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Mein Kind kommt abends ständig wieder aus seinem Zimmer heraus


Kind reibt sich das AugeViele Eltern kennen das: Man hat den Nachmittag und Abend mit den Kinder verbracht, gespielt, vorgelesen, wieder gespielt, nochmal vorgelesen, Abendbrot gemacht und gegessen, beim Abendprogramm geholfen, ein letztes Mal vorgelesen und nun soll das Kind endlich einschlafen, denn die Eltern-Zeit ist angebrochen. Leider denkt das Kind nicht ans Einschlafen. Stattdessen tappert es gefühlt hundert Mal aus seinem Zimmer raus ins Wohnzimmer und verlangt noch ein Glas Wasser oder es muss zur Toilette oder da ist ein Monster unterm Bett oder es ist zu heiß oder zu kalt oder das Kuscheltier ist plötzlich weg oder es muss unbedingt noch eine Geschichte aus dem Kindergarten erzählt werden.
 
Zunächst ist man als Elternteil noch geduldig und bringt das Wasser oder sucht das Kuscheltier, aber nach einer Weile wird man echt sauer, denn erholsam ist so ein unterbrochener Erwachsenenabend nun nicht gerade. Erst, wenn die Eltern richtig laut werden und schimpfen, scheint das Kind ein Einsehen zu haben, bleibt endlich liegen und schläft dann doch recht schnell rein. Warum geht das nicht mit mehr Kooperation? Warum müssen die Eltern scheinbar erst laut werden, damit das Kind nicht wieder aus seinem Zimmer kommt?

Gründe für das Verhalten


Um den (guten!) Grund für das Verhalten unserer Kinder zu sehen, müssen wir einen kleinen Abstecher in die Bindungstheorie machen. Wie ihr wisst, sind unsere Kinder schon gleich nach der Geburt auf der Suche nach einem verlässlichen Bindungspartner und finden diesen normalerweise bei Mama und Papa (bzw. Co-Mama). Im ersten Lebensjahr vertieft sich diese Bindung sehr stark. Die Eltern werden zum sicheren Hafen. Nach und nach kommen neue Bindungspersonen dazu - die Erzieherin im Kindergarten, Oma und Opa, Onkel und Tante, Pateneltern, Babysitter. An der Spitze der Bindungspyramide bleiben jedoch normalerweise die Eltern, d. h. bei ihnen fühlen sich die Kinder am sichersten und am wohlsten. Mit ihnen  wollen sie (je nach Alter natürlich) am liebsten 24 Stunden zusammen sein. Je älter ein Kind wird, desto stärker löst es sich von den Eltern, aber zumindest in den ersten drei Jahren hätten unsere Kinder nichts dagegen, uns immerzu zur Verfügung zu haben. Wenn das nicht geht, weichen sie problemlos auf andere Bindungspersonen aus, aber ihre Vorliebe gilt weiterhin uns.
 
In der Literatur wird die Bindung zwischen den Eltern und dem Kind häufig mit einem Gummiband verglichen. Dieses wird in verschiedenen Situationen probehalber "gedehnt". Ein gut gebundenes Baby zum Beispiel würde im Krabbel-Kurs von der Mutter wegkrabbeln und seine Umgebung untersuchen, dann aber nach ein paar Minuten wieder zu ihrem Schoß zurückkommen, um dort über Körperkontakt wieder Kraft zu sammeln. Das Signal, nun aber wieder zurückzukrabbeln, erhält das Kind aus seinem Inneren heraus. Es "fühlt" eine akute Sehnsucht nach den Eltern, welche schnell gestillt werden soll. Man sagt, das Bindungsband war in "gespanntem Zustand" und wie ein Gummiband, das nicht ewig gedehnt sein möchte, wird das Kind durch das Bindungsband zurückgeführt. Der folgende Körperkontakt mit den Bindungspersonen verringert den inneren Stress des Abenteuers, welches es gerade erlebt hat (das muss kein schlechter Stress sein!), weil nun das Glückshormon Oxytocin ausgeschüttet wird.
 
Im Gehirn passieren dabei zweierlei Dinge: Das Kind wird durch den Hormonwirbel einerseits für seinen Mut belohnt, ein fremdes Gebiet erobert zu haben und erlebt sich als selbstwirksam,  andererseits fühlt es bei seinen Bindungspersonen eine wohlige Wärme durch seinen Körper strömen und eine enge Verbundenheit mit den Seinen, die beruhigend wirkt. Da haben wir also die Wurzeln und Flügel, die wir unseren Kindern geben sollen: Verbundenheit einerseits und Selbstwirksamkeit andererseits.
 
Nun ist das allein Einschlafen im eigenen Bett keine so andere Situation, wie das Herumkrabbeln im Kurs-Raum. Es ist ein Wagnis. Denn unser noch immer urzeitliches Gehirn verbindet Einschlafen noch immer mit Gefahr. Unser Stammhirn weiß nicht, dass es in unserem Kinderzimmer keine Säbelzahntiger und Höhlenlöwen gibt. Sobald das Licht aus ist, reagiert das Gehirn so, wie es vor tausenden von Jahren reagiert hat - mit Stress. Und wie reagiert ein gestresster kindlicher Körper? Genau, das Bindungsband wird aktiviert - das Gummiband schnellt zurück zum sicheren Hafen.  Das Kind wird von seinen eigenen Impulsen geradezu aus dem Bett gerissen, hinein zu uns ins Wohnzimmer. Dass es, um den inneren Stress loszuwerden eine Ausschüttung von Oxytocin braucht, weiß das Kind natürlich nicht. Es weiß nicht, warum es immer wieder aufsteht, um zu uns zu laufen. Es fühlt nur, dass es muss. Es weiß aber auch, dass wir das nicht mögen. Dass wir gerade unsere Ruhe haben wollen und Störungen ohne guten Grund missbilligen. Deshalb merkt es sich Ausreden, auf die wir in der Vergangenheit nicht ganz so genervt reagiert haben. Okay, Durst? Das kann ja wirklich sein - also geben wir dem Kind Wasser. Auf Toilette? Na gut, dass es ins Bett pullert, wollen wir auch nicht, also okay, geh aufs Klo! Hunger? Man, aber es gab doch Abendbrot. Na gut, dann kriegt es noch eine Stulle. Wie - Monster? Puh... okay - kindliche Ängste soll man unbedingt ernst nehmen, ich hole also das Monsterspray....

Kleines Mädchen ist sehr müde

Es ist keine absichtliche Schikane vom Kind - es wird getrieben von seiner Bindung zu uns. Rein kognitiv ist den Kindern bewusst, dass ihr im Nebenzimmer seid und ihnen nichts passiert, doch diese Bindungssehnsucht sucht sich ihren Weg trotzdem. Aber es merkt natürlich, dass es immer unwillkommener wird. Spätestens, nachdem wir richtig sauer geworden sind und es angeranzt haben, es soll nun endlich schlafen, fängt es an, das gespannte Band in seinem Inneren zu ignorieren. Das geht - Kinder sind Meister im verbiegen, um ihren Eltern zu gefallen. Aber schön ist so ein Einschlafen nicht.

Die Bindungshierarchie erklärt übrigens auch, warum unsere Kinder in der Nacht bei so oft bei uns im Bett landen, statt weiter in ihrem eigenen Bett zu schlafen. Sie sind dann eben aufgewacht (was normal ist), haben das gespannte Band in ihrem Inneren gespürt und sind zu ihrem sicheren Hafen getappst, um durch Körperkontakt dieses unangenehme Ziehen loszuwerden. Die Theorie lässt uns auch verstehen, warum unsere Kinder bei Babysittern oder Oma und Opa so viel schneller und problemloser einschlafen, als bei uns. Da diese Personen eine etwas tiefere Position in der Bindungspyramide haben, sind sie logischerweise nicht der sichere Hafen, der angesteuert wird. Das Bindungsband schnellt nicht automatisch in ihre Richtung zurück, das Kind fühlt sich von ihnen nicht so stark angezogen, wie von Nummer 1 und Nummer 2. Sind die Eltern nicht zugegen, dann ist das Kind also sowieso auf "Sparprogramm", d. h. es reißt sich (trotz liebevoller Umsorgung!) zusammen, bis Mama und Papa wieder da sind. Wenn also keine schnelle Oxytocin-Ausschüttung zu erwarten ist von demjenigen, der da im Wohnzimmer sitzt und aufpasst (je tiefer die Position in der Bindungspyramide, desto länger dauert das Trösten), braucht der Körper auch keine Impulse aktivieren, dorthin zu kommen. Da ist es für Körper und Geist energieeffizienter, einfach liegen zu bleiben und schnell einzuschlafen. Das bedeutet nicht, dass wir als Eltern darauf verzichten sollten, abends wegzugehen, nein. Ein Kind kann solche Abende problemlos aushalten. Oft sind es ja sowieso nur wenige Abende, an denen ein Babysitter da ist. Und selbst wenn nicht - bringt die Oma oder der Babysitter das Kind regelmäßig jeden Abend ins Bett, dann bildet sich zu ihm ja automatisch eine sehr enge Bindung und er/sie wird zum sicheren Hafen.

Lösungen für das Verhalten


Ich möchte gleich vorweg schreiben, dass meine Lösungen für das Verhalten euch und eurer Familie vielleicht nicht helfen werden. Vielleicht seid ihr auch enttäuscht, wenn ihr sie lest, weil ihr von mir großartige Neuerungen erwartet habt. Das Ding ist - Generationen von Eltern haben dieses Problem schon gehabt und es befassen sich unzählige schlaue Ratgeber mit seiner Lösung. Hätte ich sie gefunden, käme das dem Finden des Heiligen Graals gleich. Ich würde nicht nur reich, sondern sehr berühmt werden: Snowqueen - Retterin der Abende aller Eltern. Ich kann euch nur über unseren Weg berichten - der am Ende dazu führt, dass sich alle wohl fühlen.

1. Einschlafbegleitung


Die denkbar einfachste Lösung für das Problem ist die Einschlafbegleitung. Liegt ihr neben eurem Kind, muss es nicht zu euch heraus kommen und den Erwachsenenabend stören, denn sein Bindungsband ist ja nicht gedehnt. Es ist ganz nah bei euch, sein Gehirn braucht keine Angst vor Höhlenlöwen zu haben und kann sich zur Ruhe begeben. Für euer Kind ist dies normalerweise die kuschligste und schönste Möglichkeit, einzuschlafen.

Nun begleite ich seit mehr als 5 Jahren Kinder in den Schlaf und kann ehrlich sagen, dass es für Erwachsene durchaus schönere Möglichkeiten gibt, den Abend zu verbringen. Es gab auch Abende - und nicht wenige - da war ich super genervt davon, in diesem Bett neben diesen Kindern quasi "gefangen" zu sein. Das merkten sie natürlich und kamen noch weniger zur Ruhe. Je wichtiger es mir war, raus zu kommen, weil ich beispielsweise noch einen Blogpost zuende schreiben wollte oder Freunde im Wohnzimmer saßen, um mit mir zu quatschen, desto länger dauerte es, bis die Kinder schliefen.

Geholfen haben mir zwei Dinge. Erstens: Mein Smartphone. Das Telefon ist meine Verbindung zur Außenwelt. Ich kann twittern, Kommentare im Blog beantworten oder mit Freunden via Threema oder Signal quatschen. Danielle hat einen Kobo Glo - einen E-Book-Reader mit Hintergundbeleuchtung - der hat zusätzlich den Vorteil, dass er so eintönig und unbunt ist, dass die Kinder keinerlei Interesse daran zeigen. So nutzt sie die Einschlafbegleitung als feste Lesezeit und ist oft so versunken im Buch, dass sie noch lange weiter liest, obwohl das Kind längst schläft.

