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Tandemstillen - ein Erfahrungsbericht

Über das gleichzeitige Stillen von mehreren Kindern

Stillbild Tandemstillen mit Puppen 
Der Begriff "Tandemstillen" bezeichnet das Stillen von zwei (oder mehr) gleich oder unterschiedlich alten Geschwistern. Laetizia hat für unseren Blog einen Erfahrungsbericht darüber geschrieben - herzlichen Dank dafür! 

Wie kam es bei uns zum Tandemstillen? 


Ich wollte gerne so lange stillen, bis mein Sohn sich von selbst abstillt bzw. wir zumindest in beiderseitigem Einvernehmen abstillen können. Da dies bis zur Geburt seines Brüderchens (trotz der Schwangerschaft, in der sich ja viele Kinder abstillen) noch nicht der Fall war, stille ich nun also seitdem beide Kinder (9 Monate und 2,5 Jahre).

Vor der Geburt abzustillen, kam aus mehreren Gründen für mich nicht in Frage:
Mein Sohn war "erst" 13 Monate alt, als ich wieder schwanger wurde. Da er noch nie ein großer Esser gewesen war und Brei ganz verschmäht hatte, war sein Hauptnahrungsmittel damals immer noch die Muttermilch. Durch Baby-led weaning war es so, dass er durchaus gerne alles probierte, aber wirklich nennenswerte Mengen waren das nicht. Es reichte zwar, dass er bei Papa und in der Krippe mehrere Stunden ohne meine Milch auskam, aber danach wurde ordentlich aufgeholt, d. h. sehr viel und oft gestillt.

Die Krippe war ein weiterer Grund, warum ein Abstillen kaum möglich war: Als Ausgleich zu dieser (vollkommen unproblematischen) Loslösung von mir schien mein Sohn das Stillen und die damit verbundene Nähe umso mehr zu brauchen. Gerade nachts nuckelte er teilweise ununterbrochen. Da ich damals einer sehr anstrengenden Arbeit nachging, war ich froh, ungestört schlafen zu können (ich kann während des nächtlichen Stillens einfach weiterschlafen), und wollte das keinesfalls aufgeben. Also war auch meine Bequemlichkeit ein Grund, nicht abzustillen.

Natürlich weiß ich nicht, ob das Stillen dafür (mit)ursächlich war, aber mein Sohn war und ist extrem gesund. Gerade in dem damaligen Winter, als ich wieder schwanger wurde, dem ersten Krippenwinter meines Sohnes, war ich so froh und dankbar, dass er eigentlich nie krank war und wenn, dann einfach nach einem Tag Dauerstillen wieder gesund wurde, denn Fehltage auf der Arbeit waren damals für mich sehr schwer zu kompensieren.
Alles in allem war und ist mein Sohn ein sehr neugieriges, offenes, aktives Kerlchen, der mit allen Sinnen die Welt eroberte. Dazu brauchte er einen sicheren Hafen, und das bot ich ihm, ganz besonders auch durch das Stillen, das wohl den perfekten Ausgleich zu seinen Abenteuern darstellte.

Ein Einschränken des Stillens oder gar ein Abstillen gegen seinen Willen wäre zu jedem Zeitpunkt ein Drama gewesen. Ein großes Drama. Ein aus meiner Sicht vermeidbares Drama. Ein Drama, das er nicht verdient hatte, weil er in allen anderen Belangen so selbstständig, so schnell, so weit, so freiheitsliebend, kooperativ, liebe- und verständnisvoll war. Ich hätte es nie übers Herz gebracht, ihm das Stillen zu nehmen, weil es ihm offensichtlich so gut tat, und er es eindeutig zu brauchen schien.

Ich hatte zudem die Befürchtung, dass er quasi schon unter dem Geschwisterchen leiden müsste, bevor dieses überhaupt auf der Welt war. Es sollte ihm nichts wegnehmen, schon gar nicht seine geliebte Mamamilch. Ich hatte auch Sorge, dass mein Sohn diese Verknüpfung "Ich darf nicht mehr, weil das Baby nun gestillt wird" herstellt, denn er hatte und hat ein (für Kleinkinder ja nicht ganz untypisch) extrem gutes Gedächtnis. Je näher also der Geburtstermin rückte, desto klarer wurde, dass ein Abstillen nun nicht mehr möglich sein würde, da er diese Verknüpfung unweigerlich herstellen würde. Eifersucht und Wut auf das Baby wären vorprogrammiert gewesen. Außerdem wurde mir klar, dass er, spätestens wenn das Baby da wäre, auch wieder trinken wollen würde, weil er sich einfach noch daran erinnern hätte können, das selbst getan zu haben. Daher hätte ein Abstillen am Ende der Schwangerschaft wenig "gebracht", es wäre so oder so zum Tandemstillen gekommen. 

