Streit zwischen Geschwistern - warum Geschwisterstreit wichtig ist und wann wir eingreifen müssen

Geschwister können über alles und nichts streiten - warum?

Brüder wenden sich voneinander ab
Evolutionsbiologisch betrachtet ist immer der Kampf um Ressourcen der Hauptstreitpunkt zwischen Geschwistern - insbesondere um die Aufmerksamkeit der Eltern. Das ist heute noch so. Im Prinzip konkurrieren die Kinder darum, von den Eltern wahrgenommen und versorgt zu werden. Wenn die Eltern es schaffen, dieses Bedürfnis bei allen Kindern zu befriedigen, gibt es wenig Streit. Haben ein oder mehrere der Kinder aber das Gefühl, auf emotionaler Ebene zu kurz zu kommen, dann fangen sie an, gegen die Geschwister zu pöbeln. Oft wird dann aber um etwas gekämpft, was im ersten Augenblick nichts mit der Aufmerksamkeit der Eltern zu tun hat: Um den blauen Becher, oder um den Platz am Fenster, oder wer das größere Stück Kuchen bekommen hat zum Beispiel. Das liegt daran, dass uns Menschen unsere eigentlichen Bedürfnisse selten klar sind. Wir können eher erkennen, was wir uns wünschen und kämpfen dann darum, diesen Wunsch erfüllt zu bekommen. Wir übersehen dabei aber, dass der oberflächliche Wunsch das tiefergehende Bedürfnis verdeckt. Eine Mutter erzählte mir mal, ihre Kinder hätten einen erbitterten Streit gehabt, weil die Tochter fand, ihre Hälfte der Kiwi hätte zu wenig schwarze Kerne. Ein andere Mutter beschwerte sich seufzend bei mir, ihr großer Sohn sei in Tränen der Wut ausgebrochen, weil sein kleiner Bruder an diesem Tag eine Impfung bekam und er nicht. An der Absurdität dieser Beispiele sieht man schon, dass da etwas ganz anderes dahinter stecken muss. Und fast immer ist das, wie gesagt, das Bedürfnis nach der Aufmerksamkeit, Zeit und Liebe der Eltern.

Das Problem dabei ist, dass mit der Zeit auch "gefühlte Wahrheiten" eine Rolle dabei spielen, ob ein Kind denkt, es sei benachteiligt. Ein kleines Beispiel aus meiner eigenen Familie: Ich nehme meine große Tochter oft auf Reisen mit, weil sie im Alltag eher diejenige ist, die zurückstecken muss, wenn die Geschwister um meine Aufmerksamkeit buhlen. Ich versuche das also mit Exklusivzeit auszugleichen. Auf einer dieser Reisen bekam sie von dem Veranstalter drei Plüschtiere geschenkt. Ein riesiges und zwei kleine. Und ich habe mich schwer zusammengerissen, ihr nicht vorzuschlagen, sie möge die beiden kleinen Kuscheltiere zuhause an ihre Geschwister verschenken. Ich wusste, ich durfte mich nicht einmischen. Also habe ich nichts gesagt. Sie hat die Kuscheltiere auch zunächst für sich behalten. Erst ein paar Wochen später, in einem Moment, in dem sie vor Liebe überschäumte, schenkte sie eines ihrem kleinsten Bruder und eins ihrer Schwester. Als wir beide nun wieder unterwegs waren, erinnerte sie sich an die Situation jedoch anders. Sie meinte, ich hätte ihr damals gesagt, sie solle die beiden Kuscheltiere teilen, so wie sie "immer alles teilen muss". Ihre gefühlte Wahrheit hat also in ihrer Erinnerung den echten Vorgang verdrängt. Das ist ein Problem! Denn dann kommt zu der echten Benachteiligung auch noch eingebildete Benachteiligung und alles wirkt viel, viel schlimmer, als es ist. Sie hat durchaus recht damit, dass ich sie oft bitte, zu teilen, weil ich das Geschrei der Kleinen schlecht aushalte. Ich möchte gern Ruhe und nicht schon wieder ein weinendes Kind begleiten. Aber bei den Kuscheltieren war das, wie gesagt, anders gewesen. Als wir nun darüber sprachen, fiel mir auf, wie sich stark gefühlte Wahrheiten auf das Geschwisterverhältnis und auch auf das Gefühl des Geliebtwerdens auswirken kann. Man muss als Eltern also sehr darauf achten, ob ein Kind "immer muss ich..." oder "nie darf ich..." sagt, denn das kann auf gefühlte Wahrheiten hinweisen. Tatsächlich ist es so, dass man seinen Kindern im Hinblick auf die Geschwister nicht zu viel abverlangen sollte. In meinem Fall heißt das: Meiner Großen nicht so oft zu sagen, sie soll zurückstecken, damit ich mich nicht mit einem weinenden Geschwisterkind auseinandersetzen muss. Sie sollte die Chance haben, selbst zu entscheiden, ob sie sich in dem Moment egoistisch oder sozial verhalten möchte. Erzwungene Rücksichtnahme bringt ja einen Menschen nicht dazu, wirklich rücksichtsvoll zu werden.

Moment - wir sollen einfach dabei zusehen, wenn unsere Kinder sich egoistisch verhalten? Aber es ist doch unsere Aufgabe als Eltern, ihnen zu zeigen, was richtig und was falsch ist. (Gibt es Gründe, warum Streit wichtig sein kann?)