Zweitens: Der Gedanke, dass diese Zeit der Einschlafbegleitung endlich ist. Unsere Kinder sind nicht ewig klein, sie wollen nicht ewig unter unseren Fittichen liegen. Wie viel Zeit bleibt einem als Elternteil? Als Baby schliefen sie vielleicht drei Monate lang auf meiner Brust - ZACK, war das vorbei. Und wie ich es vermisse! Dieses kleine, warme, schlafschwere Kindchen auf mir, der winzige haarbekranzte Kopf kurz unter meiner Nase, der Geruch meines Babys direkt bei mir. Hach. Auch die anderen Phasen gehen rasend schnell vorbei, wenn man das im Rückblick betrachtet. Plötzlich sind sie 6 Jahre alt und viel zu cool, um noch eine Einschlafbegleitung zu wollen. Und dann sitzen wir Eltern im Wohnzimmer und überlegen: Haben wir die Zeit, so ewig lang sie uns währenddessen vorkam, wirklich gut ausgenutzt? Haben wir die Gelegenheiten genug ausgeschöpft, unseren Kindern richtig nah zu sein?

Schlafendes KindDenn ab hier streben sie immer weiter von uns weg. Sie bleiben mit uns verbunden, klar, aber ihr Weg führt nach den ersten 6 Jahren unaufhörlich von uns fort. Es fängt mit der ersten Übernachtung bei der Kindergartenfreundin an und endet mit dem Auszug in die erste eigene Wohnung. Sagen wir also, es bleiben uns etwa 60 Jahre, die wir gemeinsam mit unseren Kindern auf der Erde sind. - Haben wir die ersten 6 (vielleicht 10, wenn wir Glück haben), in denen sie uns nah sein wollen, weil wir ihre uneingeschränkten Helden sind, wirklich nachhaltig genossen?

Wisst ihr, bei meinen ersten beiden Töchtern hetzte ich im Babyjahr von Meilenstein zu Meilenstein. Ich wartete immerzu auf das, was sie bald können würden und verpasste so viele wunderbare Momente im Jetzt und Hier. Deshalb war es so ein Geschenk, dass wir doch noch ein drittes Kind bekamen. Beim Babybub wusste ich endlich, dass es total schnuppe ist, wann er sich zum ersten Mal dreht oder ob er mit 12 Monaten schon läuft. Wichtig war, es zu genießen. Ich habe jeden einzelnen Moment seines ersten Jahres ganz bewusst wahrgenommen und in meinem Herzen abgespeichert. Ich wollte nicht schon wieder so viel übersehen. Und deshalb liege ich auch heute noch fast jeden Abend neben meinen Kindern und begleite sie beim Einschlafen, lausche ihren Atemzügen und halte ihre kleinen Händchen. Damit ich mir nicht später selbst vorwerfen muss, es verpasst zu haben.

 

 2. Selbstbestimmtes Zubettgehen


Ich habe es schon öfter in diesem Blog erwähnt - meine Töchter können wählen zwischen Einschlafbegleitung und selbstbestimmtem Zubettgehen. Bei letzterem dürfen sie in ihrem Zimmer so lange (leise) spielen, wie sie wollen. Erst, wenn sie sich wirklich müde fühlen, gehen sie dann selbständig ins Bett und machen das Licht aus. Normalerweise schlafen sie dann auch tatsächlich innerhalb einer Minute ein. Dieses Arrangement klappt erstaunlich gut und gibt mir die Möglichkeit, abends die Küche etwas gründlicher aufzuräumen oder wichtige Papiere zu bearbeiten. Was man halt als Erwachsener so tun muss.

Meine Töchter versinken in dieser Zeit in ihrem Spiel und kommen deshalb nicht aus ihrem Zimmer. Sie sind wirklich fokussiert aufs Spielen. Es mag sein, dass sie Glück haben, weil sie zu zweit sind und deshalb gemeinsam spielen können. Aber auch Danielles Tochter spielt abends allein im Zimmer, seit sie 3 Jahre alt ist (und gerät dabei fast immer in den Flow). Meine Töchter entscheiden sich auch oft unterschiedlich: Eine bleibt auf und malt und bastelt noch eifrig, während die andere in einem anderen Zimmer schon neben mir liegt und versucht, einzuschlafen. Auch das klappt gut. Es gibt natürlich auch Abende, an denen sie doch zu mir in die Küche kommen oder sich auch streiten - dann ist es klar, dass ich doch eine Einschlafbegleitung machen soll, weil sie sich "falsch" entschieden haben. Dann legen wir uns eben gemeinsam ins Bett und machen das Licht aus.

Ich werde oft gefragt, ob meine Kinder nicht am nächsten Tag müde sind, wenn sie allein ins Bett gehen. Doch, das kommt vor, aber es ist nicht die Regel. Sie können sich sehr gut einschätzen und da sie nicht durch einen Fernseher oder ein Smartphone wach gehalten werden (wie wir Erwachsenen), hören sie die Signale ihres Körpers ziemlich gut. Selbst unser Eineinhalbjähriger kann schon sehr genau benennen, wann er schlafen gehen möchte und ist dann sehr kooperativ, wenn ich vorher noch schnell die Windel wechseln und die Zähne putzen möchte.

Natürlich muss man Kindern erst einmal eine "Eingewöhnungszeit" zugestehen, wenn man das Konzept des selbstbestimmten Schlafengehens einführt. Sicherlich werden fast alle Kinder erst einmal so lange aufbleiben wollen, wie sie schaffen, aber das reguliert sich nach ein paar Tagen von ganz allein. Auch für die Schule stellt dieses Konzept normalerweise kein Problem dar, solange das Kind nicht fernsieht oder Playstation spielt. Die Schulkinder, die in meinem Bekanntenkreis selbstbestimmt ins Bett gehen, tun das früh genug, weil sie von der Arbeit in der Schule so geschafft sind, dass sie gern einschlafen.

3. Geschwisterbett


Ich bin ein großer Fan von Geschwisterbetten, weil sie einerseits die Loslösung von den Eltern begünstigen, andererseits aber eben immer noch eine Bindungsperson im Bett ist, mit dem in der Nacht gekuschelt werden kann (nämlich das Geschwisterkind). Meine Töchter haben ein Geschwister-Bett von 140x200 Metern und schlafend darin gut ein, ohne, dass sie besonders oft zu uns Eltern rauskommen würden - weder beim Einschlafprozess, noch in der Nacht.

Ein Problem eines Geschwisterbettes ist das Toben kurz vorm Einschlafen. Ich will euch nicht verheimlichen, dass das durchaus vorkommt, wenn zwei kleine Kinder zusammen schlafen. Ich habe aber festgesellt, dass das Toben ein natürlicher Prozess ist, der kurz vorm ultimativen Einschlafen auftaucht und Letzteres sogar begünstigt, wenn man der Natur den freien Lauf lässt. Ein Abend sieht dann so aus: Kinder spielen im Kinderzimmer, das Licht ist an. Sie spielen ruhig und vertieft. Sie werden müde, wollen aber noch nicht schlafen. Das Konzentrieren auf das ruhige Spiel gelingt nicht mehr. Sie machen Quatsch miteinander und ringen im Bett oder hüpfen. Das dauert etwa 5-10 Minuten, dabei werden sie alle Energie los, die sich vorher durch das ruhige, konzentrierte Spiel aufgestaut hat. Das Toben flaut von allein ab. Manchmal weint eins der Kinder, dann muss ich trösten kommen. Oft genug aber machen sie dann einfach das Licht aus und legen sich hin. Ein wenig reden sie manchmal noch, aber eigentlich nicht viel. Nach spätestens 5 Minuten schlafen sie.
 
Zwei Geschwister in einem Bett

Ich habe am Anfang versucht, das Toben zu unterbinden, was nur mit Schimpfen klappte und das nicht einmal effektiv. Es war eine wirklich unangenehme Zeit, bis ich endlich so genervt war, dass ich sie habe "einfach machen lassen". Ich resignierte. Und da entdeckte ich endlich, dass das Toben gar nichts ist, gegen das man  als Erwachsener kämpfen muss. Die aufgestaute Energie hält die Kinder nur vom Schlafen ab, sie macht Hummeln im Hintern. Ist die Energie abgebaut, schlafen sie entspannt ein.

Zur Beachtung: Geschwisterkinder müssen ausreichend alt sein, um beieinander schlafen zu dürfen. Ein Baby hat nichts im Geschwisterbett verloren. Erst, wenn es alt genug ist, sich notfalls wegzurollen, die Decke wegzuziehen und bescheid zu geben, dass es zu eng ist, sollte das kleinere Geschwisterkind beim großen schlafen.

4. Immer wieder selbst hereinkommen


Da ihr nun wisst, dass eure Kinder immer wieder aus ihrem Zimmer kommen, weil eine Bindungssehnsucht sie überfällt, könnt ihr dem Herauskommen natürlich zuvorkommen, indem ihr regelmäßig zu ihnen hinein geht. Wenn ihr es schafft, die Abstände eures Nach-ihnen-Guckens so zu gestalten, dass ihr Bindungsband nicht zu weit gedehnt ist, dann werden sie im Bett liegen bleiben und einschlafen, ohne euch im Wohnzimmer zu stören.
 
Ich habe diese Lösung in Zeiten genutzt, in denen ich zu genervt für Einschlafbegleitung war (ja- das kommt vor). Sie waren zu diesem Zeitpunkt älter als drei Jahre und verstanden rein kognitiv, dass ich gern noch etwas arbeiten würde und die Zeit nicht im Bett verbringen wollte. Also wurschtelte ich draußen im Rest der Wohnung herum, räumte auf, tippte auf dem Rechner etc., so dass meine Töchter mich immer hören und manchmal auch sehen konnten. Zwischendurch ging ich immer wieder zu ihnen hinein und kurz vorm echten Einschlafen blieb ich meist bei ihnen auf der Bettkante sitzen. Richtig gut passt diese Lösung jedoch nicht zu uns, deshalb kommt sie nicht oft zum Einsatz. Aber vielleicht wäre sie etwas für eure Familie?
 

Unsere Serie zur kindlichen Kooperation

 
Dieser Artikel ist Teil unserer Serie zur kindlichen Kooperation. Im ersten Teil dieser Serie haben wir erklärt, warum Kinder nicht kooperieren wollen. Im zweiten Teil gingen wir darauf ein, wie wir unsere Kinder ganz allgemein wieder zum kooperieren bringen können. Ergänzt wurde dieser Text mit Teil 3 der Serie, in der Snowqueen tagebuchartig verbloggte, wie viel sie und ihre Kinder am Morgen kooperieren.
 
