch hier empfehle ich abwarten. Es ist nicht sinnvoll, Druck aufzubauen, indem man die Windel verweigert - irgendwann ist jedes Kind ganz sicher so weit. Bei uns platzte der Knoten, als wir bei Freunden spielten und sie zu einem für sie unüblichen Zeitpunkt mal musste. Sie bat um eine Windel und ich konnte ihr leider keine geben. Stattdessen begleitete ich sie auf die Toilette, wo sie dann notgedrungen ihr Geschäft verrichten musste. Danach war es auch zu Hause überhaupt kein Problem mehr, die Toilette zu benutzen. 

Nutzt Töpfchentraining? 


Die Wörter Töpfchentraining und Sauberkeitserziehung suggerieren, dass man aktiv handelnd zu diesem Prozess beitragen muss. Das ist jedoch nicht der Fall. Lässt man den Kindern die Zeit, die sie brauchen, muss man nichts trainieren oder anerziehen, sondern kann irgendwann einen plötzlichen Entwicklungsschritt erstaunt beobachten.

Im Rahmen der oben erwähnten Zürcher Longitudinalstudien wurde u. a. der Einfluss des Töpfchentrainings auf das  Sauberwerden untersucht. Dazu wurden die Ergebnisse von zwei Einzeluntersuchungen verglichen - die eine war von 1954 bis 1956 durchgeführt worden, die andere in den 70er/80er-Jahren. Wie oben schon erwähnt, verschob sich in der Zwischenzeit das Auf-das-Töpfchen-Setzen durchschnittlich um 14 Monate nach hinten. Das bedeutete, dass Kinder durchschnittlich bis zu 1.300 (!) mal weniger auf das Töpfchen gesetzt wurden, bis sie sauber waren. 

Das Sauberkeitstraining führte zwar durchaus dazu, dass im Verlauf des zweiten Lebensjahres tatsächlich mehr Kinder sauber wurden - diese "trockenen" Kinder machten jedoch vor allem deshalb nichts mehr in die Windel, weil sie bis zu 10 mal am Tag auf den Topf gesetzt wurden. Mit 36 Monaten war der Effekt sogar umgekehrt - da waren dann sogar mehr nicht-topftrainierte Kinder trocken. Im Alter von 48 bis 60 Monaten gab es dann keine signifikanten Unterschiede mehr.

Dass es rein gar nichts bringt, den Töpfchengang zu trainieren, zeigte auch eine amerikanische Studie aus dem Jahr 2003. Sie ergab, dass Kinder, die vor dem 27. Lebensmonat an des Töpfchen gewöhnt wurden, genauso lang in die Windeln machten, wie Kinder, bei denen keine solchen Aktivitäten stattfanden. Es dauerte bei ihnen etwa durchschnittlich ein Jahr, bis ganz auf Windeln verzichtet werden konnte. Wurde erst nach dem 27. Lebensmonat begonnen, auf das Töpfchen zu gehen, brauchten die Kinder durchschnittlich nur sechs Monate, bis sie sauber waren. Mädchen waren in dieser Studie übrigens mit etwa 3 Jahren soweit, Jungen brauchten zwei Monate länger. 

Schadet Töpfchentraining?


Toilettenschilder Das kommt drauf an. Es verzögert die Entwicklung nicht - so viel ist zumindest erwiesen. Und wenn alles vollkommen ohne Druck geschieht, wird der spielerische Umgang mit dem Topf nicht schaden. Problematisch wird es in meinen Augen dann, wenn eine bestimmte Erwartungshaltung besteht - und das passiert leider in den meisten Fällen automatisch. 

Kinder schaffen es nämlich durchaus recht früh, zielgerichtet in ein Töpfchen zu pullern. Sie begreifen gut, was von ihnen erwartet wird, so dass es anfangs recht schnell zu Erfolgen kommen wird. Diese werden dann oft ausgiebig gelobt und das Kind ist dadurch auch zunächst hochmotiviert (wen auch leider vorrangig extrinsisch). 

Allerdings: aktiv auf Ansage pullern zu können und rechtzeitig zu merken, dass man dringend muss, sind zwei vollkommen verschiedene Sachverhalte. Leider gehen einige Eltern jedoch davon aus, dass ein Kind, das erfolgreich ins Töpfchen macht, auch automatisch rechtzeitig merken müsste, wann es muss. Das ist jedoch meistens nicht der Fall. Das führt schnell zu Frustrationsspiralen, weil zu viel erwartet wird. Die Eltern denken "Mein Kind müsste es doch rechtzeitig merken, es pullert doch schließlich schon in den Top!", dabei kann das Kind noch gar nichts anderes, als einfach zielgerichtet pullern.

Eine solche Erwartungshaltung setzt das Kind unter Druck. Dabei ist es ganz egal, ob die Eltern ihre Erwartung formulieren oder nicht - Kinder spüren ganz deutlich, wenn ihre Eltern enttäuscht sind, auch dann, wenn diese versuchen ihre Enttäuschung zu verstecken. Und elterliche Enttäuschung ist für Kinder sehr belastend, weil sie das Gefühl vermittelt, dass das Kind nicht gut genug sein könnte. Kinder streben immer nach der Aufmerksamkeit und der Zuneigung der Eltern und der Gedanke, diese zu verlieren, setzt sie unter Stress und Erfolgsdruck. Sie spüren ganz intuitiv, dass sich die Eltern sorgen, warum das Sauberwerden so gar nicht voran geht - wo das Kind doch eigentlich so super ins Töpfchen pullert.

Jeder Unfall - und solche kommen in diesen Situationen naturgemäß sehr häufig vor - enttäuscht auch das Kind. Es ist ja anfangs hochgradig durch die elterliche Euphorie motiviert und will so gerne die Erwartungen der Eltern zu erfüllen. Wenn sie immer und immer wieder Rückschläge erleben, weil sie eben nur gezielt pullern können, aber nicht rechtzeitig merken, wann sie müssen, frustriert sie das zutiefst. 

Es gibt die Beobachtung, dass die Kinder, die wegen späten Einnässens einem Arzt vorgestellt werden, häufig schon früh mit einem Töpfchentraining konfrontiert waren. Dies wird allerdings nicht als ursächlich angesehen - vielmehr geht man davon aus, dass das späte Einnässen von einem stark kontrollierenden Erziehungsstil - bei dem das Töpfchentraining häufig sehr früh praktiziert wird - verursacht sein könnte. 

Belohnungen bei der Sauberkeitserziehung 


Immer wieder lese ich die Empfehlung, das Sauberkeitstraining mit Belohnungen und Loben zu verbinden. Treue Leser dieses Blogs kennen meine Meinung zum Loben sicher - mit der gleichen Argumentation würde ich immer von Belohnungen abraten. Zwar klappt es in der Hundeerziehung hervorragend, mit Leckerlis das gewünschte Verhalten zu verstärken, aber bei Kindern beeinflussen Lobe/Belohnungen die Motivation. Ich hatte im verlinkten Artikel bereits über Studien geschrieben, die zeigten, dass Belohnungen dazu führen, dass das gewünschte Verhalten weniger oft und gerne gezeigt wird.

Der Hauptgrund für mich, von Belohnungen für den Töpfchengang abzuraten ist, dass es für Kinder frustrierend ist, die Belohnung nicht zu erhalten, obwohl sie sich wirklich bemüht haben. Das Ausbleiben einer Belohnung wird von ihnen im Grunde wie eine Strafe empfunden. Wenn sie also körperlich noch gar nicht in der Lage sind, ihre Blase zu kontrollieren, dann wird man das mit Belohnungen nicht ändern können. Kein Mensch käme doch auf die Idee, einem Kind für jeden erfolgreichen Lauf- oder Sprechversuch ein Gummibärchen anzubieten ;-).


Außerdem liest man immer wieder, dass Kinder durch die Aussicht auf eine Belohnung anfangen, etwa zwanzig mal am Tag das Töpfchen aufzusuchen und einen Tropfen dort zu hinterlassen - nur um das Gummibärchen naschen oder den Sticker kleben zu können. Das ist ja nun auch überhaupt nicht zielführend.

Belohnungen signalisieren außerdem mangelndes Vertrauen in die Fähigkeiten des Kindes. Zu sagen: "Wenn du rechtzeitig auf den Topf gehst, dann gibt es einen Sticker" suggeriert ganz eindeutig: "Ich glaube nicht, dass du es wirklich allein schaffst. Offenbar muss man dich erst motivieren, weil du ohne Anreiz zu faul oder unfähig bist". Natürlich freuen sich die Kinder, wenn sie eine Belohnung erhalten - aber wir dürfen dabei nicht vergessen, dass sich das auf die Eltern-Kind-Beziehung auswirkt.

Sanfte Unterstützung beim Sauberwerden


Woran erkennt man die Bereitschaft zum Sauberwerden?


Es gibt verschiedene körperliche Entwicklungsschritte, die erforderlich sind, damit die Windel überhaupt erfolgreich weggelassen werden kann: 

  • das Kind muss die Hose allein herunterziehen können,
  • es muss eigenständig in der Lage sein, sich auf den Topf oder die Toilette zu setzen,
  • es sollte verbalisieren können, dass es mal muss und
  • es gibt längere Zeiträume (etwa drei bis vier Stunden), in denen die Windel trocken bleibt.

Außerdem sollte das Kind ernsthaftes Interesse zeigen, also


  • verlangen, die Eltern auf die Toilette begleiten zu dürfen,
  • keine Windel mehr tragen wollen und/oder
  • volle Windeln sofort anzeigen und gewechselt bekommen wollen.

Sobald Kindern der Blasen- oder Harndrang bewusst ist, beginnen sie in der Regel, sich auffällig zu verhalten. Manche verziehen die Gesichter, die meisten nehmen eine bestimmte Körperhaltung ein und wenn sie sprachlich dazu in der Lage sind, machen einige darauf aufmerksam, was gerade passiert. Erst mit dem Entstehen dieses Bewusstseins, beginnt der Prozess der willentlichen Steuerung.

Hier können Eltern sinnvoll unterstützen, indem sie das Kind besonders aufmerksam beobachten und diese Zeichen erkennen und entsprechend einen Topf anbieten oder auf die Toilette begleiten.

Toiletteschilder
Die meisten Kinder zeigen irgendwann sehr großes Interesse an der Toilette. Sie setzen sich darauf - meistens noch ohne dass etwas passiert. Sie spielen mit der Spülung, der Toilettenpapierrolle und der Toilettenbürste. Einige finden das Ganze so spannend, dass sie die Eltern auch immer wieder begleiten wollen. Es mag nicht jedermanns Sache sein, das Kind bei seinen Geschäften teilhaben zu lassen - dem Sauberwerden ist dies jedoch durchaus zuträglich. Kinder lernen durch Vorbilder und Nachahmung - auch hierbei. Ohne zu sehen und zu erleben, was auf Toilette geschieht, ist der Toilettengang für Kinder sehr abstrakt und manchmal auch furchterregend. 

Tipps und Tricks zum Sauberwerden


Gerade am Anfang muss es schnell gehen - der Zeitraum zwischen dem Gefühl "Oh, ich muss!" und dem Moment, wo es losgeht, ist zunächst sehr kurz. Nach und nach lernen Kinder, einzuhalten - am Anfang ist dies die größte Herausforderung. Daher sollte die Kleiderwahl gut durchdacht sein. Für Mädchen sind in diesem Zeitraum Kleider oder Röcke ideal - Unterhosen, Leggins oder Strumpfhosen sind schnell herunter gezogen.

Bei Hosen sollte man darauf achten, dass diese möglichst leicht und schnell herunter gezogen werden können. Bei uns bewährt hat sich der Clip-Ho-Gürtel, weil der leicht zu weite Hosen, die ja besonders gut runter gezogen werden können, ohne lästige Schnalle an Ort und Stelle hält. Runter geht die Hose meist recht gut - einige Kinder haben Schwierigkeiten, beim Hochziehen. Wenn man das Kind anleitet, die Hose beim Hochziehen hinten zu greifen, wird es das bald alleine schaffen.

Wenn das Kind zwar grundsätzlich bereit ist, auf die Toilette zu gehen, sich aber noch nicht zutraut, die Windel weg zu lassen, sind Windelslips sinnvoll. Sie können wie ein Slip hoch und runter gezogen werden. Solche gibt es eigentlich von fast allen Marken - wir haben die besten Erfahrungen mit Easy Up von Pampers und der LIDL-Eigenmarke gemacht. Nachteilig sind der vergleichsweise hohe Preis und die nicht mehr ganz so praktische Entsorgung, weil die Schmutzwindel nur noch an einer Stelle verschlossen wird (dazu ist übrigens der Klebestreifen hinten dran - der hat schon so manchen verwirrt). 

Töpfchen oder Toilettenaufsatz?


Kinder sind sehr individuell. Während manche unbedingt rauf auf die große Toilette wollen - ganz wie die Großen! - ist das anderen viel zu unheimlich. So ein großes Loch und so hoch sitzen? Nein - sie ziehen lieber ein bodennahes Töpfchen vor. Bei der Auswahl des Töpfchens sollte man dem Kind die Wahl lassen. Wenn es sich selbst eins ausgesucht hat, ist die Wahrscheinlichkeit, dass es das auch gerne nutzt, sehr hoch.

Wird die Toilette bevorzugt, sollte die Öffnung mit einem Sitzring (gut geeignet ist der Flexifit) verkleinert oder gleich ein Familiensitz angeschafft werden. Letzterer hat zwischen Sitz und Deckel einen gesonderten Kindersitzring. Viele Kinder mögen es nicht, wenn ihre Beine in der Luft baumeln, während sie auf der Toilette sitzen. Abhilfe schafft ein Tritt oder eine Toilettentreppe - diese erleichtern auch das "Drücken", weil die Füße abgestützt werden können.

Unsere Leserin Sonja hat mir den Rotho-WC-Sitz Top empfohlen. Er ist durch vier verschiedene Einstellungen auf unterschiedliche WC-Brillen anpassbar. Der vordere Spritzschutz ist vergleichsweise hoch - ein wichtiges Detail für Jungs. Schon Dreijährige können den Sitz selbständig installieren. 