Nun, es ist unsere Aufgabe, ihnen beizubringen, was in unserer Gesellschaft sozial anerkannt ist, das stimmt. Es ist jedoch nicht unsere Aufgabe, ihnen die Entscheidung abzunehmen, sich sozial oder asozial zu benehmen. Sie müssen schon selbst rausfinden, was passiert, wenn sie sich z. B. wie ein Arschloch aufführen. Erst etwa um den vierten Geburtstag herum lernen Kinder, die Sicht eines anderen einzunehmen und sich auch in ihn einzufühlen. Das ist ein kognitiver Meilenstein und nur, wenn diese neuronalen Voraussetzungen geschaffen sind, können Kinder Vermutungen über die Gefühle, Bedürfnisse, Ideen, Absichten, Erwartungen und Meinungen von anderen aufstellen. Die Voraussetzungen für soziales Verhalten sind also gelegt. Es ist demnach nicht verwunderlich, dass Kinder ab diesem Alter anfangen, mit anderen zu diskutieren, zu verhandeln, sie zu bestechen oder zu überreden und natürlich auch mit ihnen zu streiten. Das Alter von etwa 5 bis etwa 10 ist quasi die natürliche Spielwiese, um soziales Miteinander einzuüben und herauszufinden, wer und wie man als Mensch sein will. Demnach ist das Streiten zwischen Geschwistern bzw. auch unter Freunden ein ganz wichtiger Entwicklungsschritt, den wir nicht unterbrechen sollten. Wir sollten unsere Kinder nicht vom Streiten abhalten. Wir sollten ihnen aber helfend zur Seite stehen, um eine positive Streitkultur zu entwickeln. Weder sollten unsere Kinder nach dem Darwinschen Leitsatz "Der Stärkere setzt sich durch" leben, noch unbedingt "Der Klügere gibt nach" verinnerlichen. Eine Balance zwischen Durchsetzen und Nachgeben zu erlernen ist wichtig, und dabei können und sollten Eltern ihre Kinder unterstützen.

Oft reagiert man als Elternteil mit lauter Stimme, man fühlt sich gestört oder ist genervt. Wie greife ich als Elternteil ein, wenn sich Geschwister zoffen? Geht es nicht oft nur darum, einen Schuldigen zu benennen?


Die Antwort auf diese Frage könnte ein ganzes Buch füllen - und wird sie auch, denn wir schreiben ja gerade an einem Geschwisterbuch. Ich kann aber versuchen, einen kleinen Einblick zu geben in das komplexe Thema. Zunächst einmal: Nein, es geht nicht darum, dass Eltern den Schuldigen herausfinden. Den Schiedsrichter zu spielen ist eine schlechte Idee. Denn oft ist der wahre Ursprung des Streites nicht mehr herauszufinden und wenn man dann dem einen Recht gibt, ist der andere sauer, fühlt sich weniger geliebt oder ungerecht behandelt. Das führt auf Dauer zu Unmut. Sowohl dem Geschwisterkind, als auch den Eltern gegenüber. Es ist nicht unsere Aufgabe, die Streits der Kinder zu lösen. Unsere Aufgabe ist höchstens, sie zu begleiten. Ich sagte ja schon, dass das Alter zwischen 5 und 10 Jahren wichtig ist, um Streiten zu lernen. Insofern ist es wichtig, Streit unter Geschwistern zuzulassen. So können alle Kinder ihre egoistischen Interessen bis zu einem gewissen Grad durchzusetzen versuchen. Sie müssen dann aber eben auch erleben dürfen, was das mit dem anderen macht. Dass der Bruder oder die Schwester vielleicht anfängt zu weinen oder wütend zu werden, wenn ich alle Gummibärchen für mich behalte, ist ja eine immens wichtige Richtschnur für eigenes Verhalten. Und dieser schmale Grad muss für zukünftige Konflikte im Gehirn als Referenzsituationen abgespeichert werden können. Es ist völlig unnötig, sich als Erwachsene da einmischen und das gummibärchen-hortende Kind für seinen Egoismus zu schelten. Das würde den Lerneffekt eher zunichte machen, weil dann die natürliche Scham, das Geschwisterkind zum Weinen gebracht zu haben, übertüncht würde durch die Kränkung, ausgeschimpft worden zu sein. Diese Kränkung kann dem Geschwisterkind zur Last gelegt werden - wenn es nicht um Gummibärchen gebettelt hätte, wären die Eltern schließlich nicht sauer geworden. Mischen wir uns dagegen nicht ein, entsteht ein eher natürlicher Prozess: Das Kind erlebt die Folgen seines Handelns. Wenn es Gummibärchen nicht abgibt, kann es sein, dass der andere traurig wird. Das auszuhalten ist schwer. Deshalb wird es beim nächsten Mal ganz sicher zumindest eine Handvoll Gummibärchen teilen.

Gar nicht einzugreifen ist aber nicht in allen Fällen gut. Negatives Streiten in Form von unzulässiger Gewalt oder degradierenden Aussagen sollte nicht durch Ignorieren normalisiert oder unterstützt werden. Da muss von den Erwachsenen, die die Normen unserer Gesellschaft schon kennen, ganz klar gemacht werden, dass das Kind eine Grenze überschritten hat, die es nicht überschreiten darf. Das muss jedoch nicht schimpfend und zeternd sein. Oft ist das echte geschockte Lufteinziehen der Eltern und ihr entsetzter Gesichtsausdruck schon Rückmeldung genug. Und dann kann man hinterher mit ruhiger Stimme erklären, was an der Aktion des Sprösslings nicht gesellschaftskonform war.