In den weiteren Artikeln haben wir alltägliche Situationen betrachtet, die früher oder später in fast allen Familien zu Konflikten führen:
 
© Snowqueen

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Kommentare:

  1. Danke für Euren Beitrag... und dass ihr so schnell auf meine Anfrage reagiert habt :-) In der Tat bin ich mittlerweile auch schon dazu übergegangen abends am Bett sitzen zu bleiben, bis sie mir "erlaubt" rauszugehen (oder sie einschläft)...sie kommt dann besser zur Ruhe und steht auch weniger oft wieder auf. Das mit dem Toben ist aber noch ein sehr guter Tipp...manchmal hüpft sie noch wild auf ihrer Matratze rum und will Purzelbäume machen, ich lasse sie meist kurz gewähren und versuche dann sie davon abzuhalten (was meist nach 2-3 weiteren Purzelbäumen auch klappt)...vielleicht lasse ich sie aber in Zukunft einfach so lange machen bis sie von selbst aufhört... Eigentlich war sie immer ein guter "Allein-Einschläfer" und schläft bei uns im Bett auch eher schlecht... diese Phase des Abends ständig raus kommens ist neu, sonst hat sie zwar noch lange im Bett gelegen und erzählt (und auch mal nach neuem Wasser verlangt), aber kam nicht immer wieder angetapert... Vielleicht auch noch mal eine Entwicklungsphase so kurz vor dem dritten Geburtstag? Wenn ich genau drüber nachdenke gab es schon mal eine Phase wo sie nur mit jemandem (mir) im Zimmer eingeschlafen ist und ich habe auch schon mal mehrere Nächte händchenhaltend neben ihr geschlafen, weil es anders gar nicht ging... vielleicht ist es also auch mal wieder nur eine Phase... ich bin gespannt.
    Liebe Grüße, Daniela.

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  2. Vielen Dank für den Beitrag! Ab welchem Alter empfiehlt ihr Geschwister zusammen schlafen zu lassen?
    Hier: 11 Monate und 2,5 Jahre.

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    1. Ich würde noch ein halbes Jahr abwarten. Also 1,5 und 3 Jahre.

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    2. Uii, das halbe Jahr ist ja schon rum. Trotzdem hier unsere Variante: Meine Jungs (Altersunterschied: 18 Monate) haben gleich in einem Zimmer geschlafen. Nach und nach haben wir die Gitterbetten dichter aneinandergeschoben und seit der Kleine ein Jahr alt ist sind zwischen beiden Betten keine Gitter mehr. Abends bleibe ich trotzdem noch so lange dabei, bis der Kleine zugedeckt werden will. Dann schlafen sie weitestgehend alleine ein. Halleluja. Hat ein bisschen gedauert. Soo süß, wenn sie aneinandergekuschelt schlafen.
      Gute Nacht!

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  3. Wir haben momentan das Problem, dass Kind (20 Monate) zwar super (begleitet) einschläft, aber dann nach 2-3 Stunden wieder aufwacht und für ca. zwei Stunden wach ist -.- Essen, trinken, hüpfen, Bücher lesen. Eigentlich ist er müde und quengelig, aber er kriegt die Kurve nicht. Also wach wurde er schon immer mal kurz, aber eben kuscheln und stillen führte immer zum wieder einschlafen. Ich bin langsam etwas ratlos...

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    1. Das klingt danach, als würde sein Körper denken, das Hinlegen am Abend sei ein später Mittagschlaf. Sollte er nur einen Mittagschlaf machen, würde ich versuchen, ihn am Nachmittag noch eine Runde hinzulegen. So müsste das 'Problem' am Abend erledigt sein.

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    2. Hier auch (und das scheint, wie das Forum ergibt, ein häufiges Problem zu sein).
      Seit 8 Wochen, kurz nach dem 1. geburtstag gings los. Jede Nacht 2-3 Stunden wach. Hundemüde. Kann aber nicht mehr einschlafen.
      Als es losging, hat er noch 2 Schläfchen gemacht, nach 2 Wochen hat er von selbst das 2. gestrichen und schläft jetzt nur noch mittags 1,5-2 Stunden.
      Er geht ziemlich genau (er darf bestimmen) um 20:30 ins Bett. Aufstehzeit ist gegen 8:00.
      Das Wachbleiben beginnt zwischen 3:30 und 5:30.
      DIe ersten 4 Stunden schläft er super, dann unruhig und dann gehts los.
      Sehr, sehr, sehr zermürbend...

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    3. Liebe Lenina,

      er scheint zwar nachts müde, aber wenn ich mir die Schlafzeiten ansehe, würde ich spontan vermuten, dass es möglicherweise dennoch viel zu viel Schlaf ist. Das sind ja 13 bis 14 Stunden Schlaf - mein Sohn hat in dem Alter etwa 11 Stunden geschlafen. Der Bedarf ist zwar immer unterschiedlich, aber gerade um den ersten Geburtstag herum verringert sich der Schlafbedarf oft drastisch.

      Viele Grüße
      Danielle

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  4. Hallo,wieder ein toller Artikel!
    Ab welchem Alter hast du es deinem Sohn überlassen zu entscheiden, wann er ins Bett geht?
    Und wie äußert er das?Fragst du ihn direkt?Mein Sohn ist 16 Monate und ich habe das Gefühl, er möchte noch nicht um die Zeit schlafen gehen wann ich es für gut empfinde.Er brauch lange und ich meine,da ist auch noch nicht genug Anspannung raus. Er nimmt auch seinen Daumen um in den Schlaf zu kommen und streicht dabei durch sein Haar.Ich bin traurig darüber,vielleicht macht er es nicht mehr wenn er mehr und über die Schlafzeit Entscheidungsspielraum bekommt.Und wie macht ihr das,wenn ihr als Familie woanders zu Besuch mit Übernachtung seit?Die Kinder entscheiden dann auch?
    Anmerkung:
    Er ist auch gerade in der Eingewöhnung bei der Tagesmama und schläft wieder bei uns Bett,da er natürlich Sicherheit mit meiner Nähe sucht.
    Ich möchte ihn gern entscheiden lassen,habe jedoch auch Angst,dass er mich gar nicht mehr los lässt.(Abgesehen von der Umstellunphase gerade.)
    Hast du Tipps?
    Viele Grüße:)
    Nadine

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    1. Liebe Nadin,

      er schläft ja noch neben mir im Familienbett, daher geht er wirklich gern ins Bett. Nach dem Abendbrot spielen wir noch und irgendwann gebärdet er dann 'Milch!' und zieht mich vehement in Richtung Schlafzimmer. Vorher biegen wir dann aber noch ins Bad ab und er bekommt schnell eine neue Windel um und Zähne geputzt. Normalerweise schläft er dann sehr schnell ein, manchmal merkt er dann aber nach dem Stillen, dass er doch noch nicht schlafen kann oder will und klettert dann vom Familienbett runter und geht nochmal in sein Zimmer und spielt. Dann warte ich ab, bis er einen erneuten Versuch starten will. In der Zwischenzeit mache ich mein Ding- lese Zeitung, räume auf, esse Eis oder so. Ab und zu möchte er, dass ich mitspiele und das mache ich dann auch. Nach einer halben Stunde oder so gebärdet er meist wieder 'Milch' und dann gehen wir also nochmal ins Bett.

      Bisher waren wir nur bei Familien zu Besuch, in denen die Kinder auch selbstbestimmt schlafen gehen. Tatsächlich dauert es dann inmer seeeeehr lange, bis alle eingeschlafen sind. Aber haben wir hier Übernachtungsbesuch von Kitafreunden ist das überhaupt kein Problem und auch, wenn die Mädchen bei Kita-Freunden übernachten, halten sie sich dort problemlos an die Schlafregeln. Also wenn sie dort um 20 Uhr im Bett sein sollen, dann machen sie das.

      Deine letzte Frage verstehe ich nicht genau - wovor hast du Angst? Warum sollte er dich nicht loslassen?

      LG, snowqueen

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    2. Hallo Snowqueen,
      vielen lieben Dank für die schnelle Antwort!
      Also Unser schläft auch im Familienbett, er war nur ein paar Nächte im Beistellbett und das war auch für ihn ok. Durch die Eingewöhnung war es aber nicht mehr ok, also schläft er wieder bei uns. Ich freue mich auch darüber;). Gerade ist er von seinen neuen Tagen recht schnell müde und zeigt es klassisch durch Augen reiben etc. an. Also mal schauen wie es ist, wenn er sich eingewöhnt hat.
      Ab welchen Alter konnte dein Sohn die Schlafzeit selbst entscheiden?
      Und ich kam aus dem Denkmuster nicht raus, konsequent sein zu müssen das er im Bett bleibt, wenn er einmal dort ist. Denn ich habe auch überlegt ob ich ihn wieder spielen lassen soll wenn ich merke, er will noch nicht schlafen.. Ich danke dir für dein befreites und ehrliches Schreiben.
      Dieses "Richtig" und "Falsch" sitzt leider bei mir immer noch tief.
      Aus diesem Grund denke ich leider noch ab und an das MUSS so jetzt sein sonst bekommt er seinen Willen und ich habe keine Freizeit mehr. Das ist wohl der Knackpunkt; auch in meiner Beziehung zu meinen Eltern..Also stimmt, warum sollte er mich nicht los lassen. Es liegt ja in der Natur der Dinge. Und ich bin ja die Erwachsene, die sich ihre Freizeit organisieren will.
      Das Daumen lutschen und an den Haaren fassen ist wohl ein anderes Thema; zum Einschlafen macht er es jedoch auch und ich weiß nicht wie ich ihm so viel Vertrauen geben kann, dass er es nicht mehr braucht. Schläft euer Sohn mit Augen zu ein, ohne Hilfsmittel außer dir?

      Jedenfalls: Danke für die Denkanstöße!
      Ich glaube ich "muss" mir jeden Tag auf Youtube Jesper Juul geben um noch mehr flexibler zu werden:).
      LG!
      Nadine

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    3. Huhu, zur Aufmunterung auch noch eine kleine Anekdote von mir. Ich denke du meinst mit "nicht loslassen" eine vorherige Form der Reife, die nun anscheinend "weg" ist. Unsere Kleine konnte immer super allein einschlafen. Wir hatten sie in ihr Bett gelegt, gute Nacht gesagt, sind aus dem Zimmer und 5 Minuten später hat sie geschlafen. Alles prima, kein weinen, kein schreien, nur ein kleines Murmeln bis zum Einschlafen. Bis zum 9 Monat. Dann gingen wir aus dem Zimmer und sie fing panisch an zu weinen. Wir also wieder rein, getröstet, gesungen, gekuschelt, wieder raus. Es half alles nichts, wir mussten bei ihr bleiben, bis sie eingeschlafen ist. Oft hatten wir sie dann auf unser Bett genommen und uns neben sie gelegt. Eine halbe Stunde bis Stunde hat das immer gedauert und dann schlief sie selig. Und als wir nach einem Monat dachten "Oje, geht das denn gar nicht mehr weg", konnte sie dann auch wieder allein einschlafen :) Alles nur eine Phase.

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    4. Liebe Nadine, wenn dein Sohn sich die Augen reibt usw., dann zeigt er doch schon an, wann er ins Bett möchte? Du hörst doch dann nur auf seine Signale, wenn du ihn dann ins Bett bringst - das ist schon der Anfang des selbstbestimmten Schlafengehens! Du machst also nichts anderes als ich, wenn ich meinen Sohn (19 Monate) ins Bett bringe, wenn er "Milch" gebärdet.

      Ich kenne das sehr, sehr gut, zu denken, es wäre falsch und inkonsequent, seinem Kind den Willen zuzugestehen, wieder aufzustehen (oder auch andere Wünsche). Erst beim dritten Kind bin ich so entspannt, dass ich diese Ängste - die natürlich aus meiner eigenen Kindheit stammen - nicht mehr habe. Ich gehe ganz fest davon aus, dass meine Kinder immer so weit kooperieren, wie sie können. Wer aber noch nicht müde ist, der wurschelt eben stundenlang im Bett hin und her (was mich kirre macht) - warum also nicht nochmal aufstehen und spielen lassen? So werden die Kinder doch viel schneller richtig müde, als im langweiligen Bett. Wenn ich als Erwachsene nicht schlafen kann, stehe ich doch auch wieder auf und mache erst einmal was anderes.