In der Phase des Sauberwerdens bietet es sich an, mobile Töpfchen bei sich zu führen. Zwar nimmt es vermutlich kaum einer übel, wenn sich ein Kleinkind in der freien Natur erleichtert, aber Stuhlgang im Freien kann ziemlich auf Mamas Oberschenkelmuskulatur gehen und die Entsorgung großer Geschäfte ist auch nicht so super angenehm. Nicht immer ist eine Toilette in der Nähe und manchmal muss es auch sehr schnell gehen.

Töpfchen für unterwegs gibt es in der Variante Einmalverwendung und gleich komplett Wegschmeißen aus Pappe oder für die Handtasche ein Töpfchen aus Kunststoff, das mit einem Tütchen ausgekleidet wird. Bekanntester Vertreter des klappbaren mobilen Töpfchens ist die Potette. Dort wird ein Einlegetütchen hinein gelegt, das dann nach der Benutzung entsorgt werden kann. Besonders praktisch an der Potette ist, dass sie unterwegs auch als Toilettenaufsatz verwendet werden kann - einfach auf öffentliche WC-Sitze legen und das Kind kommt dann damit nicht in Berührung. Etwas günstiger ist das Tippitoes Travel Potty, das jedoch nicht ganz so flach ist.

Buchtipps 


Wenn man die Kinder nicht sooo gerne mitnimmt, wenn man die eigenen Geschäfte verrichtet, dann kann man das Mysterium Toilettengang für Kinder mit Büchern erklären. Wirklich schöne Bücher zu dem Thema sind:


Was mir nicht gefallen hat, war Leo Lausemaus - Lili geht aufs Töpfchen, weil da die kleine Schwester als Windelträgerin wirklich unschön herabgesetzt wird. 

Zu guter Letzt - ein Wort zum ständigen Lamentieren der älteren Generation 


Das Trockenwerden war eines der heißesten Konfliktfelder zwischen mir und meiner Mutter. Sie hat mittlerweile von meinem Vater verboten bekommen, darüber zu reden, weil er es nicht mehr hören kann. Meine Mutter behauptet, ich sei mit 11 Monaten trocken gewesen. Das habe ich mal ihrer Schwester (also meiner Tante) erzählt, die in schallendes Gelächter ausbrach. 

Das Problem an der Stelle ist wieder die Definition des "Trockenseins". Vermutlich war ich durchaus in der Lage, in ein Töpfchen zu pullern - aber gut, die Wahrscheinlichkeit, dass da mal was rein geht ist recht hoch, wenn man das Kind stündlich auf den Topf setzt. Damals ließ man die Kinder auch gerne mal so lange sitzen, bis sie etwas rein gemacht haben - auch das kleinste Kind begreift entnervt irgendwann, dass es etwas produzieren muss, um aufstehen zu dürfen. Nur - ich hatte es ja schon geschrieben - hat Pullern auf Befehl wenig mit dem Wahrnehmen des Urinierbedürfnisses zu tun.

Meine Mutter will partout nicht verstehen, dass die Aussage, dass das Trockenwerden ein Reifungsprozess ist, nicht von Pampers in Umlauf gebracht wurde. Für sie ist das heutige Gewese um das Sauberwerden eine Verschwörung der Windelindustrie. Ich habe es aufgegeben. Es ist nicht meine Aufgabe, meiner Mutter die Welt zu erklären - ich kann mich aber freundlich für ihre Ratschläge bedanken und sie höflich darum bitten, mich einfach machen zu lassen, was ich für richtig halte.

Nachtrag: Wir haben das Thema Trockenwerden gegenüber meinem Sohn nicht weiter thematisiert. Ein Jahr nachdem dieser Artikel erschien - das war etwa ein Monat, nachdem er 4 Jahre alt wurde - stolzierte mein Sohn eines Morgens in die Kita, zog seine Windel aus und drückte sie der Kita-Leiterin mit den Worten: "Die brauche ich nicht mehr" in die Hand und ging ab da wie selbstverständlich auf die Toilette. Auch bei ihm nahm ich in den nächsten ein bis zwei Wochen ein paar nasse Hosen mit nach Hause und dann war das Thema innerhalb kürzester Zeit erledigt.

Blum NJ, Taubnam B, Nemeth N. Relationship between age at initiation of toilet training and duration of training: A prospective study. Pediatrics. 2003;111:810–4








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Kommentare:

  1. Liebe Danielle,
    vielen Dank für diesen wertvollen Artikel.
    Ich gehöre ebenso zu der Generation die im ersten Lebensjahr "trocken" gewesen sein soll. Mein Vater erzählt mir immer wieder voller Stolz, dass ich ja schon mit 9 Monaten "trocken" war. Die 70er halt! :) Auch ich habe beschlossen, keine Diskussion mehr mit ihm darüber zu führen. Punk!

    Ich habe zwei Jungs im Alter von 4 und 2 Jahren. Der Große ist gerade mal so eben vor einem halben Jahr trocken geworden. In dem Moment als der Kiga Druck machen wollte. Er wäre auch der letzte in der Gruppe, nein im ganzen Kiga und die Erzieherinnen könnten ihn nun nicht mehr wickeln, weil... blablabla...!
    Mit all dem Wissen, was wir heute haben, frage ich mich, wieso solche Einrichtungen noch diese Karte spielen? Dass mit Druck und zum Teil auch Brechen des Stolzes dem Kind nichts Gutes getan wird, wissen die doch!
    Eines morgens wollte er keine Windeln mehr anziehen und nachts war er eh schon lange Trocken. Ich war froh, dass es von allein passierte und ich ihm nicht gegen seinen Willen, die Windel entzog.
    Mein Kleinster macht gerade aufs Töpchen. Allerdings nur wenn er hier nackig rumrennt. Da freue ich mich dann auf den nächsten Sommer, dann kann er den Garten "bewässern" :)

    Ach ja, die beiden Jungs lassen sich auch sprachlich beide richtig viel Zeit. Viele sind ja schon nervös, wenns mit 1 nicht losgeht. Mein Großer hat mit 3 den Dreh bekommen und der Kleine arbeitet gerade dran, wichtige Wörter auszudrücken. Weder 2-Wort-Sätze und schon gar keine ganzen Sätzen. Auch ein Thema, bei dem wir entspannt sein dürfen. :)
    Alles Liebe
    Diana

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    1. Liebe Diana,

      oh je, da kann ich wirklich froh sein! Unsere Erzieherin meinte, dass es wahrscheinlich noch etwa ein halbes Jahr dauern wird, bis wir die Windeln weg lassen können. Sie haben glücklicherweise kein Problem damit und mir auch geraten, abzuwarten.

      Manche Kinder sind scheinbar in allem eher gemütlich... meiner gehört auch dazu. Gut, dass es mir beim zweiten Kind so geht, beim ersten hätte es mich nervös gemacht.

      Liebe Grüße und danke für Deinen Kommentar!
      Danielle

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  2. mich irritiert dieser artikel etwas - ist er doch das typische sauberwerden des westen. meine tochter war ein wickelkind und wir liesen die windel erst sehr viel später weg und fingen windelfrei an da war sie shcon 15,5monate. sie brauchte 3 wochen bis sie kontrolle über ihre blase erhielt. inzwischen ist sie nach 7 wochen tags und nachts trocken mit einigen wenigen pannen. ich glaube dass der artikel zwar gut recherchiert ist aber übersieht dass dieses "ein kind hat bis 2 jahre keine kontrolle über shcließmuskel"-theorie wurde doch schon lange überholt

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    1. Hallo,

      das sind die aktuellen "gesamtdeutschen" Empfehlungen ;-). Natürlich gibt es immer Abweichungen nach oben oder unten - so wie manche über fünf Jahren noch Probleme haben, gelingt es manchen Kindern auch schon unter zwei Jahren, ihre Blase zu kontrollieren. Dass die Angabe, dass ein Kinder durchschnittlich zwischen dem zweiten und fünften Lebensjahr die Blasenkontrolle gewinnen, so nicht stimmen soll, habe ich noch nicht gelesen - kannst Du mir dazu nähere Informationen geben?

      Viele Grüße!
      Danielle

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  3. Sehr interessantes Thema, welches mich auch schon eine Weile beschäftigt. Mein Sohn ist 18 Monate alt und wir sind die einzigen im Freundeskreis, die gar kein Töpfchen besitzen. Ich bin der festen Überzeugung, dass Kinder von ganz alleine trocken werden. Leider enten wir dafür viel Unverständnis. Hinzu kommt, dass wir im tiefsten Osten wohnen und hier betreiben alle Krippen noch das klassische Töpfchentraining, ohne Zustimmung der Eltern. Es wird einfach so gemacht, weil es schon immer so ist. Das macht macht extrem wütend aber wir haben keine Wahl, höchstens eine private Einrichtung würde hier Abhilfe schaffen, aber die können wir uns definitiv nicht leisten. Das dieses Training nichts bringt, zeigt mir ja auch, dass mein kleiner zu Hause gar kein Töpfchen vermisst. Es ist also eine reine Gewohnheitssache die er mit der Krippe verbindet, nicht jedoch mit seinen Bedürfnissen.

    Mein Sohn kann bisher kaum sprechen, bis auf wenige Wörter (hauptsächlich Tiere) kommt da noch nichts, wie soll er denn so jemals mitteilen, dass er mal muss? Wir warten also einfach ab, irgendwann wird er von alleine kommen und sei es mit 4. Bis dahin müssen wir auch die typische Diskussion mit den Großeltern ausfechten, denn auch hier wird standhaft behauptet, dass wir mit einem Jahr trocken werden und die Pampers an allem Schuld ist...

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  4. Danke für diesen Artikel. Es wird hier zwar noch ein wenig dauern, bis das Thema aufkommt (der Sohn kommt in den nächsten Tagen auf die Welt), allerdings werde ich bei dem Thema ganz stark meine Schwiegermutter ignorieren müssen. Die erzählte letztens nämlich stolz, dass der Sohn ihrer Nichte mit einem Jahr jetzt schon auf Trockenwerden trainiert wird. Ich habe mich in diesem Fall mit meiner Meinung zurückgehalten, werde das aber in einem Jahr sicherlich nicht tun.

    Und meine eigene Mutter sagt bis heute, dass mein Vater im Urlaub Probleme mit seiner Verdauung hat, weil er bereits mit 9 Monaten auf ein Töpfchen gesetzt wurde. Zumindest die Oma wird keine Diskussion zu diesem Thema vom Zaun brechen. ;)

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  5. Wow, ich habe mir darüber noch nie Gedanken gemacht. Ich lasse das wie so vieles auf mich zukommen.
    Aktuell melden die beiden sich immer häufiger, wenn sie die Windel voll haben oder auch mal kurz davor.
    Als Startsignal nun meinerseits irgendwie zu erziehen habe ich das noch nie gesehen. Ich finde es nur spannend, dass sie es wohl langsam merken, wenn sie gemacht haben oder müssen. Nicht mehr, nicht weniger.
    Sie sind eineinhalb Jahre alt.

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  6. Ja ja, den letzten Abschnitt kenne ich leider nur zu gut. Ich selber war ja auch mit 1jährig schon stubenrein (und habe aber bis über 3 "absichtlich", "aus Bosheit" und "aus Faulheit" weiter eingepullert *augenroll*). Von diesen Erfahrungen ausgehend, wurde auf meinen Kleinen (ohne mein Wissen) so hohen Druck gemacht, dass er anfing, den Stuhl zu verhalten. Das kann böse Folgen haben, und wir haben den Weg aus diesem Teufelskreis nur mithilfe einer Pädopsychiaterin gefunden.

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  7. Toller Artikel - als "Ostkind" war ich natürlich auch schon mit einem Jahr trocken :-)

    Bei meinem eigenen Sohn (fast 2,5) besteht zwar Interesse wenn wir auf die Toilette gehen und er sagt, wenn er groß gemacht hat, mehr aber auch nicht - alles zu seiner Zeit!

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  8. Toller Artikel. Wunderbar geschrieben und wunderbar zu lesen. Vielen Dank dafür!! Meine Tochter (14 Monate) möchte keine Minute auf dem Topf sitzen, also warten wir.
    Ich komme auch aus der Gegend "alle Kinder müssen mit einem Jahr trocken sein", aber dieser Artikel hat mich wieder einmal gestärkt, einfach alles passieren zu lassen und keinen Druck zu machen! Danke Danke!!!!

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  9. Immer wieder tolle und gut recherchierte Artikel.
    Unsere Tochter ist 16 Monate alt und ich habe auf Nachfragen der Umwelt auch schon das ein oder andere Mal über die Thematik nachgedacht. Grundsätzlich war ich aber auch der Ansicht, dass das schon alles von alleine klappt - der Artikel hat mich jetzt natürlich nochmal bestärkt. :) Ein Töpfchen haben wir zwar, aber das sollte zum Kennenlernen dienen. Unsere Tochter hat viel Spaß damit es umherzutragen ihre Kuscheltiere und auch sich selbst reinzusetzen - mehr aber auch nicht und was anderes erwarten wir auch nicht.

    PS: Ich studiere Bildungswissenschaften und habe ein Seminar zum Thema Frühe Hilfen, wo wir seit längerem Bindungsmuster und -theoreien behandeln. Dank eures tollen Artikels konnte ich mich gleich einbringen, da ich hier ja schon etwas über sicher und unsicher gebundene Kinder gelesen hatte - auch hier wieder toll recherchiert. Uni-würdig ;)

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  10. Vielen Dank für Eure Kommentare! Wir freuen uns wirklich, wirklich, wirklich über Feedback. Natürlich am meisten, wenn es so positiv ist :-).

    Ganz herzliche Grüße!

