Anzeige

Mein Kind wirft ständig Teller, Becher oder Essen auf den Boden


Das Hinunterwerfen von Tellern ist eigentlich der Klassiker unter den unkooperativen Verhaltensweisen. Viele, viele Eltern verzweifeln daran. In veralteten Erziehungsratgebern wird meist geraten, das Essen in einem solchen Fall sofort zu beenden. Wirft das Kind also Teller oder Essen auf den Boden, sollen die Eltern dieses aufheben, wegstellen und dem Nachwuchs sagen, dass das Abendbrot nun beendet sei. Man sehe an seinem Werfen, dass es ja wohl offensichtlich satt sei. Dummerweise juckt die Kinder dieser Abbruch des Essens meist nicht - beim nächsten Mal fliegt wieder der Teller. Ich halte diesen Tipp deshalb für keine erfolgsversprechende Erziehungstechnik und rate davon ab.

 

Gründe für das Verhalten

 
Der erste Teller "fliegt" noch aus Versehen, meist in einem Alter, in dem die Grob- und Feinmotorik einfach noch nicht richtig ausgereift ist. Weil aber zur gleichen Zeit in etwa das Baby/Kleinkind in der Ursache-Wirkungs-Phase ist, in der es ausdauernd testet, was passiert, wenn es eine bestimmte Sache macht, kann es gut sein, dass dieses erste Versehen dann immer wieder absichtlich wiederholt wird. Das Kind testet einfach die physikalischen Grundlagen seiner Umwelt: Fällt der Teller immer wieder nach unten? Schwebt er auch mal nach oben? Macht er immer dieses Geräusch? Bleibt er dabei ganz oder geht er kaputt? Wie reagieren meine Lieblingsmenschen darauf, wenn der Teller fällt?
 
Natürlich ist das Ursache-Wirkungs-Testen nicht die einzige mögliche Ursache. Viele Kinder signalisieren mit dem Runterwerfen, dass sie satt sind bzw. mit dem Essen fertig und sich langweilen. Da sie in der Regel noch keine andere Technik gefunden haben, diesen Fakt adäquat auszudrücken (z. B. indem sie die Gebärde "satt" oder "fertig" zeigen), bürgert sich dieses "Signal" (also das Herunterwerfen, weil sie fertig sind) ein und wird immer wieder gezeigt, auch, wenn die Eltern schimpfen. Dieses Schimpfen beziehen die Kinder nämlich gar nicht auf sich, da sie kognitiv noch nicht in der Lage sind, die Gefühlswelt ihrer Eltern nachzuvollziehen und zu erkennen, dass ihr Werfen die Eltern wütend macht und für das Schimpfen verantwortlich ist. Sie erkennen zwar einen Zusammenhang ("Immer, wenn ich werfe, wird Papa laut"), finden den aber eher spannend, denn er gehört wieder in das Ursache-Wirkungs-Lernfeld. Ergo machen sie mit dem Werfen weiter, um zu überprüfen, ob das Lautwerden der Eltern wirklich jedes Mal nach dem Tellerwerfen kommt.


Nun könnte man denken, dass es aus diesem Gesichtspunkt heraus vielleicht doch eine gute Idee ist, das Essen immer dann abzubrechen, wenn das Kind den Teller (oder das Essen, den Becher etc.) wirft, denn dann würde es doch irgendwann den Zusammenhang lernen? Ich werfe den Teller, der Teller kommt weg. Ja? Stimmt, das würde das Kind lernen. Es ist meines Erachtens trotzdem sinnlos. Denn das Kind wirft den Teller ja, weil es satt ist, das heißt, es tangiert es überhaupt nicht, wenn der Teller dann weggestellt wird. Eher im Gegenteil: Für das Kind signalisieren die Eltern mit dem Wegstellen des Tellers als nonverbale Botschaft: "Ich habe dich verstanden. Du bist satt. Dann stelle ich den Teller jetzt weg." Es fühlt sich also verstanden und ist glücklich, einen Weg gefunden zu haben, es seinen Eltern begreiflich gemacht zu haben. Dementsprechend würde es das Signal Tellerwerfen für den Fakt, dass es satt/gelangweilt ist nun immer wieder nutzen und sich nur wundern, warum die Eltern deswegen zunehmend lauter werden.
 
Nehmen wir an, das Kind ist noch nicht satt, und wirft den Teller trotzdem aus für uns nicht nachvollziehbaren Gründen. Dann würde das Wegstellen des Tellers, sobald er geworfen wurde, also das Abbrechen des Abendbrotes aber trotzdem uns Eltern ins eigene Fleisch schneiden und weniger den Kindern. Klar, die haben dann sicher noch Hunger. Und schicken wir sie dann hungrig ins Bett? Unsere Eltern und Großeltern haben das noch durchgezogen. Manchmal wurden sie dann durch lautes Hungergeschrei in der Nacht geweckt - nicht so prickelnd. Meistens aber mussten die Kinder halt damit leben und den Hunger bis zum Frühstück aushalten. Auch nicht so prickelnd, da das vorsätzliche Entziehen des Essens für Kinder wie Liebesentzug wirkt, die Eltern-Kind-Bindung negativ beeinflusst und ein gestörtes Verhältnis zum Essen hervorrufen kann. Die Eltern heute machen das Gott sei Dank nicht mehr, aber auch ihre Lösung ist nicht besser. Sie geben dem Kind dann später, wenn es Hunger hat, noch einmal etwas zu essen. Und was hat das Kind dann daraus gelernt? Nichts. Die Eltern vollführen nur seltsame Rituale, die es nicht nachvollziehen kann. Manchmal stellen sie den Teller weg, manchmal holen sie ihn wieder, manchmal wird das Essen unterbrochen, aber später gibt es dann wieder etwas. Das Kind denkt: "Go with the flow" und akzeptiert dieses Gebaren seiner Liebsten als normales Verhalten. Mit dem Tellerwerfen aufhören wird es vermutlich eher nicht.
 

Lösungen für das Verhalten

 

1. Echtes Geschirr nehmen

 
Doch, doch, das meine ich ernst. Ihr habt doch bestimmt noch "hübsches" Geschirr von Oma oder Schwiegermutter im Schrank, um das es bei einem Versehen nicht schade ist? Nehmt das.
 
Es ist wirklich auch schon für kleine Kinder ein Unterschied, ob bruchsichere Melamin-Teller auf den Boden prallen und scheppernd, aber ganz, umherrollen oder ein echter Porzellanteller klirrend in tausende Stücke zerspringt. Geht davon aus, dass kein Kind letzteres absichtlich zwei Mal macht. Deshalb sagt auch Maria Montessori (u.a.), dass es für die Entwicklung der Kinder am besten sei, wenn sie von Anfang an echtes Geschirr und echte Gläser bekommen. Schaut auch mal in euren Küchenschrank. Steht da noch euer Kindergeschirr aus Porzellan von vor 30 Jahren? Ja? Bei mir nämlich auch. Seht ihr, wir haben das damals auch geschafft. Unsere Kinder können das auch. Echt jetzt.
 

2. Ein anderes "Fertig"-Signal einführen

 
Wie ich oben bei den Gründen schon beschrieb, ist das Herunterwerfen von Geschirr oder Essen meist ein vom Kind eingeführtes und von den Eltern unwissentlich verstärktes Signal für den Fakt, dass es satt bzw. ihm langweilig ist.
 
Wenn wir das wissen, ist es ein Leichtes, dem Kind ein anderes Signal beizubringen. Denn merke: Wenn wir einem Kind immer wieder sagen, was es nicht machen soll, heißt das noch lange nicht, dass es dann automatisch weiß, was es stattdessen machen soll! Wir müssen es ihm sagen oder ihm vormachen.
 
Am einfachsten ist es, ihm zu zeigen, dass es den Teller auf dem Tisch nach vorn (von ihm weg) schieben kann, um zu zeigen, dass es fertig ist. Sollte der Teller also bei euch das nächste Mal fallen, würde ich ihn ohne Brimborium aufheben, wieder vor das Kind stellen und sagen: "Du bist satt? Guck mal, dann schieb den Teller so nach vorn. Dann verstehe ich dich besser. So sagst du: Ich bin fertig!" Das würde ich eine Weiler immer wieder vormachen (auch bei mir selbst) und das Kind loben (ja, in dem Fall würde ich tatsächlich loben), wenn es meinen Vorschlag umsetzt. Siehe auch "Catch them at being good".
 
Meine Töchter haben übrigens ein eigenes Signal entwickelt, als sie sehr klein waren: Sie haben sich immer selbst mit dem Stuhl vom Tisch abgerückt. Das war am Anfang Zufall und eher als Spiel gedacht, aber ich habe das in meinem Sinne interpretiert und verbalisiert und so wurde daraus eben ihr "Fertig"-Signal. Mein Sohn zerrt an seinem Lätzchen, wenn er fertig ist. Hat er keins um, was öfter vorkommt, steigt er einfach vom Stuhl - auch das ist ein "Fertig"-Signal.
 