      Mein Sohn schläft mit meiner Brustwarze im Mund ein und möchte eigentlich gern mit den Fingern an meiner Brust "knibbeln", was ich aber unterbinde, weil es mir unangenehm ist. Ich halte seine Händchen. Es gibt viele Kinder, die sich die Haare streichen oder den Daumen zum Einschlafen nutzen. Das ist überhaupt nicht schlimm, sondern eher gut, weil sie eine Methode zur Selbstberuhigung gefunden haben. Das ist sehr kompetent! Nur, wenn die Einschlafrituale den Eltern weh tun (Haare eindrehen, am Ohrläppchen knibbeln etc.) muss dagegen angegangen werden. Ich hatte dazu einen ganzen Artikel verfasst, guck mal in unser Register.

      Liebe Grüße, snowqueen

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  5. Danke für den Beitrag und die ganze Serie. Vor allem der Snowqueen-Morgen hat mir die Augen geöffnet und wirklich etwas bewirkt!

    Zu euren Abenden möchte ich gern noch was fragen: Was passiert bei euch mit drei Kindern parallel und was zeitversetzt? Vorlesen/Kuscheln ö. Ä., Umziehen, Zähneputzen, Einschlafbegleiten ...?

    Und verstehe ich das richtig - Einschlafbegleitung findet in dem einen Zimmer statt, Spielen im anderen? Das wäre vielleicht für unsere Situation eine Lösung (5 und 2 nach meinem Wunsch bisher im selben Zimmer).

    Viele Grüße
    Karin

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    1. Liebe Karin, deine Frage bringt mich auf die Idee, noch ein paar Abende im Hause Snowqueen zu verbloggen... Denn alles kann ich dir hier in den Kommentaren nicht erzählen. Aber stell es dir genauso flexibel wie am Morgen vor. Es müssen alle Kinder am Ende im Bett sein und schlafen, aber wer wie wo wann Zähne putzt, ob ich allen ein Buch vorlese oder nur einem etc., das zeigt sich in der Situation, das plane ich nicht vorher.

      Genau- die Einschlafbegleitung findet meist im Elternschlafzimmer im Familienbett statt. Dort schläft Herr Friedlich jede Nacht und manchmal eben auch eine von oder beide Töchter. Die Mädchen können im Mädchenzimmer spielen - und dann dort allein ins Bett gehen. Es gibt auch die Möglichkeit, das eins der Kinder in Herrn Friedlichs Zimmer und Bett schläft. Momentan macht Fräulein Chaos davon gern Gebrauch. Sie schläft dort (selbstgewählt) allein ein und durch, und zwar sehr viel früher als ihre Schwester, die noch im Nebenzimmer bastelt. Du siehst, hier herrscht abends ein reges Bäumchen wechsle dich Spiel, aber alle kommen zu genug Schlaf und zu so viel Nähe, wie gewollt wird.

      LG, snowqueen

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    2. Hallo Snowqueen,

      puh, das kollidiert ja voll mit dem Stichwort Bettgehritual :-) Danke für die Beschreibung ... In mir arbeitet es ... Mal sehen, was rauskommt.

      Auf ein paar Snowqueen-Abende freue ich mich jetzt schon. Ein Punkt, der mir bei diesem ausführlichen Textformat übrigens besonders hilft, ist die Tatsache, dass man auch mitkriegt, was die Geschwisterkinder gerade tun. Das ist nämlich ganz oft mein Problem: Ich sehe irgendwo eine Idee, die gut funktionieren könnte, wäre da nicht noch die Schwester/der Bruder, die/der auch mitmischt oder eben gerade nicht mitmacht. Nur mal so am Rande :-)

      Viele Grüße
      Karin

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    3. Liebe Karin, das stimmt natürlich, ein festes Ritual im Sinne von Punkten, die nacheinander abgearbeitet werden, habe ich zumindest für die Großen nicht mehr. Als sie kleiner waren, so etwa bis 2,5 Jahre hatten wir ein Ritual. Das beinhaltete ein Abendprogramm-Buch voller Fotos, das jeden Schritt auf dem Weg zum Bett zeigte. Ich erkläre das im nächsten Artikel (Situationswechsel) nochmal genauer. Aber so ein Ritual ist ja nur dazu da, um dem Kind Schritt für Schritt zu verklickern: Jetzt geht es gleich ins Bett. Mithilfe des Rituals soll es quasi "runterkommen" und sich darauf einstellen, dass gleich die Schlafenszeit beginnt. Das ist bei etwas älteren Kinder eigentlich nicht mehr nötig, denn die wissen ja schon, dass sie am Abend irgendwann nach dem Abendbrot schlafen gehen müssen. (Es sei denn, man hat ein großes Kind, dem ein Ritual Sicherheit gibt, dann ist es natürlich nötig.) Bei genauerer Betrachtung haben wir für Herrn Friedlich schon noch ein Ritual, es ist nur nicht an feste Zeiten gebunden. Aber die Abfolge der Handlungen bleibt bei ihm relativ gleich (Abendessen, spielen, ausziehen und baden7waschen, Zähne putzen, neue Windel und Schlafi, Einschlafstillen).

      Ich weiß nicht, warum das so ist, aber ich habe Kinder, die einfach gern mal ihr Ding machen, deshalb habe ich für jedes einzeln genügend freie Zeit, um das Abendprogramm individuell abzuspulen. Putze ich der einen die Zähne, malt die andere meist oder baut Lego. Eben wirklich so, wie am Morgen. Es kann sein, dass ich da einfach sehr, sehr viel Glück habe mit meinen Kindern. Heute zum Beispiel musste ich Fräulein Chaos beim Abgeben in der Kita geschlagene 10 Minuten trösten und emotional begleiten (sie sollte in eine fremde Gruppe, weil so viele Erzieher krank sind), da stand Herr Friedlich (19 Monate alt!) ruhig daneben und wartete ab, bis wir wieder gehen. Die ganze Zeit! Ich glaube, das hätten nicht viele kleine Knirpse geschafft. Insofern: Es ist eine Menge Glück dabei, meine Kinder sind einfach ein großes Geschenk.

      LG, snowqueen

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    4. Liebe Snowqueen,

      ich bin mir ziemlich sicher, dass deine wertvolle Erziehungsarbeit bei deinen Kids auch viel dazu beiträgt, dass es bei euch so gut läuft ♥

      Und das mit dem individuellen Abendprogramm (und jaaa, bitte gern ein paar Abend-Protokolle aus den Häusern Wunschkind :o)) lass ich mal in mir arbeiten. Zur Zeit läuft das bei uns eher durchgetaktet ab und sorgt nicht selten für Widerstand...

      Alles Liebe ♥
      Nadine

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    5. Liebe Snowqueen,

      das mit den Ritualen stimmt natürlich - ab und zu kann mal dann doch mal überlegen, ob ein Ritual seinen Sinn noch erfüllt :-)

      Und ich stimme Nadine zu: Du hast sicher auch deinen Anteil daran, dass es an dem Morgen gut geklappt hat - ich sage nur "abwechselnd kooperieren" :-)

      Viele Grüße
      Karin

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  6. Das selbstbestimmte Einschlafen haben meine Eltern mit mir vor 25 Jahren (ab Kindergartenalter) auch gemacht und erzählen jetzt noch ständig davon, wenn Sie sehen, wie ich mein Baby (6 Monate) ins Bett bringe. Es hat aber damals nur bei mir funktioniert, bei meinen jüngeren Brüdern nicht, kann also auch am Kind liegen. Ich bin aber bis heute jeden Tag um 10 im Bett.
    Hinweis für Schulkinder: nicht nur Fernsehen und Playstation halten Kinder vom Schlafen ab, meine eigene Erfahrung (als Kind) war, dass Bücher mich die halbe Nacht wachgehalten haben. Ich kannte weder TV noch Playstation, aber ich habe so lange gelesen, bis das Buch durch war. Da muss man vielleicht auch schauen, wenn man ein entsprechendes Kind hat.

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    1. Das stimmt - man muss es individuell ausprobieren, ob es klappt. Und ja, auch Bücher können die halbe Nacht wachhalten! LG, snowqueen

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    2. Da scheinen wir ähnliche Erfahrungen gemacht zu haben, auch ich durfte vor ca. 25 Jahren schon selbst bestimmen wann ich ins Bett gehe, wurde aber ganz ganz lang in den Schlaf begleitet. Pünktlich um 8 Uhr wollte ich im Bett sein und musste immer mit meinen Eltern schimpfen wenn wir mal abends essen gegangen sind und es dann länger geworden ist.
      Trotzdem kenn auch ich das mit den spannenden Büchern, allerdings war ich dann schon so alt, dass ich einen Schultag auch mit etwas Schlafmangel problemlos überstehen konnte.
      Unseren Sohn (etwas über 2) begleiten wir auch in den Schlaf, bisher hatten wir noch keine größeren Probleme mit dem Ein- und Durchschlafen, auch wenn wir uns da (noch) grob nach einer Uhrzeit richten, die jedoch zeitlich immer sehr gut zum Augenreiben, Körperkontakt suchen und Daumennuckeln passt.
      Unser "Problem" ist eher das frühe Aufstehen unseres Sohnes - alles nach 6 Uhr ist prima - oft aber schon früher und eine ganze Zeit lang sogar 5 Uhr - das packe ich, trotz dass ich mich als Frühaufsteher sehe, einfach nicht.

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  7. Die Idee mit dem Einschlafbegleiten oder selbstbestimmtes Zubettgehen hat mir schon letztes Mal beim Durchstöbern des Blogs gefallen. Mich würde interessieren, ab welchem Alter ihr das so gehandhabt habt. Mein Sohn ist 3,5 Jahre alt und ich frage mich, ob das eine "Lösung" für uns ist. Aktuell wird er jeden Abend einschlafbegleitet, aber zu einer Uhrzeit, die nicht er selber bestimmt.

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    1. Liebe Jil Ha,

      ich kann zumindest von uns berichten: Meine Tochter bestimmte ab etwa 2,5 Jahren allein, wann sie ins Bett ging und wurde nicht begleitet (sie hat halt irgendwann das Licht aus gemacht). Rückblickend kommt mir das irrsinnig vor - mein Sohn mit knapp 4 Jahren kann das bis heute nicht - der braucht Einschlafbegleitung und Körperkontakt noch enorm. Wenn wir warten, bis er von selbst signalisiert, ins Bett zu wollen, dauert es dann nicht länger als 5-10 Minuten. Darauf haben wir aber nicht immer Lust - dann auch mal bis zu einer Stunde.