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  11. Das passt ja perfekt! Unsere Tochter ist jetzt 18 Monate alt und die liebe Schwiegermutter fragt, wann wir endlich mit dem Töpfchentraining anfangen, denn ihr Sohn sei ja schon mit 12 Monaten trocken gewesen.
    Wenn wir die Toilette benutzen, dann lassen wir immer die Tür offen, so dass unsere Tochter sehen kann wozu dieser Raum auch genutzt wird . Sie zeigt auch schon großes Interesse, was mich manchmal etwas irritiert, denn dabei hat man nicht wirklich gerne Publikum :-)
    Bisher sagt sie uns auch, wenn sie das große Geschäft gemacht hat, beziehungsweise wenn ein bisschen stinkige Luft gekommen ist , das ist bei ihr momentan noch das gleiche .
    Ich finde es schwierig abzuschätzen, wann der richtige Zeitpunkt ist, sie aufs Töpfchen zu setzen. Sie kann immer darauf, wann immer sie will , aber ich glaube momentan hat sie noch nicht begriffen, wozu das Ding da ist. Wir lassen uns nicht stressen , lange wird es bestimmt nicht mehr dauern, bis sie uns ganz deutlich sagt bevor es losgeht. Jetzt muss ich bloß noch meine Schwiegermutter davon abhalten, meine Tochter ununterbrochen aufs Töpfchen zu setzen, wenn sie mal auf sie aufpasst. Dann kommen auch noch Sprüche wie: „ du bist doch schon ein großes Mädchen, du brauchst doch keine Windel mehr!“
    Vielleicht verbanne ich das Töpfchen einfach noch eine Weile auf den Dachboden…

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  12. Ich gebe euch gern recht, jedes Kind sollte sich die Zeit nehmen dürfen die es braucht. Trotzdem - meine Tochter hat mit 6 Monaten angefangen, sich vorher bemerkbar zu machen wenn sie groß musste und ließ sich dann abhalten. Seitdem (sie ist inzwischen 14 Monate) hat sie vielleicht noch 10× groß in die Windel gemacht - und meist wenn wir unterwegs waren. Auf den Topf habe ich sie deshalb schon mit 9 Monaten gesetzt und sie hat ihn sofort benutzt und liebt es bis heute ewig drauf zu sitzen... die ersten trockenen Windeln hatten wir auch vor dem ersten Geburtstag und inzwischen ist vielleicht noch jede 4. Windel vollgepullert. Tagsüber geht das Pullern vielleicht noch 2 mal am Tag daneben, den Rest zeigt sie an (zeigt auf sich und sagt "AA"). Ich würde also durchaus sagen dass es für ein Kind möglich ist, das auch schon sehr früh zu merken.

    Allerdings loben wir inzwischen bewusst nicht mehr - etwas was ich in diesem Blog gelernt habe. Und ich setze sie auch nur auf den Topf wenn sie es von sich aus fordert.

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  13. Wieder einmal kommt der Artikel gerade zu der Zeit, in der ich mich gedanklich mit genau diesem Thema beschäftige - manchmal ist es fast schon unheimlich! ;)

    Meine Tochter ist 14, 5 Monate und sagt immer Bescheid wenn sie "groß" in die Windel gemacht hat (seit kurzem auch schon ein paar Mal BEVOR sie gemacht hat), manchmal auch wenn sie gepinkelt hat (sie spricht natürlich noch nicht viel, daher heißt bei ihr beides "Pipi"). Auch wenn ich auf Toilette gehe schaut sie zu und zeigt auf mich und sagt "Pipi".

    Natürlich ist sie motorisch noch lange nicht in der Lage sich die Hose selbst herunterziehen zu können. Dennoch überlege ich, ihr einen Toilettensitz zu besorgen. Vor allem da ich gelesen habe, dass sich das "sauber werden" verzögern kann wenn man nicht auf die Bereitschaft des Kindes eingeht. Aber das seht ihr, so wie ich den Artikel verstehe anders, oder?

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    1. Nein, nein, wenn Interesse da ist, dann solltest du die unterstützen. Es ist zwar sehr früh und möglicherweise verliert sich das Interesse auch schnell wieder. Es kann aber sein, dass dein Kind zu den Frühstartern gehört.

      So lange du keine Erwartungshaltung entwickelst, ist es völlig unproblematisch ihr zu helfen, wenn sie auf die Toilette möchte.

      Liebe Grüße
      Danielle

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  14. Das hier finde ich persönlich auch eine schöne Erklärung. Für die, die es eilig haben.

    http://www.rabeneltern.org/index.php/ammenmaerchen/mit-und-ohne-windeln-ammenmaerchen/1350-mein-baby-gibt-keine-signale

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  15. Vielen Dank für diesen Artikel! Die Zürcher Longitudinalstudien werde ich mir noch einmal genauer angucken. Meine Schwiegermutter erzählt nämlich bei nahezu jedem unserer Zusammentreffen, dass mein Mann (*1986) mit einem Jahr komplett trocken war. "Aber ihr nehmt ja Wegwerfwindeln, da geht das nicht so schnell. Und Mädchen brauchen ohnehin länger als Jungs." Das mag zunächst verständnisvoll klingen, aber da sie immer und immer wieder darauf herumreitet, fühle ich mich und meine Tochter schon unter Druck gesetzt. Und zumindest ihre zweite Behauptung, Jüngen würden schneller trocken werden als Mädchen, scheinen die Zürcher Studien ja zu widerlegen. Bisher habe ich mich ihr gegenüber immer zurückgehalten, aber ich glaube, langsam muss ich mal was sagen - nicht nur was das Trockenwerden angeht. Ich fühle mich durch diesen Blog sehr gut informiert und gestärkt. DANKE!

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  16. Für mich ist der Artikel eine Wiedergabe der allseits vertretenen Meinung - Kinder können erst mit frühestens 18 Monate ihren Schließmuskel kontrollieren, davor ist es nur Zufall wenn was ins Töpfchen oder WC geht, und es macht überhaupt keinen Sinn früher das Thema anzugehen. Schön, wenn die Lobby der Windelindustrie es schafft diese Meinung bei Eltern der westlichen Welt aufrecht zu erhalten obwohl es genügend Gegenbeweise für diese Annahmen gibt.

    Für mich ist die Entwicklung, dass Kinder mit 4 oder 5 Jahren noch immer mit Windeln herumrennen, oder Angst haben wenn sie groß aufs Klo müssen weil sie gar nicht wissen was da eigentlich aus ihnen rauskommt besorgniserregend. Soll das dann auch noch unter dem Deckmantel laufen - ich lasse meinem Kind die Zeit die es braucht oder ist es auch Bequemlichkeit der Eltern sich ja nicht mit dem Thema auseinandersetzen zu müssen? Ich sehe es als meine Aufgabe als Mama meinem Kind schrittweise Dinge beizubringen und es in seiner eigenen Entwicklung zu unterstützen und zu stärken. Ich gebe meinem Kind etwas zu essen - auch wenn es noch nicht ausdrücklich sagen kann ich habe Hunger, ich beschäftige mich mit meinem Kind und biete ihm Nähe und Geborgenheit auch wenn es nicht ausdrücklich gefordert wird, warum soll ich dann nicht auch meinem Kind die Möglichkeit geben seinen Körper und verschiedene Mechanismen zu verstehen?
    Wenn die Ausscheidungen als etwas ganz normales angesehen werden, und einfach zum Tagesablauf dazugehören, dann kann es auch nicht passieren, dass Kinder auf einmal unter Druck gesetzt werden wenn sie in den Kiga müssen - weil da müssen sie ja trocken sein. Wo liegt der Sinn darin, dass ich meinem Kind suggeriere es ist ok wenn du in die Windel machst, aber dann plötzlich mit 2-3 Jahren ihnen erkläre, dass man das nicht tut und jetzt das WC das Klo ist? Da sind Druck, Tränen, und Stress vorprogrammiert.

    Ja, ich habe die windelfrei Variante (Teilzeit) gewählt. Meine Motivation war aber nie, dass ich sagen kann mein Kind ist schon mit xy Monaten trocken sondern für mich stand im Mittelpunkt, dass ich vermeiden wollte, dass mein Kind mit seinen eigenen Ausscheidungen am Körper herumrennen muss. Ich finde diese Vorstellung einfach nicht normal oder natürlich.
    Für mich war das Thema aufs Klo gehen nie ein großes Ding, ich habe es immer wieder angeboten, und da meine Tochter sehr schnell verstanden hat für das das Töpfchen da ist, habe ich weitergemacht. Für die Windelliebhaber und Vertreter der 'zeit lassen Variante' unter uns sage ich sicherheitshalber dazu, dass es ohne Zwang, Druck, überschwänglichem Lob oder Schimpfen bei uns abläuft - es ist einfach was normales das dazu gehört.

    Meine Tochter beweist mir jeden Tag aufs neue, den oben angeführten Statistiken und Studien nicht zu 100 prozent Glauben zu schenken. Manchmal ist es besser seinen eigenen Weg zu gehen und nicht 1:1 das nachzumachen was immer wieder gepredigt wird.

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    1. Vielen Dank für Deinen Kommentar.

      Ich bin ehrlich gesagt etwas erstaunt, wie kontrovers dieses Thema diskutiert wird. Im Artikel ist ja erwähnt, dass es die Möglichkeit gibt, Babys "windelfrei" aufwachsen zu lassen. Die Idee als solche finde ich sehr interessant und ich glaube auch uneingeschränkt, dass das so funktioniert. Es hat jedoch sicher auch seinen Grund, warum Eltern seit etwa 40 Jahren dennoch gerne zur Stoff- oder Wegwerfwindel greifen. Offenbar fühlen sich die meisten jedoch nicht in der Lage, die Signale ihres Kindes bezüglich seiner Ausscheidungen rund um die Uhr wahrzunehmen und darauf zu reagieren (und ein promptes Reagieren ist dafür nun mal erforderlich - auch wenn ich gerade in der S-Bahn sitze).

      So wie Du die Erfahrung gemacht hast, dass Dein Kind sehr früh signalisierte, dass sie sich ihrer Ausscheidungen bewusst ist, so macht mein Kind mit drei Jahren nicht die geringsten Anstalten. Und ich kann ganz sicher sagen, dass das nicht an meiner mangelnden Fähigkeit ist, seine Bedürfnisse wahrzunehmen, sondern daran, dass er selbst es schlicht nicht merkt. Ich biete ihm an, auf den Topf/die Toilette zu gehen - er verweigert sich vollständig. An der Stelle hilft es mir rein gar nichts, dass andere Kinder das können - meines kann das nicht.

      Ich bestreite durchaus nicht, dass ich ihm das Signalgeben erst abgewöhnt habe - das ist sicherlich der Fall. Aber es ist völlig illusorisch zu denken, dass Windelfrei praktizierbar ist, wenn das Kind mit einem Jahr fremdbetreut wird. Daher gehen wir - wie wohl 99,9 % aller anderen Eltern auch den Weg des Windelbabys.

      Mich verwundert etwas die Vehemenz (das meine ich allgemein und wirklich nicht speziell auf Dich bezogen!) mit der das Thema Ausscheidungskontrolle diskutiert wird. Es gibt mehrere Wege - und wie bei (fast) allen Dingen führen auch mehrere ans Ziel. Ich schade meinem Kind sicher nicht mit Windelfrei und ich schade meinem Kind auch nicht mit Windeln. Dieser Artikel ist für Windelkinder - einen Windelfrei-Artikel gibt es bei uns auch. Jeder soll sich zu den Themen informieren können, die ihn interessieren.

      Letztendlich denke ich mir, dass jeder sein Kind kennt und beobachtet - und so wie es Einjährige gibt, die freiwillig gerne ins Töpfchen machen, so gibt es Vierjährige, die kein Interesse haben. Das heißt aber nicht, dass das vierjährige Kind besonders schlau ist oder dessen Eltern die schlechteren sind - es heißt einfach: Jedes Kind ist verschieden.

      So wie ich völlig fraglos akzeptiere, wenn mir jemand sagt: Kinder können das auch früher, erwarte ich, dass man mir glaubt, wenn ich sage: Meins kann es nicht. Es ist doch eher weniger bedenklich, dass Kinder mit 4 Jahren noch in die Windel machen, als dass von ihnen erwartet wird, dass sie es mit 3 Jahren in der Kita nicht mehr tun.

      Viele Grüße!
      Danielle

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  17. Hallo Danielle, ich glaube diese Diskussion entsteht vor allem dadurch dass die Mütter, bei denen die Kinder eben doch selbst gern und früh auf den Topf gehen, von vielen Artikeln das Gefühl bekommen dass die Kinder das nur tun weil sie sie quasi dazu gedrillt haben. Mir geht das nämlich auch oft so dass ich das Gefühl habe ich muss mich dafür verteidigen und betonen, dass sie das von allein fordert. Und auch wenn Windelfrei angesprochen und akzeptiert wird ... Vielleicht liegt das Problem bei 'Windelfrei' darin dass man den Eindruck hat dass das Kind dabei ohne Windel groß gezogen wird. Und die Mütter deren Kinder eben ganz normal mit Windeln gelebt haben und wo die Kinder dann mit 6-7 oder auch 10-12 Monaten auf einmal angefangen haben es anzuzeigen, sich dann nicht zu dem 'Windelfrei' dazuzählen.

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    1. Liebe Jenny,

      vielen Dank! Das ist eine durchaus nachvollziehbare Erklärung. Schade, dass wir Mütter dazu neigen, das Gefühl zu haben, uns für unseren Weg verteidigen zu müssen.

      Ich glaube durchaus, dass es Kinder gibt, die auch in frühem Alter Interesse am Topf haben oder anzeigen, wann sie müssen. Daher erwarte ich eigentlich auch, dass man mir glaubt, wenn meine Erfahrung ist, dass es mein Kind eben gar nicht hat/kann. Vermutlich fühlt man sich unsinnigerweise angegriffen, wenn gesagt wird: das können doch alle Kinder! Das impliziert: Du bist offenbar zu unfähig, dass zu erkennen...

      Ich wünsche mir daher bei diesem Thema - wie bei vielen anderen - mehr Toleranz für die verschiedenen Wege.