Wie läuft das Tandemstillen bei uns ab? 


Auch wenn ich die ganze Schwangerschaft über Milch hatte und sie meinem Sohn auch sehr schmeckte (beides ist nicht selbstverständlich, bei vielen Frauen wird die Milch deutlich weniger oder bleibt sogar ganz aus, wobei manche Kinder dann trocken weiternuckeln und andere sich dann abstillen oder abgestillt werden, weil dieses Trockennuckeln unangenehm ist, oder aber die Kinder verschmähen die Milch irgendwann und stillen sich ab), änderte sich sein Stillverhalten während der 9 Monate altersgemäß sehr. Irgendwann mit ca. 17 Monaten schlief er plötzlich durch (eine sehr spannende Entwicklung, wie oben geschrieben stillte er davor ja teilweise ununterbrochen nachts), somit fiel da sehr viel weg. Auch tagsüber reduzierte sich über den Sommer und die vielen außerhäuslichen Aktivitäten das Stillen sehr, so dass er irgendwann nur noch zum Einschlafen gestillt wurde. Und auch da wurde sein Bedürfnis immer geringer, so dass mit ein wenig Nachhelfen ein Abstillen ab der 37. Schwangerschaftswoche möglich gewesen wäre (weil ich mir eben sicher war, dass er nach der Geburt weitertrinken wollen würde, habe ich da nichts forciert).

Während der Schwangerschaft habe ich meinen Großen darauf vorbereitet, dass das Baby sehr oft Mamamilch trinken wird. Da es noch keine Zähnchen habe, könne es noch nichts anderes essen und müsse ständig trinken. Wenn ein Baby irgendwo weinte, habe ich meinen Großen darauf aufmerksam gemacht und ihm erklärt, dass das Baby nun sicher gleich Mamamilch bekäme. Mein Großer verinnerlichte das sofort, und es war später auch wirklich nie eine Diskussion, ob er Kleine nun trinken "dürfe" oder nicht. Nein, ich wurde sogar sofort gerufen oder geholt, wenn der Kleine nur eine Miene verzog, und mir wurde befohlen: "Mama, er braucht unbedingt Mamamilch! Komm schnell!"

Als der kleine Bruder auf die Welt kam, wurde mein Großer, damals 22 Monate alt, also maximal 2 Mal am Tag gestillt, an manchen Tagen sogar gar nicht. Ich habe dann ambulant entbunden, kam mit dem Brüderchen nach Hause und die Liebe war riesig. Der Bruder wurde geherzt, betüddelt, besungen, bestaunt, und als er das Gesicht verzog, geschah sofort das oben genannte: "Mamaaaa, schau doch, er hat Hunger! Er braucht Mamamilch!"

In den ersten Tagen wollte mein Großer dann meist auch trinken, wenn der Kleine trank. Das Tolle an so großen Stillkindern ist ja, dass sie so selbstständig und mobil sind und aus nahezu jeder Position trinken können. Somit muss man sich wirklich nicht verrenken, um beide gleichzeitig anzulegen. Ich setzte mich bequem hin, half dem Kleinen beim Trinken und der Große bediente sich quasi selbst, indem er irgendwie auf mir oder um mich herum saß, lag, stand, hockte. Ja, das sah sicher oft komisch aus. Aber es war bequem und wunderschön für uns 3! 

