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Was ist so schlimm an Winterhoff?


Cover Warum Kinder zu Tyrannen werden Eine kritische Analyse des Buches "Warum unsere Kinder zu Tyrannen werden"

 
Vor etwa eineinhalb Jahren fragte eine Userin in meinem Lieblingsforum: "Was ist eigentlich so schlimm an Winterhoff?", nachdem es eine Menge Autor-Bashing in mehreren Threads gegeben hatte. Sie hatte seine Bücher noch nicht gelesen und fragte sich, womit er eine solche Behandlung verdient hatte. Da ich bis dahin bis auf ein paar kurze Zeitungsartikel auch noch nichts von ihm gelesen hatte, enthielt ich mich damals einer Antwort. Stattdessen borgte ich mir sein erstes Buch und begann zu lesen. Schnell hatte ich es durch. Es zu "verdauen" dauerte wesentlich länger. Liebe X., hier ist nun meine Antwort auf deine Frage. Dieser Artikel ist für dich.
 

1. Das Buch positioniert sich nicht stark genug gegen den "erzieherischen Klapps"

 
"Vielfach ist derzeit eine radikale Umkehr zu beobachten. Erziehungsratgeber empfehlen zunehmend mehr Strenge und Konsequenz in der Erziehung, der berühmte "Klapps auf den Hintern" ist wieder diskussionsfähig geworden, wobei die derzeitige Tendenz häufig genug dahin geht, dass eben jener "noch niemandem geschadet habe". Eine derzeit durchaus salonfähige Feststellung, die, unabhängig davon, ob sie richtig oder falsch ist, noch vor nicht allzu langer Zeit für Empörung gesorgt hätte." [vgl. Winterhoff, M., 2009: 16f]
Dazu brauche ich gar nicht viel schreiben - der Autor positioniert sich hier nicht eindeutig gegen den Klapps als Erziehungsmittel. Über seine Gründe möchte ich nicht munkeln. Fest steht für mich: Jemand, der nicht ganz klar schreibt, dass physische (und psychische) Gewalt und elterliche Liebe einander ausschließen und daher der Klapps und andere antiquierte Methoden der schwarzen Pädagogik in der Eltern-Kind-Beziehung absolut nichts zu suchen haben, disqualifiziert sich in meinen Augen sofort selbst als Rat-Geber.
 

 

2. Das Buch unterstützt Standesdünkel unter Eltern und schürt die so genannten Mommy Wars


"Arndt, 8 Jahre, berichtet mir lehrbuchartig seine Tricksereien, die er benutzt, weil er nicht aufräumen möchte. Zunächst fordert ihn die Mutter auf, im Wohnzimmer aufzuräumen, daraufhin geht er hoch ins Kinderzimmer. Wenn die Mutter ihm ins Kinderzimmer folgt, geht er runter in den Keller. Wenn die Mutter ihm in den Keller folgt, geht er wieder zurück ins Wohnzimmer. Ich frage grundsätzlich immer wieder nach: "Und dann räumst du deine Sachen auf?" Antwort: "Nein, nein, dann gehe ich erst noch in den Garten." Ende vom Lied ist: Arndt räumt gar nicht auf, sondern seine Mutter macht es. Der Grund für die Vorstellung in der Praxis ist, dass die Mutter sich große Sorgen wegen der hohen Ängstlichkeit ihres Sohnes macht. Er traue sich bedauerlicherweise auch nicht, in der Schule (2. Klasse) den Vormittag ohne seine Mutter im Klassenraum zu verbringen. Also sitzt die Mutter den gesamten Schulvormittag neben ihm." [Winterhoff, M., 2009: 66f]
Dieses Beispiel habe ich willkürlich aus dem Buch herausgefischt - es hätte auch ein völlig anderes sein können. Sie gleichen sich insofern, als dass sie alle Verhaltensweisen von Kindern aufzeigen, die wirklich alle Menschen schon einmal erlebt haben (z. B. dass das eigene Kind nicht aufräumen will), diese dann aber so überspitzt beschreiben, dass sich wiederum niemand wirklich angesprochen fühlen muss, da es so schlimm bei einem selbst ja dann doch nicht ist (im Klassenraum dabei sein müssen). Das ist ein cleverer Schachzug vom Autor, da er es so schafft, die Leser zu ihm ins Boot zu bringen - zumindest vom Hörensagen kennt doch jeder ein Kind, das so wie von ihm beschrieben von der Norm abweicht, nicht wahr? Gemeinsam können nun Leser und Autor ob des psychischen Verfalls der heutigen Kinder traurig den Kopf schütteln und der guten alten Zeit nachtrauern, in der es "so etwas" noch nicht gab. Die lesenden Mütter und Väter können sich gleichzeitig noch selbst stolz auf die Schulter klopfen, weil ihnen das Buch die Bestätigung gibt, es selbst nicht so falsch wie andere Eltern zu machen.

Und da kommen die Mommy-Wars ins Spiel. In denen geht es ja immer darum, dass die eine Seite denkt, sie mache es viel besser, als die andere Seite und das Resultat würde sich spätestens dann zeigen, wenn die fremden Kinder als depressive, obdachlose Penner auf der Straße leben, weil sie als Kind nicht im Tuch gebunden an elterlicher Brust schlummern durften oder wahlweise zu egozentrischen Muttersöhnchen heranwachsen, die sich bis in die späten Dreißiger von ihren Eltern als faule Studenten aushalten lassen, weil sie damals langzeitgestillt und familiengebettet wurden. Das Buch bestätigt diese albernen Klischees und weitet die Kluft zwischen den Eltern da draußen.

Saurierskelett
Nachdem ich das Buch gelesen hatte, fielen mir auf den Spielplätzen plötzlich unglaublich viele "ungezogene" Kinder auf, solche, die prima ins Winterhoff'sche Schema passten. Mein Blick war nun defizitorientiert und ich schüttelte innerlich den Kopf über die vielen unfähigen Eltern, die ich sah. Ich war plötzlich nicht mehr offen genug, zu erkennen, dass diese Situationen auf den Spielplätzen oder im Supermarkt nur Momentaufnahmen vom Leben dieser Mütter und Väter waren. Ich kannte weder den Tag, den diese Eltern davor hatten, ich wusste nicht, ob sie in der Nacht geschlafen hatten und schon gar kannte ich sie gut genug, um zu wissen, ob sie nicht vielleicht sonst die geduldigsten Eltern aller Zeiten waren, aber nun an Migräne litten und einfach nur nach Hause wollten.

Dass ich in der Winterhoff'schen Sichtweise gefangen war merkte ich erst, als mich beim Babyturnen eine Mutter ganz nett darauf ansprach, sie hätte mich am Samstag mit meinen Kindern im Museum gesehen - ich hätte ziemlich angespannt gewirkt. Mein erster Gedanke war: "Mist, ausgerechnet da hat mich jemand erkannt!", aber dann konnte ich doch lächeln und erzählen, was für ein Höllentrip dieser Museumsbesuch für alle gewesen war: Mir war heiß gewesen, weil das schlafende Baby im Schneeanzug in der Trage an mir hing, meine Töchter waren müde, weil wir gerade in dieser doofen Mittagsschlaf-Abschaff-Phase sind. Es waren Ferien und dementsprechend war es brechend voll - niemand konnte sich in Ruhe etwas angucken, weil immer gleich andere Familien drängelten. Außerdem hatte ich das Museum ungünstig ausgewählt - meine Töchter mochten zwar das Dinosaurierskelett im ersten Raum, waren aber angesichts von ausgestopften Vögeln, Eisbären und Tigern nicht beeindruckt, sondern gelangweilt. Ich hatte Angst, dass das Baby überhitzt und ärgerte mich, ihn nicht ausgezogen zu haben, aber ich hatte ihn nicht wecken wollen. Eine Tochter musste pullern, aber die Toiletten waren zu voll, die andere Tochter hatte Hunger, durfte aber im Museum nichts essen.

Ich war vollgepackt wie ein Esel, weil ich alle Klamotten trug, da ich nicht bei der Garderobe hatte anstehen wollen. Zu sehen war also eine schwitzende Frau mit zur Faust geballtem Gesicht, Baby vorm Bauch, Rucksack auf dem Rücken, an jeder Hand eine nölende und eine weinerliche Vierjährige, welche sich vor lauter Müdigkeit durch die Säle zerren ließen. Ich wollte nur noch raus, raus, raus! Nein, in diesem Moment war ich keine souveräne Mutter... Als ich diese Szene beim Babyturnen Revue passieren ließ, merkte ich plötzlich, dass ich mir, hätte ich mich selbst im Museum gesehen, bestimmt das Label "schlechte Mutter" gegeben hätte. Ich erschrak darüber, weil ich eigentlich die meiste Zeit eine ganz gute, freundliche und zugewandte Mutter bin - ich verstand, dass ich mir einen zu kritischen Blick angewöhnt hatte, was andere Mütter anging. Wir alle haben stressige Situationen, in denen wir nicht optimal reagieren. Manchmal reagieren wir sogar regelrecht blöd, und wissen es, und können es in dem Moment trotzdem nicht ändern. Aber das macht uns nicht zu schlechten Müttern, nur zu echten.

Liest man Winterhoff, wird dieser kritische Blick auf andere bestätigt und bestärkt. Ich weiß nicht, ob der Autor das absichtlich macht, aber er müsste als Psychiater eigentlich wissen, dass er mit seinen Beispielen eine psychologische Kettenreaktion auslöst, die alte Kindheitstraumata triggert und als Abwehrreaktion das Schlechtmachen anderer Eltern hervorruft.
"Kein Mensch hätte Interesse, andere zu verfolgen und schlecht zu machen, wenn er nicht auf narzisstischer Kränkungswut wie auf einem Pulverfass sitzen würde. Die Verleumdung gelingt am besten, wenn man den Sündenbock gar nicht persönlich kennt. Wenn jemand so andauernd abwertend über andere spricht, dann dient das zur Abwehr der eigenen narzisstischen Verletzung. Wenn andere "etwas schlecht machen", ist man automatisch relativ besser, weil man es anders macht - das gehört zur notwendigen Regulation des Selbstwertes, ermöglicht jedoch keine Befreiung. Die in der frühen Kindheit selbst erlittende Kränkung wird lediglich destruktiv ausagiert und weitergegeben." [Maaz, H.J., 2012, 49].
Baby wird im Arm gehaltenDas bedeutet, dass Eltern, die selbst als Kinder in den ersten drei Lebensjahren keine echte qualitative innere Zuwendung von ihren Eltern erfahren haben, einen entwicklungspsychologischen Mangel erlitten haben - ihre primäre narzisstische Sättigung ist ungenügend. Nach außen hin kann das Kind bestens versorgt gewesen und in einer "heilen" Familie aufgewachsen sein, ja, der Erwachsene erinnert sich sogar meist an eine glückliche Kindheit. Wenn sich jedoch seine primären Bezugspersonen nicht die Mühe gemacht haben, empathisch auf  ihn als verzweifelt schreiendes Baby, als unglücklich tobendendes Kleinkind einzugehen; wenn seine Signale nach Hunger, Durst, Kuscheln, Schlafen etc. überhört wurden und stattdessen nach von anderen festgelegten Strukturen befriedigt wurden - dann musste sich das Kind, das heute ein Erwachsener ist, emotional anpassen um zu überleben. Die Kinder erspüren ganz genau, was ihre Eltern von ihnen wollen und passen ihr originales Selbst an diese Wünsche an. Ich hatte das in diesem Artikel schon einmal ausführlicher erklärt.

Ab diesem Zeitpunkt beginnt ein lebenslang anhaltender Prozess der Entfremdung zu sich selbst. Die von den eigenen Eltern nicht positiv gespiegelten Verhaltensweisen des originalen Selbst werden tief im Inneren weggeschlossen. Sie sind aber nicht weg - sie bleiben im Menschen bestehen. Kratzt nun ein Fremder - eine andere Mutter im Pekip Kurs oder auf dem Spielplatz beispielsweise - mit Worten oder Taten an diesem originalen Selbst, das nicht sein durfte, weil die eigenen Eltern es nicht liebten, dann löst das einen so unerträglichen und bedrohlichen Mangelschmerz aus, dass "zurückgeschlagen" werden muss. Das erklärt, warum die Mommy-Wars  oft so extrem ausarten. Statt zuzulassen, dass andere Mütter andere Wege haben, wird sich aus (frühkindlicher) narzisstischer Kränkung heraus im eigenen Tun als einzig wahre Wahrheit verbissen. Es tut einfach zu sehr weh, zu erkennen, dass das, was einem das eigene Bauchgefühl als richtig suggeriert, vielleicht gar nicht richtig ist und man unwissentlich seinem eigenen Kind so geschadet hat, wie man selbst beschädigt wurde. Aus gleichem Grunde reagieren unsere Eltern und Schwiegereltern oft so pikiert auf unseren abweichenden Erziehungsweg.
 
Das "Zurückschlagen" aus eigener Betroffenheit geschieht oft mit einem scheinbar starken Selbstbewusstsein: da wird verhöhnt, klein geredet und ins Lächerliche gezogen. Es ist schwer, sich als friedliebender Mensch davon nicht beeindrucken zu lassen. Doch je vehementer sich die Mutter oder der Vater dir gegenüber in Rage redet, je mehr Hass in Online-Diskussionen versprüht wird, je sarkastischer jemand deinen Weg kommentiert, desto stärker kannst du davon ausgehen, dass bei diesem Menschen im Inneren ein kleines fremdgewordenes Kind ungehört weint, welches sich genau das von seinen Eltern gewünscht hätte, was du deinen Kindern gerade gibst.