      Liebe Grüße
      Danielle

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  18. Da hast du recht - eigentlich auch von uns Müttern doof, sich ständig angegriffen zu fühlen. Wir finden immer einen Weg uns schlecht zu machen - geht das Kind früh auf den Topf reden wir uns ein alle anderen denken wir sind Drill - Mütter ... und geht es erst später auf den Topf denken wir alle anderen halten uns für unfähig ... ��

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  19. Auch sehr interessanter Text! Wir haben gerade vor einer Woche einen Toilettenaufsatz gekauft und unser Söhnchen (2 J 9 Mon) hat sich bisher zweimal kurz draufgesetzt, sonst interessiert es ihn nicht besonders… Er meldet zwar immer mal wieder, wenn er die Windeln voll hat und ist fasziniert davon, wenn er beim Baden Pinkeln muss.. :-) aber das war es bisher. Meine Mutter erzählt auch immer stolz, dass ich mit anderthalb Jahren sauber war. Meine Oma (die Kleinkindpädagogin war!) hat mich im Sommer schön nackig rumlaufen lassen. Hat wohl auch funktioniert…Aber ich finde das nicht so wichtig. Das kommt schon noch! LG, Julia

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  20. gut recherchiert und trotz der länge gut lesbar :-) Und die Diskusion ist cool xD

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  21. Auch ich bin eine begeisterte Leserin Eures Blogs. Und auch ich mache mir gerade Gedanken über das Trockenwerden. Unser Sohn ist 18 Monate alt und kündigt seit einiger Zeit zuverlässig an, wenn er "AA" machen muss (frage ich ihn aber 1 Minute später, ob er die Windel voll hat, sagt er nein :-) ). Und da er neuerdings seit ein paar Tagen morgens auf die Wickelkommode pinkelt, wenn ich die Windel abmache, habe ich angefangen, ihn dann auf die Toilette zu setzen. Klappt gut. Heute morgen haben wir dann beim Abziehen das Pipi verabschiedet. Als er dann angezogen war, rannte er direkt wieder zum Klo, hob den Deckel hoch und rief "Tschüß" hinein :-) Wenn wir aufs Klo gehen, setzt er sich angezogen auf sein Töpfchen und "macht mit".
    Solange das für ihn OK ist, setze ich ihn morgens auf die Toilette (bloß nicht aufs Töpfchen!), und abends jetzt auch. Entweder er pinkelt, oder halt nicht. Wenn es im Sommer warm genug ist, lass ich ihn unten ohne rumlaufen (zum ersten Mal bedauere ich es, dass wir keinen Garten haben...). Ich bin mal gespannt, wie lange es dauert, bis er die Windel nicht mehr will.

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  22. Hall Danielle,

    vielleicht hast du einen Tipp für mich?
    Mein Sohn ist nun drei geworden. Alles top,.aber er will seit einem Jahr keine Windel mehr tragen.ich habe ihn darin was er will immer unterstützt und ihm das natürlich gewährt. Leider ist er bis heute nicht gewillt die nassen hosen zuzugeben!
    Das klingt alles bisschen komisch vielleicht. Bei uns ist da total der wurm drin und ich weiß einfach nicht wie er raus kommen kann!
    Schon in der wickelzeit, besonders zum Schluss, hat es mich sehr genervt dass er sich nicht gern die Windeln wechseln ließ, sogar obwohl sie übergelaufen waren und er durchnässt. Dann war er regelmäßig in der früh kacka machen auf demtopf, was für uns eine Erleichterung war, er hat selbst gesagt, dass er muss, acu mal nachmittags. Hat er aber in die Windel gemacht, wollte er sie bei mir nicht ausziehen. Leider entwickelten sich da manchmal unschöne Situationen daraus. ZB bin ich mal schreiend mit ihm vom Spielplatz heimgegangen da er nicht dort wechseln wollte und so stark im Sommer gestunken hat, dass ich nicht neben ihm im Sandkasten weiter sitzen wollte...
    Bin ich total intolerant?
    Fakt ist: er ist ein dickkopf - ich bin ein dickkopf!
    Ich mache ihm keinen Vorwurf dass er in die Hose piselt, oft sage ich ihm aber dass mal wieder Zeit ist das Klo zu besuchen, wwas lauthals mit "ich muss nicht!" kommentiert wird und fünf Minuten später ist die Hose nass. OK, aber wenn Ich dann daraufhinweise, weil er pitschnass herumturnt und meine Sachen nassmacht (:-() dann wirds für mich nervig weil er " nein, ist sie nicht " schreit und einfach oft nicht will.
    Was soll ich tun?
    Bitte schrieb nicht Ruhe bewahren, das schaffe ich nicht immer. Was soll ich machen wenns oder besser bevor es eskaliert? Auch mein Mann kommt dabei an seine grenzen..seit einem Jahr...
    Heute habe ich ihn nach dem dritten mal wechseln,.was.mal wieder laut ausfiel und mit ins Bad tragen geendet hat, gebeten mal wieder windeln zu tragen ob das besser ist weiß ich gar nicht aber er wollte eh nicht...
    Ich weiß einfach nicht wie man das Blatt drehen kann. Drei bis viermal wechseln nervt genauso so stark wie ihn aufs klogehen hinzuweisen. Aber ohne Windel...
    PS Nachts will er auch keine mehr seit er drei ist und das geht gut :--0
    ??????

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    1. Liebe Unbekannte,

      ehrlich gesagt, ist das recht schwierig für mich zu beurteilen, da ich so eine Situation nicht kenne. Kann es sich um ein Machtspiel handeln? Wie autonom wird er erzogen? Wie viel darf er entscheiden?

      Manchmal nutzen Kinder ihre Körperausscheidungen (oder auch gerne das Essen), um zu demonstrieren, dass sie die Macht über ihren eigenen Körper haben. Das geschieht häufig dann, wenn sie sich in anderen Bereichen stark eingeschränkt fühlen.

      Wechselt ihr denn die Sachen? Ich könnte mir vorstellen, dass ich in so einer Situation vielleicht sagen würde: Kein Problem, aber bitte wechsle selbst die Sachen.

      Mir fällt die Antwort deswegen so schwer, weil mit 3-Jähriger noch immer fröhlich die Windeln trägt und nicht die geringsten Anstalten macht, trocken zu werden. Daher kann ich mir gut vorstellen, dass Euer Sohn gerne wollte, aber einfach auch noch nicht wirklich kann. Mein Sohn merkt es wirklich nicht - und er ist auch nicht zu faul. Die Nachtwindel bleibt dennoch fast zuverlässig trocken - das ist also nur bedingt ein Indiz dafür, dass ein Kind es im Grunde "kann".

      Liebe Grüße!
      Danielle

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  23. Mit Interesse habe ich diesen Artikel gelesen und bin sehr froh darüber, dass darin auf den Gastbeitrag einer Windelfrei-Beraterin verlinkt wird. Diese Möglichkeit die Ausscheidungen zu handhaben ist hierzulande leider viel zu unbekannt und auch ich habe zu spät davon erfahren. Mein Sohn war bereits 5 Monate alt und hat nicht mehr signalisiert. Wir haben trotzdem mit Teilzeit-windelfrei angefangen. Nach wenigen Wochen hat er beim Abhalten zuverlässig ins Töpfchen gemacht und außer bei einem Magen-Darm-Infekt ist seitdem kein Kaka mehr in der Windel gelandet. Signalisieren tut er auch heute noch nicht. Aber er kann auch nicht sagen, wenn er Durst hat. Ich biete ihm einfach was an und wenn er will, nimmt er was. Genauso machen wir das beim Töpfchen. Zu den Gelegenheiten, bei denen er eigentlich immer muss (z.B. nach dem Essen oder nach dem Aufwachen) geht es auf den Topf und nach zwei Minuten ist er fertig (das signalisiert er inzwischen durch Wedeln mit den Händen). Außer beim Schlafen trägt er seit er 12 Monate alt ist zu Hause nur noch Schlüpfer. In der Kita geht das leider nicht. Schon gar nicht im Winter. Aber auch dort wird er dreimal täglich zusammen mit den etwas Älteren in der Gruppe zur Toilette gebracht und die Erzieherinnen staunen nicht schlecht, wie gut er das schon kann. Im Sommer wird er anderthalb und wir werden anfangen die Mittagschlafwindel wegzulassen, denn auch die ist jetzt häufig noch trocken. Teilzeit-Windelfrei ist also durchaus möglich, auch wenn man erst spät anfängt. Nur Mut! Regelmäßig frische Luft / nur dünne Baumwolle am Popo und freien Zugriff auf den eigenen Körper wünsche ich jedem Kind.

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  24. danke für diesen toll recherchierten artikel!
    mich würde dennoch interessieren, ob die heutigen "high-tec-windeln" diesen reifeprozess etwas ausbremsen, da das kind das gefühl des einnässens gat nicht mit einem möglichen "irgendwie-drückts-ich-muss-pullern"-gegühl in zusammenhang gebracht werden kann. also ob man die synapsen-verkabelung verhindert.
    jetz mal ganz salopp formuliert ;) ich hoff, du verstehst, was ich meine...
    ligrü, silvia

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    1. Liebe Silvia,

      es ist ganz unbestreitbar so, dass Windeln heute trockener sind als früher - aber die Wissenschaft sagt ja: Es geht weder schneller noch langsamer, als früher. Ich denke, dass die Eltern früher mehr gedrängt haben, weil SIE genervt waren von der ganzen Windelei. Heute ist Wickeln für Eltern sehr bequem.

      Zu sagen, dass die Kinder langsamer sauber werden, weil die Windel trocken sind, würde im Grunde heißen, sie wären nur zu bequem, um auf Toilette zu gehen. Das glaube ich persönlich nicht. Ich glaube, Kinder haben einen inneren Drang, sich zu entwickeln. Sie wollen sich drehen, sie wollen laufen, sie wollen sprechen lernen - und das tun sie ganz unabhängig davon, wie wir das fördern. Und ich bin sicher, dass es sich mit dem Sauberwerden ebenso verhält - sie wollen nicht sauber werden, weil es sich am Po unangenehm anfühlt, sondern weil sie grundsätzlich nach Autonomie und Entwicklung streben.

      Liebe Grüße!
      Danielle

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  25. Mir fällt gerade ein Fehler auf:
    Im Abschnitt "Die Kontrolle über die Blasenaktivität" heißt es:
    Säuglinge, die nicht windelfrei aufwachsen, entleeren ihre Blase unwillkürlich etwa zwanzig mal am Tag. Ab dem sechsten Lebensmonat werden die Intervalle zwischen den Entleerungen immer kürzer.

    Müsste es nicht heißen, die Intervalle verden länger?

    Ansonsten danke, sehr schöner Artikel! Und auch ich finde es schade das Diskussionen häufig komplett emotional geführt werden und nicht sachlich. Da sind dann Einzelbeispiele gefühlt wichtiger als Wahrscheinlichkeiten/Durchschnitt/Mehrheit. Und die eigene Meinung ist die einzig richtige.

    LG
    Nicki

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    1. Hallo Nicki,

      Du hast völlig Recht - danke für den Hinweis!

      Vielen Dank und viele Grüße!
      Danielle

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  26. Hallo zusammen!
    Trocken werden hat auch was kulturel. Ich komme aus Frankreich und oft werden die Kinder sobald die sitzen können auf den Töpfchen gesetzt. Es geht nicht um ein Muss, sondern eher das Kind mit den Töpfchen vertrauen zu werden.
    Mein Sohn ist jetzt 16 Monat alt und tagsüber trocken. Er läuft seit er 12 Monate alt ist und kennt das Töpfchen seit er 9 Monaten alt ist. Ohne Problem hat er die Windeln weg gelassen, und freut sich sogar, dass er ohne besser bewegen kann. Wenn er musst, zeigt er es. Oder er geht direkt dahin. Perfekt, oder?
    Meine Meinung nach ist die Bequemlichkeit im Deutschland schuld wieso die Kinder erst gegen 3 Jahre alt werden. Warum windeln frei wenn es mit auch geht? Ich sag euch: wieso finden Frauen Tampons besser als Hygiene Serviette... weil es ohne dieses nass Gefühl besser ist. Oder?
    Also, liebe Muttern, wieso soll es beim Kinder anders sein? Natürlich kennt das Kind nichts anderes, als diese Nässe zu spüren, aber ist es dafür besser?
    Wie gesagt, ich habe mein Kind NIE gezwungen, sondern nur trainiert, Monaten lang, regelmäßig auf Töpfchen zu gehen. War natürlich viel Arbeit für mich, viel mehr als "nur" Windeln zu wechseln.
    Also möglich ist es - jeder sollte es für sich selber entschieden und RESPEKTIEREN das andere Mutter es anders machen.
    LG an alle!
    Amelie

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    1. Niemand bestreitet, dass es Kinder gibt, die das schaffen/können - aber pauschal die Faulheit vorzuschieben, ist meines Erachtens nicht sachgerecht. Ich habe meinem Kind in dem Alter auch den Topf angeboten. Er wollte sich nicht drauf setzen, bzw. stand gleich wieder auf. Und nun? Festschnallen? In der Kita hat er sich drauf gesetzt - regelmäßig. Es ist zwei Jahre lang nix drin gelandet. Rein gar nichts. Und wenn er mich mit 3,5 Jahren verwundert ansieht und erstaunt feststellt: "Oh! Ich pullere gerade in die Windel!" - dann schließe ich ganz einfach daraus, dass er es vorher schlicht nicht bemerkt hat.

      Viele Grüße!
      Danielle

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    2. Ich bin da bei Amelie und glaube schon, daß das Verhalten der Mütter hier in Deutschland etwas mit dem Alter des Trockenwerdens zu tun hat. Bei uns gehört das Töpfchen einfach nicht zum Erstausstattungsgegenstand, und dieses Thema wird bei Babys gleich in die "Windelfrei"-und-Anstrengend-Ecke geschoben, bis das Kind dann drei ist.. Damit wird das Töpfchen nie "normaler" Gebrauchsgegenstand für die Kleinen.
      Bei meinen drei Kindern hab ich nicht windelfrei praktiziert, nur mit Stoffis gewickelt und die Kleinen beim Wickeln auf den Topf gesetzt (nicht, wenn sie geweint haben, schlecht drauf oder müde waren). Und siehe da, bei allen ging das große Geschäft um den ersten Geburtstag rum sehr zuverlässig ins Töpfchen (von wegen, keine Darmkontrolle), und es gab Tage, da blieb die Windel komplett trocken. Und ich vertrete die Meinung, daß die meisten der Kinder bis zu ihrem zweiten Geburtstag eine komplette Blasen- und Darmkontrolle haben können, wenn sie früh dazu animiert werden. Dazu hier noch eine der vielen Untersuchungen: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23759503 Schauen wir doch mal jenseits unseres Kulturkreises - da ist oft nicht normal, daß Kinder mit drei noch eine Windel brauchen.
      Jeder kanns machen, wie er will; aber den Kindern die Fähigkeit abzusprechen, früh sauber zu sein, finde ich falsch.

