Logische Konsequenzen - nichts anderes als Strafen


trauriges Kind Von der Idee der Erziehung mit "logischen Konsequenzen" hat wahrscheinlich jeder schon gehört. Der Ansatz klingt recht schlüssig und erfolgversprechend: Statt zu strafen soll das Kind durch das Erleben "logischer" Folgen lernen und so das (für uns unerwünschte) Verhalten anpassen. Möchte es also die Jacke nicht anziehen, diskutiert man einfach nicht lange - es wird ja recht schnell merken, dass es kalt ist und man ohne Jacke friert. Wirft das Kind wütend ein Eis herunter, wird es feststellen, dass man es dann eben nicht mehr essen kann. 

Das funktioniert tatsächlich recht gut - hat aber leider auch zu einigen Missverständnissen geführt. Die logischen Konsequenzen werden mittlerweile häufig - ohne viel darüber Nachzudenken - genutzt, um Kinder leichtfertig zu erpressen und zu bestrafen. Den Eltern ist das oft gar nicht bewusst und sie haben auch kein schlechtes Gefühl dabei. Sie erziehen - wie doch von Experten empfohlen - "liebevoll konsequent", schließlich strafen sie nicht willkürlich, sondern finden immer einen logischen Zusammenhang von Tat und Strafe. 

Dabei geht es ursprünglich bei diesem Ansatz gar nicht darum, dass die Konsequenzen möglichst logisch sind, sondern vielmehr darum, dass das Kind "natürliche"  Folgen erlebt. Diese sind - wie der Name schon sagt - naturgegeben - und nicht von den Eltern ausgedacht. 

Dass diese Abgrenzung relativ schwierig ist, zeigte kürzlich eine Diskussion in einem Forum.  Eine Userin hatte irgendwo die Bezeichnung "Wenn-Dann-Falle" gelesen und fragte, was genau eigentlich so schlimm daran sei, im Alltag die Wortkombination "wenn du (nicht) ... dann..." zu verwenden. Klar - dass unsinnige Konsequenzen wie
"Wenn Du jetzt nicht ordentlich isst, gibt es heute Abend kein Fernsehen"
an Erpressung grenzen, das sei ja irgendwie offensichtlich. Aber die "Wenn-dann"-Formulierung beschreibe doch auch die logischen Konsequenzen im Alltag:
"Wenn du keine Zähne putzt, dann gibt es nichts Süßes"
"Wenn du nicht aufräumst, dann können wir nicht spielen, weil kein Platz ist."
Das seien doch eher Tatsachenbeschreibungen - also rein konditionale (die Folgen beschreibende) Formulierungen - ähnlich den Aussagen "Wenn es regnet, wird die Erde nass" oder "Wenn man zu schnell Auto fährt, kann man einen Strafzettel bekommen".
Das zeigt das Dilemma recht deutlich - es hat sich ein Bewusstsein entwickelt, dass logische Konsequenzen uneingeschränkt empfohlen werden und daher vermeintlich schadlos eingesetzt werden können. Also wird jede Konsequenz möglichst geschickt thematisch irgendwie dem Vergehen angepasst, damit sie irgendwie logisch wird. So liest man in Foren immer häufiger Beiträge, wie z. B.
"Helft mir - mir fällt keine logische Konsequenz ein! Emil hat das helle Ledersofa mit Kugelschreiber bemalt!"

helles Ledersofa mit Kuli bemalt

Die natürliche Konsequenz ist schlicht, dass das Sofa nun einfach bemalt ist. Und die Eltern versuchen müssen, es zu reinigen. Oder ein neues oder einen Überwurf kaufen müssten, wenn sie damit nicht leben könnten. Aber sonst ändert sich im natürlichen Weltgefüge rein gar nichts.

Eine "natürliche Konsequenz" beeindruckt das Kind nun aber in einer solchen Situation wenig - schließlich findet es überhaupt nichts Schlimmes an seiner Tat - wie denn auch? Es hat gar keine eine Vorstellung von Wert oder Geld und vermutlich empfindet es die Bemalung auch nicht als Sachbeschädigung, sondern als Kunst.

Die Eltern hingegen haben das Bedürfnis nach unbemalten Möbel und denken, dass allein eine drastische Konsequenz dazu führen kann, dass weitere Malaktionen unterbleiben. Sie suchen nun nach einer irgendwie passenden logischen Konsequenz, die zwar so schlimm sein soll, dass das Kind so etwas nie, nie wieder macht, aber eben auch so logisch, dass sie pädagogisch noch gut vertretbar ist. 

Strafe? Konsequenz? Folge?


Aber machen wir uns nichts vor - auch wenn eine Konsequenz noch so logisch ist - sie hat in dieser Situation keine andere Funktion, als eine Strafe. Egal, wie man die Maßnahme also nennen mag - es handelt sich um eine Sanktionen zur Bestrafung eines vermeintlich unangemessenen Verhaltens in der Absicht, dieses zukünftig zu beeinflussen.

Für unsere Kinder macht es  nicht den geringsten Unterschied, wie logisch eine Konsequenz ist. Wenn sie beim Zähneputzen trödeln, ist es ihnen völlig egal, ob - ganz logisch - die Zeit dann als "logische Konsequent" beim Vorlesen der Gute-Nach-Geschichte gekürzt wird oder - ganz unlogisch als Strafe - die Süßigkeiten morgen gestrichen werden. Ihnen fehlt bis zu einem gewissen Alter einfach das Verständnis, dass etwas wie das Zähneputzen einfach notwendig ist. Und selbst wenn sie es hätten - jetzt, gerade jetzt haben sie einfach keine Zeit oder Lust, die Zähne zu putzen und begreifen nicht, warum man das nicht ein paar Minuten aufschieben kann. Die Androhung einer Konsequenz ist für sie daher ein Zwang, etwas zu tun, das sie jetzt gerade eben nicht möchten. Wie die Strafe/Konsequenz am Ende aussieht oder wie man sie nennt, spielt im Grunde kaum eine Rolle. 

Der Unterschied zwischen Strafen und logischen Konsequenzen (Exkurs)


(Dieser Abschnitt ist etwas ausführlicher, da ich gebeten wurde, darauf genauer einzugehen - im Grunde reicht für ungeduldige Leser die Zusammenfassung vor der nächsten Überschrift ;-)

Im allgemeinen Sprachgebrauch unterscheidet sich die Strafe von der Konsequenz dadurch, dass letztere eine logische Verknüpfung zum Vergehen aufweist und damit nicht ungerecht ist. Erziehungswissenschaftler beschreiben die Unterschiede umfangreicher. Jan-Uwe Rogge bspw. fasst hier zusammen:
"Die Strafe lässt Schuldgefühle und das Gefühl nicht geliebt zu werden, entstehen. Weiß ein Kind, dass es bestraft wird, wenn es sich falsch verhält, wird es, um zu gefallen und angepasst wirken, das Fehlverhalten vermeiden. Beim Kind entstehen oft Rache- und Vergeltungsfantasien.Konsequenzen dagegen sind Maßnahmen, die beim Kind eine Einsicht wecken, nämlich die, dass ein bestimmtes Verhalten eben bestimmte Folgen hat. Es ist in der Lage zu erkennen, dass es selbst für das verantwortlich ist, was ihm passiert. Es geht nicht um Schuld und Sühne durch das Abbüßen einer Strafe, sondern darum, gemeinsam Lösungen zu finden, den angerichteten „Schaden“ wieder gut zu machen."
Das klingt auf den ersten Blick ganz einleuchtend - aber wenn man genauer drüber nachdenkt, dann fragt man sich, wo denn nun wirklich der Unterschied liegen soll.

Rogge unterscheidet die Strafen von den Konsequenzen wie folgt: 

1. "Die Strafe lässt Schuldgefühle und das Gefühl nicht geliebt zu werden, entstehen". 

Warum soll das bei Konsequenzen nicht so sein? Bewirft bspw. ein kleines Kind ein anderes mit Sand, dann wäre eine (wenn auch etwas mühsam konstruierte) logische Konsequenz, dass der Spielplatz verlassen wird. Eine Strafe wäre das Streichen des abendlichen Fernsehens oder des Vorlesens. Welche dieser beiden Folgen lässt das Kind sich weniger geliebt fühlen? Welche verursacht Schuldgefühle? Eine mehr oder weniger als die andere? 

2. "Weiß ein Kind, dass es bestraft wird, wenn es sich falsch verhält, wird es, um zu gefallen und angepasst wirken, das Fehlverhalten vermeiden". 

Nun... Weiß ein Kind, dass es eine logische Konsequenz zu erwarten hat, wenn es sich falsch verhält, wird es ebenso, um zu gefallen und angepasst wirken, das Fehlverhalten vermeiden. 

3. "Beim Kind entstehen oft Rache- und Vergeltungsfantasien". 

Das geschieht doch dann, wenn das Kind sich ungerecht behandelt fühlt - ob durch eine Strafe oder eine "logische Konsequenz" ist dabei völlig unerheblich. Maßgeblich ist vielmehr der Grad der empfundenen Ungerechtigkeit und die Härte der Konsequenz/Strafe.

Die Konsequenzen unterscheiden sich von Strafen laut Rogge wie folgt:

1. "Konsequenzen dagegen sind Maßnahmen, die beim Kind eine Einsicht wecken, nämlich die, dass ein bestimmtes Verhalten eben bestimmte Folgen hat".

Ja, das trifft aber auf Strafen auch zu. Auch wenn die Folgen beim Strafen nicht logisch und daher unkalkulierbarer sind - dass bestimmtes Verhalten Folgen hat, diese Einsicht hat das Kind ja dennoch. Für das Kind ist doch vollkommen egal, ob es die Folge vorhersehen kann. Flutet es bspw. das Bad, dann ist eine logische Konsequenz, dass der Spielplatz-Ausflug ausfällt, weil Mama und Papa das Wasser aufwischen müssen und keine Zeit haben. Eine Strafe (weil ja nicht logisch verknüpft), wäre das Weglassen des Nachtischs beim Mittagessen. Wenn ein Kind nun überhaupt nichts Süßes mag und liebend gerne auf den Spielplatz geht - was wird da schwerer wiegen? Nähme es lieber die kalkulierbare Konsequent oder die unkalkulierbare Strafe in Kauf?

2. "Es ist in der Lage zu erkennen, dass es selbst für das verantwortlich ist, was ihm passiert".

Das ist bei Strafen doch auch nicht anders. Wenn das Kind tut, was man ihm sagt, dann hat es weder Strafe, noch Konsequenz zu fürchten - kein normales Elternteil verhängt Strafen ohne ein vorhergehendes Fehlverhalten. Alles, was das Kind erkennt ist: Wenn ich nicht tue, was verlangt wird, werde ich bestraft/bekonsequentet.

3. "Es geht nicht um Schuld und Sühne durch das Abbüßen einer Strafe, sondern darum, gemeinsam Lösungen zu finden, den angerichteten „Schaden“ wieder gut zu machen".

Aha - wo genau ist die "gemeinsame Lösung", wenn ich ganz logisch die Gute-Nacht-Geschichte ausfallen lasse? Wo ist die "gemeinsame Lösung", wenn ich vom Spielplatz nach Hause gehe, weil das Kind sich schlecht benimmt?

Ich kann - außer der Nachvollziehbarkeit der auferlegten Folge - nicht den geringsten Unterschied zwischen Strafen und Konsequenzen feststellen. Die Erziehung hat sich in den letzten Jahren glücklicherweise sehr gewandelt - die autoritäre Erziehung mit körperlicher Gewalt und drastischen Strafen ist mittlerweile verpönt. Um sich davon deutlich abzugrenzen, musste ein neues Wort für die "Strafen" her - Konsequenzen klingt doch auch so viel netter und kooperativer. Dennoch ist auch die logischste Konsequenz nichts anderes, als eine Strafe.

Rogge sagt zu dem Thema vollkommen richtig fest: sowohl Strafen, als auch Konsequenzen werden mit einer Wenn-Dann-Formulierung angekündigt. Nur - wenn ein Wissenschaftler mehrere Seiten in Fachbüchern benötigt, um den Unterscheid zwischen Strafe und Konsequenz zu erklären - und ich das - nachdem ich mich mehrere Stunden damit befasst habe - immer noch nicht verstanden habe: Wie sollen unsere Kinder den Unterschied erkennen, verstehen und würdigen?

Für mich ist klar - ein Unterschied zwischen logischen Konsequenzen und Strafen besteht nicht wirklich. Konsequenzen mögen bei Fehlverhalten nachvollziehbarere Folgen sein - aber beide dienen zu nichts anderem, als der Sanktionierung eines Fehlverhaltens in der Hoffnung, es erzieherisch zu beeinflussen. "Wenn... dann" ist unsere universelle Formulierung, die eine solche Strafe/Konsequenz androht - sie knüpft das Ausbleiben der Sanktion an die Bedingung etwas Bestimmtes zu tun oder zu unterlassen.  "Wenn du nicht aufhörst, den Sand zu schmeißen, dann gehen wir nach Hause". "Wenn du damit weiter machst, dann nehme ich Dir das weg". "Ich zähle bis 3 - wenn du XYZ dann nicht gemacht hast, dann..." Ob die Folgen logisch sind, ist unseren Kinder im Grunde egal - ihnen kommt es allein auf die Faktoren Gerechtigkeit und Härte an. Und in Bezug auf Gerechtigkeit haben kleine Kinder aufgrund ihrer kognitiven Fähigkeiten ganz andere Vorstellungen als wir. 

"Wenn... dann" ist nötigend und erpressend


Wenn Erwachsene andere Menschen "durch Drohung mit einem empfindlichen Übel zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung" bewegen wollen, ist das rechtlich gesehen Nötigung (vgl. § 240 StGB) und diese ist strafbar. Zurecht! Mit "Wenn... dann" tun wir im Grunde nichts anderes - wir zwingen ein Kind etwas zu tun oder zu unterlassen in dem wir eine Strafe oder Konsequenz ankündigen. Redet man so mit Kindern, findet das niemand seltsam - würde man mit uns so umgehen, wären wir - zurecht - empört!

Stell Dir vor, Du setzt Dich abends nach einem anstrengenden Tag endlich mal einen kurzen Moment hin und liest einen spannenden Artikel in der Zeitung. Dein Mann kommt nach Hause und sagt: "Hallo Schatz, ich habe solchen Hunger!" Du erwiderst: "Warte - ich lese nur schnell diesen Artikel zu Ende, dann mache ich Dir was". Er sagt etwas drängelnd: "Ich habe aber wirklich großen Hunger!", worauf Du antwortest: "Ich bin doch gleich fertig - warte doch bitte noch kurz ab". Er mittlerweile genervt: "Ich möchte aber, dass du mir jetzt sofort etwas zu Essen machst!" Das macht Dich natürlich ziemlich ärgerlich und Du sagst: "Na sag mal! Ich habe doch gerade gesagt, ich lese nur schnell fertig!" Er darauf wütend: "Wenn Du mir nicht sofort etwas zu essen machst, dann gehe ich eben rüber zum Italiener und ess heute dort!"

Ein albernes Szenario? So würdet ihr nicht miteinander umgehen? Nein - vermutlich nicht, denn es ist respektlos. Unsere Kinder hingegen erleben solche Momente immer und immer wieder. Ihr Zeitungsartikel ist ein interessantes Spiel, eine neue Erkundung oder eine Aktivität - die gerade nur nicht in unseren Zeitplan passen oder die wir für falsch oder sinnlos erachten. Wir drängen sie, fordern sie auf, sind selten zu einem Kompromiss bereit und wenn sie nicht tun, was wir sagen, erpressen wir sie mit "Wenn...dann". Weil wir es eben gerade eilig haben oder weil wir keine Lust haben, eine Kiste Playmobil wieder einzuräumen oder das Wasser im Bad aufzuwischen. 

Wie soll ich denn sonst "erziehen"?


Nun wird der Eine oder Andere an dieser Stelle einwenden: "Aber ich muss doch mein Kind irgendwie erziehen. Es muss lernen, was richtig und was falsch ist. Wo die Grenzen sind. Wie soll es das denn lernen, wenn ich das falsche Verhalten nicht sanktioniere? Reden allein reicht da meist nicht. Ohne Konsequenzen geht es doch also gar nicht".

Normalerweise fordern wir unser Kind in solchen oder ähnlichen Situationen ja auch wirklich zunächst einmal höflich und liebevoll auf, etwas zu tun oder zu unterlassen:
"Ole, hör auf mit dem Sand zu werfen." 
"Ole, jetzt lass das doch bitte!" 
"Ole, sieh doch mal, das Kind da bekommt den Sand in die Augen - das tut ihm weh".

In den meisten (ja - tatsächlich - den meisten, achte mal drauf!) Situationen reicht das tatsächlich. Das betrachten wir dann leider häufig als vollkommen selbstverständlich und würdigen gar nicht richtig, dass unser Kind gerade ganz ohne zu diskutieren unsere Bitte erfüllt hat. Das ist wirklich schade, weil wir so die grundsätzliche Kooperationsbereitschaft unseres Kindes übersehen. Das ist ein wirklich wichtiger Punkt - die meisten Konflikte mit unseren Kindern entstehen nämlich dadurch, dass wir die Geduld verlieren, weil wir das Gefühl haben, unser Kind "hört nicht". Das Kind hingegen hat das Gefühl, immer und immer wieder Kompromisse einzugehen, aber dafür zu wenig zurück zu bekommen. Das führt dazu, dass immer weniger Kompromisse eingegangen werden, weil das Kind sich in seiner Kooperationsbereitschaft nicht wahrgenommen und vor allem gewürdigt fühlt.

Wenn die Kooperationsbereitschaft dann mal ausbleibt und sich das Kind weiterhin widersetzt und keine Worte mehr fruchten, greifen wir fast immer automatisch zum sprachlich äußersten Mittel - der Drohung:
"Ole, jetzt reicht es! Wenn Du nicht sofort aufhörst, dann gehen wir nach Hause!!"
Das "Wenn... dann" nutzen wir also vor allem dann, wenn wir es eilig haben oder gar nicht mehr weiter wissen und das Kind sich von allen bisherigen Bitten und Worten völlig unbeeindruckt zeigt. Wenn wir uns richtig hilflos fühlen und die Situation gar nicht anders lösen können, fehlt uns oft die Geduld und wir drohen.

Das heißt aber dennoch nicht, dass "Wenn... dann"s zwingend dazu erforderlich ist, um ein Kind zu erziehen. Tatsächlich ist diese Formulierung überaus unfair, weil wir mit ihr unsere Macht ausüben und unsere Kinder dem kaum etwas entgegen setzen können. Es ist eine bequeme Variante, sie ist meist effektiv und wirkungsvoll. Aber sie ist nicht respektvoll und vor allem ganz und gar nicht liebevoll. Und es geht tatsächlich auch ganz ohne. 

