Dass Babys in den ersten Lebensmonaten viel Nähe beim Schlafen suchen und häufig aufwachen, ist zunächst einmal normal. Ihr Schlaf ist noch unreif und unterscheidet sich deutlich vom Schlaf Erwachsener. Sie wechseln häufiger zwischen verschiedenen Schlafstadien und reagieren dabei leichter auf Veränderungen in ihrer Umgebung.
Die Schlafphasen von Babys
Babys schlafen wie Erwachsene in Schlafzyklen, diese sind im Säuglingsalter jedoch kürzer und verändern sich im Laufe der Entwicklung. Besonders in den ersten Lebensmonaten wechseln Babys häufig zwischen aktiveren und ruhigeren Schlafphasen. Deshalb können sie nach vergleichsweise kurzer Zeit unruhig werden, Geräusche machen oder scheinbar kurz aufwachen, ohne dass ihre Schlafphase tatsächlich beendet sein muss.
Bei unseren Kindern ließ sich damals ein ziemlich deutliches Muster beobachten. Unser Sohn schlief tagsüber häufig ungefähr 40, 80 oder 120 Minuten am Stück. Bei unserer Tochter waren es eher etwa 50 Minuten. Man konnte zeitweise regelrecht die Uhr danach stellen. Solche persönlichen Muster gibt es tatsächlich, die genaue Länge der Schlafzyklen ist aber von Kind zu Kind unterschiedlich und verändert sich mit dem Alter.
Neugeborene können anders als Erwachsene direkt in einen aktiven Schlafzustand eintreten, der dem REM-Schlaf ähnelt. Dabei bewegen sie Arme und Beine, ihre Atmung kann unregelmäßiger sein und unter den geschlossenen Augenlidern sind manchmal Augenbewegungen zu erkennen. In ruhigeren Schlafphasen werden die Bewegungen weniger und die Atmung regelmäßiger.
Beim Übergang zwischen Schlafstadien werden Babys häufig kurz unruhig oder wacher. Manche schlafen danach von selbst weiter, andere brauchen Nähe, Stillen, einen Schnuller, Berührung oder andere vertraute Unterstützung, um wieder tiefer einzuschlafen. Dass ein Baby dabei Unterstützung sucht, bedeutet nicht, dass es etwas „falsch gelernt“ hat.
Mein Baby lässt sich nicht ablegen, was kann ich tun?
Viele Babys möchten in den ersten Lebensmonaten nicht allein einschlafen und lassen sich nur schwer ablegen. Das ist kein ungewöhnliches Verhalten und bedeutet auch nicht, dass Eltern ihrem Baby falsche Schlafgewohnheiten angewöhnt haben. Nähe, Körperkontakt, Stillen, Tragen oder Wiegen können Babys dabei helfen, sich zu beruhigen und in den Schlaf zu finden.
Manche Eltern möchten mit der Zeit erreichen, dass ihr Baby mit weniger Unterstützung einschlafen kann. Das kann sich schrittweise entwickeln. Eine Möglichkeit ist das sanfte Ablösen. Dabei wird eine vertraute Einschlafhilfe nicht abrupt entzogen, sondern nach und nach verändert. Es ist jedoch völlig normal, wenn Babys in den ersten Monaten und teilweise auch deutlich länger beim Einschlafen Unterstützung brauchen.
Nähe ist für Babys ein grundlegendes Bedürfnis. Sie fühlen sich häufig besonders wohl, wenn sie Körperkontakt haben, getragen oder gehalten werden. Dieses Grundbedürfnis zu erfüllen, ist kein Verwöhnen. Feinfühlige Reaktionen auf die Signale eines Babys unterstützen vielmehr die Entwicklung einer sicheren Bindung.
Beim Ablegen kann es helfen, zunächst abzuwarten, bis das Baby tiefer eingeschlafen ist. Manche Babys lassen sich nach einigen Minuten leichter ablegen als unmittelbar nach dem Einschlafen. Eine Garantie gibt es dafür jedoch nicht. Andere Babys reagieren auch dann sofort auf den Positionswechsel.
Hilfreich kann sein, das Baby langsam und mit möglichst wenig abrupten Bewegungen abzulegen und den Körperkontakt danach noch einen Moment aufrechtzuerhalten, zum Beispiel indem eine Hand zunächst ruhig auf seinem Körper liegen bleibt.