Apropos gesellschaftskonform: Kleinkinder streiten oft handgreiflich. Da wird dem Zwillingsbruder schon mal die Buddelschippe über den Kopf gezogen oder die Schwester gekniffen. Da die neuronalen Bahnen in ihrer Kontrollschleife im Gehirn noch nicht angelegt sind, können sie in dem Alter den Impuls, zuzuhauen, nicht unterdrücken. Man kann also so viel erklären oder schimpfen wie man will, beim nächsten Ärger werden sie trotzdem wieder zuhauen. Weil sie gar nicht anders können. Beim Eingreifen in Streits müssen Erwachsene also auch immer wieder das emotional-soziale Alter der Kinder im Auge behalten und eben ihre Reaktion darauf abstimmen. Ein Einjähriges, das beißt, um den Baustein vom Bruder zu bekommen, kann im Prinzip nur seinem Impuls folgen und Aufgabe der Eltern wäre da, ihm zuvor zu kommen und ihn vom Beißen abzuhalten. Ein Zehnjähriger, der beißt, hat ganz andere neuronale Voraussetzungen und sollte seine Impulse schon so weit unter Kontrolle haben, um eben nicht zuzubeißen. Passiert es doch, wäre Aufgabe der Eltern, mit ihm zu erkunden, welche Wutsignale seines Körpers er gespürt hat und wie diese ihm helfen können, das nächste Mal aus der Situation zu gehen, bevor er zubeißt. Das ist sehr viel mehr wert, als Schimpfen und Bestrafen.

Geschwister streiten sich


Was kann ich als Elternteil tun, wenn die Geschwister gar nicht miteinander auskommen?


Es ist eigentlich von der Natur so vorgesehen, dass Kinder, die mehrere Jahre zusammenleben, eine Bindung zueinander aufbauen, also sich gewissermaßen lieben lernen. Diese Kinder müssen nicht genetisch verwandt sein - es reicht, dass sie von den gleichen Eltern versorgt werden. Dann sehen sie sich als Geschwister an, Gene hin oder her. Nun gibt es ja unzweifelhaft trotzdem sehr viele Geschwister, die nicht miteinander auskommen oder sich gar hassen. In den allermeisten Fällen ist das zurückzuführen auf eine nicht aufgelöste nachgeburtliche Geschwisterkrise. Diese Krise - auch Enttrohnungsphase genannt - tritt etwa im ersten Jahr nach Geburt eines Geschwisterkindes auf. Ganz kritisch sind dabei meist die ersten drei Monate, aber auch die restliche Zeit ist schwierig. Das erstgeborene Kind hat oft extremen Liebeskummer, wenn ein neues Baby geboren wird. In seinen Augen betrügen seine Eltern es gerade mit dem neuen Erdenbürger. Es hat das Gefühl, nicht zu genügen und nicht mehr so geliebt zu werden, wie vorher. Oft muss es zurückstecken, weil es "doch schon groß" ist. Die Erstgeborenen reagieren dann ganz unterschiedlich. Viele werden aggressiv, manche werden selbst wieder zum Baby, andere ziehen sich zurück und verhalten sich so unauffällig, wie möglich. Wenn die Eltern auf das Verhalten ihres großen Kindes falsch reagieren - wenn sie das aggressive Kind z. B. schimpfen und bestrafen oder das regressive Kind auffordern sich nicht so babyhaft zu benehmen - dann verfestigt sich das Gefühl des Ungeliebtseins und des Weggestoßen-Werdens beim ältesten Geschwister. Es schaut eifersüchtig und neidisch auf das Nachgeborene, welches liebevoll umsorgt wird. Die eigene Verletztheit, das Gefühl der Wertlosigkeit und der scheinbare Verlust der Liebe werden dann natürlich dem kleinen Bruder oder der kleinen Schwester vorgeworfen. Er bzw. sie ist Schuld an der Misere. Der Grundstein für eine möglicherweise lebenslange Antipathie - manchmal sogar für Hass - ist gelegt. Ich kann gar nicht genug betonen, wie wichtig es also ist, das ältere Kind in der nachgeburtlichen Geschwisterkrise aufzufangen. Egal, wie gemein es sich gebärdet, Eltern sollten immer im Hinterkopf behalten: Diesem Kind wurde gerade das Herz gebrochen und es hat jedes Recht der Welt, wütend zu sein. Die Eltern müssen diese Wut auffangen und dem Kind das Gefühl geben, weiterhin so geliebt zu sein, wie vorher. Sie müssen es unbedingt lieb haben und sich nicht abwenden, weil es sich in ihren Augen falsch verhält. Das ist anstrengend, aber machbar. Und selbst, wenn die Geburt des Geschwisterkindes schon mehrere Jahre zurückliegt und die Kinder sich seitdem ständig in den Haaren hängen, ist es immer noch möglich, die Krise aufzulösen. Das ist natürlich umso schwerer, je älter die Kinder sind, aber zu spät ist es nie. Manchmal bedarf es allerdings professioneller Hilfe.

Kann ich das Verhältnis meiner Kinder positiv beeinflussen? 


