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Hilfe, mein Kind will nicht essen! Tipps und Tricks für schlechte Esser

Jedes Kind is(s)t anders 


Es gibt drei Themenfelder, um die sich  unsere Sorgen vornehmlich in den ersten Lebensjahren unserer Kinder drehen: die kindliche Entwicklung, das Schlafen und das Essen. Meine Kinder sind beides absolute Schlechtschläfer - bezüglich des Essverhaltens hätten sie unterschiedlicher nicht sein können.

Meine Tochter ist vollkommen unkompliziert - das Stillen war nach ein paar kleineren Startschwierigkeiten unproblematisch, die Beikost wurde nach Plan eingeführt, sie aß dabei gern und gut und ziemlich genau die "vorgegebenen" Mengen. Ab dem Familientisch aß sie einfach alles mit. Sie mag und isst im Grunde fast alles und gerne auch gesund. Süßigkeiten bleiben auch mal wochenlang in irgendeiner Ecke liegen, ohne dass sie sie interessieren, dafür bestellt sie sich gerne Sushi. Vor ein paar Jahren habe ich mich ehrlich gesagt etwas gewundert, warum so viele Eltern so viel Gewese ums Essen machen - schließlich ist noch kein Kind vor dem gedeckten Tisch verhungert. Der Meinung bin ich zwar immer noch - aber das Unverständnis in Bezug auf die vermeintlich übertriebene elterliche Sorge ist mittlerweile verschwunden - denn mein Sohn kam. 

Wenn Stillbabys schlecht zunehmen 


Mit 4.370 g war er ein sehr, sehr properes Baby, das nach dem Erreichen seines Geburtsgewichtes innerhalb einer Woche 570 g zunahm - normal sind eigentlich 170 bis maximal 330 g. Da sorgte ich mich das erste Mal, zunächst darüber ob man ein Stillbaby wirklich nicht überfüttern könne. Als wir 10 Wochen später wegen einer Bronchitis beim Arzt waren, wurde er gewogen und hatte in dieser Zeit gerade mal insgesamt 950 g zugenommen - das waren plötzlich nur noch durchschnittlich 87 g pro Woche - das unbedenkliche Minimum bei Stillkindern wären mindestens 140 g. Die schlechte Gewichtszunahme machte mich etwas ratlos. Da er aber eigentlich recht zufrieden wirkte, nahm ich die langen Stillpausen nicht weiter ernst.

Als er dann 4 Monate alt war, trank er plötzlich so gut wie gar nichts mehr - die Windeln blieben teils über Nacht trocken und wir landeten im Krankenhaus, nachdem er pro Tag nur 400 ml Muttermilch trank und Trinkpausen von 14 Stunden hatte - dabei aber weiter zufrieden war. Da  erfuhr ich zum ersten Mal, wie schrecklich zermürbend es sein kann, wenn Kinder nichts zu sich nehmen wollen.

Diagnostiziert wurde damals rein gar nichts - zurückblickend vermute ich, dass mein Sohn unter einem  gastroösophagealen Reflux gelitten hat, bei dem die Milch immer wieder in die Speiseröhre zurück floss und diese dadurch dauerhaft schmerzhaft entzündet war. Die Babys strecken sich dann durch, trinken schlecht und schreien wütend die Brust an, weil sie Hunger haben, aber wissen, dass die Milch ihre Schmerzen auslöst. Normalerweise spucken Kinder, die darunter leiden, sehr viel - das fehlte bei uns.

Wenn Kinder Beikost verschmähen 


Nachdem mich in einem Internetforum eine Userin mit medizinischem Hintergrund auf die Idee brachte, dass es sich um einen stillen Reflux handeln könnte, habe ich, früher als geplant, Beikost eingeführt. Diese ist nicht so flüssig wie Muttermilch und bleibt besser im Magen, wodurch sich der Reflux bessert. Nur mochte mein Kind keinen Brei - er aß in den nächsten Monaten sehr zurückhaltend und wenn, dann aller-, allerhöchstens 80 g pro Mahlzeit. Stillen blieb die bevorzugte Form der Nahrungsaufnahme. Er nahm weiter sehr zögerlich zu, aber ich entspannte mich zunehmend, weil er zumindest irgendwann auf einer Perzentile blieb (allerdings war er von der 97er in den ersten Wochen auf die 25-er gerutscht). Mittlerweile ist er ein sehr hagerer 4-Jähriger, der immer noch katastrophal isst - was ich aber mittlerweile einfach akzeptiert habe.

Es ist mir wirklich, wirklich rätselhaft, wie ein Mensch überhaupt überleben kann, wenn er nur diese geringen Nahrungsmengen isst. Und nicht nur das - er überlebt nicht nur, er wächst ja auch noch. Es gibt Tage, da isst er morgens 3 Löffel Müsli, mittags zwei kleine Kartoffeln ohne alles und abends eine halbes Brot ohne Kruste mit Butter. Zwischendurch etwas Obst (zum Glück!) und sonst: nichts. Wenn man ihn ließe, würde er sich ausschließlich von Süßem ernähren - davon würde er tatsächlich nennenswerte Mengen verdrücken. Es ist ganz offensichtlich, dass er einfach nicht mehr braucht. Auch wenn er für mich subjektiv - und vor allem im Vergleich zur Schwester - viel zu wenig is(s)t - objektiv ist es eine offenbar für ihn völlig ausreichende Menge. Inzwischen habe ich gelesen, dass die Menge der aufgenommenen Nahrung je Kind tatsächlich sehr stark variieren kann - so essen manche 2-Jährigen etwa 550 g Nahrung am Tag, andere bis zu 1500 g - also die dreifache Menge!

Häufig sorgen sich Eltern, wenn ihre Kinder lange die Brust bevorzugen - mit etwa einem halben Jahr beginnen sie, sich zu fragen, ob das Kind denn genug Nährstoffe bekommt, wenn es so wenig Beikost isst. Diese Sorge ist vollkommen unbegründet - es gibt kein Lebensmittel, das ein Kind optimaler mit Vitaminen und Spurenelementen versorgt, als Muttermilch.

Kinder holen sich tatsächlich, was sie brauchen


Bei den Recherchen zum Artikel Beikost - Ab wann kann und ab wann soll man etwas anderes als (Mutter)Milch anbieten? habe ich ein interessantes Experiment gefunden, das ich hier noch mal beschreiben will.