Aber "Wenn... dann" funktioniert!


Ja tatsächlich - es funktioniert. Manche Eltern müssen sogar fast gar nicht mehr drohen. Da reicht ein besonderer Tonfall oder ein bestimmter Blick - dann weiß das Kind: Bis hierhin und nicht weiter. Das ist vor allem bei sehr konsequenten Eltern so.

trauriges KindKonsequenz ist ja ohnehin das neue Zauberwort bei fast allen Erziehungsstilen. Es ist ja auch vollkommen logisch: Sind Kinder gewohnt, dass jede Ansage auch zu 100% umgesetzt wird, überlegen sich sehr gut, ob sie sich tatsächlich widersetzen. Was haben sie denn auch für eine Wahl? Sie haben doch nicht die geringste Chance gegen uns und wenn es Ole wirklich wichtig ist, weiter im Sand spielen, wird er natürlich aufhören, mit dem Sand zu werfen. Hat er einmal erlebt, wie er schreiend vom Spielplatz nach Hause bugsiert wurde, wird er das "Wenn Du nicht aufhörst, dann gehen wir nach Hause" das nächste Mal durchaus ernst nehmen und sein Verhalten anpassen. Strenge Konsequenz funktioniert! Deswegen ist das "Wenn... dann" auch durchaus sehr effizient und wurde so zu einem weit verbreiteten Erziehungsmittel.

Gerade weil es so effizient ist, greifen Eltern mittlerweile immer schneller und auch beim kleinsten Anlass darauf zurück . Stellt Euch mal auf einen belebten Spielplatz und hört zu. Neben dem gießkannenartigen Loben werdet ihr immer und immer wieder (An)Drohungen hören wie
"Wenn du nicht damit aufhörst, dann gehen wir!" oder
"Wenn Du nicht teilen willst, dann will keiner mit dir spielen"  
"Wenn du jetzt nicht kommst, dann gehe ich ohne dich!"

Und kaum einer findet das irgendwie seltsam! Achtet man mal auf Eure eigenen "Wenn...Dann"s im Alltag. Wenn man damit beginnt, bewusst darauf zu achten, wird man überrascht sein - oft ist einem gar nicht bewusst, wie häufig die Formulierung verwendet wird.

"Wenn du jetzt nicht kommst, dann gehe ich ohne dich!" ist für mich persönlich ein ganz schrecklicher Satz, den ich sehr häufig achtlos dahin gesagt höre. Mich macht er jedes Mal wütend und traurig. Als meine große Tochter etwa 2,5 Jahre alt war, hielt ich die logischen Konsequenzen noch für eine ganz tolle Idee - und eben diesen Satz hörte sie dann auch ein paar mal, als ich keine Lust mehr hatte, auf sie zu warten. Und hey - es funktionierte sofort! Sie kam. Immer. Verlässlich. Weil sie eben wirklich dachte, dass ich ohne sie gehe. Denn natürlich war ich damals auch - wie allgemein empfohlen - sehr konsequent. Ich war begeistert, wie toll das "Wenn... dann" und auch, wie toll sie funktionierte.

Einige Jahre später - sie ist inzwischen fünf Jahre alt - ruft dieses eigentlich absolut selbstbewusste und autonome Kind gelegentlich ganz ängstlich: "Mama, geh nicht ohne mich!!" Ich habe es damals unglaublich effizient geschafft, mit nur ganz wenig Aufwand das Urvertrauen meines Kindes in Bezug darauf, dass ich sie niemals allein lassen werde, zu zerstören. Mir war das überhaupt nicht bewusst! Ich war stolz, dass mein Kind so gut hörte. Heute schäme ich mich dafür. Ich habe mein Kind gnadenlos erpresst, damit es tut, was ich sage. Ohne auch nur eine Minute darüber nachzudenken oder es gar seltsam zu finden, ihre Urängste auszunutzen. Schließlich machen es doch fast alle so... Dieses Beispiel zeigt, welche Auswirkungen unbedachte Formulierungen haben können. Sie sind wirksam - ohne Frage. Aber um welchen Preis?

Es geht mir nicht darum, dass man jeden einzelnen Satz, den man mit seinen Kindern spricht, vorher akribisch prüfen soll. Das ist illusorisch und nicht authentisch. Ich möchte viel mehr, anregen, die eigenen Verhaltensweisen gelegentlich zu hinterfragen. Wie ich in meinem Artikel über das Bauchgefühl schon schrieb, besteht unser Bauchgefühl hauptsächlich aus Erfahrungen aus der eigenen Kindheit und dem Einfluss der Gesellschaft. Wer von seinen Eltern häufig "Wenn... dann"-Sätze hörte, für den fühlt es sich vollkommen normal und richtig an, wenn er sie selbst benutzt. Zudem sie überall im Umfeld auch regelmäßig zu hören sind, fast alle Eltern verwenden sie. Aber wenn man mal genauer darüber nachdenkt, dann fühlt man sich nicht mehr wohl damit. Zumindest dann, wenn der Hauptfokus der Erziehung nicht auf dem bewussten Formen und Funktionieren des Kindes liegt, sondern darauf, neugierige, rücksichtsvolle und selbstbewusste Kinder durchs Leben zu begleiten. 

Die Auswirkungen von Konsequenzen


Ein 4-Jähriges Kind ist nicht in der Lage zu verstehen, dass es eine Strafe/Konsequenz berechtigt ist oder es sie gar verdient habe. Auch dass unsere Erziehungsbemühungen allein zu seinem Wohl sind, kann es nicht nachvollziehen. Selbst wenn das der Fall wäre - in dem Moment, wo eine Strafe angedroht oder verhängt wird, fühlt sich ein Kind immer hilf- und machtlos, wütend und traurig. Es erlebt: egal, was ich sage oder tue, ich bin einer vollkommenen Willkür ausgesetzt. Wir sollten uns bewusst machen: Strafen empfindet ein Kind so gut wie immer als ungerecht - ganz unabhängig davon, ob sie es tatsächlich sind.

Kind spielt mit StockDenn Kinder sind sich nur ganz selten der Unrechtmäßigkeit ihrer Handlung bewusst. Anders als wir es oft vermuten, tun sie die wenigsten Dinge, um uns zu provozieren oder zu ärgern. Meistens erkennen wir die Motivation ihrer Handlungen nicht richtig.

Vor ein paar Wochen habe ich das sehr eindrucksvoll bei meinem kleinen 2-Jährigen erlebt. Wir wollten mit dem Auto weg fahren, mein Kind wartete schon draußen und spielte ganz vertieft mit einen Stock im Vorgarten. Als wir los wollten, sagte ich dann: "So Schatz, wir wollen los. Leg den Stock bitte hin!". Er lachte mich an und rannte weg in den Garten. Ich rief ihm hinterher: "Leg den Stock bitte weg, Du kannst damit spielen, wenn wir wieder kommen!" Er rannte einfach weiter. Mein Freund meinte: "Ach schnapp ihn dir einfach, er macht sich doch ganz offensichtlich einen Spaß draus!" Ich sagte: "Warte mal noch eine Minute ab, mal sehen, was er tut". Und was tat er? Er brachte den Stock zur hintersten Grundstücksgrenze und warf ihn über den Zaun. Er hatte oft beobachtet, wie ich Gartenschnittabfälle hinüber warf (es ist ein leerstehendes Grundstück, das ich kaufen will ;-) und er hatte mir dabei schon oft begeistert geholfen. Danach kam er zurück und freute sich: "Hab ich den Stock weggelegt!". Er stieg ohne jede weitere Diskussion glücklich ins Auto ein.

Das hat mir mal wieder deutlich gemacht, dass ganz viele Konfliktsituationen vollkommen unnötig entstehen, weil wir es eilig haben oder die Motivation unserer Kinder nicht ausreichend hinterfragen. Hätte ich gedroht: "Wenn du nicht sofort kommst, dann setze ich dich ins Auto!", hätte er die Welt nicht mehr verstanden - schließlich hat er genau das getan, was ich gesagt habe - nämlich den Stock "weggelegt"! Zurecht wäre er ärgerlich gewesen und hätte vermutlich ein riesiges Drama gemacht. Das dann häufig abgetan wird mit: "Eben typisch
Trotzphase".

Bestraft zu werden, ist für unsere Kinder immer zutiefst frustrierend, erst recht, wenn es aus ihrer Sicht vollkommen ungerechtfertigt ist. Und ungerechtfertigt ist für sie auch, dass Mama grundsätzlich über die Zeit bestimmen darf - sie verstehen nicht, warum es wichtig ist, jetzt schnell dieses oder jenes zu machen zu müssen oder eben nicht machen zu können.

Wir sollten uns immer mal wieder zurück lehnen und die Welt mit den Augen unserer Kinder betrachten. Wenn wir uns bemühen, ihnen nicht mehr so häufig einfach nur böse Absicht zu unterstellen und immer erst mal davon ausgehen, dass sie uns nicht provozieren wollen, werden wir einige Dinge in ganz anderem Licht sehen. Die Frage nach der Motivation für das Handeln birgt so manche Überraschung. Ja - das kostet oft eine Minute mehr, als einfach zu drohen - aber die spart man hinten raus beim "Trotzanfall" ;-). 

Aber was ist die Alternative zu Konsequenzen?


Ich will an dieser Stelle ganz klar sagen, dass es mir selbst wahnsinnig schwer fällt, mich von den alten "Wenn...dann"-Mustern zu lösen. Es frustriert mich momentan wirklich, mich selbst zu beobachten, nachdem ich mich mit dem Thema so eingehend auseinander gesetzt habe. Auch bei uns daheim fällt noch gelegentlich ein "Wenn... dann". Während es bei meiner 5-Jährigen noch vergleichsweise einfach ist, vernünftig zu argumentieren und Kooperation durch Einsicht zu erreichen, ist meinem kleinen Zweijährigen mit vernünftigen Argumenten oft noch gar nicht beizukommen.

Es macht aber doch auch sooo einen riesigen Spaß, Steine in den Pool zu werfen! Wie - der Pool kann kaputt gehen? Ich habe doch schon zwanzig Steine rein geworfen und er steht immer noch? Wie - es tut weh, wenn man drauf tritt? Muss man halt schauen, wo man lang läuft! Und überhaupt - bei der kleinkindlichen Nutzen-Schaden-Abwägung gewinnt in dem Alter natürlich immer das Steinewerfen. 

Papa hat (aus dem Bauchgefühl) versucht das Problem zunächst mit "Wenn du damit nicht aufhörst, dann gehst du rein" zu lösen. Die Drohung beeindruckte meinen Sohn recht wenig, obwohl Papa konsequent mehrfach ein kreischendes, wütendes Kind ins Haus trug. Er wurde dann erst nach ausgiebiger Versicherung, jetzt keine Steine mehr zu werfen, wieder hinaus gelassen. Der einzige Effekt dieses Theaters war, dass er sich zunehmend bemühte, die Steine heimlich zu versenken, um möglichst selten rein geschleppt zu werden - clever eigentlich.

Für Eltern und Kind war das jedenfalls eine absolut unbefriedigende Situation. Unser Kind konnte nicht verstehen, wo unser Problem war und uns nervte es, dass er a) die Steine warf und b) nicht "hörte".

Steine liegen am Poolboden

Also musste ein anderer Lösungsweg her... Ich dachte etwas vertiefter über die Situation nach und fragte mich: Was ist eigentlich sein grundlegendes Bedürfnis dabei? Ganz sicher nicht, uns zu ärgern. Er verfügt ja noch über keinerlei Empathie - um mich wirklich gezielt zu provozieren, müsste er sich in mich einfühlen können. Offenbar hat er ganz einfach im Moment - völlig altersgerecht - nur seine eigenen Bedürfnisse im Kopf - und das scheint hier das Werfen zu sein.

Ich bot ihm also an, die kleinen, unreifen, schon vom Baum abgefallenen Äpfel in die Hecke zu werfen. Das war genau drei Minuten interessant - und führte dazu, dass er auch die Pfirsiche vom Baum rupfte, um sie zu werfen. Hmpf -  offenbar will er lieber irgendetwas ins Wasser werfen? Ich habe einen kleinen Baby-Pool aufgebaut und erlaubt, die Steine dort hinein zu werfen. Das war immerhin fünf Minuten spannend.

Aber: Er hat durch mein Handeln offenbar erkannt, dass ich mich bemühe, eine Lösung zu finden und das dahingehend honoriert, dass er nur noch sehr selten und sehr wenige Steine im Pool versenkte. Ich nehme das auch mittlerweile einfach gelassen hin und löse mich von dem Gedanken, dass ich ihm aktiv beibringen muss, dass "man sowas einfach nicht macht". Die Steine werden weder den Pool zerstören noch zu ernsthaften körperlichen Beeinträchtigungen führen - es ist schlicht egal, ob sie da drin liegen oder nicht. Er wird das nicht die nächsten 20 Jahre machen. Vielleicht ist es irgendwann auch einfach uninteressant geworden, weil er nun in Ruhe Gelegenheit hatte, genügend Steine fliegen zu sehen. Das Problem wurde jedenfalls gelöst und alle sind zufrieden - jeder ist dabei Kompromisse eingegangen, niemand fühlt sich als Verlierer.

Das war zwar nicht die einfachste Lösung, aber eine für beide Seiten zufriedenstellende. Das "Wenn... dann" hätte sicher - wenn wir es konsequent durchgehalten hätten - auch irgendwann funktioniert - allerdings wäre das mit viel Geschrei und der Ausübung körperlicher Macht verbunden gewesen. Die Suche nach Lösungen und Alternativen ist natürlich deutlich aufwändiger, als einfach ein striktes Verbot mit Strafandrohung... aber es fühlt sich für das Kind ganz sicher sehr viel besser an, ernst genommen zu werden und ohne ständige Drohungen aufzuwachsen.

Das Suchen nach Kompromissen erfordert Einfühlungsvermögen und Kreativität - es gilt herauszufinden, wie man die Bedürfnisse von Eltern und Kind möglichst für beide gewinnbringend erfüllen kann. Das ist zwar nicht immer möglich, aber nach meiner Erfahrung in fast allen Fällen. Nutze ich jedoch häufig einfach nur "Wenn-Dann", wird dabei auf die Bedürfnisse des Kindes keine Rücksicht genommen. Ich setze allein meine Bedürfnisse durch, in dem ich drohe: "Tust du nicht, was ich sage, werde ich dir vorsätzlich Schaden zufügen - du hast nicht die geringste Chance, also gib auf".

Langfristig gesehen ist es nach meiner Erfahrung wesentlich effektiver, die Kooperationsbereitschaft des Kindes zu fördern, in dem man so oft wie möglich hinter seine Bedürfnisse schaut. Versucht man im Alltag diese so weit wie möglich zu erfüllen, wird das Kind das anerkennen und seinerseits altersgerecht freiwillig Kompromisse eingehen. Kinder sind von Natur aus keine Tyrannen oder Querulanten, für ihr Überleben war es schon immer wichtig, dass sie sich in der Gemeinschaft kooperativ integrieren - das ist ihr natürliches Bestreben. Kinder fangen erst dann an, gezielt zu provozieren, wenn sie das Gefühl haben, dass ihre Kooperationsbereitschaft nicht anerkannt und gewürdigt wird und sie sich zu oft übergangen fühlen.

Statt also (ja eigentlich nur für uns!) unerwünschtes Verhalten durch "Wenn-Dann" zu unterbinden, lohnt sich ein genauer Blick auf die Situation. Warum tut mein Kind das? Will es mich tatsächlich provozieren? Wenn es wirklich reine Provokation ist, steckt in den meisten Fällen der Wunsch nach Aufmerksamkeit dahinter. Versuch doch mal - statt dem Impuls nachzugeben, unmögliches Verhalten zu ignorieren oder zu bestrafen - einfach dieses Bedürfnis nach Aufmerksam zu befriedigen. So mancher war von dem Effekt schon überrascht.

Wenn meine große Tochter mich ganz offensichtlich provoziert, dann weiß ich, dass ihr "Aufmerksamkeitstank" zur Neige geht und sie einfach nur solche sucht. Ignoriere ich das Theater, wird ihr Tank nicht gefüllt - stattdessen ersinnt sie immer perfidere Strategien und benimmt sich noch schlechter. Früher habe ich mir gedacht: "Nein. Wenn Du jetzt nachgibst, dann wird sie sich künftig immer schlecht benehmen, wenn sie Aufmerksamkeit will und du hast ganz schnell den prophezeihten Tyrannen daheim". Doch das Ignorieren ihres Bedürfnisses hat die Lage immer verschlimmert. Erst seitdem ich ihr in solchen Situationen das entgegen bringe, das sie offenbar sucht, haben sich solche Situationen extrem schnell entspannt.

Oft sind auch einfach nur kindliche Neugierde und Wissbegierigkeit die Ursachen für vermeintlich schlechtes Benehmen. Es ist einfach sooo spannend, Flugkurven von Steinen zu beobachten und die Wurftechnik zu perfektionieren oder mit einem Stift verschiedenen Oberflächen zu bekritzeln. Wozu gibt es Lappen? Ich bemühe mich mittlerweile immer (na ja, fast immer ;-), herauszufinden, was das Bedürfnis meines Kindes hinter dem mich störenden Verhalten ist. Ich bin dazu übergegangen, mich zu fragen, ob ein "Nein!" tatsächlich immer notwendig ist oder ob es eher meiner Bequemlichkeit dient.

In der Regel gibt es auch einige Alternativen, die man anbieten kann. Mein Sohn haut mit einem Stock ins Erdbeerbeet? Doof - an der Hecke kann er für die fünf Minuten, in denen das gerade interessant ist, kaum Schaden anrichten - also schicke ich ihn dort hin. Er schmeißt Sand aus dem Buddelkasten im Garten? Ich mag das nicht, also gehen wir auf die nächste Baustelle/den Seestrand/einen Acker und er darf werfen, so viel er möchte.

Und ja - das funktioniert! Und es ist wirklich langfristig wesentlich unaufwändiger, als ein permanent trotzendes Kleinkind, das sich kaum beruhigen lässt. Und bei meiner 5-Jährigen ist es mittlerweile so, dass sie einfach tut, worum ich sie bitte, wenn es mir wichtig ist. Da ich zu 95 % "Ja" sage, akzeptiert sie die 5 % "Neins" (auch fast) vollkommen ohne zu Murren.

