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Stillen - Grundlagen zur Vorbereitung, Tipps, Tricks


Baby stillt an mütterlicher BrustImmer wieder hört oder liest man: "Ich konnte nicht stillen", so dass sich viele Mütter beim ersten Kind Gedanken machen, ob sie wohl dazu gehören werden. Beim Stillen kommt es durchaus immer mal wieder zu Problemen, welche auch leider recht häufig zum Abstillen führen. Mit fachlich fundierter Hilfe können solche Probleme jedoch in der Regel behoben werden - leider wird diese manchmal sehr spät oder gar nicht gesucht. Tatsächlich gibt es nur sehr, sehr wenige Frauen, die rein körperlich tatsächlich nicht in der Lage sind, zu stillen. In diesem Artikel möchte ich alles Wissenswerte rund um das Thema Stillen für Stillanfänger zusammentragen - wenn Deiner Meinung nach noch etwas fehlt - schreib uns einen Kommentar :-)! 

Stillen ist "natürlich"


Das Stillen ist die von der Natur vorgesehene Art der Nahrungsaufnahme bei Säugetieren. Es muss also grundsätzlich problemlos funktionieren, damit das Überleben einer Art gesichert ist. Daher kann man ohne weiteres davon ausgehen, dass man es höchstwahrscheinlich problemlos schaffen wird, sein Kind zu stillen. Jedes Baby ist von Natur aus mit einem Such- und einem Saugreflex ausgestattet, so dass sich eigentlich alles von allein findet.

Der beste Rat in einem solchen Artikel wäre: Vertrau auf Dich und die Fähigkeiten Deines Babys - lege alle Ratgeberliteratur weg, lies diesen wunderbaren Artikel und lass es einfach entspannt auf Dich zukommen. Kommt es wider Erwarten doch zu Komplikationen, dann such Dir möglichst schnell kompetente Hilfe.

Damit wäre eigentlich das Wichtigste gesagt, dieser Artikel aber doch sehr kurz. Da unsere Leser zum größten Teil über Google-Suchanfragen zu uns finden, gehe ich einfach mal davon aus, dass Du eher nicht zum entspannten Entgegensehen neigst und Dich schon mal umfassend informieren möchtest oder aktuell ein Stillproblem hast.

Wie kann ich mich auf das Stillen vorbereiten? 


Eine Vorbereitung aufs Stillen ist grundsätzlich nicht notwendig. Insbesondere die Brustwarzen brauchen keine besondere Vorbehandlung oder Abhärtung - es kann sogar eher schädlich sein, wenn sie unnatürlich beansprucht werden. Das Saugen des Kindes kann man ohnehin nicht simulieren. Auch vom Eincremen zum "Geschmeidigmachen" wird abgeraten, da es die Haut sehr weich und anfällig macht.

Braucht man - obwohl man stillen will - schon von Anfang an eine Milchumpe, Flaschen und Pre-Pulver zur Sicherheit? Bei dieser Frage scheiden sich die Geister. 

Milchpulver 


In Bezug auf Flaschenmilch empfehlen die meisten: "Nein - auf keinen Fall! Das verführt nur zum zu schnellen Zufüttern. Schließlich ist es ja (zu) bequem, schnell zu Flasche und Pulver zu greifen". Das habe ich beim ersten Kind auch so gehandhabt - mittlerweile sehe das etwas anders. Bei meinem Sohn hat mir eine Packung Milchpulver im Schrank eher Sicherheit gegeben. Bei meiner Tochter war es nämlich so, dass sie in den ersten Tagen definitiv nicht satt wurde, obwohl sie stundenlang saugte und deswegen tatsächlich vorübergehend zugefüttert werden musste. Sie hätte, so ich bspw. an einem Sonntag heim gekommen wäre, stundenlang vor Hunger geschrien. Ich wollte aber auch wirklich unbedingt stillen, daher wusste ich, dass eine Reserve im Schrank mich trotzdem nicht zu vorschnellem Zufüttern verleiten würde.

Aber an einem Sonntag dann in die Notapotheke zu fahren, weil man sich selbst disziplinieren wollte... darauf hatte ich keine Lust. Und wer nicht wirklich aus Überzeugung stillt und sich von einer Packung Pulver zum Aufgeben verleiten lassen würde, der geht dann eben am Montag los und kauft sich eine Packung. Davon hält ihn auch kein leerer Vorratsschrank ab. Eine Notration da zu haben, ist eine individuelle Entscheidung - die sieht bei jedem ganz anders aus. Wenn Du Dich für eine Notreserve entscheidest: bei uns im Blog findest Du einen Artikel zu Pre-Milch-Marken und es wird die Frage beantwortet, welche am besten geeignet sind. Praktisch ist haltbar gemachte Fertigmilch - diese gibt es mittlerweile von fast allen Marken - für den "Notfall" ist die völlig in Ordnung. 

Flaschen


Sauger von Avent
Flaschen braucht man als Stillmutter im Grunde gar nicht. Wenn sie vorhanden sind, benutzt man sie höchstwahrscheinlich auch irgendwann mal, aber es geht auch vollkommen ohne sie. Mein Sohn (2 3/4) hat heute noch nachts eine liebgewonnene Avent-Flasche mit Wasser am Bett stehen - in den ersten 1 1/2 Jahren hat er Flaschen verweigert. Die meisten Stillkinder finden Flaschen doof und lehnen sie fast dauerhaft ab. Meist geht gerade noch so ein symmetrischer Sauger (siehe Bild rechts), aber in der Regel wird nur die Brust akzeptiert. In der Regel gehen Stillkinder irgendwann nahtlos zum Becher oder zur Trinklernflasche über. Ich hatte mir damals aber trotzdem ein Starterset von Avent gekauft und bin damit gut ausgekommen. 

Milchpumpe


Handmilchpumpe von AventAuch eine Milchpumpe muss man nicht von Anfang an im Hause haben - man kann gut zwei Jahre stillen, ohne je eine in der Hand gehabt zu haben. Ich hatte bei meinem ersten Kind keine Milchpumpe, bekam aber recht schnell eine elektrische Medela verschrieben, weil sie ein Schreikind war und ich in den ersten Wochen vermutete, dass sie an Hunger litt.
Nach der Geburt meines Sohnes kaufte ich mir diese Handmilchpumpe von Avent, für knapp 30 EUR und sie hat wirklich gute Dienste geleistet - auch wenn sie natürlich nie an die Leistung der elektrischen Pumpe heran kam.