Vor 80 Jahren hat Dr. Clara Davis fünfzehn gestillten Waisenkindern im Alter von sechs bis elf Monaten täglich ein Sortiment aus 34 verschiedenen, mundgerecht zubereiteten Speisen  serviert. Sie ließ die Kinder ihre Mahlzeiten komplett selbst zusammenstellen. Alle angebotenen Lebensmittel waren ungezuckert und ungesalzen, Gemüse wurde gedämpft und es gab keine verarbeiteten Produkte (wie Butter, Wurst oder Brot). Zu jeder Mahlzeit wurde eine Auswahl von 10 Komponenten bereitgestellt - u. a. Äpfel, Ananas, gekochter Weizen, Hafer, Roggen, Mais, Tomaten, Kartoffeln, Hirn, Knochenmark, Nierchen, gehäckselter Fisch, Eier, Wasser, Orangensaft, Milch usw. Die Kinder zeigten auf die gewünschten Lebensmittel und bekamen diese dann gereicht.

Das Experiment wurde bis zu 6 Jahre lang pro Kind durchgeführt und ergab unter anderem folgende Ergebnisse:
  • Die Vorlieben der Kinder waren sehr unterschiedlich - es wurde jedoch durchschnittlich von allen die ungefähr ein gleicher Anteil an Kohlenhydraten, Fett und Eiweiß verzehrt.
  • Die ausgesuchte Nahrung wurde teilweise sehr ungewöhnlich kombiniert (ein Kind frühstückte in der Regel 500 ml Orangensaft und ein Stück Leber)
  • Es gab zyklische Vorlieben - oft wurde tagelang nur ein bestimmtes Lebensmittel (bspw. erst ein paar Tage lang Bananen, dann nur Hackfleisch) gegessen.
  • Die verzehrten Mengen während der Mahlzeiten waren sehr unterschiedlich.
  • Grundsätzlich bevorzugt wurde Obst - Getreide und Gemüse waren weniger beliebt. Kaum ein Kind aß Kopfsalat, Spinat oder Kohl.
  • Fast alle Kinder probierten im Laufe der Zeit alle Lebensmittel. Es gab nur zwei Kinder die nie Salat probierten und eines, das niemals Spinat kostete.
  • Kein Kind litt jemals wegen des Essens unter Durchfall, Erbrechen oder Verstopfung.
  • Alle Kinder nahmen in etwa die für die Altersstufe empfohlene Kalorienmenge auf.
  • Bei Infektionen änderten die Kinder ihr Essverhalten - es wurden überdurchschnittlich viel Karotten, Rind und Rüben gegessen.
  • Ein Kind litt unter Rachitis. Ihm wurde zusätzlich Lebertran angeboten, welchen es auch zu sich nahm - bis die Rachitis ausgeheilt war. Danach hat es ihn nie wieder angerührt.

Das Erstaunliche dabei war: Ausnahmslos alle Kinder gediehen gut, waren gesund (alle Blutwerte lagen im Normbereich) und es traten keine Mangelerscheinungen auf. Kein Kind war dick, keines dünn. Ärzte bescheinigten den Kindern einen überdurchschnittlich guten Gesundheitszustand. Dieses Experiment hat gezeigt, dass Kinder offenbar ganz instinktiv und intuitiv wissen, was ihnen gut tut und wie viel sie wann wovon benötigen. Kinder sind also eigentlich von Natur aus "programmiert", genau so viel zu essen, wie sie gerade brauchen. Wenn wir eine sinnvolle Essensauswahl anbieten, werden Kinder ihrer Natur folgen und sich ganz automatisch mit dem versorgen, was sie benötigen. Das, was wir mit dem Stillen nach Bedarf angefangen haben, sollten wir also bei der Beikost fortführen.

Das funktioniert natürlich nur dann wirklich perfekt, wenn naturbelassene, zusatzstofffreie Mahlzeiten angeboten werden. Hätten die Kinder im Experiment industrielle Süßigkeiten bekommen, hätten sie vermutlich bevorzugt darauf zurück gegriffen, da der kindliche Organismus eigentlich darauf geprägt ist, Süßes zu bevorzugen. Die Natur hat jedoch nicht vorausgesehen, dass es irgendwann nährstoffarme, stark verarbeitete Nahrungsmittel geben würde, die besser nicht in größeren Mengen verzehrt werden sollten.

Auch wenn sich Kinder sehr einseitig ernähren, führt das normalerweise nicht zu Mangelerscheinungen. Wochenlang nur Nudeln? Oder Marmeladentoast? Kein Problem - Kinder holen sich über kurz oder lang, was sie brauchen. Das ergab auch eine Langzeitstudie der Universität Stanford, die mäklige Kinder über Jahre hinweg begleitetete - es wurde kein signifikanter gesundheitlicher Unterschied zwischen Gutessern und Mäklern festgestellt. Das Essverhalten scheint zu einem großen Teil Charaktersache zu sein.

Warum mag mein Kind plötzlich kein Gemüse mehr? 


Ich hatte schon erwähnt, dass Kinder evolutionsbiologisch bedingt Lust auf Süßes haben. Die Prägung erfolgt durch die süße Muttermilch. Süß waren früher ausschließlich reife Früchte - diese waren eine besonders wertvolle Nahrung mit einem hohen Vitamingehalt und hoher Energiedichte. Da die Früchte nur begrenzte Zeit zur Verfügung standen und sehr gesund waren, war es sinnvoll, möglichst viel davon zu essen, also grundsätzlich Süßes zu bevorzugen. Außerdem gibt es nichts in der Natur, das süß schmeckt und giftig ist - süß und auch fettig sind also quasi "Sicherheitsgeschmäcker", denen unsere Kinder in der Regel den Vorzug geben. Bitteres und Saures hingegen signalisiert: "Diese Nahrung ist potentiell giftig". Das geht übrigens allen Pflanzenfressern so - auch Affen, Schnecken und Ratten essen am liebsten süß.

Bei der Beikosteinführung sind Kinder noch sehr experimentierfreudig und essen erst einmal recht unmäkelig, was ihnen angeboten wird. Das liegt vermutlich daran, dass festes Essen in der Regel eingeführt wird, während sich die Kinder noch dauerhaft im Sicherheitsbereich der Eltern befinden. Die meisten sind noch relativ immobil und die Eltern stellen sicher, dass nur ungiftige Nahrung in die Reichweite der Kinder kommt. Nach dem ersten Geburtstag ändert sich das zunehmend - die Kinder entdecken ihre Umwelt, entfernen sich zunehmend von den Eltern und stecken so ziemlich alles in den Mund. Sie werden dabei nicht mehr zu nahezu 100% überwacht. Es muss also nun sichergestellt werden, dass sie keine gefährlichen Dinge verzehren.