Wenn wirklich mal gar nichts mehr hilft, dann nehme ich mein Kind einfach aus der Situation. Ohne schimpfen, ohne Drohen - ich nehme es, gehe woanders hin und lenke ab. Das hat bisher noch immer geklappt - auch wenn ich an meiner eigenen Wut noch sehr arbeiten muss. Solche Situationen können mich manchmal zur Weißglut treiben und der erste Impuls ist manchmal bei auftretenden Konflikten: "Ich gebe mir solche Mühe, warum honoriert ihr das nicht? Geh weg! Ich bin beleidigt! Ich habe keine Lust!" Aber wenn man den Wirkmechanismus (der in diesem Artikel näher beschrieben wurde) dahinter versteht, wird es jedes Mal ein bisschen einfacher. Und es macht mich auf Dauer auch sehr viel zufriedener. 

Schluss mit der Angst vor dem Verwöhnen! 


Warum fällt es uns so schwer, immer zunächst das Gute im Kind zu sehen? Warum befürchten wir, Tyrannen zu erziehen, wenn wir es nicht gut genug machen? Ganz tief in uns ist die Angst verankert, dass wir unsere Kinder zu sehr verwöhnen - deshalb ziehen wir die Zügel oft viel mehr an, als es nötig wäre. Als ich meinem Freund wegen der Steine bspw. vorschlug: "Lass uns ihn die Steine doch einfach werfen lassen" meinte er: "Ja klar - und als nächstes wirft er uns dann die Fensterscheiben ein oder wie?"

Durch die in Deutschland allgemein noch immer von der Erziehung unserer Eltern und Großeltern beeinflusste weit verbreitete Erziehung (und auch durch diese fürchterlichen Tyrannen-Bestseller), befürchten viele Eltern, dass durch einen hohen Grad an Selbstbestimmung und Kompromissbereitschaft vielleicht unerzogene Egomanen aufwachsen könnten. Meine persönlichen Erfahrungen bisher zeigen mir, dass dies gar nicht so ist. Selbstbestimmt aufgewachsene Freunde und Bekannte haben sich zu absolut sozialen, liebenswerten und facettenreichen Erwachsenen entwickelt, die die Bedürfnisse anderer ernst nehmen und nicht ständig die eigenen in den Vordergrund stellen. 

Ich lasse also viele Freiheiten und versuche eine Erziehung ohne Strafen und ohne "Wenn... dann"s zu praktizieren. Und ich beobachte: meine Kinder verfügen über ein (altersgerecht ;-) recht hohes Maß an Kooperationsbereitschaft.

Nein - er hat uns bisher natürlich keine Scheibe eingeworfen. Als das mit dem Steinewerfen anfing, hatte er mal auf unser Auto gezielt - anhand unserer sehr entsetzen Reaktion hat er ganz deutlich gemerkt, dass das eine absolut unverhandelbare Grenze ist. Und er respektiert diese Grenze - nicht weil ich ihm mit "Wenn... dann" gedroht habe, sondern weil er an dieser Stelle kompromissbereit ist. Darüber freue ich mich, nehme es nicht als Selbstverständlichkeit hin und ich bedanke mich manchmal sogar dafür. 

Angedrohte Konsequenzen sind häufig Lügen


Ein weiterer Aspekt, der mich an den "Wenn... dann"-Drohungen stört ist, dass es sich bei diesen Aussagen häufig um Lügen handelt. Dabei ist laut Befragungen von Emnid Ehrlichkeit für Eltern einer der wichtigsten Werte, den sie in ihrer Erziehung vermitteln wollen (49 %) - wie paradox! Häufig nutzen wir es ziemlich schamlos aus zu wissen, was bei unseren Kindern gut "funktioniert" und wir wissen sehr genau, welche Ängste sie haben. Die "Ich-gehe-ohne-Dich-Lüge" ist übrigens die weltweit am meisten genutzte, wie diese Studie belegt.

Und in den meisten Fällen würden wir die angedrohte Konsequenz ja doch nicht durchführen. Bestes Beispiel ist der eben genannte Satz. Niemand würde ohne sein Kind gehen. Auch wenn er es andeutet und seinen Schritt rasch vom Kind entfernt, er würde doch nicht wirklich gehen. Wir lügen unser Kind also an. Allein das ist für mich schwierig. Ob man bei der Erziehung Lügen zu 100 % vermeiden kann, ist sicher diskutierbar - aber die Motivation, mit der es hier geschieht finde ich sehr fragwürdig. Letztendlich drohe ich für die eigene Bequemlichkeit, weil es mir nicht schnell genug geht, weil ich nicht in der Lage bin, die Situation anders zu lösen.

Und wenn Kinder erst mal heraus finden, dass wir manche Konsequenzen gar nicht durchführen, dann verliert diese "Waffe" ohnehin ihre Schlagkraft. Daher wird in Ratgebern (und Foren) häufig dazu geraten, unbedingt immer konsequent zu sein. Dies führt jedoch häufig in einen Teufelskreis. Kinder haben das Bedürfnis, das Familienleben mitzugestalten. Sie möchten wahr- und ernstgenommen werden - erleben sie immer und immer wieder, dass sich über ihre Bedürfnisse konsequent hinweggesetzt wird und sie nur sehr geringen Verhandlungsspielraum haben, reagieren sie mit trotzigen Abwehrreaktionen. Das führt oft dann dazu, dass Eltern das Gefühl haben, dass sie nicht konsequent genug strafen, da der Nachwuchs sich immer noch nicht ihren Wünschen entsprechend verhält - also werden sie noch strenger und die Kinder noch frustrierter. Irgendwann (gerne im Vorschulalter) eskaliert die Lage und man fragt sich, wie es nur so weit kommen konnte.

Aber dazu demnächst mehr in einem Artikel zum Thema "Erziehung ohne Strafen". Bis dahin möchte ich Euch noch zwei großartige Bücher ans Herz legen, die sich genau mit solchen Themen befassen und die meine Erziehung nachhaltig beeinflusst haben - Liebe und Eigenständigkeit: Die Kunst bedingungsloser Elternschaft, jenseits von Belohnung und Bestrafung und  Die Neue Familienkonferenz: Kinder erziehen ohne zu strafen.

 

Kommentare:

  1. Danke, Danielle! Habe Buch Nummer 1 schon gelesen, allerdings ist ein Erfahrungsbericht von dir nochmal zusätzlich sehr wertvoll. Danke für diesen Beitrag!

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  2. Danke! Mein Sohn (13 Monate) beißt mir wenn ich ihn auf der Hüfte trage momentan oft in die Schulter, wenn ich mich mit jemandem unterhalte.
    Ich verstehe sein bedürfnis nach Aufmerksamkeit, aber es macht mich oft wütend und es tut sehr, sehr weh. Ich habe leider zu Allem Überfluss eine Schmerzverarbeitungsstörung.
    Gehe ich auf ihn ein hört er fast immer auf! Er tut es aber natürlich wieder, wenn er mir sagen will "Mama, hey, kümmer dich mal wieder um MICH."

    Aber gelegentlich hört er trotzdem nicht auf.
    Meine Mutter ist nun der Meinung ich solle ihn dann sofort absetzen, am besten in den Laufstall wenn er beißt, es wäre ja "nur logisch" wenn ich mich "vor ihm schütze" und keine Strafe weil ich es ja nicht tue um ihn zu bestrafen.
    Ich konnte nie auf den Punkt bringen, wieso mir der Gedanken Bauchweh macht.
    Selbst wenn es weh tut würde ich meinen Sohn in so einer Situation nur im Notfall "aussetzen".
    aber dein Artikel bringt es so einfach auf den Punkt - weil es sich für ihn genau so schlimm anfühlen würde, egal ob ich es tue um zu strafen, oder ob ich es tue damit er - ja was eigentlich lernt?
    Dass ich ihn "aussetze", sobald er etwas tut, das mir nicht gefällt?

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    1. Liebe MamaUtan,

      dazu möchte ich gerne etwas schreiben:

      Mein Sohn ist gerade 11 Monate alt und ich sehe in dem Buch von Alfie Kohn oder dem 'demokratischen Ansatz' von Aletha Solter durchaus Richtungen, die ich für verfolgenswert halte.

      Dennoch habe ich mich gerade beim Lesen Deines Beitrags gefragt, ob der Ratschlag Deiner Mutter wirklich so schlecht ist.. Mit 13 Monaten ist er doch gerade dabei, die Welt zu entdecken und die eigenen Füße zu erproben. In einer solchen Phase relativ unbeweglich an Mamas Hüfte gebunden zu sein, die dann einen noch nicht einmal beachtet, stelle ich mir relativ frustrierend und langweilig vor. Und auf der anderen Seite solltest Du Dir selbst eine gewisse Schmerzfreiheit gönnen (so möglich) - zumindest ich selbst habe festgestellt, dass derartige 'Opfer' zu Lasten aller gehen.

      Kurz gesagt, natürlich sollst Du ihn nicht bestrafen/aussetzen, aber Du solltest auch nicht leiden. Es lohnt sich, einen Kompromiss zu suchen, der den Bedürfnissen aller entgegen kommt.

      Mein Mann und ich haben das für uns und unseren Sohn so gelöst, dass wir ihm einen sehr großen Laufstall gebaut haben (in der Größe eines kleinen Zimmers). Wenn wir Besuch bekommen, setzen wir uns gemeinsam in den Laufstall und der Kleine kann sich dann aussuchen, ob er alleine spielt oder sich mit uns beschäftigt..

      Liebe Grüße,
      Julia

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    2. Liebe Julia,
      es sind ausschließlich Situationen, in denen er auf den Arm will (ist nicht im Tuch, sondern sitzt dann auf meiner Hüfte), aber ungeduldig wird, wenn ich mich unterhalte. Würde er runter wollen, würde er das deutlich machen.
      Und wenn er merkt dass ich mich erschreckt habe, dann klammert er sich gleich noch viel fester an mich. :)
      Meine Mutter meint ich soll ihn wegsetzen damit er lernt, dass er nicht beißen soll.
      Wenn ich ihn wegsetzen *muss*, weil er mich beißt, dann tue ich das - und das ist durchaus von meiner Tagesform abhängig. Ich quäle mich nicht aus Prinzip. ;)
      Aber genauso wenig finde ich es richtig ihn aus Prinzip wegzusetzen, wenn er beißt.
      Meine Mutter meint -wir haben ausführlich darüber gesprochen- dass er dann halt lernt, dass die Mama ihn nicht "aushält", wenn er beißt. Aber solange ich ihn aushalte (so lange seine Mama ihn halten kann), so lange es für mich zwar ärgerlich aber ok ist, ist doch alles gut.
      Zumal ich nicht glaube dass er wirklich etwas lernt, das er in der gleichen Situation in der Zukunft anwenden könnte, wenn ich ihn wegsetze.
      Brauche ich einen Moment Luft oder muss ich mich wirklich schützen - dann tue ich das. Aber wenn ich es immer tue wenn er beißt, weil "man nicht beißt".

      Ich verstehe aber dass du das gar nicht gemeint hast, sondern einen anderen Lösungsansatz beschreibst, weil du eine andere Ursache vermutest.

      Liebe Grüße!

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    3. Liebe MamaUtan,

      hier liegt ein großes Missverständnis in Bezug auf die Motivation des Kindes vor! Dein Kind beißt nicht, um Dir weh zu tun - daher muss man das nicht "aberziehen" (ist aber ganz klassisches Erziehungsdenken unserer Elterngeneration).

      Snowqueen hat dieses Verhalten in diesem Artikel hier beschrieben und erklärt, dass es einfach nur eine Form von Kommunikation ist. Was man dagegen tun kann, hat sich auch ausführlich geschildert:

      http://www.gewuenschtestes-wunschkind.de/2013/02/beien-hauen-spucken-warum-das-normal.html

      Vielleicht hilft Dir das, das verhalten besser einzuordnen und zu verstehen :-).

      Liebe Grüße!
      Danielle

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    4. Liebe Danielle,
      ich glaube ja gar nicht, dass er das tut um mir weh zu tun. (Meine Mutter schon!)In manchen Situationen sind es Liebesbisse, wenn er auf der Hüfte sitzt merke ist meist sehr deutlich dass er es tut wenn meine Aufmerksamkeit zu lange weg von ihm ist.
      Dass ich das überhaupt so differenziert wahrnehme verdanke ich übrigens eurem Artikel, den ich kurz nach der Geburt gelesen habe. :)
      Am Anfang war es unglaublich schwer nicht wütend zu werden - oder einfach nur zu leiden. Seit ich richtig hinhöre, was er mir kommunizieren will ist es viel leichter geworden.

      Aber eine Frage hätte ich da noch: Wir haben grade ein großes Problem . naja, ICH habe das Problem ;) - mit den Milchflaschen. Es gibt, weil Stillen aufgrund meiner Schmerzerkrankung nicht möglich war, ausgestrichene Muttermilch. Ich finde es eigentlich wichtig, dass mein Kind Zugang zur Milch hat und selbstbestimmt Trinken kann. Aber seit ein paar Wochen wir exzessiv mit den Fläschchen gespielt und die Milch überall verspritzt. Das macht mich richtig, richtig wütend, denn ich empfinde es als zwar weniger schmerzhaft die Milch auszustreichen, aber anstrengend ist es, und ich möchte nicht dass sie als Spielzeug verschwendet wird.
      Ich bin aber unschlüssig - soll ich momentan gar nicht erst freien Zugang zur Milchflasche gewähren?
      Wasserfläschchen hatte ich als Ersatz angeboten, aber das fließt viel besser, so dass nach wneigen Minuten alles klatschnass ist.

      Lieber Gruß,
      MamaUtan

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    5. Liebe MamaUtan,

      es freut mich wirklich, dass Du eine Verbesserung der Kommunikation festgestellt hast. Ich halte das ja für den maßgebenden Faktor für die Konfliktreduzierung.

      Wegen der Flasche: Ich kann absolut verstehen, dass es Dich nervt, wenn die mühsam gewonnene Milch verspritzt wird - das würde mich auch schrecklich nerven. Wann spritzt er denn? Wenn er beginnt zu trinken? Wenn er satt ist? Was meinst Du mit "freien Zugang zur Milchflasche"?

      Ich persönlich würde ihn (in der Badewanne/Dusche) mit der Wasserflasche ausgiebig spritzen lassen. Vielleicht mit einer speziellen Flasche, damit er differenzieren kann: Bei der ist es erlaubt, bei der Milch nicht. Ich vermute, dass er das schnell versteht, wenn die Milchflasche schnell entzogen wird, sobald er herum spritzt. Das freie Spritzen hat auch den Effekt, dass er sich richtig nass macht und das fühlt sich ja auch recht schnell unangenehm an, so dass er auch lernt: Rumspritzen macht nass und das ist unangenehm.

      Alternativ: Muttermilch aus einem Fütterbecher geben und Pre zum rumspritzen. Ich bin sicher, dass das dann recht schnell uninteressant wird. Vermutlich ist Deine Reaktion darauf auch nicht ganz unspannend ;-).

      Liebe Grüße
      Danielle

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  3. Danke für diesen ausführlichen Artikel. Der hat mich wirklich für dieses Thema sensiblisiert. Ich habe soweit auch mit "logischen" Konsequenzen gearbeitet, die ich zumindest vorher freundlich angekündigt habe, damit das Kind sich darauf einstellen kann. Die Aussage, einfach mal hinter die "Tat" zu schauen - warum, das Kind es macht - ist eigentlich sooo einfach, aber im Alltag bestimmt sehr schwierig dranzudenken. Aber ich versuche es mal! Auf meine Wenn-Dann´s zu achten und mehr zu schauen, warum mein Kind etwas macht.
    Freue mich schon auf den nächsten Beitrag: Erziehen ohne Strafe!
    LG
    Petra

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    1. Hallo Petra,

      es ist leider eben nicht so einfach - aber es reicht ja für den Anfang, dem Kind grundsätzlich gute Absichten zu unterstellen. Das hilft mir immer ein bisschen, meine eigene Ärgerlichkeit in Zaum zu halten (wenn auch nicht immer - ich kann keine gute Motivation bei dreckigen Füßen auf dem Tisch erkennen *g*). Aber auch das freundliche Ankündigen und Durchführen der Konsequenzen hat ja schon einen gewissen Effekt.

      Liebe Grüße!
      Danielle

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  4. :-)
    Wenn ich heute genug Kraft uns Sensibiltät habe, dann hört mein Kind heute kein wenn - dann mehr.

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    1. Tja - das ist das, woran es auch mir gelegentlich mangelt... aber wichtig ist, dass man bemüht ist. Ich denke, allein das honorieren Kinder schon :-).

      Liebe Grüße!
      Danielle

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  5. Ich gebe mir schon länger Mühe, aus diesem Teufelskreis rauszufinden.
    Aber wenn der Kurze morgens zu lange bummelt, dann fährt der Schulbus trotzdem ohne ihn... (nein, noch früher aufstehen ist keine Option für mich). Es ist nicht ganz einfach, da rauszufinden, und wahrscheinlich muss man sie halt trotzdem zwischendurch sehenden Auges in die natürlichen Konsequenzen ihres Tuns reinrasseln lassen.
    Andererseits wären wir vielleicht erstaunt, wie vie Verantwortung auch schon ein Vier- oder Fünfjähriges für sich selber übernehmen könnte - wenn man es denn liesse.

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    1. Hallo Katharina,

      ja, das ist tatsächlich so. Ich lasse meine Tochter ja selbst entscheiden, wann sie ins Bett geht - und das, seit sie 3 Jahre alt ist. Und das klappte so hervorragend, dass ich wirklich erstaunt war, wie Kinder sich selbst regulieren können (wobei das sicher auch typabhängig ist - mit meinem Sohn könnte man das wahrscheinlich nicht machen - der wird in dem Alter vermutlich immer noch einschlafbegleitet).

      Und ja - wahrscheinlich muss er wirklich mal den Bus verpassen - ich würde es drauf ankommen lassen. Ich wäre aber auch eine Mama, die sich bei den Hausaufgaben nicht aktiv einmischen würde (sage ich jetzt - nächstes Jahr kann ich berichten).

      Liebe Grüße!
      Danielle

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    2. Tatsächlich hatten wir auch nie feste Bettzeiten, trotzdem hat Kurzer seinen eigenen Rhythmus entwickeln können. Aber leider hält sich die Schule nicht an den natürlichen Rhythmus der kleinen Eule... der würde nämlich gerne von 10 bis 10 schlafen ;-)
      Aber es sind erst zwei Wochen her, dass er dorthin geht, wahrscheinlich braucht es ein paar Wochen (oder Monate), bis sich ein neuer Rhythmus einspielen kann. Ich sehe aber jetzt schon, dass für einen Fünfjährigen das Spielzeug direkt vor der Nase immer wichtiger sein wird, als seine Schulbildung. Da gibt es noch viel zu lernen.