Neben dem eminenten Punkt, das ältere Kind in der nachgeburtliche Geschwisterkrise liebevoll zu begleiten, ist es wichtig, den Aufbau einer festen Bindung zwischen den Geschwistern zu unterstützen. Meist ist den Eltern gar nicht bewusst, dass das ein Punkt ist, auf den sie achten sollten. Ihnen ist zwar klar, dass sie selbst eine feste Bindung zum Neugeborenen aufbauen müssen - und oft wissen sie sogar sehr gut, wie das geht. Aber dass auch die Bindung zwischen den Kindern unterstützt werden muss, ist vielen Eltern nicht klar. Schon gar nicht wissen sie, wie das geht. Zwischen Kindern entwickelt sich Bindung vor allem durch Körperkontakt und durch Spielen. Die Erstgeborenen wollen ihr Geschwisterkind sehr oft berühren, meist in den unmöglichsten Situationen, z. B. wenn es schläft. Oder sie fassen es unsanft an, wollen es herumtragen, pieken ihm in die Augen etc. Die Eltern sehen das natürlich nicht so gern. Sie haben oft Angst um das Kleine und der Beschützerinstinkt wird stark getriggert, wenn das Baby zu rabiat angepackt wird. Letzten Endes sind das aber alles Versuche des großen Geschwisterkindes, Nähe und Bindung aufzubauen. Man muss ihm viele Gelegenheiten bieten, mit dem Baby zu kuscheln, es zu streicheln usw. Man muss ihm, gerade, wenn das Erstgeborene selbst noch sehr klein ist, zeigen, was sich für das Baby schön anfühlt und wie es es berühren darf. So wird das natürliche Bedürfnis in gute Bahnen gelenkt.

Positiv beeinflussen kann man das Geschwisterverhältnis auch, indem man von Hierarchien Abstand nimmt. Eigentlich sind wir es von früher gewohnt, dass das älteste Geschwisterkind die meisten Rechte, aber auch die meisten Pflichten hat. Zu den Pflichten gehörte oft auch, auf die Geschwister aufzupassen, wenn die Eltern nicht da sind. Heute wissen wir, dass diese Art von Hierarchie eher zu Stress zwischen den Kindern führt. Die Großen finden es verständlicherweise ätzend, immer die Verantwortung zu haben und darauf achten zu müssen, dass den Kleinen nichts passiert. Sie können nicht das tun, was sie wollen, also z. B. frei mit ihren Freunden rumrennen, weil da immer ein Geschwisterkind am Rockzipfel hängt. Die Kleinen wiederum mögen es nicht, vom Ältesten herumkommandiert zu werden. Der menschliche Charakter stemmt sich mit aller Kraft dagegen, beherrscht zu werden, das ist bei Erwachsenen und Kindern gleich. Auch wir Erwachsenen finden es unangenehm, gehorchen zu müssen. So geht es Kindern auch. Sie würden normalerweise ihr älteres Geschwisterkind als natürliche Autorität anerkennen, aber nicht, wenn sie nicht die freie Wahl haben. Wenn sie von den Eltern aufgezwungen bekommen, auf den älteren Bruder oder die ältere Schwester hören zu müssen, werden sie sich nur zähneknirschend fügen und jede Gelegenheit nutzen, es ihm oder ihr schwer zu machen. Günstiger ist eine Familienform, in der jedes Mitglied das Recht hat, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen - also unabhängig vom Alter eigene Entscheidungen zu treffen. Die kleineren Geschwister sind nicht gezwungen, auf das größere zu hören, können sich aber freiwillig dafür entscheiden (und tun es meist auch). Die Größeren sind nicht gezwungen, auf die Kleineren aufzupassen, können das aber freiwillig übernehmen. Für die Eltern ist diese Art des Zusammenlebens ein bisschen anstrengender, weil sie das Nein eines Kindes - z.B. das Nein des Größeren, den kleinen Bruder mit zum Eisladen zu nehmen - akzeptieren müssen. Und dann müssen sie eben überlegen, wie es anders gehen könnte: Gehen sie dann selbst mit dem Kleinen? Kann der Kleine schon allein gehen? Kann der Kleine ein bisschen abwarten und sie gehen später mit ihm? Auf der anderen Seite macht es das für Eltern aber auch leichter, weil so nämlich das ständige Gemaule und Gestreite der Geschwister wegfällt. Wer nicht zu Nähe gezwungen wird, kann entspannter beieinander sein.

Großer Bruder passt auf den kleinen Bruder auf


Wie kann ich das Geschwisterverhältnis stärken?


Ich hatte gerade schon das gemeinsame Spielen erwähnt, das eine gute Bindung zwischen Geschwisterkindern stärkt. Normalerweise beginnen Kinder sofort mit Spielen, wenn sie von Erwachsenen in Ruhe gelassen werden. Manchmal unterscheiden sich aber die Spieltypen der Geschwister sehr, was es schwierig machen kann, ihre Interessen unter einen Hut zu bekommen. Es gibt ja z. B. Kinder, die eher am Aufbauen von Dingen interessiert sind, diese spielen dann beispielsweise gern mit Lego. Es gibt die Kinder, die gern mit kleinen Figuren und Tieren ganze Welten entstehen lassen, die Püppchen Dialoge sprechen lassen etc. Es gibt solche, die gern draußen klettern und toben und im Matsch wühlen. Und solche, die gern mit einer Freundin sprechen und eher in der Fantasie spielen: "Und ich bin die Königin und war sehr schön und du bist das Einhorn und ich finde dich verletzt im Wald, gut? - "Ja, ich lag dort, weil ich meinen Fuß in einer Schlinge verfangen hatte..." Hat man nun sehr unterschiedliche Kinder, kann das gemeinsame Spielen vielleicht nicht so leicht in den Gang kommen. Sie müssen sich dann sehr aufeinander einstellen und Brücken bauen zwischen ihren Spielwelten. Sind sich die Geschwister im Allgemeinen wohlgesonnen, klappt das aber oft. Ich rate Eltern, dieses gemeinsame Spiel unbedingt zu unterstützen, auch wenn es in ungünstigen Momenten auftaucht. Meine Kinder z. B. spielen am harmonischsten abends um 20 Uhr. Keine Ahnung, warum das so ist, aber kurz vor der Schlafenszeit sind alle drei meist ganz wunderbar zusammen im Flow und es ist eine Freude, ihnen zuzuschauen. Solches Spiel unterbreche ich nicht, auch, wenn ich eigentlich denke, sie sollten ins Bett oder wenn mein aufgeräumtes Wohnzimmer wieder unordentlich wird, weil sie Purzelbäume auf den auf den Boden gelegten Sofakissen machen. Mir ist in dem Moment wichtiger, dass sie gemeinsame entspannte, freundschaftliche Situationen erleben, denn diese stärken das Geschwisterverhältnis und wirken sich auf die Harmonie der gesamten Familie aus.