Um die Kinder zu schützen muss also ein Mechanismus wirken, der sie davor bewahrt, Giftiges zu sich zu nehmen. Das geschieht dann häufig dadurch, dass der Speiseplan stark eingeschränkt wird. Vor allem die Lust auf neue, bisher unbekannte Nahrungsmittel nimmt stark ab - alles, was bis zu diesem Punkt bekannt ist, wird meist noch gern gegessen, alles andere frei nach dem Motto "Was der Bauer nicht kennt, isst er nicht" abgelehnt. Daher ist es sinnvoll, im ersten Lebensjahr möglichst viele verschiedene Nahrungsmittel anzubieten und sich nicht an die "strengen" Vorgaben für die Beikost zu halten und wochenlang das selbe Gemüse anzubieten. Dass Kinder bitteres Gemüse nicht mögen ist also vollkommen normal. Das dauert ungefähr bis zum Alter von etwa 4,5 Jahren - danach werden sie wieder aufgeschlossener anderen Geschmäckern gegenüber. 

Kinder brauchen oft weniger Nahrung, als wir annehmen


Schon bei winzigen Säuglingen, die mit der Flasche gefüttert werden, kann man beobachten, dass Mütter die Kinder immer wieder animieren, mehr zu trinken. Da wird der Sauger gerüttelt, gut zugeredet, noch mal angesetzt. Das ist vor allem dadurch bedingt, dass die Mütter eine recht genaue Vorstellung davon haben, welche Mengen ihr Kind trinken sollte. Sei es durch die Packungsbeschriftung, den Vergleich mit anderen Kindern, die Ratschläge Dritter oder einfach nur auf Basis der bisherigen Trinkmengen. Und sie sehen durch die Flaschenfütterung sehr genau, wie viel Milch noch übrig ist. Daher neigen Flaschenmütter dazu, die Kinder dazu zu bewegen, die Flasche auszutrinken. Flaschenkinder haben allein deshalb vermutlich ein erhöhtes Risiko, später übergewichtig zu werden.

Bei Stillkindern weiß man nie, wie viel sie überhaupt trinken - ob nun 50 oder 200 ml getrunken wurden, erfährt man nur, wenn man die Kinder vor und nach dem Trinken wiegt. Als wir im Krankenhaus waren, musste ich solche Stillproben machen und war entsetzt, dass mein Kind immer nur 70 bis 90 ml Milch trank - in einem Alter, in dem Flaschenkinder eigentlich bis zu 240 ml pro Flasche locker wegtrinken. Ein paar Monate später erst ging mir auf: er braucht einfach nicht mehr. Selbst den Brei aß er ja nur in 80-g-Portionen, das schien für ihn genau die richtige Menge pro Mahlzeit zu sein.

Ich hatte den Fehler gemacht und ihn verglichen. Vor allem mit meiner großen Tochter, die mittags locker 190 g GKF-Brei und 100 g Obstbrei vertilgte. Oder mit den Kindern aus der Krabbelgruppe, die ebenso viel genussvoll verschlangen. So dachte ich immer wieder, dass er zu wenig bekommt - obwohl er eigentlich immer gut gelaunt und selten nörgelig war. Allein das hätte mir zeigen müssen, dass meine Sorgen unbegründet waren. Es gibt offenbar einfach gute und schlechte Kostverwerter. Aber hinterher ist man immer schlauer.

Eltern überschätzen häufig die Mengen, die ein Kind wirklich benötigt. Manchmal hilft es, ein Ernährungsprotokoll zu schreiben - so mancher hat sich schon gewundert, was sein vermeintlich schlecht essendes Kind so zwischendurch verdrückt!

Ein Kind im Alter zwischen einem und vier Jahren benötigt pro Tag etwa 90 bis 100 kcal pro kg Körpergewicht - das sind 1.000 bis 1.400 kcal. Ein Gummibärchen hat etwa 8 kcal - mit einer Handvoll hat man schon bis zu 10 % des Tagesbedarfes gedeckt. Ein Glas (200 ml) Milch mit 3,5 % Fett hat allein 128 kcal, auch Apfelsaft hat 100 kcal pro Glas. Eine Milchschnitte schlägt mit 116 kcal zu Buche, ein Apfel mit etwa 85 kcal.

Ein gutes Mittel für die Einschätzung, ob das Kind wirklich "zu wenig" isst, sind die Wachstumskurven. So lange ein Kind sich entlang seiner Perzentile entwickelt, besteht kein Grund zur Besorgnis. Selbst wenn ein Kind durch die Kurven wandert, kann auch das unbedenklich sein. Es empfiehlt sich in diesem Falle jedoch ein Besuch beim Kinderarzt. 

Essen als "Machtkampf"


Die meisten Kinder sind täglich einer Vielzahl an Forderungen, Bitten und Drohungen ausgesetzt. Damit sie tun, was man ihnen sagt, greift man häufig zu Erpressung oder droht mit Konsequenzen. Wir haben an anderer Stelle sehr ausführlich darüber geschrieben, warum diese Erziehungsmittel häufig zu Konflikten führen. Die Erziehung mit Drohungen und Konsequenzen funktioniert zwar vorübergehend - die Frustration der Kinder über ihre Macht- und Hilflosigkeit staut sich jedoch mehr und mehr auf.

Um diese negativen Gefühle zu verarbeiten, nutzen Kinder verschiedene Möglichkeiten. Zum einen zeigen sie irgendwann unangemessenes Verhalten oder Aggressivität. Da häufig ein längerer Zeitraum zwischen den negativen Emotionen und ihrer Entladung besteht, scheinen die Ausbrüche recht willkürlich zu sein, so dass es den Eltern oft schwer fällt, den konkreten Grund für das Benehmen zu erkennen.

Die ständige Bevormundung kann jedoch auch zu einem stillen Machtkampf führen - dazu ist nichts besser geeignet, als das Schlafen oder das Essen - denn zu beidem kann sie niemand zwingen.  Vor allem Kinder, die ihre Autonomiebestrebungen nicht ausreichend ausleben können, tun dies dann verstärkt in Situationen, in denen keine Bestrafungen zu erwarten sind. Das Essen ist die beste Gelegenheit, um die zu unrecht empfundene Einschränkung der Selbstbestimmung zu durchbrechen - hier können sie endlich selber über ihren Körper entscheiden.

Kindern, die schlecht essen, wird recht schnell klar, dass Mutter und Vater sich unbehaglich fühlen, wenn sie die Nahrung verweigern. Der Wunsch, dass sich Kinder gesund und ausreichend ernähren sollen, ist so tief verwurzelt, dass wir unsere Sorge kaum verbergen können. Das ist auch vollkommen normal - das Versorgen mit Nahrung ist eine der elementarsten Aufgaben, wenn man Kinder großzieht. Jahrtausende lang war das auch ein durchaus schwierige Aufgabe - Nahrung war eigentlich immer knapp. Kühlschränke, Supermärkte und Flugmangos gibt es erst seit kurzer Zeit - während Neandertaler im Grunde den größten Teil ihrer täglichen Zeit Beeren suchten und Rehe erlegten, kostet es uns heute gerade mal ein paar Minuten und wenige Euro, die Bestandteile einer nahrhaften Mahlzeit zu besorgen.