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  6. Toller Artikel - wie immer :)!
    Wie handhabst du dann das Zähneputzen? Wir haben jetzt mit der Fingerzahnbürste begonnen, aber bereits hier hat sie ihre guten und schlechten Tage. Ich mache mir Sorgen, wie es wird, wenn sie mehr Zähne hat, an die wir rankommen müssen :(
    Liebe Grüße
    TaoTao

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    1. Hallo TaoTao,

      das Zähneputzen ist im Grunde das einzige Reizthema, für das ich noch keine befriedigende Lösung gefunden habe. Meine große habe ich irgendwann erpresst mit "Wenn Du keine Zähne putzt, gibt es nichts Süßes". Hat geklappt, sie war aber auch so weit zu begreifen, dass ihre Zähne sonst kaputt gehen. Sie putzt ohne Probleme, auch völlig freiwillig, ohne dass einer was sagt.

      Den Kleinen wollte ich nicht erpressen - aber der weigert sich renitent. Ich muss meine körperliche Überlegenheit nutzen und putze einfach - mal mit mehr, mal mit weniger Widerstand. Aber irgendwann wird auch er verstehen, warum man das machen muss... Ich glaube, das ist definitiv mal einen Artikel wert.

      Liebe Grüße!
      Danielle

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    2. Zähneputzen, Anschnallen, nicht auf die Straße rennen,... das sind für mich Situationen in welchen ich der überzeugung bin, dass wir unsere Kinder WENN ES NICHT ANDERS GEHT auch mal zu zwingen dürfen. Schließlich darf man auch festhalten, dass wir mehr Lebenserfahrung und Verantwortung haben. Aber natürlich sollte man die Freiwilligkeit dabei immer wieder ermöglichen, abfragen,... Und wenn hier ein "wenn... dann" klappt, finde ich das auch legitim!

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    3. Sehr interessanter Artikel, danke schön!

      Zu dem Zahnputzthema werfe ich mal unsere Erfahrungen in den Ring: Bei meiner Frau funktioniert es gar nicht, ich mache das so, dass die Kleine auf ihrem Hocker steht und auf ihrer Zahnbürste rumkaut (größtenteils) und mir beim Putzen zuschaut. Erst wenn ich fertig bin, kommt sie auf den Arm, gibt mir ihre Bürste auf Aufforderung und lässt mich in Episoden putzen. Man muss dazu sagen, dass wir das schon seit einigen Monaten machen/versuchen und es immer noch nicht immer klappt. Wenn-Dann haben wir beim Zähneputzen nie praktiziert. Bei einer 1,5-jährigen sehe ich da auch wenig Raum für "logische" Konsequenzen. Was nicht heißt, dass uns nicht auch gelegentlich der Kragen platzt :-/

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    4. Ich habe einen sohn, der sich ziemlich stark körperlich wehren kann, wenn er nicht will. Unter den arm klemmen hat also nie geklappt. Daher haben wir immer wieder neu versucht ihm Zähneputzen schmackhaft zu machen. Mit singen, mitputzen, er darf bei mama etc... Es hat letztlich die längste Zeit am besten geklappt, als er ein lied auf dem smartphone während dem putzen anhören durfte. Im Netz gibt es viele lieder, die ich als unbedenklich einstufe, die aber ruhige offene kindermünder förder, in denen man putzen darf. (Zb biber putzeputz) inzwischen geht es ohne, da es einfach zum bettfertig machen dazugehört. Er ist jetzt 2,7.
      Vlt eine option für zappelphilips??
      LG

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  7. Hallo, ganz herzlichen Dank für diesen Artikel! Ich hatte zwei Aha - Effekte: zum Einen, wie weit verbreitet und schwachsinnig das wenn - dann - Konzept ist. Und dann ist mir jetzt klar, woher es kommt, dass dieses Konstrukt so fest in uns verankert ist! Die Wenn - Dann - Schleife hemmt schließlich auch viele Erwachsene im Vorankommen, dann nicht mehr als Strafe, aber noch immer als relativ sinnlose Bedingungskette: "Wenn ich 10 kg abnehmen, dann finde ich einen Partner; Wenn ich erst mal einen neuen Partner habe, dann suche ich mir auch einen neuen Job. Und wenn ich das alles habe, dann bin ich glücklich." Und so weiter... Klingt jetzt vielleicht auf den ersten Blick ein wenig weiter hergeholt, aber ich könnte mir durchaus vorstellen, dass es hier einen direkten Zusammenhang gibt...

    Danke und viele Grüße
    Juliane

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  8. Sehr interessanter Artikel! Ich bin selbst stark autoritär erzogen und möchte diesen Erziehungsstil auf keinen Fall bei meinen Kindern anwenden.
    Nun kann ich mangels Erfahrung schlecht intuitiv handeln. Sämtliche eurer Artikel sind daher schon jetzt eine große Bereicherung für mich auch wenn unser Sohn erst fünf Monate alt ist.

    Mich würde nun interessieren, wie ihr das handhabt wenn ihr bei anderen Leuten/in der Öffentlichkeit seid. Ich stell mir nur grade vor wie Zwerg bei Oma die Blume aus dem Topf bündelt und die Erde auf der Auslegeware verteilt um mal ein Beispiel zu nennen.
    Lernen Kinder dass man bei anderen Leuten unter Umständen weniger darf als zuhause? Wie setzt man das in der Praxis ohne Strafen um?

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    1. Liebe Ulrike,

      ich kann Deine Befürchtung verstehen - kann Dir aber versichern, dass Kinder ganz genau wissen, dass es überall andere Regeln gibt. Manche sind immer überall gleich (es wird nicht gehauen), manche variieren (bei Tim daheim darf man auf dem Sofa hüpfen, bei Anna keinesfalls). Es ist natürlich ein Lernprozess - bei dem mehr als einmal das Wort "nein" fallen wird.

      Bei kleinen Babys (und auch bei noch kleinen Kleinkindern - also so lange Kinder noch nicht in der Lage sind zu erfassen, warum sie bestimmte Dinge nicht tun sollen) habe ich immer das Kind unaufgeregt aus der Situation genommen und abgelenkt. Das muss man ggf. auch 20 mal wiederholen, aber irgendwann versteht ein Kind das. Man kann sich an der Stelle das Leben auch gut erleichtern, indem man überlegt, wie viel man wirklich verbieten will.

      In der sonstigen Öffentlichkeit wäge ich ab, wessen Interessen vorgehen. Wenn sich jemand durch auch mal lautes Schreien auf dem Spielplatz gestört fühlt, dann finde ich, dass das sein Problem ist und würde nicht intervenieren. In einem Verkehrsmittel sieht das dann anders aus :-).

      Liebe Grüße!
      Danielle

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  9. Liebe Danielle,
    ich bin schon länger Fan von deinem Blog und finde diesen Artikel mal wieder total super und wie für mich gemacht.
    Gern möchte ich meine Kinder (Zwillinge, 3 Jahre) ohne Belohnen und Bestrafen (aka "Konsequenzen") zu starken, selbstbewussten und zugleich verantwortungs-und respektvollen Menschen erziehen. Deine Buchempfehlung von Alfie Kohn habe ich mir längst durchgelesen, finde es allerdings im Alltag wirklich unheimlich schwer, dies so durchzuziehen.
    Die Umwelt (von Ehemann über Großeltern bis zur "Öffentlichkeit") macht es einem eher schwerer als leichter. Gestern z.B. war ich zum Elternabend in der KiTa und dort wurde uns Eltern tatsächlich Michael Winterhoffs Tyrannen-Buch empfohlen :(
    Auch wurde ich selbst streng erzogen (ohne körperliche Gewalt, aber ebn doch häufig mit Liebesentzug) und es reichte oft ein böser Blick, dass ich nach Wunsch der Eltern reagierte und eben jene Blicke machen mich auch heute noch äußerst nervös, wenn meine Eltern zu Besuch sind und meine Kinder mal Blödsinn machen und nicht sofort kuschen.
    Ich fange dann immer an zu grübeln und mein Selbstbild zu überdenken. Schließlich bin ich doch kein unglücklicher Mensch, habe einen guten Job, eine tolle Familie, genug Freunde - so "schlimm" kann mein insgesamt eher angepasstes Verhalten also auch für mich persönlich nicht sein. Warum sollte ich meine Kinder also anders erziehen? Aber wenn ich dann mal wieder meckernd und genervt hinter meinen Kindern herjage, wünsche ich mir doch andere Wege für ein friedliches Miteinder, bei dem sich ALLE Beteiligten wohl und angenommen fühlen.
    Darum an dieser Stelle nochmal ein großes Dankeschön und Weiter so! Mich motivieren solche Beiträge definitiv :)
    Liebe Grüße,
    Susanne

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    1. Liebe Susanne,

      das "Zauberwort" dabei heißt Resilenz. Du bist nicht wegen Deiner Erziehung glücklich geworden, sondern trotzdem.

      Für mich die Kernfrage dabei ist: Wie ist die Beziehung zu Deinen Eltern heute? Wünschst Du Dir eine solche Beziehung in ein paar Jahrzehnten zu Deinen Kindern?

      Ja - es IST der anstrengendere Weg - das ist vollkommen unbestritten so. Aber auch nur mittelfristig - das was ich am Anfang mehr investiere, das kriege ich im Laufe der Zeit durch vergleichsweise viel mehr Kooperation zurück - da bin ich vollkommen sicher.

      Beim AP geht es auch nicht darum, ausschließlich die Bedürfnisse der Kinder zu erfüllen - es wird geschaut, wessen Bedürfnis am dringendsten ist - und wer einfach auch mal zurück stecken kann. Und das können an manchen Stellen auch wirklich ohne schlechtes Gewissen die Kinder sein.

      Dass Winterhoff in der Kita empfohlen wird, macht mich ein bisschen fassungslos. Das motiviert mich nun wieder, weiter hier zu schreiben und hoffentlich ganz viele Menschen zu erreichen. Ich habe schon einiges nachdenkliches Feedback bekommen. Und ich bin ganz sicher, dass sich das Kinderbild in den nächsten Jahren wandeln wird.

      Ganz liebe Grüße und vielen Dank fürs Lesen!
      Danielle

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  10. toller Artikel :)
    und ich bin so happy, dass ich mich bestätigt fühlen kann. Mein Söhnchen darf ja alles, außer Lebensgefahr und Teuer. Er darf auch klettern wie er möchte (wenn Teppich drunter ist) und auch mal laut kreischen. Und alle wundern sich, wie lieb und ausgeglichen der ist. Selbst unsere Krippenleiterin kommt jedesmal erstaunt um die Ecke. Es sind Kinder, keine kleinen Roboter. Um mal das Beispiel Blumen ausbuddeln aufzugreifen: unser ganzen Haus ist voller Zimmerpflanzen und dann haben wir noch einen großen Garten. Die Zimmerpflanzen sind alle tabu, schließlich sind manche auch giftig. Um Garten kann am Gras nach Herzenslust gezogen werden. Und die Frage einer der Posterinnen: ich bin auch überzeugt, wenn das Kind zu Hause nach Herzenslust Gras zupfen darf, dann wird es das nicht bei anderen Leuten machen, da die Neugier zu Hause prima befriedigt werden kann.

    2 wichtige Ergänzungen vielleicht noch zu eurem sonst wie immer top Artikel: Es sind Kinder! Selbst wenn im Spielübermut doch mal eine Handvoll Erde aus dem Blumenkübel im Wohnzimmer von Oma Erna geholt wurde, was ist eigentlich so schlimm daran?! Dann man halt Sorry und holt den Staubsauber. Manchmal vergessen die Mäuse das auch einfach. Und es ist nicht schlimm! Es ist auch nicht schlimm, wenn das Kind mal im typisch-deutsch stummen Wartezimmer beim Arzt quiescht. Kinder quietschen nun mal. Einfach locker bleiben.

    Und der viel viel Wichtigere Punkt: auch einfach mal mit Humor nehmen! Ob das Kind jetzt auch mal vergessen hat, dass etwas verboten ist (die kleinen bemühen sich schon sooo toll! an 6 von 7 Tagen wird alles richtig gemacht! und wie sollen sie sich so schnell alle regeln merken? Eigentlich haben sie doch für die 6 Tagen mal ein Danke verdient) oder doch mal der Reiz des Verbotenen so gekitzelt hat, knuddelt die kleinen Monster doch einmal mal durch, dicke Knutschattacke und einfach mal zusammen mit dem kleinen Räuber lachen, dass der kleine Frechdachs halt auch mal nicht gespurt hat. Die verbotenen Dinge sind doch die schönsten ;)

    Liebe Grüße
    Kathi

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  11. Ein toller Artikel, vielen Dank dafür. Er hat mich inspiriert, so dass ich endlich mal meine Gedanken zum Thema Machtkämpfe und meine Fragen zum Zähne putzen aufgeschrieben habe. http://www.vereinbarkeitsblog.de/machtkaempfe/

    Viele Grüße
    Uta

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  12. Ich finde die Gedankengänge hier zwar gut, kann dem "Resultat" dennoch nicht zustimmen.
    Wie kann man denn (logische) Konsequenzen in der Erziehung so negativ auslegen und ganz pauschal als künstlichen Machtmissbrauch werten? So läuft die Welt- sie ist voller Konsequenzen, die Natur, die Gesellschaften, ob in der westlichen Großstadt oder im Regenwald. Die Natur erpresst uns, die physikalischen Kräfte und überall machen Menschen Regeln um das Miteinander zu ordnen.
    Wenn ich im Winter keine Jacke anziehe, dann werde ich frieren (oder krank). Wenn ich meine Freunde belüge, dann sind sie enttäuscht. Wenn ich im Geschäft nicht bezahle, kommt die Polizei. Wenn ich einen anderen Menschen kratze, hat er Schmerzen. Wenn ich mich auf die Ofentür knie, dann kracht sie evtl. ab. Wenn ein Nichtschimmer ins Wasser springt, geht er unter. Wenn ich jemandem die Vorfahrt nehme, fährt er womöglich in mich rein.
    Wenn man mir Wenn-Dann-Sätze unterbinden möchte, dann fühle ich mich wie früher, als der Opa mir das "Aber-Trotzdem" verbieten wollte. :-D Ich müsste mir auf die Zunge beißen, oder künstlich umschreiben. "Du musst ... ansonsten...", was ja nichts an der Sache ändert.
    Wenn-Dann-Sätze sind auch keine reine Erziehungsmaßnahme. Vermutlich kommt es im Umgang mit dem Kind deshalb so gehäuft vor, weil man dem Kind die Welt erklärt und dessen Regeln beibringt. Das ist ja nunmal der Job der Eltern. Deshalb bekommen Erwachsene Babys, die sehr lange sehr unabhängig sind und durch uns "gesellschaftstauglich" werden.
    Jedenfalls kann ich zu meinem Partner, wie zu meinem Kind sagen "Wenn du dich jetzt nicht etwas beeilst, dann kommen wir zu spät." Und wenn ich mein Kind vom Schoß setze, weil es mich beißt, dann finde ich es durchaus angebracht. Wenn mein Partner mich beißen würde, dann würde ich härter reagieren. Und auch wenn das Kind noch nicht erkennt, dass es damit jemandem Schmerzen zufügt, möchte man doch nicht mit dem Reagieren warten BIS es dieses Verständnis besitzt- und in der Zwischenzeit noch weiter munter ungehindert alles um sich herum beißt. Man tut dem Kind ja praktisch nur einen Gefallen, wenn man ihm frühzeitig altersgerecht wieder und immer wieder vermittelt (durch Reagieren, Vormachen, Mitmachen, Mimik, Gestik etc), dass beißen sehr ungewünscht ist- sonst wird das wahrscheinlich früher oder später jemand anderes (womöglich weniger sanft) übernehmen.
    Dass Wenn-Dann-Sätze so oft bevormundend klingen, liegt vermutlich auch an der Tatsache, dass man sich häufig als kompetenter einstuft, da man mehr Weitblick hat.
    Man würde vermutlich nichts daran auszusetzen haben, wenn ein Computer-Kenner einen Unwissenden warnt "Wenn du diese Software herunter lädst, ohne einen Virenschutz installiert zu haben, dann fängst du dir wahrscheinlich einen Virus ein." sowie "Wenn du dich auf dem Stuhl stehend nach vorne lehnst, kippst du zusammen mit ihm um. "
    Und die Situation der zwei Eltern um das Essen könnte auch so aussehen: (vorausgesetzt, es gibt eine Abmachung, dass die Frau nach Manns Arbeitstag ein Abendessen bereitstellt, welches sie gemeinsam einnehmen) Mann kommt nach hause, Frau liest. Mann fragt "Kannst du uns das Essen richten? Hab richtig Hunger." Frau antwortet: "Ich lese erstmal noch ein bisschen". Mann fragt nach 20 min nochmal: "Wie sieht's aus? Bist du fertig mit lesen?" Frau sagt: "Nee, kann jetzt nicht aufhören, es ist echt spannend." Mann entgegnet: "Na gut, dann warte ich nochmal 10 min. Aber WENN du bis dahin nicht dabei bist, DANN ess ich eben alleine irgendwas."
    So klingt die sog. Erpressung doch wohl recht legitim, oder?

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    1. Liebe neleh,

      ich hatte das im Artikel differenziert - es gibt einen Unterschied zwischen logischen und natürlichen Konsequenzen. Wenn ich ohne Schirm im Regen stehe, werde ich nass. Das ist eine Konsequenz. Aus der lerne ich. Kippt mir jemand einen Eimer Wasser über den Kopf, weil ich nicht auf ihn gehört habe, bin ich nass. Aber die Konsequenz ist nicht natürlich.

      Es spricht nichts gegen natürliche Konsequenzen oder solche, die sich aus der Gesellschaft ergeben. Bei den Wenn... danns, über die ich schrieb, geht es ausschließlich um diejenigen, die in der Absicht gebraucht werden, ein Kind zu etwas zu bewegen, dass MIR bequem ist. Ich verteufle nicht pauschal die Formulierung, sondern die Erpressung dahinter. "Wenn du Dich nicht beeilst, dann sind wir zu spät" ist doch keine Drohung, sondern die Schilderung eines kausalen Zusammenhangs. Dagegen habe ich gar nichts.

      Und natürlich sollst Du Deine Gefühle ausdrücken - ich habe nirgends geschrieben, dass das vermieden werden sollte. Aber Du würdest doch dennoch nicht den Nachtisch deswegen streichen - oder?