Doch sich das einzugestehen lässt die narzisstische Abwehr auf keinen Fall zu. So schwer es mir manchmal fällt: Ich begegne diesen verletzten und verletzenden Menschen mit aller Empathie, die ich aufbringen kann. Ich versuche, zu verstehen, was den Hass treibt, und das hilft mir, nicht ebenso verbohrt zurückzuhassen, sondern Nachsicht walten zu lassen. Ich weiß, dass die narzisstische Kränkung so tief geht, dass ich mit meiner Empathie nichts ausrichten kann - oft verschlimmert echtes Mitgefühl die Situation sogar noch. Aber immerhin schützt es mich davor, selbst wütend zu werden. Ich kann es nicht oft genug schreiben: Jedes Verhalten hat einen Grund! - Auch bei Erwachsenen.

Welchen persönlichen Grund Winterhoff hatte, sich diese psychologische Wirkungsweise des frühkindlichen Liebes- und Bestätigungsdefizits in seinem Buch zu Nutze zu machen, wird mir allerdings ein ewiges Rätsel bleiben, wenn ich ihm nicht Böses unterstellen will. Im Prinzip agiert er mit seinen Zeilen haargenau so wie ein Eltern-Troll in einem Online-Forum: Er macht andere Eltern schlecht, um sich selbst zu erhöhen. In einer endlosen Zurschaustellung von Beispielen schlechter Eltern hebt er mahnend den verbalen Finger und kreischt "Das Ende ist nah!"; er, der er als einziger erkannt hat, an welcher Störung die heutige Gesellschaft erkrankt ist. Wenn wir doch nur alle auf ihn hören würden, wären die gestörten Psychen unserer Kinder vielleicht doch noch zu retten.
 
Er schreibt:
"Wer in seinem Bekanntenkreis Lehrer, Kindergarten-Erzieher oder anderweitig pädagogisch tätige Menschen hat, kennt zur Genüge die Klagelieder über die scheinbar hoffnungslose Lage bei Kindern und Jugendlichen. Diese erscheinen zu einem großen Teil als respektlos und ohne jede Orientierung an allgemein verbindlichen Werten und Normen. Dabei handelt es sich in vielen Fällen um Kinder aus intakten Familien, bei denen die üblichen Erklärungsmuster wie "schwierige Kindheit", "kaputte Familie" oder "ungünstiges soziales Umfeld" nicht greifen. Schwierigkeiten bereiten zunehmend Kinder und Jugendliche, deren Eltern vom ersten tag an liebevoll mit ihnen umgehen, für jeden gut gemeinten Erziehungsratschlag dankbar sind und innovative pädagogische Konzepte in die Tat umzusetzen versuchen. [...] Die Reaktion, die innerhalb der Gesellschaft in der vergangenen Zeit auf dieses Phänomen zu beobachten ist, setzt in der Hauptsache auf eine Pädagogikdebatte. [...] Ich verfolge demgegenüber einen grundlegend anderen, und vor allem neuen Gedanken, um in der Sackgasse der aktuellen Debatte kehrt zu machen und nach neuen Wegen zu suchen, die schließlich auch zu sinnvollen pädagogischen Bemühungen führen können." [vgl. Winterhoff, M., 2009: 15ff]
So richtig neu ist seine Lösung dann aber gar nicht, auch, wenn er diese mit einer Menge für Laienohren wissenschaftlich klingender Termini zu untermalen versucht. Letzten Endes ist seine These auf ein kurzes Zitat komprimierbar:
"Worum es geht, ist, zu verstehen, dass sich die unterschiedlichen Symptome scheinbar erziehungsresistenter Kinder und Jugendlicher auf eine gemeinsame Sache zurückführen lassen, nämlich fehlende psychische Reife. [...] Das bedeutet: Kinder müssen wieder als Kinder gesehen werden. Heute sind wir dazu übergegangen, sie uns als kleine Erwachsene ebenbürtig zu machen und damit restlos zu überfordern." [vgl. Winterhoff, M., 2009: 18f]
Weil wir also unseren Kindern einen gewissen Entscheidungsfreiraum geben und nicht, wie frühere Generationen einfach über die Köpfe unserer Kinder hinweg entscheiden, gibt es laut Winterhoff so viele "gestörte Kinder." Dieses Argument  wiederholt er eifrig, damit es auch ja beim Leser ankommt. Und da wären wir schon bei meinem dritten Kritikpunkt an das Buch: 

 

3. Das Buch weckt tiefverwurzelte Ängste bei den Eltern, aus lauter Fürsorge das eigene Kind doch zu verwöhnen


"Claudia ist fünf  Jahre alt, sie wird in der Regel morgens in den Städtischen Kindergarten gebracht und mittags wieder abgeholt. [...] Die Tür öffnet sich, Claudia kommt als eins der ersten Kinder aus dem Gruppenraum gestürzt und entdeckt sofort zu ihrer erkennbaren Freude, dass ihre Mutter bereits eingetroffen ist. Sofort entspinnt sich ein Spiel: Claudia läuft auf die Mutter zu und hält ihr den ausgestreckten Arm entgegen, um ihr damit einen imaginären Muffin zu servieren, den sie nach stolzem Bekunden extra für die Mama gebacken hat. Die Mutter geht auf das Spiel der Tochter ein, bückt sich zu ihr nach unten, bedankt sich für den schönen, leckeren Muffin und ... beißt rein. Diese Handlung hat dramatische Auswirkungen: Claudia ist einem Schock nahe, denn der Biss in den Muffin gehörte nicht zu ihrem Plan von Ablauf des Spiels, sie hatte vielmehr ihrer Mutter das Gebäck geben wollen, damit diese es gemütlich daheim vertilgt. Die Reaktion des Kindes hat es in sich: Claudia beginnt nicht nur zu weinen, sie wirft sich gleichzeitig auf den Boden und ruft immer wieder laut, die Mutter habe doch den Muffin auf keinen Fall bereits jetzt anbeißen dürfen. Das Kind ist etwa 15 Minuten lang nicht ansprechbar, übertönt Beschwichtigungsversuche mit lautem Schluchzen und wehrt sich gegen körperliche Annäherung durch Strampeln und Schlagen. dann hat die Mutter die rettende Idee: Sie kann Claudia glaubhaft machen, dass sie ja nur einmal in das Gebäckstück gebissen habe und folglich den Rest noch in den Händen halte. Also könne man diesen ja mit nach Hause nehmen, und zu einem von Claudia festzulegenden Zeitpunkt werde der Muffin dann gegessen. Das Kind akzeptiert zwar diesen Vorschlag, nicht jedoch, ohne die Mutter darauf hinzuweisen, dass so etwas aber keinesfalls noch einmal vorkommen dürfe. Als Mutter und Tochter den Kindergarten schließlich verlassen, trägt die Mama sowohl den Rucksack als auch die Jacke ihrer Tochter. Und natürlich auch den imaginären Muffin!" [vgl. Winterhoff, M., 2009: 40f]
abgebissener KuchenSicher ist dir als kritischem Leser gerade aufgefallen, dass Winterhoff auch bei diesem überspitzen Beispiel sehr schlau Situationen miteinander verquickt, die wir als Eltern alle durchaus kennen (Wutanfall, weil wir in den Augen unserer Kinder etwas "falsch" gemacht haben), aber in solcher Dramatik Gott sei Dank noch nicht erlebt haben (Mutter sucht untertänig nach Lösungen, bis Mädchen gnädig eine akzeptiert). Wirklich perfide agiert er jedoch mit dem scheinbar harmlosen Ende der Geschichte, in dem die Mutter Jacke, Rucksack und imaginären Muffin trägt. Da Claudias Beispiel so herausragend krass ist, bemerkt man als Leser zunächst diesen Abschluss nicht wirklich. Man überliest ihn als relativ unwichtig - er hakt sich jedoch auf gemeine Art und Weise ins Unterbewusstsein fest und wirkt lange nach. Was übrig bleibt, ist die Angst, sein Kind mit solchen kleinen Liebesdiensten so zu verwöhnen, dass es doch noch zu einem Tyrannen wie Claudia wird.
 
Du findest meine Schlussfolgerung vielleicht zu weit hergeholt, doch sieh dich einmal in den Garderoben der Kindergärten um: Wie oft siehst du dort weinende Kinder, die gerne Hilfe beim Anziehen von Jacke, Schneeanzug oder Schuhen haben wollen und Eltern, die stur daneben stehen und immer wieder verärgert wiederholen: "Du kannst das doch allein! Beeil dich jetzt mal und mach nicht so ein Theater!" Ich werde wirklich häufig von verunsicherten Eltern gefragt, was sie machen sollen, wenn sich das Kind nach dem Kindergarten weigere, sich allein anzuziehen. Eigentlich würde es das ganz prima allein können und auch im Kindergartenalltag machen, aber sobald man es abhole, zerfalle es quasi vor den Augen der Eltern und würde nur unter Mühen dazu gezwungen werden können, sich selbst anzuziehen. Das wäre jedes mal ein riesen Drama, das allen Beteiligten den Schweiß auf die Stirn treibe und den Eltern die Freude am Abholen des Kindes gründlich verderbe.
 
Meine Antwort darauf ist immer die Gleiche: Was hält dich denn davon ab, deinem Kind in diesem Moment zu helfen? Warum ist es so immens wichtig, dass es sich allein anzieht, wenn du doch weißt, dass es das ganz selbstverständlich schon allein kann? Der Wunsch deines Kindes ist keine Forderung eines Tyrannen, sondern Ausdruck dessen, dass es nach einem anstrengenden Arbeitstag gern ein bisschen von dir umsorgt werden möchte. Es hat x Stunden im Kindergarten "funktioniert", hat sich in die Gruppe eingeordnet, Regeln eingehalten, sich beim Mittagschlaf allein aus- und wieder angezogen. Jetzt bist du endlich da, sein sicherer Hafen, seine große Liebe. Es möchte mit dir Kuscheln, der Körperkontakt beim Anziehen-helfen hilft ihm beim Entspannen, da dabei das Kuschel-Hormon Oxytocin ausgeschüttet wird. Du "verwöhnst" dein Kind nicht, wenn du ihm in dieser Situation hilfst, es wird dadurch kein Tyrann. Du wirst ihm deswegen auch nicht für immer beim Anziehen helfen müssen, mach ich von diesen Ängsten frei! Das, was du ihm mit deiner Anzieh-Hilfe beibringst, ist, dass es keine Schande ist, um Hilfe zu bitten. Du zeigst ihm auch, dass es gut und schön ist, jemandem anderen zu helfen, der einen langen, stressigen Tag hatte und dass diese Hilfe demjenigen ein wohliges Gefühl von Liebe macht. Bestenfalls ziehst du so eine/n empathiefähigen Ehefrau oder -oder mann heran, die/der seiner besseren Hälfte später ungefragt ein heißes Bad einlaufen lässt oder die Füße massiert, weil sie/er erkennt, dass ihr das gut tun würde.
 
Winterhoff freilich sieht das ein bisschen anders. Seine Analyse der Situation mit Claudia fällt vernichtend für die Mutter aus. Er schreibt:
"Die Handlungsweise der Mutter zeigt gleich mehrere Auffälligkeiten, die die Psyche ihrer Tochter  in die falsche Richtung beeinflussen. [...] Claudia lernt aus dieser ganzen, 15 Minuten dauernden Szene, dass sie die Mutter in ihrer Handlungsweise bestimmen kann. Sie nimmt ihr das Heft des Handelns aus der Hand und lässt sie nach dem Prinzip von "trial and error" an der langen Leine zappeln, bis sie den Vorschlag, den "Muffin" mit nach Hause zu nehmen, für gut genug befindet, um sich abzuregen. Höhepunkte ihrer Ich-bezogenen Handlungsweise sind dann nochmal die Selbstverständlichkeit, mit der sie sich von ihrer Mutter aufhelfen lässt, obwohl sie sich selbst auf den Boden geschmissen hat, und die Zurechtweisung, dass eine solche Situation nicht noch einmal passieren dürfe." [vgl. Winterhoff, M., 2009: 44]
Lies das Zitat genau - denn auch hier impft er uns einen Zweifel ein, der vom Leser auf den ersten Blick als unwichtig übersehen werden könnte: Während ich mit ihm konform gehe, dass die Zurechtweisung der Mutter durch die Tochter nicht akzeptabel ist, und von der Mutter freundlich, aber deutlich abgeblockt werden sollte, finde ich es bedenklich, dass Winterhoff uns einzureden versucht, wir würden die Psyche unserer Kinder in eine gefährliche Richtung beeinflussen, wenn wir ihnen nach einem Wutanfall helfen, vom Boden aufzustehen! Mann, Mann, Mann. Was für eine Art von Beziehung propagiert er denn da? Ja, Mensch, wo kämen wir denn hin, wenn wir einen geliebten Menschen, der einen Fehler macht, hinterher trotzdem mit offenen Armen empfangen würden? Wenn wir ihn, statt ihn beleidigt auf Distanz zu halten ("Die Suppe, die du dir eingebrockt hast, löffle mal schön allein aus!"), trotz des begangenen Fehlers ohne Wenn und Aber, bedingungslos also, lieben und ihn mit all seinen gefühlsbedingten Facetten annehmen würden?
 