Wie die Körperbehaarung auch, ist die Angst vor dem Verhungern noch als Relikt aus der Urzeit geblieben. Wir wissen rein rational, dass hierzulande niemand verhungern muss - aber unsere unterbewusste Angst können wir nicht abstellen. Daher werden Phasen, in denen kaum etwas gegessen wird oder wochenlang dasselbe, Eltern immer Sorgen bereiten - und unsere Kinder spüren das.

Viele von uns sind außerdem groß geworden mit "Iss auf, sonst gibt es schlechtes Wetter!" oder "Noch ein Löffelchen für Oma..." - unsere Eltern entstammen der Nachkriegsgeneration - ihre Eltern haben im Krieg gehungert und sind davon tief geprägt. Da ließ man kein Essen verkommen - da musste man essen, um zu überleben. Das haben sie unterbewusst an ihre Kinder weiter gegeben - unsere Eltern mussten in der Regel mehr essen, als sie benötigten. Unsere Elterngeneration ist stark übergewichtig -  im Rentenalter sind heute 7 von 10 Deutschen zu dick. Diese erlernten Verhaltensweisen haben sie auch an uns weiter gegeben - auch wir fühlen uns schnell unwohl, wenn das Kind (vermeintlich) zu wenig isst und animieren Kinder daher viel zu schnell, doch "noch einen Haps" zu essen.

Da Übergewicht mittlerweile ein viel größeres Problem in den Industrieländern geworden ist, als Mangelernährung, achten viele Eltern sehr genau darauf, dass das natürliche Sättigungsgefühl erhalten bleibt und fordern nicht mehr, dass der Tellerinhalt aufgegessen werden muss. Das führt zu einer inneren Zerrissenheit - wir wollen (evolutionsbiologisch bedingt), dass unsere Kinder genug Essen, aber eben auch nicht zu viel (weil sie sonst dick werden). Daher machen wir uns immer sehr viele Gedanken über das Essverhalten unserer Kinder.

Kinder merken, wie sensibel und emotional das Thema im Vergleich zu anderen ist. Die Verweigerung, Zähne zu putzen, wird bei 99,9 %  der Eltern keinen Erfolg haben - sie werden mit gut Zureden, Drohen, Erpressen und letztendlich sogar "Gewalt" durchsetzen, dass geputzt wird. Gleiches trifft auf das Windeln wechseln zu oder das Zerstören von Gegenständen - hier greifen Eltern absolut berechenbar ein. Beim Essen passiert das Gegenteil: Eltern bemühen sich in der Regel zunächst um Gelassenheit und reagieren deutlich weniger streng, wenn ihre Erwartungen nicht erfüllt werden. Das irritiert Kinder - denn wir sagen (wahrscheinlich): "Ach komm, iss doch noch ein kleines Stück!" oder (bei uns gerne vom Papa praktiziert) fragen mehr als einmal: "Bist du auch wirklich fertig?". Das machen wir vor allem dann, wenn die von uns prognostizierte und als angemessen eingeschätzte Essmenge unterschritten wird. Wir signalisieren damit deutlich unseren Wunsch, dass sie mehr essen sollen - setzen das aber letztendlich - anders als beim Zähneputzen - nicht durch.

Solche Situationen sind für Kinder interessant: Diejenigen, wo es absolut keinen Kompromiss gibt und solche, in denen unerwartet hohe Nachgiebigkeit zu erkennen ist. Denn das sind die Situationen, die sie "nutzen" können - immer dann, wenn sie gerne mehr Aufmerksamkeit hätten. Aufmerksamkeit ist eines der elementaren Bedürfnisse unserer Kinder, daher kämpfen sie auch häufig mit allen Mitteln darum. Schaffen sie es nicht, ein für sie befriedigendes Maß zu erhalten, greifen sie zu subtileren Mitteln. Das kann unangemessenes Benehmen sein, um negative Aufmerksamkeit zu erhalten (was in ihren Augen besser ist, als gar keine zu bekommen) oder aber Verweigerung. Wer schlecht isst, dem ist Aufmerksamkeit normalerweise gewiss ("Ja, warum isst du denn nicht? Schmeckt es dir nicht? Wirst du krank?") Je weniger das Kind isst, umso mehr Gedanken machen sich die Eltern und so wird es immer wieder thematisiert. Selbst wenn sie gar nichts sagen - ihre Anspannung und ihre unbewusste Überwachung der Essmengen werden dennoch registriert.

Wenig oder einseitig zu essen kann also eine Art stiller Protest sein, bei dem die Kinder es genießen, dass sie die vollständige Macht über sich und auch ein bisschen Macht über die Eltern haben. Häufig liest man den Ratschlag, das Verhalten komplett zu ignorieren, dann würde es sich schon von selbst geben, da das Kind erkennt, dass es nichts bewirkt. Das sehe ich etwas anders, da ein solcher Protest (wenn es denn einer ist) wahrgenommen werden sollte. Es ist richtig, dass es nicht sinnvoll ist, das Verhalten übermäßig zu thematisieren.  Dennoch sollten wir uns Gedanken machen, warum das Kind sich so verhält, also welche Ursachen es geben könnte. Das Kind hat ein Bedürfnis, das ihm nicht erfüllt wurde und bringt das mit seinem Verhalten zum Ausdruck. Sein Bedürfnis verschwindet nicht dadurch, dass ich es noch hartnäckiger und zielgerichteter ignoriere. 

Essensverweigerung wegen Nahrungsmittelunverträglichkeiten


Eine sehr einseitige Ernährung kann mit einer Nahrungsmittelintoleranz zusammenhängen. Etwa vier bis sechs Prozent der Kinder in Deutschland leiden unter einer solchen.  Sie sind nicht immer eindeutig erkennbar, so dass man u. U. jahrelang darunter leiden kann, ohne es zu wissen. Ich selbst habe auch jetzt erst festgestellt, dass ich ganz offenbar histaminintolerant bin. Kinder spüren oft instinktiv, was ihnen bekommt und was nicht, so dass sie unter Umständen ihren Speiseplan auf die Dinge begrenzen, die ihnen keine Beschwerden bereiten.

Anzeichen für eine Unverträglichkeiten ist, dass folgende Beschwerden immer wieder auftreten:
  • Bauchschmerzen,
  • Übelkeit,
  • Durchfall,
  • Blähungen,
  • Abgeschlagenheit
  • Ausschlag oder
  • Schwindel. 