      Man kann Regeln auch ohne Erpressung beibringen - man braucht kein Wenn... dann dafür. Das kann man durchaus für die Erklärung von Zusammenhängen verwenden. Ich verurteile die Formulierung lediglich im Zusammenhang mit Erpressung :-).

      Viele Grüße!
      Danielle

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  13. Auch diese Antwort kann bei der Frau negative Gefühle auslösen, weil im Moment der Hunger des Mannes für sie weniger wiegt, als das Vergnügen, dass sie beim Lesen empfindet. Doch muss sie dann selbst ihre Vernunft befragen, was sie eigentlich erwarten kann und was nicht. So können Konsequenzen auch negative Gefühle auslösen. Oder vielleicht spiegeln die negativen Gefühle einfach den Ärger über sich selbst wieder. Das schafft die Natur auch mit ihren Konsequenzen. Diese Gefühle sind deshalb nicht in jedem Fall etwas schlimmes, verwerfliches, sondern etwas natürliches.
    Wenn mein Kind mir ein geliebtes Stück versaut (weiße Ledersofas gäbe es bei mir jetzt nicht), dann wäre eine weitere logische Konsequenz (außer der Tatsache an sich), dass ich enttäuscht, wütend oder traurig bin. Je nach Entwicklungsstand meines Kindes (Bewusstsein, Absicht oder nicht), würde ich schimpfen und meine Gefühle irgendwie ausdrücken. So wie bei einem Erwachsenen auch (nur sanfter). Was ist daran prinzipiell respektlos? (Sicherlich muss man berücksichtigen, dass manche Arten von Gefühlsausbrüchen nicht angebracht sind, zB hysterische Wutanfälle oder ein aggressiver Umgang.)
    Mein Kind kann (und würde) sich ebenso beschweren, wenn ich etwas beschädige, zerstöre, was ihm etwas bedeutet. Das ist genau so akzeptiert.
    Wenn man also wirklich das alles als fiese Erpressung deutet, dann kann man es nicht ändern, denn dann werden wir in unserem Leben ständig erpresst- von überall. Auch von oben. Dann nützt es auch nicht, wenn wir Eltern (als einziges "Element" in Kindes Umwelt) versuchen darauf zu verzichten.
    Sicher finde ich es auch wichtig, sich zu reflektieren, des Kindes Wünsche zu respektieren, Bedürfnisse zu interpretieren und ihnen Raum geben, nach Alternativen und Kompromissen suchen (das Steine-Pool-Bsp) zu kommunizieren, erklären, vormachen... Aber eben alles in einem bestimmten Rahmen. Wir (Eltern) haben auch Grenzen und Bedürfnisse (zumindest ich). Und manchmal haben wir nicht so viel Zeit und Nerven. Eltern UND Kinder müssen Kompromisse machen. Dauernd.
    Und wem es sehr leicht fällt, seine Bedürfnisse zu unterdrücken und sich ausschließlich mit "Wunsch-Erfüllung" des Kindes zu beschäftigen, um Wenn-Dann-Sätze zu vermeiden, der stelle sich einfach mal vor, er hätte 5 Kinder, die ständig unterschiedliche Wünsche und Bedürfnisse äußern.
    Ich finde Wenn-Dann-Sätze natürlich, unvermeidbar und sogar notwendig- nicht generell, sondern von der Aussage abhängend. Deshalb kann man sie meiner Meinung nach nicht pauschal verurteilen, sondern muss sie individuell nach ihrem Inhalt bewerten. Wie eben alles. Und wenn du (Autorin) trotz aller Bemühungen auch kaum darauf verzichten kannst, dann sind sie bei dir vielleicht auch unverzichtbar??

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  14. Liebe neleh n,

    Danke für deinen ausführlichen Kommentar! Du sprichst mir aus der Seele! Ich sehe das genauso wie Du!
    Ich denke ein Mittelweg aus beiden Positionen wäre am vernünftigsten.
    Immerhin ist auch eine Mutter nur ein Mensch und darf mal sauer sein und ihre Gefühle ausleben!
    Klar sollte man sein Kind nicht mit "Liebesentzug" steafen, aber dennoch hat alles im Leben Konsequenzen und dies müssen Kinder einfach genauso lernen wie alle Erwachsenen!

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    1. Natürlich darf man sauer sein und das auch zeigen! Und gegen natürliche Konsequenzen habe ich gar nichts - die ergeben sich auch schlicht ganz natürlich.

      Aber logische Konsequenzen werden einfach sehr häufig missbraucht, um Kinder regelrecht zu dressieren - und das finde ich verwerflich - nicht mehr und nicht weniger ;-).

      Viele Grüße!
      Danielle

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  15. Hallo, ich habe die letzte Stunde ausführlich mit diesem Artikel verbracht und auch wenn ich sonst fast alles wirklich gut und richtig empfinde, was hier geschrieben wird, muss ich mir eingestehen, dass ich mit diesem Artikel echt so meine Probleme habe...

    Was ich verstehe und auch als richtigen Apell empfinde: "Denkt nach, bevor ihr solche Formulierungen verwendet! Überlegt euch, was ihr damit in dem Kind auslöst und ob ihr eventuell auch noch eine andere Alternative findet." Und schließlich auch die Frage: "Was genau ist jetzt eigentlich so schlimm daran, wenn das Kind das gerade tut? Ist es gefährlich oder möchtest Du (der Elternteil) jetzt nur deinen Willen durchsetzen?"

    Aber... bei wirklich gefährlichen Situationen wüsste ich absolut nicht, wie man es dem Kind anders begreiflich machen kann als: "Wenn du einfach auf die Straße fährst mit deinem Roller, kannst du überfahren werden!" Oder auch: "Wenn du nicht aufhörst, dem anderen Kind weh zu tun, müssen wir nach Hause gehen!" ... Ich stelle mir gerade vor, ein anderes Kind schlägt meinem ständig ins Gesicht und die Mutter sitzt daneben und sagt: "Er macht das nur, weil er Aufmerksamkeit möchte, er versteht einfach noch nicht, was er Ihrem Kind damit antut. Bitte haben Sie Verständnis dafür, ich möchte ihm nicht drohen!" ... Auch wenn sie versucht, es ihm zu erklären - wenn er nicht aufhört, muss er deutlich spüren, dass das einfach nicht geht und das er dafür auch bestraft wird - das wird er doch als Erwachsener auch!

    Aber mal gar nicht so weit gedacht. Ich glaube nämlich auch nicht, dass das unbedingt die Situationen sind, auf die die Autorin hier wirklich bedacht ist... Meine Tochter ist 10 Monate alt, schläft eigentlich super alleine ein und normalerweise auch durch. Sie braucht ihren Schlaf auch wirklich. Wenn sie nun aber einen Schub hat oder warum auch immer: Es gibt Tage, da wühlt sie sich immer wieder hundemüde aus ihrem Bett hoch, wenn ich sie hinlege und findet einfach keine Ruhe. Ich gehe dann bewusst aus dem Zimmer und lasse sie allein. Sie beschäftigt sich eine ganze Weile an ihrem Bettchen und weint irgendwann - sobald sie weint, gehe ich hinein, nehme sie in den Arm und lege sie wieder hin. Bleibt sie liegen, bleibe ich bei ihr und streichle sie (das braucht sie nur, wenn sie einen Schub hat). Steht sie wieder auf, gehe ich wieder - um ihr zu zeigen, dass jetzt keine Spielzeit ist. Was wäre denn die Alternative? Ihr den Willen zu lassen und sie quengelnd (denn sie ist ja wirklich müde) aus dem Bett zu holen? Ist es wirklich so, dass es ihr gut tut, ihren Willen immer zu bekommen? Was ist mitten in der Nacht? Ist es richtig, dem Kind zu signalisieren: "Eigentlich ist Nacht und du solltest schlafen - aber wenn du nicht möchtest, spielen wir natürlich jetzt so lange bis du von alleine wieder ins Bett willst und wenn du von nun an immer nachts spielen möchtest, gehen wir einfach nicht mehr arbeiten, damit du das machen kannst?!" Das ist sehr überspitzt, das weiß ich auch... aber sehe ich die Alternativen dazu einfach nicht oder soll das wirklich die Lösung sein?

    Jenny

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  16. Dennoch ein Nachtrag/ Dankeschön: Dafür, dass dieser Beitrag uns zum Nachdenken bringt. Dafür dass wir hoffentlich ein bisschen öfter überlegen, wem der Satz, der uns auf der Zunge liegt, jetzt nützt und dafür, dass wir uns vielleicht eingestehen, dass wir (und ich glaube hier hat die Autorin völlig recht) zu 70% solche Sätze nutzen, um durchzusetzen, was WIR jetzt gerade wollen - völlig egal, ob es wirklich schlimme Konsequenzen hat. Einfach weil UNS gerade nicht passt, was das Kind macht.

    Ich hoffe zumindest, dass ich das für mich und meine Familie demnächst versuche, zu beherzigen.

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    1. Liebe Jenny,

      vielen Dank für Deinen kritischen Kommentar.

      Wenn Du sagst: "Wenn Du auf die Straße läufst, dann überfährt Dich ein Auto" ist das die Beschreibung einer natürlichen Konsequenz - keine Drohung. Du versuchst ja an der Stelle dem Kind klar zu machen, dass eine reale Gefahr droht. Das ist völlig in Ordnung und gehört in die Kategorie "Wenn es regnet, wird man nass". Um solche Situationen ging es mir jedoch nicht.

      Anders ist es, wenn man sagt: "Wenn Du haust, dann gehen wir" - das ist eine Drohung und keine "natürliche Konsequenz". Ich plädiere ja für möglichst wenig Grenzen, aber es gibt definitiv bei uns auch die Grenze, dass Eigentum und Gesundheit nicht beschädigt wird. Hier wäre also die Grenze erreicht und es wäre überhaupt nicht zu diskutieren, ob das okay ist oder nicht - hier ist Handeln gefragt. Nun versteht aber ein ganz kleines Kind die Drohung ohnehin nicht - es versteht aber, wenn man es weg setzt. Daher wäre meine persönliche (!) Lösung an dieser Stelle, einfach einzugreifen und die Kinder räumlich zu entfernen, ohne dass das Kind zur Strafe heim muss. Zudem es das in dem Alter ohnehin nicht verstünde. Da wäre ich einfach hartnäckig - und das Kind begreift schnell, dass das unerwünschtes Verhalten ist.

      Ich sehe auch überhaupt kein Problem darin, ein Kind allein zu lassen, wenn es nicht weint. Offenbar benötigt Dein Kind Zeit, herunter zu kommen. Wenn Du bei ihr bist, sobald sie weint, dann erfüllst Du ihr Bedürfnis ja vollkommen ausreichend. Insofern ist das, was Du tust, vollkommen in Ordnung - Du erkennst die kindlichen Bedürfnisse und gehst auf sie ein. Du gehst ja auch nicht "als Strafe" - sondern weil Du merkst, dass sie es braucht. Ihr Wille ist in dem Moment zu schlafen und zur Ruhe zu kommen - manche Kinder müssen dafür etwas knöttern und meckern. Und wenn Du sie raus nehmen würdest, würde das die primäre Zielerfüllung ja stören.

      Es geht bei dem Ansatz wirklich nicht darum, unreflektiert alle Wünsche des Kindes zu erfüllen, sondern darum, alle Bedürfnisse nach Priorität zu sortieren und möglichst unter einen Hut zu bringen. Du hast das schon ganz richtig verstanden - wichtig ist mir, anzuregen, dass man einfach (vor allem bei älteren Kindern) nachdenkt, ob man gerade wirklich eine Strafe/Konsequenz anwendet. Und ja: Läuft das Kind auf die Straße, dann MUSS man das sogar (Du läufst nur noch an der Hand). Mir geht es darum, das aber wirklich nur bei den notwendigen Dingen zu machen und nicht, weil es so bequem ist.

      Ganz liebe Grüße!
      Danielle

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  17. Hallo Danielle,

    ganz herzlichen Dank auch dafür, dass du dich so mit den Kommentaren deiner Leser auseinandersetzt - ich finde das bei so vielen treuen Leserinnen nicht selbstverständlich :-) Ich liebe deinen Blog und er enthält für mich als "Neumama" wertvollere Inhalte und Gedanken als jedes Fachbuch!

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    1. Liebe Jenny,

      ich freue mich über jeden einzelnen Kommentar - vor allem, wenn sie mir zeigen, dass ich etwas noch besser erklären sollte oder an welcher Stelle offenbar missverständlich formuliert wurde :-)!

      Viele Grüße!
      Danielle

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  18. Hallo Danielle,

    Ich bin eine Zweifachmama von einem 3 Wochen alten Baby und einem 2 Jahre und 4 Monate altem Sohn.
    Muss gestehen, dass ich erst vor kurzem deinen Blog entdeckt habe und er sit super.

    Ich will es versuchen, ohne wenn-dann's zurecht zu kommen, aber manchmal ist es echt schwer.
    Mein zweiter Sohn ist sehr anstrengend, schreit viel und ich bin kurz vor Baby Blues, aber ich nehme Globulis, die wirklich helfen.

    Meine Frage: bei meinem ersten Sohn denke ich oft, er macht was absichtlich und ich habe Bedenken, dass ich jetzt schon mit meinen Neins und Geschrei verkorkst haben könnte. Wenn ich jetzt damit aufhören, können wir zu einem liebevollen Miteinander zurückkehren??

    Dein Blog war eine Bereicherung, ob es um enthronthe erstgeborene geht oder wenn die Eltern wütend werden.. Ich hab ihn gespeichert, um immer mal wieder nachlesen zu können..

    Mein Zweiter hat auch eine Regulation Störung, so dass ohne auf Mama's Arm nichts geht.. Aber der Osteopath vor 2 Tagen hat eine Blockade des Magen-Darm-Trakts festgestellt und diese gelöst, jetzt hoffe ich es wird besser mit dem Geschrei..

    Danke nochmals für deine Artikel!

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  19. Hallo Danielle,

    Ich bin eine Zweifachmama von einem 3 Wochen altem Jungen und einem 2 Jahre und 4 Monate altem Sohn.
    Dein Blog ist eine Bereicherung und wurde bereits gespeichert..

    Meine Frage: ich habe das Gefühl, mein Erster bringt mich manchmal absichtlich auf die Palme und nun möchte es ohne wenn-dann's versuchen, meinst du, ich habe ihn in dieser Hinsicht schon zu sehr verkorkst oder kann ich es noch hinbiegen, damit wir zu einem liebevollen Miteinander kommen.
    Deine Artikel zur Enthronung und wenn Eltern wütend werden, habe ich auch schon verschlungen und das mit dem Schreibaby auch. Mein Zweiter ist nämlich völlig anders als mein erster. Fast nur am weinen, waren sogar vor 2 Tagen beim Osteopathen und er stellte fest, dass er eine Blockade des Magen-Darm-Trakts hat und diese gelöst. Ich hoffe mit dem schreien wirds jetzt besser..

    Danke für deine wertvollen Artikel..

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    1. Liebe Mama20122014,

      es tut mir leid, dass ich nicht auf Deine Kommentare geantwortet habe - das ist mir vollkommen durchgerutscht. Entschuldige bitte!

      Zu Deiner Frage: Man kann jederzeit zu einem liebevollen Miteinander umschwenken - auch wenn die Kinder älter sind. Geht es Deinem Kleinen denn jetzt gut?

      Liebe Grüße!
      Danielle

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  20. Wer sich auch mit direkten und indirekten Wenn-dann-Erpressungen in gesteigerter Form beschäftigen möchte, dem empfehle ich "Vergiftete Kindheit" von Susan Forward.

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  21. Vielen Vielen Dank nochmal... das ist gerade mal wieder Balsam für meine Seele, denn genau SO denke ich auch, ABER ich werde immer wieder in der Kita von den Erzieherinnen kritisiert nicht konsequent genug zu sein!! Der Umgang mit meinem 3-jährigen macht mich zutiefst traurig und ich habe schon bald ein Gesprächstermin mit den Erzieherinnen und der Leitung. Ich will es einfach nicht dulden, denn momentan merke ich wie mein kleiner daran "bricht"...

    Am liebsten würde ich denen dort diesen Artikel ausdrucken und vor die Nase legen... beim lesen hab ich noch gedacht: "genau DAS meine ich!".. habe nämlich letztens noch zu verstehen gegeben, dass es zwischen Konsequenzen und Bestrafung keinen Unterschied gibt... die Reaktion war natürlich abzuwarten... "neeeinn.. das ist doch was ganz anderes"

    Aber ich glaube ich werde es tatsächlich ausdrucken. Im schlimmsten Fall nehme ich mein Kind dort raus. Es macht mich momentan wahnsinnig.

    Zumindest habe ich zu verstehen gegeben, dass es jetzt Konsequenzen geben wird. (Wie ironisch) Die eigenen Methoden werden jetzt mal ausgetestet....

    nochmals vielen Dank!

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    1. Liebe Elif,

      es tut mir wirklich leid, dass Du solchen Kummer mit der Kita hast. Es fällt vielen Menschen schwer, sich auf den Gedankengang einzulassen, weil er momentan einfach noch fernab der Mainstream-Erziehung ist.

      Vielleicht gibt der Artikel den Erzieherinnen ja doch den einen oder anderen Gedankenanstoß. Du musst dabei aber immer bedenken, dass die Position der Erzieherinnen eine andere ist, als Deine als Mutter. Ihr Fokus liegt viel mehr auf dem Funktionieren, als auf der Beziehung. Das ist auch einfach den miserablen Betreuungsquoten und dem damit verbundenen Zeitmangel geschuldet.

      Viele Grüße!
      Danielle

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  22. Hallo Danielle,

    ich habe diesen Artikel (und die meisten anderen Artikel Eures Blogs) in den letzten 14 Monaten (seit ich Mama bin), sehr sehr oft gelesen. Ich liebe Euren Blog und danke Euch sehr für Eure Arbeit.

    Eine Frage kriege ich jedoch für mich nicht geklärt:

    Beim bemalten Sofa ist für mich die natürliche Konsequenz, dass der Besitzer traurig oder wütend ist, weil jemand sein Eigentum bemalt hat. Die Absicht des Kindes kann natürlich eine völlig andere gewesen sein, aber das ändert doch nichts daran, dass der Besitzer zunächst erstmal wütend oder traurig ist. Der Besitzer darf diese Wut oder Trauer natürlich nicht am Kind auslassen und das ist der Punkt, an dem ich nicht weiterkomme: Selbst wenn man seine Gefühle kommuniziert (auch z.B. beim Partner), ohne den anderen dabei anzugreifen, so ist das für Kind/Partner natürlich trotzdem erschreckend, beängstigend, verletzend...