      Liebe Grüße!
      Danielle

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  8. Liebe Snowqueen, vielen Dank für die tolle ArtikelSerie und eure Arbeit generell. Ich verschlinge eure Artikel geradezu und lerne dabei sooo viel.
    Mich würde in diesem Zusammenhang das Thema Zähne putzen interessieren. Ich singe Lieder, putze gleichzeitig mit, gehe an den Spiegel, die Puppe darf mit putzen, aber immer wieder gibt es Tränen weil meine Tochter es nicht will. Sie ist jetzt 12 Monate. Sie macht den Mund anfangs auf, presst ihn dann aber zu oder beißt auf die Zahnbürste.
    Außerdem habe ich noch eine Frage zum Thema Essen/Trinken. Meine Tochter möchte immer aus unseren Gläsern trinken. An sich kein Problem, aber sie will dann auch aus heißen Tassen und Gläser anderer trinken. Das führt zu großem Protest wenn sie das nicht darf. Selbst wenn sie ein eigenes Glas bekommt muss es das der anderen sein. Kannst du mir einen Tipp geben damit umzugehen? Danke LG und weiter so. Ihr seid spitze.

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    1. Kenn ich, kenn ich alles!
      Zum Thema Zähneputzen hab ich die gleiche Frage schon mal bei nem anderen Post zu der Reihe gestellt, weil hier auch NICHTS geht in Sachen Zahnreinigung und sie so doll schreit, dass ich mich nicht dazu überwinden kann zum Zwangsputzen. Es GEHT einfach nicht...Dabei will sie die Zahnbürste immer haben und auch Zahnpasta und kaut dann fleißig rum, Aber passiv sein ist gerade einfach der Horror für sie. In dem Moment, wo ich loslegen will, geht der Mund zu und sie ist unglücklich und will nicht. Hab auch keine Lösung gefunden. Ich warte ab und probiere es immer wieder mit "du putzt mir die zähne, dann ich bei dir..." - wobei da nur der erste Teil klappt...

      Gläser: Ich hab einfach immer ein anderes Glas für sie parat, also genau das gleiche, aber mit Wasser drin. So als Dauerrequisite. Wenn das nicht hilft, puste ich mit ihr in meinen Becher, manchmal reicht das schon als Spiel und sie will nicht mehr trinken. Aber ist halt gerade die Phase, wa. Die wollen jetzt bei den Großen mitspielen und selber Sachen machen, wie wir eben. Eigentlich supercool. Eigentlich...:)

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    2. Liebe Anonym,

      ich habe festgestellt, dass alle meine Kinder das Zähneputzen in dem Alter deiner Tochter immer dann verweigert haben, wenn gerade ein neuer Zahn kam und sie dann beim Putzen Schmerzen hatten. Könnte das auch bei euch so sein? Ich habe sie in diesen Phasen immer selbst machen lassen und einfach kontinuierlich nachgefragt, ob ich wieder darf. Irgendwann ging der Mund dann wieder auf (nach 1-2 Tagen). Ich habe hier irgendwo in den Kommentaren gelesen, dass eine Mutter ihrem Kind die Zähne auch im Schlaf putzt. Vielleicht klappt das?

      Zum Thema trinken: Wenn in den Gläsern Wasser ist, klar, dann darf sie mittrinken. Bei anderen Sachen (Cola, heißer Kaffee/Tee) ist es notwendig, dass du "beschützende Macht" ausübst, d.h. sie darf das selbstverständlich nicht trinken. Das Wütend-Werden ist ja nur ihr Ausdruck von Frustration. Das ist okay und normal und kann dann einfach von euch mitfühlend begleitet werden: "Ja, das findest du doof. Du willst so gern meinen Tee trinken. Aber nein. Er ist heiß! Heiß!". Ich nutze da meist die Gebärden für "heiß" oder "gefährlich", um zu unterstreichen, dass mein Sohn das nicht haben kann. Sie wird nach einer Weile verstehen und akzeptieren, dass sie aus "heißen" oder "gefährlichen" Tassen nicht trinken darf. Bis dahin begleitest du ihre Traurigkeit darüber.

      LG, snowqueen

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  9. Sehr toller Artikel.
    Mein Sohn ist erst 8 Monate und wird zum Schlafen gestillt - also geht nix ohne Einschlafbegleitung *lach* Aber wir lassen ihn weitestgehen selbst entscheiden, wann er schlafen will. Das ist eigentlich immer +/- 10 Minuten die gleiche Zeit.
    Man merkt es deutlich: Erst reibt er sich die AUgen und wird quengelig - dann mache ich ihn bettfein. Dann dreht er nochmal so richtig auf und tobt sich durchs große Bett bis er fast umfällt vor Müdigkeit. Dann machen wir Fenster zu, Licht aus, Nachtlicht an, Schlafsack an und er wird ganz ruhig und zufrieden - dann schläft er nach einem guten Nachttrunk ein. Das eigentliche Schlafengehen dauert meist nicht mehr als 15 Min incl. Trinken.
    Manchmal ist er aber länger wach - manchmal will er früher. Gehen wir zu früh schlafen, brauch ich auch mal locker ne Stunde bis er schläft - länger als wenn ich noch 10 Minuten gewartet habe.

    Hoffe, dass er sich das so beibehält. Er dürfte nur gerne länger schlafen :-D

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  10. Ich habe noch ein Thema: mein Kind will nicht Finger- und Zehennägel schneiden. Die wachsen dann aber irgendwann ein wenn ich das nicht mache. Es hilft weder Schere noch Clipser noch Feile. Auch immer mal wieder einen Nagel klappt nicht, kein Spiel, nichts. Es geht nur mit Geschrei und Festhalten. Wegen des Schlafsacks kann ich das an den Füßen auch nicht nachts machen,sonst wacht sie auf. ... schwierig! Und ich finde die derzeitige Situation für uns beide ganz schlimm. Sie ist übrigens 22 Monate alt.

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    1. Ha, das habe ich gerade auch. Eine Zeit lang hat dabei Fernsehen geholfen, das hat abgelenkt. Am besten Musikvideos, da guckt man selber nicht auch noch interessiert hin :). Das klappt jetzt aber auch nicht mehr, wo sie in der Autonomiephase ist und es saublöd findet, wenn man mit ihr etwas macht und sie nicht mitmachen kann. Und die Nägel kratzen und brechen ab... ich bin tatsächlich wieder dazu übergegangen, sie im Schlaf zu schneiden, wie bei einem Baby, beim Mittagsschlaf in unserem Bett, wenn sie sich eh freistrampelt unter der Decke. Das geht. Mal sehen, wie lange...

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    2. Und beim Mittagschlaf? Da gibts ja auch ne Tiefschlafphase. Habt ihr da auch einen Schlafsack an? Wir hatten meist den Alvi Schlafsack, den kann man gut unten öffnen und dann eben doch vorsichtig schneiden. Bei Fräulein Chaos hat die Angst vorm Nägelschneiden so lange angehalten, bis sie bei ihrer Schwester zugeguckt hat und merkte, dass es dieser überhaupt nicht weh tat. Ab da wurde es besser. Also zeigt eurer Tochter immer wieder, wie ihr euch die Nägel schneidet.
      LG, snowqueen

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    3. Ach, beim Mittagsschlaf würde das natürlich klappen, da schläft sie nämlich ganz frei, schwitzt sich sonst komplett durch. Zuschauen beim Schneiden unserer Nägel tut sie ohnehin, aber vielleicht höhlt hier auch der stete Tropfen den Stein und sie muss das noch öfter sehen.
      Ich werde das probieren, danke!

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  11. Hallo ihr Lieben, viele Dank für diesen tollen Artikel! Zum Thema Medikamenten-Einnahme habe ich einen Tipp.
    Wir sagen als Eltern laut zu einander, dass Martin genau diese Tropfen nicht nehmen soll, die Tropfen darf er nicht. Das hört er dann natürlich und ist ganz gierig darauf. Egal ob sie schmecken oder nicht. Das klappt übrigens auch beim Essen und Ankleiden ;-)
    Liebe Grüße, macht weiter so

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  12. Hallo ihr Lieben,

    wir hatten auch das Problem mit Nägel schneiden, Zähne putzen und dem wickeln...bis die Handpuppe Pittiplatsch bei uns einzog. Er muss das nun alles machen...hihi...ich frag unsere kleine wer heute Zähne putzen soll, Mama, Papa oder pitti...jeder darf seit kurzem mal. Wickeln mit Handpuppe geht nicht gut, aber es geht ohne meckern und sich wehren....immerhin. Unsere kleine Maus (2 Jahre ) findet im Bettl beim Toben immer kein Ende. Wir hüpfen alle wie die wilden (ja, Mama und Papa müsse mit hoppeln) das manchmal 20-30 Minuten, dann wird genörgelt was das zeug hält, weil wir nicht mehr wollen....alleine mag sie nicht....ob sie da einfach noch zu viel Energie in sich hat? Ich mag jeden Abend keine Stunde Trampolin im Bett springen....habt ihr Tipps für mich?

    LG Jessi

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    1. Das ist ja süß mit eurer Pitti-Puppe! Gute Idee! Ja, es klingt ganz danach, als hätte sie noch zu viel Energie. Ich stelle immer wieder fest, dass meine Kinder sehr, sehr viel Zeit draußen verbringen müssen, damit ihre Energie am Abend gut abgebaut ist. Guck mal, ob ihr vielleicht mehr draußen klettern und rennen könnt (oder dort ein Trampolin aufbauen?), bevor ihr nach Hause geht. Bei uns brachte das den Durchbruch am Abend.
      LG, snowqueen

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  13. Hallo Ihr beiden
    eine sehr gute Artikelreihe, die uns schon sehr geholfen hat, beispilsweise beim morgendlichen Anziehen, Treppen laufen (mein fast 2,5 jähriger findet die Tierbilder ganz toll). Ein paar Fragen habe ich, wie große ist bei drei Kinder euer Bett? Oder habt ihr, wie ich schon öfters gehört habe, nur Matratzen im Elternschlafzimmer? Wir erwarten Nr zwei und ich befürchte zu viert wird es auf 1,8m etwas eng.
    Hättet ihr auch Tipps bezüglich Essen? Mein Sohn hat in der Breiphase noch alles an Gemüse gegessen. Mittlerweile nur noch Paprika und Gurke, sowie ab und Karotten. Selbst probieren möchte er nicht,...oft möchte er dann auch etwas anderes essen, zum Beispiel Müsli, obwohl es Mittagessen gibt. Es ist ja okay, wenn es ihm nicht schmeckt, aber wie bewege ich ihn dazu wenigstens mal zu probieren? Auf zwingen, wie es in meiner Kindheit üblich war, finde ich nicht den richtigen weg. Sollte er sich selbst aussuchen, was er isst? Und wenn es wochenlang nur Müsli ist? Was ist mit Süssigkeiten? Die kennt er aus der Kita und Verwandschaft schenkt sie jetzt auch. Am liebsten würde er Gummibärchen den ganzen Tag essen, gleich neben Müsli :-) Aber ich bin nicht damit einverstanden. Natürlich gibt es dann Trotzanfääle, aus denen ich ihn dann auch rausbekomme. Aber habt ihr Tipps, wie es vielleicht gar nicht erst zum Weinen kommt??
    LG Michaela

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    1. Hallo,

      ich würde gern kurz was zur Bettsituation sagen (hier schlafen mitunter auch 4 Leute in einem Bett).
      Wir haben ein 1,40m-breites Bett und zu dritt hat uns das gut gereicht (unser Sohn lag zwischen uns). Für die Tochter gab es erst einen großen Babybalkon (50x100 cm), der reichte ca. 1 Jahr. Danach haben wir angebaut ;o) Da unser Bett eh Marke "Eigenbau" ist, haben wir einfach ein normales 90cm-breites Bett drangebaut. Dorthin wird unser Sohn "ausquartiert", wenn er nachts rüber kommt und unsere Tochter wurschtelt sich zwischen uns.
      Freunde von uns haben dagegen ein ganz normales Kinderbett neben das Bett gestellt und liegen dann: Papa, großes Kind, Mama, Baby im angrenzendem Kinderbett.
      Ich denke, da gibt es einige Möglichkeit, ohne gleich ein Matrazenlager aufzuschlagen ;o) Kommt allerdings auch immer auf die Größe des Schlafzimmers an...