Oder haben Eltern eine unrealistische Vorstellung vom Zusammenleben der Geschwister?


Es ist ein interessantes Phänomen, dass Eltern auf der einen Seite eine sehr romantisierende Sicht auf Geschwisterschaft haben, auf der anderen Seite aber ungute Geschwisterbeziehungen fatalistisch als "Ist halt so-" annehmen. Das heißt, in den Wünschen und Fantasien der Eltern kommen Geschwisterkinder super miteinander klar, spielen lieb miteinander, halten zusammen wie Pech und Schwefel und beschützen sich gegenseitig. Wenn aber die Realität anders aussieht, also der Bruder beispielsweise die Schwester terrorisiert oder sich zwei Geschwister immer wieder gegen ein drittes zusammenschließen, dann winken Eltern oft ab und begründen das mit "So sind Geschwister halt!" Tatsächlich schreiten Eltern bei echtem Mobbing unter Geschwistern oft viel später und viel weniger intensiv ein, als bei Mobbing in der Schule!

Eine normale Geschwisterbeziehung ist eine akzeptierende. Die Brüder und Schwerstern haben eine Daseinsberechtigung und werden nicht bekämpft. Ob sich Freundschaft, Liebe oder Bindung entwickelt, hängt vielleicht auch vom Charakter der Kinder ab, aber als Eltern kann man zumindest beeinflussen, dass sie sich nicht hassen lernen. Dazu gehört, ihnen Abstand voneinander zu gewähren und darauf zu achten, dass die Grundbedürfnisse aller Kinder ausreichend befriedigt sind, und dazu gehört auch, eine positive Streitkultur vorzuleben.

Schwester kuschelt mit Baby


Die kleine Schwester provoziert den großen Bruder, der sie wiederum haut. Was ist, wenn sie sich gegenseitig mit Absicht provozieren? (Opfer-Täter-Frage = beide fühlen sich als Opfer) 


Meine Gegenfrage wäre erst einmal: Wie "provoziert" die Schwester denn den Bruder? Sehr oft ist es gerade bei sehr kleinen Kindern so, dass sie etwas tun - Schubsen z. B. - weil sie es noch nicht schaffen, ihre Wünsche anders auszudrücken. In dem Fall des Schubsens könnte der Wunsch sein, dass der Bruder mit ihr Fangen spielt. Es war also eigentlich eine freundlich gemeinte Aufforderung, die anders vom Bruder anders interpretiert wurde, nämlich feindselig. Deshalb haut er zurück. Und nun sind beide sauer - sie, weil sie doch eigentlich spielen wollte und nun Schmerzen hat, er, weil er aus heiterem Himmel geschubst wurde. Solche Fehlkommunikation ist nicht selten. Das passiert auch unter Erwachsenen. Wir kennen das durch das Vier-Ohren-Modell von Schultz von Thun. So etwas zu erkennen und dann mit den Kindern zu klären ist die ganz hohe Schule von Elternschaft. Aber wenn man sich die Mühe macht, merkt man, wie oft Geschwisterstreit eigentlich auf einem Missverständnis beruht. Mein Rat ist daher - gerade bei sehr kleinen Kindern: Gehen Sie immer vom bestmöglichen, unschuldigsten Motiv für eine Handlung aus. 

Was ist, wenn immer das gleiche Kind mit dem Streiten anfängt?


Das ist wunderbar, dann wissen Sie nämlich gleich, welches Ihrer Kinder am meisten Ihrer Aufmerksamkeit und Liebe bedarf. Wenden Sie sich diesem Kind liebevoll zu, gönnen Sie ihm oder ihr Exklusivzeit mit Ihnen. Lesen Sie ihm vor, backen Sie mit ihm, spielen Sie eine Runde Fußball. Vielleicht denken Sie jetzt, dass Sie damit doch sein schlechtes Verhalten unterstützen, aber diese These ist schon lange widerlegt. Mittlerweile sind sich die Pädagogen und Erziehungswissenschaftler einig: "Schlechtes" Verhalten ist begründet in nicht befriedigten Grundbedürfnissen. Wendet man sich dem Kind zu, und erfüllt seine Bedürfnisse nach Liebe, Aufmerksamkeit und Verstandensein, verschwindet das "schlechte" Verhalten von ganz allein.

Wie lässt sich Streit vermeiden? Ist das überhaupt sinnvoll? 