    Aber es ist doch trotzdem eine natürliche Konsequenz, dass man traurig oder wütend ist, wenn das Eigentum (subjektiv wahrgenommen) beschädigt wird?!

    In dieser Situation finde ich es völlig in Ordnung, traurig und/oder wütend zu sein, wüsste aber nicht, wie ich die Situation lösen könnte, ohne das Kind zu verängstigen.

    Hast Du dazu irgendwelche Gedanken?

    Herzliche Grüße,

    Alexandra

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    1. Liebe Alexandra,

      vielen Dank für Deinen Kommentar.

      Ich denke, dass es völlig in Ordnung ist, wenn Kinder sehen, dass ihre Eltern auch mal traurig oder wütend sind. Das ist ja authentisch - man IST ja ärgerlich/traurig, dass das passiert ist. Wenn man diese Gefühle ohne Schuldzuweisung oder Vorwürfe verbalisiert, dann sollte das Kind eigentlich auch nicht verängstigt sein. Und ein schlechtes Gewissen ist an dieser Stelle ja durchaus normal - wir zeigen damit unsere Grenze und was passiert, wenn sie überschritten wird.

      Ich denke, es kommt maßgeblich auf den Ton und das Auftreten dem Kind gegenüber wahr. Mit Ich-Botschaften kann man gewaltfrei kommunizieren und einfach den eigenen Zustand/Ärger beschreiben.

      Viele Grüße!
      Danielle

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  23. Hallo Danielle,
    meine Tochter (einziges Kind) ist jetzt knapp über 2 Jahre und ich habe bis vor ca. 3-4 Wochen unseren Alltag schön konsequent gestaltet. Und es lief tatsächlich gut so. Du hast mich gehauen? Dann setz ich dich weinend allein in dein Zimmer. Du schubst das Nachbarskind? Dann gehen wir nach Hause. Du beeilst dich nicht im Bad und willst keine Zähne putzen? Dann gehen wir ohne Buch lesen ins Bett. Du schaust lieber in den Himmel/auf den Boden/in die Büsche? Dann fahre ich jetzt ohne dich.

    Und alles habe ich schön konsequent durchgezogen. Abends hörte ich mir eine Stunde Weinen an, anstatt einfach das doofe Buch zu lesen. Natürlich bin ich nicht weggefahren, aber ins Auto gestiegen und den Motor angemacht… Und dennoch, es klappte zwar, aber ich war unzufrieden. Mich störte mein eigenes Verhalten, ich hatte ständig das Gefühl, alles falsch zu machen.

    Ich habe den Blog schon einmal vor ein paar Monaten gelesen zu dem Thema „Trösten“ und habe währenddessen und danach geweint. Dann verarbeitet, mit meinem Mann gesprochen und seither sage ich nie wieder „Ist doch nicht schlimm“, sondern immer „komm her, mein Schatz, wo tut es weh“ und nehme sie in den Arm. Alle Mit-Muttis belächeln mich oder denken sich „die hat sie ja nicht mehr alle“ – zumindest dem Blick nach zu urteilen, aber das ist mir egal. Denn MEIN Kind braucht gerade einfach nur meine Nähe und Aufmerksamkeit. Habe ich verstanden, ist für mich ok und nicht nur ihr, sondern auch MIR geht es damit sogar besser.

    Also kam mir der Blog wieder in den Sinn. Ich suchte und fand den Artikel. Und mir wurde plötzlich alles klar. Ja, Wenn…Dann verwende ich seit ein paar Wochen so gut wie gar nicht mehr. Es ist ok, so fühle ich mich besser. ABER – und hier bin ich am Ende meiner Ideen, Kräfte, Grenzen – meine Kleine schubst und haut andere Kinder (vor allem das Nachbarskind, das sie aber auch total mag und immer mit ihr spielen will!) immer und immer und immer wieder. Ich versuche alles, aber es stellt sich keine Empathie bei ihr ein. Gar nicht. Ich versuche rauszufinden, was los ist, aber manchmal ist in der Situation gar nichts gewesen. Sie spielen friedlich und alles ist gut und plötzlich haut sie.

    Ich habe mir den Kopf zerbrochen: Vielleicht ist sie eifersüchtig, weil ich das Nachbarsmädchen immer freudig begrüße, in den Arm schließe und auch ein Küsschen gebe? Ist das eine Art Entthronung für meine Kleine und dieser Frust schwellt schon länger in ihr? Wenn ja, wie kann ich dem ganzen entgegen halten?
    Manchmal möchte ein Kind (von Freunden, in der Krippe etc.) mich begrüßen und läuft freudig auf mich zu. Wenn sie das sieht, rennt sie auch los, schreit ganz laut: MEINE MAMAAAA und schubst im Laufen das Kind zur Seite und fällt mir in die Arme. Ich nehme sie dann immer an und sage ihr: „Ja, ich bin deine Mama, nur deine Mama. XY hat eine eigene Mama, keiner nimmt mich dir weg. Deshalb darfst du aber trotzdem nicht XY schubsen, er/sie wollte mir doch bloß Hallo sagen kommen“

    Aber es scheint nicht zu helfen? Habt ihr eine Idee? Ich weiß da einfach wirklich nicht weiter. Zumal andere Eltern mittlerweile von mir fordern einzuschreiten…

    Viele Grüße Bea

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    1. Liebe Bea,

      ich freue mich sehr über Deinen Kommentar - es ist für uns die größte Belohnung, wenn wir das Leben von Kindern etwas beeinflussen können!

      Dein Kind ist jetzt knapp über zwei Jahre und ich muss ganz ehrlich sagen: sie verhält sich vollkommen altersgerecht. Das "Problem" ist einfach, dass diese Verhaltensweisen anderen Kindern unter Androhung von Strafen und Konsequenzen einfach abtrainiert wurde. Das funktioniert bei einigen Kindern tatsächlich - denn Kinder sind eigentlich dafür ausgelegt, Eltern gefallen zu wollen, daher schaffen es einige, ihre Impulse entsprechend zu unterdrücken. Aber zu Deinem Troste: Die meisten schaffen das nicht.

      Kennst Du den Artikel zum Beißen, Hauen uns Spucken (http://www.gewuenschtestes-wunschkind.de/2013/02/beien-hauen-spucken-warum-das-normal.html)? Ich gehe sehr stark davon aus, dass Dein Kind einfach nur versucht zu kommunizieren, weil es Kontakt zu dem Kind sucht. Es wird sprachlich einfach noch nicht so weit sein, das auszudrücken, was es gerne möchte und daher setzt sie ihren Körper dafür ein. Das ist völlig normal und verliert sich recht bald in den nächsten Monaten.

      Aber auch danach werden Kinder noch impulsiv sein - auch das ist normal und wenn ein anderes Kind meines schubst oder haut, werde ich nicht von der Mutter erwarten, dass sie das Kind bestraft, sondern eventuell selber sagen: "Du scheinst dich zu ärgern, aber ich möchte nicht, dass Du haust". Es braucht viele hunderte verschiedene Situationen, bis das "Nicht-Hauen" verankert ist. Selbst meine 6,5-Jährige haut uns schubst manchmal noch ihren Bruder im Überschwang oder aus Ungeduld - einfach weil auch ihre Impulskontrolle (dazu gibt es auch einen Artikel - schau mal ins Stichwortverzeichnis) noch nicht vollständig entwickelt ist. Und auch mit der Empathie (gibt es auch einen Artikel zu) ist das so eine Sache - es gibt Kinder, die entwickeln früh welche und manche brauchen länger - aber mit zwei ist es völlig normal, dass sie noch extrem schwach ausgebildet ist!

      Was Du tun kannst: Versuche zu übersetzen. Dein Kind will etwas und bekommt es nicht. Es ist frustriert und schubst, weil es sich nicht ausdrücken kann. Zeig ihr, dass sie auf Dinge, die sie haben will auch zeigen kann oder wie sie sich anders verständlich machen kann. Ist es dem Nachbarkind möglich, gezielt zu fragen? Wie ist das Verhältnis zur Mutter des Kindes und wie alt ist es?

      Und natürlich ist auch ein bisschen Eifersucht dabei. Ich finde, Du machst das richtig mit der Erklärung, aber bis sie das wirklich versteht, wird noch einige Zeit vergehen.

      Versuch, Dich durch die Erwartungen anderer nicht unter Druck setzen zu lassen - Dein Kind kann einfach nur so viel, wie seine Entwicklung gerade zulässt. Man kann das nicht forcieren oder fördern - es bleibt einfach nur, das Ganze zu begleiten und immer wieder zu reden und zu erklären.

      Ganz herzliche Grüße!
      Danielle

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  24. Tja, ich muss mich dann wohl mal als "Mutterversager" outen. Ich nutze durchaus "Wenn ..., dann..." - Sätze. Grundsätzlich hast Du recht, aber im Alltag. Ganz typisch bei uns ist z.B. Wenn ich (hochschwanger) schon drei Stunden im Park war, weil unser Fräulein sich nicht davon trennen konnte den Panda zu schaukeln, endlich im Treppenhaus bin und (natürlich) ganz, ganz dringend aufs Klo muss und das Fräulein aber viel lieber noch die Straßenkreide malen würde und auf gar keinen Fall nach oben will (und natürlich auch nicht kompromissbereit ist, weil sie ja eigentlich doch müde ist), dann sage ich auch so Sätze wie: Ich muss jetzt aber ganz dringend aufs Klo, du kannst nicht alleine unten bleiben. Ich weiß, dass Du gerne würdest, aber entweder gehst Du jetzt die Treppen hoch oder ich trage Dich. Und das tu ich dann auch - trotz Geschrei. Ich muss nämlich wirklich ganz dringend.

    Oder auch nach zehn mal des Angebotes von Alternativen: Wenn Du mit den Stiften das Sofa anmalst, dann nehm ich sie Dir weg. Ich mag nämlich kein bemaltes Sofa haben.

    Oder (meine unliebste Situation) beim ins Bett bringen wird rumgehampelt, weil das Fräulein nicht einschlafen will. Kuscheln, Vorsingen, alles wird abgelehnt. Irgendwann bin ich nur noch genervt und sage Ihr dann: Ich bringe Dich gerne ins Bett, aber auf das Gehampel habe ich keine Lust. Du kannst gerne aufstehen und spielen, ich gehe dann ins Wohnzimmer und Du rufst mich, wenn Du schlafen magst, dann komme ich wieder. Funktioniert immer. Muss sich für das Fräulein anfühlen wie Liebesentzug, aber ich will nun wirklich nicht ewig im Dunkeln neben einem Zappelkind liegen.

    Ja, in ganz viele Fällen kommen wir mit einer einfachen Bitte oder Alternativangeboten weiter. Aber, gerade wenn Hunger, Müdigkeit oder Mamas blanke Nerven dazu kommen, dann war es das auch. Ich bin eben leider auch nur ein Mensch und ja, ich bin mir völlig bewusst, dass ich in manchen Situationen meine Überlegenheit ausnutze, damit meine Bedürfnisse zumindest ansatzweise auch erfüllt werden. Ich glaube, manchmal gibt es keine gute Lösung, wenn zwei Bedürfnisse aufeinander treffen und dann muss ich entscheiden welches erfüllt wird. Sehr oft, ist es dass des Fräuleins, aber manchmal kann ich das einfach nicht (oder zumindest nicht ohne absolut gereizt und genervt zu sein).

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    1. Liebe Marie,

      ich empfinde Dein Posting nicht als Outing als "Mutterversager" - ganz im Gegenteil - auf mich wirkt es sehr reflektiert. Der Punkt ist: Es geht nicht darum, dass man solche Formulierungen komplett vermeiden sollte, sondern darum, darüber nachzudenken, wie oft man solche Drohungen nutzt, um es sich einfach zu machen.

      Wenn Du pullern musst, geht Dein Bedürfnis vor. Und dann ist es vollkommen in Ordnung, wenn man nach mehrmaliger Aufforderung das Kind einfach nimmt - auch wenn das mit Geschrei verbunden ist. Manchmal geht es einfach nicht anders - ebenso, wenn das Kind auf die Straße rennt oder Eigentum zerstört.

      Und auch ich sage nach einer Stunde zu meinem Sohn: Wenn du dich jetzt nicht bemühst zu schlafen, dann dauert mir das wirklich zu lange und ich gehe. Auch ich habe Bedürfnisse! Ich finde die Lösung super, dass sie dann spielen darf und einfach Bescheid sagt, wenn sie ins Bett gebracht werden möchte - du bietest schließlich an, sie dann auch zu begleiten. Das ist kein Liebesentzug.

      Ganz wichtig: Es geht auf keinen Fall darum, sich selbst aufzugeben! Eltern haben Bedürfnisse und die sind nicht automatisch nachrangig. Würden wir klaglos alle kindlichen Wünsche erfüllen, dann hat man wirklich bald einen Tyrannen im Haus, der auf niemanden Rücksicht nimmt.

      Wie Du schreibst: Meist helfen bei Euch Bitten oder Alternativangebote - das ist super! Die Mühe machen sich ja auch viele aber gar nicht. Da ist "Wenn... dann" schon Standard, weil es so bequem ist. Dafür will ich sensibilisieren!

      Fühl Dich bitte nicht schlecht - ich glaube, Du bist eine sehr bedürfnisorientierte und liebevolle Mutter!

      Liebe Grüße
      Danielle

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  25. Ich nutze in der Tat sehr häufig ein wenn dann in letzter Zeit. Leider fiel es mir auch schon selber auf. Manchmal weiß ich aber einfach nicht wie ich aus dieser Situation raus komme? Wenn sie sich in der Kita nicht anziehen will und wir dafür 30min brauchen, dann schaffen wir es einfach nicht mehr auf den Spielplatz. Ich könnte einfach 30min früher zur Kita kommen, aber das kriege ich mit meiner Arbeitszeit nicht hin.

    Eine witzige Sache passiert in letzter Zeit häufig. Wenn sie beim essen wieder mit dem Besteck auf dem Teller und auf dem Tisch rumtrommelt und ich sage "Wenn du nicht aufhörst, dann nehme ich dir das Besteck weg" - dann gibt sie mir ihr Besteck sofort und sagt "hier Mama". Oh man … das grinsen versuch ich mir immer krampfhaft zu unterdrücken. Irgendwie ist das ja süß!

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    1. Es besteht ja ein Unterschied, ob Du bspw. "drohend" sagst "Wenn Du so trödelst, gehen wir aber nicht mehr auf den Spielplatz!" ("logische" Konsequenz) oder einfach neutral erklärst: "Schatz, wenn wir hier so lange brauchen, dann reicht die Zeit leider nicht, um noch auf den Spielplatz zu gehen" (=natürliche Konsequenz).

      Ja - es ist oft aufwändig, nicht zu drohen, weil man Zeit zum Argumentieren und Überzeugen braucht - Drohungen führen viel schneller zum Ziel. Aber kindgerecht sind sie dennoch nicht. Manchmal geht es einfach nicht anders, aber wir haben es in der Hand, sie so gut wie möglich zu minimieren...

      Liebe Grüße
      Danielle

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  26. Hallo Danielle,

    vielen Dank für den Artikel! Mir hilft er gerade sehr, mein eigenes Verhalten gegenüber meinem Sohn zu reflektieren. Dieser ist kürzlich drei geworden und sein momentan am meisten geäußerte Erwiderung auf ein Verbot ist: "Will ich aber!!!" in einem pampigen, maulenden Ton, der mir und meinem Mann so gar nicht gefallen will.
    Eben bat ich ihn, die Kissen doch nicht mehr vom Sofa zu schmeißen, weil ich keine Lust mehr zum Aufräumen hatte, so kurz vor dem Schlafengehen (das sagte ich ihm auch so). "Will ich aber!!!" - Sprachs und schmiss das nächste Kissen runter.
    Ich sagte (relativ unaufgeregt, immerhin), dass jetzt das Sandmännchen gestrichen sei, weil ich mich über ihn geärgert habe, packte ihn, zog ihn um und steckte ihn ins Bett. Vorher lasen wir noch ein Buch. Leise maulend lag er dann im Bett ("Will ich aber Sandmännchen!!!"). Ich erwiderte ruhig, dass es heute kein Sandmännchen gibt und er morgen wieder gucken darf. Er ist dann schnell eingeschlafen.

    Mein Problem bei der Sache:
    Ich habe das Gefühl, meine Reaktion war unangemessen, weil ich ihn bestrafte. Und die Strafe war noch nicht mal konsequent oder logisch. Ich wollte ihn zu angemessenem Verhalten zwingen und habe meine elterliche Macht ausgenutzt. Ich habe aber keine Ahnung, wie ich das anders hätte machen können. Er sagt sein Sprüchlein momentan sogar, wenn wir überhaupt kein Problem damit haben, wenn er etwas tun möchte und es ihm erlauben. Dazu ist er pampig und laut.
    Mein Mann neigt zu Äußerungen wie z. B.: "Jetzt ist aber Schluss. So wird nicht gesprochen!" und ist der Meinung, unser Sohn müsse lernen, seine Emotionen zu kontrollieren.
    Ich neige zu Äußerungen wie: "Ich möchte nicht, dass du so mit mir redest."
    Aber irgendwie ist das alles nix.

    Verbieten wir möglicherweise zu viel?
    Steckt ein anderes Bedürfnis unseres Sohnes dahinter?

    Ich werde den Artikel gleich nochmal lesen und schauen, ob ich eine Art Erleuchtung bekomme. Ansonsten wäre ich dankbar für eine Rückmeldung zur Situation... In jedem Fall bin ich dankbar, dass es euren Blog gibt. Ihr habt mir schon so manches Mal die Augen geöffnet und ich empfehle euch immer sehr gerne weiter!

    Viele Grüße
    Susanne

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    Antworten
    1. Liebe Susanne,

      das Thema ist wirklich sehr komplex, weswegen ich Dir unbedingt das Buch von Alfie Kohn (http://www.amazon.de/gp/product/386781015X/ref=as_li_tl?ie=UTF8&camp=1638&creative=19454&creativeASIN=386781015X&linkCode=as2&tag=httpgewuensch-21) ans Herz legen möchte.

      Grundsätzlich sagt Dein Bauchgefühl ja schon, dass die Reaktion nicht ideal war. Wir neigen in Konfliktsituationen dazu, unsere Kinder so zu behandeln, wie wir selbst behandelt wurden - ich würde mal vermuten, dass Deine Eltern Ähnliches mit Dir gemacht haben.