3. Catch them at being good

 
Meine Kinder haben schon relativ früh, mit etwa 11 Monaten, selbst mit dem Löffel oder der Gabel gegessen. Dabei kam es natürlich häufiger vor, dass selbiger herunterfiel. Ich habe dazu nie groß etwas gesagt, denn es war klar: Sie machen das nicht mit Absicht, sondern weil ihre Motorik noch nicht ausgereift ist. Mit etwa 13 Monaten fiel mir jedoch auf, dass eine der beiden, Fräulein Chaos, den Löffel immer öfter einfach fallen ließ, so dass er scheppernd zu Boden fiel. Da mir das Aufheben nach einer Weile wirklich lästig wurde, begann ich, sie dabei zu "erwischen", wenn sie den Löffel auf dem Tisch ablegte. Das erste Mal hätte ich tatsächlich beinahe verpasst, weil es eine so nebensächliche Geste war, dass mein Gehirn sie gar nicht registrieren wollte. Mehr aus Versehen legte sie den Löffel genau neben ihrem Teller ab, um nach ihrem Glas zu greifen. Ich ergriff die Gelegenheit beim Schopfe und sagte zum Teddy, der stumm am Tisch saß und zuguckte: "Oh, guck mal, Teddy, dein Fräulein Chaos hat verstanden, dass der Löffel neben den Teller gehört. Wie toll!" (Kurzer Einschub: Ich habe absichtlich das indirekte Lob über den Teddy gewählt, weil es stärker wirkt, als direktes Lob. Man kann auch den anwesenden Papa, die Co-Mama oder auch das daneben liegende Baby ansprechen und denen das erzählen.) Dann strahlte ich sie an. Man konnte förmlich den Denkprozess hinter ihrer Stirn nachvollziehen. Ihre Augen gingen verwundert auf den Löffel, dann guckte sie mir wieder ins Gesicht. Sie guckte auf den Boden, dann wieder auf den Löffel. Dann straffte sich ihr ganzer Körper und sie lächelte mich an. Ich bin sicher, in diesem Moment war ihr ein Licht aufgegangen. Sie hatte endlich gehört, wie der gesellschaftlich anerkannte Umgang mit einem in dem Moment ungebrauchten Löffel war. Ab diesem Zeitpunkt wurde der Löffel sehr viel öfter auf dem Tisch abgelegt und sehr viel weniger auf den Boden geworfen. Letztere hob ich einfach auf, erstere bemerkte ich drei Tage lang sehr intensiv lobend. Danach machte ich noch etwa eine Woche lang ab und zu lobende Bemerkungen, wenn der Löffel neben dem Teller abgelegt wurde, mal mit direktem Lob, mal indirekt. Danach waren wir durch mit dem Thema: Die Löffel blieben zuverlässig oben.
 
Das (manipulative) Loben nutze ich übrigens eher selten. Ich habe diese Technik beim Verkehrstraining, beim Umgang mit Steckdosen und eben beim Werfen des Bestecks benutzt, als meine Töchter zwischen 1 und 2 Jahren waren. Sie fußt auf der Methodik des Behaviorismus (instrumentelle und operante Konditionierung). Da das menschliche Gehirn schnell und zuverlässig auf "Lernen durch Belohnung" und "Lernen durch Bestrafung" anspricht, lernen Kinder sehr schnell, was sie dürfen und was nicht. Bei den Gefahren durch Autos und Strom war mir das wichtig, denn ich wollte nicht erst darauf warten, dass meine Kinder zur Einsicht gelangen, dass diese Dinge gefährlich für sie sind. Denn diese Einsicht hätte noch mehrere Jahre auf sich warten lassen - bis sie ansatzweise die Gefahr erkennen, müssen Kinder zwischen 4 und 6 Jahre alt sein. Und selbst dann ist das Verständnis erst einmal nur vage. An sich ist es jedoch erstrebenswert, das "Catch them at being good" ohne Lob, sondern mit anderen Arten von positiver Rückmeldung, durchzuführen.
 
Meinem Sohn habe ich mit sechs Monaten auch beigebracht, dass er an die Steckdosen nicht heran darf, aber ich nutzte kein Lob mehr. Ich brauchte das nicht - er kooperierte einfach. Ich glaube, das liegt daran, dass ich dadurch, dass das bei meinen Töchtern damals so problemlos geklappt hat (nicht an Steckdosen gehen, an der Straße immer anhalten), innerlich so überzeugt war, dass mein Sohn auf mich hören würde, dass ich eine absolute Klarheit ausgestrahlt habe, die ihn überzeugte. (Über diesen Punkt habe ich ausführlich in Teil 2 der Serie geschrieben). Aber das ist nur eine Theorie. Vielleicht habe ich auch einfach nur ein pflegeleichtes Kind. Im Moment mache ich mit ihm Verkehrstraining und auch hier setzt er meine Hinweise ohne Lob um. Zu diesem Punkt werde ich im Artikel über das Weglaufen noch etwas ausführlicher schreiben.
 
Im Übrigen würde ich jedoch jederzeit wieder das manipulative Lob beim "Catch them at being good" anwenden, wenn ich eine Gefahr für Leib und Leben meiner Kinder abwenden müsste!
 

Unsere Serie zur kindlichen Kooperation

 
Dieser Artikel ist Teil unserer Serie zur kindlichen Kooperation. Im ersten Teil dieser Serie haben wir erklärt, warum Kinder nicht kooperieren wollen. Im zweiten Teil gingen wir darauf ein, wie wir unsere Kinder ganz allgemein wieder zum kooperieren bringen können. Ergänzt wurde dieser Text mit Teil 3 der Serie, in der Snowqueen tagebuchartig verbloggte, wie viel sie und ihre Kinder am Morgen kooperieren.
 
In den weiteren Artikeln haben wir alltägliche Situationen betrachtet, die früher oder später in fast allen Familien zu Konflikten führen:
 
© Snowqueen
Wenn Dir dieser Beitrag gefallen oder weitergeholfen hat und Du unsere Arbeit gerne unterstützen möchtest, kannst Du das über den folgenden Button bei Paypal tun:

Kommentare:

  1. Meine Tochter ist 6 Jahre alt und dauerhaft frech zu uns, zickig und unzufrieden. Nicht nur einen Tag, sondern immer. Sie ist auch mit ihren 6 Jahren noch extrem ungeduldig. Vorallem wenn wenn sie nicht gleich etwas versteht oder wenn wir sie nicht gleich verstehen. Das geht so seitdem sie 5 Jahre alt ist. Vielleicht hättet ihr einen Tipp.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Isabella,

      dieses Phänomen nennt sich Vorschulpubertät und ist ein Vorgeschmack auf die echte Pubertät. Ich kenne viele Eltern, deren Kinder zwischen 5 und 6 (manchmal länger) notorisch unzufrieden und nölig waren - das ging da aber meist mit Eintritt in die Schule von allein weg.

      In diesem Alter fühlen sie sich einfach schon echt groß, werden aber von den Erwachsenen noch als kleine Kinder behandelt. Abhilfe bringt meist, wenn die Kinder "große" Aufgaben allein machen dürfen. Natürlich immer nur, was ihrem Interesse entspricht. Meine Töchter kochen zum Beispiel allein (meist Schnitzel, Kartoffeln, Möhren) oder gehen allein zum Bäcker, um Frühstücksbrötchen zu kaufen - wenn sie Lust dazu haben. Ich verlange es nicht. Jeder Mensch möchte das Gefühl haben, einen wichtigen Beitrag zum Wohl der Familie zu geben - wir wollen "gebraucht" werden, das macht uns glücklich. Auch schon mit 5.

      Liebe Grüße, snowqueen

      Löschen
  2. Loben, wenn der Löffel abgelegt wird, das werde ich doch gleich übernehmen.

    Leider komme ich in Sachen Steckdosen bei unserer einjährigen Technikerin nicht weiter. (Die Große haben Steckdosen null interessiert) Wir haben überall Sicherungen drin, aber nichtsdestotrotz mag die Kleine am liebsten permanent dran rumfuhrwerken. Ein strenges Nein mit Wegtragen von der Dose oder Ablenkung mit anderen Dingen funktionieren nur bedingt. Jetzt ist Frau Lehrerin mit ihrem Latein am Ende. Habt ihr einen Tipp?

    LG und macht's weiter so :-)

    STEFFI

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Steffi, auch bei Steckdosen funktioniert das Catch them at being good. Also sie immer dann loben, wenn sie (aus Versehen) an der Steckdose vorbeikrabbelt, ohne sie zu berühren. "Nein" sagen (muss gar nicht streng sein) und wegtragen finde ich gut, wenn du es nicht als Strafe verkaufst, sondern als Umlenkung auf etwas anderes Interessantes meinst. Also: "Steckdosen sind verboten!" - an eine andere Stelle tragen - "Wollen wir uns ein Buch angucken/einen Turm bauen?". Ausführlicher habe ich dieses Vorgehen in einem alten Artikel erklärt: "Nein habe ich gesagt - aber mein Kind hört nicht".