Wenn man aber von vornherein weiß, dass man ab und an Milch abpumpen möchte, dann kann man sich die entsprechende Ausstattung durchaus vor der Geburt schon zulegen. Wenn eine Milchpumpe wegen einer Gedeihstörung aber tatsächlich notwendig werden würde, bekommt man sie auch vom Frauenarzt auf Rezept. Die meisten Apotheken haben Modelle zum Ausleihen sofort verfügbar. Im "Notfall" ist man also durchaus versorgt.

Wichtig ist zu wissen, dass es einige Frauen gibt, die es nicht schaffen, den Milchspendereflex mit einer Handpumpe auszulösen und  dann frustriert nur wenige ml abpumpen können. Wenn Du wirklich regelmäßig zu pumpen beabsichtigst, dann greife lieber zu einer elektrischen Milchpumpe - der Wiederverkaufswert ist auch recht hoch, so dass sich das lohnt.

Kolostrum hält sich  übrigens etwa 12 Stunden bei Zimmertemperatur. Reife Frauenmilch etwa 6 bis 8 Stunden, im Kühlschrank (nicht der Tür!) 3 Tage, im Tiefkühlfach etwa 6 bis 12 Monate. Gefrorene Muttermilch wird im Kühlschrank aufgetaut und hält etwa 12 Stunden ab dem Öffnen des Aufbewahrungsgefäßes. Bei uns haben sich für die Muttermilchaufbewahrung das AVENT-Via-System und Elanee-Muttermilchbeutel bewährt.

Stillkissen 


StillkissenGrundsätzlich braucht man zum Stillen kein Stillkissen, es wird aber von den meisten als angenehme Unterstützung empfunden. Am wichtigsten ist beim Stillkissen die Füllung - preiswerte Kissen sind leider häufig mit minderwertigen Materialien gefüllt, auf denen das Baby hin und her rutscht und die recht bald zum Ausleiern führen. Ich empfehle daher, an dieser Stelle nicht unbedingt zu sparen, sondern ein hochwertiges Modell zu kaufen. Am häufigsten empfohlen werden Stillkissen von Theraline, Boppy und Flexofill.  

Stillen mit Flach-/Schlupf-/Hohlwarzen


Ja - das geht.  Und sogar meist viel, viel unkomplizierter, als erwartet.  Auch hier müssen die Brustwarzen nicht vorbereitet werden. Zwar gibt es Produkte, die in der Schwangerschaft die Brustwarze formen - diese sollen aber in den letzten Wochen nicht getragen werden, da sie Wehen auslösen können. Dann verliert sich der (wenn überhaupt) erzielte Effekt recht schnell wieder.

Wichtig bei Schlupf-, Flach- oder Hohlwarzen ist vor allem die richtige Anlegetechnik. Wenn man einen einigermaßen festen Rhythmus hat, dann kann man Brustwarzenformer wie die
Niplette oder den Latch Assist verwenden - bei ungeduldigen Kindern wird man anfangs eher nicht dazu kommen. 

Stillhütchen/Brusthütchen


Stillhütchen können u. U. das Stillen "retten" - leider werden sie häufig auch leichtfertig eingesetzt. Es handelt sich um dünne Aufsätze aus Silikon oder Kautschuk, die die Brustwarze schonen sollen.

Am besten geeignet sind sehr, sehr dünne Stillhütchen, wie die von Medela. Die Brustwarze wird vor dem Gebrauch leicht angefeuchtet, das Brusthütchen wird leicht auseinander gezogen und mittig über der Warze platziert. Beim Zusammenziehen sollte sich die Brustwarze leicht einsaugen.
Den Babys fällt das Saugen mit den Hütchen leichter, weil sie den Mund weniger weit öffnen müssen und die Technik beim Trinken etwas anders ist. Daher gewöhnen sie sich recht schnell an diese komfortablere Stillmethode und reagieren mit einer Saugverwirrung. Der reduzierte Hautkontakt wirkt sich häufig auf die Milchproduktion aus, so dass weniger Milch zur Verfügung steht.

Daher gilt für diese Art von Hilfe: so lange wie nötig, so kurz wie möglich. Sie sollten nur bei starken Schmerzen eingesetzt werden. Wichtig ist vor allem die Beseitigung der Ursache für diese Schmerzen!
 

Vom Kolostrum bis zum Milcheinschuss


In den ersten Stunden und Tagen nach der Geburt produziert die Brust zunächst das Kolostrum - die "Vormilch". Die Flüssigkeit ist zäh, gelblich uns sehr spärlich. Sie enthält alles, was das Baby benötigt und gibt ihm eine große Portion Antikörper mit auf den Weg. Das Kolostrum hilft außerdem dabei, das Kindspech, den ersten zähen, schwarzen Stuhl auszuscheiden. Die Schleimhäute von Magen und Darm überdeckt es außerdem mit einem schützenden Film.

Nach der Geburt ist der Magen des Babys gerade mal so groß wie eine Murmel und dafür ausgelegt, ganz häufig winzige Mengen des Kolostrums zu verarbeiten. Wegen des kleinen Magenvolumens saugt das Baby sehr häufig, was die Milchbildung anregt.

Der Milcheinschuss findet erst zwei bis sieben Tage nach der Geburt statt. Einschuss ist im Grunde genau das richtige Wort für den Vorgang - die meisten Frauen empfinden den Moment, wo der Körper dann "richtige" Milch zur Verfügung stellt, als unangenehm. Plötzlich sind die Brüste heiß, prall und geschwollen und bei den meisten tropft unkontrolliert Milch heraus. Keine Sorge - das Angebot wird sich mit der Zeit einpegeln. Der Körper arbeitet in der Regel zunächst nach dem Maximalprinzip - er produziert, so viel er kann und reguliert die Milchmenge dann abhängig von der Nachfrage herunter. Dann sprudelt die Milch in den ersten Tagen ziemlich reichhaltig. Manchmal ist es auch andersherum - da wird zunächst nur zaghaft produziert und durch häufiges Anlegen die Menge der Milch schrittweise erhöht. In diesen Fällen merken die meisten Mütter nicht, wie die Milch einschießt.

Ist der Milcheinschuss schmerzhaft, lindert Wärme vor dem Stillen, danach tut den Brüsten Kühlen gut. Beliebtes Hausmittel sind gefrorene Kohlblätter, aber es eigenen sich auch Mullwindeln oder Erbsen (natürlich im Plastikbeutel) aus dem Tiefkühlschrank. Auch kalte Quarkwickel haben sich bewährt. Der Milcheinschuss dauert häufig nur ein paar Stunden - die sind aber meist recht unangenehm. Wird es Dir zu "prall", kannst Du auch etwas Milch ausstreichen. 