      Ob ihr zu viel verbietet, kann ich natürlich nur schwer einschätzen - ich kann nur die Empfehlung geben, so wenig wie möglich und nur so viel wie nötig zu verbieten. Man sollte herausfinden, was das Bedürfnis Deines Sohnes war. Findet er das Werfen toll? Dann würde ich das Erlauben, aber ihn bitten, die Kissen dann auch aufzuräumen (was er vermutlich auch machen würde). Es klingt aber ein bisschen so, als provoziere er gezielt und das tun Kinder vor allem, wenn sie das Gefühl haben, zu wenig Aufmerksamkeit zu bekommen. Dazu gibt es bei uns einen gesonderten Artikel - ich weiß nicht, ob Du den schon kennst - schau einfach mal ins Stichwortverzeichnis.

      Ansonsten klingt das Verhalten für mich recht altersgerecht - mitten in der Autonomiephase ;-). Es ist völlig okay zu sagen, dass man den Ton nicht mag, er braucht ja auch ein Feedback, was angemessen ist und was nicht. Und Deinem Mann kannst Du sagen: Emotionen kontrollieren können Kinder erst etwa im Grundschulalter - bis dahin haben sie nur sehr schwach ausgeprägte Impulskontrolle, kaum Empathie und eine niedrige Frustrationstoleranz. Lernen mit Wut umzugehen ist eine der größten Herausforderungen der Kindheit überhaupt.

      Liebe Grüße
      Danielle

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  27. Liebe Danielle
    HerzlichSTen Dank für diesen Artikel! Wir standen mit unserem Sohn - er ist 2,5 Jahre - genau an diesem Punkt, dass wir uns andauernd sagen hörten "wenn nicht.... dann....!" und wir waren überzeugt, dass das Kind lernen muss dass seine Handlungen Konsequenzen haben, obwohl sich unser Verhalten für uns überhaupt nicht stimmig angefühlt hat. Seit wir vor 3 Tagen deinen Beitrag gelesen haben, sind wir viiiiel entspannter und der kleine natürlich auch. Unser Leben ist gradmal ein wenig besser geworden.
    DANKE!
    Ich wünsche ein wunderschönes neues Jahr
    Aurora

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    1. Liebe Aurora,

      ganz, ganz lieben Dank für Deinen Kommentar - ich freue mich immer riesig über so positives Feedback! Entspannung tut sooo gut - wenn man sich von einigen Ansprüchen und Erwartungshaltungen einfach frei macht und Kinder genießt.

      Was für mich auch ein riesiger Schritt nach vorne war auch: Den Kindern immer erst einmal gute Motive zu unterstellen.

      Ganz liebe Grüße
      Danielle

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  28. Liebe Danielle,
    ich liebe eure Artikel und habe mittlerweile auch schon "liebe und Eigenständigkeit" und die "Familienkonferenz" gelesen. Gibt es zwischen der "alten" Version der Familienkonferenz und der neuen Familienkonferenz (das Buch, was du hier abgebildet hast) denn einen gravierenden Unterschied? Denn ich glaube fast, wenn man erstmal das Prinzip dahinter verstanden hat (aktives Zuhören, Ich-Botschaften) wird es dort nicht soviel neues geben?

    Ähnlich wie du es schilderst, bin gar nicht ich das Hauptproblem, sondern mein Freund...Klar, ich werde auch mal laut und bin auch nicht immer entspannt und JA auch mir rutschen diese wenn dann Sätze leider hin und wieder raus... aber das Problem ist (was auch Thomas Gordon schildert), wenn nur einer "ohne Macht" erzieht, wird sich das Verhältnis zum anderen verschlechtern... Das heißt, seitdem ich weitaus gelassener bin und meiner Tochter die Möglichkeit gebe von selbst zu kooperieren anstatt sie zu zwingen, läuft es bei uns prima...aber wenn Papa dann was machen will oder versucht sich mit Macht durchzusetzen, wiedersetzt sie sich nun umso schlimmer...ich versuche ihm klar zu machen, dass er indem er seine Macht gegen sie einsetzt nur noch mehr Gegenwehr erzeugt und das Verhältnis zwischen den beiden sich verschlechtern wird...("Papa ist böse, Papa ist nicht mein Freund", "Nein, Mama macht das", "Lass mich in Ruhe, ich rede jetzt mit Mama!") in Ansätzen versteht er das glaube ich, aber er weiß wohl auch nicht so recht wie er es besser machen soll... Es müsste die Bücher als Hörbücher geben, aber zum Selbstlesen werde ich ihn kaum bringen...Aber die Familienkonferenz werde ich ihm wohl oder übel dann vorlesen müssen...

    Ich weiß, ihr seid sehr eingespannt, aber habt ihr denn mal drüber nachgedacht Familienseminare (natürlich gegen einen Unkostenbeitrag) zu der ganzen Thematik anzubieten? Es ist doch viel besser wenn man sich persönlich austauschen kann und Eltern gezielt Probleme diskutieren können... Ich wäre jedenfalls dabei...

    Liebe Grüße und ich bin schon gespannt auf neue Artikel nach eurem Urlaub :-)
    Dani.

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    1. Liebe Dani,

      vielen Dank für Deinen Kommentar!

      Ich vermute, dass es keine großen Unterschiede zwischen den Familien-Konferenz-Büchern gibt. Aber es gibt auch noch ein Praxisbuch, dass ich für potentiell interessant halte (http://www.amazon.de/gp/product/345360234X/ref=as_li_tl?ie=UTF8&camp=1638&creative=19454&creativeASIN=345360234X&linkCode=as2&tag=httpgewuensch-21), das habe ich schon von einem Blogleser geschenkt bekommen, allerdings habe ich es bisher noch nicht geschafft, rein zu schauen.

      Würde denn Dein Mann einen Artikel wie diesen lesen? Der ist ja im Vergleich zu einem Buch doch recht kompakt. Ich habe ehrlicherweise auch noch keine richtig gute Idee, was man tun kann, wenn der Partner anders denkt, als man selbst. Ich glaube, ich würde viel das Gespräch suchen... Einfach sensibilisieren, wenn bspw. ganz unbewusst gedroht oder erpresst wird. Was bei uns recht gut geholfen hat: Die Erkenntnis, dass es doch relativ gut funktioniert. Das hat bei uns vor allem auch die Omas erstummen lassen.

      Ja - tatsächlich haben wir schon darüber nachgedacht, Seminare zu geben, allerdings scheitert es momentan etwas an der zeitlichen Planung und Umsetzung. Aber grundsätzlich planen wir das mittelfristig schon ein.

      Vielen Dank fürs Lesen und herzliche Grüße
      Danielle

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    2. Liebe Danielle,

      danke fur deine offenen und ehrlichen Worte. Als Gordon Familientrainerin freue ich mich immer wieder, wenn ich so tolle Erfolgsgeschichten im Zusammenhang mit dem Ansatz von Gordon höre bzw. lese!

      Und dieser Artikel spricht mir aus der Seele! Deine autentischen Beschreibungen einzelner Situationen hat es mir leicht gemacht, den ganzen langen Artikel bis zum Ende zu lesen.

      Warum hast du als Basislektüre die neue Familienkonferenz gewählt? Als Trainerin empfehle ich grundsätzlich immer gerne Gordons erstes Buch, das den gesamten Ansatz von Grund auf beschreibt. Wobei natürlich die beiden Folgebücher auch sehr wertvoll sind.

      Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg auf deinem Weg mit deinen Kindern, auf dem du offensichtlich schon ein großes Stück erfolgreich gegangen bist und lese gerne weiter deine Artikel ☺

      Lg Sonja

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  29. Liebe Dani,
    in Österreich Deutschland und der Schweiz werden laufend Gordon Familientrainings angeboten (praktische Trainings zu den Büchern von Thomas Gordon).
    Die Kurse bestehen aus 30 Einheiten, in denen Eltern ihre Beziehungen in der Familie reflektieren und vertiefen können. Die Inhalte der Bücher werden in vielen Übungen aus dem Familienalltag vermittelt und "erprobt". Zwischen den Terminen können die Teilnehmer das neu erlernte zu Hause ausprobieren und in der Gruppe wieder austauschen.

    Ich bin selbst Gordon Familientrainerin in Österreich und liebe es, Eltern zu einem angenehmeren, demokratischen Miteinander zu begleiten.

    Die Erfahrungen der Teilnehmer bestätigen mich immer wieder, so viele Trainings wie möglich anzubieten.

    Wenn dich so ein Training interessiert, kannst du dich uber www.gordon.at, www.facebook.com/gordontraining.oesterreich oder www.gordontraining.com naher informieren.

    Lg Sonja

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  30. Liebe Danielle,
    ein toller Artikel und auch für mich momentan immer wieder ein Thema.
    Unser kleiner Mann ist nun fast 2,5 Jahre und oft finden wir auch einen anderen Weg als wenn.....dann....
    Nur leider gibt es ein Thema, bei dem ich einfach nur noch diese "Lösung" sehe - ich würde es hier gern kurz schreiben und vielleicht hast Du ja einen Tipp, wie es noch Lösbar wäre.

    Bei uns ist momentan die Anzieh- und Ausziehsituation der absolute Kampf - vor allem im Kindergarten. Er möchte immer gern alles selbst machen, was für mich grundlegend völlig ok ist - der Punkt ist nur, er macht es dann nicht :-(. Auch heute morgen - er hat ungefähr 15-20 Minuten Zeit sich auszuziehen (Jacke, Hose, Schuhe) - dann fährt mein Bus. Und hier fängt das "Spiel" dann an - er sagt "Ich mache" - ich sage "OK, dann zieh dich bitte aus" - er setzt sich hin und macht nix - ich erkläre ihm, das bald mein Bus fährt und ich dann gehen muss und frage ob ich ihm helfen kann - er sagt wieder "nein ich mache" - Ich sage ihm dann 5 Minuten später (es ist immer noch nichts passiert) "Ok, ich kann Dir gern helfen und bringe Dich dann rein, sonst muss ich gehen und Du sitzt allein hier, das wäre schade." Und er macht....nichts.

    Viel hatten wir auch schon die Situation, dass er sagt "helfen" und mir z.B. den Schuh hinhält, ich greife danach und er zieht ihn weg und sagt "nein, ich mache", ich sage ihm "Ok, dann mach Du" - er hält mir den Schuh wieder hin und sagt "helfen", ich greife wieder danach und er zieht wieder weg und sagt "nein, ich mache das"... und so weiter.

    Das ganze "Spiel" geht dann so weiter - entweder er will machen und sitzt da und macht nix - oder er möchte Hilfe, und dann doch allein, und dann doch Hilfe, und dann doch allein......

    Mir fällt langsam nichts mehr ein außer zu sagen, "wenn Du es nicht machst, mache ich es". Es tut mir immer so leid, aber mir fehlt leider die Zeit ihn jeden morgen eine halbe Stunde oder länger zum Ausziehen zu geben und auch beim Abholen aus der Kita, ist es immer wieder dieses Spiel. Hier kommt noch dazu, dass wir ihm jetzt ungefähr einen Monat lang versucht haben die Zeit zu geben, die er braucht um aus dem Spiel rauszukommen, dass war dann teilweise eine Abholzeit von einer dreiviertel Stunde und mehr und auch dann ist er nur unter Protest mitgekommen. Hier gab es schon den Hinweis von den Erziehern, dass es nicht sein könnte, das ein Kind so lange abgeholt wird....

    Ich weiß einfach keine Lösung mehr und momentan ist die Endlösung meist, das ich ihm die Sachen unter starkem Protest und mit körperlichem Einsatz anziehen muss oder er nur teilweise bekleidet aus der Kita getragen wird. Es macht mich so traurig... Vielleicht hast Du ja einen Tipp für mich?.

    Viele Liebe Grüße und lieben Dank
    Tina

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  31. Hallo,

    Danke für den wieder mal tollen Artikel! Ich lese und lerne sehr viel bei euch.
    Die meisten sachen waten mir auch schlüssig.
    Nun frage ich mich aber wie ich mich in der "wir gehen jetzt" Situation richtig verhalte. Ausem Bauch hätte ich wenn dann gemacht, nach mehrmaligem bitten. Macht durchaus sinn es nicht zu tun, nsch deiner Erklärung. Aber wie verhalte ich mich dann richtig? Wenn es nunmal wirklich an der zeit ist zu gehen? Und ich schon mehrmals 5 letzte Spielminuten eingeräumt habe..?
    Lg
    Carina

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    1. Liebe Carina,

      wenn die Zeit kein weiteres Verbleiben erlaubt, dann hilft manchmal nichts anderes, als das Kind zu nehmen und zu gehen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das umso seltener erforderlich ist, je mehr Kompromisse im Alltag ausgehandelt werden. Es kommt auf die Art und Weise an - wenn man das Kind sanft nimmt und nett mit ihm spricht, ist das ja keine "Strafe". Manchmal geht es einfach nicht anders und man muss seine körperliche Überlegenheit ausnutzen. Kennst Du unsere Kooperationsreihe? Da ist ein interessanter Artikel über das Trödeln dabei, der solche Situationen gesondert betrachtet.

      Liebe Grüße
      Danielle

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  32. Hallo, könntet ihr vielleicht noch einmal dieses Thema aufgreifen in einem fortgeschrittenen artikel?

    Ich verzweifel gerade total! Ich bin dauernd am drohen und erpressen. "Wenn du nicht aufräumst, dann werfe ich dein Spielzeug weg" Habe ich heute tatsächlich gesagt und meine Tochter hat nur geweint und gesagt "Nein. Das ist doch mein spielzeug". Und plötzlich merkte ich was ich da angerichtet habe. Es macht mich echt traurig. Immerzu kommt von mir dieses "wenn ... dann". Es muss doch irgendwie auch anders gehen.

    Wenn du dich nicht anziehst dann gehe ich alleine.
    Wenn du jetzt nicht läufst dann bleib hier stehen und ich gehe alleine einkaufen (würd ich niemals machen. Aber ich sage es!).
    Wenn du die Stiefel nicht anziehst bis ich fertig bin dann gehst du barfuß.
    Usw. Ich höre mich an wie eine Rabenmutter! Schrecklich!!!!

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  33. Liebe Danielle
    Danke dir vielmals für deinen Beitrag. Seit gut 3 Jahren verfolge ich diese Web Seite und ich bin euch so dankbar.
    Nun komme ich aber an meine Grenzen.
    Unser Sohn (3 Jahre) wirft Gegenstände gegen uns, teilweise sogar Bewusst, dies zeigt sich in dem er uns anschaut und 1,2 und 3 ruft und dann kommt das Wurfgeschoss. Teilweise schmerzt es unglaublich und ich werden dann auch sehr wütend und verbal laut. Ich zeig ihm dann auf das mir das weh tut und ich das nicht möchte, er äussert dann schon, ich mache das nicht mehr und nach ca.5 min "zag" das nächste Geschoss. Wenn er wütend ist macht er das auch, dann kommuniziere ich mit ihm nach GFK und das geht sehr gut (auch nicht immer) aber wenn er es dann "Bewusst" macht verliere ich teilweise die Nerven und dann erschrecke ich an mir selber. Wie soll ich vorgehen, wie soll ich mich verhalten?
    Mein Mann äusserte mir, so sieht deine "Erziehung“ -> Begleitung aus.... das ist ein kleiner Tyrann. Dann zweifle ich schon ein wenig an mir, sollte ich nicht strenger sein?.....
    Ich hoffe du kannst mir weiterhelfen?

    Liebe Grüsse

    Tina

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    1. Liebe Tina,

      warum wirft er (wenn er nicht wütend ist)? Macht ihm das Werfen Spaß? Dann würde ich ihm verstärkt Möglichkeiten bieten, zu werfen. Also wenn der erste Gegenstand durch die Gegend fliegt anbieten, dass man raus geht und auf einem Acker Steine wirft oder einen Ball.

      Oder hast Du das Gefühl, dass er Dich provozieren will? Dann ist das sein Ventil zu zeigen: "Es geht mir gerade nicht gut!" Ggf. kann man mal versuchen, solche Wurfattacken nicht mit Wut zu entgegnen, sondern zu sagen: "Ich sehe, Du brauchst gerade eine Portion Extraaufmerksamkeit - was denkst Du würde Dir helfen?"

      Liebe Grüße
      Danielle

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    2. Liebe Danielle

      Danke dir für die rasche Antwort und ich habe schon gestern begonnen mit Steinen werfen auf dem Acker und drinnen im Haus mit Stofftieren (spielerisch) das kommt ganz gut..... Danke für den Input

      Liebe Grüsse
      Tina

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  34. Vielen Dank für diesen wunderbaren Artikel, viele Dinge haben sich mir in den letzten Jahren und Monaten automatisch erschlossen und so bin ich heute auch der Meinung, dass Strafen keine Lösung sind. Wir sind recht entspannt und "materielle" Dinge sind uns nicht so wichtig. Daher können wir es uns erlauben, viele Dinge recht liebevoll zu lösen. Unsere 4-jährige hat mit der Gabel auf den neuen Esszimmertisch gehauen, nun hat es eine kleine Kerbe da. Wir haben ihr dann erklärt, dass die nicht mehr weggeht. Und dass der Tisch halt nicht mehr so schön ist, wenn da ganz viele Kerben drin wären. Und seither hat sie mehrfach mit dem Finger die Kerbe gesucht und gesagt, dass sie das war und dass sie etwas grob mit dem Besteck war. Wiederholt hat es sich nicht. :-)

    Unser Problem aktuell ist meine Mutter. Wir sind seit einem Jahr Nachbarn und essen so alle zwei Tage zusammen, ich finde das eigentlich ganz schön, unseren Mehr-Generationen-Tisch. Allerdings versucht die Oma ständig, die Kleine zu erziehen, "wenn-dann" im Minutentakt und Androhung von Strafen, böse Blicke und "dann werde ich aber gaaaanz traurig" bei total unnötigen Dingen. Wenn die Kleine etwas anbietet, lacht sie sie manchmal sogar aus, dabei kann sie doch gar nicht verstehen, dass es z.B. trotz Sonnenschein noch zu kalt für's Seebad ist. Räumliche Trennung ist nicht möglich, da wir, wie gesagt, Nachbarn sind und zum Beispiel einen gemeinsamen Garten haben.

    Trotz regelmässigen Bitten, dies nicht zu tun und die Erziehung mir zu überlassen, hört meine Mutter nicht auf. Wir sind jetzt an dem Punkt, dass wir wahrscheinlich wegziehen, um uns und unsere Familie zu schützen. Es tut mir so leid, aber ich möchte nicht, dass meine Kinder so erzogen werden, wie ich erzogen wurde.