Geradezu absurd wird es, wenn man Winterhoffs Ratschläge an die Eltern aus dem Beispiel Claudia mit seinen Ausführungen vergleicht, die er nur ein paar Seiten weiter macht: 
"Kinder können sich nur über den emotionalen Bezug und eine entsprechende Bindung an ihre Eltern optimal entwickeln. Beziehungsfähige Kinder entwickeln sich somit zunächst einmal für ihre Eltern. Das bedeutet ganz konkret etwa, dass ein Fünfjähriger, der beim Tischdecken hilft, dies nicht funktional tut, also nicht, um die Voraussetzungen zu schaffen, damit anschließend gegessen werden kann, sondern er tut das ausschließlich für seine Eltern. Genauso lernt das Kind in der Schule für den Lehrer und - noch - nicht für das Leben." [vgl. Winterhoff, M., 2008: 72]
Wenn ich nun beide Textpassagen vergleiche, ergibt sich für mich folgende Winerhoff'sche Leitlinie, was die Beziehung zu meinen Kindern angeht: Meine Kinder sind gut an mich gebunden, deshalb helfen sie mir, weil sie wissen, dass mir das Freude bereitet. Sie helfen gern im Haushalt oder bringen mir meine Mütze, wenn ich sei vergessen habe. Sie tragen auch mal einen Teil des Einkaufs, wenn mir alle Beutel zu schwer sind. Ich als Mutter bin ebenso gut an meine Kinder gebunden. Allerdings muss ich gut aufpassen, ihnen nicht zu helfen, wenn sie sich in irgend einer Weise daneben benehmen. Sobald sie etwas "falsch" machen, muss ich ihnen meine Hilfe verweigern, auch, wenn sie das als Liebesverlust interpretieren, damit ich sicherstelle, ihre psychische Entwicklung nicht in die falsche Richtung zu lenken...
 
Eine Frage bleibt allerdings offen nach Lektüre des Buches. Es wäre schön, wenn ein Experte mir das noch beantworten könnte: Wenn ich als Mutter mal einen "Fehler" mache, wenn ich morgens grumpelig mit meinen Kindern rede, weil ich noch müde bin, wenn ich sie ungerechterweise beschuldige, meine Schokolade gegessen zu haben, obwohl das meine bessere Hälfte war, wenn ich wegen PMS schneller meine Geduld verliere, obwohl sich meine Kinder altersangemessen laut verhalten - sollten dann meine Kinder mir ihre Liebe und ihre Hilfe auch verweigern? Ist das Winterhoff'sche Verständnis von Beziehung so ein "Zuckerbrot und Peitsche"-Ding? Mir scheint es so. Das Ganze nennt sich "operante Konditionierung" und entspricht dem Stand der Lernpsychologie der 30er (!) Jahre: Gutes Verhalten wird mit Zuneigung und positiven Reizen belohnt. Negatives Verhalten wird durch die kalte Schulter zeigen und Konsequenzen geahndet. Mit bedingungsloser Liebe hat das leider rein gar nichts zu tun und echte Empathie kann so auch nicht entwickelt werden. 
 

4. Das Buch gibt vor, keine Lösungen auszuformulieren, tut es aber insgeheim doch


"Ich möchte hier keine en détail ausformulierten Lösungen für die Probleme präsentieren, und das aus gutem Grund. Niemandem ist damit gedient, sich einer vermeintlich simplen Lösungsstrategie für ein Problem zu bedienen, wenn er die Hintergründe für dieses Problem nicht verstanden hat. Genau das bezwecke ich: Sie, der Leser, der nichts lieber möchte, als (seinen) Kindern zu helfen, soll sich drüber klar werden, welche Mechanismen die psychische Reifung der Kinder in der gegenwärtigen Situation außer Kraft gesetzt haben. Mit diesem Wissen im Hinterkopf gilt es dann, neue Strategien zu entwickeln, um aus der Sackgasse zu entkommen. das ist jedoch ein Prozess, an dem jeder einzelne Betroffene sich aktiv beteiligen muss." [vgl. Winterhoff, M.; 2009: 190f]
Frau liest in einem Buch
Wie du aus dem Zitat entnehmen kannst, ist das Buch "Warum unsere Kinder Tyrannen werden" vom Autor dezidiert nicht als Ratgeber angelegt. Er betont an zwei Stellen, dass er keine einfachen Lösungsansätze geben möchte, sondern mit seinen Ausführungen nur aufrütteln möchte - er legt den Finger quasi auf den Missstand der heutigen Gesellschaft. Das mit dem Aufrütteln schafft er tatsächlich. Niemand, der dieses Buch liest, wird hinterher nicht in irgend einer Weise berührt sein. Liest man das Buch als Elternteil, passiert es oft genug, dass die Beispiele doch unangenehm nah an das heranreichen, was man tagtäglich mit den eigenen Kindern erlebt. Natürlich erleben wir nicht die Extreme, die er da beschreibt, doch er flicht ja immer, wie ich schon schrieb, auch ein paar harmlosere Begebenheiten mit ein, in denen wir uns eben doch wiedererkennen.
 
Richtig ernst wird es für uns dann aber im letzten Drittel des Buches:  Er unterscheidet drei krankhafte Beziehungsstörungen zwischen Eltern und Kindern: Partnerschaftlichkeit, Projektion und Symbiose. Letztere ist für ihn die fatalste Stufe der Beziehungsstörung, in der es laut Winterhoff zu einer Verschmelzung der elterlichen Psyche mit der kindlichen kommt und damit zu einer Fixierung des Kindes in einer sehr frühen psychischen Entwicklungsphase [vgl. Winterhoff, M., 2009: 134]. In diesem symbiotischen Verhältnis können Kinder dann, so sagt er, Menschen nicht mehr als Menschen wahrnehmen, sondern behandeln diese wie Gegenstände, da die Eltern ihnen keinen Widerstand entgegensetzen, wenn es sich in seinem kindlichen Narzissmus durchzusetzen versucht. Er beschreibt eine Situation aus seiner Praxis: 
"Das Kind klettert während der Zeit, in der ich mich mit den Eltern unterhalte, auf ihnen herum, mal rauf, mal runter, zerrt an ihnen und zieht ihnen dabei manchmal fast die Kleidung vom Leibe. Darauf angesprochen, reagieren die meisten Eltern mit Erstaunen und der klaren Ansage, es störe sie nicht, wenn das Kind das mache. [...] Eine weitere symptomatische Situation ist beispielsweise, dass Kleinkinder der Mutter während eines Gespräches die neben dem Stuhl liegende Handtasche ausräumen. Diese reagiert darauf erst nach einem deutlichen Hinweis meinerseits, allerdings nicht in der zu erwartenden Art und Weise. Statt die Tasche hochzustellen, damit sie für ihr Kind unerreichbar wird, räumt sie ihre Sachen wieder ein und stellt die Tasche dann wieder auf den Boden, so dass das Kind von vorne beginnen kann. Auf dem Boden der Symbiose kann die Mutter nicht mehr erkennen, dass ihr Kind etwas Falsches tut." [vgl. Winterhoff, M., 2009: 143]
Dieses Verhalten ist laut Winterhoff die schlimmste Stufe der Beziehungsstörung! Nicht die kreischende Claudia, die ihre Mutter mit dem Muffin herumkommandiert, nicht der maulige Manuel, der ungefragt die Post seiner Mutter liest, nicht der ängstliche Arndt, dessen Mutter neben ihm in der Schule sitzen muss, nicht der seltsame Sven, der mit seinem Chemiebaukasten den Abendbrottisch belegt und seine Mutter dumm nennt - nein, das Kleinkind, das während eines Erwachsenengespräches auf seinen Eltern herumturnen und der Mutter die Handtasche ausräumen darf!
 
Mit diesem Beispiel nimmt der Autor uns Lesern ganz plötzlich den Atmen und lässt unser Herz vor Angst verkrampfen. Denn selbstverständlich haben alle unsere Kinder schon auf uns herumgeturnt, während wir mit einer Freundin getratscht haben. Selbstverständlich haben wir es in unserer Tasche kramen lassen - immerhin ist es dann eine Weile ruhig beschäftigt, so dass wir schnell mal einen Kaffee trinken oder die erste Seite der Zeitung überfliegen können. Während wir also noch in den ersten zwei Dritteln des Buches erleichtert aufatmen konnten, dass wir scheinbar bessere Eltern als die anderen sind, zeigt uns Winterhoff nun, dass eher das Gegenteil der Fall ist: Wir sind das extremste Extrembeispiel! Unsere Kinder sind auf dem falschen Weg, nicht die der anderen!

Mit diesem Stachel des Zweifels an uns und unseren Kindern lesen wir das Buch weiter. Eigentlich würden wir jetzt gern erfahren, was wir konkret anders machen könnten, damit unsere Kinder doch noch zu psychisch gesunden Menschen heranwachsen können, aber ach, das Buch ist ja kein Ratgeber...
 
Doch ist es das wirklich nicht? Immer wieder lässt Winterhoff bewusst suggestiv wirkende Sätze in seinen Text einfließen, die harmlos daherkommen, aber althergebrachte, gesellschaftlich tief verankerte "Weisheiten" in unserem Gehirn aktivieren: 
"Es ist noch gar nicht so lange her, dass Kinder sich in Deutschland sehr positiv entwickelt haben, psychische Reifeprozesse ordentlich durchlaufen werden konnten und vollwertige Mitglieder der Gesellschaft entstanden." [vgl. Winterhoff, M., 2009: 190]
"Die normale Reaktion der Eltern würde folglich darin bestehen, sich dieser provokativ wirkenden Verweigerungshaltung von Seiten des Kindes nicht zur Verfügung zu stellen, sich also abgegrenzt zu zeigen [...] und dem Kind damit zu bedeuten, dass es die Eltern mit seinem frechen Verhalten nicht steuern kann. Es ist sehr wohl denkbar, das Kind wegen seiner Kindheit aufs Zimmer zu schicken. Sinn dieser Handlung wäre die räumliche Trennung, um auf diese Weise zu einem natürlichen Aggressionsabbau beim Kind zu kommen." [vgl. ebd.:149]
"Auf Seiten des Lehrers bestand zur Durchsetzung der Verhaltensregeln und des Lernerfolgs ein ganz bestimmtes pädagogisches Rüstzeug, beginnend mit dem zentralen Instrument der Notenvergabe, aber auch mit Sanktionen wie Nachsitzen, Zusatzaufgaben oder Klassenbucheintragungen mit den entsprechenden Konsequenzen." [vgl. ebd.:107] 
Ich könnte noch einige weitere Beispiele aus dem Buch heraussuchen. Wenn man genau hinschaut, strotzt es an allen Ecken und Enden nur so vor Ratschlägen. Diese sind jedoch so geschickt in den Kontext eingewoben, dass man sie durchaus überlesen kann. Sie wirken aber nach - sie lassen eine Saite in unserem Gehirn anklingen, die uns bekannt und erfolgsversprechend vorkommt, da sie direkt aus unseren eigenen Kindheitserinnerungen gespeist wird.

Der vom Lesen aufgewühlte Mensch greift in einem solchen Zustand automatisch auf althergebrachte Mittel zurück, also das so genannte Bauchgefühl, so dass eine Lösung der von Winterhoff aufgezeigten Probleme nie dem neusten wissenschaftlichen Stand der Neurologie entsprechen werden, sondern immer auf den Strategien der letzten Generationen Fußen werden. Sein Weg ist der Weg zurück. Zurück zu mehr Disziplin, zu mehr Gehorsam, einem vermeintlich einfacheren Leben. Das muss nicht schlecht sein - es gibt junge Eltern, die darauf vertrauen, dass die Erziehung der Generationen vor uns zu stabilen Menschen führt und deshalb so falsch nicht sein kann.  Wer aber das Gefühl hat, die Methoden der eigenen Kindheit hätten zum Teil eben doch geschadet und wer es dementsprechend bei seinen eigenen Kindern anders machen möchte, der sollte lieber die Finger von seinem Buch lassen. 
 
honig
Denn seine Worte sind klebrig wie Honig und bleiben in uns noch lange, nachdem wir sein Buch beiseite gelegt haben. Ich habe fast ein ganzes Jahr benötigt, um mich von der Lektüre so weit zu erholen, dass ich meinen Weg des Attachment Parenting  wieder gefunden hatte. Meine Töchter mussten mir wieder und wieder rückmelden, dass sie das Gefühl haben, meine Wertschätzung für sie und ihre kleinen Eigenheiten sei abhanden gekommen, bis ich endlich den Winterhoff'schen Blick abschütteln konnte.
 
Ich bin natürlich nicht die Einzige, die Winterhoffs Buch kritisiert. Vor mir haben das schon etliche schlauere Köpfe als ich getan. Einer davon ist der Kinderpsychologe Wolfgang Bergmann. In einem Radiointerview mit Joachim Scholl (Deutschlandradio Kultur) im Jahr 2009 positioniert er sich eindeutig:
"Zunächst einmal kann ich solche Sätze nicht unkommentiert stehen lassen. Wir haben hier keine Fachdiskussion, ich will das auch nicht eingehen, aber wie Herr Winterhoff das Wort Symbiose und Psychenverschmelzung benutzt, da kann man sich wer weiß was drunter vorstellen. Ich kann mir nichts drunter vorstellen. Wie er diese Begriffe verwendet ist rein fachlich falsch. Das ist erst einmal festzuhalten und für die Eltern als Warnung aufzufassen: Seid vorsichtig mit solchen Leuten, sie wissen teilweise nicht, was sie sagen. [...] Was er da beobachtet hat, ist, dass Eltern das Kind ins Zentrum ihres Lebens stellen. Das Kind muss ein ganz tolles Kind sein. [...] Eltern behaften die Kinder mit ihrem elterlichen Narzissmus. Das Kind muss zeigen, was für eine tolle Familie das ist. [...] Das ist eine richtige Beobachtung, aber die Analyse von Herrn Winterhoff streift sozusagen die Lächerlichkeit. [...] Ich könnte jetzt noch lange Zeit fortführen, tue ich aber nicht, weil ich höflich bin." [vgl. Bergmann, W., 2009, Radiointerview] 
Mit diesem wunderbar eindeutigen Zitat könnte ich diesen Artikel eigentlich beenden, doch es ist mir ein Bedürfnis, dir als Leser noch einmal an einem Beispiel die drei unterschiedlichen Reaktionsweisen von Eltern auf ein typisches Verhalten von Kindergartenkindern aufzuzeigen:

Wie reagieren Eltern bei einem kindlichen Wutanfall wegen Quengelware?