Wie lege ich mein Baby richtig an?


Das richtige Anlegen ist die halbe "Stillmiete" - die meisten Problem entstehen, weil nicht richtig angelegt wurde. Hier findet ihr eine wunderbar ausführliche Beschreibung, wie man ein Kind schmerzfrei anlegt. Für wunde Brustwarzen gibt es eine besondere Technik, das asymmetrische Anlegen, das hier genau beschrieben ist.

Am wichtigsten ist, dass das Baby möglichst viel von der Brustwarze im Mund hat. Es hat - richtig angelegt - den Mund weit offen und die Unterlippe zum Kinn hin ausgestülpt. Auch die Oberlippe kräuselt sich nach außen. Man sieht an der Bewegung der Ohren, dass das Kind kräftig saugt. Die Nase sollte frei sein, so dass das Kind frei atmen kann. Zwar heißt es immer, dass man die Brust nicht von der Nase wegdrücken muss - ich habe allerdings noch nicht herausgefunden, wie das gehen soll - ich musste anfangs immer Platz für die Luft schaffen.

Wenn Schmerzen zu spüren sind, dann ist das Kind nicht richtig angelegt! Es bringt in solchen Fällen nichts, die Zähne (vor Schmerzen) zusammenzubeißen und dem Kind zuliebe irgendwie durchzuhalten. Brustwarzen sind gerade am Anfang noch sehr empfindlich und können dadurch Schaden nehmen. Auch wenn der kleine Schreihals noch so ungeduldig ist - er muss einfach richtig angelegt werden, um effektiv saugen zu können. Lieber eine ungeduldige Minute des Hungers ertragen, als tagelang schmerzende Brustwarzen zu riskieren. Im Notfall muss das Kind wirklich noch mal abgelöst und neu angelegt werden. Hilfreich ist es, auf die ersten Hungersignale zu achten, so dass man noch halbwegs in Ruhe anlegen kann. 

Clusterfeeding


Wenige Tage nach der Geburt wollen die meisten Stillkinder ununterbrochen für etwa zwei bis drei Stunden an der Brust trinken. Sie scheinen dann nicht wirklich satt zu werden, schlafen ständig ein und wachen nach kurzer Zeit wieder auf und wollen weiter trinken. Dieses Trinkverhalten ist normal - man nennt es "Clusterfeeding". Das Clusterfeeding tritt vor allem in den ersten Tagen nach der Geburt und während der Wachstums- bzw. Entwicklungssprünge auf.

Am Anfang ist der Magen eines Baby noch sehr klein - sein Energieverbrauch aber enorm hoch und das Saugen sehr anstrengend. Daher ist das Stillen von vielen kleinen Pausen begleitet in denen sich das Kind ausruht. Häufiges An- und Abdocken fördert die Ausschüttung des Hormones Prolaktin, das die Milchproduktion anregt. Das Prolaktin wird zwar schon nach fünf Minuten Saugens ausgeschüttet, die höchsten Werte werden jedoch erst nach 20 bis 30 Minuten erreicht. Deswegen ist es sinnvoll, wenn das Kind ungefähr so lange saugt. Die volle Wirkung entfaltet sich erst 8 bis 16 Stunden später. Mit den abendlichen Stillmarathons regt das Baby also die Langzeitproduktion der Milch an und sorgt für reichlich Nachschub am nächsten Tag. Daher sollte dieser komplexe Vorgang nicht durch Zufüttern gestört werden - Clusterfeeding ist notwendig, um die Produktionsmenge der Milch zu regulieren - es heißt nicht, dass das Baby zu wenig Milch bekommt. 

Baby stillt an mütterlicher BrustDas lange Saugen beim Clusterfeeding verursacht beim Kind die Ausschüttung von Cholezystokinin - ein Hormon, das ein Sättigungsgefühl auslöst, auch wenn die Milchmenge im Magen dazu eigentlich noch gar nicht ausreicht. Nach 10 bis 20 Minuten fällt der Hormonspiegel wieder - das Kind realisiert, dass es eigentlich noch gar nicht satt war und trinkt weiter. Dieser Vorgang wiederholt sich so lange, bis der Magen ausreichend gefüllt ist und das Baby in eine längere Schlafperiode fallen kann. Wird dem Baby - weil man der Meinung ist, es könne gar keinen Hunger mehr haben - dann beim Clusterfeeding ein Schnuller angeboten, kann es passieren, dass das Saugen dadurch ein Sättigungsgefühl auslöst und das Kind weniger zunimmt.

In Clusterfeeding-Zeiten sollte man sich möglichst zurück lehnen und versuchen, die innige Zeit zu genießen - vermutlich bald wird sich das Baby in wenigen Minuten satt trinken und die ausgedehnten Stillperioden werden deutlich kürzer. Wenn einem die Zeit zu lang wird, spricht auch nichts dagegen, sich in dieser Zeit einem guten Buch zu widmen. Man sollte einfach darauf vertrauen, dass das, was gerade geschieht wichtig und notwendig ist und keinesfalls bedeutet, dass die Milch nicht ausreicht. Selbst wenn die Milch vorübergehend zu wenig sein sollte - das häufige Saugen des Babys wird die Produktion anregen. 

Wird mein Baby satt? Nimmt es ausreichend zu?


Ich habe in unserem Blog bereits sehr ausführlich darüber geschrieben, woran man erkennt, ob ein Stillkind genügend Milch bekommt. Folgende Zeichen sprechen dafür, dass das Kind satt wird:
  • ab dem 3. Lebenstag bis zur 6. Lebenswoche hat das Kind mehrmals täglich (mindestens dreimal) Stuhlgang,
  • ab dem 3. Lebenstag hat das Kind täglich etwa 4 - 6 nasse Windeln - nass meint dabei, dass sie ca. 50 - 75 ml Urin enthalten, also insgesamt ca. 300 ml am Tag (wenn man unsicher ist, kann man die volle Windel nachwiegen und mit dem Gewicht einer leeren vergleichen )
  • spätestens am 14. Tag nach der Geburt ist das Geburtsgewicht wieder erreicht.