Es ist nicht sinnvoll, Streit zu vermeiden. Erstens, weil unsere Kinder ja streiten lernen wollen und sollen. Und zweitens, weil sich Emotionen selten einfach umlenken lassen. Nehmen wir an, unsere Kinder streiten sich laut und sind kurz davor, sich zu hauen. Wir schreiten ein, weil wir keine Handgreiflichkeiten wollen und wir müde von der Arbeit sind und uns Harmonie wünschen. Wir zwingen die Kinder also Kraft unserer Autorität, sich aus dem Weg zu gehen, am besten in unterschiedliche Zimmer. Ist der Streit dann vorbei? Eher nicht. Es ist zwar für den Moment leise, so, wie wir das wollten, aber der Konflikt schwelt jetzt im Verborgenen weiter und flammt an anderer Stelle wieder auf. Meistens sogar mit stärkerer Wucht. Lassen wir den originalen Konflikt dagegen laufen, kann es sein, dass sich die Kinder kurz und heftig in die Haare bekommen. Dass es laut wird, und jemand weint. Aber danach ist die Sache auch bereinigt. Danach können sie sich wieder annähern und oft finden sie nach so einem großen Knall überraschend schnell wieder zusammen. Aber beobachten muss man so einen Streit als Eltern schon. Es sollte nicht immer einseitig ausgehen, mit einem Sieger und einem Verlierer. Dann ist mehr Begleitung notwendig.

Sind Kinder, die sich reibungslos verstehen, "verdächtig"?


Überhaupt nicht. Sie sind nur, wie durchschlafende Babys, eher selten.

Passen Streit unter Geschwistern und ein harmonisches Familienleben zusammen?


Na klar passt das zusammen. Man kann sich ja auch mit seinem Partner oder der Partnerin streiten, und trotzdem ein harmonisches Paar sein. Streit ist doch nicht per se etwas Schlechtes. Streit hat viele gute Seiten! Es kommt nur darauf an, wie man streitet. Destruktiver Streit kann eine Beziehung zerstören - auch eine Geschwisterbeziehung - konstruktiver Streit bereichert die einzelnen Persönlichkeiten. Unser Job als Eltern ist also nicht, Streit zwischen Geschwistern zu vermeiden. Unser Job ist, ihnen beizubringen, ihre Meinung zu sagen, oder ihre Wünsche und Bedürfnisse auszudrücken, ohne den anderen klein zu machen oder zu beleidigen.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen Altersunterschied und Konfliktpotenzial? Gibt es Unterschiede zwischen gleich- und gemischtgeschlechtlichen Geschwistern?


Es gibt etliche Untersuchungen, die einen solchen Zusammenhang bestätigen. Ein geringer Altersabstand, also von weniger als zwei Jahren, bedeutet meist ein größeres Konfliktpotential: Die Kinder streiten fast ununterbrochen, sind aber auch emotional sehr eng verbunden und spielen meist auch viel miteinander. Sind sie mehr als 5 Jahre auseinander, streiten sie eher selten, sind sich aber auch emotional nicht mehr so nah und finden selten zusammen ins Spiel. Gleichgeschlechtliche Geschwister streiten mehr, weil sie in größerer Konkurrenz zueinander stehen. Gemischtgeschlechtliche Geschwister streiten weniger, weil es ihnen leichter fällt, Nischen zu finden, in denen sie brillieren können und die von ihrem Geschwister nicht besetzt werden können. Ich finde solche Untersuchungen zwar interessant, aber ich denke, sie helfen den Eltern nicht wirklich weiter. Vielleicht kann man den Altersabstand der Kinder etwas beeinflussen, aber meist beschäftigt man sich mit dem Thema ja erst, wenn die Kinder schon da sind und der Altersabstand und das Geschlecht schon fest stehen. Mir ist eher wichtig, dass Eltern ihre Kinder ganz individuell betrachten. Spannender, als die Frage, wie gut oder schlecht andere Kinder mit dem selben Altersabstand miteinander zurecht kommen, ist doch vielmehr, was meine eigenen Kinder aus dieser Situation machen. Vielleicht passen Sie ja vom Charakter her wunderbar zusammen und streiten sich nie, obwohl die Statistik sagt, sie müssten? Gute Eltern lassen ihren Kinder keine Etiketten aufdrücken: Die Großen sind eben nicht immer die Vernünftigen, die Mittelkinder nicht immer die Störer und die Kleinsten nicht immer die Kreativen. Betrachtet man seine Kinder als Individuen, ist schon viel gewonnen - dann hat man nämlich ihre echten Bedürfnisse im Blick und kann diese gut beantworten. Was bringt es einem Kind langfristig, Geschwister zu haben? Welche Kompetenzen eignen sich Geschwister an, die Einzelkindern womöglich fehlen?

Drei Brüder streiten sich


Es wird immer davon gesprochen, dass es wichtig für das soziale Lernen ist, Geschwister zu haben. Dass Geschwisterkinder eher Rücksichtnahme, Teilen und Freundlichkeit lernen als Einzelkinder. Dieser Ansicht bin ich nicht. Soziales Lernen passiert viel eher mit Freunden. Denn bei einer Freundin oder einem Freund kann man sich nicht leisten, ungebremst Wut oder gemeine Worte herauszulassen, ohne Gefahr zu laufen, dass die Freundschaft daran zerbricht. Um Freunde zu bleiben, müssen sich beide Parteien ein Stück weit zurücknehmen, die Wünsche des anderen anhören und einen Konsens finden. Man muss also wertschätzend miteinander umgehen. Unter Geschwistern ist asoziales Verhalten durchaus möglich - daran zerbricht vielleicht die Freundschaft der Beteiligten, aber niemals endet ihr Geschwisterdasein. Egal, wie krass man sich verhält, die Schwester bleibt immer die Schwester, der Bruder immer der Bruder.