      Abgesehen davon gibt es einige Kinder, die schon sehr früh ein sehr starkes Interesse für ein Lernobjekt entwickeln. Diese Kinder sind dann einfach nicht davon abzubringen und studieren dieses Objekt über Jahre. Ich kannte ein Mädchen, das im Alter von 1-6 wirklich alles gelernt hat, was mit Hebammen zu tun hatte. Sie hat sich sogar Videos von Geburten angeguckt, hat Interviews mit echten Hebammen geführt usw. Ein Junge aus dem Freundeskreis hatte das Lerngebiet Strom. Er hat, wie dein Kind, sich einfach nicht von den Steckdosen abbringen lassen, fing dann an, Kabel zu sammeln und hat recht früh, mit 4 Jahren nämlich, kleine Stromkreise gebaut. Es könnte also sein, dass dein Kind ebenfalls ihr Lebensthema schon jetzt gefunden hat.

      Liebe Grüße, snowqueen

      Löschen
    2. Wir haben unserem Sohn einen Stecker in die Hand gegeben. Kurz vor seinem ersten Geburtstag konnte er den alleine in die Steckdose tun. Und die Kindersicherung hat er mit circa anderthalb geknackt. Als er mal etwas anderes (Stricknadeln) reinstecken wollte oder mit Wasser an die Steckdose gesprüht hat, haben wir ihm das leise und freundlich verboten und ihm gesagt, dass es gefährlich ist. Das ging vielleicht drei oder vier mal so. Ansonsten sucht er immer Stecker.
      Ich frage mich, warum da so "überreagiert" wird? (Ich kenne die Gefahren von Strom.) Mein Gefühl sagt mir, dass Kinder mit Dingen normal umgehen, mit denen ihre Bezugspersonen normal umgehen (Strom, scharfe Messer, Fensterbänke, Straßenverkehr).

      Löschen
  3. Interessant, danke dir. Wir hatten auch so eine Essen-Besteck-Plumsenlasserin. Da sie ohnehin sehr wenig aß, und Essen erst mit etwa 1,5 Jahren wirklich interessant wurde, wollte ich unsere gemeinsamen Mahlzeiten nicht durch Schimpfen negativ verknüpfen. Also habe ich einfach immer aufgehoben, wieder auf den Tisch gelegt, oder halt unten liegen lassen, weil es ohnehin meist nicht interessant für sie war. Ja, es hat mich genervt, und ich musste mir öfter anhören "das macht sie doch immer weiter wenn du ihr das aufhebst", aber: es ging vorbei. Im Rückblick hatte die Phase vielleicht ein halbes Jahr gedauert.

    Kerstin

    AntwortenLöschen
  4. Meine Tochter zieht nie niemals nie Jacken an, auch wenn wir sie lassen und auf Einsicht hoffen es wird ihr einfach nicht kalt. Sollte man da auf den Schnee warten oder...?? Ich check es einfach nicht :) LG Frida

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Frida, wenn ihr nicht kalt wird, warum sollte sie denn dann eine Jacke anziehen? Ihr macht das schon richtig so.

      Keinen Druck aufbauen, sie selbst entscheiden lassen, Jacke immer als Option dabei haben. Der Rest ist ihre Entscheidung.

      Es gibt doch auch Erwachsene, die jetzt noch mit Sandalen und im T-Shirt rumlaufen. Wir anderen mögen deshalb mit dem Kopf schütteln, aber wir sprechen diese Menschen ja trotzdem nicht an und verlangen, sie sollen sich wetterentsprechend kleiden, oder? Weil wir davon ausgehen, dass sie schon merken werden, wenn ihnen kalt ist.

      LG, snowqueen

      Löschen
    2. hi Frida. Ich finde, ohne Jacke rausgehen oft keine Option. Wir hatten das gleiche Problem. Es gibt einen simplen Trick, den "Jacken-Zaubertrick". Das war bei uns der Durchbruch. Hat meine Tochter überall stolz gezeigt. geht mit jeder Jacke. https://www.youtube.com/watch?v=80aX6sOLnVY

      Löschen
    3. Liebe Frida!
      Meine Tochter hasst "normale" Jacken. Sie kann die nicht ertragen. Material, Dicke und Unbeweglichkeit stören sie massiv. Wir haben eine Wollwalkjacke - die ist kein Problem und wird heiß geliebt. Sie ist dünner und weicher als andere Jacken und dennoch warm (auch für Schnee geeignet, wenn nicht zu dünn drunter angezogen). Ansonsten vielleicht mal eine Weste anbieten? Das wäre auch ein Kompromiß. Wobei ich finde, Du machst das schon richtig! Zur Zeit ist es draußen ja noch nicht so kalt. Ich denke mal, es wird noch der Tag kommen, an dem ihr kalt ist. Ich versuche immer, mich selbst zurück nehmen und solche Situationen erstmal anzunehmen und keinen Druck mehr zu machen. Denn es nützt ja auch nichts, wenn Ihr jeden Tag darüber streitet.
      Herzliche Grüße und alles Gute,
      Steffi

      Löschen
  5. Wir haben echtes ("hübsches") Geschirr. Mein fast 2jähriger Sohn wirft, sobald ihm etwas nicht passt (er kein Malzbier kriegt, sondern Wasser, z.b.), damit fröhlich durch die Gegend. Wir haben Fliesen unterm Esstisch und mehrfach täglich Scherben. Ihn beeindruckt das gar nicht... Unsere Reaktionen reichen von "ich will das nicht" bis ignorieren. Scherben sind mir mit notorisch barfuß laufender 5jährigen und Hund und Katz echt zu heikel, er kriegt jetzt Edelstahl, aber leider immer noch oft genug unser Geschirr in die Finger, was dann auf dem Boden landet - Hast du mir einen Tipp?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Das stimmt, Scherben mit Barfüßlerin und Hund und Katz sind dann nicht tragbar. So vom ersten Lesen her vermute ich jedoch, dass bei Euch das Werfen aus dem Wutimpuls heraus geschieht? Also er fegt den Teller runter, weil im etwas nicht passt? Den Impuls kann er mit 2 Jahren noch steuern (Guck mal den Artikel an: Impulsives Verhalten und Ungeduld) und deshalb müsst ihr dann dafür sorgen, dass es eben keine Scherben gibt. das macht ihr ja schon mit dem Edelstahltellern. Diese Wutsituationen werdet ihr nicht vermeiden können (aber er auch nicht) und es ist nicht sinnvoll, deswegen zu schimpfen. (Macht ihr nicht, aber ich schreibe es nochmal für die anderen Leser da draußen.) Ist er nicht wütend, würde ich das "Catch them at being good" bei ihm ausprobieren.

      Löschen
  6. Ich lese deine Kooperationsserie mit Begeisterung und habe schon ein paar Teile auf FB geteilt. Das Teller runter werfen ist bei uns schon vorbei. Ich habe das damals ganz pragmatisch mit einer Unterlage unter dem Stuhl gelöst, die ich ggf. schnell abwischen oder zum Müll tragen konnte. Die Phase hat bei uns nicht lange gedauert. Viellauch auch, weil ich mit meinen Kindern Babyzeichensprache gemacht hatte und ich ein Zeichen für "fertig" und "will vom Stuhl runter" eingeführt hatte. LG Petra
    P.S. Mich würde interessieren, wie du mit Kraftausdrücken umgehst, die dein Kind vom Kindergarten mit nach Hause bringt!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Das mit den Kraftausdrücken würde mich auch interessieren. Wir haben hier ja einen 4,5jährigen, der alles mögliche aus dem Kiga mit nach Hause bringt und eine 2jährige "Kopiermaschine" ;o) Von daher wäre ich da auch an Tipps interessiert wie man damit umgeht...
      Alles Liebe ♥
      Nadine

      Löschen
    2. Liebe Petra, liebe Nadine, zu den Kraftausdrücken gibt es schon einen ausführlichen Artikel von Danielle im Archiv: Du Pupskackawurst - über die scheiß Schimpfwortphase.

      LG, snowqueen

      Löschen
  7. Meinen knapp 2jährigen beeindruckt Porzellan gar nicht. Wir haben Fliesen und ca zwei Mal täglich Scherben. Zum Glück gibt es Flohmärkte... ��
    Ich schimpfe selten, ignoriere es oft. Trotzdem fliegt uns hier alles um die Ohren, was dem Herrn nicht passt...

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Zu oft darf ein Porzellanteller nicht fliegen, dann verpufft der Effekt wirklich. Dann würde ich vermutlich umsteigen auf unzerbrechliches Geschirr. Und gucken, warum er wirft. Aus Wut? Weil er satt ist?
      LG, snowqueen

      Löschen
  8. Hallo Snowqueen, auch von mir großes Lob! Mich würde noch ein Artikel zum Thema Kooperation bei Medikamenten interessieren. Vielen Dank macht weiter so! Christine

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Christine, daran schreibe ich schon, aber es ist schwer....
      LG, snowqueen

      Löschen
  9. Ich würde für folgende Situation Tipps brauchen: Mein Großer (2,75 Jahr) spielt ganz viel beim Essen mit dem Essen. Er isst, für mein Empfinden, recht wenig zu Hause (in der Kita ist das wohl anders, deswegen, finde ich mich zu Hause damit ab) und oft kommt er erst in Esslaune, wenn wir den Tisch langsam wieder abdecken wollen. Das ist schon recht anstrengend, weil davor das Essen vollständig bespielt (auseinandergenommen, auf den Boden geworfen) wird.
    Spielzeug am Tisch haben wir schon ausprobiert - das hatte nicht den gewünschten Erfolg, entweder es wird nicht anstelle des Essens bespielt oder es wird mit dem Essen bespielt. Solange der Große das Essen noch irgendiwe ißt, versuche ich das zu tolerieren, wenn das Essen aber nur bepielt wird und danach entsorgt werden muß, ist bei mir wirklich eine Grenze erreicht. Das habe ich bisher nicht geschafft, ihm ausreichend zu vermittelt. Was kann ich tun? Er muß übrigens nicht mit am Tisch sein, er kann auch allein in seinem Zimmer spielen oder in der Küche, dass will er aber auch nicht.
    Das nächste ist, dass er nach dem Essen nicht Lust hat, sich die Hände zu waschen. Ich habe aber keine Lust, dass er mit den fettigen Fingern alles anfasst inklusive mir, ich will ja am Tisch nicht immer mit Schutzkleidung sitzen. Auch hier wäre ich für Tipps dankbar.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Dana, puh, das ist schwierig...mmmh. Also zunächst einmal: Gut, dass das mit dem Spielzeug nicht geklappt hat am Tisch, denn davon rate ich total ab. Keine Ablenkung am Tisch.