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    3. Vielen Dank für Deinen Kommentar. Ich stimme Dir zu, dass der Kulturkreis dafür durchaus auch prägend ist - die Studie, auf die ich hauptsächlich Bezug nehme, stammt aus der Schweiz. Ich weiß nicht, ob man den Umkehrschluss tatsächlich so ziehen kann: Es gibt Kinder, die mit einem oder zwei Jahren tatsächlich ihre Schließmuskeln kontrollieren können, aber dass das deswegen alle oder ein Großteil können müssten, denke ich nicht. Die Bandbreite der kindlichen Entwicklung ist so groß - das eine Kind läuft mit 8 Monaten, das andere mit 18. Daraus nun zu schließen, dass das zweitere zu faul war oder nicht ausreichend gefördert wurde, wäre sicher nicht sachgerecht.

      Ich bin überzeugt davon, dass Kinder, die mit denen Windelfrei praktiziert wird, deutlich eher trocken sind - vermutlich würde sich das bei allen Kindern positiv auswirken, da sie es gar nicht erst verlernen, die Ausscheidungen anzuzeigen. Allerdings passt das Konzept nur in wenige Familien, vor allem, wenn früh fremd betreut wird.

      Mein Sohn ist jetzt 4 Jahre und einen Monat alt und hat die Windel einfach abgelegt. Ich beobachte in seiner Entwicklung und in seinem Verhalten wirklich, dass es früher einfach nicht möglich gewesen wäre. Noch vor zwei Monaten lief er nackt herum und erschrak (!) sich, wenn er plötzlich auf den Boden urinierte. Und ein Töpfchen gab es in seinem Leben auch von Anfang an (größere Schwester).

      Viele Grüße!
      Danielle

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  27. Ich bin gerade so froh, diesen Artikel gefunden zu haben und er bestätigt mich einfach, in dem was ich denke.
    Meine Große (5 Jahre) gehört zu der ganz gemütlichen Variante. Pipi mit 3 von sich selbst aus aufs Töpfchen, großes Geschäft weder in die Windel noch ins Töpfchen, mit 4 dann auch nachts trocken groß und klein.
    Auch ich halte von Belohnungen nix. Leider haben es die Erzieher in unserer Kita wegen des täglichen einkoten dann mit Gummibärchen probiert, was natürlich halbwegs Erfolg brachte ( 1-2 mal die Woche dann großes Geschäft, ansonsten nie, d.h. Verstopfung vorprogrammiert)
    Ich bin es mittlerweile leid, ihr Gummibärchen zu geben, weil es ja auch nur begrenzt Erfolgt bringt. Nun kotet sie sich mit 5 wieder ein.
    Im Moment bin ich wieder ratlos, aber ich weiß auch einfach, dass sich die Sache, wenn auch mit etwas Hilfe, irgendwann einrenkt.

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    1. Liebe Sarah,

      hatte denn das Einkoten schon mal gänzlich aufgehört? Hat sie es schon geschafft, ins Klo zu machen?

      Kinder, die nach einer Weile anfangen, wieder einzukoten, haben in der Regel "etwas zu sagen", d.h. sie koten ein, weil sie auf ein Problem aufmerksam machen wollen. Es ist, wie hauen und beißen ein drastischer Weg, um zu sagen: "Gibt es hier jemanden, der mir zuhören will?"

      Ich will nicht sagen, dass das bei deiner Tochter so ist, aber ich würde an deiner Stelle doch nochmal versuchen, genauer nach der Ursache des Einkotens forschen.

      LG, snowqueen

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    2. Hallo snowqueen,

      da hab ich mich wohl falsch ausgedrückt. Natürlich will ich der Sache nachgehen, nur eben nicht mehr wie bisher mit Belohnungen, sondern einfach tiefgründig nachforschen (meine Vermutung ist, das wir zu streng in der Sauberkeitserziehung waren).

      Es war nie richtig weg, sondern es gab mal sehr gute Phasen (1-2 mal im Monat noch eingekotet ) oder eher schlechte Phasen (tägliches Einkoten).

      Auch nässt sie sich wieder ein. Ich werde es jetzt mit dem Kinderarzt abklären, da sie ein Vorschulkind ist und ich nicht will, dass sie wegen dieser Sache in der Schule gehänselt wird.

      Danke für deine Rückmeldung.

      Lg,

      Sarah

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  28. Hallo,nun habe ich auch noch eine Frage zum Thema " trocken werden". Meine Tochter ist fast drei Jahre im Moment trägt noch sehr gerne ihre Windel. Letzten Sommer hatte sie mal eine Phase in der sie keine Windel mehr wollte,allerdings ist sie nur fürs Pipi auf die Toilette gegangen. Für das große Geschäft hat sie nach der Windel verlangt,war auch ok für mich. Wenn wir Tags viel außer Haus waren habe ich ihr dann doch lieber eine Windel angezogen obwohl es ganz gut geklappt hat. In die Krippe wollte sie allerdings immer eine Windel anziehen,das hat sie sich irgendwie nie getraut obwohl die Erzieherinnen ihr trocken werden unterstützt hätten. Nun ja, dann wurde sie große Schwester und ich etwas nachlässiger mit dem unterstützen :(. Irgendwann wollte sie dann nur noch ihre geliebte Windel anziehen. Sie weis genau wann ihr Pipi kommt, also glaube ich schon das sie es kann/ könnte. Meist du ich habe den Zeitpunkt verpasst in dem sie es hätte lernen können? Meine Schwiegermutter liegt mir in den Ohren,die Kita meint ich soll es mit Belohnung versuchen,was aber gar nicht funktioniert und ich außerdem auch nicht so der Fan davon bin. Ich danke jetzt schon mal für deine Antwort und ein Riesen Lob für diesen tollen Blog!!!!! Liebe Grüße, Christin

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    1. Wenn sie "fast drei" ist, dann ist das wirklich noch kein Alter, bei dem man sich Gedanken machen muss. Ich persönlich denke nicht, dass man einen Zeitpunkt verpassen kann - wenn Kinder wirklich so weit sind, dann machen sie sehr nachdrücklich klar, dass sie die Windel nicht mehr wollen.

      Gerade wenn sie große Schwester geworden ist, ist ihre Welt wirklich sehr durcheinander und die Windel möglicherweise etwas, das ihr gerade Halt und Sicherheit gibt. Geburten von Geschwistern bringen den Prozess des "Sauberwerdens" oft gehörig durcheinander. Ich würde ihr einfach Zeit geben - wenn sie soweit ist, wird sie das signalisieren.

      Liebe Grüße
      Danielle

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  29. Hallo!
    Um die Bandbreite noch etwas zu erhöhen und meinen Gefühlen etwas Luft zu machen, hier unsere geschichte:
    Mein Sohn ist jetzt 3 jahre und 3 monate. er wurde das erste jahr mit stoff gewickelt. ich wusste von windelfrei, habe ihn auch beim wickeln immer wieder mal übers waschbecken gehalten, besondere "erfolge" konnten wir damit aber nicht "produzieren". auch habe ich keine besonderen signale wahrgenommen (was nicht heißt, dass keine dawaren). mit etwa einem halben bis dreiviertel jahr hat es sich ergeben, dass er oft morgens gleich in die frische windel einen ordentlichen morgenschiss gemacht hat. also hab ich ein töpfchen besorgt und wír sassen morgens beide auf unseren töpfen und haben mal mehr mal weniger produziert. das kindliche und elterliche erstaunen über die braune masse, die sich nun in form einer wurst im töpfchen kringelt, war groß :-) und vielleicht war manchmal (gerade auch vom papa) ein bisschen viel hype um das kacki. Mit etwa einem jahr sind wir dann bedingt durch umzugsstress auf wegwerfwindeln umgestiegen und nicht wieder zu den stoffwindeln zurück. vielleicht weil ich auch dachte, so lange ist das nicht mehr, bis es keine windeln mehr braucht. das thema ausscheidungen war dann lange nicht besonders wichtig. es war gehen, klettern, reden und sonst alles mögliche dran. Im Sommer darf er viel nackig rumspringen und da kam auch viel pipi ins töpfchen. allerdings auch viel irgendwo anders. Seit dem herbst ist er im Kindi (davor bei einer tagesmutter) und macht eigentlich ziemlich zuverlässig sein großes geschäft ins klo. auch kann er willentlich urinieren.
    es war für mich herrlich und so wichtig zu lesen, dass pipi auf befehl was anderes ist als merken dass man muss.
    Ich habe auch ab und zu mit ihm darüber gesprochen, dass er wohl bald mal die windeln weglassen wird, wie die größeren kinder, aber das hat bei ihm gar keine besondere motivation hervorgerufen. Ab und zu hat er es auch selber mal vorgeschlagen oder gesagt, dass er eine unterhose anziehen will, manchmal hab ich es vorgeschlagen und wir haben eine samstag zuhause mit mehrmaligem klamottenwechsel verbracht. nach zwei garnituren ist meine grenze meist erreicht und ich sage ihm, dass wir nun doch wieder eine windel anziehen.
    Nun macht leider eine Erziehrin im Kindi Druck: noch im Januar meinte sie, dass wir jetzt, wenn es dann wärmer würde, ja mal die windeln weglassen könnten. ich fand es interessatn an mir zu beobachten, wie sehr ich mich als mutter angegriffen gefühlt habe und habe das auch versucht anzusprechen. Dann kam von der Erzieherin, dass es so kompliziert sei, darauf zu achten, dass der "schwanz" vom body nicht ins klo hänge. hab ich ihm zähneknirschend im januar ein unterhemd angezogen (die rutschen irgendwie immer raus) und promt war die gute frau an dem tag krank. ich habe da beschlossen und ihr auch gesagt, dass mich das dazu bewegt hat in meiner eigenen geschwindigkeit zu gehen (besser wäre wohl die geschwindigkeit meines sohnes gewesen). Nun war das thema, dass er im kindi immer einen mittagsschlaf machen muss, was er zuhause nicht mehr muss (da es nicht funktioniert) und er das nicht will. Nun war die gloreiche idee, die beiden dinge zu verbinden: wenn du keine windeln mehr brauchst, musst du keinen mittagsschlaf mehr machen. die kam von der erzieherin, aber auch von mir selbst. Einen halben tag später denke ich mir: was für ein Sch... ich muss unbedingt diese beiden völlig unzusammenhängenden dinge auseinandernehmen. wenn mein kind im kindi nicht mehr schlafen will, muss ich ihn darin unterstützen und wenn er noch weiterhin windeln tragen will, dann auch.
    morgen gehe ich in den kindi mit dem wissen, dass pinkeln auf befehl und merken dass man muss zwei verschiedene dinge sind und mit dem spruch vom gras, das nicht schneller wächst, wenn man daran zieht.
    liebe grüße
    uta

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  30. Vielleicht kann mir ja wer n tipp geben. Meine Tochter ist tagsüber trocken seitdem sie so ca 24Monate alt ist. Im April wird sie 4 und pullert nachts immernoch ein, jede nacht. Und ich denke mir, entspannt bleiben wird schon...und gleichzeitig versteh ichs einfach net. ich weck sie nachts nicht um auf klo zu gehen. find ich nicht gut. und ich glaub selbst wenn sie nachts wach wird und merken würde pullern zu müssen, wäre sie zu faul/müde um zu gehen. Habt ihr irgendwelche Tipps? Oder einfach nur weiter warten und nicht stressen lassen?

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    1. Unbedingt! Nicht stressen lassen und abwarten :-). Es ist noch vollkommen im Rahmen, wenn sie nachts noch einpullert.

      Liebe Grüße
      Danielle

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  31. Oh ja, toller Artikel. Mein Sohn, fast 8 Monate alt, ist Nachts trocken. Er geht gegen Mitternacht aufs Klo, und dann Frühmorgends. Überhaupt ist er zwischen 9 h Abends und meist bis in den späten Vormittag, manchmal bis Mittag komplett trocken. Dann spielt er viel und sagt schon mal nicht an. Aber nur jetzt, weil er mitten im Schub ist.

    Wir machen Windelfrei, seit er ca. 6 Wochen alt ist. Seit 4 Monaten sagt er zuverlässig an, wann er muss.

    Nein, Pampers hat diesen absoluten Irrsinn nicht in die Welt gesetzt. Dass war eher Procter & Gamble, Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre. Und dass in allen Industrienationen, nicht nur hier.

    70 % der Weltbevölkerung kennen keine Windeln. Und dass liegt ausschließlich am Klima. Dass die nicht den ganzen Tag Kot und Urin aus der Wohnung wischen, erübrigt sich von selbst. Windeln würden nur zu Pilz führen in Feucht-warmem Klima. Aber: Was machen die dann????

    Windelfrei - ich kann euch nur raten, euch danach zu erkundigen. Ansonsten 1a Artikel, wie er im Lehrbuch steht! Prima recherchiert! Bin sehr dankbar, mein Kind nicht in den eigenen Fäkalien liegen lassen zu müssen - hoffe, es geht mit mir mal genauso um, wenn ich alt bin. Ach übrigens: Auch alte Menschen sind nicht inkontinent, die meisten werden nur dazu gemacht. Genau wie bei Kindern - aus fehlerhafter Kommunikation und verfärbter Wahrnehmung des Umfelds, gefördert durch die Industrie. Aber dass gehört nicht hier her.

    Viel Erfolg noch beim "Töpfchentraining" der armen, zur Inkontinenz erzogenen, Zwerge!

    Ach ja: Und einen schönen Gruß an Mama! Ich leide mit ihr....

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  32. Für alle, die die Zürcher Longitudinalstudien einsehen wollen und bemerken, dass die im Beitrag verlinkte Adresse nicht mehr funktioniert: Über das Internet Archive (Wayback Machine) kann das Dokument noch abrufen: https://web.archive.org/web/*/http://idcmskispi.uzh.ch/lenya/kispi/live/Kinderspital/Medizin/Medizin/AWE/Publikationen/Artikel_3.pdf

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  33. Hallo! Darf ich diesen Artikel in unserer Krabbelgruppe teilen? Viele Grüße Julia

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    1. Das kannst Du mit Quellenangabe sehr gerne tun :-).