Sind Geschwister also eher dazu da, im Sicherheitsmodus der Verwandtschaft Grenzen eines anderen zu übertreten, um herauszufinden, wie weit "zu weit gegangen" bedeutet? 


Wie ich vorhin schon kurz erwähnte, braucht das menschliche Gehirn Referenzsituationen, um Impulse sozial angemessen steuern zu lernen. Haut ein kleines Kind ein anderes und dieses fängt daraufhin an zu weinen, wird das im Gehirn des Täters abgespeichert. Diese Referenzen helfen der Impulskontrolle später, in Sekundenschnelle zu entscheiden, ob ein Wutimpuls mäßigend herabgesteuert werden oder ausgeführt werden soll. Eifersucht und Wutgefühle ertragen zu lernen und den Impuls zu unterdrücken, den anderen, der einen stört, zu vernichten, ist sehr wichtig und muss Teil der Kindheit sein. Geschwister helfen dabei, doch auch mit Freunden kann man das erlernen.

Also überlegen wir weiter, ob es einen Vorteil hat, Geschwister zu haben. Geschwisterkinder sind oft sehr unterschiedlich. Darin liegt eine ein evolutionärer Sinn verborgen. Eine Familie hatte in der Vergangenheit eher eine Überlebenschance, wenn alle unterschiedliche Talente, Vorlieben und Charaktere aufwiesen. Denn in einer Krise muss es einen Anführer geben, zur Lösungsfindung braucht es einen kreativen Kopf und oft wird handwerkliches Geschick benötigt. Und sicher ist es nicht schlecht, jemanden dabei zu haben, der mit seiner unerschütterlichen Zuversicht allen Mut gibt. In Familien suchen sich Kinder sehr oft Nischen, die sie besetzen, um nicht in Konkurrenz miteinander stehen zu müssen. Helfen Geschwister also dabei, unsere Vorlieben, unsere Geschmäcker, unsere Individualität zu entwickeln und voneinander abzugrenzen? Bestimmt. Aber auch das funktioniert in einem Freundeskreis.

Und doch ist das Scheidungsrisiko bei zwei miteinander verheirateten Einzelkindern um 11% höher als bei Geschwisterkindern. Woran mag das liegen?


Ich würde sagen, was einen Geschwister lehren ist, dass andere Macken und Gewohnheiten haben. Da man mit diesen Macken und Gewohnheiten aufwächst und das menschliche Gehirn alles, was man täglich sieht als "normal" abspeichert, lernt man so schon früh, andere einfach zu nehmen, wie sie sind. Je mehr Geschwister man hat, desto breiter die Varietät der Macken und desto höher die eigene Toleranzgrenze für individuelles Verhalten. Von einer Freundin, die bei jeder Kleinigkeit in Tränen ausbricht, kann man sich genervt abwenden und die Freundschaft beenden. Bei einer Schwester geht das nicht. Man bleibt mit ihr unter einem Dach leben. Es ist - zumindest in Kindertagen - eine Zwangsgemeinschaft und man muss lernen, sich zu arrangieren. Gelernt zu haben, einen anderen zu nehmen, wie er ist, ohne ihn oder sie ändern zu wollen, kann im Leben ein unschätzbarer Vorteil sein. Es ist nah dran an dem "bedingungslosen Lieben", welches wir uns in der Beziehung zu unseren Partnern und unseren Kindern wünschen. Es ist also eigentlich nicht Gott, der uns die Gelassenheit gibt, Dinge hinzunehmen, die wir nicht ändern können; und er gibt uns auch nicht den Mut, Dinge zu ändern, die wir ändern können, oder die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden. Unsere Geschwister lehren uns das.

© Snowqueen

Kommentare:

  1. Liebe Snowqueen!
    Vielen Dank für den tollen Artikel. Ich bin schon gespannt auf euer Buch darüber. Das Thema ist unheimlich präsent und wichtig für mich und ich habe mich gefreut, dass wir hier vieles schon richtig machen. Nicht zuletzt, weil ich eure anderen Artikel schon früher "inhaliert" habe!!

    Ich finde nochmal wichtig zu erwähnen, dass die eigenen Streitkultur unheimlich wichtig ist. Ich habe mal ein Buch über ein Urvolk gelesen und dort streiten die Kinder kaum. Das liegt in meinen Augen daran, weil die Eltern, bzw. das ganze Umfeld als oberstes Ziel den Frieden hatte und ihn auch wirklich leben konnte (nicht nur davon sprechen). Das heisst, wir haben in unserer Kultur oft noch gewaltvolle (psychisch) Strategien, gehen oft nicht friedvoll und freilassend miteinander um und regen uns am Schluss auf, dass unsere Kinder streiten!

    Danke für eure unheimlich wertvollen Tips!
    liebe Grüße
    Susanne

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  2. Liebe Snowqueen.

    Vielen lieben Dank für diesen Artikel er kommt wie gerufen für mich da mich das Thema im Moment sehr beschäftigt. Meine Jungs sind 2 und 4 Jahre alt und sie bringen mich echt an meine Grenzen. Gefühlt den ganzen Tag weint einer der beiden oder schreit/kreischt das ist wirklich schwer zu ertragen...
    Und ja liebe Susanne ich glaube da ist schon was dran auch wir müssen uns in Sachen Streitkultur verbessern, denn Kinder sind oft ja auch ein Spiegel für uns..


    Liebe Snowqueen ihr schreibt an einem Buch, wann wird dieses erscheinen?