Stillbild Tandemstillen mit PlaymobilpuppenIch habe versucht, darauf zu achten, dass der Kleine immer die ersten Schlucke an beiden Brüsten bekommt, wegen des Kolostrums. Da ich aber bereits nach wenigen Stunden reife Milch hatte, wurde das sehr schnell hinfällig und beide tranken einfach dort, wo gerade frei war. Später entwickelte es sich so, dass die beiden oft unabhängig voneinander trinken. Der Kleine wird oft gestillt, wenn er im Tragetuch vor meinem Bauch ist, oder auch einfach mal so, ohne dass der Bruder auch möchte. Auf der anderen Seite liegt der Kleine oft auch fröhlich glucksend herum und der Große kommt auf die Idee, jetzt plötzlich Mamamilch zu wollen.

Viele Tandemstillmütter finden das unterschiedliche Saugverhalten unangenehm und stillen nicht beide Kinder gleichzeitig. Außerdem kommen viele Frauen am besten damit zurecht, jedem Kind eine Brust "zuzuteilen". Beides war bei mir nicht der Fall. Ich stille mal nur den Kleinen, mal nur den Großen, mal beide gleichzeitig, und wechsle die Brüste munter durch. 

Hürden beim Tandemstillen


Ja, es gibt Momente, da frage ich mich, ob das alles eine gute Idee war. Wobei ich letztendlich sagen muss, dass das, was ich nun im Folgenden erzähle, wenig mit Tandemstillen an sich zu tun hat, sondern eher mit Langzeitstillen. Die auftauchenden Probleme haben auch viele lange stillenden Mütter, die "nur" ein Kleinkind stillen. Beim Tandemstillen ist es vielleicht etwas schwerer, die persönliche Grenze zu ziehen, weil man immer noch im Kopf hat, man möchte das große Kind nicht benachteiligen, keine Eifersucht schüren etc. Die Balance zu finden zwischen den Bedürfnissen aller drei Beteiligten ist wohl etwas schwieriger.

Für mich ist es manchmal schwer, zu akzeptieren, wie oft und viel mein Großer trinken will, und dass er da schwer ein "Nein" akzeptieren kann. Das liegt aber sicher an mir, weil ich aus den oben genannten Gründen ambivalent bin. Denn an die wenigen festen Regeln, die wir haben, hält er sich prima. Als er nach der Geburt z. B. auf dem Spielplatz nicht mehr spielen, sondern nur stillen wollte, führte ich die Regel ein: "Nur noch zu Hause!". Unterwegs fragt er also gar nicht mehr. Wenn doch etwas sein sollte, weswegen er unbedingt Mamamilch möchte (seeehr müde oder/und wehgetan), schlägt er von selbst vor, nach Hause zu gehen. Aber zu Hause, da ist ein "Nein, gerade geht es nicht!" sehr schwer durchzusetzen. Das macht mich schon manches Mal traurig, auch wenn mir klar ist, dass er einfach spürt, dass es mir meistens nicht mit letzter Konsequenz ernst ist bzw. ich eben doch selbst zwiegespalten bin, inwieweit mein "Nein" jetzt gerechtfertigt ist.

Außerdem findet er oft kein Ende, und wenn ich ihn bitte, nun aufzuhören, passiert das manchmal nicht sofort. Das verletzt mich irgendwie, weil ich dem blöden Gedanken aufsitze: "Mann, jetzt hab ich ihm doch was gegeben, und er ist so undankbar und hört dann nicht auf, wenn ich ihn drum bitte!" Ich weiß, dass ich da zu viel verlange von meinem Großen.
Das Hauptproblem, das ich habe, ist morgens: Mein Großer fing wieder an, morgens trinken zu wollen, und dieses morgens wurde immer früher. Leider schlief er dabei oder danach aber nicht mehr ein und beendete somit die Nacht um 5, dann 4, dann 3, und weckte somit auch mich, und oft das Baby, das nur in meinem Arm schlafen konnte. 