      Herzliche Grüße
      Danielle

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    2. Super. Das ist selbstverständlich!
      Vielen Dank dafür
      Liebe Grüße
      Julia

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  34. Hallo zusammen,

    ich habe die erste Monaten bei meinem Sohn Stoffwindeln benutzt - dabei habe ich ganz ganz viele nützliche Infos von der Seite windelwissen.de bekommen. Neulich wurde dort ein kostenloses E-Book übers Töpchentraining veröffentlicht. Das Buch habe ich durchgelesen und mir gedacht: klingt einfach und nachvollziehbar, wir probieren es. Es geht um ein Töpchentraining ganz ohne Zwang, respekt- und liebevoll.

    Mein Sohn ist gerade 22 Monate alt, am Montag haben wir angefangen, heute ist Donnerstag Abend. Heute, am vierten Tag gabs eine nasse Hose. Mein Sohn reagiert sehr gut aufs "Training" (was eigentlich kein ist), es läuft bisher alles erstaunlich einfach. Er war bis Mittwoch nackig unter, damit er überhaupt erkennt, dass er pullert. Ein Kind mit Windel kann es nie im Leben richtig begreifen, Pampers sind halt dafür zu saugstark und trocken. Heute gabs zum ersten Mal Hose auf dem nackten Po. Ich mache eigentlich gar nichts, nur ihn beobachte und biete das Töpchen an. Er signalisiert inzwischen wunderbar, läuft selber zum Töpchen oder greift sich im Schritt, er hat es sogar einpaar Mal verbal angekündigt. Hose runterziehen kann er leider noch nicht, dabei muss ich helfen. Seine Motivation ist Lulu und Kacka selber ins Klo auszuschütteln, pa-pa sagen und runterspülen.

    Ich weiss nicht, ich bin einfach total froh darüber wie es gerade läuft, ich wünsche mir, dass auch andere Mütter diese Erfahrung machen können.
    Natürlich mache ich mir auch Gedanken wie es weiter gehen soll (ab Montag fängt er wieder in der Kindergruppe an, wie soll es zB bei den längeren Autofahrten oder beim Fahrradfahren geregelt werden, zum Arzt wollen wir auch nächste Woche, wie mache ich es blos dort, etc). Aber im Ganzen denke ich mir - wir sollen unseren Kindern mehr zumuten und vertrauen und sie Schritt für schritt begleiten.

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  35. Hallo,
    ich habe den Artikel gerade gefunden. Du schreibst, dass man den Vorgang des Sauberwerdens nicht beschleunigen kann.

    Aber was tut man wenn der Kindergarten da nicht mitspielt? Meine Zwillinge kommen nun mit 3 in die Kita. Und dort werden nur "saubere" Kinder genommen.

    Eine Alternative gibt es nicht - ich will wieder arbeiten und bin froh die Plätze zu haben. Also trainieren wir eben doch. Zur Not sogar mit Belohnung.

    Ich hoffe sehr, dass das nun noch klappt - ein wenig Zeit haben wir noch (im Herbst geht es los).
    Was kann man in einer solchen Situation alternativ machen?

    Liebe Grüße

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    1. Du wirst nicht mehr machen können, als sie da weiter spielerisch heranzuführen. Ich persönlich halte nicht viel von Belohnungen, aber wenn es Dich massiv stresst, würde ich sagen, der Zweck heiligt die Mittel an dieser Stelle. Dir muss nur bewusst sein, dass das Ausbleiben der Belohnung als Strafe empfunden werden kann und dauerhaft zu Frust führt, wenn sie es noch nicht kontrollieren können. Liegt es mehr an der Faulheit, ist eine kleine Motivation sicher nicht gravierend schädigend.

      Wenn sie nicht sauber sind, sind sie nicht sauber. Ich weiß nicht, ob eine solche Ausgrenzung überhaupt zulässig ist (das wäre mal ein interessantes Thema für einen gesonderten Artikel) - aber ich persönlich hätte an der Stelle kein Problem damit zu lügen und zu sagen: Ja - sie sind sauber. Wenn der Kita-Start dann so stressig für die Kinder ist, dass sie wieder einnässen, ist das ja nicht Dein Problem ;-). Ich gehe nicht davon aus, dass das Saubersein im Vertrag geregelt ist, daher dürfen sie den Vertrag deswegen nicht kündigen. Dann sollen sie halt entscheiden, was ihnen lieber ist - Windeln oder die Kinder dreimal am Tag umziehen.

      Liebe Grüße
      Danielle

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  36. Hmm das wäre eine Idee - Danke! Zumindest als Notfallplan falls es gar nicht klappt (mich stresst das nämlich etwas - auch keine so gute Voraussetzung...).
    Ach ja wir leben im Ausland, sie sollen auf einen internationalen Kindergarten (preschool). Wie es rechtlich aussieht weiß ich gar nicht - könnte aber in Deutschland anders sein.
    Vielen Dank übrigens für deine Mühe und den Blog!!

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  37. Hallo! Die ersten drei links funktionieren leider nicht!? LG!

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  38. Hallo,
    Mein Sohn ist jetzt fast ein Jahr.
    Ich habe angefangen ihn auf das Töpfchen zu setzen, wenn ich merke das er groß muss.
    Setze ich ihn denn damit auf langer Sicht unter Druck?
    Ich habe mir eigentlich dabei gedacht, dass er somit weiß, dass es auch ein Töpfchen gibt und er nicht in die Windeln machen muss. Dass er das von heute auf morgen nicht annehmen wird ist mir auch klar.

    Über eine Antwort würde ich mich freuen.
    Liebe Grüße

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    1. Hallo,

      es spricht absolut nichts dagegen, das Kind spielerisch auf den Topf zu setzen - einige nehmen das gut an und freuen sich darüber. Druck wird es erst und nur dann, wenn eine Erwartungshaltung damit verbunden ist.

      Viele Grüße
      Danielle

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  39. Woran merke ich, ob mein Kind körperlich reif ist, trocken zu werden? Mein Sohn (3,5 Jahre) sagt selten Bescheid, wenn er die Windel voll hat und vorher sagt er es schonmal gar nicht an. Er weigert sich strikt, ohne Windel herumzulaufen (auch nicht im Sommer bei 35º), mag nicht aufs Töpfchen und nicht auf die Toilette gehen. Er ist da auch ein ziemlicher Dickkopf und er kann mit Veränderungen nicht gut umgehen. Ich wiederum möchte das nicht ohne seinen Willen durchziehen. Mein Mann hat letztens eine Stunde ohne Windel forciert. Es war eine Stunde nur Gebrüll. Kann es sein, dass er einfach nicht will? Dass wir da einen guten Zeitpunkt verpasst haben? Und wie kann ich ihn motivieren (ohne Belohnung), wenn es nur eine Sache des Wollens ist? Der Kiga ist übrigens noch recht entspannt, er ist fast der Älteste in der Gruppe undso gibt es noch viele Wickelkinder, aber auch verdammt viele Kleinere, die keine Windel mehr brauchen und das macht mich manchmal stutzig. Ich selbst habe in der Hinsicht bis jetzt gar nicht viel unternommen. Klar, im Sommer mal vorgeschlagen alles auszuziehen oder mal die Windel gegen Unterhose zu tauschen, aber sonst lassen mein Mann und ich ihn eigentlich total in Ruhe mit dem Thema. Ich frage mich aber allmählich, ob ich da nicht doch etwas zu nachlässig war (das Thema ist mir auch so lästig) und ob ich nicht, wenn ich warte, dass da von ihm was kommt, auf ewig warten werde...

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    1. In der Regel geht der Impuls von den Kindern aus - die allermeisten beschließen einfach: Ich möchte jetzt keine Windel mehr. Man verpasst kein Zeitfenster - das regelmäßige Angebot, es mal ohne Windel zu probieren reich völlig aus :-).

      Mein Sohn war ähnlich spät dran. Mit 3,5 Jahren habe ich die Windel mal weggelassen (war für ihn okay) und da habe ich beobachtet, dass er es WIRKLICH nicht merkt. Er pullerte, war ganz erschrocken und schaute verwundert auf das Rinnsal zwischen seinen Beinen. Da war mir klar, dass es einfach noch zu früh ist. Ja - man macht sich Gedanken. Da kommen schon die zweijährigen Geschwister seiner Kindergartenfreunde ohne Windel und er hat immer noch eine! Ich hab versucht, gelassen zu bleiben und habe abgewartet. Mit exakt 4 Jahren hat er erklärt, dass er jetzt keine Windel mehr braucht und das war dann auch so. Klar gab es ein paar kleinere Missgeschicke, aber letztendlich war es komplett unkompliziert.

      Viele Grüße
      Danielle

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    2. Danke für deine Antwort. Es bestärkt mich darin, einfach weiter abzuwarten. Ich kam mir hier beim Lesen der Kommentare schon komisch vor. Es schreiben ja fast nur Mütter von Kindern mit 14, 16, 18, 20 Monaten... als mein Sohn so klein war, bin ich gar nicht auf die Idee gekommen, ihn mit Töpfchen und Co zu konfrontieren. Jetzt beim 2. Kind sehe ich viele Geschwisterkinder (wie du schreibst), die schon so früh Interesse zeigen. Bei meinem 2. Sohn werde ich es vielleicht zumindest früher anbieten...

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  40. Ich bin froh das ich diese Seite gefunden habe. Ich hab mich selbst grad bisschen unter Druck gesetzt und vielleicht auch vom Kiga etwas. Mein Schatz ist jetzt knapp 2 1/2 und hat nicht wirklich Interesse am Töpfchen. Im Kiga muss er mit auf den Topf gehen macht aber eher nur Blödsinn als sein Geschäft^^ Ich wollt das eigentlich alles locker sehen und ihn das selbst entscheiden lassen wenn er so weit ist. Aber irgendwann wird man doch irgendwie verunsichert, weshalb ich ihn dieses Wochenende daheim nur in Schlüpper rumrennen lassen wollte. Da hab ich auch beobachtet das er das noch nicht wirklich checkt was da passiert er ist immer überrascht wenns nass wird. Dank dem Artikel und den Kommentaren werd ich auf ihn warten bis er soweit ist :) Was mich aber doch noch irritiert, das er bevor sie im Kiga damit angefangen haben ihn auf den Topf zu setzen, das er da noch gesagt hat das er gerade gekackert hat. Das macht er nun nicht mehr sagt sogar das er nicht gemacht hat obwohl es schon zum Himmel stinkt^^

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  41. Mein Sohn ist 14 Monate. Ich bin Erzieherin und mir wurde in der Ausbildung auch gesagt das Kinder erst ab 2 Jahren ein Gefühl dafür haben wann sie müssen. Jedoch lehrt mich mein Sohn anderes. Und zwar läuft es so ab: ich möchte ihn wickeln, Windel aus, er wird zappelig und dreht sich. Dann schaut er an sich runter, lacht, spannt den Bauch an und pullert aufs Handtuch. Jetzt bin ich der Meinung wieso soll ich ihm da nicht ein Töpfchen anbieten? Ich möchte heut eins kaufen. Hätte ich nie gedacht, das ich sowas in dem Alter machen würde. Aber er merkt es doch. Das selbe beim Baden. Er stellt sich plötzlich hin, lacht, spannt den Bauch an und los geht's. Stuhlgang sieht man ihm an und er läuft dann immer unter den Tisch oder in sein Zelt. Also denke ich es ist ein Versuch wert mit dem Töpfchen. Klappt es gut, wenn nich dann nicht.

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  42. Liebe Danielle,

    Dein Blog wurde mir vor kurzem von einer Freundin empfohlen, d.h. ich weiß - außer dass Du nichts von Belohnung hältst, was ich sehr sympatisch finde - noch gar nicht, was mich hier so erwartet. Dies ist der erste Artikel, den ich lese, daher schreibe ich meinen Kommentar mal unter Vorbehalt.

    Wir haben bei unserem Kind einen sehr lockeren und zwanglosen Windelfrei-Kurs eingeschlagen. Du hast recht, wenn Du sagst, dass diese Art des Umgangs mit kleinen und großen Geschäften nicht in jede Familie passt. Wir haben auch viele Windeln gewaschen und weggeworfen, aber ich bin überzeugt, dass es sich lohnt, sich über das Thema Gedanken zu machen und das zumindest jeder über die Möglichkeit Bescheid wissen sollte. Ich finde es schade, dass es so wenigen bekannt ist. Und ich denke schon, dass es ein Effekt der Wegwerfwindeln ist, dass aus dem ganz natürlichen Wissen um das Abhalten und windelfreie Babys in der westlichen Kultur schon fast ein Geheimwissen geworden ist.

    Man sollte dabei unterscheiden zwischen Windelfrei bzw. Abhalten und Töpfchentraining. Das ist nämlich ein Riesen Unterschied!

    Das Abhalten ist in weiten Teilen der Welt gang und gäbe. Und war auch während der Entwicklung des Menschen lange Zeit der einzige, weil natürliche Weg. Bevor die ersten Kinder mit Stofftüchern gewickelt und in Ihren Exkrementen liegen gelassen wurden. Es stimmt nicht, dass 99,9% der Eltern ihre Kinder wickeln. Das ist nur bei uns im westlichen Kulturkreis so.

    Die Erkenntnis, dass Kinder ihre Schließmuskeln erst zwischen 2 und 5 kontrollieren können widerspricht sich ja nicht damit, dass sie schon viel früher merken können, dass da unten was in Gange ist. Das zeigen viele schon in den ersten Wochen an, verlernen es dann aber, wenn die Eltern nicht drauf reagieren.

    Windelfrei hat nichts mit Töpfchentraining zu tun, sondern ist ein Kommunikationstraining, und da haben die Eltern viel mehr als die Kinder, ja eigentlich alles zu lernen. Hauptsächlich, auf die Signale ihres Kindes zu achten. Das Kind zeigt an (viele sehr subtil) und die Eltern müssen es halt merken. Es geht nicht darum, dass das Kind früher trocken wird, sondern um Bedürfnissbefriedigung und Kommunikation. Es ist halt eher eine Art der Babypflege. Stichwort Windelausschlag, 3-Monats-Koliken usw. Viele Probleme treten ohne Windeln nicht oder abgeschwächt auf.

    Das dass in einer schnelllebigen, lauten Gesellschaft mit viel Fremdbetreuung nicht so einfach ist, ist natürlich richtig.