Um den Unterschied noch einmal ganz deutlich zu machen, möchte ich eins der Winterhoff'schen Beispiele aus dem Buch aufgreifen und die verschiedenen Erziehungsansätze miteinander vergleichen.
"Supermarktbesuche mit Kindern von etwa fünf Jahren verlangen von den Eltern bisweilen eine annähernd masochistische Grundhaltung. Der Supermarkt ist die ideale Spielwiese für das in der Allmachtsphase befindliche Kind, seine Macht auszutesten, die Eltern unter Druck zu setzen und sich als kleiner Diktator aufzuspielen. Nicht ohne Grund befinden sich die Spielwarenabteilungen dieser Märkte häufig in unmittelbarer Kassennähe oder zumindest auf dem Hauptlaufweg innerhalb des Marktes. Kein Kind ist in der Lage, den bunten Verlockungen in den Regalen zu widerstehen. Der Versuch, die Eltern dazu zu bewegen, irgendetwas davon käuflich zu erwerben, ist quasi unausweichlicher Bestandteil jedes Ganges in den Markt. [...] Das Kind quengelt und bestürmt die Eltern, ihm ein bestimmtes Spielzeug zu kaufen, nichts großes, vielleicht ein Spielzeugauto. Die Eltern reagieren ablehnend, wissen um den gefüllten Autokorb daheim im Kinderzimmer, und sagen dem Kind, dass es dieses Auto nicht bekommen werde. Ein normaler Vorgang, der mit der Absage an das Kind beendet sein müsste." [vgl. Winterhoff, M., 2009: 124]
Gang im Supermarkt
  • Winterhoff meint, dass die Eltern der heutigen Generation dem Quengeln der Kinder dann doch noch nachgeben werden. Sei es, weil sie auf der partnerschaftlichen Ebene mit ihnen ausdiskutieren, warum es dieses Auto nun doch sein muss, sei es, weil sie sich in der Projektion befinden und als Kind selbst gern so ein Auto gehabt hätten und sich nun dieses Glück über ihre Kinder selbst verschaffen oder sei es eben, weil die Eltern so mit ihren Kindern verschmolzen sind, dass sie gar nicht mehr auf die Idee kommen, ihn diesen Wunsch abzuschlagen, da es ihnen wie ihr eigener Wunsch vorkommt.
 
Ich bestreite nicht, dass es heutzutage Eltern gibt, die ihren Kindern, warum auch immer, kein Nein entgegensetzen und ich schließe mich Winterhoff durchaus in der Schlussfolgerung an, dass dies für die gesunde psychische Entwicklung gefährlich ist. Anders als er sehe ich das jedoch nur bei einem minimalen Anteil aller Eltern, die ich tagtäglich beobachte. Der Großteil der Eltern reagiert doch in etwa so:
 
  • Die Eltern geben dem Quengeln des Kindes nicht nach, woraufhin dieses sich wütend auf den Boden wirft und seinem Frust lautstark Ausdruck verleiht. Die Eltern hocken sich neben das Kind und versuchen ein paar Minuten lang, es zu trösten und zu erklären, warum sie das Auto nicht kaufen. Das Kind hört nicht zu und wütet weiter. Nach ein paar weiteren Minuten werden die Eltern ungeduldig und sagen: "Nun ist aber gut! Ich möchte jetzt weitergehen!" Da das Kind sich immer noch nicht beruhigt, wird es entweder von den Eltern hochgehoben und weggetragen - oft wird dadurch der Einkauf komplett abgebrochen - oder die Eltern lassen das wütende Kind auf dem Boden liegen und gehen mit den Worten: "Ich gehe jetzt los, du kannst ja nachkommen, wenn du dich beruhigt hast!" Daraufhin steht das Kind doch auf und läuft den Eltern weinend hinterher, beruhigt sich aber nach einer Weile letzten Endes doch noch von allein.
 
Ich denke, dieses Vorgehen ist im Winerhoff'schen Sinne. Die Eltern haben eine Grenze gezogen und bleiben bei dieser. Sie gehen kurz auf die Gefühle des Kindes ein, lassen sich dann aber nicht weiter "manipulieren". Das Kind steht selbst auf und beruhigt sich selbst. Ich finde dieses Vorgehen nicht verwerflich, aber auch nicht besonders freundlich. Meines Erachtens lernt das Kind auch nicht besonders viel aus dieser Situation, außer, dass sein Gefühlsausbruch nicht erwünscht ist und seine Eltern notfalls ohne es losgehen würden. Für die psychische Entwicklung ist dieses Vorgehen vermutlich jedoch nicht schädlich. Ich finde aber, dass es einen achtsameren, beziehungsorientierteren Weg auch in dieser Supermarktszene gibt:
 
  • Die Eltern geben dem Quengeln des Kindes nicht nach, woraufhin sich das Kind wütend auf den Boden wirft und seinem Frust lautstark Ausdruck verleiht. Die Eltern hocken sich neben das Kind und spiegeln seine Gefühle ("Du bist echt wütend! Du willst dieses Auto! Du bist sauer mit mir, weil ich es dir nicht kaufe!"), das Kind hört aber nicht zu und schreit weiter. Die Eltern bleiben neben dem Kind und warten ab, bis sie in irgend einer Weise einen Zugang zu ihm finden. Das kann durchaus eine Weile dauern, die Eltern warten jedoch so lange geduldig ab, bis das Kind soweit durch ist mit seinem Gefühlsausbruch, dass es dem Trösten oder den Worten seiner Bindungspersonen zugänglich ist. Danach kann der Einkauf gemeinsam fortgesetzt werden.

Nun wird mir häufig das Argument entgegengebracht, dass man als Eltern eben nicht immer warten kann und dass man ja manchmal auch Geschwisterkinder dabei hat, die ebenfalls nicht auf den Wüterich warten müssen sollen. Das stimmt - manchmal hat man als Eltern einen Termin und muss dringend los. Doch wie oft ist das? Normalerweise geht man doch mit dem Kind nach der Kita noch schnell einlaufen, oder auch an einem Samstag. Wie viele Termine hat man denn da noch? Normalerweise ist es doch eher so, dass wir genervt sind und nicht warten wollen. Wir sind müde und geschafft und möchten nach Hause, wir wollen nicht mit einem brüllenden Kind im Supermarkt stehen. Und ja - oft hat man noch ein zweites und drittes Kind im Schlepptau, die dann unschlüssig neben ihrem tobenden Geschwisterkind stehen. Ich frage mich, warum wir eine solche Situation nicht als Chance sehen für unsere Kinder, die sich in diesem Moment gerade nicht in der emotionalen Krise befinden?

Die Kritiker unserer Erziehung sagen, ein Kind muss lernen, auf Erwachsene zu hören und Rücksicht auf andere zu nehmen. Gern wird auch die Zukunft dabei in Aussicht gestellt: In der Schule, in der Arbeitswelt muss es sich ja auch einordnen. Ja, sage ich! Das stimmt. Aber warum muss denn ausgerechnet das Kind in der emotionalen Notlage das in dieser Situation lernen? Warum nicht das Geschwisterkind? Es kann doch in diesem Moment viel, viel besser lernen, Rücksicht zu nehmen, abzuwarten, und auch "einfach mal zu machen, was der Erwachsene sagt", da sein Gehirn gerade nicht von Gefühlen übermannt wird. So kann man als Familie dem wütenden Kind Empathie entgegen bringen und schult beim zweiten Kind empathisches Verhalten: sich zurückzunehmen, weil es dem anderen schlecht geht und Lösungen finden, die dem anderen vielleicht aus der Krise helfen.

Das zweite Kind kann sich so auch wunderbar von den Eltern abschauen, wie es später mit den eigenen Kindern in einer solchen Situation umgehen kann. Oder die Mutter schickt es los, den Rest der Einkaufsliste abzuarbeiten - dann würde in dem Moment seine Selbständigkeit geübt, es würde Selbstbewusstsein aufbauen, weil es in einer stressigen Situation zum Wohl der Gemeinschaft beiträgt. Die Mutter oder der Vater könnte dann beim wütenden Kind bleiben und mit ihrer ruhigen Gegenwart signalisieren, dass es okay ist, von Gefühlen übermannt zu werden und das sie da ist, es zu empfangen, wenn es dazu bereit ist.

Starke Gefühle, da sind sich die Neurobiologen mittlerweile einig, können nur "integriert" werden, also wirklich beherrscht, wenn sie in der Kindheit durchlebt werden, wenn diese Gefühle durch Erwachsene benannt werden und alternative Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt werden. Das passiert nicht hinreichend, wenn dem Kind signalisiert wird, dass Gefühlsausbrüche nicht okay sind - die Gefühle werden dann eher unterdrückt, aber nicht beherrscht. Letzteres muss nicht per se schlecht sein - es gibt ja heutzutage viele, viele Erwachsene mit eher unterdrückten als integrierten Gefühlen, die alle ein redliches, gutes Leben führen.

Problematisch wird es nur, wenn diese Gefühle hervorbrechen, z.B. wenn die eigenen Kinder einen vermeintlich provozieren, und der Mensch dann so wütend wird, dass er kaum noch weiß, was er tut (Stichwort Schütteltrauma oder Klapps auf den Po). Das würde einem Menschen, der in der Kindheit Gelegenheit hatte, seine Gefühle auszuleben und sie dadurch zu beherrschen gelernt hat, nicht passieren. Ich halte es also für vorteilhaft, wenn möglichst viele Kinder heute ihre Gefühle in allen Facetten kennenlernen dürften. Mit dem Buch "Warum unsere Kinder zu Tyrannen werden" als Leitlinie wird das nicht gelingen. Das finde ich so schlimm an Winterhoff.

© Snowqueen 


 

 

Literatur






 
 
 
 
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Kommentare:

  1. Wow - das ist wieder ein super langer Artikel geworden. Danke für die ausführliche Auseinandersetzung! Bei uns in der KiTa wurde Winterhoff mal empfohlen - ich habe zum Glück schon beim Lesen der Überschriften dankend abgelehnt.
    Aber natürlich kennt man die kleinen gemeinen Zweifel nur zu gut, wenn das Kind nicht "funktioniert". Und dann hat man sofort die Kommentare von Eltern, Schwiegereltern oder anderen Leuten im Ohr (buchstäblich wie das kleine Teufelchen), die flüstern "Du solltest strenger sein!", "Setz dich durch, du bist der Boss!", "Das werden schreckliche Tyrannen!"
    Dank Eures Blogs und guten Büchern wie Alfie Kohn weiß ich es besser; aber durchhalten fällt schwer. Ich neige tendenziell nämlich auch immer noch zu "Lösung A" aus dem Supermarktbeispiel, nämlich nach kurzem Zureden liegen lassen und weitergehen *schäm*
    Umso mehr freue ich mich über jedes Beispiel, das ihr bringt, weil ich das viel leichter verstehe und auch leichter die Unterschiede erkenne als bei rein theoretischen Formulierungen.

    Mein Ziel ist es auf jeden Fall, dass die eigenen Kinder auf lange Sicht empathische und zugleich selbstbewusste Menschen werden; auch wenn sie jetzt manchmal eher wie Tyrannen wirken.

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  2. Ich habe das Buch leider vorher gelesen und laut Herrn Winterhoff bin ich wahrscheinlich eine echt schlechte Mutter, zumindest hatte ich dieses nagende Gefühl noch Tage nach der Lektüre.

    Das Beispiel mit der Handtasche hat mich lange verfolgt. Schön, dass du es aufnimmst.
    Ich habe bis jetzt nicht verstanden, was daran so schlimm sein soll, wenn das Kind beschäftigt und zufrieden ist und man währenddessen kurz ungestört reden/Formulare ausfüllen etc. kann. Sollte ich besser ein unruhiges Kind beruhigen müssen, welches augenscheinlich unglücklich ist, wenn ich ihm/ihr die Tasche wegnehme und ihm/ihr dann aber keine Aufmerksamkeit schenken kann?

    Ich lasse meine Tochter auch auf mir herumklettern, wenn ich mich mit Freunden treffe. Nur wenn sie mir an den Haaren zieht etc. unterbreche ich sie und damit auch mich, erkläre ihr, dass ich das nicht mag. Es dauert natürlich eine Weile, aber irgendwann lernen Kinder doch von ganz allein (wenn man sie denn auch lernen lässt), wie gesellschaftliche Normen funktionieren.
    Meine Tochter würde und hat noch nie versucht anderer Leute Handtaschen auszuräumen oder auf Fremden herum zu klettern.

    Ich will ihr ein Vorbild sein und auch wenn sie meine Erklärungen oft nicht versteht, merkt sie doch, dass ich mich mit ihr beschäftige und auch wenn ich ihr gerade nicht 100% meiner Aufmerksamkeit schenke, das auch völlig in Ordnung ist und sie sicher sein kann, dass sie mein Mittelpunkt ist.