      Und kurz zum Wenig-Essen: Gut, dass du es akzeptierst, denn das ist ja wirklich sein privater Entscheidungsbereich. Du stellst gesundes Essen zur Verfügung, er entscheidet, wie viel und was er davon isst. In dem Punkt machst du also alles richtig, wie ich finde.

      Nun zum Spielen mit dem Essen. Es haben sehr viele Eltern Probleme mit diesem Punkt. Also auszuhalten, dass mit wertvollem Essen gespielt wird. Ich kann das gut nachvollziehen - schließlich hungern auf der Welt so viele Menschen, dass es eine Schande wäre, wenn wir dieses kostbare Gut einfach so zerstören lassen. Außerdem kostet es euch ja auch Geld. Kurzum, ich verstehe es.

      Nun kommt mein Aber. Unsere Kinder sind in diesem Alter noch nicht in der Lage, diese großen Zusammenhänge zu verstehen. Sie wissen nichts von hungernden Menschen und vom Wert des Geldes. Was sie wollen ist, das Essen (und zwar jedes einzelne Stück) zu beGREIFEN. Das ist in ihrem genetischen Programm so angelegt. Bevor sie also essen lernen, müssen sie Essen erst einmal anfassen, zerkauen und wieder aus dem Mund holen, es auf dem Tisch verschmieren etc. Sie experimentieren mit dem Essen, um es vollständig zu verstehen. Oft wird dieses zermatschte Essen dann am Ende gegessen, manchmal auch nicht. Manchmal schmecken die Experimente, manchmal nicht. Fakt ist, dass dabei Essen übrig bleibt, das weggeworfen wird und ja, das ist schade. Aber wie oft machen wir erwachsenen das selbst so? Wie oft kaufen wir zu viel ein und es schimmelt dann im Kühlschrank? Wie oft kaufen wir ein belegtes Brötchen unterwegs, beißen davon ab und vergessen es dann in der Handtasche, weil etwas Ablenkendes dazwischenkommt? Wie oft werden von Supermärkten ganze Paletten an Essen weggeworfen, weil das Mindesthaltbarkeitsdatum erreicht war? Sehr, sehr oft. Da macht diese Experimentierphase unserer Kinder nicht mehr so sehr den Unterschied, um ehrlich zu sein. Denn eine zeitlich begrenzte Phase ist es einfach - sobald unsere Kinder die Beschaffenheit des Essens erkundet haben und wir Erwachsenen nicht mahnend eingegriffen haben, hört die Schmiererei von allein auf.

      Ich persönlich würde also deinen Sohn mit dem essen spielen lassen. ich sage nicht, dass du meinem Rat folgen musst, denn du sollst nicht gegen dein Bauchgefühl handeln. Aber horch doch mal in dich rein, woher dein Unbehagen kommt. Weil in dir drin ein "Mit Essen spielt man nicht!" nachhallt? Oder weil du das wirklich nicht mit deinem Gewissen vereinbaren kannst, dass Essen vergeudet wird?

      Zum Allein spielen, wenn er mit dem Essen schon fertig ist: Das macht fast kein Kind. Du kannst das antrainieren, indem du immer wieder sagst; dass du noch fertig essen möchtest, bevor du kommst (das geht, es dauert nur eine Weile, bis es akzeptiert wird vom Kind). Oder du entscheidest, dass das gemeinsame Spiel ein Bedürfnis deines Kindes ist (und kein Wunsch) und brichst dein Essen ab, sobald er fertig ist, gehst mit ihm spielen und isst hinterher auf. Beide Optionen sind möglich - guck einfach, welche besser zu eurer Familie passt.

      Zum Händewaschen: Mit fettigen Fingern darf er natürlich nicht in der Wohnung rumlaufen, das ist klar. Ich habe in der Küche einen Stapel IKEA-Waschlappen und feuchte jeweils einen an, wenn mein Sohn fertig ist und wische ihm damit sofort die Finger ab, noch bevor er vom Stuhl gestiegen ist. Könnte das bei euch funktionieren?
      LG, snowqueen

      Löschen
  10. Bin begeistert von der Kooperations- Reihe!!! Danke!! Mein Sohn (2,5) wird immer laut, wenn ich mich mit jemandem unterhalte. Er schreit dann so laut, dass eine Konversation nicht möglich ist. Und zwar schon nach einem Satz. Ich sage ihm dann, dass ich weiß, dass er weiter gehen möchte, ich aber erst noch kurz mit .... spreche und wir dann gehen. Klappt natürlich nicht. Kann es auch sein, dass er mitreden möchte? Beziehe ihn manchmal auch mit ein, aber sobald wir Erwachsene uns wieder ohne ihn unterhalten, geht es wieder los! Hast du da Tipps für mich?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, das kenne ich gut. Also erst einmal: Altersgemäß ist es, wenn er eine Wartezeit von 2,5 Minuten schafft, ohne laut zu werden. Wenn du länger quatschen willst, ist das zu viel für ihn und er stört das Gespräch. (Wenn er sie schon nach dem ersten Satz stört, kennt er diese Situation wohl schon und will sofort, dass du sie beendest, weil er weiß, wie langweilig es für ihn sein wird.)

      Eine Wartesituation ohne Beschäftigung nennt man "Leerlauf" - sobald Kinder in den Leerlauf geraten, stellen sie (für Erwachsene) "dumme" Dinge an. Wichtig ist also, dass du Leerlauf bei ihm vermeidest. Ich beschreibe dieses Phänomen ausführlicher im nächsten Artikel über das Weglaufen und auch den Lösungsansatz dazu.
      LG, snowqueen

      Löschen
  11. Als Mama eines zweijährigen Doppelpacks lese ich ja immer gerne wieder hier rein, denn meine Kinder wirken auf mich immer mal wieder (und zunehmend) ziemlich unkooperativ. :D Ich unterstelle ihnen dabei gar nicht, dass sie es wirklich sind, aber oft genug muss ich schon schwer grübeln, wie ich auf so ein Verhalten bitte schön reagieren soll.

    Auch dieses Mal schien mir alles beim Lesen total schlüssig, ich habe nur das Problem, dass ich selber oft ziemlich unkooperativ bin. Man sollte mal eine Reihe zu den unkooperativen (weil übermüdeten) Eltern einführen. Das meine ich nur halb ironisch, denn in der Realität hilft Wissen und Verständnis manchmal wenig, wenn die Nerven blank liegen.

    AntwortenLöschen
  12. Ich habe noch eine Theorie, warum das Essen auf den Boden fliegt. Bei meinem Zwerg ist es meist das, was nicht schmeckt, oder gerade beim Trinken im Weg ist, oder sich schwer kauen lässt. Er ist schon so weit, das Essen dann zuerst in seine Hand zu spucken und dann auf den Boden zu werfen, statt es sofort aus dem Mund auf den Boden zu befördern. Doch egal wie oft ich ihm erkläre, dass er das unerwünschte Essen neben den Teller auf den Tisch oder sogar wieder auf den Teller legen soll, es fällt immer nach unten.
    Catch them at being good klingt zwar gut, aber für etwas so unbedeutendes wie Essen auf dem Boden würde ich ungern vom Nicht-Loben abweichen. Wie geht das? Das kommt im Artikel leider etwas kurz.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Stimmt, mein Sohn spuckt unerwünschtes auch einfach aus und oft landet es dann auf dem Boden. Wenn ihr es schon geschafft habt, dass er das Essen zuerst in die Hand spuckt, dann seid ihr ja schon fast am Ziel. Ich würde dann ermunternd lächeln und schnell einen Teller (oder zur Not meine Hand) hinhalten, damit er das von seiner Hand darauf legen kann. Hat er es gemacht, würde ich freundlich nicken und in den Raum hinein murmeln: "Das Essen gehört auf den Teller." Du kannst auch, wenn du selbst etwas nicht magst, dein Essen gut sichtbar in deine Hand spucken und dann auf deinen Teller legen und dabei sagen: "Das mag ich nicht. Das lege ich lieber auf den Teller." oder so. Damit lobst du nicht, zeigst aber trotzdem, was gesellschaftlich akzeptiertes Verhalten ist.
      LG, snowqueen