      Viel Erfolg bei Finden eurer Lösung und alles Liebe ♥
      Nadine

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    2. Liebe Michaela,

      mittlerweile haben wir ein 2,40 Meter breites Familienbett. Es geht von Wand zu Wand, breiter wäre also nicht möglich gewesen. Das hat gut ausgereicht für 4 Personen, jetzt mit 5 Menschen ist es - ähm, sagen wir mal... kuschelig. Es hat jeder Platz, aber da meine Kinder in der Nacht gern mal ihre Nase in meine Achselhöhle stecken, so nah wollen sie mir sein, habe ich leider nicht so viel Platz, wie ich gern hätte. Das Geschwisterbett im Mädchenzimmer ist 1,40 Meter breit. Wenn sie dort quer liegen (sie ist 116cm groß), passen sogar noch kleine Übernachtungsgäste mit rein. Zu dritt haben sie darin schon geschlafen. Ein normales Kinderbett (90 cm) gibt's noch im kleinen Kinderzimmer, darauf weicht momentan Fräulein Chaos gern aus.

      Auf das Familienbett haben wir übrigens fast 2 Jahre gespart, davor lagen wir tatsächlich lange einfach auf einer Matratzenlandschaft, als klar wurde, dass unser 140er Bett von vor den Kindern auch mit Babybay dran nicht ausreicht.

      Zum Essen: Es gibt viele, viele Kinder, die Gemüse verweigern. Dafür isst dein Kind ja noch eine ganze Menge, also musst du dir eigentlich keine Sorgen machen. Das ändert sich irgendwann wieder. Ich würde nicht zum Probieren zwingen, weil es so viel Fokus auf das Thema legt. Du musst dir überlegen, ob es für dich okay ist, wenn er statt Mittagessen Müsli ist. Ist es denn gesundes Müsli? Oder so etwas wie Schokopops? Ich koche nichts extra, aber wenn meinen Kindern das essen nicht schmeckt/sie es nicht wollen, dann gibt es bei uns immer die Alternative, ein Brot und einen Naturjoghurt zu essen. Das ist der Kompromiss, mit dem wir alle gut leben können. An sich gilt: Du entscheidest, was gekocht wird, er entscheidet, ob und wie viel er davon isst.

      Leider sind Süßigkeiten nicht in unserem evolutionären Programm vorgesehen - wir haben kein wirkliches Stoppsignal für sie eingebaut. Deshalb ist es wichtig, immer nur sehr wenige Süßigkeiten zuhause zu haben, um den ständigen Kampf darum zu minimieren. Was nicht da ist, kann nicht eingefordert werden. Ich achte aber darauf, meine Kinder nicht "zu kurz" zu halten, denn meine beste Freundin aus Kindertagen durfte früher nie Süßes essen oder trinken und hat dann, als sie mit 18 auszog, sehr damit übertrieben. Das war mir eine Lehre. Vielleicht darf er generell eine Handvoll Süßigkeiten pro Tag essen und soll sie sich selbst einteilen? Das wäre einen Versuch wert. Um die Wutanfälle deswegen wirst du erst einmal nicht umhin kommen - er verbalisiert ja seinen Frust nur. Das ist ok.

      LG, snowqueen

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    3. Hallo snowqueen,

      bei den Süßigkeiten muss ich dir widersprechen. Kinder können mit ihrem Süßigkeitenkonsum genauso selbstbestimmt umgehen, wie mit Schlafenszeiten und Fernsehkonsum.
      Bei uns Zuhause gibt es seit einiger Zeit immer Süßes. Da ich aber mit einer vollkommenen Freigabe nicht umgehen kann, auch eine Süßigkeitenzeit von 12 bis 18 Uhr. In der Zeit dürfen sich meine beiden (4 und 6 Jahre) immer bedienen. Natürlich gibt es Tage, an denen sie ziemlich viel essen. Aber es gibt auch die Tage, an denen nichts angerührt wird. Wir kaufen jeden Samstag eine Wochenration ein, wenn dann, wie so oft, in der nächsten Woche viel übrig ist, kaufen wir dementsprechend weniger ein, so dass eigentlich immer die gleiche Menge im Haus ist.
      Man muss nur die Ausnutzphase, die es ja beim Schlafen und Fernsehen auch gibt, durchstehen. Danach pendelt sich das auch wieder ein.
      In meiner Kindheit hatten wir auch immer Süßigkeiten im Schrank und ich durfte mich immer bedienen und auch bei mir führte es nie dazu, dass ich mich wahllos damit vollgestopft habe. Meistens will ich nach zuviel Süßkrams lieber etwas richtiges Essen.

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    4. Hm - da wäre ich persönlich auch eher skeptisch. Bei meiner Tochter würde das funktionieren - sie hat da eine gute Selbstregulation. Mein Sohn ist da ein ganz anderes Kaliber und würde sich mit ziemlicher Sicherheit nicht regulieren und immer weiter rein schaufeln und nichts anderes mehr essen (er isst ohnehin außerordentlich wenig). Aber das ist durchaus mal eine Idee für ein Versuchsprojekt.

      Liebe Grüße!
      Danielle

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  14. Hallo zusammen! Wir machen immer Einschlafbegleitung bei unserer 1,75 Jahre alten Tochter. Das dauert im Moment allerdings bis zu einer Stunde. Sie kuschelt solange wie wir Bücher oder Kinderlieder anschauen und danach weil sie entweder wieder aufstehen oder wirft sich solange hin und her und will die Hand und die Hand an den Fuß und da streicheln und hier streicheln, bis ich langsam durchdrehe und sie endlich irgendwann einschläft. Das geht mir schon etwas auf die Nerven. Vor allem, will sie abends im Auto fast einschläft, aber dann daheim wieder total aufdreht. Bin gerade mit dem zweiten schwanger und habe jetzt schon Bammel, wie das werden soll. Ich hab das Gefühl, dass sie ihre Müdigkeit nicht annehmen kann, sondern versucht, sie solange wegzuschieben, bis sie übermannt wird. Mittags ist das gerade auch so. Sie ist eigentlich müde, will aber nicht schlafen ... Manchmal komme ich damit besser klar, im Moment aber weniger gut, da ich mittags selbst einfach etwas Ruhe brauche und abends selbst um halb zehn meist im Bett bin, weil ich wahrscheinlich durch die Schwangerschaft, einfach nicht mehr länger kann. Aber abends dann ein bisschen Ruhe und Unterhaltungen mit dem Ehemann fallen dann aus. Gibt es irgendwas, das ich tun kann, um ihr das Schlafen näherzubringen, also dass sie gern schlafen geht? Ich bin ja immer dabei und sie schläft auch bei und im Bett. Näher geht ja also nicht ...
    LG! Tanja

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    1. Ich kenne das von meinen großen Töchtern, als diese klein waren und ja, mich hat das auch kirre gemacht. Hier gab es Phasen, da dauerte das Einschlafen bis zu zwei Stunden. Mittlerweile sage ich: Meine Kinder waren einfach noch nicht ausgepowert genug. Sie waren müde, ja, aber im Körper steckte noch zu viel Energie. Ich habe dann ein sehr viel stärker nach draußen verlagertes Programm gestartet. Viel spazieren, klettern, hüpfen, schwimmen gehen. Es muss ja nicht nur der Geist müde sein (viel Input am Tag), sondern eben auch der Körper. Damit stoppte das Gewusel im Bett schlagartig und sie schliefen viel schneller ein. Ich glaube, heutzutage bewegen sich kleinen Menschenkinder generell nicht mehr so viel, wie von der Natur eigentlich vorgesehen.

      Liebe Grüße, snowqueen

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    2. Hallo snowqueen,
      danke für die Antwort! Ich denke eigentlich nicht unbedingt, dass es daran liegt, weil wir fast jeden Tag vormittags und nachmittags draußen sind. Und selbst an den Schwimmbadnachmittagen klappt das Einschlafen nicht besser, obwohl sie tobt wie ein kleiner Derwisch. ;) Vielleicht ist es nur eine Phase ... Es war ja schon mal viel schlimmer und auch schon mal viel besser. Ich hoffe einfach. Ich hab auch gelesen, dass es das erste Jahr braucht, bis die Stoffe im Gehirn das mit dem Schlafregulieren geregelt kriegen, aber jetzt ist sie ja fast zwei. Kann es trotzdem sein, dass sie da einfach noch länger braucht?
      LG! Tanja

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    3. Liebe snowqueen,
      seit ein paar Tagen ist noch etwas zu den eh schon langen Einschlafzeiten dazugekommen, und ich weiß wieder nicht, ob es normal ist oder was ich tun kann. Nachts ist unsere Tochter 1 3/4 jetzt teilweise bis zu eineinhalb Stunden wach, weil sie nicht mehr in den Schlaf findet. Vorher wacht sie zudem meist wimmernd oder weineind auf und sagtv manchmal sogar "pusten", so als hätte sie geträumt, dass sie sich wehgetan hat. Ist das in dem Aller schon so? Ich dachte Albträume kämen erst später. Ich bin seit Tragen wieder völlig unausgeglichen, weil es ja ab vier eh nur noch ein Schlafwälzen neben und an mir dran ist, sodass ich da eigentlich auch nicht mehr richtig schlafe. Kennst du das oder jemand anders? Ist das nur eine Phase oder wird das jetzt immer schlimmer? Ich habe schon die Sorge, dass sie bald schlafwandert! :( Gibt es Voraussetzungen, die das wahrscheinlicher machen?
      Über eine Antwort freue ich mich sehr.
      Viele liebe Grüße
      Tanja

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  15. Hallo!
    Wir haben hier das Problem, dass mein 23 Monate alter Sohn NIE schlafen will. Weder mittags (aber gut, da klappt es dann doch meist schnell) noch abends. Wir haben ihn einmal sogar bis 24 uhr auf gelassen, er wollte immer noch nicht. Momentan ist es wieder ganz schlimm, die Einschlafbegleitung im Familienbett (sein eigenes nutzt er nur zum Austoben, dann möchte er wieder ins große) übernimmt der Papa und sieht seit Wochen so aus, dass er sich nicht raus bewegen darf. Sofort ist der Kleine wach und schläft erst wieder ein, sobald der Papa wieder daneben liegt. Dadurch haben wir täglich nur 2-3 h in denen wir uns sehen (und da wird gegessen und mit dem Kleinen gespielt, wodurch wir als Paar wieder gar nichts von haben). Wenn man ihn dann alleine lässt oder auch versucht alleine einschlafen zu lassen wird ewig Schrank ausgeräumt und rumgetobt und gespielt, irgendwann dann gejammert und dann geweint, dann kommt man wieder und es geht von vorne los.
    Abends braucht er zwischen 1-3h zum Einschlafen, das ist ja auch nicht normal, oder?!
    Wir sind ziemlich ratlos und auch an einem Punkt an dem es uns nicht mehr gut geht damit.
    Habt ihr Ideen/Tipps?! Ach so mit Handy daneben geht leider gar nicht, will er ständig haben :/

    Danke und LG!