    Jeder macht Fehler, aber nach der Lektüre des Buches hatte ich das Gefühl unsere ganze Erziehung sei einer grosser Fehler… komisch, dass unser Kind extrem lebhaft ist und dennoch, selbst in den Augen der „traditionellen“ Grosseltern, als „gut erzogen“ gilt.

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  3. Ich habe das Buch vor 1 oder 2 Jahren aus Interesse gelesen und kann deinen Artikel total bestätigen. Er sagt ja am Anfang, dass es kein Ratgeber sei, und doch löst er ständig den Impuls beim Lesen aus, sein Verhalten zu hinterfragen. Er nimmt extreme Beispiele, wo jeder sagt: Krass, so verhält sich das Kind? Da muss ja wirklich ordentlich etwas schief gelaufen sein. Und er verknüpft es mit einem Verhalten, dass wir alle zeigen, nämlich mit Tasche und Jacke und imaginärem Muffin aus der Kita spazieren. Beim Lesen schwebt ständig das Damoklesschwert des _von uns gemachten_ kindlichen Tyrannen über einem. *grusel* Was ich aber am allerschlimmsten finde ist, wie du auch schreibst, dass die vor allem negativen kindlichen Gefühle überhaupt nicht ernst genommen werden, sondern im Grunde immer nur Ausdruck von Manipulation sind. Das Kind wird wütend, um etwas zu erreichen (zB dass das Auto doch gekauft wird). Da liegt für mich die Crux im Denken von Winterhoff. Denn das Kind wird wütend, weil etwas (s)einem Ziel im Wege steht. Die evolutionspsychologisch gut begründbare emotionale Reaktion auf ein Hindernis ist Wut, Wut stellt nämlich Energie bereit Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Das Kind reagiert emotional total angemessen auf die Situation, wenn es wütend wird. Was es - wie wir Erwachsenen in diversen Bereichen auch - lernen wird, ist, dass Gefühle nicht immer ausagiert werden müssen, dass man auch wütend sein kann, ohne sich kreischend auf den Boden zu schmeißen. Zunächst kann es das jedoch nicht und befindet sich, wie du auch schreibst, in einer emotionalen Notlage, es ist gefangen in seinen Gefühlen, fühlt sich schlecht (wer fühlt sich schon toll, wenn er so wütend ist, dass er nicht mal mehr ansprechbar ist?) und wir helfen nicht, sondern machen Vorwürfe. Vielen Dank für euren wirklich tollen Blog, den ich erst vor kurzem entdeckt habe, der mir aber schon manches Mal geholfen hat, Dinge klarer zu sehen und mehr hinter meinem Weg und meiner Sichtweise zu stehen.

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  4. Ich habe ihn nicht ganz gelesen. Nach dem ersten durchscrollen war aber klar...der stammt von snowqueen :-))
    Laaaang. Aber interessant zu lesen.
    Trotzdem z.B. das mit dem Anziehen in drr Garderobe. Ich habe im Kiga echt noch keinen Elterteil gesehen, dass da steht und seinem Kind erzählt, es kann sich selbst anziehen. Achja, und über deine Beschreibung im Museum musste ich echt lachen. Ich seh auch öfters so aus, habe mir aber bis jetzt noch nie einen Kopf darüber gemacht, dass andere dass bewerten könnten...;-)
    LG Maschu

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    1. Dann hast du einen außergewöhnlichen KiGa ;) Bei uns gibt es auch so einen Vater, bei dem es mir extrem auffällt wie er seinen Junge immer streng ermahnt, sich rasch und ordentlich allein umzuziehen, ihn dann direkt in der Garderobe verabschiedet (der Junge kann allein in die Gruppe gehen) usw. - gruselig, echt!

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    2. Liegt vielleicht an der Uhrzeit, zu der wir die Kinder bringen und holen (früh bringen und spät holen). Da haben es die meisten Eltern eilig, um früh zur Arbeit zu kommen oder nachmittags nach hause. Da hat wohl keiner die Muße, sich erst 1/2 Stunde hinzustellen und zu diskutieren. Helfen geht da wesentlich schneller und ist für beide Parteien entspannter.
      Ich habe bei mir eher die Befürchtung, ich zieh mir zwei unselbständige Kinder ran, weil ich oft beispringe, um überall zu helfen (überspitzt geschrieben ;-) )

      LG Maschu

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    3. Liebe Maschu - lach, komm, ich hab aber schon längere Artikel geschrieben. Diesen hier fand ich sogar ziemlich kurz, da mir mein innerer Maschu-Meter gesagt hat, ich soll mal zum Ende kommen und nicht noch über Winterhoffs unsägliche Meinung über Erzieher und Lehrer schreiben.... ;-)
      LG, snowqueen

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    4. Schade, denn als Erzieherin fand ich es teilweise schon hart, was er über unsere Arbeit gesagt hat...

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    5. Nicht nur teilweise, Lenina. Es ist eine Frechheit, was er über ErzieherInnen schreibt! LG, snowqueen

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  5. Uha, wie grässlich ist dieses Buch, gefährlich und klebrig. Da schüttelt es einen, brrr. Man spürt förmlich, mit welcher Abneigung und mit welchem Abscheu da Jemanden gegenüber getreten wird, der – wenn man es abstrahiert- aus seiner Praxis berichtet. Nein, das kann so nicht sein.
    Schade, es hätte eine kritische Auseinandersetzung werden können, wenn man ausreichend gewillt gewesen wäre, unvoreingenommen ein Für und Wider zu beleuchten.
    Aber es entsteht der Eindruck, dass hier mit einem gewissen Vorurteil ein Buch gelesen wurde, was man von Vornherein abgelehnt hat. Der kann natürlich falsch sein. Wieso benötigt man ein Jahr, sich von einem – nun ja – Arbeitsbericht zu lösen, wo man sicher weiß, man selbst findet seinen Weg mit seinen Kindern richtig? Was ist denn nun so klebrig und gefährlich? Wieso wird zwischen Personalpronomina gewechselt? Wer ist denn alles „Wir“? Oder soll suggeriert werden, dass der Leser des Blogs die gleiche Meinung vertritt/vertreten wird/vertreten soll?
    Es ist leider keine Zeit und/oder Mühe investiert worden, sich nach dem Beruf des Autors zu erkundigen. Dieser jedoch bietet sehr wahrscheinlich die Grundlage seiner Beobachtungen/Beschreibungen, hat er im Laufe seiner nun fast 30 jährigen Berufspraxis im stationären und ambulanten Setting (und nicht im stillen Kämmerlein) sicher Hunderte, wenn nicht Tausende von Kindern und Jugendlichen gesehen, im Gegensatz zu den meisten Müttern und Vätern. Übersehen wurde scheinbar, dass nicht Dr. Winterhoff das Problem ist, sondern die Kinder, nein, die Eltern der Kinder, die mit ihren Probleme haben, und zwar schon BEVOR das Buch erschien. Und weil etwas nicht rund läuft, DESWEGEN kommen sie und suchen Hilfe und nicht umgekehrt. Nicht zu vergessen, er beschreibt, möglicherweise überspitzt, Fälle von Patienten, von Familien, die IHN aufsuchen, nicht er sie. Bevor eine Familie sich diese Hilfe sucht, ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht nur eine von ihm beschriebene Situation geschehen. Bis eine Familie von Erziehern, Lehrern, Sozialpädagogen oder aus eigenem Antrieb sich psychiatrische Hilfe sucht und entsprechende Behandlungen/Hilfen auch von der Krankenkasse/aus öffentlichen Geldern finanziert werden, gibt es nicht nur Alltagsproblemchen, wie die Leser des Blogs sie eventuell haben.
    Als korrekturbedürftige Ungereimtheiten, die manchem fachkundigen oder- interessierten Leser auffallen dürften, sind die Wortgruppe frühkindliche narzisstische Kränkung sowie das Unterbewusstsein zu bemerken. Gibt es Beides? Es kann ein Kränkungserleben geben, eine narzisstische Persönlichkeit, aber eine frühkindliche narzisstische Kränkung? Was würde dies voraussetzen? Wenn es ein Unterbewusstsein gibt, gibt es dann auch ein Oberbewusstsein?
    Als möglicherweise an der Psychoanalyse Interessierte seien Dir u.a. die Bücher von Han Israel empfohlen.
    Wenn man tatsächlich- kaum zu glauben- seine Kinder nicht nur in Gedanken, sondern verbal beschuldigt, Schokolade gegessen zu haben, ohne dass sie vorher befragt wurden, ob sie es waren, dann hätten sie alles Recht, wütend auf einen zu sein und nicht zu helfen.
    Zuletzt sollte sich Jeder selbst ein Bild von den Büchern machen können und nicht auf eine tendenziöse Zusammenfassung setzen.

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    1. Liebe Katja, ich freue mich, dass du den Weg in unseren Blog gefunden hast, ich dachte mir schon, dass dich der Artikel über Winterhoff interessieren würde. Dass meine Analyse des Buches nicht positiv ausfallen würde hättest du dir doch sicher schon denken können? Ich halte sein Buch für ungeeignet, WENN man einen abweichenden Erziehungsweg von dem seiner Eltern gehen will. Ich habe aber auch geschrieben - ich denke, es ist dir aufgefallen- dass es weiterhin junge Eltern gibt, die das gar nicht wollen, weil sie mit ihrer eigenen Kindheit und ihren Eltern zufrieden waren und für diese ist sein Buch sicherlich eine gute Quelle. Ich persönlich finde seinen Stil, wenn nicht gefährlich, dann aber doch unfreundlich den Kindern gegenüber. Ich denke, dass es sehr viel bedürfnisorientierter und netter geht - mit den gleichen sichtbaren Ergebnissen. Sieh dir noch einmal das Supermarktbeispiel an: mein Weg wäre der dritte, d.h. ich bliebe definitiv bei meinem Nein, würde aber trotzdem nicht den Wutanfall meines Kindes unterbrechen oder klein reden. Dein Weg wäre der Zweite (nehme ich an, von dem, was ich von dir weiß) - fair enough. Mit keiner Silbe sage ich, dass dieser Weg falsch ist! Nur Beispiel 1, in welchem die Eltern ihr Nein in ein Ja verwandeln, weil sie den Wutanfall des Kindes nicht aushalten, ist tatsächlich problematisch für die Entwicklung selbiger Kinder. In diesem Punkt stimme ich mit Winterhoff überein, und ich schrieb das auch so.

      Bestimmt hat Winterhoff bereits tausende Kinder in seiner Praxis gesehen und ich zweifle seine Beobachtung gar nicht an. Jemand anderes, als ich hat dazu einmal treffend geschrieben: "Das ist in etwa so, als schriebe ein Gefängnisdirektor ein Buch über die Moral der Gesellschaft und führte als Nachweis die Verbrecherkarrieren seiner Häftlinge an." (Schneyink) Weißt du, ich arbeite seit 10 Jahren an einer sehr, sehr großen Schule für Kinder, die eine sozial-emotionale Entwicklungsstörung haben. Sprich: sie sind verhaltensauffällig. Ich kann mit Fug und Recht behaupten, auch schon tausend Kinder in meiner professionellen Laufbahn gesehen zu haben - solche, die per Definition in ihrer psycho-sozialen Entwicklung im negativen Sinne abweichend waren. Ich habe noch nie, wirklich noch nie, eine Mutter im Unterricht sitzen gehabt, weil ihr Kind sich nicht allein in die Klasse traut. Ich habe auch noch kein Kind erlebt, das dort an meine Handtasche gegangen wäre, oder mich im Treppenhaus angerempelt hätte. Ja, ich sehe Kinder, die Schwierigkeiten haben, ihre Impulse zu kontrollieren oder auch Gefühle bei anderen korrekt zu entschlüsseln. Aber keins davon kam je aus einem Haushalt, der bedürfnisorientiert erzieht und keins davon brauchte mehr Regeln oder mehr Konsequenzen! Sie brauchen Liebe und eine Lehrerin, die freundlich ihre eigenen Grenzen vertritt. Immer, wenn ich es schaffe, den Schüler vor mir als Kind zu sehen, das mir etwas Bedeutsames mit seinem Verhalten sagen will, immer dann, wenn ich es schaffe, ihm zuzuhören, dann bewirke ich eine Veränderung. Mit Druck erzeuge ich immer Gegendruck - das ist meine Erkenntnis der letzten 10 Jahre. Deshalb ist Winterhoff nicht meins und ich kann und will ihn in meinem Blog nicht empfehlen. Ich weiß, dass du ihn magst und ihn für fähig hältst: Dann einigen wir uns an dieser Stelle doch einfach darauf, dass wir im Punkte Winterhoff uneinig sind, mmh?
      Grüße, snowqueen

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  6. Hast du nicht? Ich erleb das des Öfteren, und eine Bekannte ließ sich gerade auch empört darüber aus, dass ihre 3,5jährige Tochter, wollte, dass Mama sie ansieht. Erzieherin und sie waren quasi "fassungslos" und selbstverständlich ist sie auf diese Forderung nicht eingegangen, kann sie das doch selbst.
    Ich selbst wurde schonmal von einer Erzieherin aufgefordert, mich nicht an der Nase herumführen zu lassen und ihm dabei zu helfen, soll er mal schön alleine machen.

    Der Artikel ist mal wieder super :-) Passagen von Winterhoff hab ich auch gelesen und insbesondere seine Ausführungen zu Symbiose, Partnerschaftlichkeit etc jagen einem echt einen Schauer über den Rücken.

    Erschreckend die dennoch gute Resonanz von Kunden.


    LG

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  7. Herr Winterhoff ist Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und daher auch Kinder- und Jugendpsychotherapeut. Diese Facharztausbildung unterscheidet sich erheblich von der eines Erwachsenenpsychiaters.