Wenn ich aber die Mamamilch verweigerte, war das Geschrei groß (und das kenne ich sonst absolut nicht von ihm!), und er weckte das Baby damit erst Recht. Ich haderte lange mit mir. Egal, welche Maßnahme wir ergriffen, es wurde nicht richtig besser. Wir probierten, dass sich der Papa nachts um ihn kümmerte. Aber mein Kind, das sonst keinerlei Trotzanfälle zeigt, wurde unermesslich wütend und verzweifelt. Wir führten ein Lichtsignal ein, dass ihm zeigen sollte, ab wann er wieder trinken könne. Auch das half nicht. Letztendlich habe ich es ausgesessen, ihn in den Morgenstunden einfach dauerstillen lassen (wobei ich inzwischen leider nicht mehr schlafen kann, weil ich ja immer von 2 Kindern umgeben bin und dann sehr unbequem liege) und ihm stets erklärt, dass ich nachts schlafen muss und warum. Inzwischen fragt er nachts nicht mehr danach, wacht aber immer noch deutlich früher auf, als früher. Spätestens um 6 Uhr, meistens eher zwischen 5 und 6 Uhr ist für ihn die Nacht vorbei und er fragt nach seiner Mamamilch und das, obwohl er frühestens um 21 Uhr, oft deutlich später, eingeschlafen ist (Nein, dieses Kind scheint keinen Schlaf zu brauchen, uff!)

Ich weiß, dass es schlimmer sein könnte. Viele Kleinkinder verlangen nachts viel häufiger nach Milch. Es ist toll, dass mein Großer verstanden hat, dass das nachts nicht geht, und sich mit Kuscheln zufrieden gibt.

Was aus meinen Schilderungen vielleicht hervorgeht, ist, dass er eine Beschränkung des Stillens kaum akzeptieren kann. Und mir fällt es ebenfalls schwer, ihn da zu beschränken. Es ist so, dass mein Großer das Stillen als Ventil seiner (unbewussten) Eifersucht entdeckt hat. Es gibt ihm die Sicherheit und Bestätigung, auch weiterhin und trotz Brüderchens so viel Mama zu bekommen, wie er braucht. Deswegen führt eine Einschränkung des Stillens zu Verzweiflung. Und dieses Wissen wiederum macht es schwierig für mich, meine eigene Grenze, die bei einer solch intimen Angelegenheit nun mal da ist, durchzusetzen. Mein Großer ist eigentlich sehr zugänglich für rationale Erklärungen, wir können meist Kompromisse schließen und es wird hier selten laut. Ich komme ohne Schimpfen, Strafen, Konsequenzen, Wenn-Dann, etc. aus, weil wir eine Ebene gefunden haben, auf der gut miteinander auskommen und Konflikte konstruktiv gemeinsam lösen können. Nur beim Stillen gelingt das leider nicht immer.

Ich glaube, wir sind da manchmal ein einem Strudel: Er will immer mehr, ich will immer weniger. Wir fühlen uns beide durch den anderen in einem Grundrecht beschränkt. Das ist doof! Dennoch: Diese Situationen sind belastend, aber selten, und kommen inzwischen so gut wie gar nicht mehr vor. Für mich überwiegen deutlich 

Die Vorteile des Tandemstillens


(man verzeihe mir die sehr persönliche, pauschalisierende Darstellung) 

Für die Mama


Keine wunden Brustwarzen, kein schmerzhafter Milcheinschuss, kein anstrengendes Clusterfeeding, weil die Milchbildung immer angeregt wird und ich zumindest immer genug Milch produziere. Kein Milchstau, weil immer genug potenzielle Abnehmer da ;-) (Wobei das nicht so sein muss, eine tandemstillende Freundin hat da weniger Glück). Viele Pausen im Alltag, wenn beide selig stillen und ich kurz ausruhen kann. Unendliche Glücksmomente durch die doppelte Oxytocinausschüttung. Immer eine Möglichkeit, beide Kinder zu beruhigen: zwei weinende Kinder kenne ich nicht. 

Für das Baby 


Sofort Milch da, immer genug Milch da, eine entspannte Mama, die sich nicht zweiteilen muss, eine ganz besondere Geschwisterbeziehung, Nähe zu Mama und Bruder, keinen eifersüchtigen, sondern äußerst aufmerksamen und liebevollen großen Bruder. 

Für den großen Bruder 


Zunächst einmal all die Vorteile, die langes Stillen hat. Nun speziell auf das Tandemstillen gesehen, möchte ich folgende Aspekte weiter ausführen: 

Mein Sohn hat durch den Bruder nichts hergeben müssen, aber viel gewonnen: Er bekommt nun viel mehr seiner geliebten Mamamilch als vorher. 