    Häufig wird es allerdings falsch verstanden oder mit falschem Ehrgeiz umgesetzt, das ist natürlich eine Gefahr. Ein Kind muss nicht mit einem Jahr trocken sein, da bin ich voll und ganz bei Dir. Trotzdem hätte ich es schön gefunden, wenn in Deinem Artikel mehr über die Möglichkeit des Abhaltens und zwanglosen Windelfrei gestanden hätte. Ich würde mir wünschen, das mehr Kinder ohne Windelausschlag aufwachsen würden.

    Liebe Grüße, Christian

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    1. Lieber Christian,

      herzlich willkommen bei uns, wir freuen uns sehr, dass Du den Weg zu uns gefunden hast und uns gleich an Deinen Gedanken teilhaben lässt. Wir haben über die Windelfrei-Methode einen gesonderten Artikel bei uns im Blog. Den findest Du über das Stichwortverzeichnis oder wenn du das folgende "windelfrei" hier im Text anklickst. Vielleicht kannst Du da ja noch einiges ergänzen?

      Liebe Grüße
      Danielle

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  43. Liebe Danielle,

    danke für diesen schönen Artikel. Ich bin seit unser Sohn (mittlerweile 3) auf der Welt ist regelmäßig auf eurer Seite und nehme immer wieder viele Anregungen und Denkansätze mit.
    Nun sind wir mitten in der Autonomiephase und haben einen immer wiederkehrenden Konflikt mit unserem Sohn. Er kann seine Blase und Darm teilweise sehr gut kontrollieren und fing mit 3 weiteren Kindern im Sommer an überall wo es ging zusammen hinzupiseln ;). Da die 4 überwiegend nackt rumlaufen können, war das natürlich sehr praktisch. Als es dann wieder kälter wurde interessierte er sich für Unterhosen und wir lassen in mittlerweile wählen, ob Windel oder Unterhose. Seit kurzem ist er wieder nur noch in Windeln unterwegs (auch OK). Allerdings hat er sein großes Geschäft teilweise auch dann angekündigt. Nun will er sich aber nicht mehr die Windel wechseln lassen, auch wenn diese offensichtlich sehr gefüllt ist (und jetzt ist kein Pipi gemeint). Da ich keinen wunden Hintern bei ihm haben möchte (hatten wir zu oft) und die Geruchsbelästigung sehr hoch ist, er die Windel aber über Stunden noch anbehält komme ich mittlerweile echt an meine Grenzen.
    Habt ihr da einen Tip wie wir das Windelwechseln wieder hin bekommen?

    Viele Grüße

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    1. Hallo,

      wir haben einen gesonderten Artikel dazu geschrieben - vielleicht hilft Dir der ja weiter?

      http://www.gewuenschtestes-wunschkind.de/2015/12/windeln-wechseln-mein-kind-will-sich-nicht-wickeln-lassen-tipps-und-tricks.html

      Liebe Grüße
      Danielle

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  44. Hallo Danielle,
    toller Artikel - er nimmt mir ein wenig den Druck. Mein 3.5 jähriger trägt noch Windeln. Er hat schon öfters ins Klo/Töpfchen gemacht, einmal sogar "gross". Aber immer nur morgens oder abends (beim umziehen) oder vor dem Baden - also wenn die Windel eh abgemacht wird.
    Will man ihn sonst überreden (auch mit toller Unterwäsche etc.) die Windel abzumachen kommt nur lautstarker Protest.
    Hast du bei deinem Sohn dann einfach gewartet? Oder ab und zu mal gefragt? Hat der Kiga da gut mitgespielt?
    Bei uns müssen die Kleinen im Kiga mit 4 trocken sein. Hoffe dass es sich bis dahin von selbst erledigt hat (sonst hab ich ein Problem).

    Mir wird versucht einzureden, dass er zu bequem ist. Da er es ja eigentlich kann. Kann man das denn grundsätzlich ausschließen?
    Sorry für die Fragen. Ich habe echt viel zu der Sache gelesen - aber keine Tipps wenn das Kind sich weigert die Windel abzulegen. Und bin da echt verunsichert.
    Viele Grüsse

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  45. Hallo Danielle, habe den Artikel heute auf https://www.facebook.com/HansNatur/ verlinkt - zwar lange nach dem Erscheinungsdatum, aber er hat dort trotzdem noch viele Leute erreicht :-) Vielen Dank für die ausführliche Bearbeitung dieses wichtigen Themas!

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  46. Was mir etwas fehlt ist der Mittelweg zwischen Windel und windelfrei. Meine beiden großen wurden mit Windel groß und waren mit etwa 3 Jahren trocken. Mit einem Jahr haben wir Ihnen erstmals Töpfchen angeboten, aber es ist selten was passiert und wenn doch hat es lange gedauert. Die kleine wächst in Windeln auf, ich biete ihr aber ab ca 1 Monat an sich ohne Windel zu erleichtern. Ich erkenne kaum irgendwelche Signale, aber irgendwann erkennt man feste Zeiten wie nach dem Schlafen oder essen/stillen. Jetzt ist sie 10 Monate, nicht trocken, aber sich ihrer Ausscheidungen deutlich mehr bewusst als die großen mit einem Jahr. Man sieht, dass sie auch beim wasserlassen bewusst drückt sobald sie auf dem Töpfchen sitzt. Beim Stuhlgang fängt sie sehr offensichtlich an zu drücken, gibt mir aber die Chance sie auf das Töpfchen zu setzen, bevor etwas in der Windel landet. Wenn wir unterwegs sind, oder ich grad keine Zeit habe, macht sie in die Windel. Vielleicht ist sie auch nicht eher trocken, aber sie muss seltener in der nassen Windel ausharren (teilweise bleibt die Windel mehrere Stunden oder sogar die ganze Nacht trocken) und ich weniger waschen. Und sie weiß wozu das Töpfchen da ist.

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  47. Oh oh... dass manche Mütter immer noch denken, sie täten ihrem Kind einen Gefallen oder es sei ein Zeichen dass man das "gewünschteste Wunschkind" ever habe und die liebevollste Mami ever sei... Unseren drei Kleinen wurden die Windeln immer im Sommer des Jahres in dem sie ZWEI wurden draußen komplett weggelassen. Denn dann kann auch ein noch junges Kind den Zusammenhang zwischen Pipimachen und Ergebnis begreifen. Das Mädchen konnte mit 18 Monaten die Windel tagsüber weglassen mit erstaunlich wenigen Pannen, die Jungs waren mit etwa 22 Monaten tagsüber so weit. In unserer Straße wohnen aber auch noch 2 Vierjährige (Mädchen). Die eine läuft immer noch mit Windelpopo rum... das sieht vielleicht aus. Da ist oft so viel Pipi drin dass ein richtiger nasser "Hängebutzel" am Hintern runterhängt. Die andere bekommt nun (endlich mit 4!) keine Windel mehr von der Mama angezogen die jetzt langsam genervt ist. Beide sind es einfach auch nicht gewohnt, es anders zu handhaben als einfach laufen zu lassen. Und wenn die "windelfreie" Vierjährige ihren Darm entleeren muss schreit sie so kange nach der Mama, ihr eine Windel zu bringen in die sie reinkacken kann dass die immer wieder genervt eine umlegt. Ansonsten hält das Kind ein (das kann es nämlich steuern) und macht wenn es sein muss drei Tage kein "großes Geschäft". Was früher beginnt wird doch viel selbstverständlicher wahrgenommen. Man soll ja nicht drängen... aber viele bieten gar nicht mehr die Gelegenheit... ist ja auch aufwändiger, aufzupassen ob das Kind muss, Wäsche zu waschen die in höherem Maß anfällt... den Boden zu wischen... viele lassen die Pampi aus purer Bequemlichkeit länger an und dekorieren diese faule Haltung mit ach so pädagogischen Sprüchen. Klar... es gibt tatsächlich Kinder, die das nicht so früh hinkriegen. Da muss man geduldig sein. Aber so viele wie de facto jahrelang Windeln tragen sind es mit Sicherheit nicht.
    Leute...! Denkt mal nicht so einseitig. Ihr suhlt euch in eurer modernen Pädagogik und gesteht euch nur nicht ein, dass eure Theorien oft nicht der Weisheit letzter Schluss ist!

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    1. Vielen Dank für deinen Kommentar. Ich hätte mich deutlich mehr darüber gefreut, wenn nicht zwischen deinen guten und überlegten Vorschlägen immer wieder ätzende, unnötige Sticheleien in meine Richtung gekommen wären. Den Kindern im Sommer die Windel abzumachen finde ich zB sehr gut und ganz sicher nützlich, damit sie einen Zusammenhang zwischen Blasendruck, pullern und nass werden merken. Das kann sicherlich schon mit 2 Jahren passieren. Meiner Erfahrung nach wollen viele Kinder zwischen 2,5 und 3 selbst trocken werden. Zu deinem anderen Kommentar: Nein, wir sind weder Erzieherinnen noch Sozial-Pädagoginnen.
      Grüße, Snowqueen

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    2. Nein, spätes Trocken werden liegt nicht immer an den Eltern. Was hätte man denn auch davon?
      Jedes gesunde Kind wird früher oder später Trocken. Damit schiebt man den Prozess ja nur auf - und muss doch irgendwann durch.
      Zusätzlich hat man dann Stress mit der Kita, negative Kommentare von überallher, muss wickeln und teure Windeln kaufen, macht sich Sorgen etc.

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  48. sorry.. hatte mich tatsächlich ausgerechtet beim Alter verschrieben .... :-)) Bitte Variante 2 einstellen

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  49. Hallo,
    ich habe jetzt auch einfach mal Lust, was zu schreiben. Ich habe nämlich das Problem, das sowohl meine Tochter (8) und auch mein Sohn (fast 4) sich relativ zeitig von der Windel verabschiedet haben, dann aber einfach den Toilettengang verweigern. Meine Tochter hat es nun seit einiger Zeit einigermaßen im Griff und wenn ich sie frage, was bloß so schlimm daran ist, auf Toilette zu gehen, sagt sie, es sei total langweilig. Mein Sohn "tanzt" die ganze Zeit auf der Stelle und wenn ich ihn auf Toilette schicke, sagt er, er müsse nicht. Wir haben schon ziemlich viel probiert (bei der Tochter), von Pipi-Kalender über Aufkleber, Süßigkeiten und was nicht alles. Geklappt hat das alles nur zeitweise. Furchtbar. Seit 4,5 Jahren haben wir das Pinkel-Problem, mein Mann und ich sind durch die Hölle und zurück, weil es einfach soooo nervt. Diese ganze Wäsche (teilweise bis zu 4 Hosen am Tag), dieses "sich-nicht-umziehen-wollen" und den Kindern ist es scheißegal. Natürlich haben wir noch Geduld mit unserem Kleinen, aber haben auch Angst, ob es so wird wie bei unserer Tochter. Unsere Ärztin (durch Umzug waren es sogar zwei) haben körperliche Ursachen ausgeschlossen, da sie auch noch nie trocken waren, schließen wir psychische Ursachen aus (wüßte auch nicht, was). Unsere Ärztin sagt, sie werden trocken, wenn die Kinder die nassen Hosen nerven.... Naja, wie gesagt, bei unserer Großen hat es bis zum fast 8. Geb. gedauert. Also, Muddis, es geht immer schlimmer. Aaaaber, unsere Ärztin sagte auch, dass fast jedes 6. Kind damit in die Praxis kommt, aber es wird nicht drüber gesprochen......
    Also, das mal zu unserer Situation....Viele Grüße, Julia

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  50. Liebe Danielle, liebe Snowqueen,
    Ich lese euren Block seit der Geburt meines Sohnes 2014 (bin durch das WuKi- Forum darauf gekommen) und will einfach mal Danke sagen. Nicht nur für diesen Artikel sondern auch für viele, viele andere, die mir schon so oft geholfen und mich auch oft bestätigt haben. Diese Zweifel von denen ihr schreibt habe ich oft. Anscheinend habe ich verlernt, mir selbst zu vertrauen. Ihr helft mir selbstbewusst zu sagen "Ihr (vor allem Großeltern) habt eine andere Meinung, aber das hier ist unser Weg, nicht euer!"
    So auch bei diesem Thema. Mein Sohn hat jetzt mit 33 Monaten entschieden, dass er zur Toilette gehen möchte. Nach dem ersten Tag war klar, dass klappt noch nicht. Es kamen Ratschläge wie "Er braucht ein Belohnungssystem" oder "Zieh ihm doch einfach wieder eine Windel an". Mein Sohn und ich haben uns auf Windelslips geeinigt. Und zwar gemeinsam! Der durchschlagende Erfolg lässt noch auf sich warten, aber wir haben ja Zeit. Ich vertraue darauf, dass mein Sohn diesen Entwicklungsschritt machen möchte und wird. Danke dafür!
    Liebe Grüße melbu

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  51. Hallo und vielen Dank für Blog und Buch!
    Nur ein kleiner Erfahrungsbericht unsererseits, weil ich das noch nirgendwo anders gehört habe, aber mir denke, dass es auch bei anderen Kindern ein Thema sein könnte: Es gab bei uns eine recht lange Phase, in der unsere Tochter viele Anzeichen zeigte, dass sie trocken werden möchte - aber es hat nicht geklappt. Ich hatte es nicht eilig, sie war nicht spät, aber sie machte eben den Eindruck, dass ihr Interesse da ist, wollte also zum Beispiel immer mal die Windel auslassen, wollte immer mitbekommen, was auf der Toilette passiert und hat sich auch häufig draufgesetzt, anschließend abgeputzt, gespült, Hände gewaschen - das ganze Programm. Nur: Auf der Toilette kam nie etwas, und nach einigen (bis zu 7 oder 8!) Stunden des windelfreien Einhaltens gab es dann einen Unfall. Also wollte sie dann doch oft wieder eine Windel tragen. Irgendwann habe ich mich doch gefragt, ob sie wirklich bloß noch Zeit braucht, oder etwas Hilfe von mir. Ich habe dann einen möglichst entspannten Tag ausgesucht, und sie war einverstanden, die Windel mal wieder wegzulassen. Als sie dann gemeldet hat, dass sie aufs Klo muss, habe ich mich dazugesetzt und sie abgelenkt, mit irgendeiner Geschichte. Und da hat es funktioniert. Den Rest des Tages hat sie dann viel "geübt", oft habe ich dabei wieder erzählt, aber nicht immer. Und am nächsten Tag war im Grunde alles gegessen, auch nachts. Meine Interpretation ist, dass sie recht früh sehr gut einhalten konnte, aber nicht loslassen - dafür brauchte sie eine "Anleitung". Bei den meisten Kindern scheint es ja eher umgekehrt zu sein, aber es lohnt sich vielleicht, beides in Betracht zu ziehen.