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    1. Was willst du damit jetzt sagen? Versteh ich nicht ganz?

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  8. Was ich jetzt nicht verstehe ist, was an dem Beispiel mit dem Muffin so schlimm ist. :-o

    Klar das wüten etc. ist anstrengend und ich hätte dann vermutlich keine Lust mehr, dann noch weiter zu spielen, aber generell finde ich es nicht schlimm, auf das Spiel der Kinder einzugehen und dann auch in ein imaginären geschmiertes Toastbrot zu beißen o.ä.

    Oder auch das beruhigen und Kompromiß finden, dass die Mutter den Rest des Muffins zu Hause isst, ist doch jetzt auch nicht schlimm, oder?

    Ich frage nur, weil das hier immer so steht; Ja klar, ist so ein krasse Beispiel, das findet Jeder schlimm. Und ich mir dachte (bis auf die verlangte Entschuldigung) - Mensch, so wild war das nun nicht.

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    1. Es geht in dem Beispiel mit dem Muffin vor allem darum, dass die Mutter aus Angst vor Claudias Reaktion 'steuern' lässt. Es ist nichts dagegen einzuwenden, auf das imaginäre Spiel einzugehen! Claudias Mutter aber hat Angst, in den Augen ihret Tochter zu spät zu sein (habe ich nicht mit aufgeschrieben), sie sucht sehr unterwürfig nach Lösungsmöglichkeiten bezüglich des Muffins, damit das Kind sich wieder abregt und sie lässt Claudia bestimmen, wann der Muffin von ihr gegessen werden soll. Wenn Eltern aus Angst vor einem Trotzanfall oder aus Angst vor Liebesverlust anfangen, ihre eigenen Wünsche hintenan zu stellen und nur noch die Wünsche des Kindes erfüllen, dann ist das wirklich problematisch.
      LG, snowqueen

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    2. ich hab das beispiel auch so überhaupt nicht verstanden. Es ist mir doch sowas von egal wann ich einen imaginären muffin esse. Es wäre mir auch relativ unwichtig wann ich einen realen muffin esse. Und wenn es meinem Kind superwichtig ist, wann ich einen muffin esse (ob real oder nicht), den es mir geschenkt hat (und sich in seiner vorfreude des schenkens vielleicht ausgemalt hat, wann und in welcher situation ich ihn esse) - hab ich da überhaupt kein Problem mit, drauf einzugehen. Das "unterwürfig" liegt hier Wahrscheinlich sehr im auge des wenig wohlwollenden Betrachters.

      Ich denke nicht, dass ich meinem Kind nachhaltig schade,wenn ich seine subjekitiv empfundene verzweifelung (ich mag das wort trotzanfall einfach nicht) aktiv versuche zu verhindern Übrigens auch im superkinderfeindlichen Supermarkt - ich weiß aber, dass ich mit meiner meinung da ziemlich alleine bin (konnte nun aber wenigstens meinen Mann überzeugen, und das ist ja das wichtigste ;-) ). Es gibt soviel Frust in seinem Kleinen leben, den ich nicht verhinder kann. Da muss ich aus imaginärem Gebäck kein Drama machen (wäre eher von mir uneinsichtig und trotzig, imho).

      Ein sehr schöner Artikel. Mich beschleicht immer so Gefühl der Enge und Wut wenn ich Texte von Winterhoff lese, könnte es aber nicht so elegant in Worte fassen. Danke!

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    3. ah, danke noch für die Antworten - jetzt verstehe ich es besser. Ja, okay, das unterwürfige ist dann wirklich etwas, was ich auch nicht gut finde.
      Aus Angst vor einem Trotzanfall oder um Einen zu vermeiden, hab ich zwar auch schon oft präventiv reagiert, aber auch da kommt es sehr drauf an, was und wie man das macht.

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  9. Oh vielen, vielen Dank für den Artikel!!!!
    Ich las im vergangenen Jahr Winterhoffs Bücher, auf der Suche nach meinem Erziehungsstil. Nach Bestätigung, dass mein Bauchgefühl mich nicht trügt.
    Allerdings war ich nach der Lektüre mehr als verunsichert.
    Und jetzt lese ich deinen wundervollen Artikel und ich muss gestehen es ist als würde mir ein Stein vom Herzen fallen. Ich weiß jetzt das ich auf dem richtigen Weg bin!

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  10. Liebe Snowqueen,

    Vielen Dank für deinen Artikel. Bei uns im KiGa wird es eine Diskussionsrunde zu Winterhoffs Thesen geben. Ich hatte sein Tyrannen-Buch bereits in der Hand, hab es aber nach ein paar Seiten wieder weggelegt. Das war mir vor ca. 4 Jahren einfach zu dumm. Ich bin froh, es nicht gelesen zu haben und ich werde es auch jetzt nicht mehr lesen. Mir ging es nach einem anderen Buch so wie dir (Danke für deine Ehrlichkeit) und habe auch etwa 1 Jahr gebraucht um mich von diesem negativen Kinderbild wieder zu erholen. Dank Euren Texten bin ich wieder sicherer im Umgang mit meinen Kids. Leider fehlen mir im privaten Umfeld echte Leitbilder.
    Ich habe ein komisches Gefühl, was die Diskussionsrunde angeht, will es mir aber auf keinen Fall entgehen lassen. Und deine Zusammenfassung ist der Knaller. DANKE!

    MaChriLouJa

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  11. Hallo,

    darf ich mal fragen, ob deine beiden Töchter Zwillinge sind? Du schreibst von zwei vierjährigen. Denn dann gäbe es einen AErfahrungsbericht, der mich brennend interessiert. Babyphase ohne Zeitplan bei Zwillingen. Also stillen und schlafen nach Bedarf bei Zwillingen. Es interessiert mich, wie Eltern das schaffen.

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    1. Ein Zwillingsartikel ist geplant, aber es wird noch dauern.
      LG, snowqueen

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    2. Dann freu ich mich darauf und warte. Ich selbst habe keine und erwarte keine Zwillinge, von daher ist es reines Interesse.

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  12. Vielen Dank für diesen Artikel! Er war sehr informativ und hilft auch mir als angehende Bibliothekarin derartige Literatur mit Bedacht auszuwählen. Was mir beim Thema "An- und Ausziehen" eingefallen ist das mir ohne den Hinweis das mein Sohn das doch schon so gut alleine könnte garnicht aufgefallen wäre das es so ist. Wenn wir am Abend nach Hause kommen hat er sich immer so gebärdert als wäre das alles ganz schwierig und er bräuchte meine Hilfe also habe ich ihm immer geholfen. Wenn er bei der Tagesmutter zwischendurch nach Hause kommt ist er nach ihren Angaben immer der Erste der sich der Straßenkleider entledigt hat und ins Spielzimmer rast. Ich denke also auch das unseren Kindern zu helfen aus dem einfachen Grund weil sie sich das wünschen und weil es schön wäre fast immer ein guter Grund ist zur Hand zu gehen. Wie du geschrieben hast wollen wir das von unseren Kindern ja dann auch! Ich sage mir immer das - auch wenn es in der Kleinkindzeit unter Umständen noch nicht deutlich zurück kommt - sich der Respekt meinem Kind gegenüber IMMER auszahlen wird. Meine Mutter hat mich als Mensch immer respektiert, für meinen Vater war ich "nur ein Kind".... - Jeder Küchenpsychologe kann erraten wen ich heute ebenfalls respektiere und wen eher nicht.

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  13. Danke. Einfach danke für diese tolle "Rezension".

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  14. Wow ein langer aber sehr informativer Artikel. Erstmal vorweg, ich stoße immer wieder auf diesen Blog und finde ihn echt gut.
    Aktuell bin ich gerade schwanger mit dem ersten Kind, kann also noch nicht wirklich mitreden. Allerdings sind wir in unserem Freundeskreis quasi fast die letzten, die Kinder bekommen. Ich sehe um mich herum aktuell also gerade sehr viele Erziehungsstile. Und mache mir Gedanken, wie möchte ich das mal machen. Ich merke nämlich bei vielen Freunden, dass sie sich oft erst in der Situation Gedanken machen und dann von Müdigkeit/Stress/Wut übermannt die falschen Entscheidungen treffen. Sicherlich werden aber auch wir viele Dinge anders machen, als jetzt geplant.

    So nun aber zu deiner Buchrezension. Ich habe das Buch nicht gelesen. Nach der vernichtenden Kritik, die sicherlich auch an vielen Stellen berechtigt ist, weiss ich auch nicht, ob ich meine Zeit dafür opfern werde. Muss aber doch auch sagen, ich habe von dem Buch bisher sonst nur positives gehört bzw. sehr positive Folgen beobachtet.
    Meine Mutter z.B. hat das Buch gelesen, einfach aus Interesse. Wir Kinder (4 Schwestern) sind alle super geraten. Sie arbeitet aber als Familienpflegerin und hat deshalb tagtäglich mit teilweise wirklichen Tyrannen (bekannt aus die Supernanny) zu tun.
    Sie hat das Buch ausserdem meiner Schwiegermama empfohlen. Und hier muss ich sagen: Danke!!! Das war das beste Buch, was meine Schwiegermama gelesen hat. Sie hätte wohl als Beispiel in das Buch eingehen können unter dem Thema Partnerschaftlichkeit. Sie hat meinen Mann (als letzer noch im Haus) nach der Scheidung von Ihrem Mann quasi zu ihrem Partner gemacht. Sie hat ihn nie geschlagen, ihn geliebt ohne Ende und trotzdem grossen Schaden angerichtet. Das Buch hat ihr aber total die Augen geöffnet, denn danach konnte sie meinen Mann endlich loslassen (da war er 24). Von daher bin ich Winterhoff da sehr dankbar. Auch wenn ich natürlich z.B. gerade was das Thema Mommy-Wars angeht total mit dir übereinstimme. Man sollte Müttern nicht noch mehr ein schlechtes Gewissen machen. Bei Punkt 2 stimme ich also absolut überein.

    Zu 3) Hier stimme ich quasi auch mit dir überein. Man sollte dem Kind ruhig beim Anziehen helfen, dagegen spricht nichts. Aber ich kann auch Winterhoff verstehen. Man kann ein Kind auch zu sehr verwöhnen bzw. bedienen. Unsere Nachbarin musste ihr 2. Kind allein im Krankenhaus zur Welt bringen, weil Papa ja bei der kleinen „Tyrannin“ (2,5 Jahre) bleiben musste. Das Thema Babysitter braucht man gar nicht ansprechen. Ich sehe die kleine fast täglich. Abgesehen, davon, dass sie panische Angst hat vor allen Menschen (sie hockt sich sobald man auf 3m ran kommt hin und spielt mit den Schuhen, psychologisch gesehen wohl die ängstlichste Haltung, die man einnehmen kann), kommandiert sie ihre Eltern nach Strich und Faden herum. Eigene Aussage der Eltern war mal: "Sie ist die Königin und wir sind die Diener." Sorry aber bei aller Liebe das geht zu weit. Klar kann man mal was machen, was das Kind sich wünscht, aber wenn das Kind keinen Fahrradhelm aufsetzen will, weil es heute keine Lust hat, würde ich nicht mit ihm Fahrrad fahren, egal welchen Aufstand das Kind dann macht. Aber ich beobachte das gerade bei so vielen Freunden. Die Kinder kommandieren die Erwachsenen herum wie ein General seine Armee. Neulich z.B. waren wir mit Freunden spazieren und deren Tochter hat uns die ganze Zeit befohlen, auf welcher Seite des Weges wir gehen sollten und mein Mann und ich durften nicht Händchen halten. Die Mama hat dann immer nur ganz lieb versucht auf das Kind einzureden. Hat leider gar nichts gebracht.

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  15. Teil 2 meines viel zu langen Kommentars, sorry.
    Oder ganz viele Freunde von uns haben Mühe das Kind mit 2/3/4 endlich mal ins eigene Zimmer zu bekommen. Komisch meine große Schwester (mittlerweile 3-fache Teeniemama) oder meine Mama hatten damit keine Probleme. Nach wenigen Nächten haben wir in unserem eigenen Bett geschlafen und einen psychischen Schaden, habe ich jetzt auch nicht davon getragen, dass ich mal ein paar Minuten schreiend liegen gelassen wurde. Nun kennen wir beide Seiten und fragen uns gerade ob wir wirklich ein Beistellbett kaufen wollen.

    zu 4) das mit den unterdrückten Gefühlen und dem Ausrasten später bei den eigenen Kindern, da stimme ich auch total mit überein.

    Danke auch für deinen Tipp im Supermarkt. Ich finde deine Lösung auch gut. Hoffe allerdings auch, dass ich auch schaffe sie umzusetzen und auch noch lerne, dass ich mit Kindern nicht mehr an meinem straffen Zeitplan festhalten kann.