Für jeden unbeaufsichtigten Schlaf sollte das Baby auf dem Rücken auf einer festen, flachen und nicht geneigten Schlafunterlage liegen. Diese Empfehlung gilt unabhängig davon, auf welche Weise es eingeschlafen ist.
Mein Baby wacht alle 40 bis 50 Minuten auf und ist noch müde
Häufiges kurzes Aufwachen zwischen Schlafzyklen ist bei Babys normal. Manche Babys finden danach selbst wieder in den Schlaf, andere brauchen Unterstützung. Wenn du bemerkst, dass dein Baby tagsüber sehr regelmäßig nach einer ähnlichen Zeitspanne unruhig wird, kannst du einige Tage lang beobachten, ob sich tatsächlich ein Muster erkennen lässt.
Wenn ein Baby beim Übergang in eine leichtere Schlafphase unruhig wird, können vertraute Beruhigungshilfen manchmal verhindern, dass es vollständig aufwacht. Das kann eine ruhige Hand auf dem Körper sein, ein Schnuller, Stillen oder einfach die Anwesenheit einer vertrauten Person.
Babys, die einen Schnuller nutzen, lassen sich mitunter dadurch beruhigen. Werden Babys einschlafgestillt, kann das erneute Anbieten der Brust helfen, wieder in den Schlaf zu finden. Einige Stillkinder verlangen auch nachts sehr häufig nach der Brust. Mehr dazu findest du in unserem Artikel über nächtliches Dauerstillen.
Bei meinem Sohn war der Rhythmus damals besonders auffällig. Er wurde tagsüber häufig ungefähr alle 40 Minuten unruhig. Ich wusste deshalb irgendwann ziemlich genau, wann er in eine leichtere Schlafphase kam, und konnte mich rechtzeitig zu ihm setzen und ihn wieder beruhigen.
Damals schlief er tagsüber außerdem häufig in einer Federwiege. Heute würde ich diesen Punkt anders einordnen: Für regulären und unbeaufsichtigten Babyschlaf wird eine feste, flache und nicht geneigte Schlafunterlage empfohlen. Federwiegen, Schaukeln, Autositze und andere bewegte oder geneigte Produkte sind kein Ersatz für einen sicheren Schlafplatz.
Auch beim Pucken gelten heute klare Sicherheitsregeln. Gepuckte Babys werden immer auf den Rücken gelegt. Sobald ein Baby erste Anzeichen zeigt, sich drehen zu wollen, darf es nicht mehr gepuckt werden.
Was Babys beim Einschlafen hilft
Babys unterscheiden sich stark darin, was ihnen beim Einschlafen hilft. Manche mögen Bewegung, andere Körperkontakt, Stillen, einen Schnuller, gleichmäßige Geräusche oder einfach eine ruhige, reizärmere Umgebung.
Es gibt deshalb nicht die eine richtige Einschlafhilfe. Wichtig ist, eine Lösung zu finden, die zum Baby und zur Familie passt und die sicher umgesetzt werden kann.
In unserem Blog findest du auch verschiedene Möglichkeiten, Babys beim Einschlafen und Beruhigen zu unterstützen.
Auch in unserem Podcast beschäftigen wir uns ausführlich mit kindlichem Schlaf. In der Folge „Wie Kinder entspannt ein- und altersgerecht durchschlafen“ sprechen wir darüber, warum Babys häufig aufwachen, wie sich ihr Schlafbedarf entwickelt und was Eltern beim Ein- und Durchschlafen tatsächlich beeinflussen können.
Wenn dein Kind nur unter ganz bestimmten Bedingungen einschlafen kann, passt außerdem unsere Folge „Schlafassoziationen - wie Kinder ohne Tragen, Kneifen und Knibbeln einschlafen“. Darin erklären wir, wie solche Einschlafgewohnheiten entstehen und wie Eltern sie behutsam verändern können.
Grundsätzlich mit dem Schlaf von Babys und Kindern beschäftigt sich außerdem unsere Folge „Alles rund um den Schlaf von Kindern und Babys“ mit der Psychologin Katharina Meier-Batrakow. Dort geht es unter anderem darum, wie sich Babyschlaf vom Schlaf Erwachsener unterscheidet, was beim Ein- und Durchschlafen normal ist und wann man genauer hinsehen sollte.
© Danielle