Außerdem kann man davon ausgehen, ein sattes Kind zu haben, wenn
  • es sich entlang seiner Perzentilkurve entwickelt,
  • seine Haut rosig ist,
  • es zufrieden wirkt und die Umgebung aufmerksam betrachtet und
  • es nach dem Stillen Sättigungszeichen wie Loslassen der Brust, körperliche Entspannung und zufriedenes Einschlafen zeigt.
Baby stillt an mütterlicher BrustEin vollgestilltes, normalgewichtiges, gesundes Baby sollte pro Woche mindestens zunehmen:
  • 0-3 Monate                         140 g (das entspricht 20 g pro Tag) 
  • 3-6 Monate                           70 g
  • 6-12 Monate                         40 g

Die tatsächliche durchschnittliche Zunahme pro Woche liegt meist höher:

  • bis 2 Monate             170 - 330 g
  • bis 4 Monate             110 - 330 g
  • bis 6 Monate               70 - 140 g
  • bis 12 Monate             40 - 110 g.

Bezüglich des Wiegens gibt es sehr unterschiedliche Ansichten. Grundsätzlich ist eine Gewichtskontrolle im Rahmen der U-Untersuchungen völlig ausreichend. Erst wenn sich dort herausstellt, dass die Zunahme nicht ausreichend ist, kann man etwas engmaschiger kontrollieren. Man muss schauen, dass man sich nicht in Panik versetzen lässt - einzelne Wiegewerte sind nie aussagekräftig. Da kann es gut sein, dass mal eine Woche gar nicht zugenommen wird - in der nächsten Woche sind es dafür dann wieder viel mehr Gramm. Wer also weiß, dass es ihn wuschig macht, der sollte die Hände vom Wiegen lassen. Manchen Eltern (wie mir) gab es aber auch Sicherheit - nicht wiegen hätte mich viel nervöser gemacht. 

Saugverwirrung durch Schnuller und Sauger


Ich hielt die "Saugverwirrung" eigentlich immer für einen Mythos, ich kannte niemanden, bei dem eine solche diagnostiziert wurde. Nachdem ein Artikel dazu bei uns im Blog erschien, wurde ich jedoch nachdenklich. Nein - Saugverwirrungen werden tatsächlich nie so genannt - schließlich kann kein Baby sagen: "Stillen ist für mich schwierig, weil Du mir künstliche Sauger gibst", so dass man eine eindeutige Zuordnung treffen könnte. Stillprobleme hingegen kommen vor - gar nicht mal so selten. Dann heißt es meist "Stillen klappt nicht so gut" - dass das jedoch (auch) an den Sauger liegt, diesen Zusammenhang stellt man in der Regel nicht her. 

Im Grunde ist das "Stillenkönnen" lebensnotwendig für Säuglinge - sie werden mit einem Saugreflex geboren und suchen kurz nach der Geburt instinktiv die Brust. Dieses Verhalten ist also ganz natürlich gesteuert - eigentlich müsste jedes Kind von Natur aus problemlos trinken können. Warum klappt das jedoch bei einigen eben nicht? Ich denke mittlerweile, dass Saugverwirrungen tatsächlich für die Mehrzahl aller Stillprobleme verantwortlich sind - denn was sonst hat Einfluss auf die Stillbeziehung?
Es gibt eine Studie, wonach ein Schnuller zu falschem und ineffizientem Saugen führen kann. Außerdem führt ein Nuckel dazu, dass ein Kind weniger an der Brust saugt und somit die Milchproduktion beeinflusst wird. Daher wird empfohlen, in den ersten Wochen auf Schnuller und Sauger zu verzichten, bis die Stillbeziehung reibungslos funktioniert. Flaschensauger sind dabei kritischer, als Schnuller. Im verlinkten Artikel findet ihr bewährte saugfreie Zufüttermethoden. 

Stillprobleme 


Wunde Brustwarzen


Entzündete und schmerzende Brustwarzen sind eins der häufigsten Stillprobleme. Wichtig ist es hier vor allem, nicht das Symptom, sondern die Ursache zu bekämpfen. Verursacht werden schmerzende Brustwarzen am häufigsten durch eine falsche Anlegetechnik. Manchmal hat auch die Stillposition Einfluss - dies kann eine Stillberaterin sehr gut beurteilen. Auch eine falsche Saugtechnik durch einen Wechsel mit der Flasche oder Infektionen können die Ursachen sein. Es  bringt wirklich nichts, alle möglichen Hausmittel durchzuprobieren - so lange die Ursache nicht bekämpft wird, können sich die Brustwarzen einfach nicht erholen. Schmerzen sind ein Frühsymptom - man sollte immer, wirklich immer sofort das Kind lösen, wenn das Stillen unangenehm ist. 
Sind die Brustwarzen entzündet, dann helfen folgende Dinge:

Milchstau und Mastitis


Der "echte" Milchstau ist eher selten und entsteht in der Regel nach längerer Stillzeit. Dabei wuchert an der Brustwarze der Ausgang eines Milchkanals zu, die Milch kann nicht mehr abfließen. Das erkennt man an einem kleinen weißen Punkt auf der Brustwarze. Den blockierten Milchgang kann man mit einer sterilisierten Nadel aufstechen oder mit (sauberen) Fingernägeln öffnen.

Als Milchstau wird auch häufig die Vorstufe einer Mastitis (Brustentzündung) bezeichnet. Dabei sind die Milchkanäle nicht verstopft, sondern das Gewebe Drumherum entzündet und geschwollen, wodurch es auf den Milchgang drückt und ihn quasi von außen verstopft. Es bildet sich ein tastbares, schmerzhaftes Knötchen, das von außen durch eine rote, heiße Stelle erkennbar ist. Eine solche Entzündung des Gewebes wird verursacht, wenn das Baby die Brust nicht komplett austrinkt. Reste der Milch sickern in die Brust und werden dort vom Körper als Fremdkörper erkannt und durch eine Entzündung bekämpft. Das äußert sich in der Regel durch grippeänhliche Symptome mit Abgeschlagenheit und Fieber.

Baby stillt an mütterlicher BrustWichtig ist es nun, keine langen Stillabstände zu haben, damit die Milch kontinuierlich abfließen kann. Viel Ruhe ist jetzt wichtig - häufig entstehen Staus durch Stress, häufig auch durch zu enge oder falsch sitzende Still-BHs. Wärme vor dem Stillen hilft, den Milchfluss zu verbessern, nach dem Stillen tut Kühlung gut. Auch Quarkwickel haben sich bewährt.

Sind die Schmerzen zu groß, sollte vorübergehend abgepumpt werden, das ist meist weniger schmerzhaft. Wir die Brust angewärmt und massiert (zur Brustwarze hin), unterstützt das die vollständige Entleerung. Die Stillpositionen sollte geändert werden - stillt man sonst im liegen, sollte zum Sitzen gewechselt werden, andersherum ebenso. Auch verschiedene Positionen während einer Mahlzeit sind sinnvoll, damit die Brust möglichst gleichmäßig geleert wird. Am besten löst sich ein Milchstau, wenn das Kinn des Babys zur entzündeten, schmerzenden Stelle zeigt.