    Zu Punkt 1 muss ich dir allerdings ein wenig wiedersprechen.
    Natürlich gibt es viele Missbrauchsfälle und ich will auch keine psychische oder physische Gewalt gutheissen. Aber aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, ein Klaps oder sogar mehr als ein Klapps hat mir definitiv nicht geschadet und ich bin meinem Vater sehr dankbar dafür. Ich habe mich als Kind (5-9 Jahre) teilweise wirklich total daneben benommen. Da hätten auch keine lieben Erklärungen mehr geholfen oder gut zu reden. Mein Vater war da sehr konsequent und hat hart durchgegriffen. Und ich liebe ihn dafür und habe mich auch immer von ihm geliebt gefühlt.
    Meine Mutter war nicht so streng, die habe ich dann auch nach Strich und Faden verarscht und belogen. Und heute? Ich habe zu beiden ein super Verhältnis. Hätte mir von meiner Mutter aber mehr Strenge gewünscht z.B. in Bezug auf gesunde Ernährung. Sie hat da ziemlich viel durchgehen lassen, was mir heute als Erwachsener echt Mühe macht.
    Trotzdem finde ich, meine Eltern haben das super gemacht! Bis auf ein paar kleine Fehler, würde ich meine Kinder heute wohl sehr ähnlich erziehen. Ich weiss nicht genau wie sie das hinbekommen haben. Aber 1. im Gegensatz zu allen meinen Freunden, war ich die einzige, die in der Pubertät überhaupt kaum Probleme mit meinen Eltern hatte. Und 2. Sind meine Eltern nachdem ich ca. 12 war, fast komplett ohne Verbote ausgekommen. Und ich habe trotzdem nie geraucht oder Drogen genommen und wäre auch niemals mit 16 schwanger geworden.

    Ich will auch nicht sagen, dass jeder nun sein Kind schlagen sollte. Ich denke auch Kinder sind teilweise so verschieden, genau wie Erwachsene. Und das eine braucht vielleicht auch ein bisschen mehr Liebe, das andere ein bisschen mehr Strenge.
    Trotzdem gibt es auch zu viel „Falsche Barmherzigkeit und zu wenig liebevolle Konsequenz“. Wo früher vielleicht zu viel Strenge war (meine Mutter wurde zum rechtshänder geprügelt), sehe ich heute leider oft das Gegenteil und so viele Kinder, denen ein Klaps auf den Hintern mal richtig gut tun würde. Warum? Weil was ist die Alternative, wenn Eltern diese achso böse Mittel nicht benutzen dürfen? Sie greifen in ihrer Verzweiflung auf andere Sachen zurück. Entweder lassen ALLES durchgehen oder oder erfinden die absurdesten Strafen oder benutzen emotionale Erpressung. Die Folgen davon sind teilweise bei weitem viel, viel schlimmer als ein kleiner Klapps auf den Po. Ich habe heute keine Ahnung mehr, wie sich das angefühlt hat. Was aber z.B. emotionale Erpressung aus Menschen macht, das sehe ich tagtäglich an meinem Mann oder meiner Schwägerin. Die beiden leiden noch heute unter den Folgen der emotionalen Erpressung.
    Das wollte ich nur mal los werden zum Thema Klaps auf den Hintern ist ja soooo böse. Ich bin meinen Eltern heute dankbar dafür, wie sie mich erzogen haben.

    Ansonsten aber ein wirklich toller Beitrag aus dem ich auch viel Lernen konnte.
    Lg
    Judith

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    1. Liebe Judith, vielen Dank für deinen langen Kommentar. Ich freue mich, dass du bei deinen Recherchen immer wieder über unseren Blog stolperst. Herzlichen Glückwunsch zu deiner Schwangerschaft - das erste Mal Eltern zu werden ist ein aufregendes Abenteuer!

      Ich finde, es ist ganz einfach: Wenn man mit der Erziehung der eigenen Eltern zufrieden war und glücklich mit dem ist, was aus einem geworden ist, dann kann man einfach dabei bleiben und so erziehen, wie man selbst erzogen worden ist. Never change a winning team.

      Hat man jedoch das Gefühl, es war nicht alles so rosig in der eigenen Kindheit, wie es hätte sein können und man trägt heute, als Erwachsener, ein Bündel an Emotionen und Komplexen herum, die aus der Erziehung der Eltern entstanden sein könnten, dann möchte man, naturgemäß, versuchen, die Erziehung der eigenen Kinder anders zu gestalten. Da dieser Wandel nicht immer einfach ist, gibt es hier im Blog Anregungen und tiefergehende Informationen. Jeder erzieht so, wie es für seine Familie am passendsten ist.

      In einem muss ich dir allerdings widersprechen: Ich halte den erzieherischen Klapps für sehr schädlich. Er ist auch rechtlich verboten. Jedes Kind hat ein Anrecht auf gewaltfreies Aufwachsen, dazu gehören auch der Klapps auf die Finger, auf den Po oder den Hinterkopf.

      Grüße, snowqueen

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  16. Ich bin auf Arbeit an ein kostenloses Exemplar gekommen. Und habe begonnen, mit gewissen Vorurteilen zu lesen. Und nach 40 Seiten habe ich es wieder gelassen. Also das Lesen. Ich mag grundsätzlich diesen erhobener Zeigefinger Stil nicht. Das ist das Erste. Dann fiel mir auch sehr schnell die Defizit orientierte Sichtweise des Autors auf. Ich habe einen Pflegeberuf gelernt, dann studiert und arbeite jetzt in der Behindertenhilfe. Von daher ist mir diese Sichtweise durchaus bekannt. Herr Winterhoff ist Psychiater und man merkt ihm in diesem Buch das branchenübliche Defizitdenken an. Nachdem ich diesen Beitrag hier von Snowqueen gelesen habe, bin ich froh, das Buch nach 40 Seiten zugeklappt zu haben. Danke!

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    1. Ich arbeite in der Schulbildung und kann Winterhoff völlig zustimmen. Ich meine das mit de Symbiose: Wenn es meinem Kind gut geht, geht es mir gut! Wo kommen wir da denn hin? Völlig daneben! Erziehung bedeutet Beziehung aber mit Abgrenzung und Rollenklarheit (S. Transaktionsanlayse)

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  17. Ich habe mal bei Jesper Juul etwas gelesen wobei ich mich im positiven Sinn erwischt gefühlt habe, bzw. mir ein Licht aufgegangen ist.
    „Jede Eltern-Generation hat sich seit jeher in ähnlichen Situationen befunden: ‚Wir wollen es nicht so wie unsere Eltern machen, wir wollen es besser machen.' Die Eltern-Generation von heute hat sich radikal von der Vergangenheit abgewendet und sucht etwas anderes ein nicht auf Gehorsam beruhendes Erziehungsmuster [...]Wenn die Kinder auf das elterliche [...] Freundlichsein mit ‚Ungehorsam' reagieren, wenn sie ungehalten werden und nicht wie erwartet zurücklächeln, dann greifen diese Eltern automatisch auf die radikalen Erziehungsmethoden der Vergangenheit zurück. […] Eltern wechseln ihre erzieherischen Grundsätze einige Male pro Tag. Ihr nettes Verhalten kippt in autoritäres um, was die Kinder dann total verunsichert.“
    - Aus Erziehung wird Beziehung -
    DAS ist meiner Meinung nach das Problem, wir wollen es anders machen, haben aber erstens selber eine ganz andere Erziehung genossen und zweitens fehlen die Vorbilder. Es bedarf viel Arbeit an sich selbst und Erkenntnis über sich Muster die man in der Kindheit verinnerlicht hat und einfach im Affekt abspult, wieder los zu werden. ich habe zum Beispiel in letzter Zeit oft laut bis drei gezählt, wenn ich meiner Tochter eine Deadline verdeutlichen wollte. Bis mir mal aufgefallen ist wie bescheuert ich das eigentlich finde...
    Nicht dass wir zu nett zu unseren Kindern sind und ihnen unsere Handtaschen kampflos überlassen ist das bedenkliche, sondern dass wir selber ganz verwirrt sind wie wirs denn jetzt aber wirklich richtig machen mit der Erziehung.
    Und da komm ich zu Punkt 2 der mir bei den Diskussionen um den „richtigen“ Erziehungsstil immer wieder auffällt. Es geht immer darum ob es gut fürs Kind ist „..das hat uns damals auch nicht geschadet“ etc. Was ich einen fast noch wichtigeren Aspekt finde ist allerdings, komme ICH mit diesem Erziehungsstil zurecht. Ich liebe meinen Vater sehr, aber ich will zum Beispiel nicht wie er sein müssen. Wisst ihr was ich meine? Dieses Gefühl nachdem man die Auseinandersetzung mit dem Kind unschön mit Gebrüll oder kühler Strenge beendet hat. Ich mag mich so ganz und gar nicht. Ich will so nicht sein. Und ich finde eine Beziehung zu meinem Kind die von Offenheit, Geduld und Bereitschaft auf den anderen zuzugehen geprägt ist um einiges erstrebenswerter als ein um jeden Preis gehorsames Kind. Und natürlich glaube ich dann am Schluss doch auch, dass es das beste fürs Kind ist ;)

    Vielen Dank für Euren Blog ich habe ihn erst vor ein paar Tagen entdeckt und finde Ihn wirklich super gelungen!

    Constanze

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    1. Liebe Constanze,

      herzlichen Dank für Deinen Kommentar - den ich absolut unterschreiben kann! Wir freuen uns, dass Du uns gefunden hast!

      Liebe Grüße
      Danielle

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  18. Verweichlicht die Kinder, geht mit Ihnen in Symbiose und nehmt somit eure Erziehungsverantwortung nicht wahr. Erziehen bedeutet auf keinen Fall "Schläge" oder "Klappse auf den Hintern", sondern konsequent sein und sich im Vornherein im Klaren sein, was mein Verhalten und Sagen auslöst.

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    1. Nun, genau das machen wir ja: Wir sind in unserer Haltung konsequent. Wir sind uns im Vorhinein klar, was unser Verhalten und Sagen in unseren Kindern auslöst. Das geht so, wie Winterhoff es aufzeigt, und es geht aber anders. Diesen anderen Weg beschreiben wir in diesem Blog. Das bedeutet nicht, dass wir denken, jede Mutter oder jeder Vater müsse unseren Weg auch gehen.

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  19. Ich finde Wintherhoff klasse. Er beschreibt, was in unserer Gesellschaft schief läuft.
    Seine Bespiele erlebe ich immer wieder in meinem Beruf als Erzieherin. Und durch die Erklärung der Symbiose ist mir auch klar, warum manchen Eltern nicht zu helfen ist.
    (Ich bin übrigens 59 Jahre alt und habe schon die verschiedensten Strömungen kommen und gehen sehen).

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  20. Mir wurde von einem kinderlosem Paar dieses Buch empfohlen... Zum Glück nicht, weil es bei uns schlecht läuft, aber man merkte, wie sie Winterhoff zustimmen. Ich habe auf diesen Artikel verwiesen und bin gespannt auf ihre Reaktion.
    Danke für eure immer wieder tolle Arbeit!

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  21. Hallo,
    vielen Dank für diesen wunderbaren, wirklich super analysierten Beitrag zu Winterhoff. Auch mein Mann und ich haben die Bücher gelesen und sind ins Zweifeln gekommen, wie wir unsere Kinder erziehen (3 und 1). Du beschreibst wunderbar, wie er die Extremfälle mit der eigenen Realität vermischt und dadurch Zweifel säht. Zum Glück versuchen wir weiterhin, unseren Idealen treu zu bleiben (die sich wohl auch als attachment und unconditional parenting beschreiben ließen). Ich habe deinen Blog gerade erst entdeckt und freue mich jetzt, weiter zu stöbern! Mach weiter so, es tut gut, Menschen zu finden, die auch andere Wege der Erziehung gehen.
    lg frederike

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  22. Ich erinnere mich nicht daran, je vom Kindergarten abgeholt worden zu sein. Entsprechend musste ich mich jedes Mal selber anziehen.
    Irgendetwas hat sich anscheinend verändert in dieser Zeit

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    1. Liebe/r Anonym, wow, das überrascht mich tatsächlich - nie vom Kindergarten abgeholt worden? Vom Kindergarten? Also in einem Zeitabschnitt, wo Sie etwa 3-6 Jahre alt waren? In diesem Alter sind Sie allein nach Hause gelaufen? Das finde ich ganz beachtlich. Ich kann mich an eine (!) Situation erinnern, als ich kurz vor Schulstart vom Kindergarten allein nach Hause laufen durfte, aber das Gebäude war nur 5 Minuten über den Hof von unserem Haus entfernt und meine Mutter beobachtete mich vom Fenster aus.

      Mal abgesehen davon, ob oder ob nicht sich die heutigen Kinder allein anziehen müssen, stimmt das, was Sie sagen: Es hat sich einiges verändert seit dieser Zeit.

      Mit freundlichen Grüßen, Snowqueen

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  23. M. Winterhoff - Warum unsere Kinder Tyrannen werden S. 77 Abs. 3ff
    "[...]
    Um diese Interaktionsfähigkeit herzustellen, ist es unbedingt notwendig, sich immer wieder darauf zu besinnen, dass wir es mit Kindern zu tun haben und diese auch als Kinder gesehen und behandelt werden müssen.
    Das bedeutet einerseits einen liebe- und rücksichtsvollen Umgang, andererseits aber auch ein erwachsenes Bewusstsein für die Notwendigkeit von Führung und Steuerung, also Autorität in einem durchaus positiven Sinne."

    Schaut man sich dieses Zitat aus diesem "Verhassten" Buch an, das was davor gesagt wurde, und alles danach, kann ich diese Abneigung gegen das Buch Winterhoffs schwer nachvollziehen. Schaue ich mir die zugrunde liegenden Fakten an, sehe ich folgendes: Snowqueen ist eine Erzieherin, nachdem die Eltern den Zug beladen haben und dieser ins Rollen gekommen ist, ist sie der Zugführer. Winterhoff dagegen ist ein Psychiater, er kommt erst ins Spiel, wenn der Zug entgleist. Da darf er dann die Scherben auflesen und versuchen zu reparieren.