      Löschen
    2. Wir machen es so, daß nicht schmeckendes Essen oder doch zu groß geratene Stücke in ein Papiertuch gespuckt werden dürfen. Ich nutze nicht gern viele Tücher, aber in diesem Fall ist es ein guter Kompromiß: Meine Tochter wird es los und ich ekle mich nicht, da es weder auf dem Boden noch für mich sichtbar auf Tisch oder Teller liegt. Es dauerte nur wenige Tage, bis sie das annahm und nichts mehr einfach aus spuckte, sondern sich bemerkbar machte und wartete,bis ich ein Tuch zur Hand hatte. Wobei ich mich schon beeilen muß... Dauert es zu lange, spuckt sie es doch noch aus, weil es sie zu sehr stört.
      Liebe Grüße,
      Steffi

      Löschen
  13. Hi,
    ich lese euren Blog schon lange und bin ziemlich begeistert! Wir haben das mit dem Essen auf den Boden werfen relativ erfolgreich gelöst, indem wir unserer 14-monatigen Tochter beigebracht haben, das Essen uns in die Hand zu geben anstatt fallen zu lassen. "Nein, nicht auf den Boden, gib es lieber mir" klappt ganz gut.
    Leider ist es immer noch so, dass sie, wenn wir draußen sind, alles in den Mund stecken will - Blätter, Gras, Sand, aber auch Steine, Eicheln,... und grad die Steine und Eicheln versucht sie dann auch zu zerkauen. Das finde ich natürlich nicht so toll und sehe ihre (Zahn-)Gesundheit gefährdet. Anfangs hat sie die Sachen auch wieder ausgespuckt, wenn wir gesagt haben "spucks aus!", aber mittlerweile nicht mehr. Das verleidet mir fast jeden Spielplatzbesuch. Andere Sachen, Spielzeug etc nimmt sie mittlerweile nicht mehr in den Mund. Muss ich einfach hoffen, dass die orale Phase demnächst gänzlich vorbei geht oder hast du vielleicht noch einen Tip?
    Liebe Grüße
    Vera

    AntwortenLöschen
  14. Danke für den interessanten Artikel. Aber ein Hinweis: Nicht immer ist das Wegschieben als Fertig-Zeichen geeignet. Mein Sohn (1,5) macht das nämlich auch mit seinem Becher, der dabei oft umkippt, v. a., wenn er an der Kante zwischen Hochstuhltablett und Tisch hängen bleibt.

    AntwortenLöschen
  15. Danke für diese Artikelreihe!

    Unsere Tochter schmeißt auch gern das Essen vom Tisch, auch wenn es gerade eben noch geschmeckt hat. Je nachdem, wie es dann aussieht, kommt es wieder auf den Tisch oder eben nicht. Ich sage ihr dann immer "Wenn du es nicht mehr willst, leg es auf den Tisch". Meine Freundin macht das auch, zeigt dann auch immer mit dem Finger auf den Tisch.

    Ende vom Lied: Sobald es etwas fliegt und ich den Satz sage, tippt das Minikind auf den Tisch und schaut mich an. Leider müssen wir dann jedes Mal lachen, weil sie ja zumindest einen Teil davon irgendwie verstanden hat, aber uns eben auch unser Scheitern zeigt.

    Wir werden es mal mit loben probieren.

    AntwortenLöschen
  16. Hallo Snowqueen,
    also ich muss an dieser Stelle mal sagen, dass ich wirklich begeistert bin von eurem Blog!
    Und mich mit einem Problemchen zu Wort melden. Vielleicht habt ihr einen guten Lösungsweg.
    Meine Tochter ist jetzt 12 Monate alt. Wir betreiben blw, seitdem sie 5 Monate alt ist und zu Beginn war sie ein richtiger Streber, hat alles gegessen, was wir ihr hingestellt haben, wollte zügig seltener gestillt werden usw.
    Seit so etwa 3 Wochen hat sich das Blatt gewendet. Sie macht nun schon Theater, wenn ich sie nur in den Stuhl setzen will und isst dann wirklich nur noch Spatzenportionen und schmeißt den Großteil des Essens auf den Boden. Selbst ihre heiß geliebten Nudeln mit Tomatensoße gehen nicht mehr. Nehm ich sie dann raus, will sie 5 Minuten später gestillt werden. Es lag also nicht daran, dass sie keinen Hunger hatte.
    Zwischendurch, beim Spielen oder wenn wir untewegs sind, isst sie dann überraschender Weise doch ganz gerne. Da verschwindet dann auch einmal eine ganze Banane Stück für Stück in dem kleinen Mündchen.
    Bisher habe ich die Wegwerfszenarien am Tisch immer mit mehr oder weniger Gelassenheit hingenommen und sie nach 5 Minuten einfach aus dem Stuhl gehoben (zu ihrer großen Erleichterung).
    Nun werden allerdings Stimmen um mich herum laut, ich solle doch mal "was tun", damit das Kind am Tisch isst, nicht immer alles herunterschmeißt und überhaupt, wenn das so weitergeht, würde ich ja noch ewig stillen..
    Hast Du eine Idee, wie ich vorgehen könnte? Was denkst Du, woran es liegen könnte. Sie lernt gerade laufen. Ich frage mich, ob das so aufregend für sie ist, dass sie deswegen den Körperkontakt sucht und lieber gestillt werden will? Petra hat geschrieben, sie hätte ein Signal eingeführt für "ich will aus dem Stuhl raus". Wie könnte das Signal aussehen? Einen Teller zum wegschieben haben wir nicht. Ich lege alles auf ihr Tischchen, das am Stuhl befestigt ist.. Soll ich ihr nichts mehr "nebenbei", also beim Spielen oder unterwegs, anbieten? Aber Breikinder essen doch ach zwischendurch mal was?? Ich bin verwirrt..
    Ich wäre Dir wirklich sehr dankbar für Deine Einschätzung..
    Vielen Dank!
    Anja.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Anja, es ist allgemein so, dass fast alle Kinder mit 12 Monaten plötzlich nicht mehr so viel essen wollen und lieber vermehrt stillen! Wenn du dir unseren Artikel zum Sprung um den 12. Monat herum durchliest, wirst du sehen: Dein Kind reagiert völlig normal. Mein Sohn ist jetzt 20 Monate alt und auch er hat mit 12 Monaten fast nichts mehr gegessen und wieder fast voll gestillt. Es ist eine Phase, die vorbei geht und der du mit Gelassenheit begegnen kannst. Es liegt tatsächlich an den kognitiven Veränderungen im Kopf die gerade vonstatten gehen - wie du schon vermutet hast. Bleib bei dem, was du schon tust: Ihr das Essen anbieten und wenn sie nicht will, dann eben aus dem Hochstuhl heben. Ein Signal dafür könnte sein, dass sie die Arme hoch nimmt (und vielleicht sogar :"Ooch" sagt)oder mit der Hand 2x auf den Mund tippt, was so viel heißen könnte, wie "fertig". (Die echte Gebärde geht ein wenig anders, aber egal, Hauptsache, du verstehst sie.) Der Magen eines Einjährigen ist übrigens noch so klein, dass da selbstverständlich Zwischenmahlzeiten gegeben werden sollten.

      Den Stimmen um dich herum kannst du selbstbewusst entgegentreten. Es wird heute eben einiges anders gemacht, als früher, und das ist auch gut so! Kennst du unsere Artikelserien zu der Erziehung unserer Großeltern und Eltern? Darin hatte ich auch explizit übers Stillen und Essen geschrieben. Vielleicht willst du den Text ausdrucken. Und noch etwas: Kinder, deren Mamas schon früher abgestillt haben, bekommen doch normalerweise mit einem Jahr auch noch ihr Fläschchen! Zum Frühstück meist, oder in der Nacht oder zum Einschlafen... Es ist nicht so, dass diese völlig unabhängig von Milch nur noch Brei oder Familienkost essen. Interessanterweise sorgt sich bei den Fläschchenkindern die Umwelt nicht so sehr, dass diese "nie wieder davon loskommen". Warum ist das so? Ich wundere mich.

      Liebe Grüße, snowqueen

      Löschen
  17. Liebe Snowqueen,
    Liebe Danielle,

    als erstes möchte ich euch sagen, dass euer Blog wundervoll ist und einfach nur super. Und DANKE!