Ibuprofen darf in der Stillzeit genommen werden und bekämpft neben den Schmerzen auch gleich die Entzündung. Heilt die Mastitis nicht aus, ist die Einnahme eines Antibiotikums erforderlich. 

Zu wenig Milch? Steigerung der Milchmenge


Nimmt das Kind durch das Stillen nicht genügend zu, ist ein Zufüttern nicht zwangsläufig erforderlich. Als allererstes sollte man von einer erfahrenen Stillberaterin die Anlegetechnik begutachten lassen. Oftmals besteht diesbezüglich Optimierungspotential. 
Die meiste Milch wird in den äußeren Bereichen der Brust gebildet - dort kommt das Kind am besten durch die Seitenhaltung heran. Verschiedene Stillpositionen während einer Mahlzeit entleeren die Brüste am effektivsten. Stillhütchen erschweren dies und sollten nur im Notfall eingesetzt werden.
FütterbecherHäufiges Anlegen regt die Milchbildung an. Daher kann es sinnvoll sein, nicht bis zur nächsten Mahlzeit zu warten, sondern dem Kind immer mal wieder auch kurz die Brust anzubieten. Auch ein häufiger Wechsel der Seiten führt zu einer Anregung der Milchproduktion und erleichtert dem Baby das trinken, weil die Milch in der "frischen" Brust schneller fließt.

Längere Stillmahlzeiten sind deswegen wichtig, weil die fettere Hintermilch erst nach ein paar Minuten zu fließen beginnt. Ist das Kind zu erschöpft, um längere Zeit zu saugen, sollte man die "fette" Milch nach der Mahlzeit direkt abpumpen und sie später (bspw. mit einem speziellen stillfreundlichen Fütterbecher oder einem Brusternährungsset) zu füttern.

Schnuller beeinträchtigen die die Milchbildung, weil ein Kind sich daran "sattsaugen" kann. Durch reines Saugen wird das Hormon ausgeschüttet, das ein Sättigungsgefühl auslöst und schläfrig macht. Das Baby schläft so unter Umständen eigentlich hungrig ein. Schlecht zunehmende Babys sollten daher möglichst keinen Nuckel bekommen, zudem sich auch die fehlende Stimulierung der Brust durch das Saugen wirkt sich auf die Milchmenge aus. 
Damit die Milch schneller fließt, kann es hilfreich sein, den Milchspendereflex vorher auszulösen. Dabei hilft Wärme und Massage. Mit der Kompression der Brust kann man zudem den Milchfluss verstärken. Dies kann notwendig sein, wenn das Kind eher schwach ist, beim Trinken häufig einschläft und nur sehr zögerlich zunimmt. Auch wenn das Baby ewig trinkt (hier ist stundenlang gemeint) oder die Brustwarzen strapaziert sind, kann es sinnvoll sein, die Stillmahlzeit zu verkürzen. Hier findest Du eine ausführliche Anleitung dafür. 

Zu viel Milch? Reduzierung der Stillmenge


Auch ein Zuviel an Milch kann anstrengend sein - für die Mutter, weil es ständig irgendwie tropft und für das Kind, das die plötzliche Menge gar nicht verarbeiten kann und daher unzufrieden an der Brust ist, obwohl die Milch sehr reichlich ist. Vor allem am Anfang arbeitet die Brust nach dem Motto "viel hilft viel" und produziert erst mal auf Verdacht zu viel. Das Problem dabei ist, dass das Kind dann mehr Vordermilch zu sich nimmt, die zwar nicht viel weniger kalorienhaltig, aber deutlich weniger sättigend ist. Und sie führt in zu großen Mengen zu einer vermehrten Darmtätigkeit und damit zu Blähungen. Sobald die fettere Hintermilch kommt, ist das Kind satt und hört auf zu saugen. Beim nächsten Stillen bekommt es wieder nur die wässrigere Milch, was man an einem grünlichem und schaumigem Stuhlgang erkennt.

Anzeichen dafür, dass das Baby mit einer zu großen Milchmenge kämpft, sind spucken, würgen und ständiges Abdocken beim Stillen. Auch Blähungen und vermehrtes Spucken können ein Zeichen dafür sein. Häufig verziehen die Kinder unzufrieden beim Stillen das Gesicht und trinken hektisch.

Was kann man tun? Zunächst einmal: Bei jedem Stillen nur eine Seite anbieten - ein Seitenwechsel ist beim Stillen übrigens grundsätzlich nicht erforderlich und wird nur zur Steigerung der Milchmenge empfohlen.

Es bietet sich an, gelegentlich erst einmal die Milch nahezu vollständig abzupumpen und das Kind dann an den Brüsten trinken zu lassen - so kommt es sofort an die fetthaltigere Hintermilch. Nach einer solchen Mahlzeit kann man die Produktion drosseln, in dem man Zeitintervalle festlegt - so wird 4 Stunden lang nur an der rechten, in den darauf folgenden 4 Stunden nur an der linken Brust getrunken - natürlich, so oft das Baby es will. Aber eben nur an der Brust, die "dran" ist. Die andere Brust füllt sich - die fehlende Abnahme durch das Kind signalisiert: "Weniger produzieren!" Wird die Brust zu prall, sollte man ein wenig ausstreichen - nur so viel, wie eben nötig, um die Beschwerden zu lindern. Dieses Vorgehen führt relativ schnell zu einer Verminderung der Milchmenge.

Milchauffangschalen werden übrigens nicht empfohlen, weil sie das Drüsengewebe abdrücken und damit zu Brustentzündungen führen können. Die aufgefangene Milch darf ohnehin nicht verfüttert werden, so dass sie keinen sinnvollen Zweck erfüllen (zudem ja genug Milch da ist). In den Tagen des Überflusses sollte man also davon ausgehen, dass der Zustand vorübergehender Natur ist und sich mit reichlich Mullwindeln wappnen. Häufig setzt der Milchspendereflex auch ohne Baby ein - in diesen Fällen kann man die Hände flach auf die Brust drücken, das sollte den Milchfluss stoppen. Kühlende Wickel reduzieren die Milchmenge zusätzlich, auch Salbei- und Pfefferminztee sollen sich milchmindernd auswirken (ein bis zwei Tassen am Tag).
Baby stillt an mütterlicher Brust

Wo bekomme ich Unterstützung?