Welche Unverträglichkeit vorliegen könnte, kann man am besten mit einer Ausschlussdiät oder einem Ernährungstagebuch eingrenzen. Die infrage kommende Produktgruppe wird mindestens eine Woche komplett gemieden. In diesem Zeitraum sollten keine Beschwerden auftreten. Wenn man es dann ganz genau wissen will, isst man danach zielgerichtet die vermiedene Nahrung - besteht eine Intoleranz, sollte es zu einer deutlichen Reaktion kommen.
Man kann auf folgende Inhaltsstoffe reagieren:

Laktose
in allen Kuhmilchprodukten, wie Joghurt, Butter, Käse, Quark, usw. enthalten

Fruktose
in allen Obstsorten - der Gehalt schwankt - hier ist eine Übersicht - reagiert wird auch auf Honig, Sauerkraut oder Früchtetee

Histamin
vor allem in konservierten Lebensmitteln, sehr reifem Käse, geräuchertem Fleisch, Fischprodukten und Meeresfrüchten, Bohnen und Hülsenfrüchte, in Sojaprodukten, Sauerkraut, Alkohol, Schokolade, Kakao, Hefe, schwarzem Tee, Tomaten, Ananas, Bananen, Erdbeeren, Orangen, Limetten usw. - eine umfassende Liste findest Du hier

Gluten
vor allem in Getreide wie Weizen, Roggen, Hafer, Gerste, Dinkel, usw. und Mehl aus diesem, aber auch in Käse, Fisch- und Fertigprodukten

Sorbit
Lebensmittel, die die Zusatzstoffe E420 (reines Sorbit) und E432, E433, E434, E435 und E436 enthalten, aber auch in Trockenfrüchten, Birnen, Kirschen, Pflaumen usw. - hier eine Übersicht

Saccharose
alles, in dem Haushaltszucker enthalten ist

Die Intoleranzen können zum Teil durch einen Atemtest, zum Teil durch Blutuntersuchungen festgestellt werden. Ein dauerhaft sehr einseitig essendes Kind sollte man einem Arzt vorstellen und darum bitten, etwaige Unverträglichkeiten zu untersuchen. IgG-Tests auf Antikörper (gerne von Heilpraktikern angeboten) sind bei Nahrungsallergien nicht sinnvoll. 

Wie erkenne ich einen Nährstoffmangel?


Es gibt ein paar Anzeichen, bei denen man mit Schlechtessern einen Arzt aufsuchen sollte, um einen Nährstoffstatus zu erheben, da sie Anzeichen für Mangelerscheinungen sein können:
  • anhaltende Blässe,
  • eingeschränkte Aktivität, wenig Energie, häufig Müdigkeit,
  • viel Schlaf,
  • hohe Infektanfälligkeit,
  • verzögerte Wundheilung,
  • häufige Zahnfleischentzündungen oder eingerissene Mundwinkel,
  • häufiges Kribbeln der Gliedmaßen,
  • Reizbarkeit,
  • brüchige Nägel und
  • brüchige Haare/Haarausfall.

Bei Verdacht auf einen Mangel, wird der Arzt Blut abnehmen und einen Vitamin- und Mineralstoffstatus erheben und ggf. erforderliche Präparate verschreiben
 

Tipps und Tricks im Umgang mit kleinen Mäklern 


Kein Zwang


Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, aber der Vollständigkeit halber erwähne ich es dennoch: Essen sollte immer freiwillig sein. Wir entscheiden, was wir unseren Kindern anbieten - unsere Kinder entscheiden, wie viel sie davon sie Essen. Nahrung sollte nie als Drohmittel oder Belohnung fungieren, da dies langfristig Essstörungen oder Übergewicht auslösen kann. 

Kleine Portionen


Gerade schlecht essende Kinder sind von großen Portionsgrößen schnell überfordert. Sie gehen davon aus, dass die Portion genau die Menge ist, die sie nach Meinung ihrer Eltern essen sollen. Viele Kinder werden schon vom Ansehen satt - daher sollten die Portionen lieber zu klein bemessen sein. Wenn das Kind noch nicht satt ist und es gut geschmeckt hat, wird es ganz sicher Nachschlag verlangen. 

Zwischenmahlzeiten


Zwischenmahlzeiten verderben den Appetit auf die Hauptmahlzeit. Wenn der Hunger zwischendurch zu groß wird, sollte Obst angeboten werden. Süßes sollte es grundsätzlich nach den Hauptmahlzeiten geben - ohne dass Bedingungen daran geknüpft werden ("Süßes gibt es nur, wenn du noch drei Löffel isst"). Hunger hat einen weiteren positiven Effekt: Er macht mutig - das Kind greift eher zu unbekanntem Essen. 

Das Auge isst mit 


Das gilt bei Kindern ganz besonders - manche haben da sehr spezielle Abneigungen. Wenn etwas schon nur irgendwie komisch aussieht, vergeht einigen der Appetit komplett. Andersherum animiert Kinder ein kreatives Anrichten oder Gestalten der Speisen durchaus, etwas zu probieren, was sie einfach auf dem Teller rumliegend möglicherweise verschmäht hätten. 

Obst und Brot- immer eine Alternative anbieten


Um das Essen nicht zum Machtkampf werden zu lassen, sollte immer eine gesunde Alternative angeboten werden, an der Kinder sich satt essen können, wenn sie partout nicht das möchten, was auf dem Tisch steht. Das kann ein (Vollkorn)-Brot mit Butter sein oder auch Obst. 

Trennung der Zutaten 


Einige Kinder mögen es überhaupt nicht, wenn Nahrungsmittel (ihrer Ansicht nach) "zusammengemantscht" sind. Das können sie so meist nicht konkret artikulieren, so dass es bei mäkligen Essern definitiv einen Versuch wert ist, die Bestandteile des Essens fein säuberlich zu trennen. Das schafft man am besten mit einem Menütablett - so kann sich das Kind selbst aussuchen, was womit gemischt wird oder was komplett liegen bleibt. Für manche Kinder ist tatsächlich eine komplette Mahlzeit konterminiert, nur weil eine Erbse mitten auf dem Teller lag. 

Gemüse in Suppen oder der Sauce verstecken


"Trockene Nudeln" sind bei komplizierten Essern sehr beliebt. Wenn man Glück hat, wird sogar Tomatensauce akzeptiert. Hier kann man ggf. unauffällig ein paar pürierte Stücken Gemüse unterbringen. Aber viele Kinder essen auch gerne Suppen - hier hat man ebenfalls die Chance, das ungeliebte Gemüse feingeraspelt oder püriert unterzubringen. 