    Unsere Tochter wird demnächst 11 Monate alt. Wir praktizieren eine Mischung aus Brei und Fingerfood, da ich (zumindest bilde ich es mir ein) schnell gemerkt habe, dass sie selbst essen und auch lieber stückigeres mag. Nur abends bekommst sie noch manchmal "Brei". Vor allem derzeit, da sie anscheinend weniger Lust auf Brot hat momentan. Obst geht immer.... :-) Stillen tue ich als "Zwischenmahlzeit", morgens, abends und nachts... wie Sie möchte oder ich eben denke, dass es nötig ist.
    Mein Problem ist weniger das Essverhalten meiner Tochter (isst eigentlich schön, aber seit wenigen Wochen schiebt sie oft alles rein und raus und matscht auch mal - manchmal nervt es schon...), eher dass mein Mann halt damit öfters mal Probleme hat. Ich denke mir jetzt natürlich schon, ob ich denn wirklich alles richtig mache. Damit habe ich eh immer ein (grundsätzliches) Problem.... Ich will/kann nicht perfekt sein, möchte aber immer alles richtig machen mit unserer Tochter. Die vielen Gedanken darüber halten mich sogar davon ab, evtl. ein zweites Kind zu bekommen (was mein Mann sich schon wünschen würde). Anstatt dass ich es mir leicht mache...wir haben wirklich eine "pflegeleichte" (blödes Wort, ich weiß) Tochter....aber ich denke immer ich schaff es nicht...eben auch dass mit dem Essen. Manchmal schimpfe ich sie dann, aber eher weil ich weiß mein Mann (er sagt zwar nichts) findet es jetzt mal wieder nicht so toll wie der Tisch etc. aussieht. Von mir aus darf sie (fast) alles.
    Sehr verworren geschrieben, ich weiß :-)
    Mit einfachen Worten: wie viel sollte man bei Tisch tolerieren? Was geht gar nicht (in dem Alter)? Liegt natürlich auch im eigenen Ermessen.
    Wahrscheinlich bin ich auch einfach nicht geduldig genug. Ich habe schon versucht ab und an ihr zu erklären sie soll den Teller wegschieben, wenn sie fertig ist, aber wahrscheinlich nicht oft genug.
    So, eigentlich war mein Kommentar weniger Hilfesuche, als Frustabladen. Ich hoffe, dass ist auch OK!?
    Nochmals vielen lieben Dank für Eure tolle Seite. Ich weiß immer gar nicht, wie ich alles lesen geschweige denn umsetzen soll.

    Liebe Grüße
    Anonym

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Anonym, die Grenze ist immer da, wo ihr sie als Familie haben wollt. Ihr müsst euch nur einig sein. Eure Tochter hat das Bedürfnis, mit dem Essen zu matschen (das ist normal und gehört zum Lernprozess), das Bedürfnis deines Mannes ist ein sauberer Tisch, dein Bedürfnis ist, alles richtig zu machen. Wenn du aus dem Bedürfnis, alles richtig zu machen, hin und her schwingst und ihr das Matschen mal erlaubst und mal laut verbietest, ist das ungünstig, weil du ihr keine Verhaltenssicherheit gibst. Entweder erlaubt ihr ihr das Matschen (meine Kinder durften ausführlich mit dem Essen matschen, ich habe mich sogar darüber gefreut, weil ich finde, dass man nur ein entspanntes Verhältnis zu Essen entwickeln kann, wenn man es mit allen Sinnen beGREIFEN darf)oder ihr verbietet ihr das Matschen. Letzteres muss aber nicht mit schimpfen passieren. Ich würde sie einfach immer wieder freundlich darauf hinweisen, ordentlich zu essen und das "Catch them at being good" anwenden, also ihr positiv rückmelden, wenn sie ohne matschen isst. Im Hinterkopf solltet ihr behalten, dass mit Essen spielen normal ist und einfach bedeutet, dass sie lernen möchte, wie es sich anfühlt, was damit passiert, wenn es in der Hand gedrückt wird etc. Sie experimentiert.
      LG, snowqueen

      Löschen
  18. Hallo Snowqueen, vielen lieben Dank für deine Antwort.
    Von mir aus darf sie eigentlich -in einem gewissen rahmen- immer matschen (sie zerdrückt eigentlich eher und schiebt dass essen mal rein, mal raus) daran wird sich auch weiterhin (zuhause) nichts ändern.Mein mann muss halt damit leben und ich damit, dass wir deswegen halt immer mal wieder Diskussionen haben. Leider ist es für ihn nicht normal und egal wer ihn 'bekehren' will....Es hilft nichts. Ich versuche ihr nun zu erklären, dass mir dies oder jenes nicht so gefällt und ansonsten alles locker(er) zu nehmen. Beim Catch them at being good muss ich noch üben... Es wird schon alles werden. 👍 Nochmals vielen, vielen Dank für eure tolle Seite und frohe Osten für Eure Familien. 🐣 LG ANONYM

    AntwortenLöschen
  19. liebe danielle, liebe snowqueen.
    dankedankedanke für euren blog und euer buch! beides ist mir im alltag und bei besonderen situationen immer eine große hilfe. und wenn die besondere situation nur sein sollte, dass mir mal wieder jemand sagt, ohne mehr regeln würde mir mein kind bald auf der nase rumtanzen usw.. jedenfalls: ihr stärkt meinen rücken und helft mir, meiner intuition zu vertrauen und mehr als einmal hab ich auch schon zu gezielten fragestellungen bei euch geguckt (fluor in zahnpasta usw) - bei euch findet man (frau) immer die fundiertesten antworten!! also: danke!!
    nun zu meiner frage. ich habe meinen sohn (29 monate) fast breifrei ernährt und recht lange gestillt. nach anfänglicher euphorie und das neue essen war es eigentlich schon immer so, dass er "keine zeit zum essen" hatte. das heißt: alles andere war interessanter als das essen auf dem tisch. ich mache das essen zu recht festen uhrzeiten, weil er selbst sich eher nicht meldet, wenn er hunger hat. dann setzt er sich meist auf seinen stuhl und isst 3-4 bissen alleine, bis der größte hunger gestillt ist - und dann flitzt er weg zu seinen spielsachen. es hat sich eingebürgert, dass er dann mit einem buch zu mir kommt und ich nehm ihn auf den schoß, wir gucken zusammen ein buch an und ich füttere ihn. so mag er es. und gibt mir dann auch deutlich zu verstehen, wenn er satt ist. ehrlich gesagt gibt es aber auch tage, an denen ist er nicht zum tisch zu bewegen und ich laufe ihm, wenn ich mit dem essen fertig bin, mit dem essen hinterher oder wir picknicken beim spielen auf dem boden. wenn ich das nicht mache, ist er nicht ausgeglichen oder fängt nach einiger zeit ganz schrecklich an, zu weinen, bis ich ihm was zu essen gebe.. meine einzige regel, was das essen angeht, ist die, dass ich nicht während des essens aufstehe, sondern erst, wenn ich fertig bin. im kindergarten bleibt er mit den anderen kindern am tisch sitzen und wenn er weggeht vom tisch, werten sie das als zeichen, dass er satt ist. sie füttern ihn nicht, aber er isst meistens auch größere mengen eigenständig als zuhause. ist das nur der herdentrieb? ich dachte immer, das wird sich schon von alleine entwickeln. aber es tut sich bisher nichts.. die stimmen mehren sich, ich solle ihm grenzen setzen am tisch und ihn zur not hungrig bleiben lassen bis zum nächsten essen. nur so würde er es lernen. wenn ich ihn morgens in der kita abgebe, sehr ich zu, dass er wirklich satt ist und ich biete ihm auch was zu essen an, wenn wir nachmittags gehen. deswegen kann ich locker damit umgehen, wenn er dort mal nicht so viel sebständig isst.
    mich würde sehr eure meinung dazu interessieren. ich habe immer darauf geachtet, dass wir alle zusammen essen in netter atmosphäre usw, aber spielen und bücher sind einfach besser.
    abgesehen davon, dass ich mich frage, ob es besser wäre, regeln einzuführen, ist es auch so, dass ich wieder schwanger bin und wir in einem halben jahr familienzuwachs bekommen (bisher war er das einzige kind). das heißt spätestens dann kann ich ihn nicht immer auf den schoß nehmen und füttern. und vielleicht sollte ich ihm das deswegen schon vorher "abgewöhnen"??? ich bin verunsichert. eigentlich halte ich nicht viel von ab- und angewöhnen - aber möglicherweise liege ich doch falsch mit meinem bisherigen verhalten und ich hätte schon lange anders handeln sollen???
    es tut mir leid, dass der text so lang geworden ist, aber ich wollte unbedingt, dass ihr mich versteht..
    vielen dank!!
    eure anne.