Und er bekommt sehr, sehr viel Aufmerksamkeit von einer gefühlsduseligen Mama. Oxytocin ist ja das Liebeshormon, das dafür sorgen soll, dass die Bindung der Mutter zum Kind stark und stabil wird und die Mutter alles tun wird, um das Überleben des Babys zu sichern. Durch das Oxytocin, das beim Stillen ausgeschüttet wird, verliebt man sich umso mehr in sein Baby. Da ich nun beide stille und eben auch direkt nach der Geburt gestillt habe, hatte ich zum Einen sehr viel Oxytocinausschüttung, zum Anderen wirkte das auch auf den Großen. Ich war und bin unendlich verliebt in meinen Großen, und wollte auch nach der Geburt jede Sekunde mit ihm verbringen. Das Baby bekam meine Nähe in meinem Arm, auf meinem Schoß oder vor allem im Tragetuch, aber der Große bekam alle Aufmerksamkeit, die ich nur geben konnte. Ich spielte, malte, kochte, kuschelte, stillte, las vor, machte Unternehmungen mit ihm, so viel ich nur konnte. Er hat durch das Brüderchen nichts an "Mamazeit" eingebüßt. Nein, er bekam eher mehr als vorher. 

Ich weiß, dass es vielen Müttern schwer fällt, beiden Kindern gerecht zu werden, und das ist auch eine große Herausforderung. Mir wurde das leichter gemacht durch das Stillen und die dadurch mit hervorgerufenen Gefühle. Oft reagieren die älteren Kinder auf die nun begrenzte Aufmerksamkeit mit Provokation, "Trotzen", der Suche und dem Kampf umelterliche Aufmerksamkeit. Mein Großer brauchte das eigentlich nicht, und tat es auch nicht. Dadurch, dass er auch immer "durfte", wenn er wollte, und das bei der Sache, die für ihn eine der wichtigsten überhaupt ist, fühlte er sich nicht zurückgesetzt.

Mein Großer bekommt so viel Mama, dass er sehr gut damit leben kann, wenn ich mich doch mal exklusiv um den kleinen Bruder kümmern muss. Ich werde sogar dazu aufgefordert.

Ich weiß natürlich nicht, ob das alles am Stillen liegt. Nein, ganz sicher gibt es da gaaaanz viele wichtige Komponenten. Den Charakter der Kinder und den Altersabstand z. B. Ich habe außerdem bestimmt einfach sehr viel Glück. Und es gibt ja auch viele Geschwisterpaare, bei denenes keine Eifersucht gibt, und auch keine Verhaltensänderung gegenüber den Eltern, sondern wo alles harmonisch abläuft, obwohl die Mutter nicht tandemstillt.

Stillbild Tandemstillen mit PuppenDas Tandemstillen ist also sicher nur ein kleiner Baustein im Gefüge. Aber, und das sage ich nicht ganz ohne Stolz, hätte ich mir das Leben mit zwei kleinen Kindern nicht so schön, erfüllt, reibungslos und harmonisch vorgestellt, wie es ist. Ich hätte mir nicht träumen lassen, dass sich meine zwei so abgöttisch lieben, gegenseitig anhimmeln. Ich habe mir nicht vorstellen können, dass sich der Große so hingebungsvoll um den Kleinen kümmert und so frei von jeglicher Aggression ihm gegenüber ist. Wenn das Tandemstillen also nur einen kleinen Teil dazu beigetragen hat, dann hat es sich schon mehr als gelohnt. Wir genießen es alle zumindest sehr!
Aber, und ich hoffe sehr, dass das aus meinem hormongeschwängerten Geschreibsel hervorgegangen ist, es ist nicht alles Gold, was glänzt. Es tauchen auch Schwierigkeiten auf. Tandemstillen ist etwas, was verständlicherweise nur für ganz wenige Menschen überhaupt und nur theoretisch in Frage kommt. Und noch weniger kommen in die Lage, zu überlegen, das auch praktisch umzusetzen (denn dazu muss ja das ältere Kind erstmal lange genug gestillt werden, dann muss man "rechtzeitig" wieder schwanger werden, dann müssen es Mutter und Kind wollen, etc. etc. etc.).
Rückblickend, nach fast 9 Monaten Tandemstillerfahrung, würde ich diesen Familien raten: Überlegt es euch gut, aber wenn ihr euch dazu entschließt, genießt es! Es gibt für mich persönlich nichts Ergreiferendes!

© Laetizia