Glücklicherweise ist das Netz der Stillberaterinnen in Deutschland sehr eng geflochten. Die beste Anlaufstelle ist m. E. die Internetseite der LaLecheLiga. Dort habe ich innerhalb kürzester Zeit fachlich sehr fundierte Beratung bekommen - und das ganz kostenlos. Auch wenn man persönliche Beratung sucht, kann man hier über die Suche eine Beraterin in Wohnortnähe kontaktieren.

Gibt es empfehlenswerte Stillliteratur? 


Wenn Du noch mehr über das Stillen wissen möchtest - folgende Bücher kann ich empfehlen:


© Danielle

Quellen


http://www.gestillt.de/milcheinschuss.html

http://www.stillkinder.de/

http://www.bfr.bund.de/cm/343/gewichtsentwicklung_gestillter_saeuglinge.pdf

http://www.netdoktor.at/therapie/stillhuetchen-3774176
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Kommentare:

  1. Ein hilfreicher Beitrag auch beim zweiten Kind danke!!
    Aber eine Frage habe ich zur Aufbewahrung der Muttermilch, da scheinen die Meinungen auseinander zu gehen was den Zeitraum angeht. Mir wurde von zwei Hebammen etwas unterschiedliches gesagt zum einen nicht länger als 24 stunden im Kühlschrank und zum anderen nicht länger als 2 Tage???? Habe mich zur Sicherheit an die 24 stunden Regel gehalten hatte eh genügend Milch. Bin aber neugierig wie es andere machen bzw. kennen?

    Einen Kritikpunkt habe ich noch beim reduzieren des Stillflusses. Habe aus eigener Erfahrung und auf Rat der Hebamme gelernt das man auf keinen Fall abpumpen sollte, da die Brust ja nach bedarf produziert und so die Menge gleich bleibt. Es sollte aber weniger bzw. dem Hunger des Säuglings angepasst werden.
    Statt Milch ab zu pumpen ist es besser die Brust mit etwas Öl ein zu reiben und unter der dusche oder über dem Waschbecken aus zu streichen bis sich die Brust wieder angenehm anfühlt. Ich musste das mehrmals am Tag machen und lag deswegen mit Fieber im bett. Außerdem hilft notfalls eine Tasse Pfefferminztee zur Reduktion.

    Liebe grüße Helen

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  2. Es ist nicht ganz wahr, dass es für wunde Brustwarzen immer einen Grund gibt. Bei meinem Sohn hatte ich höllische wunde und verschrofte Brustwarzen. Mehrere Stillschwestern im Krankenhaus und meine Hebamme guckten beide auf die Saugtechnik meines Sohnes. Sie meinten auch, dass es einen Grund beim Anlegen geben muss und haben immer wieder raufgeschaut. Mein Kleiner war aber ein Naturtalent und bei ihm hat jedes Anlegen gesessen. Die einzige Lösung war eine Woche lang mit Stillhütchen und danach war alles perfekt, da er, wie gesagt, wirklich gut gesaugt hat. Man sollte nicht vorschnell zu Hütchen greifen, aber ich hätte sonst abgestillt und stille mittlerweile dank der einen Woche mit Hütchen schon fasr ein Jahr.

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  3. Auch uns hat das Stillhüttchen gerettet. Beim ersten Kind alles entspannt und problemfrei. Das zweite konnte die Brustwarze nicht fassen, weil zu flach und Brust viel zu groß und voll. Lange geduldig probiert - Baby frustriert und hungrig vor Erschöpfung eingeschlafen. Am 24.12. geboren, Apotheke nach den Feiertagen gleich früh überfallen - keine Milchpumpe zur Entlastung! Und das mitten in der Großstadt.
    Meine Hebamme hat uns gerettet. Ein paar Tage Stillhüttchen und Brustformer und alles läuft.
    Flasche und Pulver geht gar nicht diesmal. - Sie ist acht Monate jetzt. :-)

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  4. Hallo ihr fleißigen Schreiber,
    mir wurde immer nah gelegt, gleich von Anfang an 2-3 Stillpositionen im regelmäßigem Wechsel zu verwenden (normal, sitzend, rückwärts unter dem Arm - keine Ahnung wie die Fachbegriffe sind), so wird die Brustwarze nicht immer auf die selbe Weise "bearbeitet". Und die ersten 2-3 Tage nicht dauernuckeln lassen (ich weiß clusterfeeding...aber man kann ja kurze Pausen einlegen)
    Reduzieren geht sehr wohl mit Abpumpen, aber vorsichtig und immer nur ein bisschen. Das macht sich gut mit der Avent, die hatte ich auch.
    Ich hatte bei beiden nie wunde Brustwarzen oder Milchstau oder oder oder...trotz Schnuller und Flasche keine Saugverwirrung (war mit 4 Monaten wieder arbeiten, habe teilweise gepumpt und Mann hat Kind mit Flasche gefüttert)...ich weiß, ich bin da vermutlich nicht die Regel, aber es geht auch ohne "alles an Problemen mitzunehmen"

    Achja, wegen Seitenwechsel. Ich habe immer erst eine Brust angeboten, danach die Zweite, die aber dann meist nciht leer getrunken wurde, der Beginn dernächsten Mahlzeit war dann diese..erschien und erscheint mir logisch, da beide Brüste regelmäßig geleert werden.
    LG Maschu

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  5. Ich finde die zahlreichen Artikel rund ums Stillen gut. Aber wie wäre es mal mit einem derart gut recherchierten Artikel für die Nicht-Stiller und nicht-mehr-Stiller? Mütter, die vor endlosen Regalmetern Pulvermilch und Fläschchen stehen und nun nicht wissen, was besser ist, welche Marke was beinhaltet und was bedeutet? Damit sind die Eltern relativ allein gelassen. Die blaue oder die gelbe Dose? Was ist der Unterschied? Die Flasche für 15 Euro oder für 3? Darüber könnte man sicherlich genauso viel schreiben, wie übers Stillen, oder?
    Gruß
    Rosalie

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    1. Liebe Rosalie,

      dieser Artikel ist eigentlich der erste übers Stillen ;-).