    Liebe Grüsse,
    Birdy

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    1. Liebe Birdy,

      das liest sich wirklich schrecklich traurig :-(. Ich kann gut verstehen, dass Du darunter leidest. Und sehr bewundernswert, dass Du es trotz (ganz offenbar) anderer Erziehung schaffst, so liebevoll auf Dein Kind einzugehen.

      Meinst Du, es könnte Sinn haben, noch mal ganz klar mit ihr darüber zu reden? So richtig mit "Wenn... dann?" Das ist weniger aufwändig, als ein Umzug - zumindest dann, wenn man den deswegen macht, weil man die offenen Worte vermeiden will.

      Liebe Grüße
      Danielle

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  35. Liebe Danielle,

    Ganz lieben Dank für Deine Antwort. Leider sehe ich im Moment wirklich keine andere Lösung mehr. Erklärungen und Vorschläge meinerseits werden zwar angehört, aber meist komplett ignoriert. So als hätte ich ja sowieso keine Ahnung und sie würde es dann doch wieder so machen, wie sie es für richtig hält. Und tut es dann auch! Und ich steh daneben und versteh die Welt nicht mehr...

    Und wenn ich insistiere, kommt die Aussage, dass sie "es ja nur gut meint und jetzt total traurig sei". Dann habe ich auch wieder ein schlechtes Gewissen, weil ich sie wirklich gerne in unser Leben einbinden möchte. Aber es geht so nicht.

    Ich sehe dieses Jahr aber auch positiv: mir ist nun vieles klar, bezüglich meiner eigenen Erziehung und kann das nun viel besser reflektieren. Ich selber bin mit 18 aus meinem Elternhaus "geflüchtet", offenbar nicht ganz unbegründet. ;-)

    Liebe Grüsse,
    Birdy

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  36. Hallo, vielen Dank für diesen wunderbaren Artikel. Das war genau das was ich gesucht und gebraucht habe!!! Wir stecken schon tief in der Wenn-Dann Falle und ich bin frustriert genau wie meine 4-jährige Tochter, weil es immer schlechter läuft. Ich habe nun nach Alternativen gesucht und bin unendlich froh sie hier gefunden zu haben. Meine Tochter redet inzwischen mit mir schon genauso so. Und an dieser Stelle ist mir klar geworden, dass es nicht dieser menschliche Umgang sein soll, den sie von uns lernt oder den wir eigentlich für richtig halten. Und mich macht diese Situation sehr unglücklich. Ich hoffe, dass es nun anders wird und unsere Beziehung (Eltern und Kind)sich wieder verbessert. Werde mir eines der Bücher bestellen. Viele Grüsse

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  37. Vielen Dank für diesen tollen Artikel! Er regt zum Nach- und Umdenken an. Wir bestrafen unsere Tochter (fast 4) grundsätzlich nicht. Wir erklären ihr, warum wir etwas möchten oder warum nicht. Manche Konsequenzen sind natürlich (z.B. man kommt durch Trödelei irgendwo zu spät und verpasst dadurch was). Das sind die einfachsten Fälle, weil die Kinder direkt aus den Konsequenzen lernen können. Schwieriger wird es dann, wenn es keine natürlichen Konsequenzen gibt und außerdem die Einsicht (noch) fehlt. Dann verfällt man sehr leicht in "wenn, dann"-Sätze, weil einem manchmal die Geduld, die Zeit oder eine gute Idee fehlt.
    Ich versuche inzwischen, so oft wie möglich zu hinterfragen, ob es tatsächlich nur meine Bequemlichkeit ist, wenn ich nein sage, und erlaube möglichst viele Sachen, solange sie nicht gefährlich sind bzw. jemandem schaden. Ich hatte dadurch schon einige "Aha"-Erlebnisse, und alle sind deutlich entspannter als vorher. Ich habe das Gefühl, dass ich insgesamt weniger Gegenwehr bekomme und sich tatsächlich Einsicht entwickelt. Aber es ist und bleibt auch eine Gradwanderung: Wir möchten, dass unsere Kinder sich durchsetzen können, aber auch nicht zu Tyrannen werden. Was erlaubt man, was verbietet man? Nicht so einfach.

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    1. Das hast Du wirklich wunderbar auf den Punkt gebracht.

      Herzliche Grüße!
      Danielle

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  38. Liebe Danielle,
    ich bräuchte zu dem Thema mal einen Rat bzw. Deine Meinung: was, wenn es (jedenfalls aus meiner Sicht) nicht darum geht, dass mein Kind tut, was ich will, oder was für mich bequem ist, sondern darum, dass es aufhört, sich selbst im Weg zu stehen und tut, was ihm gut tut?
    Konkret: mein Sohn, jetzt 6 Jahre, kann sich öfter nicht überwinden, etwas zu tun, wovon ich weiß, dass es ihm eigentlich Freude bereiten würde, wenn er es einfach machen würde. Ich glaube, es ist Schwellenangst, Schüchternheit, aber dann auch Sturheit, so dass er aus der Verweigerung einfach nicht mehr rauskommt. Gut zureden nützt absolut nichts, scheint ihn nur noch mehr zu verhärten.
    Beispiele: als er ca. 3 Jahre war, wollte er im Hallenbad nicht ins Babybecken rein, obwohl er eine Wasserratte ist. Irgendwann habe ich ihn einfach reingestellt, also eigentlich Zwang angewendet, oder? Aber es ging sofort ein Strahlen über sein Gesicht, und nachher wollte er nicht mehr raus.
    Aktuellere Beispiele: Alleine rutschen im Freibad: Wir haben uns ganz langsam rangetastet, erst er auf meinem Schoß, dann an der Hand, dann nur noch nebeneinander - aber er wollte nicht den Schritt machen, ganz ohne mich zu rutschen. Ich wusste aber, wenn er es einfach einmal macht, wird er merken, dass es kein Problem ist! Und mir wird es auch zu anstrengend, 20x die Rutsche rauf und runter! Ganz abgesehen davon, dass Mamas da sonst höchstens mit 3 oder 4jährigen mitrutschen... Nun ja, ich bin dann in das alte "Wenn...dann" verfallen: "Entweder du rutschst jetzt mal alleine, oder es ist halt vorbei mit dem Rutschen." Er hat noch ein bisschen gebockt und gezögert, aber irgendwann ist er los - und kam stolz und strahlend zu mir; von da an war es kein Problem mehr, dass ich nur noch manchmal mitgerutscht bin.
    Sicher würde er sich irgendwann von sich aus überwinden - aber da könnte der Sommer gut und gerne auch vorbeigehen. Er hat in der Anfangszeit im Kindergarten ein halbes Jahr (!)gebraucht, bis er angefangen hat, in den Freispielphasen tatsächlich zu spielen, anstatt nur dazustehen und zuzuschauen. Ich denke mir halt, er steht sich da so selbst im Weg und es geht ihm besser, wenn er über die Schwelle drüber ist - trotzdem habe ich kein gutes Gefühl dabei, ihn quasi "zu seinem Glück zu zwingen".
    Was meinst Du dazu?
    Viele Grüße, Hanni

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    1. Liebe Hanni,

      es gibt Kinder, denen es sehr schwer fällt, sich auf neue Situationen einzulassen oder die ungern Unbekanntes ausprobieren. Das ist im Wesentlichen ein Wesenszug, den man nur durch Gewöhnung trainieren kann (manchmal nicht allzu erfolgreich). Das heißt: je häufiger er positive Erlebnisse hat, desto mehr steigt (theoretisch) die Bereitschaft, in Zukunft Neues auszuprobieren.

      Bei dem Beispiel mit der Rutsche ist es völlig legitim, die eigenen Grenzen zu formulieren - ein "Wenn... dann" ist eigentlich nicht erforderlich, denn das ergibt sich schon zwangsläufig daraus, dass Du sagst: "Ich möchte nicht mehr". Dann kann er sich überlegen, ob er alleine rutscht oder nicht.

      Es ist für mich schwer zu beurteilen, da meine Kinder nicht so sehr vorsichtig sind. Mein Bauchgefühl an der Stelle sagt: "Lass ihn". Er trifft die Abwägungen sehr, sehr intensiv. Er überlegt genau, ob die Überwindung die zu erwartende Freude wert ist und so lange das Ergebnis dieser Überlegung für ihn "Nein!" ist, würde ich es akzeptieren. Natürlich kann man ihn ermutigen und manchmal braucht es auch einen kleinen Schubs (verbal ;-). Er muss das einfach mit sich selbst ausmachen und sollte (auch wenn wir das wirklich gut meinen), die Entscheidungen - so weit es geht - selbst treffen.

      Ich würde halt viel reden und mit ihm immer wieder durchspielen: Was sind Deine Befürchtungen? Was kann im schlechtesten Fall passieren? Was kann im besten Fall passieren? Gerade bei alltäglichen kleinen Dingen übernehmen Kinder diese Überlegungen irgendwann und werden wagemutiger.

      Liebe Grüße
      Danielle

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    2. Liebe Danielle,
      herzlichen Dank für die prompte Antwort und den Rat!
      Herzliche Grüße, Hanni

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  39. Liebe Danielle,

    so, nun ist es soweit: Meine Bemühungen um eine liebevolle, ohne logische Konsequenzen auskommende "Erziehung" wird auf eine sehr harte Probe gestellt und ich weiß keine Lösung. Vielleicht hast du dazu ein paar Gedanken?

    Mein Sohn (2) wirft. Ständig. Alles. Mal lachend. Mal, weil er etwas zurückgeben soll. Mal aus Neugier. Gestern ging so die von seiner Schwester geliebte Salzteigfigur kaputt. Er hat sie genommen und einfach weggeworfen. Ich habe ihm gesagt, dass das doof war und seine Schwester (5) nun sehr traurig ist. Anschließend haben wir alle Salzteigfiguren aufgeteilt. Seine Schwester hat ihre in Sicherheit gebracht. Er darf mit seinen soviel Werfen, wie er will. Ich hab mich gestern echt gut gefühlt, weil tolle Lösung gefunden, mit der alle zufrieden waren.

    Heute wurde u.a. das I-Pad geworfen. Er sollte es mir geben (er darf abends nach dem Essen wie seine Schwester etwas auf dem Pad gucken). Es landete auf den Fliesen und ist nun kaputt.

    Tja, und nun? Mein Mann ist stinkesauer und hat schon gesagt, mein Sohn habe nun "Handyverbot". Logische Konsequenz halt. Mir gehts damit nicht gut. Allerdings hab ich auch das Gefühl, dass mein "Das war total doof und ich bin deswegen sauer. Nun kannst du kein Pad mehr gucken." irgendwie zu wenig ist.

    Was meinst du?

    Und ja, ich weiß, Pad gucken ist nicht das richtige für einen Zweijährigen.

    LG
    Melanie

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    1. Liebe Melanie,

      ein Zweijähriger kann einfach noch gar nicht einschätzen, was es bedeutet, wenn das Ipad geworfen wird (ebenso wenig, wie bei der Salzteigfigur) - er lernt gerade erst, welche Konsequenzen auftreten können (die Dinge gehen kaputt und man kann sie nicht mehr verwenden - bzw. die Schwester ist traurig). Aber dennoch gibt es Dinge, die man werfen kann, ohna dass etwas ähnliches passiert. Die Dinge diesbezüglich zu klassifizieren ist für ihn gerade enorm spannend (anders als die Frage, was ein Ipad kostet ;-). Er lernt aus Euren Reaktionen, die unbedingt authentisch sein sollten (also ärgerlich und traurig).

      Sinnvoll wäre an der Stelle wirklich, dass er erst einmal nichts schauen kann, weil das Ding nun einfach kaputt ist. Das wäre m. E. auch nicht "zu wenig" - in dem Alter ist alles andere sinnlos, weil er es schlicht nicht verstehen kann.

      Wenn er gerne wirft, dann hilft es, viele Situationen zu schaffen, in denen er das gefahrlos tun kann und alles andere, bei dem das nicht möglich ist, konsequent außer Reichweite zu legen. Bis er alt genug ist, wirklich zu verstehen, warum man das nicht möchte.

      Viele Grüße
      Danielle

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    2. Hallo Danielle,

      vielen lieben Dank für deine Antwort.

      Seit mein Sohn das Pad kaputt geworfen hat, steht es auf dem Schrank (weil wir erst noch Daten sichern müssen). Er will es sich jedes Tag einmal ansehen und sagt dann "Pad kaputt. Kann nicht mehr sehen. Das war ich. Das war doof.". Bei mir überwiegt der Stolz auf ihn, dass er die Situation so toll reflektiert. Er darf nun wieder abends eine Folge Kleiner Maulwurf oder Sandmann schauen, allerdings darf er kein Handy in die Hand nehmen. Und ich habe das Gefühl, er hat das verstanden.

      Ich versuche auch immer, wenn er anfängt, Sachen zu werfen, ihn auf Stofftiere oder seine Bälle umzulenken. Klappt meistens. Er stellt sich inzwischen schon selbst eine Kiste mitten ins Zimmer und versucht, Bälle reinzutreffen. Ziemlich schlau finde ich.

      Das Problem ist, wenn er Sachen seiner Schwester wegnimmt und wegwirft. Und das passiert leider sehr häufig. Ich weiß nicht, ob dass die reine Freude am Werfen ist. Er ärgert schließlich richtig. Und seine Schwester (leider zurzeit mit meiner Meinung nach sehr leerem Aufmerksamkeitstank) brüllt direkt los wie verrückt. Sie es auch im Moment nie vorhersehbar, wie sie drauf ist. Manchmal teilt sie zuckersüß mit ihrem Bruder, meistens jedoch "ist alles meins. Er hat eins mehr als ich, das ist ungerecht. Er hat auch xy gemacht. Er durfte auch xy. Ich war zuerst an der Schaukel. Ich will xy."

      Und zusätzlich ist es bei uns so wie bei einer anderen eurer Leserinnen: Seitdem ich euren Blog und die für mich richtige Art der "Erziehung" gefunden habe, läuft es zwischen Papa und den Kindern gar nicht mehr gut. "Nein, Mama soll dies Mama soll das. Papa soll nicht in mein Zimmer. Mama soll mich ins Bett bringen/Zähne putzen/tragen...". Was zu Frustration/Resignation bei meinem Mann führt. Und zu Frustration bei uns allen, weil beide Kinder nur Mama wollen, ich mich aber nicht zweiteilen kann. Und nun immer immer eingebunden bin. Tagsüber. Abends. Immer. Ich bringe beide Kinder ins Bett während mein Mann frei hat. Das nervt. Und ich hab gleichzeitig ein schlechtes Gewissen weil es mich nervt.

      Werde mir auf jeden Fall das Buch von Thomas Gordon kaufen. Was meinst du, besser das alte oder das neue?

      LG
      Melanie

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    3. Liebe Melanie, er kann gar nicht "richtig ärgern", weil er noch keinen Perspektivenwechsel einnehmen kann. Er kann sich nicht in die Situation der Schwester hineinversetzen, d.h. er kann nicht denken "Wenn ich jetzt ihre Sachen nehme und werfe, ärgert sie sich. Cool. Mache ich mal!" Dieser kognitive Meilenstein kommt erst mit 4.

      Es ist in dem Fall auch nicht die reine Freude am Werfen, sondern ein Ursache-Wirkungs-Experiment. Er wirft (Ursache), sie schreit (Wirkung). Das ist für ihn aufregend und interessant, weil er sich gerade in der Lernphase Ursache-Wirkung befindet: er legt die Kugel auf die Kugelbahn (Ursache), die Kugel rollert runter (Wirkung). Er wirft den Teller zu Boden (Ursache), der Teller zerbricht (Wirkung). Er dreht am Wasserhahn (Ursache), das Wasser kommt raus (Wirkung). etc. Sein Gehirn möchte gerade wirklich alles über das physikalische Phänomen Ursache-Wirkung wissen, was es gibt, deshalb sucht er sich gezielt Situationen, in denen eine Wirkung auf eine Ursache geschieht. Würde deine Tochter nur relativ ruhig sagen: "Das ist meins, das soll nicht geworfen werfen.", aber nicht laut in Tränen ausbrechen oder dich rufen etc., dann würde sein Werfen und Wegnehmen bald aufhören, weil er so "nichts lernen" kann. Das deiner Tochter verständlich zu machen, ist aber wahnsinnig schwer, das gebe ich zu....

      P.S. Ich würde das neue Buch von Gordon nehmen, aber im Prinzip ist es egal.

      LG, snowqueen

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  40. Liebe Melanie!
    Das ist wahrlich eine schwierige Situation für Euch als Eltern.
    Für Dich weil Du von Deinen Kindern ständig beansprucht wirst (und JA, du darfst auch ohne schlechtes Gewissen genervt sein!).
    Und für Deinen Mann. Er liebt ja Eure Kinder genauso und möchte Ihr bestes.
    Vielleicht versteht er auch nicht warum die Kinder lieber bei Dir sein wollen und ist enttäuscht / verletzt.
    Mein Mann hatte auch erst Angst vor dieser neuen Erziehungsmethode.
    Angst vor dem Verwöhnen,
    Angst davor, zu wenig Grenzen zu setzen.
    Angst davor, einen Tyrannen zu erziehen.

    Könntest Du schon mal mit ihm darüber sprechen welche Bedenken er hat bzw. warum es ihm schwer fällt so wie du zu handeln bzw. warum er es eventuell ablehnt?
    Wie war seine eigene Kindheit bzw. wie ist das Verhältnis heute zu seinen Eltern?
    Ach ja, abends im Bett hab ich meinen Mann immer mal wieder aufschlussreiche Artikel von hier vorgelesen, hat gut geholfen. ��
    Und Danielle und Snowqueen sollen sich bitte nicht von mir übergangen fühlen.��

    Viele Grüße und ganz viel Kraft und Gelassenheit für die kommende Zeit.
    Doorie

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    1. Liebe Doorie,

      vielen Dank für deine Antwort.

      Mein Mann und ich haben bereits ohne Ende über unsere unterschiedlichen Erziehungsmethoden gesprochen. Es hilft nur leider nichts. Und ja, ich habe ihm auch schon verschiedene Artikel dieses wundervollen Blogs vorgelesen, aber vieles sieht er einfach anders (er findet es nicht schlimm, Macht auszuüben, denn schließlich ist er der Elternteil und die Kinder eben die Kinder), oder er kann es nicht umsetzen.

      Ehrlich gesagt glaube ich, dass wir einen Weg finden müssen, mit unseren unterschiedlichen Erziehungsmethoden klar zu kommen. Ich weiß nur nicht wie.

      Wie war es denn bei euch?

      LG
      Melanie

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