Saft - ein guter Vitamin-Lieferant


Wenig oder schlecht essenden Kindern sollte (ruhig unverdünnter) Obst- und Gemüsesaft angeboten werden, da er viele Vitamine enthält. Die Qualität und die Verarbeitung schwankt stark. Man unterscheidet Direktsaft und Fruchtsaft aus Fruchtsaftkonzentraten. Ersterer stammt zu 100% von der Frucht, letzterer wird erst im Herkunftsland konzentriert und dann im Verkaufsland mit Wasser aufgefüllt. Fruchtnektare und Fruchtsaftgetränke enthalten weitere Zusätze - sind also nicht so hochwertig, aber günstiger. Am frischesten sind die Säfte direkt aus der Kühltruhe. Testsieger bei den Multivitaminsäften bei Stiftung Warentest war übrigens der „11 plus 11“-Saft von Rabenhorst. 

Den Essensplan mitgestalten lassen


Wenn Kinder die Möglichkeit haben, Essenspläne mitzugestalten, ist die Wahrscheinlichkeit (wenn leider auch nur geringfügig) höher, dass sie mehr Freude am Essen empfinden. Schon beim Einkaufen zu helfen, kann Kinder neugierig machen, Dinge auszuprobieren. Wenn Kinder an der Zubereitung beteiligt waren, steigt die Motivation, das fabrizierte Werk auch zu kosten. Wenn das nicht funktionieren sollte, sind Vorwürfe wenig zielführend ("Du durftest das Mittagessen extra aussuchen und jetzt isst du kaum was!").

Neues immer wieder anbieten


Neues nicht zu mögen, ist programmiert - nur sehr wenige Kinder sind in Bezug auf neue Lebensmittel experimentierfreudig. Untersuchungen haben ergeben, dass man neue Lebensmittel bis zu 18 (!) Mal anbieten muss, bis das Kind etwas davon kostet. Daher sollte man nicht aufgeben und einfach immer wieder neue Lebensmittel unkommentiert anbieten.

Kosten vereinbaren


Das klappt nicht bei jedem Kind, aber die meisten lassen sich zumindest darauf ein, dass alles wenigstens gekostet wird. Meinem Sohn z. B. habe ich erlaubt, dass er das gekostetete Lebensmittel sofort in einen speziellen Spuckbecher (ein Miniplastikdöschen) spucken darf, wenn es nicht schmeckt. Ein Getränk zum Nachspülen steht jederzeit bereit. Es macht ihm so viel Spaß "erlaubt" Essen auszuspucken, dass seine Motivation zu kosten sehr hoch ist. Wenn das Nahrungsmittel dann doch mal schmecken sollte, greift er dann beherzt zu.

Buchtipps


Wer zu diesem Thema noch näher nachlesen möchte, dem seien folgende Bücher ans Herz gelegt:


© Danielle 

Quellen 



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Kommentare:

  1. Danke fürs "Gedanken machen"-Nehmen. Mein Kleiner (13 Monate) ist grad in der Schlecht-Essens-Phase. Teilweise hat er so gut wie nichts gegessen, nur gestillt.

    Zur Fructose-Unverträglichkeit (leider aus eigener Erfahrung/Recherche): Es gibt zwei Formen:
    Die Malabsorption, bei der man Fructose in gewissen Mengen nicht verträgt und o.g. Probleme bekommt.
    Und die heriditäre Fructoseintoleranz, die angeboren ist und schwerwiegende Schäden am Körper hinterlässt (z.B. Leberschäden). Schon minimalste Mengen an Fructose reichen aus. OFt zeigt sich das schon bei Beikosteinführung: Die Kinder verweigern alles, was Fructose enthält.
    Das ist leider nicht nur Obst sondern auch Gemüse. Oft sind auch viele weitere Zucker und Zuckeraustauschstoffe betroffen. (bei beiden Formen) wie z.B. Sorbit, was praktisch überall drin sein kann: zahnpasta,Medikamente, als Süßstoff usw.
    Die heriditäre Form stellt man per Blutuntersuchung fest.

    Wollte ich nur noch hinzu fügen :-) (und hoffe, niemand damit erschlagen zu haben.)

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  2. Huhu,

    vielen Dank für den lesenswerten Artikel. Mein Kind ist leider genau das Gegenteil eines Schlechtesser...er ist ein massiver Vielfrass. Ich fände einen Aritkel zu diesem Thema natürlich auch super, da ich mich zunehmend immer mehr gedrängt fühle (ich sag nur Oma) mein Kind in seinem Essverhalten zu bremsen.
    Mit Horrorstorys von gedähnten Mägen und Fettleibigkeit, habe ich versucht mein Kind im Essen zu bremsen, was zu schrecklichen Heularien führt und ich es sekündlich wieder beendet habe.
    Gibt es also nach oben Grenzen?

    Liebe Grüße
    Kristin

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  3. Haha,
    ich dachte mein Kind währe das Einzige, was kein "zusammengematschtes" Essen mag. Danke für den Tipp mit dem Tablett!

    Liebe Grüße
    Ane

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  4. Toller Artikel! Mein erster Sohn ist eine kleine Buffetfräse, alles gern und reichlich! Der nahm die Brust, die Flasche, den Brei, Stückchen und Familienkost. Auch heut alles mit Freuden. Er ist mit Größe und Gewicht auf der 99 Perzentile. Und dann kam unser Mini :) der kleine ist jetzt 10 Monate alt und wir kämpfen um die 8 Kilo Grenze, dabei ist er schon fast 80cm lang und das zsppeligste Baby der Welt und laufen geht auch schon gut an der Hand.
    Am liebsten noch die Brust, oder mal ein kleiner Wurst Toast selbst essen und nun endlich mal einen kleinen Schluck Saft aus der Flasche. Alles andere ist bää. Das ist so frustrierend und ich würd auch so gern mal abstillen. Er ist leider auch viel krank, dann ist das Essen wieder ganz eingestellt :(
    Der Artikel tat mir jetzt mal richtig gut. Ich sehe überall nur Mops dicke Kinder und dann mein zartes Reh. Da knabbert schon an meinem Selbstbewusstsein, da er ja noch hauptsächlich gestillt wird und ich ihm wohl nicht soviel bieten kann :( dämlicher Gedankengang oder?

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  5. Dieser Artikel hat mir auch Bedenken genommen und seitdem erkenne ich richtig wie viel unsere Maus verhältnismäßig isst.
    Mit 16 Monaten dachte ich wird sie schon viel mehr essen und beim Anblick anderer Kinder war ich tatsächlich frustriert, ob ich wir etwas falsch machten.
    Einzig und allein die Tatsache, das sie mit 16 Monaten 80cm groß ist und 13 kg wiegt, hat mich beruhigt, dass da schon alles okay sein wird :D
    Jetzt freu ich mich seit ein paar Tagen, dass sie wohl von morgens bis nachmittags keinen richtigen Hunger hat. Stillen reicht und dann gibt es zwischen 15 und 20 Uhr drei Mahlzeiten, die sie morgens nicht annimmt.. Auch in Ordnung!