    AntwortenLöschen
  20. liebe danielle, liebe snowqueen.
    dankedankedanke für euren blog und euer buch! beides ist mir im alltag und bei besonderen situationen immer eine große hilfe. und wenn die besondere situation nur sein sollte, dass mir mal wieder jemand sagt, ohne mehr regeln würde mir mein kind bald auf der nase rumtanzen usw.. jedenfalls: ihr stärkt meinen rücken und helft mir, meiner intuition zu vertrauen und mehr als einmal hab ich auch schon zu gezielten fragestellungen bei euch geguckt (fluor in zahnpasta usw) - bei euch findet man (frau) immer die fundiertesten antworten!! also: danke!!
    nun zu meiner frage. ich habe meinen sohn (29 monate) fast breifrei ernährt und recht lange gestillt. nach anfänglicher euphorie und das neue essen war es eigentlich schon immer so, dass er "keine zeit zum essen" hatte. das heißt: alles andere war interessanter als das essen auf dem tisch. ich mache das essen zu recht festen uhrzeiten, weil er selbst sich eher nicht meldet, wenn er hunger hat. dann setzt er sich meist auf seinen stuhl und isst 3-4 bissen alleine, bis der größte hunger gestillt ist - und dann flitzt er weg zu seinen spielsachen. es hat sich eingebürgert, dass er dann mit einem buch zu mir kommt und ich nehm ihn auf den schoß, wir gucken zusammen ein buch an und ich füttere ihn. so mag er es. und gibt mir dann auch deutlich zu verstehen, wenn er satt ist. ehrlich gesagt gibt es aber auch tage, an denen ist er nicht zum tisch zu bewegen und ich laufe ihm, wenn ich mit dem essen fertig bin, mit dem essen hinterher oder wir picknicken beim spielen auf dem boden. wenn ich das nicht mache, ist er nicht ausgeglichen oder fängt nach einiger zeit ganz schrecklich an, zu weinen, bis ich ihm was zu essen gebe.. meine einzige regel, was das essen angeht, ist die, dass ich nicht während des essens aufstehe, sondern erst, wenn ich fertig bin. im kindergarten bleibt er mit den anderen kindern am tisch sitzen und wenn er weggeht vom tisch, werten sie das als zeichen, dass er satt ist. sie füttern ihn nicht, aber er isst meistens auch größere mengen eigenständig als zuhause. ist das nur der herdentrieb? ich dachte immer, das wird sich schon von alleine entwickeln. aber es tut sich bisher nichts.. die stimmen mehren sich, ich solle ihm grenzen setzen am tisch und ihn zur not hungrig bleiben lassen bis zum nächsten essen. nur so würde er es lernen. wenn ich ihn morgens in der kita abgebe, sehr ich zu, dass er wirklich satt ist und ich biete ihm auch was zu essen an, wenn wir nachmittags gehen. deswegen kann ich locker damit umgehen, wenn er dort mal nicht so viel sebständig isst.
    mich würde sehr eure meinung dazu interessieren. ich habe immer darauf geachtet, dass wir alle zusammen essen in netter atmosphäre usw, aber spielen und bücher sind einfach besser.
    abgesehen davon, dass ich mich frage, ob es besser wäre, regeln einzuführen, ist es auch so, dass ich wieder schwanger bin und wir in einem halben jahr familienzuwachs bekommen (bisher war er das einzige kind). das heißt spätestens dann kann ich ihn nicht immer auf den schoß nehmen und füttern. und vielleicht sollte ich ihm das deswegen schon vorher "abgewöhnen"??? ich bin verunsichert. eigentlich halte ich nicht viel von ab- und angewöhnen - aber möglicherweise liege ich doch falsch mit meinem bisherigen verhalten und ich hätte schon lange anders handeln sollen???
    es tut mir leid, dass der text so lang geworden ist, aber ich wollte unbedingt, dass ihr mich versteht..
    vielen dank!!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Mein Lösungsvorschlag: Anstatt ihn zu füttern (dafür ist er nun wirklich zu alt!) würde ich ihm eine kleine Auswahl an Essen dort wo er spielt bereit stellen und ihn darauf hinweisen. Dann einfach vertrauen, vertrauen, vertrauen. Die meisten Kinder können ihr Hungergefühl selbst am besten regulieren (weißt du ja). Am besten Lebensmittel nehmen, die du für besonders gesund hältst und nicht so viel kleckern, beispielsweise Gemüsesticks. Die anderen Dinge gibt es eben nur bei Tisch (Schnitten z.B.). Vielleicht gehört dein Kind einfach zu den Menschen, die nicht so viel auf einmal essen können oder möchten und dafür viele kleine Happen über den Tag essen. Diese Vorliebe würde ich respektieren und eben immer darauf achten, dass etwas gesundes zu Essen für ihn verfügbar ist.
      Andere Frage: Lässt du ihm am Entstehensprozess des Essens teilhaben. Also mal Gemüse mitschnippeln, Sachen aus dem Kühlschrank holen usw.? Das erhöht die Vorfreude auf das Essen, lässt die Magensäfte fließen, erhöht das Hungergefühl und er bleibt vielleicht länger am Ball bzw. Tisch?
      Jetzt habe ich beim Schreiben selber Hunger bekommen ;-)
      Hungrige Grüße
      Anna

      Löschen
    2. Liebe Anonym,

      es gibt Kinder, die tatsächlich keine "Zeit" zum essen haben, weil das Spiel wichtiger ist. Mein Sohn (3) gehört auch dazu. Ich habe gemerkt, dass es günstig ist, ihm hochkalorische (aber gesunde) Lebensmittel zu geben (Nüsse, Müsli, Mozarella z.B.), weil er nach 5 Minuten am Abendbrottisch schon wieder aufsteht, um weiterzuspielen. Das würde ich dir auch raten. Ich stelle ihm auch Gemüsesticks zum Naschen neben ihn, wenn er spielt und da greift er auch gut zu, aber ich bestehe trotzdem auf einem gemeinsamen Frühstück und Abendbrot. Hinterherrennen oder beim Essen mit Buch oder Spielzeug ablenken würde ich persönlich nicht machen, aber ich kann gut verstehen, dass du verzweifelt genug bist, um es auszuprobieren. Es ist nur so, dass sich dann eine ungünstige Verbindung zwischen Ablenkung und Essen bildet. Es ist nachgewiesen, dass Menschen, die z.B. im Kino Popcorn essen, so ablenkt sind vom Film, dass sie nicht merken, dass sie schon lange satt sind, und dann zu viel in sich reinstopfen. Das Gehirn lernt dann nicht, ein Stopp-Signal zu setzen, wenn der Magen voll ist, weil es damit beschäftigt ist, den Film zu verfolgen.

      Liebe Grüße, Snowqueen

      Löschen
    3. vielen herzlichen dank für eure antworten.
      ja, ich beziehe ihn beim essen machen mit ein. wir haben eine art montessori lernturm gebastelt, den er supercool findet und schon lange und gerne nutzt. er ist häufig dabei, wenn ich essen mache, jedenfalls immer, wenn er lust hat, mitzumachen. er darf selber kartoffeln schälen, milch eingießen, soßen umrühren und so weiter. oft isst er dabei auch schon ein bisschen was, was so anfällt. sellerie, gurke, was auch immer. ich habe auch schon überlegt, ob es besser ist, wenn ich ihn nicht zum kochen mitnehme oder mehr alleine vorbereite, damit er sich dann nicht schon das größte loch im bauch bei den vorbereitungen gestopft hat. denn das ist seine art zu essen: er füllt das größte loch im bauch und dann ist alles andere wichtiger und interessanter. und ich dachte bisher, es ist irgendwie auch meine aufgabe, dafür zu sorgen, dass er wirklich satt wird, damit er sich an regelmäßige essenszeiten gewöhnt und nicht ununterbrochen und unregelmäßig und immer nur zwischendurch spatzenportionen isst.
      ich koche gesund und frisch und bio. zum frühstück frage ich ihn, was er haben will und meist isst er dann von allem, was er 'bestellt' hat, ein bisschen. und das vor allem auf dem schoß oder direkt beim zubereiten im lernturm. für die breifreie beikosteinführung habe ich damals nochmal meine stillberaterin kontaktiert, mit der ich bei schwierigkeiten gelegentlich auch nochmal telefoniert hab. sie hat damals gesagt, ich solle unbedingt darauf achten, dass er nicht zu viel zwischendurch isst, damit er dann bei der richtigen mahlzeit auch noch hunger hat.. ich schiebe nie was einfach in ihn rein sondern biete den löffel an und warte, ob er den mund aufmacht. manchmal gibt er mir den löffel in die hand, damit ich ihn fütter, anstatt dass er selber damit isst. ich habe das gefühl, er genießt einfach die liebe und fürsorge.
      ich sehe, dass ich was ändern muss, aber ich würde es gerne sanft machen, selbst ein gutes gefühl dabei haben und das ziel vor augen nicht verfehlen: dass er irgendwann mit uns zusammen am tisch mit freude ausreichende mengen selbst isst. ohne ihm auf dem weg dahin die lust daran zu verderben.
      noch eine frage: ist nicht 'beim spielen essen' auch irgendwie nebenbei, also wie popcorn im kino? und liebe snowqueen, wie schaffst du es, auf das gemeinsame frühstück und abendessen zu bestehen? bleibt dein sohn dann tatsächlich sitzen und isst seinen teller leer?
      ich hoffe, ich nerve nicht zu sehr. aber es ist kaum möglich, abseits der konservativen ratgeber ("nur am tisch, warten bis alle fertig sind und sonst halt mit hunger ins bett" usw.) sinnvolle tipps für die essens-situationen zu bekommen.
      liebe grüße und vielen dank.
      anne.