    Winterhoff versucht nichteinmal ansatzweise ein Ratgeber zu sein und jemand zu erklären, wie das Kind zu erziehen ist. Vielmehr zeigt er, was da durchaus schief läuft und was womöglich die Ursachen sind. Das Buch ist genau das, nicht mehr und nicht weniger. Im Gegensatz dazu ist dieser Blog ein Ratgeber für Kindererziehung, einer von vielen, und hier wird ein bestimmter Erziehungsstil propagiert. Dabei geht es nicht darum diesen irgendwie zu beurteilen, ob es der Beste ist, ein Guter, ein Schlechter oder der Schlechteste (ich ziehe den hier vorgestellten Erziehungsstil übrigens selbst vor). In Winterhoffs Buch lese ich nirgendwo eine Passage, in der er zum Hass, Beherrschung und Strafe als Mittel der Erziehung aufruft. Die Wahl des Erziehungsstils, und das Umsetzen dieses, überlässt er den Erziehungsberechtigten, warnt dabei vor möglichen Folgen. Und gebt euch keinen Illusionen hin, die aufgezeigten Fallbeispiele sind keineswegs überzeichnet. Ich kenne solche Kinder aus meinem näheren Bekanntenkreis, und die dazu passenden (eigentlich dafür verantwortlichen) Eltern. Sie haben sich ganz tolle kleine Narzissten rangezogen, und ich kenne auch ein paar erwachsene Narzissten.... keine lustige Sache sich mit diesen zu beschäftigen. Das sollte man keineswegs unterschätzen.

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  24. Wieso Winterhoffs Buch hier im Blog so schlecht abschneidet, begründe ich mit den zwei folgenden Theorien:
    1) Winterhoff zieht Eltern, Erzieher und Lehrer ganz schön durch den Kakao. Nüchtern und neutral betrachtet, sollte man sich dies nicht zu sehr zu Herzen nehmen, denn auf jedes gute Elternteil oder Pädagogen, kommen dutzende Schlechte, das sollte nicht vergessen werden. Doch genau das passiert aber: Snowqueen sieht nicht nur ihre Kompetenz als Erzieherin in Frage gestellt, sondern auch als Mutter, und das geht schonmal gar nicht. Nun, ich schätze Snowqueen anders ein und hoffe diese "Falscher-Stolz" Theorie ist wirklich nur das, eine Theorie.

    2) Für wahrscheinlicher halte ich das Folgende: Winterhoffs Tyrannen-Buch hat eine Kernaussage und sieht eine bestimmte Quelle des Problems. Trotz der Fülle an Erziehungs-Strömungen und -Stilen ist aber klar, dass (z.B.) der Autoritäre Stil, gefüllt von Befehlen, Beherrschung, Strafen, nicht die Ursache für die angesprochenen Probleme ist, dieser führt zu völlig anderen Problemen. Obwohl es aber nicht offen ausgesprochen wird, ist es doch recht offensichtlich, über welchen Erziehungs-Stil gesprochen wird. Eines sollte man dabei aber nicht übersehen: der Stil an sich wird aber nicht angegriffen. Ich biete an der Stelle zwei, wie ich finde, passende Zitate: "Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert" und "Das Gegenteil von gut ist gut gemeint". Wir können davon ausgehen, dass ein Eingeweihter/Profi (kurzum Snowqueen) eventuelle Patzer (und machen wir uns nichts vor, wir machen alle Patzer, ganz besonders während der Kindererziehung, das ist gar nicht vermeidbar) ganz bestimmt längefristig, wenn nicht sogar in vielen Fällen kurzfristig, wieder ausbügelt. Doch wie sieht es aus mit "regulären" Eltern aus, welche die Mehrheit bilden? Das hat alles nichts mit Intelligenz und Unfähigkeit zu tun, völlig unbewusst und ohne Absicht bauen wir uns so Steinchen für Steinchen einen Narzissten/Tyrannen und am Ende haben wir den Salat da. DAS ist es, wovor Winterhoff "warnt", er prangert eine liebevolle, rücksichtsvolle, auf Nähe basierte Beziehung gar nicht an. Dabei lässt er andere Probleme außer acht, und das kann man durchaus in den falschen Hals kriegen.

    Ich denke man sollte sich auch bewusst machen, dass wir es hier mit einem Buch zu tun haben, so wirklich interaktiv ist es nicht, ich persönlich nenne es ein totes Medium. Dies hier dagegen ist ein Blog, es ist lebendig. Ist etwas unklar, reicht ein Kommentar und eine Erklärung folgt. Das erst macht viele (alle die ich bisher gelesen habe) Artikel so gut, denn sie sind in ihrem "Urzustand" unvollkommen und es bleibt vieles offen, erst durch Leser-Kommentare und die Reaktionen der Ersteller darauf werden die Artikel vollständig und gut. Etwas, was ein Buch gar nicht leisten kann.

    Einige der aufgezeigten Beispiele kenne ich so gar nicht, andere wiederum schon, einige davon sogar in einer Person vereint... überzogen ist meiner Meinung nach nichts. Somit kann ich der Interpretation durch Snowqueen nicht zustimmen.

    Und last but not least: ich möchte hier nicht Snowqueen anfeinden (wenn mein Kommentar so rüberkommen ist, dann Entschuldigung, ist keine Absicht) und/oder ihre Meinung ändern. Ich möchte nur eine andere Meinung zum Buch liefern, denn wie schon gesagt, so schlimm wie hier beschrieben, finde ich es nicht.

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    1. Lieber Martin, vielen Dank für Ihre beiden ausführlichen Kommentare. Ich wundere mich ein bisschen, dass dieser - in Internetzeit gemessen - uralte Artikel in letzter Zeit immer mal wieder Kommentare erhält. Wo wird er denn gerade "herumgereicht"? Ich freue mich allerdings unbändig, dass alle Kommentare höflich und "über der Gürtellinie" bleiben. So mag ich Diskussionen.

      Zu Ihren Kommentaren möchte ich gar nicht viel schreiben - sie bleiben in ihrer Gesamtaussage einfach so stehen. Ich möchte nur verbessern, dass ich keine Erzieherin bin, sondern Sonderpädagogin, und als solche mit diagnostiziert verhaltensauffälligen Schülern arbeite. So weit ist meine Klientel von der von Winterhoff nicht entfernt, denke ich. In den 12 Jahren, in denen ich arbeite, habe ich allerdings noch kein einziges Kind an unserer Schule gehabt, welches bedürfnisorientiert aufgewachsen ist. Meine Schüler haben vielmehr alle Eltern die selbst, nunja, Tyrannen sind.

      Aber vielleicht meint Winterhoff ja ein ganz anderes "Erziehungsendprodukt Tyrann" als ich, und dieses Missverständnis lässt uns aneinander vorbeireden?

      MfG, Snowqueen

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  25. Winterhoff ist Spitze! Endlich redet mal einer Klartext was schief läuft heutzutage. Auch wenn das leider das eigene Bild der perfekten Mutter/Vater über den Haufen wirft. Wird Zeit, sich mal mit den eigenen Schatten zu befassen...wäre auch für die Autorin dieses Artikels gut als immer noch psychische Abwehr zu betreiben.

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  26. Hört doch endlich auf, Winterhoff durch den Kakao zu ziehen und prüft lieber Eure Beziehung zu Euren Kindern. Wollt Ihr evtl. unter allen Umständen von Euren Kindern geliebt werden? Seid ihr Euren Kindern evtl. viel zu nah und ist dadurch die Paarbeziehung in Gefahr? Wieso nicht Nein zu den Kindern sagen; hält man evtl. die Kritk und das Gemaule nicht aus? Will man Harmonie um jeden Preis? Ersetzt das Kind gar den eigenen Partner? Das sind alles Fragen, die auf den Tisch müssen, in jeder Familie!

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    1. Liebe "Birgit" - es ist nicht so, dass ich mich nicht freue, wenn ich auch zu älteren Artikeln im Blog noch Kommentare bekomme, im Gegenteil. Stutzig werde ich allerdings, wenn diese immer mit ähnlichem Inhalt, gleichem Sprachstil und von der gleichen IP-Adresse geschickt werden. Da frage ich mich ernsthaft: Wer sitzt da hinter dem Rechner, dass es ihm so wichtig ist, hier bei einer an sich doch recht harmlosen Buch-Rezension regelmäßig wiederkehrend zu schreiben? Und was hat derjenige evtl. für eine Störung?

      Ich versuche es mal mit einem abschließenden Absatz, vielleicht ist danach Ruhe: Ich finde, Michael Winterhoff ist ein gutaussehender, charismatischer und sehr wortgewandter Mann. Ich könnte mir vorstellen, mal mit ihm einen Kaffee zu trinken, um unsere Thesen von Angesicht zu Angesicht zu besprechen - möglicherweise finden sich ja sogar Übereinstimmungen. Schriftlich ist das ja immer eine etwas starre Angelegenheit.

      Den überwiegenden Teil seiner Thesen, die ich aus seinen Büchern und Zeitungsinterviews kenne, finde ich für mich nicht logisch nachvollziehbar; ja, in den meisten Fällen stehen sie sogar konträr zu meinem Blick auf Kinder. Warum das so ist, habe ich hier im Artikel ausführlich dargestellt, in meinem eigenen Buch und an einigen anderen Stellen im Blog. Es gibt außerdem eine ganze Reihe an namhaften Psychologen, Hirnforschern, Neurologen und Psychiatern, die seine Thesen ebenfalls nicht für stringent halten. Ich bin da, finde ich, in sehr guter Gesellschaft.

      Das bedeutet nicht, dass ich meine, andere Menschen dürften seine Thesen nicht für richtig und wichtig halten - das soll bitte jeder für sich selbst entscheiden.

      Ganz herzliche Grüße, Snowqueen

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  27. Habe vor 2 Monaten in einem Rot Kreuzladen für 1 Euro ein Second Hand Buch von Herrn Winterhoff erstanden. Bin selber liebevoll und konsequent (ein Mal völlig zurecht Klapps auf den Hintern erhalten nachdem ich einmal beinahe unser Haus abgefackelt hatte), erzogen worden, inzwischen vierfacher (14,13,11,8) Vater und Ehemann, in einer klassischen non-patchwork Familiensituation. Arbeite seit über 20 Jahren in der Jugendarbeit ehrenamtlich mit und verdiene mein Geld als Zahnarzt. In meiner Arbeit erlebe quasi täglich, was Herr Winterhoff beschreibt. Das Problem sind quasi ausnahmslos die Eltern; bei unseren eigenen Kindern wir übrigens auch : ). Solche Eltern werden von mir , mit einer liebevollen Erklärung, konsequent aus dem Behandlungszimmer geschickt und alle Kinder lassen sich in kürzester Zeit behandeln. Wir Eltern machen Fehler und es tut natürlich auch weh, mit diesen konfrontiert zu werden. No pain, no gain. Beispiel Zähneputzen: Ich entdecke beim 5 jährigen 2 kleine Löcher, weise die Mutter oder den Vater daraufhin. Sofort wird der oder die Kleine von den Eltern ermahnt, doch besser zu putzen: Siehst du, der Doktor sagt auch, daß Du besser putzen musst....(was ich überhaupt nicht gesagt habe) Als ob ein Kind dafür Verantwortung übernehmen könnte. Die Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Für Löcher tragen zu 99 % allein die Eltern die Verantwortung. Das bekommen die Eltern auch zu hören: Wer seinen Kindern für Zähne zerstörerische Nahrungsmittel und Getränke gibt, die Löcher ermöglichen, ist dafür komplett verantwortlich. Nicht das Kind, nicht die Großeltern, nicht die Gesellschaft (das essen doch alle...), sondern wir selber, als Eltern. Unsere Kinder essen übrigens auch alles mögliche, aber nicht dann wann sie möchten, sondern zu von uns festgelegten Zeiten.
    Ich befürchte, daß Herr Winterhoff mit seiner Analyse leider in vielen Punkten Recht hat.
    Deswegen bin ich dankbar, daß Buch von Herrn Winterhoff gelesen zu haben. Ob er in allem Recht hat, kann ich letztendlich nicht beurteilen, aber ich finde mich einfach in vielen Situationen wieder, in denen unsere Erziehung Missstände zur Folge haben, unter denen letztendlich Kinder und Eltern leiden. Hier kann ich in unserer Erziehung nachbessern und wo nötig will ich das tun. Wir alle als Eltern wollen schliesslich die bestmöglichen Eltern für unsere Kinder sein. Möchte allen Winterhoff Lesern Mut machen, sich anhand der beschriebenen Defizite hinterfragen zu lassen und falls notwendig Veränderungen vorzunehmen.
    Das Beschreiben der Defizite ist wie beim Zahnarztbesuch zwingend notwendig; ohne korrekte Diagnose keine geeignete Therapie. Eltern, die beim Zahnarztbesuch mit ihren Kindern und gefundenen Löchern, ein schlechtes Gewissen bekommen, können mit den gewonnene Informationen drei Dinge tun: 1. weitermachen wie bisher 2. Die Symptome bekämpfen (Prophylaxe, mehr putzen, fluoridieren) oder 3. Das Übel an der Wurzel packen: Ernährungsgewohnheiten, natürlich auch der eigenen, ändern. Wer also beim Lesen von Winterhoff ein schlechtes Gewissen bekommt, hat verschiedene Möglichkeiten.
    Nicht Kariesbekämpfung ist das Ziel, sondern lebenslang gebrauchstüchtige gesunde Zähne zu haben. Nicht Defizitbekämpfung in der Erziehung ist das Ziel, sondern gesunde lebenstüchtige und verantwortungsbereite Erwachsene heranzuziehen, die selbst wiederum in der Lage sind, selbiges zu tun.

    Danke für Ihren sehr informativen Blog.

    Mit freundlichen Grüßen

    Jochen

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