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  6. Danke für den mal wieder sehr interessanten Artikel!

    Man soll in sein Kind natürlich nichts reinzwingen, aber im Artikel fehlt mir das Thema “Kind ist abgelenkt“. Meine Tochter, fünfeinhalb Monate, interessiert sich oft für alles mögliche um sie herum, aber nur am Rande fürs Essen. Als sie noch voll gestillt wurde, war es natürlich ein leichtes, ins ruhige, dunkle Schlafzimmer zu gehen und dort zu stillen. Nun, wo der Mittagsbrei eingeführt wird, geht das natürlich nicht. Eine Mahlzeit kann sich so ordentlich in die Länge ziehen. Ist ja alles so furchtbar spannend. Ich denke, dieses Problem beim Essen kennen viele Mütter und das auch bei älteren Kindern. Man kann ja aber nicht immer für eine absolut reizfreie Umgebung sorgen. Habt ihr da einen Rat?

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  7. Danke für diesen interessanten Artikel. Mich würde interessieren, was mit Kindern ist, die nicht trinken wollen. Bei meinem Sohn vergehen Tage, da trinkt er nichts (!), meistens trinkt er nur abends etwas, sonst nie. Werden jedoch Saft oder Hafermilch angeboten oder bei der Oma was aus 0,5-l-Wasser-"Knisterflaschen" (diese kleinen einmal-Plastikflaschen), dann trinkt er 300-500 ml in einem Zug. Jedoch sperre ich mich dagegen, nur noch Saft oder Hafermilch zum Trinken zu geben (eigentlich trinken wir alle immer Wasser) und diese Flaschen will ich aus Umwelt- und Gesundheitsgründen auch nicht kaufen. Was soll man da machen? Hat das Kind also ein Trinkbedürfnis oder nicht?
    Eine schöne Kinder-Trinkflasche hat er.
    Liebe Grüße, Jasmin

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    1. Hallo,

      hat er denn Probleme beim Stuhlgang? Man sagt, dass die Kotkonsistenz ein guter Indikator ist - Flüssigkeitsmangel führt zu Verstopfung.

      Was trinkt er denn bei Oma aus der Flasche? Aus den "Knisterflaschen" auch Wasser? Dann würde ich eine immer wieder verwenden.

      Ansonsten würde ich Apfelschorle anbieten oder Mandelmilch selber machen, da kann man die Zusammensetzung ja ganz gut variieren. In Mandelmilch ist eh hauptsächlich Wasser, so dass ich (altersabhängig!) nicht so große Probleme deswegen sehe.

      Viele Grüße
      Danielle

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    2. Mein Großer trinkt auch oft zu wenig. Bei uns hilft der Strohhalm. Das findet er so toll, dass es eigentlich egal ist, was es zu trinken gibt (hauptsächlich Wasser oder Tee).

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  8. Hallo,
    ich habe einen kleinen Jungen, der sehr genau weiß was er will. Zu hause bieten wie ihm das Essen an und er darf dann aussuchen, was er essen möchte. Momentan ist er vor allem Nudeln, Reis oder Kartoffeln ohne Soße und Obst und Rohkost. Wenn es zum Beispiel eine Suppe gibt, die er grundsätzlich nicht essen möchte, kann er Brot essen. Wir fragen ihn, ob er das Essen probieren möchten, was er stets verneint und lassen ihn dann in Ruhe. Für uns ist es auch okay so. Allerdings sprach mich jetzt die Erzieherin aus dem Kindergarten an, dass das Mittagessen bei ihm sehr schwierig ist. Er möchte das Essen gar nicht erst probieren, was aber eine Regel im Kindergarten ist bevor sie ihre Brotdose holen dürfen. Ich dachten wir führen diese Regel nun auch zu hause ein, damit er sich im Kindergarten dann auch daran hält. Aber mein Sohn flippt da richtig aus und schreit rum, dass er nicht probieren möchte. Wir wissen nicht was wir tun sollen. Wir spüren einerseits den Druck von der Erzieherin, die sagt sie können unser Kind nicht anders behandeln als die anderen, andererseits möchten wir unser Kind nicht zum Probieren zwingen. Was sollen wir tun? Unser Sohn wird übrigens in 3 Monaten 3 Jahre alt.

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  9. Hallo,
    ich habe einen kleinen Jungen, der sehr genau weiß was er will. Zu hause bieten wie ihm das Essen an und er darf dann aussuchen, was er essen möchte. Momentan ist er vor allem Nudeln, Reis oder Kartoffeln ohne Soße und Obst und Rohkost. Wenn es zum Beispiel eine Suppe gibt, die er grundsätzlich nicht essen möchte, kann er Brot essen. Wir fragen ihn, ob er das Essen probieren möchten, was er stets verneint und lassen ihn dann in Ruhe. Für uns ist es auch okay so. Allerdings sprach mich jetzt die Erzieherin aus dem Kindergarten an, dass das Mittagessen bei ihm sehr schwierig ist. Er möchte das Essen gar nicht erst probieren, was aber eine Regel im Kindergarten ist bevor sie ihre Brotdose holen dürfen. Ich dachten wir führen diese Regel nun auch zu hause ein, damit er sich im Kindergarten dann auch daran hält. Aber mein Sohn flippt da richtig aus und schreit rum, dass er nicht probieren möchte. Wir wissen nicht was wir tun sollen. Wir spüren einerseits den Druck von der Erzieherin, die sagt sie können unser Kind nicht anders behandeln als die anderen, andererseits möchten wir unser Kind nicht zum Probieren zwingen. Was sollen wir tun? Unser Sohn wird übrigens in 3 Monaten 3 Jahre alt.

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  10. Kinderernährung ist eben so ein Thema - mein Kind ist manchmal tagelang extrem wenig (10 Hapse insgesamt) und an anderen Zeiten schreit sie ständig nach Essen. Das hat sicher mit Wachstumsschüben zu tun. So eng sollte man es vielleicht nicht sehen. Allerdings habe ich ein fast untergewichtiges Kind, dass extrem gern Butter isst und nur wenig zu sich nimmt. Deshalb bekommt sie ihre Brote mit dick Butter drauf - da landen dann auch ein paar Kalorien im Bauch, wenn nur zweimal abgebissen wird. Übrigens: die Kleine ist 3,5 und seit ihrer Geburt sehr dünn (oft zu dünn laut Perzentilen). Gestern sagte mir jemand: "Jetzt ist sie gewachsen und auch schlanker" mit lobendem Unterton. Ich hätte denjenigen killen können. Einem schlechten Esser auch noch Schlankheitswahn einzureden - in dem Alter!! Bitte nicht machen!