    Liebe Grüsse
    Melanie

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  3. Mich würde interessieren, woher dieses Studienergebis der Scheidungsrate von geschwisterlosen vs geschwisterreichen Ehepaaren kommt & ob du da vlt weitere Quellen hast - mich würde der Zusammenhang von kinderreichen Familien und arrangierten Ehen interessieren... danke schonmal :)

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  4. Allein heute Morgen habe ich in einer Stunde schon alles falsch gemacht, was man nur falsch machen kann. Darüber bin ich mir schon länger bewusst, dass wir Erwachsenen viel zur Streitkultur der Kinder beitragen. Bis jetzt habe ich es noch nicht geschafft, immer so zu reagieren wie ich möchte. Immer wird es wahrscheinlich auch nie funktionieren, aber ich hoffe doch bald die Mehrheit der Situationen liebevoll begleiten zu können und meine Kinder damit für ihre Zukunft zu stärken.

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  5. Hallo Snowqueen,
    vielen Dank für den interessanten Artikel und auch alle anderen Texte auf eurer Seite - ich habe schon fast alles gelesen :)
    Ich habe eine Tochter, 5 Jahre und einen Sohn,2 Jahre. Für meine Tochter war die Entthronung mit der Geburt des Brüderchens sehr einschneidend, und sie hat damit immer noch zu kämpfen. Mein Sohn ist eigentlich recht relaxed.
    Zu den folgenden Situationen würde mich deine Meinung interessieren: Meine Tochter möchte ihren Bruder zu 99 % nicht mit ihren Sachen spielen lassen, aber nimmt ganz selbstverständlich seine Sachen. Er hat da meist nix dagegen, aber ich finde das nicht richtig. Es sollten doch beide teilen (zumindest Sachen die nicht kaputt gehen können). Habe ihr das schon oft erklärt,aber da komme ich nicht weiter. Wie würdest du damit umgehen? Kann sie das noch nicht verstehen oder will sie nicht? Ich habe mich schon manchmal verleiten lassen, zu sagen, dass sie seine Sachen auch nicht nehmen darf, wenn sie ihre Sachen auch nicht gibt. Dann lenkt sie ein. Aber so habe ich kein gutes Gefühl, zum einen hat mein Sohn ja nix dagegen und sie soll ja auch freiwillig teilen, irgendwie von Herzen und nicht unter Zwang.

    Sie sagt auch fast täglich, dass sie möchte, dass ihr Bruder tot ist. Es macht mich traurig, aber ich versuche dann so darauf zhu reagieren, wie ihr das mal in einem ARtikel zum selben Thema beschrieben habt.

    Mein Sohn redet noch nicht viel, aber manchmal sagt meine Tochter er hätte dies oder jenes gesagt, aber das würde nicht stimmen und dann fängt sie zu streiten an oder sie sagt ihm in einem fort, er wäre ein Baby oder ähnliches. Er ärgert sich nach einiger Zeit dann, ich glaube nicht wegen dem Baby, aber er merkt eben, dass sie provoziert... Wie kann ich damit am besten umgehen? Normal ist das ja wahrscheinlich, aber wie soll ich damit umgehen? Denn mich macht das manchmal ganz kirre und erklären hilft eben nciht. Natürlich streiten die zwei aber nicht immer, sondern sind auch oft ein Herz und eine Seele und spielen und lachen miteinander und die Große hilft dem kleinen...

    Über eine kurze Antwort würde ich mich freuen, vielenDank!!

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    1. Wenn sie ihre Spielsachen noch nicht abgeben will, dann nicht. Ich würde nur darauf bestehen, dass sie ihren Bruder FRAGT, ob sie seine Spielsachen haben darf, und auf sein aktives ja wartet, bis sie es nimmt. Das ist eine gute Grundlage für die Zukunft. Sagt er nein, darf sie es natürlich nicht nehmen.

      Zur Eifersucht: Sie ist noch sehr klein mit 5, und Eifersucht ist ein fürchterlicher Stachel. Ich denke, du witrst noch einige Gespräche mit ihr haben und es ist sehr wichtig, dass du das aktive Zuhören anwendest, und ihr nicht widersprichst oder sie belehrst, auch wenn sie in deinen Augen schlimme Dinge sagt. Diese Gespräche solltet ihr allerdings nur zu zweit haben, vielleicht, wenn ihr abends miteinander spazieren geht, oder so. Sie muss die ganzen giftigen Gedanken loswerden können.


      Viel Glück!

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  6. Wann ist das Geschwisterbuch im Handel, ich kaufe es sofort!!!
    Puh es ist echt nicht leicht gelassen zu reagieren, wenn der große Bruder (6Jahre) seine kleine Schwester (1 Jahr) zum weinen bringt. Es sind diese extremen Kontraste, einmal ist er unheimlich liebevoll, holt sogar ein Taschentuch um die laufende Nase zu putzen und im nächsten Moment schleudert er ihr ein Stofftier ins Gesicht sie weint und er lacht. Solche Situationen machen mich echt sauer zum einen weil sich die kleine Schwester noch gar nicht wehren kann und zum anderen weil er lacht obwohl er sie zum weinen gebracht hat.

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  7. Danke für den tollen Artikel, bei meinen zwei Mädels 3,5 Jahre kann ich den gerade gut gebrauchen. Meine zwei streiten sich im Minutentakt und provozieren momentan sehr stark. Kommt in eurem neuen Buch auch ein Kapitel über Zwillinge vor? Das wäre super! Danke

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