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  52. Hallo, ich habe den Artikel mit Interesse gelesen, da bei uns das Windel weg lassen Thema ist. Mein 3-jähriger Sohn hat vor 5 Wochen entschieden, dass er partout keine Windeln mehr tragen möchte. Leider merkt er selbst nicht immer, wann er auf Toilette muss. Phasenweise hat es ganz gut geklappt, wenn man ihn alle 2h auf Toilette gesetzt hat. Sein großes Geschäft hat er morgens in die Windel gemacht oder eben in die Hose. Zweimal hat er es angekündigt und auf die Toilette geschafft. Seit dem Wochenende ist er leicht erkältet mit Schnupfen. Seit dem klappt es kaum noch. Er nässt sich ständig ein und die nassen Sachen empfindet er als äußerst unangenehm. Fragen, ob er auf Toilette muss beantwortet er meistens mit nein. Durch beobachten merke ich, wann er muss und setze ihn. Da er noch kein wirkliches Gespür dafür hat, wollte ich ihm wieder eine Windel anziehen, damit es für ihn auch nicht so frustrierend ist, wenn er sich laufend einnässt. Er verweigert diese aber rigoros. Interessanterweise ist seine Windel morgens immer trocken. Da schafft er ed auch rechtzeitig Bescheid zu geben, wenn er muss.
    Im Kindergarten macht er nur bei einer bestimmten Erzieherin in die Toilette. Bei der anderen setzt er sich zwar drauf, macht aber nichts. 1 Minute später nässt er sich dann aber ein. Es kann aber nun nicht jedes Mal nur diese bestimmte Erzieherin auf Toilette setzen, da sie auch mal mit einem anderen Kind beschäftigt ist. Heute hat er sich im Kindergarten zweimal eingenässt und einmal sein großes Geschäft in die Hose verrichtet. Das empfindet er als sehr unangenehm und zieht sich dann auch schnellstmöglich aus. Wie bereits erwähnt, klappt es Zuhause überhaupt nicht mehr und er nässt sich fortlaufend ein. Ich bin so langsam nervlich ziemlich am Ende und weiß nicht weiter. Druck ausüben möchte ich nicht, da ich weiß, dass es ein Reifungsprozess ist.

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    1. Liebe Anonym, mein Rat ist, ihn jetzt einfach eine Weile herausfinden zu lassen, wann er muss, und diesen Lernprozess nicht durch Nachfragen oder auf Toilette setzen zu unterbrechen. Wenn ein Kind von selbst die Windeln verweigert, dann ist es so weit! Er muss nur noch erkennen, wann zu spät zu spät ist. Das heißt, er muss das Gefühl kennen lernen, das auftritt, wenn die Blase doll drückt etc. Das geht nicht, wenn er zwischendurch alle 2h auf die Toilette gesetzt wird. Ich verspreche dir, dass es nicht länger als zwei Wochen nasse Hosen geben wird. So lange brauchen die Kinder meist, um den Zusammenhang selbst zu erkennen und rechtzeitig zur Toilette zu rennen. Ist die Hose nass, wechsle sie ohne großen Kommentar, liebevoll. Wenn du magst, kannst du in der Zeit ein Töpfchen in seine Nähe stellen, aber meist braucht es das gar nicht.
      Das wird!
      P.S. Beim Krankheit gibt es immer Rückschritte, das zählt also nicht. Er ist trotzdem so weit, wirklich.
      Liebe Grüße, Snowqueen

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  53. Hallo, ich habe den Artikel mit Interesse gelesen, da bei uns das Windel weg lassen Thema ist. Mein 3-jähriger Sohn hat vor 5 Wochen entschieden, dass er partout keine Windeln mehr tragen möchte. Leider merkt er selbst nicht immer, wann er auf Toilette muss. Phasenweise hat es ganz gut geklappt, wenn man ihn alle 2h auf Toilette gesetzt hat. Sein großes Geschäft hat er morgens in die Windel gemacht oder eben in die Hose. Zweimal hat er es angekündigt und auf die Toilette geschafft. Seit dem Wochenende ist er leicht erkältet mit Schnupfen. Seit dem klappt es kaum noch. Er nässt sich ständig ein und die nassen Sachen empfindet er als äußerst unangenehm. Fragen, ob er auf Toilette muss beantwortet er meistens mit nein. Durch beobachten merke ich, wann er muss und setze ihn. Da er noch kein wirkliches Gespür dafür hat, wollte ich ihm wieder eine Windel anziehen, damit es für ihn auch nicht so frustrierend ist, wenn er sich laufend einnässt. Er verweigert diese aber rigoros. Interessanterweise ist seine Windel morgens immer trocken. Da schafft er ed auch rechtzeitig Bescheid zu geben, wenn er muss.
    Im Kindergarten macht er nur bei einer bestimmten Erzieherin in die Toilette. Bei der anderen setzt er sich zwar drauf, macht aber nichts. 1 Minute später nässt er sich dann aber ein. Es kann aber nun nicht jedes Mal nur diese bestimmte Erzieherin auf Toilette setzen, da sie auch mal mit einem anderen Kind beschäftigt ist. Heute hat er sich im Kindergarten zweimal eingenässt und einmal sein großes Geschäft in die Hose verrichtet. Das empfindet er als sehr unangenehm und zieht sich dann auch schnellstmöglich aus. Wie bereits erwähnt, klappt es Zuhause überhaupt nicht mehr und er nässt sich fortlaufend ein. Ich bin so langsam nervlich ziemlich am Ende und weiß nicht weiter. Druck ausüben möchte ich nicht, da ich weiß, dass es ein Reifungsprozess ist.

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  54. Liebe Danielle,
    unser Anfang des Jahres 3 Jahre alt gewordener Sohn ist seit Ostern diesen Jahres windelfrei und trocken.
    Nur nachts trägt er noch eine Windel.
    Selbständig Pipi machen gehen klappt super, es gab wenige Male in den beiden Wochen danach noch Unfälle, seitdem nicht mehr.

    Unser großes Problem ist das große Geschäft. Wir Eltern und die Erzieher in der Krippe sind ziemlich am Ende mit unserer Weisheit. Er sagt nicht, dass er muss und irgendwann ist es in der Unterhose. Und dann will er es sich oft lange nicht rausmachen lassen.

    Ich persönlich bin auch mit den Nerven runter, ich will nicht mehr und kann es nicht mehr ertragen, seine vollgesch***** Hosen auswaschen zu müssen, die ich von der Kita mitbekomme, oder ihm diese, wenn es Nachmittags oder am Wochenende zu Hause passiert, ausziehen zu müssen, und oft Kind und/oder Wickeltisch oder Klo vollgeschmiert wird.
    Wie gesagt, wir machen das jetzt seit Ostern.
    Wenn er gefragt wird, warum er das nicht auf dem Klo machen will, vor allem in der Kita, bekommen wir keine Antwort oder er lenkt ab und plappert etwas anderes.
    Zu Hause hat es schon einige Male funktioniert, dass er mir Bescheid gesagt hat, aber die Mehrzahl der Geschäfte geht in die Unterhose. Seltsamerweise scheine ich seine "Klo-Fee" zu sein, denn mit seinem Papa ist er erst 1x gegangen, und das, obwohl er ein Papa-Kind ist.

    Habt Ihr einen Tipp für uns, wie man das evtl. doch aktiv & positiv beeinflussen kann?
    Er geht allein und selbständig aufs Klo zum Pipi machen, kann sich mittlerweile problemlos aus- und anziehen.
    Er will auch keine Windel - er hält es auch nicht zurück. Er macht es einfach in die Hose.... Aber warum?

    Gerade im Kindergarten scheint er das Große so gar nicht in die Toilette machen zu wollen.
    Aktuell geht er gerne in den Kindergarten und uns ist nicht bekannt, dass er dort ein Problem mit einer der Erzieherinnen hätte.
    Wir bekommen im Moment nur Positives erzählt - bis auf das Klo-Thema. Pipi klappt super - Stinker nicht.

    Er hat - wieder nur mit mir - schon auf völlig fremden Toiletten in einem Laden und einem Eiscafe sein grosses Geschäft gemacht. Daher glaube ich auch nicht, dass er ein Problem mit fremden Toiletten hat.

    Wenn das nicht fast täglich so eine ekelhafte Sauerei wäre, könnte man sicher einfacher abwarten.
    Aber es ist schlicht und ergreifend eklig und oft schon verschmiert und platt gesessen, wenn er sich lange nicht saubermachen lässt.

    Zu Beginn haben wir nicht geschimpft, oft gesagt, ist nicht so schlimm, putzen wir weg, das passiert, aber beim nächsten Mal sagst Du Bescheid und es hilft dir jemand...
    Als wir nach einiger Zeit nicht mehr so lieb geputzt haben kam von ihm dann der Kommentar, das wäre doch nicht so schlimm, wir putzen das doch jetzt ganz toll weg....
    Dieser Kommentar kommt jetzt auch ab und zu noch; nicht schlimm, kann man doch wegputzen...

    Ich habe bisher nirgends zu diesem Problem etwas gefunden, wenn, dann dann gehen die Kinder auch mit Pipi nicht aufs Klo, aber ein so getrenntes Problem Pipi/Stinker hat anscheinend niemand. Auch im Bekanntenkreis war alles nach kurzer Zeit erledigt und die Kinder mit beidem sauber.

    Im Übrigen vielen Dank für Euren Blog, ich habe auch das Buch gelesen und bin dankbar für so manchen guten Tipp und vor allem die Erklärungen, warum, wieso, weshalb unsere Kinder so sind :-)

    Viele Grüße! Daniela

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    1. Liebe Daniela,

      ich habe schon sehr oft gelesen, dass Kinder super auf Toilette zum Pullern gehen und es mit dem Stuhlgang nicht klappt. In der Theorie lernen sie eigentlich zuerst, den Darmschließmuskel zu kontrollieren und dann die Blase, dennoch gibt es zahlreiche Kinder, die trotzdem nicht "groß" auf die Toilette wollen. Die meisten von Ihnen verlangen aber eine Windel. Bei meiner Tochter war es auch so. Sie wollte einige Monate lang eine Windel nur zum "kackern" - danach konnte ich sie wieder ausziehen. Das Verhalten ist also nicht sooo ungewöhnlich, da er aber keine Windel will, für Euch natürlich sehr unangenehm.

      Ich habe keine Erklärung dafür, aber mal gelesen, dass es mit der Körperhaltung zusammenhängen könnte. So, wie wir auf dem Klo sitzen, ist das für den Ausscheidevorgang nicht ideal, eigentlich ist eine hockende Haltung "natürlich". Hat er einen Tritt auf Toilette? Das könnte man sonst mal versuchen. Oder Höschenwindeln als Kompromiss? Da würde ich schon klar mein Bedürfnis signalisieren, nicht die Schlüpfer auswaschen zu müssen. So kann er unkompliziert Pipi machen, aber groß eben in die Windel.

      Liebe Grüße
      Danielle

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    2. Es hat mit Gewöhnung zu tun...!!! Ein Säugling der immer in Windeln "kackert" womöglich gelobt wurde...versteht es später nicht, warum es jetzt anders herum besser sein soll. Es FÜHLT sich richtig/ vertraut an.
      Den Schließmuskel öffnen, hat auch was mit LOSLASSEN können zu tun (psychisch). Das ist bei älteren Kleinkindern eher eine Blockade.
      Der Hinweis auf eine andere Hockhaltung ist auch hilfreich.

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  55. Liebe Danielle,

    Ich finde Deinen Artikel super und bin einverstanden. Wir hatten mit unserem Sohn (3.5) schon mit 2.5 aufgehört Windeln zu tragen. Wenn es dann trotzdem mal daneben ging störte mich das wenig. Jetzt ist er eigentlich schon 1 Jahr lang trocken, aber er macht jetzt fast täglich ein wenig in die Hosen. Meistens ist es, weil er im Spiel ist und dann nicht aufs Klo will. Auch wenn wir merken, dass er aufs Klo muss lässt er sich nicht überreden. Das nervt uns extrem. Wir beginnen dann mit Sachen wie, "solange du nicht aufs Klo gehst, spielen wir nicht weiter", was absolut nicht hilft. Ich weiss irgendwie nicht mehr weiter. Sollten wir einfach weiterhin akzeptieren, dass er fast täglich "ein paar Tröpfchen" (oder auch mehr) in die Unterhosen gehen? Obwohl er es doch eigentlich könnte?

    Liebe Grüsse, Stefanie

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  56. Es dringt an vielen Stellen das persönliche Weltbild durch, trotz versuchter WISSENSCHAFTLICHKEIT bleibt es ein persönlicher Erfahrungsbericht und PERSÖNLICHE Stellungnahme zum Thema. Ich habe andere Erfahrungen gesammelt, die im Widerspruch zu einigen faktischen Inhalten stehen. Meine Wahrnehmung und mein Weltbild sind deswegen anders. Ich beachte bei dieser Thematik auch die Hirnreife, Bewusstseins- und Erkennenprozesse bei Heranwachsenden. "Sauber werden" in unserem Sinne ist nicht linear. Es interferiert mit anderen Reifeprozessen. Und so scheint es "mal zu klappen und mal geht es wieder in die Hose". Wer wirklich sehr am Thema interessiert ist und Verzerrungen unserer artfremden Lebensweise und von Produkt-Lobbys ausschließen möchte, blicke auf natürlich lebende Menschen, wie noch in vielen Naturvölkern vorhanden. Die Menschen unserer technokratischen Gesellschaftsform haben verlernt, ihre Gefühle zu fühlen und klar benennen zu können. Zum "SAUBER WERDEN" gehört aber eines ganz wesentlich dazu: SICH SELBST ZU FÜHLEN. Welchem Säugling geben wir die Chance und Möglichkeiten dazu?!

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