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  11. Ich bin Diätassistentin und möchte folgendes anmerken...

    Laktose ist Milchzucker, sie ist in jeder Säugetier-Milch ( auch vom Menschen) und dessen Produkten enthalten. Außer in lang gereiftem Käse, in diesem wurde die Laktose wärend der Reifung abgebaut. Laktose ist außerdem ein beliebter Zusatzstoff in der Industrie, kann also in jedem verarbeiteten Produkt erhalten sein (z.B. Brot, Wurst, Kroketten, usw.) Laktose ist zusätzlich noch ein guter Trägerstoff für Medikamente, auch da bei einer Laktoseintoleranz bitte aufpassen. Eine Laktoseintoleranz kann beim Arzt mit einem Atemtest festgestellt werden.

    Fruktose ist Fruchtzucker. Bei einer Fruktoseintoleranz muss man auch auf Süßstoffe verzichten, weil diese den selben Weg im Stoffwechsel nehmen. Fruktose und Süßstoffe werden in der Industrie sehr gerne breit gefächert zugesetzt.

    Saccharose ist Haushaltszucker. Er besteht aus Glucose und Fruktose. Das Problem ist hier die Fruktose, siehe oben.

    Gluten ist ein Eiweiß in Getreide. Es ist in Weizen, Dinkel, Roggen, (Hafer),Gerste erhalten. Gluten ist aber nur für Menschen mit einer Zöloakie problematisch. Topliste wird bei einem Arzt diagnostiziert. Gluten ist auch ein Zusatzstoff, der in der Industrie gerne verwendet wird, kann also in allen Fertigprodukten (Wurst, Kroketten, Eis, etc.) enthalten sein.

    Schöner Blog!

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  12. Hallo,
    Danke für diesen Artikel meine Tochter wurde lange gestillt und wir haben Baby Led weaning betrieben. Eigentlich isst sie alles aber sie isst schon immer sehr wenig, mich besorgt es nicht obwohl Oma und Opa sich da kaum zurück halten können. Eine Sache macht mir allerdings sorgen und vielleicht habt ihr einen Tipp. Oft Frage ich sie ob sie Hunger hat, nach dem "ja" Frage ich sie was sie möchte ( sie ist 2,5 aber sprachlich auch Recht weit) wenn ich ihr dann betreffendes mache isst sie sehr oft nichts davon. Sie fragt dann nach etwas anderem und so geht das weiter oft schaele ich dann eine mandarine, in dem Moment in dem ich fertig bin, sagt sie sie möchte es nicht. Dann möchte sie eine Kiwi und so geht es weiter oft liegen dann 5-6 zubereitete Dinge auf dem Tisch und sie rührt nichts davon an oder max. einen bissen. Es ärgert mich, nicht weil sie nichts isst, sondern weil es verschwendung ist. Generell isst sie ungern am Tisch und würde lieber zwischendrin etwas essen, mir ist das Familien essen aber wichtig und meinen Mann auch. Zwischendrin gibt es dann Mal Apfel oder trauben. Sie muss ja auch nicht unbedingt etwas essen aber oft weigert sie sich schon mit in die Küche zu gehen. Oft verabreden wir dann, dass noch 1-2 Bücher gelesen werden und sie dann mitkommt, leider hält sie sich nicht an ihren Teil der Abmachung. Vielleicht habt ihr einen Tipp wie sie lieber mit uns am Tisch sitzt und auch bezüglich, dem was sie wirklich essen möchte.
    Liebe Grüsse und danke für eure Arbeit. Ich lese auch gerade euer Buch und freue mich über neue Ideen

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  13. Wir sind grade auch schlagartig in die "nur nur Nudeln"-Phase gerutscht. Er hat noch nie wirklich viel gegessen, aber immer vielseitig und Brokkoli und Bohnen waren lange unter den Favoriten. Bisher lag er immer nahe an der 50% Perzentile in sowohl Größe als auch Gewicht, also können wir uns eigentlich entspannen, aber der Gedanke "Das Kind muss noch was essen" sitzt wahnsinnig fest im Hinterkopf, sowohl beim Papa als auch bei mir. Das zu ignorieren ist ein echter Kampf.
    Da werde ich auch schnell mal schwach und biete dann doch einen Keks an, damit der Kleine überhaupt was isst.

    Es hat auf jeden Fall gut getan, nochmals Eure Informationen dazu zu lesen. Grade bei so einem wichtigen Thema.

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  14. Hi, unser Sohn ist jetzt knappe 10 Monate alt. er ist 70 cm lang und wiegt 7700g. Er ist mit 2640 g auf die Welt gekommen und war nur 48cm lang. Obwohl er 9 Tage über ET gekommen ist. Etliche Untersuchungen haben nichts ergeben. Gott sei dank. Nur er war von Anfang an ein schlechter Trinker und nun auch ein schlechter Esser. Er spuckt viel, aber mit Reflux ist wohl alles ok. Es ist zum Verzweifeln, wenn man um jeden Gramm kämpfen muss und das Essen dann irgendwann wieder erbrochen wird. Zum Glück nicht mehr so viel wie in den ersten 5 Monaten. Er verweigert nach wie vor Stückchen. Mag, wenn dann nur Babybreie (Milchbreie und dann am liebsten kalt) aus dem Glas. Selbstgekochtes verweigert er. Brot oder Nudeln oder Reis hat er schon mal probiert, auch ohne ekel. Hat aber wenig später danach erbrochen und dann natürlich alles, was er schon vorher mühevoll von mir gefüttert bekommen hat. Also Morgenflasche und Breie. Es ist jeden Tag ein bangen um das Essen und ich kann da einfach nicht mehr cool oder ruhig bleiben. Es ist bei ihm tatsächlich so, dass er mal 6 Wochen gar nicht mehr zunimmt und dann innerhalb von 2-3 Wochen auf einmal 500g zugenommen hat. Also weiß, ich wenn er will, dann kann er auch. Ich führe seit Geburt Protokoll, welche Mengen er am Tag isst. Im Moment sind wir bei ca. 550g /ml tägl. Wenn er seine Wachstumsphase hat schafft er schon mal sein 650g/ml. Wenn er aber erbricht, dann sind wir pro Tag bei etwa 300-400 g/ml. Ja, es ist jeden Tag ein Bangen. Ich glaube, ich werde erst ruhiger wenn er so 2 oder 3 Jahre alt ist......

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