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    1. Ich habe es gerade oben schon geschrieben: Ich denke, dass nicht nur der Geist eures Sohnes müde werden muss, sondern auch sein Körper. Vielleicht muss er einfach tagsüber mehr toben? Lauft mit ihm lange Strecken, geht mit im klettern und rutschen etc. Es ist erstaunlich, wie viel Tobezeit Kinder draußen brauchen, um wirklich matt und bettschwer zu sein. Es könnte auch sein, dass dein Sohn den Mittagschlaf nicht mehr braucht - probiert das mal aus.

      Ich kann verstehen, dass es euch mit 3 Stunden Einschlafbegleitung nicht gut geht. Das wäre auch für mich untragbar. Richtig müde Kinder schlafen innerhalb einer halben Stunde ein.

      Meine Kinder wollten am Anfang übrigens auch am Handy spielen, wenn ich neben ihnen lag, aber ich habe die Hand einfach immer wieder freundlich abgeblockt. Das ist mein Handy, Punkt.

      LG, snowqueen

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    2. Vielen Dank, das werd ich sofort mal versuchen! :)

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  16. Mensch danke für den Artikel. Ich bin die Tagevauf sehr großes Unverständnis gestoßen wie ich den Schlafen nach Bedarf praktizieren kann mit meinen beiden , 3 und 9 Monate. Nu kann ich noch mal was nach reichen.
    Bei uns ist es auch so. Wir haben zwar irgendwie ein Ritual, aber ich glaube nicht wie es sich die klassische Deutsche Mutti vorstellt. Wir legen uns nach essen und Bettvertig machen ins Familienbett und ich lese vor oder wir kuscheln. Die Große darf aber auch noch mal aufstehen und eine Runde Lego spielen. Wenn sie dann wirklich müde ist kommt sie von ganz alleine, kuschelt sich an und schläft.
    Wir hatten ehrlich noch nie Probleme mit dem ein und durchschlagen.

    Lg
    Kathi

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  17. Seit einer Woche mache ich dieses nervenaufreibende Spiel nun auch mit. Die süße wird müde und geht zu ihrer gewohnten Zeit 19:30 zu Bett. Ich bringe ihr noch eine Einschlafmilch und wir singen noch 2-3 Gute Nacht Lieder. Normalerweise schläft sie zuverlässig um 20:00 ein. Jetzt aber kommt sie raus und fällt mir um die Beine und hält mich fest. Sie schläft im Gitterbettchen in meinem Schlafzimmer. Also gehe ich mit ihr hinein und lege mich selber hin. Sie wird aber immer wacher. Steht auf. Rennt um mein Bett herum. Will noch andere Kuscheltiere haben. Gibt dann mir welche ab. Dann will sie auf meinen Schoß und noch kuscheln. Dann will sie schauen, ob ihr Spielzeug schläft. Dann müssen die Lampen im Wohnzimmer aus gemacht werden. Usw. Das zieht sich dann bis 21:30 bis sie erschöpft einschläft. Frühs 6:00 steht sie wieder auf. Mir fehlen meine Abende. Und mir fällt da echt nix ein. Hab schon überlegt ein anderes Bett für sie zu kaufen, wo ich mich daneben legen kann oder so. Bei mir im Bett ist es eher eine Spielaufforderung und mit der Ruhe ganz aus. Vielleicht sollte ich auch keine Lieder mehr vorsingen, sondern vorlesen bis sie einschläft?

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  18. so ein toller Artikel, ich danke euch! unser großer ist 29 Monate alt, der kleine 4 Monate. der große schlief bisher immer super allein und durch, nun kam sein babybruder, der natürlich nur mit full-bodycheck bei der mami schläft und da will der große natürlich auch. inzwischen schläft der papa mit dem großen auf Sofa und Matratze. sie genießen dass richtig und höre noch lange Benjamin Blümchen, und ich gehe mit Baby ins bett. wenn papa nicht da ist, dann kuscheln alle bei mir, und Mittagsschlaf sowieso. aber es absolut herrlich, wie super die beiden zusammen schlafen, die lieben sich jetzt schon innig und ich hoffe sehr, dass sie vielleicht zusammen schlafen wollen nächstes jahr. der groß schläft eh maximal 9 stunden täglich, der kleine 8 wenn überhaupt, ECHT GRAUSAM (mit stündlichem trinken nachts...) unterwegs schlief noch nie einer von denen... naja bei uns ist es grad wie Ferienlager und es nervt mich arg, um acht ins Bett zugehen, ich liebe unser iPad und Kopfhörer *gg*... naja die zeit ist ja endlich. ich nehme aus eurem Artikel mal mit, noch mal mit dem großen es mit offener Tür zu probieren und/oder geplantes Reingehen und werde berichten!

    aber eine Frage: wir sind begeisterte Kreuzfahrer und wollen im Januar wieder los. Bisher schlief der große immer super im Babybettchen auf der Kabine und wir hatten immer ein Babyphone geliehen. FALLS wir jetzt den kleinen Mann dazu kriegen, auch fein im Babybettchen zu schlafen, wäre es eine Idee, dem großem dahin zu "trainieren" das er jederzeit über das Babyphone kontakt suchen kann? Irgendwie brauchen wir noch ne schlaue Taktik für den Urlaub ;)

    LG
    Kathi

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  19. Danke für die tolen Denkanstöße. Die helfen zum Teil super. Allerdings bin ich momentan echt ratlos, da mein Großer 2 1/4 den Kleinen 8 Monate den ganzen Tag schikaniert. Er schlägt ihn mit allerlei Gegenständen. Wirft ihm absichtlich die Tür an den Kopf wenn er ins Zimmer krabbelt, klemmt ihm die Finger ein, schlägt seinen Kopf gegen die Wand oder auf den Boden. Wir beschäftigen uns fast nur mit dem Großen, der Kleine läuft eher nehenher und der Große fordert auch ununterbrochen unsere Aufmerksamkeit. Und selbt wenn wir uns mit ihm beschäftigen, geht er zwischendurch zum Kleinen und haut ihm einfach mal so eine rein. Wenn der Kleine dann weint und wir ihn trösten kommt der Große an, bringt ihm einen Schnuller, eine Banane, will ihn drücken. Wir "bemerken" das ohne überschwenglich zu loben. Man sieht ihm den Stolz an und im nächsten Augenblick beginnt er wieder zu gängeln. Wenn ich mich mit dem Kleinen entziehe, kommt er weinend hinterher gerannt. Wenn ich vorher schon sehe was er vor hat und ihn bitte es nicht zu tun, grinst er und tut es gerade und mehrfach. Wenn ich energisch nein sage, fängt er an selbstsicher laut zu werden.
    Ich bin als Kind geschlagen worden und mir fällt es unheimlich schwer nicht auch so zu handeln, auch weil alle anderen Versuche so erfolglos verlaufen. Ich habe Angst das er dem Kleinen irgendwann ersthaft verletzt und brauche bald eine Lösung für das Problem.
    Ich komme jeden Tag positiv nach Hause, freue mich auf meine Kinder und nach kurzer Zeit bin ich nervlich am Ende.
    Am Abend bin ich dann so fertig mit den Nerven und so wütent auf den Großen, das ich kaum noch sinnvoll Einschlafbegleitung machen kann. Er wird immer wilder und zieht das Schlafen noch länger hinaus, was dazu führt das ich nicht genügend Schlaf bekomme und immer agressiver werde... Gestern habe ich den halben Abend geweint und mein Mann hat mir gebeichtet, das es ihm ganz genau so geht... Hat dafür jemand einen Ansatz?

    Liebe Grüße
    Susan

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  20. Hallo :)
    Wir haben das selbstbestimmte Schlafen gehen irgendwie unbewusst relativ früh eingeführt. Sobald unsere Tochter damals Krabbeln/ Stehen konnte durfte sie spielen und ist dann mal mit, mal ohne Einschlafbegleitung relativ ähnlich von den Zeiten am Abend eingeschlafen. Dann hat es eine Weile ziemlich gut mit den üblichen Ritualen: Milch, Schlafsack, Zähneputzen und Kuscheln + Vorlesen geklappt. Mittlerweile ist unsere Tochter 2 Jahre und 3 Monate alt und ich glaube sie ist an manchen Tagen auch nicht ausgelastet genug zum EInschlafen, da sie dann (meist alleine)noch bis zu 1-einhalb Stunden alleine in ihrem Zimmer singt, spielt usw. Mittlerweile kann sie das Licht anmachen, was ich als etwas problematisch ansehe, da ich finde, dass man da erst wieder richtig wach wird. Heute habe ich sie also dann doch gegen 19.30 ins Bett gelegt. Normalerweise geht sie schon zwischen 18 und 18.30 schlafen. Das ist schon seit fast 2 Jahren so ;) Nun bin ich mit Zwillingen schwanger und frage mich, wie es dann später werden wird, da ich abends leider nicht immer die Untersützung meines Mannes haben werde. Generell habe ich großen Respekt vor der Aufgabe Zwillinge, da unsere Tochter monatelang geweint hat und oft nur durch Tragen eingeschlafen ist. Wenn ich dann zwei weinende Bündel habe, mache ich mir Sorgen, dass ich es nicht mehr schaffe meiner Tochter das Abendprogramm zu bieten, was sie braucht. Habt ihr da vielleicht schon Tipps im Vorraus? (Oder generell irgendwelche Tipps zu Zwillingen? ;) ) Ach und ich hoffe natürlich sehr, dass die "Entthronung" unserer Kleinen keine gravierenden Probleme bereitet, schließlich bekommt sie gleich zwei Geschwisterchen.

    Liebe Grüße
    Älex

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  21. Hallo ihr Lieben,
    hier bin ich als begeisterte Leserin von Euch zum ersten Mal an einem Punkt angelangt, wo ich finde: Man kann´s auch übertreiben mit der Aufopferung für das Kind - und ich bin nicht sicher, ob das dem Kind dann tatsächlich gut tut und auch nicht, ob das Kind das wirklich unausweichlich so haben muss, um glücklich zu sein. Vielleicht ist da auch einfach nur eine persönliche Grenze von mir erreicht: der Abend gehört mir! Nennt mich egoistisch, aber ich brauche diese Zeit einfach. Mein Sohn hat mit der (von Euch kritisierten) Rein-Rausgeh-Methode gelernt, alleine einzuschlafen (natürlich nach ausführlichem Kuschel-Lese-Sing-usw.-Ritual). Dafür kam er lange Zeit irgendwann nachts zu mir ins Bett, und das habe ich (nach anfänglichem sinnlosen Widerstand - er hörte dann einfach nicht auf zu schreien) auch so zugelassen. Mit 5 Jahren hat das dann allmählich aufgehört; danach kam er nur noch morgens und inzwischen (mit 6) auch das nur noch manchmal. Er schläft fast immer sehr schnell ein. Das aus dem Zimmer kommen gab und gibt es auch, aber nur ganz selten. Die Bettgehzeit habe auch ich so eingerichtet (19.30) und sie scheint seinem Schlafbedürfnis gut zu entsprechen. Er lässt sich ja sowieso nichts vorsetzen, was ihm total gegen den Strich geht; da ist er unglaublich durchsetzungsfähig. So z.B. mit dem Aufgeben des Mittagsschlafes mit 3 Jahren, das ging einfach nicht mehr. Aber dass er abends z.B. bis 10 Uhr auf wäre - kann ich mir nicht vorstellen, weil ich dann ganz sicher keinen Abend für mich hätte, sondern er beim Spielen immer wieder Kontakt mit mir suchen würde (Schau mal, Mama...!), wie halt auch tagsüber. Aber genau das will ich eben am Abend nicht mehr, das hatte ich schon tagsüber zur Genüge und irgendwann ist auch gut! Im übrigen bin ich alleinerziehend und nicht mehr ganz jung; das macht bei der "Kondition" sicher auch etwas aus.
    Wo ich Dir, Snowqueen, absolut Recht gebe, ist das mit dem Austoben tagsüber - das ist wirklich wichtig fürs Einschlafen.
    Aber grundsätzlich, wie gesagt: wo ist die Grenze zwischen Bedürfniserfüllung und Selbstaufopferung? Von einer total entnervten und verausgabten Mama hat das Kind ja dann auch nichts. Übrigens gibt es auch Mamas, die abends von zu Hause aus noch arbeiten müssen (das ist bei mir gelegentlich so und ich kenne andere, die das regelmäßig müssen): die können ja auch nicht stundenlang mit dem Kind im Bett herumliegen - ob die Kinder deswegen alle einen Knacks wegkriegen? Ich glaube das ehrlich gesagt nicht.
    Liebe Grüße, Hanni