      Die von Dir gewünschten Artikel gibt es tatsächlich schon längere Zeit. Du findest sie unter

      http://www.gewuenschtestes-wunschkind.de/2013/04/pre-und-1er-welche-anfangsnahrung-ist.html und
      http://www.gewuenschtestes-wunschkind.de/2013/04/2er-3er-kindermilch-sind-folgemilchen.html

      Viele herzliche Grüße!
      Danielle

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  6. Stillen ist auch bei mir und auch jetzt beim zweiten Kind ein ebenso freudiges wie leidvolles Thema. Ich habe Schläfer-Kinder. Klingt erstmal toll, so ein Kind, dass nur alle 4 stunden kommt, nachts auch mal 6-9 stunden schläft. Beide Kinder haben aber 25 Tage gebraucht, um das Geburtshewicht zu erreichen, den ersten mussten wir mit Fingerfeeder ernähren in den ersten 3 Wochen. Beide Kinder (die Kleine ist jetzt 3monate alt) nehmen ca. 100g die Woche zu. Alma wiegt jetzt 4,5 kg, soviel woe andere zur Geburt. Beide sind/ waren dann aber an der Brust unzufrieden, weil es ihnen nicht schnell genug ging. Bei Gustaf war die Lösung auch Stillhütchen, die sich mit Milch füllten und ihn dann zum Trinken motivierten und zum dranbleiben. Alma nehme ich alle 1 1/2 bis 2 stunden an die Brust, wenn sie noch im Tran ist denkt sie nicht drüber nach, ob ihr jetzt nach stillen ist oder nicht und trinkt einfach. Abends, wenn der Große (22Monate) ins Bett muss, bekommt sie eine Flasche, das nimmt den Stress am Abend bissel raus und füllt sie ab und gibt ihr noch 20g die Woche mehr.
    Hätte ich nicht bei ersten Kind gelernt, dass Geduld und durchhalten von Erfolg gekrönt sein kann, ich glaub ich hätte abgestillt. Und was ich gesehen habe: wenn ich merke, meinem Kind gehts gut, dann nemmt es eben nur 100g die Woche zu. So what.

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    1. Danke für Deinen Erfahrungsbericht! Mein Sohn hat konsequent auch nur 90 g in der Woche zugenommen. Im Nachhinein hätte ich mir auch mehr Gelassenheit gewünscht - er braucht einfach wenig - nach wie vor.

      Liebe Grüße!
      Danielle

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  7. Wie sieht es eigentlich aus, wenn man gepiercte Brustwarzen hat, führt das zu Stillproblemen? Habe schon viel gehört und gelesen, aber überall wird etwas anderes dazu gesagt...

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    1. Brustwarzenpiercings sind kein Problem. Bitte beim Stillen das Piercing rausnehmen wegen Verletzungsgefahr und hinterher wieder reinmachen. An den Stichstellen kann Milch austreten, aber das ist ja kein Problem.

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    2. So in etwa hat mein Piercer das vor Jahren auch gesagt ("ist ja auch ganz praktisch, wenn zwei größere Löcher da sind"), aber es ist eben nur ein Piercer und kein Stillexperte ;)
      Vielen Dank für die Antwort, das beruhigt mich ein wenig, nachdem mir eine Gynäkologin vor kurzem etwas Angst wegen der fraglichen Vernarbung gemacht hat.
      Aber ich sag mir auch, dass es ja mehr, als nur einen Kanal gibt... :)

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  8. hallo ihr lieben, ich lese eure artikel gerne und finde sie auch sehr hilfreich. nun aber zu meinem problem/frage mit dem stillen... habe mitlerweile zwei kinder und konnte beide nicht stillen bzw. musste abpumpen damit überhaupt was in schwung kam.
    die große kam mit notkaiserschnitt auf die welt und hat konsequent die brust verweigert... am 3.tag nach geburt riet die klinik und die hebamme zum abpumpen damit sich überhaupt etwas rührt in richtung milch (bis dahin kam nichts und ich "spürte" auch nichts). meine höchste pumpleistung nach 20min pumpen waren magere 30 - 40ml und das in den ersten 5 wochen.... ich gebe zu danach war es mir einfach zu anstrengend erst flasche machen und abgepumpte milch erwärmen und verfüttern dann mind. 20min abpumpen und nach kurzer zeit weider das selbe spiel jede mahlzeit..... auch zu hause verweigerte sie konsequent die brust und wollte nur ihre flasche die auch immer zügig lehrte an der brut wurde nur geschriehen auch 5min wenn es sein musste....
    der zweite war eine normale entbindung und er ging sogar an die brust und laut stillschwester hatte er auch ne gute technick. ich glaube es hat ihn nur frustriert das nichts kamm. nach den erfahrungen mit der großen riet die hebamme sofort noch nebenbei abzupumpen um mehr anzuregen... hat auch soweit funktionert das wenigstens etwas kam... schon in den ersten tagen fast 30ml... der junge mann ist übrigens ein ungeduldiger zeitgeselle der keine minute wartet wenn er hunger hat und nichts kommt. er steigerte sich regelmäßig derart in schreiattacken das er nicht mehr richtig saugen wollte und nur noch nuckelte um sich zu beruhigen und dann in einen erschöpfungschlaf viel und sobald er wieder von der brust gelößt wurde an die er sich gerne festsaugte ging das schreien wieder von vorne los.... kleiner teufelskreis für ihn durch sein nur 2,3x saugen wurde meine brust nicht genug angeregt das was kam und er war schnell frustriert und nuckelte nur und so ging es jedes mal.... selbst mit allen trick der hebammen warer nicht zu längerem intensiveren saugen zu bewegen.... an der flasche schlief er dann nach wenigem saugen ein und auch da fing das geschreie wieder an sobald man vorsichtig die flasche aus seinem mund nahm. steckte man sie wieder rein trank er wieder drei, vier mal und nuckelte sich wieder in den schlaf... so das wir selbst mit animation zum trinken z.t. 1h für nicht mal 100ml brauchten..... ich gebe zu ich hbe schon im krankenhaus entschieden das er zu hause nicht mehr an die brust kommt da er in den 2,3 tagen in kh meine brustwarzen derart wundgenuckelt hatte auch durchs festsaugen beim einschlafen das ich fast nicht mehr abpumpen konnte vor schmerzen.... und das war mir wichtiger ... mein höchstwert lag diesmal bei ca. 80ml (ebenfalls nach 15 - 20min abpumpen).
    durchgehalten habe ich bis ca. 8.woche dann wurde es wieder deutlich weniger und der alltag hielt wieder einzug.... durch sein weiterhin extrem langsames trinken gab es auch einfach zeit probleme da man sich ja auch irgendwann mal um die große schwester kümmern musste.
    gehöre ich nun zu den wenigen frauen die wirklich nicht stillen können oder gibt es noch einige tipps die ich beim nächsten mal ausprobieren könnte???