      Löschen
  21. ich bin am verzweifeln.meine Tochter ist 16 Monate alt und seit ca 3 wochen verweigert sie das Brot zu essen. Sie pult Käse und Wurst (sogar Varianten zum Streichen) vom Brot und isst nur den Belag. Das Brot zerbröselt sie und wirft es auf den Boden. Habe mehrere Sorten probiert. Daran liegt es nicht. Morgens hat sie Hunger. Trotzdem isst sie das Brot nicht. Ich kann sie ja nicht zum Frühstück 6 Scheiben käse essen lassen. Das ist ja auch ungesund. Und satt wird sie nur vom Belag nicht. Ich habe es mit freundlichem Erklären versucht aber auch mit einem Nein. Was tut man da?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Wer sagt, dass man zum Frühstück keine sechs Scheiben Käse essen darf? Was soll daran ungesund sein? Es gibt wirklich viele Kinder, die nur den Belag vom Brot pulen, und das Brot nicht essen. Es gibt keinen guten Grund, sie dazu zu zwingen. Isst sie denn am Nachmittag oder zwischendurch irgendwo eine Brezel, oder ein Brötchen, oder auch irgendwelche Dinkelstangen? damit wäre ja der Bedarf an "Brot" total gedeckt. Bitte schau mal in unseren Artikel zum Essen: http://www.gewuenschtestes-wunschkind.de/2016/04/hilfe-mein-kind-will-nicht-essen-tipps-und-tricks-fuer-schlechte-esser.html
      LG, Snowqueen

      Löschen
  22. Hallo,
    Vorab, ich danke euch für das tolle buch. Ich nenne es nur noch "meine Bibel" ich bin wirklich begeistert. Jedoch habe ich zurZeit das Problem das meine Tochter ständig ihre Spielsachen runter wirft,mich anschaut und (so habe ich das gefüh) abwartet wie ich reagier
    .sage ich nein und zeige ihr das sue es aBlegen soll. Dann nimmt sie das spieözeug und wirft es wieder auf den Boden. Ich kann ausschließen, dass ich ihr dinge "zuwerfe" oder das sie heim möchte etc. Sie macht das nichz immer meistens "phasenweise". Manchmal wirft sie etwas vor ihre füsse und sagt "bum". BEIm essen sagt sie satt, aber manchmal nimmt sie ihr essen, schaut mich an und schmeißt ein stck brot, Nudel etc auf den boden. Trotz das wir für Satt ein festes Zeichen und mittlerweile Wort haben.
    Wie kann ich jetzt richtig reagieren? Meine tochter ist übrigens 18 monate alt.

    Lieben dank schon mal 😊

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Es klingt danach, als ob sie von dir bestätigt haben möchte, dass das Spielzeug etc. jetzt "Bum" gemacht hat? Mein Sohn hat seine Spielzeuge auch geworfen. Ich hatte für ihn eine Kiste mit O-Bällen vom Flohmarkt und habe immer, wenn er ein anderes Spielzeug geworfen hat, gesagt: "Spielzeuge werfen ist verboten. Aber mit diesen Bällen hier darfst du werfen." und habe ihm die Kiste gegeben. Also statt nur "Nein" zur Aktion zu sagen, habe ich auch eine positive Alternative gegeben, mit der er sein Bedürfnis nach Werfen trotzdem ausleben konnte. LG, Snowqueen

      Löschen
    2. Noch ein P.S. zum Essen: Hier würde das "Beim-Gutsein-Erwischen" funktionieren. Also immer betonen, wenn sie das zeichen für Satt gesagt und nichts geworfen hat. Dann könntest du zu deinem Mann (dein Kind hört zu) sagen: "Hast du gemerkt? ... hat gesagt, dass sie satt ist, aber kein Essen geworfen. Wie toll! Sie hat verstanden, dass das Essen auf dem Tisch bleiben soll." (oder sowas in der Art)

      Löschen
  23. Es passt jetzt nicht ganz zum Tellerschmeiß-Thema, aber vielleicht zur Diskussion mit dem kurzen Essen:

    Ich mag jetzt sehr altmodisch klingen, aber wir haben tatsächlich feste Essenszeiten.
    Wenn er zu wenig/zu kurz isst, sage ich ihm, dass ich mir schwer vorstellen kann, dass er jetzt schon satt ist, und ob er nicht noch etwas essen möchte. Ich erkläre ihm auch, dass wir das nächste Mal erst in einer Weile essen werden, und wenn er dann trotzdem aufstehen möchte, darf er das.
    Zur Not muss er bis zur nächsten Mahlzeit zur Not "Hunger leiden".
    Interessanterweise hat er seither sehr selten Hunger bekundet und das hat mich dahingehend belehrt, dass ein Kind eben manchmal sehr unterschiedlich viel isst. Falls doch, dann habe ich ihm erklärt, dass er noch ein kleines bisschen warten muss, bis wir wieder essen, und das Essen je nach Gefühl und Möglichkeit etwas vorgezogen. Es ist sowieso immer etwas Obst vom Morgen übrig und das darf gegessen werden.
    Ist das jetzt fies? Ich kann es mir nicht ganz vorstellen.

    Ich habe eine Freundin, die, wenn ich sie sehe, immer Brot oder Breze dabei hat, weil ihr Kind so kurz isst, und gibt es ihm dann zwischendurch, weil sie annimmt, dass er jetzt hungrig sein müsste (ohne dass er immer Hunger bekundet). Anders als Obst sättigt das ja auch viel mehr, und beim nächsten Essen - oh Wunder - ist er nach 5 Minuten fertig. Da das Abendessen ja ebenfalls kurz ausfällt, spielt er noch eine Weile und vor dem ins-Bett-gehen oder nachts gibt es dann eben noch eine Milch oder Milchbrei. Woraufhin morgens dann der Hunger nicht so besonders groß ausfällt.
    Ich beobachte das jetzt schon seit über anderthalb Jahren und meine irgendwie schon, dass (so im Vergleich) verlässliche Essenszeiten die ganze Situation ruhiger machen.

    AntwortenLöschen
  24. Ah mist, ich glaube, mein Kommentar wurde jetzt vielleicht zweimal gepostet, ups...

    AntwortenLöschen
  25. Hallo ihr 😊
    Ich habe erst vor kurzem eure Seite entdeckt und kann gar nicht mehr aufhören zu lesen. Gerade machen wir eine schwierige Phase durch. Meine Kleine (11 Monate) verweigert seit einer Weile schon den Gemüse-Fleisch-Brei also den Mittagsbrei. Alle anderen Breite sind ok, vermutlich da sie süß sind... Ich versuche sie am Familienessen teilhaben zu lassen. Aber genau das stellt mich vor eine riesige Herausforderung... Sie möchte fast nicht mehr gefüttert werden. Also gebe ich ihr das Essen in die Hand. Das grgt mit trockenen Lebensmitteln super, wie Brot oder Gemüsestückchen. Sobald ich ihr aber mehrere Stücke auf einmal anbiete, isst sie nicht mehr sondern matscht alles zusammen, wirft es auf den Boden und nur noch sehr wenig landet im Mund. Sie kann mittlerweile auch mit einer kleinen Gabel essen wenn man ihr was darauf macht und ihr gibt. Jedoch auch nur hintereinander. Wenn ich ihr eine n Teller hinstelle mit essen dann geht sie sehr grob damit um und schmeißt den Teller letzten Endes auf den Boden samt essen. Sie ist so sehr mit dem Teller beschäftigt dass sie das Essen gar nicht interessiert. Ich muss auch zugeben, dass ich sie oft BEIM Mittagsbrei mit Spielzeug abgelenkt habe, hatte oft den Eindruck dass sie vom Zahnen schmerzen hat beim essen und das Ablenken hat ihr geholfen. Jetzt weiß ich es besser...
    Ich bin wirklich überfordert mit dem Thema selbständig essen lassen, da meine Kleine nur am matschen ist und nichts mehr isst. Wenn es auch nicht so läuft wie sie es sich vorstellt fängt sie an zu weinen und es geht gar nix mehr ... Das heißt wenn ich ihr beim Essen helfen möchte oder ihr irgend etwas wegnehme, weint sie und verweigert alles ....
    Ich hoffe ihr habt einen guten Ratschlag für uns.

    Liebe Grüße

    AntwortenLöschen
  26. Hallo,

    mein Sohn wirft dauernd Dinge. Mal durch die Gegend, mal irgendwo rein (Favorit Badewanne), mal irgendwo runter (vom Balkon).Wie kann ich mich am besten Verhalten, damit bei ihm endlich ankommt, dass ich es nicht wünsche. Ich bin durchnässtes Klopapier leid und habe wenig Lust dauernd die Spielsachen aus den Büschen vor dem Haus zu sammeln.

    Liebe Grüße 😄

    AntwortenLöschen
  27. Hallo ihr,
    vielen Dank für den tollen Beitrag und die tolle Website. Ansich kooperiert mein Sohn sehr, eure Tipps haben super geholfen und er wirft nichts mehr auf den Boden. Nun hat mich die Kita angesprochen, dass mein Sohn immer mit einem Löffel und einer Hand isst und es sich dann in die Haare schmiert. Das macht er zu Hause manchmal auch. Wir finden es ansich nicht so schlimm, ich dachte, dass er vernünftig essen schon lernen wird. Jetzt weiß ich gar nicht wie ich auf den Kommentar aus der Kita reagieren soll. Sie üben jetzt ständig mit essen und unterrichten ihn. Was könnte der Grund für sein Verhalten sein, einfach spielen? Und würdet ihr mir raten zu Hause mit ihm ebenfalls zu üben oder ihm zu Hause weiterhin die Freiheit geben, selbst zu entscheiden.
    Ich wäre dankbar für einen Tipp.
    Vielen Dank und viele Grüße
    Maria

    AntwortenLöschen

Anzeige