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  22. Hallo ihr Lieben. Wir haben einen 9 Monate alten Sohn, der sowohl tagsüber als auch abends nicht einschlafen möchte. Wenn wir ihn hinlegen, legt er sich von sich auf die Seite, dreht sich dann aber immer wieder auf den Bauch und krabbelt aus dem Bett - außer wir halten ihn (sanft) fest. Durchs Festhalten beruhigt er sich mal schneller, mal weniger schnell, aber es ist immer ein Heuldrama und zwar egal wie müde er ist.
    Wir legen ihn tagsüber meist in sein abgedunkeltes Zimmer mit dem Stillkissen, das er so gerne knuddelt. Abends gibt es ein Einschlafritual mit Hände waschen, leise erzählen usw.
    Sobald er merkt, dass er schlafen soll, beginnt er zu schreien und will immer wieder aus dem Bett krabbeln, auch wenn wir uns direkt neben ihn legen und ihn streicheln.
    Wenn er dann einmal schläft, schläft er ruhig und gut. Nachts wacht er ca. 2x auf, schläft aber direkt weiter, wenn er gestillt wird. Wenn nicht, wird er richtig wach auf und will auch dann rauskrabbeln, er sucht dann nach der Brust.
    Er schläft ohne Probleme und ganz selbstständig innerhalb von Minuten im Auto oder im Kinderwagen ein, wenn er richtig müde ist.
    Wir finden es so schade, dass (ein)schlafen für ihn nichts Positives sein kann. Wir sind keine Verfechter von irgendwelchen Einschlafprogrammen und hätten gerne einen liebevollen Weg, aber dass es immer so ewig dauert ist ganz schön anstrengend. Tagsüber kriegt er genug Action und wir achten stets darauf, dass er genug Zeit zum runterkommen hat. Habt ihr einen Tipp für uns?

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  23. Hallo,
    vielen Dank für euren Text, ich fühle mich gleich schon wieder ein bisschen besser. Ich bin teilweise sehr verzweifelt, weil unser Sohn so ungern ins Bett geht und oft ewig braucht um einzuschlafen, selbst wenn er hundemüde ist. Wir begleiten unseren Kleinen (2,5Jahre) eigentlich jeden Abend in den Schlaf. Ich habe auch an sich kein Problem damit (nur manchmal bin ich wie Du einfach genervt davon oder würde gern noch etwas erledigen, oder mal mit jemandem reden) Aber Max ist häufig extrem unruhig im Bett, er reibt die Füße an der Bettwand, fängt an zu schmatzen, wibbelt mit den Füßen, fährt sich gefühlte 1000mal durch die Haare, knibbelt mit irgendetwas rum. Er trinkt immer noch eine Milch vor dem Schlafengehen, wenn ich ihm die Flasche nicht wegnehme, quietscht er auf dem Gummi herum. Ich halte mich eigentlich für eine geduldige Person, aber dieses Rumgewibbel und Gezappel macht mich wirklich wahnsinnig. Er hört auch nicht auf, wenn ich ihn streichle oder ihm die Hand halte. Irgendwann macht es mich so wütend, weil ich dann denke, er würde sich selbst vom Einschlafen abhalten, aber ich verstehe nicht wieso.
    Seit wenigen Wochen schläft er über tags nicht mehr. Anfangs hat dann das Einschlafen abends super geklappt und er schlief spätestens um 8 (voher waren wir bei halb 10- manchmal sogar halb 11) aber nun wird es wieder immer später und wir sind bei halb neun, obwohl er schon um halb sieben sehr müde und vor allem auch gereizt ist.
    Ich bekomme es nicht mehr hin, aus dem Einschlafen eine schöne Situation zu machen. Er wirkt immer irgendwie angespannt und ich bin es dann wahrscheinlich auch. Gehen darf ich aber gar nicht, auch wenn ich ihm verspreche nochmal schauen zu kommen, steht er nach einer Minute wieder auf und kommt herunter
    Ich habe ihn eine Zeit lang auch noch toben und hüpfen lassen, aber dann kam er oft gar nicht mehr zur Ruhe, findet dann kein Ende.
    Bei Oma und Tante klappt es, wie ihr beschreibt, ohne Probleme. Da hilft mir aber eure Erklärung schon sehr weiter.
    Ich weiß nicht, ob er schon alt genug ist um selbstbestimmt ins Bett zu gehen, aber vielleicht wäre das eine Möglichkeit.
    Vielleicht habt ihr noch einen Tipp oder eine Erklärung parat :) Oder es gibt jemanden mit ähnlichen Erfahrungen.
    Vielen Dank im Voraus!!

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  24. Hallo,
    vielen Dank für euren Text, ich fühle mich gleich schon wieder ein bisschen besser. Ich bin teilweise sehr verzweifelt, weil unser Sohn so ungern ins Bett geht und oft ewig braucht um einzuschlafen, selbst wenn er hundemüde ist. Wir begleiten unseren Kleinen (2,5Jahre) eigentlich jeden Abend in den Schlaf. Ich habe auch an sich kein Problem damit (nur manchmal bin ich wie Du einfach genervt davon oder würde gern noch etwas erledigen, oder mal mit jemandem reden) Aber Max ist häufig extrem unruhig im Bett, er reibt die Füße an der Bettwand, fängt an zu schmatzen, wibbelt mit den Füßen, fährt sich gefühlte 1000mal durch die Haare, knibbelt mit irgendetwas rum. Er trinkt immer noch eine Milch vor dem Schlafengehen, wenn ich ihm die Flasche nicht wegnehme, quietscht er auf dem Gummi herum. Ich halte mich eigentlich für eine geduldige Person, aber dieses Rumgewibbel und Gezappel macht mich wirklich wahnsinnig. Er hört auch nicht auf, wenn ich ihn streichle oder ihm die Hand halte. Irgendwann macht es mich so wütend, weil ich dann denke, er würde sich selbst vom Einschlafen abhalten, aber ich verstehe nicht wieso.
    Seit wenigen Wochen schläft er über tags nicht mehr. Anfangs hat dann das Einschlafen abends super geklappt und er schlief spätestens um 8 (voher waren wir bei halb 10- manchmal sogar halb 11) aber nun wird es wieder immer später und wir sind bei halb neun, obwohl er schon um halb sieben sehr müde und vor allem auch gereizt ist.
    Ich bekomme es nicht mehr hin, aus dem Einschlafen eine schöne Situation zu machen. Er wirkt immer irgendwie angespannt und ich bin es dann wahrscheinlich auch. Gehen darf ich aber gar nicht, auch wenn ich ihm verspreche nochmal schauen zu kommen, steht er nach einer Minute wieder auf und kommt herunter
    Ich habe ihn eine Zeit lang auch noch toben und hüpfen lassen, aber dann kam er oft gar nicht mehr zur Ruhe, findet dann kein Ende.
    Bei Oma und Tante klappt es, wie ihr beschreibt, ohne Probleme. Da hilft mir aber eure Erklärung schon sehr weiter.
    Ich weiß nicht, ob er schon alt genug ist um selbstbestimmt ins Bett zu gehen, aber vielleicht wäre das eine Möglichkeit.
    Vielleicht habt ihr noch einen Tipp oder eine Erklärung parat :) Oder es gibt jemanden mit ähnlichen Erfahrungen.
    Vielen Dank im Voraus!!

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    1. Liebe Jule, es gibt sehr, sehr viele Kinder, die vor dem Einschlafen so "wuseln" wie dein Sohn, also irgendwo fummeln, oder sich im Bett drehen etc. Und alle, wirklich alle Eltern, die ich kenne, macht das ungeduldig und wütend. Mich eingeschlossen. Und doch: Es ist eine gute Strategie von unseren Kindern. Die haben nämlich noch Energiereserven, die abgebaut werden müssen, deshalb wuseln sie. Erst, wenn sie leergewuselt sind, können sie einschlafen. Insofern ist die Lösung einfach die, ihn weiterwuseln zu lassen und dich selbst irgendwie abzulenken oder zu entspannen. Oder deinen Mann die Einschlafbegleitung machen zu lassen. Oder ihn, wie beim Pucken, in die Decke einzuschlagen, damit er eine Begrenzung hat. Das mögen aber nicht alle Kinder.
      LG, Snowqueen

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  25. Hallo! Wir haben eine Tochter (2 Jahre 3 Monate). Das ins zu Bett bringen ist momentan eine echte Zerreisprobe für uns... si hat ein normales Bett (da in ein paar Monaten ein Geschwisterchen kommt) und seither steht sie immer wieder auf. Ich habe euer Buch gelesen und wir haben zuerst versucht Sie in den Schlaf zu begleiten. Sie schläft jedoch auch nach 2h so nicht ein sondern turnt höchstens auf mir herum. Auch das selbstbestimmte zu Bett gehen hat nicht geklappt... sie demoliert das halbe Kinderzimmer, schmeist alle Spielsachen die Treppe runter etc. Als letztes sind wir nun immer zu ihr rein, das sie weiss wir sind hier allerdings empfindet sie dies als eine Art Spiel. Ich schaffe es nicht mal zum Kinderzimmer raus bevor sie wieder aus dem Bett ist und herum und mir davon rennt... Langsam wissen wir nicht mehr weiter.
    Wir haben sonst vor dem schlafen gehen ein festes Ritual welches sie auch gut kennt. Müde ist sie definitiv auch. Im Gitterbett hat sie höchstens noch 1-2x gerufen und eine Kuscheleinheit eingefordert die wir ihr auch gerne geben aber jetzt gehen wir ca. 20 mal pro Abend zurück ins Bett bringen.
    Was können wir denn noch tun?
    Vielen Dank für eure Antwort!

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    1. Hey, das darauf hätte ich auch gerne eine Antwort. Bei uns ist es ähnlich, unsere Tochter geht dann somit erst ins Bett, wenn ich abends alles ereldigt habe 23-24 Uhr. Vorher klappt es trotz Begleitung nicht, dass sie zur Ruhe findet, ich und mein Mann liegen neben mir und sie will trotzdem nicht Schlafen.

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    2. Ach, was ich noch sagen wollte, gähnen tut sie jedoch schon ab halb 7, um 7 hat sie dann gegessen und Bettfertig ist sie um halb 8. Jeden Tag das gleiche mit dem gleichen Ablauf.

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