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    1. Liebe Unbekannte,

      erst einmal Respekt fürs Durchhalten - Du hast ja wirklich einiges versucht. Ich fürchte, das war vor allem eine Verkettung ungünstiger Umstände. Ich gehe nach Deiner Schilderung nicht davon aus, dass Du zu den Frauen gehörst, die nicht stillen können - wenn Du bis zu 80 ml abpumpen konntest, dann ist erst mal genug Milch da. Abpumpen ist ohnehin immer schwieriger und weniger ergiebig, als wenn das Baby selbst trinkt. Man muss den Milchspendereflex auslösen, damit die Milch wirklich fließt. Hast Du eine elektrische Pumpe benutzt? Die schafft das effektiver.

      Nimmt Dein Sohn denn gut zu? Es gibt zwar sehr gemütliche Esser, aber eine Stunde ist schon arg lang. Hat er wirklich Hunger? Was passiert, wenn Du einfach aufhörst, wenn er nicht mehr mag? Die Trinkmengen sind sehr unterschiedlich - meine Tochter bspw. war ein kleiner Vielfraß und hat sicher zwischen 800 und 1.000 ml getrunken, mein Sohn war mit 400 bis 500 ml zufrieden und isst heute noch extrem wenig. Aber es reicht ihm ganz offenbar aus.

      Das nächste mal würde ich stillfreundliche Fütterungsmethoden (wie einen Fütterbecher) verwenden - wenn Kinder nicht mehr an die Brust gehen, kann das an einer Saugverwirrung liegen. Dazu kommt es u. U. auch bei der Verwendung eines Schnullers. Du findest einen Artikel bei uns über das Thema.

      Herzliche Grüße
      Danielle

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    2. hatte beides mal eine elektrische milchpumpe von medela. aber ich bezweifle das sie es jemals geschaft hat wirklich einen milchspendereflex auszulösen da ich nie das gefühl hatte das meine brust gefüllt ist bzw. so dieses "platzen". habe immer nach zeit abgepumpt. als ich die 80ml erreicht habe hat der kleine schon mehr pro mahlzeit getrunken so das es für jede 2. mahlzeit gereicht hat.... wenn man ihm die flache aus dem mund nahm bzw. auch die brust fing er an zu brüllen als würde er abgestochen werden oder sonst wie gequällt... :S hat sogar die nachtschwester im kh sehr erstaundt :)
      er ist ein ungeduldiger aber auch sehr gemütlicher esser. :D nach ein paar tagen haben wir zu hause herausgefunden das er zwar lieber aus nuk-flaschen trinkt (da kann er besser nuckeln und einschlafen) aber au einer avent-flasche schneller trinkt so das wir es nachts irgendwann auf ne 3/4h geschafft haben. hunger hatte er schon, er hat schon von anfang an auch gerne mal 4-5h am stück geschlafen und ist dann trotzdem beim trinken schnell wieder eingeschlafen. auch heute (8mon) trinkt er selten mal 200ml am stück und isst nicht mehr als ein halbes gläschen oder ne halbe portion abendbrei. und insgesamt am tag auch nicht mehr als 4 - 5 malhzeiten.... und er trägt größe 74 und wiegt knapp 9kg!!! alles was man ihm mehr unterjubeln möchte spuckt er wieder raus auch brei. er ist einfach ein sehr guter verwehrter. :)
      danke für deine antwort und das mit dem fütterbecher werde ich mal im hinterkopf behalten.

      ps: beide sind schnuller verweigerer. die große hat zu anfang noch welche genohmen aber auch eher selten ab ca. 6 mon wollte sie aber keinen mehr. der kleine hat von anfang an keinen genohmen.
      lg

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  9. Bei meinem Milchstau (ausgelöst durch zu seltenes Anlegen beim sehr schmerzhaften Milcheinschuss), hat meine Hebamme mir in Retterspitz (äußerlich) getränkte Mullwindeln aufgelegt.

    Das hat wahnsinnig gut geholfen, als Quark schon nicht mehr half.
    Ich habe dabei gelegen, und sie hat mich am ganzen Körper in eine Wolldecke gepackt, weil mir durch die Wickel sehr kalt wurde. Sogar eine Mütze bekam ich auf, im Hochsommer. ;)

    Ich hab seitdem immer Retterspitz im Haus, der hilft auch prima verdünnt auf Watte im Ohr bei sich ankündigender Mittelohrentzündung, als Halswickel bei Mandelentzündung, bei entzündeten Mückenstichen, uvm.

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  10. Ich kämpfe noch darum meinen Sohn, der jetzt 9 Wochen alt ist, zum trinken an der Brust zu verleiten. Durch eine unglückliche Erfahrung im Entbindungskrankenhaus hat er nun Angst vor meiner Brust und bekommt immer wieder aufs neue Schreianfälle sobald ich ihn auch nur an meine nackte Brust lege. Mit viel Geduld und Vorpumpen, damit sofort Milch an seinen Mund kommt, habe ich es schon ein paar Mal geschafft ihn für ein zwei Minuten ohne weinen und schreein anzulegen. Eine Stillberaterin hatte ich schon bei mir aber ich werde wohl nur mit sehr viel Geduld das Stillen hinbekommen. Sehr viel Hoffnung habe ich aber leider nicht mehr.

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  11. Ein super schöner Artikel. Bin derselben Meinung :)

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  12. Vielen Dank für den tollen und sehr hilfreichen Bericht.
    Als Empfehlung möchte ich gerne noch die Hebammensprechstunde von Ingeborg Stadelmann weitergeben.
    Beste Grüße

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  13. Ich habe nach vier Wochen aufgehört zu stillen da es mir fürchterliche Schmerzen verursacht hat. Meine Brustwarzen wurden ganz weiß und es war ein Gefühl wie Messerstiche. Ich war zu der Zeit alleine mit dem Baby und ein Arztbesuch war quasi unmöglich. Meine Hebamme wusste keinen Rat. Immer hörte ich dass mein Kind bestimmt nicht richtig angelegt sei - völliger Quatsch. Er ist immer super an die Brust und war ein richtig guter Trinker.
    Leider habe ich in meiner Verzweiflung abgestillt und erst Wochen später erfahren dass ich einen Mangel an Magnesium hatte und die Einnahme von Magnesium mein Problem hätte lösen können. Meinem Kind geht es gut und er gedeiht auch mit Flasche und Brei gut und war bisher nicht ein einziges Mal krank - aber mein Vertrauen in die Hebamme ist mehr als erschüttert. Beim zweiten Kind? Nein danke! Dann lieber alleine!

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